Prefsbelt IV

[ Äußerer Rand | Prefsbelt-Sektor | Prefsbelt IV | Blue One | Gouverneurspalast | Rang unter dem Balkon für Ehrengäste und den Gouverneur ] - Thade Skywalker und viele Offiziere und andere Würdenträger (NSCs)

Für die eigentliche Hinrichtung Robert Kerns hatte sich die Verwaltung für die martialische Methode der Köpfung entschieden. Wenngleich Thade nicht abstreiten konnte, wie bildstark und effizient die Henkersaxt war, so kam der Chiss doch nicht umhin, festzustellen, dass der Akt ausgesprochen barbarisch anzusehen war und damit nur begrenzt nutzbares Bildmaterial lieferte. Er persönlich hätte ein klassisches Erschießungskommando vorgezogen. Aber natürlich hatte Thade hier keinerlei Verfügungsgewalt und da er sich mit den möglichen Konsequenzen dieser Wahl nicht würde auseinandersetzen müssen, dachte er nach dem Abschluss der Zeremonie auch nicht allzu lange weiter darüber nach.

Stattdessen kam der Chiss auf dem Weg zum nächsten Tagesordnungspunkt im großen Festsaal des Gouverneurspalastes mit einigen Offizieren der Operation Small Hunt ins Gespräch und im Foyer des Saals kam dann sogar der ihm gut in Erinnerung gebliebene Akademiedirektor
Vikas Sanyal auf Thade zu, um sich im Erfolg seines Alumnus zu sonnen. “Ah, Direktor. Es ist gut, Sie hier anzutreffen. Ich sehe, die Militärakademie ist weiterhin in Ihrem Händen. Der Gouverneur hatte tatsächlich schon angesprochen, dass wir die Akadamie auf einen Freundschaftsbesuch hin aufsuchen sollten, sollte es unsere Zeit erlauben.”

Thade entging natürlich nicht das angespannte Lächeln des Direktors. Der Mann war nun einmal in seinem Denken festgefahren und ein starrer Befürworter der Neuen Ordnung. Damit kamen einige Vorstellungen des “richtigen” Offiziers einher, denen der Chiss schlicht nicht entsprach. Das begann schon damit, dass Thade nicht einer klassischen imperialen Militärfamilie angehörte und, schlimmer noch, noch nicht einmal auf Imperiumsterritorium geboren worden war. Dass Thade dann zu allem Überdruss auch noch ein Chiss und kein Mensch war, vervollkommnete dann das Bild des “falschen” Offiziers. Doch natürlich war der Direktor nicht so verblendet, echte Erfolge im Dienst nicht anzuerkennen.

Also biss der alte Mann in die saure Frucht und schüttelte öffentlich die Hände mit seinem Alumnus, um eine gute Miene zum bösen Spiel zu machen.
Thades Erfolg und Aufstieg zum Captain der imperialen Raumflotte war immerhin auch ein Erfolg der Militärakademie von Prefsbelt IV und nützte damit nicht zuletzt auch Vikas Sanyals Ansehen selbst. Der Chiss spielte da durchaus vorbehaltlos mit. Auch wenn er selbst ein Mann des Militärs und kein Politiker war, so war die Pflege und Förderung der eigenen Karriere doch ebenso ein politisches Kunststück wie das Ergebnis handfester militärischer Erfolge. etwaige persönliche Animositäten, die er also vielleicht oder vielleicht auch nicht während seiner Studienzeit an der Akademie entwickelt hatte, hatten da einfach keinen Platz und fanden schlicht nicht statt.

“Der Gouverneur ist aber ein viel beschäftigter Mann, ich kann Ihnen daher leider keine Versprechungen machen, Herr Direktor.” Und wie aufs Stichwort machte sich direkt auf diese Worte folgend Thades Kommunikator bemerkbar. “Entschuldigen Sie mich bitte.” Der Chiss hatte sich für die Dauer der heutigen Feierlichkeiten abgemeldet. Was auch immer für eine Nachricht da auf ihn wartete, musste also äußerst dringend sein. Er suchte sich also eine ruhige Stelle hinter einer der Säulen des Foyers und öffnete die Funkverbindung. >>Sprechen Sie.<<

>>Sir, wir haben eine Nachricht der Admiralität erhalten. Eingreifgruppe Huntress soll sich umgehend zurück zum Flottenhauptquartier im Kuatsystem begeben und vor Ort neue Befehle entgegen nehmen.<< Damit war Thades Auftrag auf Prefsbelt IV offensichtlich abgeschlossen. Er ließ den Blick über die hier im Foyer anwesenden Offiziere gleiten und sinnierte kurz über das hier Erlebte, bevor er antwortete. Robert Kern war nun Geschichte und was von seinem Netzwerk noch übrig war, würde in Kürze ebenso aufhören, zu existieren. Doch das war eine Aufgabe für den ISB und vielleicht noch die lokalen Sicherheitskräfte. Thade wurde anderswo gebraucht. Insbesondere jetzt, wo die allgemeine Mobilmachung wegen des Kriegsausbruchs unmittelbar bevorstand. Er wusste zwar noch nicht, was als nächstes auf ihn zukam, aber so ziemlich jede Art von aktivem Einsatz war besser, als im Hinterland den befriedeten Orbit eines Werftplaneten zu beobachten.

>>Verstanden. Die Eingreifgruppe soll sich für die sofortige Abreise bereit machen. Beginnen Sie mit den Berechnungen für die Hyperraumroute nach Kuat und bewegen Sie die Schiffe aus dem Masseschatten des Planeten heraus. Wir reisen ab, sobald ich wieder an Bord der Huntress bin. Sie haben zwei Stunden.<< Der Chiss unterbrach die Verbindung, nachdem seine Befehle bestätigt wurden. Natürlich konnte er nicht kommentarlos einfach hier verschwinden. Dennoch würde er sich bei der ersten sich bietenden Gelegenheit von Gouverneur Zesh verabschieden und sich dann mit der gebotenen Eile zum Hangar des Gouverneuspalastes begeben, um Prefsbelt IV fürs erste den Rücken zu kehren. Die Türen zum Ballsaal öffneten sich nun. Damit ging das Zeremoniell endlich los und Thade würde schon bald Gelegenheit zum Abschied haben.

[ Äußerer Rand | Prefsbelt-Sektor | Prefsbelt IV | Blue One | Gouverneurspalast | Festsaal ] - Kal Andrim, Theranos Zesh, Aren Vayliuar, Dr. T'rsop, Reyan Vexler, Thade Skywalker, diverse Würdenträger (NSCs)

Huntress: Hülle: 100 % Schilde: 100 % Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 30/30 je Werfer, Jägereskorte: 12/12 TIE/in ; 9/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber
Hawke: Hülle: 100 % Schilde: 100 % Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 30/30 je Werfer, Jägereskorte: 12/12 TIE/in ; 9/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber
Pursuer: Hülle: 100 % Schilde: 100 % Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 30/30 je Werfer, Jägereskorte: 12/12 TIE/in ; 9/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber
 
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[ Äußerer Rand | Prefsbelt-Sektor | Prefsbelt IV | Blue One | Gouverneurspalast | Richtplatz ] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Dr. T'rsop

Kaum hatte Aren mit seinen Worten geendet, brach der Jubel in der Menge los. Konfetti Kanonen wurden gezündet und die Imperiale Festhymne begann zu spielen. Ein makabreres Schauspiel, wenn man bedachte, was eben noch hier geschehen war. Aber Aren sah auch den Mehrwert darin, ja die Notwendigkeit. Dieser barbarische Akt an Gouverneur Kern war notwendig gewesen, notwendig, um zu zeigen, dass die Imperiale Gerechtigkeit wieder waltete, dass diese schreckliche Ära nun ein für alle Mal beendet war. Gleichzeitig war es auch notwendig, die Bevölkerung mit diesen düsteren Bildern nicht alleine zu lassen. Es mochten zwar zwei völlig verschiedene Welten sein, die aufeinanderprallten, aber dieser Festakt war nun notwendig um die Bevölkerung nicht nur wissen zu lassen, dass eine dunkle Ära vorüber war, sondern eine neue begonnen hatte.

Schließlich ergriff auch noch der Gouverneur das Wort. Aren kannte diese Art von Rede nur zu gut. Es ging um die Opfer und das man ihnen gedenken müsse. Darum, dass eine dunkle Zeit vorüber war und man gemeinsam die strahlende Zukunft aufbauen würde. Um die Aufhebung von Notstandsmaßnahmen und die Rückkehr zur Normalität. Der Gouverneur traf die richtigen Töne und die Bevölkerung griff in einem Ruf der Begeisterung das "Lang lebe Prefsbelt" auf. Die Hinrichtung glitt über in die Feierlichkeiten, doch Arens Gemüt hing noch in der Position des Rechtssprechers und nicht des charmanten Politikers. Als die Fotos in verschiedensten Konstellationen aufgenommen wurden, ließ er sich davon nichts anmerken und strahlte und plauderte völlig gelassen, doch in seinem Kopf ließ ihn die Frage nicht los, wie viele der Leute, die später mit im Ballsaal feiern würden, genau so auch mit Gouverneur Kern in eben diesem Ballsaal die Hinrichtung von Gouverneur Zesh und Aren gefeiert hätten, wäre die Geschichte vor wenigen Wochen in andere Richtungen verlaufen. Die oberen Zehntausend richteten ihr Fähnchen nach dem Wind, so war es wohl schon immer gewesen.

Dann kam Gouverneur Zesh zu ihm um ihm mitzuteilen, dass er sich nun zum Ballsaal begeben würde und ob Aren ihn begleiten wollte.


,,Vielen Dank, aber ich würde später dazukommen und noch kurz hier verweilen."

Mit einem freundlichen Lächeln verabschiedete er sich von dem Gouverneur und verblieb mit Adriana noch einen Moment auf dem Balkon, welcher sich langsam leerte. Gemeinsam blickten sie hinunter auf die ausgelassene Menge, die nun zu feiern begann.

,,Manchmal denke ich mir, dass alles wäre so viel leichter, wenn wir auch einfach zu denen da unten gehören würden."

Adriana lächelte ihn an und gab ihm einen Kuss auf die Wange, sodass Aren seinen Blick von der gewaltigen Menge auf dem Platz abwandte und seine Verlobte anschaute.

,,Leichter und entspannter mit Sicherheit. Aber ich kenn dich, leichter und entspannter würde für dich vieles bedeuten, aber mit Sicherheit nicht, dass du glücklicher wärst."

Aren lächelte zurück, zum ersten Mal seit der Hinrichtung ein ehrliches Lächeln. Dann wandten sie sich von dem Platz ab und gingen in das Innere des Palastes. Die Zeit bis der Ball begann nutzten die beiden, um sich umzukleiden. Aren legte einen dunklen, maßgeschneiderten Frack an, nach wie vor mit seinem Imperialen Ritterorden um den Hals. Adriana wählte ein dunkel blaues Ballkleid, welches von Linien aus Saphiren durchzogen war, die aufblitzten, wenn sich das Licht im richtigen Winkel in ihnen fing. Adriana ließ sich noch ihre Frisur zurecht machen, sodass sie beide unmittelbar danach direkt zum Ballsaal eilen mussten.

Vor dem Ballsaal hatte sich bereits eine beachtliche Menge an Würdenträgern und Personen des öffentlichen Lebens gesammelt, von denen einige wenige auch Aren bekannt waren. Den ein oder anderen begrüßte er, ging aber mit zügigem Schritt in Richtung des Gouverneurs und ließ sich nicht von zu viel Geplauder aufhalten. Kurz konnten sich die beiden Männer begrüßen, bevor die Tore geöffnet wurden und die Menge in den Saal strömte. Ein wahnsinnig langer Akt. Doch der eigentliche Festakt würde erst danach beginnen. So folgte auf den "gemeinen Pöbel" ein Ehrenzug der Blauen Legion, welcher wiederum die Männer und Frauen folgten, welche sich im Kampf gegen Gouverneur Kern besonders verdient gemacht hatten. Alles begleitet von Fanfahren und einem äußerst würdigen Orchester. Danach folgten die Oberhäupter der hiesigen Verwaltung in den Ballsaal. Zurück blieben nun einzig und allein Aren und Adriana.


,,Genieß den Abend so gut du kannst. Ich glaube das ist der erste Abend seit langer Zeit, wo wir es uns wirklich gut gehen lassen können und das haben wir uns auch wirklich verdient."

,,Nun, ob ich ihn genieße hängt ganz davon ab, ob du genug Zeit zwischen "wichtige Gespräche führen" findest um mich zum tanzen aufzufordern und mir dabei am Besten auch nicht zu viel auf die Füße trittst."

Aren grinste sie an.

,,Du weißt genau, dass ich ein hervorragender Tänzer bin, im Zweifelsfall sind es deine Füße, die einfach nicht mithalten können."

Doch dann öffneten sich die großen Tore ein letztes Mal und mehrere Sturmtruppen, die bisher um sie herum Stellung gehalten hatten, betraten den Saal. Auf Arens Gesicht breitete sich nun ein bedeutungsschwangerer Ernst aus und ohne, dass er Adriana anschauen musste, wusste er, dass es bei ihr genau so war. Als schließlich der Zeremonienmeister sie angekündigt hatte, betraten sie den Saal und schritten, beinahe erhaben, in Richtung des Podestes, ohne zu winken oder zu lächeln, gänzlich auf den Moment fokussiert. In den Saphiren von Adrianas Kleid brach sich das Licht in verschiedenen Winkeln, sodass ihr Kleid leuchtete und glitzerte, während sie an der Oberschicht des Planeten vorbei gingen.

Schließlich nahmen sie auf den Ehrenplätzen auf dem Podest Platz, direkt neben Gouverneur Zesh, vor dem bereits einige Orden lagen, die zu einem späteren Zeitpunkt verteilt werden würden. Es würde nun kurz einen Moment geben, in welchem sich die Stimmung setzen konnte, in welchem man ankommen konnte und mit seinem Sitznachbarn erste Gedanken austauschen konnte. Und genau letzteres hatte Aren nun vor, auch, wenn es sich weniger um Gedanken handelte als vielmehr um irgendetwas zwischen einem Vorschlag und einem Befehl. Aren beugte sich zu seinem Gastgeber herüber.


,,Gouverneur Zesh, auf ein Wort."

Er strich sich durch den Bart und ließ kurz seinen Blick über die übrigen Anwesenden schweifen, bevor er sich völlig Gouverneur Zesh zuwandte.

,,Ich bin äußerst zufrieden mit ihrer Arbeit. Der Planet befindet sich durchaus auf einem guten Weg. Die Reststücke der alten Ordnung von Sanec und Kern wurden auf Prefsbelt IV wirklich gut beseitigt. Auf Sektor Ebene gelingt uns das zusehends auch. Damit geht aber zeitgleich ein Problem einher. All die korrumpierten Individuen die unter Moff Sanec in ihre Ämter gekommen sind und jetzt entfernt werden, hinterlassen ganz selbstverständlich Lücken, die nicht ohne Weiteres aufgefüllt werden können. Drei Sector Adjutanten Stellen sind noch unbesetzt und werden derzeit kommissarisch von Dezernenten und Staatssekretären der jeweiligen Ressorts geleitet. Wir haben zwar Kandidaten, aber die Prüfung dauert und dann fällt immer wieder etwas auf, was so nicht passt, auch wenn ich zuversichtlich bin, dass wir im Verlauf der kommenden Wochen die drei offenen Stellen besetzen können. Gleichzeitig wird Crix Mannic, der derzeitige Sector Adjutant für Wirtschaft, Industrie und Handel bald zu einem Sonderprojekt abberufen werden, sodass seine Stelle ebenfalls vakant wird. Und da kommen Sie ins Spiel. Sie besitzen in diesem Punkt Erfahrung und haben hier auf Prefsbelt IV bereits gezeigt, dass Sie diese auch praktisch anwenden können. Gleichzeitig wurden Sie bereits ausführlich überprüft, bevor Sie zum Gouverneur ernannt wurden."

Aren nippte an seinem Glas Sekt, welches bereits vor ihm stand. Er blickte seinem Gesprächspartner in die Augen und versuchte den Mann einzuschätzen, den er nun seit nicht mal einem Tag persönlich kannte.

,,Sie werden sich denken können, in welche Richtung dieses Gespräch geht. Dieser Besuch auf Prefsbelt war eine gewisse ... persönliche Prüfung meinerseits von Ihnen und ich denke, ich kann Ihnen mit gutem Gewissen die Stelle von Sector Adjutant Mannic anbieten. Sie sind dafür meiner Ansicht nach geeignet. Am Ende des Tages liegt die Entscheidung selbstverständlich bei Ihnen, ich brauche in meinem Kabinett keine Leute, die nicht von sich selbst oder dem Posten, den sie bekleiden überzeugt sind. Aber wenn Sie diese Möglichkeit abschlagen, müssen Sie sich im klaren sein, dass sie so schnell nicht wieder kommen wird, wenn sie den überhaupt wiederkommt. Ich werde niemandem hinterherlaufen. Sie haben Zeit mir ihre Entscheidung mitzuteilen, bis mein Besuch auf Prefbelt IV endet."

Mit unverändert ernstem Blick schaute Aren seinem Gegenüber in die Augen.

,,Wenn Sie denn überhaupt soviel Zeit brauchen."

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[Äußerer Rand / Prefsbelt-Sektor / Prefsbelt IV / Blue One / Gouverneurspalast / Ballsaal] - mit Dr. T'rsop, Theranos Zesh und vielen anderen

T'rsop schlenderte durch die Gänge des Palastes. Jedoch ohne Augen für die Schönheit und Ausdruckskraft seiner Architektur zu haben. Stattdessen hatte er, kaum dass er seine hiesige Dienstwohnung verlassen hatte, sein Datapad gezückt und sich ans Arbeiten gemacht. Die Nachrichten überflog er nur im Betreff - es war nichts eingetrudelt, was unbedingt direkt beantwortet werden musste. Nur die üblichen Anfragen über Raumnutzungen in Monspolis, Fragen von Studenten und diverse Standardberichte.
Daher machte sich der Gelehrte wieder wieder an die Arbeit. Die Tunnelverbindung konnte noch warten - und erforderte mehr Aufmerksamkeit, als sie jetzt zwischen Tür und Angel zu klären. Aber er konnte schon einmal die Feierlichkeiten der Kultur und schönen Künste weiterplanen, die er nach Red One verlegt hatte.
"So, dann wollen wir das Gemüt mal hegen und pflegen, damit es sich beruhigt und nicht doch verborgen und unterschwellig Rebellion köchelt", dachte der Pau'aner, während seine Finger sich schon ans Schreiben machten. Wie zu erwarten waren natürlich einige der für das Fest eingeplanten Größen der Kultur etwas verwirrt darüber, dass sie nun nach Red One kommen sollten. Aber sollten sie ruhig murren - oder von
T'rsops wegen der Veranstaltung auch fern bleiben. Genug Schwergewichter würden sicherlich kommen. Und er hatte auch seine Connections. Und er würde dafür sorgen, dass diese Veranstaltung mit den großen Festen und Kulturhöhepunkten der Hauptstadt mindestens mithalten könnten.

Und so ging er das Programm durch: Auftakt sollte eigentlich ein Vortrag über die Schönheit und der Gewalt in der Natur und ihre Bedeutung für das gemeinsame Leben sein. Diesen Punkt verkürzte
T'rsop stark.
"Das wird Dr. Lamed überhaupt nicht freuen - aber auch sie wird sich damit abfinden müssen", dachte er, während er in die dadurch gewonnen Zeit einen Kommers über die Geschichte und Bedeutung von Red One einsetzte. Nicht nur das Thema sollte gefeiert werden, sondern auch die Örtlichkeit wieder positiv besetzt werden in den Köpfen und Herzen der Anwesenden. Und dazu sollte er unbedingt nachher auf dem Ball mit dem Interims-Statthalter
Kris Meiner sprechen, wer für diesen Anlass wohl ein geeigneter Redner wäre - oder am besten gleich mit Meiners Babysitter, diesem einen Captain aus der Blauen Legion.
Nach diesem mentalen Vermerk überflog er das weitere Programm, welches aus Musikaufführungen, Diskussionspodien und Kunstausstellungen bestehen würde. Und wo er noch schauen müsste, wie er diese noch besser mit dem Charakter von Red One in Symbiose bringen könnte.

Und dann war das Wegstück zum Ballsaal auch schon überwunden. Und erneut wurde
T'rsops Identität bestätigt und er nach Waffen abgesucht. Natürlich hatte er wieder keine dabei und kam so recht schnell durch die Kontrolle. Und war erneut einerseits genervt von der peniblen Pflichterfüllung der Wachen - aber andererseits auch stolz darauf, dass sie ihrem Dienst nachkamen, ohne sich von seinem Rang oder seiner Erscheinung einschüchtern zu lassen. Also rang er sich durch, nickte den Wachen freundlich zu und sprach ihnen ein Lob aus:

"Gut, dass wir euch haben. Ihr erledigt eure Aufgabe gewissenhaft - und gestattet uns Hochblütigen dadurch einen Abend ohne Sorgen und in Gelöstheit" Wenn man nicht gerade zu Tode gelangweilt oder auf dem Zahnfleisch gehend ist von diesem ganzen Trubel der sogenannten hohen Gesellschaft, wie er in Gedanken seinen Satz ausklingen ließ.

Und dann sah er sie: Die Würdeträger, Stabsmitglieder und persönliche Sekretäre, und hohe Militärs, die schon eingetroffen waren.
T'rsop gehörte zwar auch zu den Früheren. Aber manche wollten keinen einzigen Augenblick verpassen und von Anfang an - also schon vor dem Anfang - da sein, um guten Eindruck zu machen. Und natürlich schon da und sich im Zentrum der Unaufdränglichkeit befindend waren Gouverneur Theranos und enge Mitarbeiter seines Stabes. Der Sonderberater steckte sein Datapad wieder in die Tasche und sprach sich mit den Worten aus seinem Gespräch mit Gregor Bayl Mut zu. Und trat dann auf Theranos zu.
"Werter Gouverneur, auf ein Wort?", sprach er diesen an - in einem Tonfall, der dem des Gouverneurs ähnlich war, ohne ihn plump nachzuäffen. Dazu machte er eine leichte ausladende Armbewegung, die auf einen Bereich leicht außerhalb der Gesprächskreise deutete. Nur die, die T'rsop gut kannten und in der Lage waren, die unterschwelligen Nuancen einer Millisekunden zu lang gehaltenen Geste und den Schatten des Schalks hinter einer nach außen hin perfekt neutralfreundlichen Miene zu lesen, - also Theranos und Gregor - verstanden darin eine freundschaftliche Spöttelei. Für alle anderen war es die normale höfliche Anrede, die sich gebührte, um kurz vor einem großen offiziellen Akt noch schnell etwas auf dem kurzen Dienstweg in die Wege zu leiten.
Theranos stimmte natürlich zu und die beiden gingen ein Paar Schritte in den Hintergrund.

Dann beugte sich
T'rsop leicht nach vorne und legte - in dem vollen Bewusstsein, dass das zu Gerüchten und Überlegungen führen würde - seine Hand so um seinen Mund, dass niemand seine Lippenbewegungen sehen konnte und flüsterte dem Gouverneur zu:
"Theranos. Vor dir steht der neue Vize-Gouverneur von Prefsbelt IV. Falls du wirklich sicher bist, dass du mich in dieser Position den Rest deiner Gouverneurszeit an deiner Seite haben willst."

Theranos lächelte zufrieden und ehrlich-freundlich und nahm diese Zusage in seiner kontrollierten Art und passender Erwiderung entgegen. Und rief T'rsop, als dieser sich schon wieder auf den Weg machte in den Hintergrund, noch halb-leise hinterher:
"Und denkt dran, dass Ihr natürlich auch in die Reihe unserer Ehrengäste gehört, Doktor."
Und der Pau'aner wusste nicht, ob er schmunzeln oder die Augen verdrehen sollte. Daher ließ er sich äußerlich nichts anmerken und ging seinen Kurs leicht korrigierend wieder zu den Gesprächsgruppen aus dem direkten Stab des Gouverneurs. Während dieser sich wieder den Höflichkeiten für die anderen ankommenden Gäste zuwandt.

Und dann hieß es, zu warten. Für
T'rsop im Besonderen lange zu warten. Äußerlich ließ er sich nichts anmerken. Während er innerlich vor Langeweile zu vergehen schien. Das war wieder so ein Anlass - der zweite an einem Tag - an dem er nicht nebenbei weiter arbeiten oder recherchieren oder sich bilden konnte. Und die Gespräche waren meist Floskeln und Smalltalk. Zudem hinzukam, dass mit ihm kaum einer überhaupt reden wollte - und die, die es wollten und taten, waren entweder langweilig äußerlich oder aber schnell auch wieder bei anderen Gesprächspartnern.
Aus inszenatorischer Sicht konnte der Gelehrte verstehen (und wusste es auch bestens einzusetzen), dass Warten und Erwartungenaufbauen entscheidende Schritte waren, um die Aufmerksamkeit und die Stimmung der Anwesenden zu für sich zu gewinnen und zu beeinflussen. Bei Reden, im Theater. Aber bei solchen Festen? Das beste für eine Feier war, wenn sie begann und leben durfte - und nicht vorher schon die Luft wegen des Wartens raus war. Aber scheinbar hatten die meisten der Anwesenden hier einen längeren Atem als der Pau'aner.

Als es schließlich - und endlich! - losging, atmete
T'rsop zweimal bewusst ein und aus. Nun gab es kein Zurück mehr. Dann straffte er sich und richtete sich auf. Und anders als bei sonstigen Anlässen dieser Art legte er nun sein Selbstbewusstsein und seine Präsenz in den Auftritt. Wo er sonst unauffällig in den Hintergrund verschwand, vermittelte er nun, hervorzustechen - ohne dass er sich in den Vordergrund drängte. Ein würdevoller und analytischer Blick durch die Reihen der Gäste zeigten ihm, dass er - natürlich - mit seinem Vorhaben erfolgreich war. Manch Blick blieb an ihm hängen und manch einer fing an auf ihn zu zeigen und mit den Nachbarn zu reden. Zweifelsohne über diesen Pau'aner, der warum auch immer, im engsten Stab des Gouverneurs war.

Die erste Hürde war genommen. Jetzt würde die zweite kommen, die ein gefühltes Zeitalter dauern würde: Den formellen und zeremoniellen Teil über sich ergehen zu lassen. Und er durfte dabei weder arbeiten, noch sich ablenken, noch zeigen, wie zuwider ihm das alles war. Heute musste er seiner Kenntnis der Präsenz und Präsentation aus dem Vollen schöpfen und zeigen, dass er in Theorie
und Praxis ein Meister der Kommunikation im intersozialen Bereich sowie des Gemütsflüsterns war.
Hoffentlich würde nach all dem wirklich noch ein Teil des Abends kommen, an dem auch er etwas entspannen und vielleicht sogar Spaß haben könnte.


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Während sich die Stimmung im Saal langsam setzte und die ersten Gespräche zwischen den Tischen begannen, lehnte sich Theranos für einen kurzen Augenblick in seinem Stuhl zurück und ließ den Blick über die versammelten Gäste wandern. Die gewaltige Halle war inzwischen nahezu vollständig gefüllt. Zwischen den Reihen der Stehtische und Lougen spiegelte sich das warme Licht der Kronleuchter auf polierten Gläsern und Uniformknöpfen, während sich Stimmen, Musik und das gelegentliche Klirren von Besteck zu jenem angenehmen Hintergrundgeräusch verbanden, das nur große gesellschaftliche Veranstaltungen hervorbringen konnten. Nach den Wochen voller Krisensitzungen, Sicherheitsbesprechungen, Anschläge, Ermittlungen und politischer Spannungen wirkte dieser Augenblick beinahe unwirklich.

Sein Blick glitt zunächst über Gregor Bayl hinweg und blieb schließlich ein paar Plätze weiter an der hochgewachsenen Gestalt Dr. T'rsops hängen, der mit einem Getränk in der Hand zwischen mehreren Gästen saß und nach außen hin jene kontrollierte Mischung aus Würde, Intellekt und kaum verhohlener Ungeduld ausstrahlte, die inzwischen fast zu seinem Markenzeichen geworden war. Als der Pau'aner bemerkte, dass er beobachtet wurde, hob er sein Glas leicht an und deutete ein kaum sichtbares Nicken an. Für die meisten Anwesenden wäre es nicht mehr als eine höfliche Geste gewesen. Für Theranos hingegen genügte dieser kurze Moment bereits, um unwillkürlich an das Gespräch zurückzudenken, das die beiden erst vor kurzer Zeit vor den Toren des Ballsaals geführt hatten.

Noch immer konnte er sich an die beinahe verschwörerische Art erinnern, mit der T'rsop ihn vorhin beiseite genommen und ihm schließlich mitgeteilt hatte, dass vor ihm der neue Vizegouverneur von Prefsbelt IV stehe, sofern Theranos wirklich sicher sei, einen Mann wie ihn für den Rest seiner Amtszeit an seiner Seite haben zu wollen.

Da hatte sich in ihm eine Erleichterung breitgemacht, die weit über die bloße Besetzung eines hohen Verwaltungspostens hinausging. Natürlich hatte er gehofft, dass der Pau'aner zusagen würde. Ja, irgendwo hatte er sogar damit gerechnet. Dennoch war zwischen Hoffnung und Gewissheit ein Unterschied, den man oft erst bemerkte, wenn die Entscheidung tatsächlich gefallen war. T'rsop war kein Mann, den Titel reizten. Macht selbst bedeutete ihm wenig. Prestige vermutlich noch weniger. Doch genau deshalb war Theranos überzeugt gewesen, dass ihn die anderen Möglichkeiten reizen würden, die ein solches Amt eröffnete. Bildung, Wissenschaft, Kultur, Stadtplanung, gesellschaftliche Entwicklung und langfristiger Fortschritt waren für den Pau'aner keine Schlagworte, sondern Überzeugungen. Und genau deshalb war Theranos überzeugt, den richtigen Mann ausgewählt zu haben.

Vielleicht war es auch kein Zufall, dass ihn dieser Gedanke gerade jetzt beschäftigte.

Denn als sein Blick weiter wanderte und schließlich bei Captain Thade Skywalker hängen blieb, der einen Tisch entfernt zwischen den übrigen militärischen Ehrengästen saß und trotz aller Disziplin eine gewisse innere Unruhe nicht vollständig verbergen konnte, erinnerte sich Theranos unmittelbar an ein weiteres Gespräch, das erst kurze Zeit zurücklag. Noch bevor sich die Tore des Ballsaals geöffnet hatten, war der Chiss an ihn herangetreten und hatte ihm mitgeteilt, dass die Admiralität die Eingreifgruppe Huntress zurückgerufen hatte und er Prefsbelt IV uwieder verlassen müsse. Theranos hatte die leicht Enttäuschung des Offiziers damals durchaus nachvollziehen können. Nicht weil Thade gerne geblieben wäre, sondern weil dessen Pflichtgefühl ihm eigentlich längst befohlen hatte, sich auf den Weg zu machen.

Denn Theranos ihn vorhin mit einem leichten Schmunzeln gefragt, ob ein Offizier seines Formats seinem Gouverneur wirklich den kleinen Wunsch abschlagen wolle, noch ein oder zwei Stunden länger zu verweilen, damit dieser die Gelegenheit bekäme, ihm öffentlich für seine Verdienste zu danken. Die Erinnerung daran ließ ihn erneut schmunzeln. Thade hatte sichtbar mit sich gerungen. Einerseits drängte ihn sein Dienst zurück zur Flotte. Andererseits hatte er kaum eine Möglichkeit gefunden, eine derart höflich formulierte Bitte abzulehnen. Am Ende hatte er eingewilligt, wenn auch mit jener kontrollierten Zurückhaltung, die Theranos inzwischen von ihm kannte.

Noch während er darüber nachdachte, bemerkte er aus dem Augenwinkel eine Bewegung zu seiner Rechten.

Moff Aren Vayliuar hatte sich leicht zu ihm herübergebeugt und um ein kurzes Gespräch bat.


Sofort richtete sich Theranos wieder etwas auf. Der Blick löste sich von den Gästen und kehrte in die Gegenwart zurück. Gleichzeitig ahnte er bereits, dass die Worte des Moffs vermutlich deutlich größere Auswirkungen auf seine Zukunft haben würden als alles, worüber er in den letzten Minuten nachgedacht hatte.

Während Aren sprach, saß Theranos zunächst ruhig auf seinem Platz und hörte aufmerksam zu, ohne dabei zu ahnen, wohin dieses Gespräch tatsächlich führen würde. Die ersten Worte überraschten ihn kaum. Dass der Moff mit der Entwicklung Prefsbelts zufrieden war, hatte sich bereits an mehreren Stellen seines Besuches angedeutet. Auch die Bemerkungen über die verbliebenen Netzwerke Sanecs und Kerns entsprachen dem, was Theranos selbst in den vergangenen Monaten immer wieder festgestellt hatte. Überall dort, wo alte Strukturen entfernt wurden, entstanden zwangsläufig Lücken, die neu gefüllt werden mussten. Das war weder auf Prefsbelt noch auf Sektorebene anders.

Doch je weiter Aren sprach, desto mehr verlagerte sich Theranos' Aufmerksamkeit von der Atmosphäre des Saales auf die Worte seines Gegenübers. Das Stimmengewirr der Gäste, die Musik der Kapelle und selbst die Bewegungen der Diener traten allmählich in den Hintergrund, während sich seine Gedanken immer stärker auf das konzentrierten, was der Moff tatsächlich sagte. Irgendwann bemerkte er, dass Aren längst nicht mehr über Prefsbelt sprach. Nicht wirklich. Er sprach über den Sektor und über offene Stellen. Über Verantwortung und über Verwaltung, sowie Ämter, die neu besetzt werden mussten.

Und dann fiel schließlich der Name des Postens.
Sector Adjutant für Wirtschaft, Industrie und Handel.
Für einen kurzen Moment blieb Theranos vollkommen regungslos sitzen.

Damit hatte er nun tatsächlich nicht gerechnet. Für einen Augenblick musste er sich zwingen, die Überraschung nicht allzu deutlich erkennen zu lassen, doch selbst ihm gelang es nicht ganz zu verhindern, dass ein kurzer ungläubiger Ausdruck über sein Gesicht huschte.

Ja natürlich wusste Theranos das er gute Arbeit machte, dennoch war er noch gar nicht so lange im Amt, dass er nicht damit gerechnet hätte, so schnell die Karriereleiter hochsteigen. Vielleicht eine kleine Ehrung oder ein paar Dankesworte, wenn überhaupt, aber dass man ihm hier gerade den Posten des Sektors Adjutanten anbot, entlockte dem sonst so gefassten Theranos doch einen kurzen ungläubigen Blick.

Unwillkürlich musste er kurz an Corulag denken.
An die gewaltigen Hallen der Akademie. An die langen Abende in Bibliotheken und Seminarräumen. An Vorlesungen über Handelsrouten, Wirtschaftsplanung, Infrastruktur, Verwaltungsstrukturen und industrielle Entwicklung, die viele seiner Kameraden als notwendiges Übel betrachtet hatten, während sie ihn selbst oft bis spät in die Nacht beschäftigt hatten. Damals hatte er nicht ahnen können, wohin ihn dieser Weg einmal führen würde. Damals hatte er lediglich versucht, den Erwartungen gerecht zu werden, die ein anderer Mann schon lange vor ihm formuliert hatte.

Auch musste Theranos an seinen Vater denken. Meranox Zesh war während seiner gesamten Jugend eine prägende Figur gewesen; streng, fordernd, anspruchsvoll und nur selten mit schnellen Lobesworten zur Stelle. Dennoch gab es nur wenige Menschen in der Galaxis, deren Meinung ihm so viel bedeutete wie die seines Vaters. Noch heute wog die Anerkennung seines Vaters für ihn schwerer als jeder Titel, Auszeichnungen oder öffentliche Ehrungen.

Und zum ersten Mal stellte sich Theranos ernsthaft die Frage, ob dieser Abend nicht mehr veränderte als nur die Zukunft Prefsbelts.
Ob der Weg, den er einst auf Corulag begonnen hatte, ihn vielleicht tatsächlich weiter führen würde, als er es selbst jemals erwartet hatte.
Als Aren schließlich geendet hatte, blieb für einige Augenblicke Stille zwischen ihnen bestehen.

Theranos bemerkte, dass er seinen Blick noch immer auf den Moff gerichtet hielt, während seine Gedanken langsam wieder aus der Vergangenheit in die Gegenwart zurückkehrten. Vor ihnen lagen die Orden. Um sie herum saßen hunderte Gäste. Die Ehrungen würden jeden Augenblick beginnen. Und dennoch hatte das Gefühl ihn beschlichen, dass dieser Abend gerade eine Richtung eingeschlagen hatte, die weit über einen Festakt oder einen Ball hinausging.

Schließlich atmete er ruhig aus und ein ehrliches, ungewohnt offenes Lächeln trat auf sein Gesicht.

„Eure Exzellenz“, begann er schließlich, während sich in seiner Stimme zugleich Dankbarkeit, Überraschung und ehrliche Wertschätzung erkennen ließen, „ich glaube nicht, dass mich in den vergangenen Monaten nichts wirklich sprachlos gemacht hat. Doch ich gestehe offen, dass dies hier gerade dem bemerkenswert nahe gekommen ist.“

Sein Blick glitt kurz durch den Saal, ehe er wieder zu Aren zurückkehrte.

„Das Vertrauen, das Ihr mir mit diesem Angebot entgegenbringt, ehrt mich weit mehr, als ich im Moment vermutlich angemessen in Worte fassen kann.“
Für einen Moment schwieg er und ließ die Worte des Moffs nachwirken. Erst jetzt begann er wirklich zu erfassen, welche Tragweite dieses Angebot besaß und welche Möglichkeiten sich dadurch vor ihm eröffneten.

„Ihr werdet meine Entscheidung noch heute erhalten, denn ich war noch nie ein Freund davon, wichtige Angelegenheiten unnötig in die Länge zu ziehen.“
Ein leichtes Schmunzeln erschien auf seinem Gesicht.

„Allerdings würde ich es mir niemals verzeihen, wenn ich die Männer und Frauen, die heute geehrt werden sollen, warten lasse, weil ich zu sehr damit beschäftigt bin, über meine eigene Zukunft nachzudenken.“
Gerade als die letzten Worte verklungen, bemerkte Theranos aus dem Augenwinkel bereits Gregor Bayl, der sich dem Podium näherte.
Die Ehrungen würden in Kürze beginnen und Theranos machte sich bereit und überflog noch einmal alle Ehrungen, die bevorstehen, auch wenn ihm das nach dem Angebot des Moffs dennoch schwerer fiel als gedacht.

Kurz darauf kündigte der Legat den Gouverneur an und Theranos trat nach einem kurzen Beifall zum Podest, um seine kleine Rede zu beginnen.



Theranos trat vor das Rednerpult und ließ den Blick langsam durch den Saal gleiten. Die Gespräche verebbten nach und nach, bis schließlich nur noch die leisen Klänge der Kapelle und das entfernte Klirren von Gläsern zu hören waren.

„Meine Damen und Herren, viele der Menschen, die heute hier versammelt sind, kennen die großen Namen der vergangenen Monate. Sie kennen die Offiziere. Sie kennen die Kommandanten. Sie kennen die Gesichter jener Männer und Frauen, die häufig im Mittelpunkt standen. Doch keine Krise wird von Einzelnen bewältigt.“

Sein Blick wanderte durch die Reihen.
„Krisen werden von hunderten Menschen bewältigt, die ihre Pflicht erfüllen, obwohl niemand später ihren Namen kennen wird, dennoch möchte ich ein paar dieser Menschen heute ehren.”

Daraufhin begann die erste Reihe der Ehrungen.
Theranos berichtete weiter von einem Techniker, der während des Anschlags auf Blue One trotz schwerer Schäden an der Energieversorgung mehrere Notgeneratoren wieder in Betrieb gesetzt hatte und dadurch die Versorgung eines Lazaretts sichern konnte.

Es folgte die Ehrung einer Sanitäterin, die während der Kämpfe wiederholt in einsturzgefährdete Gebäude zurückgekehrt war und dabei zahlreiche Verletzte in Sicherheit gebracht hatte.

Ein Logistikoffizier wurde ausgezeichnet, nachdem er verwundet und unter Beschuss einen Versorgungskonvoi durch die östlichen Bezirke geführt und damit die Verteidigung mehrerer Stadtviertel ermöglicht hatte.

Schließlich wurden noch mehrere Soldaten, Piloten, Verwaltungsbeamte und Angehörige der Rettungsdienste geehrt, deren Leistungen zwar weniger öffentlich bekannt geworden waren, deren Beitrag für den Wiederaufbau jedoch nicht minder bedeutend gewesen war.

“Zu guterletzt noch eine weitere Ehrung." begann der Gouverneur. "In den vergangenen Monaten hat er wiederholt bewiesen, dass er weit mehr ist als nur ein Gelehrter oder Berater. Viele der Ermittlungen gegen die verbliebenen Netzwerke Kerns wären ohne seine Analysen deutlich langsamer verlaufen. Er erkannte Zusammenhänge, die anderen verborgen bleiben, stellte die richtigen Fragen und besitzt die seltene Fähigkeit, Informationen aus völlig unterschiedlichen Bereichen zu einem klaren Gesamtbild zusammenzuführen...vielen dank an Dr. T’rsop” Theranos drehte sich leicht nach und deutete auf den Dr. der am Podiumstisch saß.

Alle auch, Veran, Thade und Kael erhielten den Verdienstorden von Prefsbelt IV sowie eine persönliche Ehrenurkunde des Gouverneurs.


Erst nachdem der Applaus für die letzte Gruppe verklungen war, hob Theranos erneut die Hand.
Die Musik wurde etwas leiser. Im Saal kehrte spürbar Ruhe ein.
„Nun kommen wir zu den höchsten Auszeichnungen dieses Abends.“

Sein Blick wanderte zu den bereitliegenden Schatullen.
„Ich bitte Captain Thade Skywalker sowie Legat Veran Koss nach vorne.“
Während sich beide Männer erhoben und vor das Podium traten, setzte erneut Applaus ein.
„Die Ereignisse der vergangenen Monate wurden sowohl am Boden als auch im Orbit entschieden. Ohne entschlossene Führung hätten wir heute nicht gemeinsam hier stehen können.“

Theranos nahm die erste Schatulle auf.
„Captain Thade Skywalker. Für Ihre Verdienste bei der Sicherung des Prefsbelt-Sektors, Ihren Einsatz während der Operationen im Orbit sowie Ihre Unterstützung während der Krise verleihe ich Ihnen den Roten Stern von Red One.“
Anschließend wandte er sich Veran Koss zu.
„Legat Veran Koss. Für Ihre unerschütterliche Führung unserer Sicherheitskräfte, Ihren Beitrag zur Zerschlagung des Kern-Netzwerkes und Ihre Loyalität gegenüber Prefsbelt IV verleihe ich Ihnen ebenfalls den Roten Stern von Red One.“

Der Orden bestand aus einem dunkelroten Kristallkern, in dessen Zentrum ein goldener Stern eingelassen war. Getragen wurde er an einem dunkelblauen Band mit rotem Mittelstreifen.

Nachdem beide ihre Urkunden und Orden erhalten hatten, brandete erneut Applaus auf.
Theranos wartete einen Moment, schüttelte danach die Hände der Herren und bat sie, sich nochmals kurz zu setzen.
Dann griff er nach der letzten Schatulle. Allein dadurch veränderte sich die Stimmung im Saal.


„Die letzte Ehrung dieses Abends besitzt einen besonderen Charakter.“
Er öffnete die Schatulle und im Licht der Kronleuchter glänzte das Blau und Gold des Ordens.
„Manche Auszeichnungen ehren einen einzelnen Sieg undmManche ehren einen einzelnen Einsatz. Dieser Orden ehrt etwas anderes.“
Sein Blick glitt durch den Saal.
„Er ehrt außergewöhnliche und gleichbleibende Leistungen über einen langen Zeitraum hinweg.“

Theranos berichtete von Geleitschutzmissionen, Rettungseinsätzen, Luftkämpfen über Blue One sowie im Orbit, dem Schutz ziviler Konvois, erfolgreichen Abfangoperationen gegen zahlenmäßig überlegene Gegner und zahlreichen Einsätzen, bei denen persönlicher Mut und außergewöhnliches fliegerisches Können über Leben und Tod entschieden hatten.

„Aus diesem Grund wurde eine neue Auszeichnung geschaffen.“
Er hob die Schatulle leicht an.
„Der Orden des Blauen Convors.“
Für einen Augenblick herrschte völlige Stille, während das Licht auf die Schatulle fiel.
„Rottenführer Flight Lieutenant Kal Andrim des 152. Imperiales Raumjägergeschwader. Bitte treten Sie vor.“
Während Kal sich erhob und auf das Podium zuging, erhob sich bereits erster Applaus.

Theranos überreichte ihm die Auszeichnung und reichte ihm anschließend die Hand und übergab auch ihm eine Urkunde. Danach bat er Kal Andrim, Veran Koss und Thade Skywalker gemeinsam vor das Podium.Die drei Ausgezeichneten stellten sich nebeneinander auf.

Zahlreiche Holo-Kameras wurden ausgerichtet. Zunächst entstand das offizielle Bild der Ordensträger.
Danach trat auch Theranos zu ihnen und bat auch kurz, den Moff sich zu den Helden des Tages zu gesellen. Weitere Aufnahmen folgten.
Erst als die Fotografen zufrieden waren, wandte sich der Gouverneur wieder den Gästen zu.

„Meine Damen und Herren ich danke ihnen nochmals für Ihr kommen.“
Sein Blick wanderte zu Gregor Bayl.
„Den weiteren Ablauf des heutigen Abends wird Ihnen nun unser geschätzter Vizegouverneur Gregor Bayl erläutern.“

Mit einem freundlichen Nicken trat Theranos zurück und überließ seinem langjährigen Weggefährten die Bühne.
Während Gregor Bayl vortrat und begann, den Ablauf der kommenden Stunden zu erklären und mit einem letzten Blick auf die Gäste, die sich inzwischen wieder den Gesprächen, den Ehrungen und den ersten Feierlichkeiten des Abends zuwandten, kehrte Theranos zu seinem Platz zurück. Gregor Bayl führte die Anwesenden inzwischen souverän durch den weiteren Ablauf des Festaktes, sodass sich für einige Augenblicke die Gelegenheit bot, jenes Gespräch zu Ende zu führen, das den Gouverneur seit den Worten des Moffs nicht mehr losgelassen hatte.

Theranos trat an Aren Vayliuar heran und neigte respektvoll den Kopf.
„Eure Exzellenz, wie vorhin angesprochen, möchte ich Euch nicht länger auf eine Antwort warten lassen.“

Für einen Moment hielt er inne, ehe ein ruhiges, entschlossenes Lächeln auf seinem Gesicht erschien.
„Ich nehme Euer großzügiges Angebot an und werde die mir übertragenen Aufgaben mit derselben Hingabe erfüllen, mit der ich bislang Prefsbelt IV gedient habe. Das Vertrauen, das Ihr mir entgegenbringt, weiß ich sehr zu schätzen.“

Dann wurde sein Blick etwas ernster.
„Allerdings würde ich gerne zwei Bitten äußern, sofern Ihr sie für angemessen haltet.“

Er deutete kurz in Richtung der Gäste, wo sich irgendwo zwischen den Anwesenden der Pau'aner befand.
„Die erste betrifft Dr. T'rsop. Eigentlich hatte ich bereits heute Abend vorgehabt, ihn offiziell zu meinem Vizegouverneur zu ernennen. Er hat dieser Aufgabe bereits zugestimmt und ich halte ihn für einen der fähigsten Köpfe dieses Planeten. Sollte es Eurer Ansicht nach möglich sein, würde ich ihn gerne als meinen Nachfolger sehen. Er ist schon viele Jahre hier und wird es noch viele Jahre sein und ich kenne niemanden dessen Charakter so weit entfernt davon ist Materialismus oder dem Wunsch nach Einfluss anheim zu Fall.“

Dann schwieg Theranos kurz, bevor er fortfuhr.
„Meine zweite Bitte betrifft die Ausübung meines neuen Amtes. Zumindest in der Anfangsphase würde ich gerne einen wesentlichen Teil meiner Arbeit weiterhin von Prefsbelt IV aus verrichten. Die Projekte hier befinden sich in einer entscheidenden Entwicklungsphase und ich würde sie nur ungern abrupt aus der Hand geben. Wenn es die Anforderungen des Amtes zulassen, würde ich daher gerne meinen Hauptsitz zunächst hier auf Prefsbelt IV belassen.“

Er neigte leicht den Kopf.
„Selbstverständlich werde ich mich Eurer Entscheidung fügen. Dennoch wollte ich diese beiden Punkte offen ansprechen, bevor wir die Zukunft gemeinsam gestalten.“

Gespannt wartete Theranos auf die Antwort des Moffs.

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Die Hinrichtung Robert Kerns hatte bei Reyan deutlich weniger Eindruck hinterlassen, als er ursprünglich erwartet hätte.

Nicht weil ihm das Schicksal des ehemaligen Gouverneurs gleichgültig gewesen wäre. Ganz im Gegenteil. Nach allem, was in den letzten Wochen geschehen war, nach den Toten, den Anschlägen, den Kämpfen im Orbit und den Gefechten über Red One, hatte Kern sein Urteil mehr als verdient.

Trotzdem blieb ein seltsames Gefühl zurück.
Vielleicht weil es etwas anderes war, einen feindlichen Jäger im Visier zu haben, als einen gefesselten Mann vor einem Schafott stehen zu sehen.

Reyan hatte sich während der Zeremonie daher weitgehend zurückgehalten. Er hatte aufmerksam gewirkt, die notwendigen Höflichkeiten eingehalten und sich ansonsten darauf konzentriert, keine unnötige Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Als die Gäste anschließend in den Palast strömten und sich der Empfang langsam in Richtung Festsaal verlagerte, fiel ihm das deutlich leichter.

Hier verstand er die Spielregeln.
Menschen unterhielten sich, lachten, tauschten Geschichten aus und bewegten sich in kleinen Gruppen durch die prächtigen Hallen des Gouverneurspalastes.
Reyan hielt sich dabei bewusst in der Nähe von Kal Andrim. Nicht direkt neben ihm, aber nah genug, um jederzeit wieder Anschluss zu finden.

Während Kal recht schnell von irgendwelchen Wirtschaftsvertretern und wichtigen Persönlichkeiten eingefangen wurde, nutzte Reyan die Gelegenheit, sich ein wenig umzusehen.

Er wechselte ein paar Worte mit einigen Offizieren der Planetaren Verteidigungskräfte, hörte sich die ausgeschmückten Erzählungen eines Offiziers über das Gefecht bei Beta-03 an und ließ sich von einem älteren Major erklären, weshalb dessen Einheit angeblich den eigentlichen Wendepunkt der gesamten Operation herbeigeführt hatte.

Reyan glaubte davon ungefähr die Hälfte, wenn überhaupt.
Dennoch hörte er höflich zu.

Zwischendurch wanderte sein Blick immer wieder durch das Foyer. Uniformen verschiedenster Teilstreitkräfte mischten sich mit Beamten, Diplomaten und Vertretern der Verwaltung. Goldene Rangabzeichen reflektierten das Licht der Kronleuchter, Gesprächsfetzen vermischten sich mit Musik und dem leisen Klirren von Gläsern.

Irgendwann entdeckte er sogar eine junge Pilotin der Alpha-Staffel, die ihm bereits bei einer früheren Veranstaltung aufgefallen war.
Ihr Blick traf seinen nur kurz. Gerade lange genug für ein kleines Lächeln.

Reyan erwiderte es beinahe automatisch, bevor er sich wieder seinem Gesprächspartner zuwandte.
Man musste schließlich Prioritäten setzen. Zumindest redete er sich das ein. Immerhin würde er die Dame sicher früher später erneut treffen.

Als schließlich die Türen des Festsaals geöffnet wurden und die Gäste langsam hineinströmten, nutzte Reyan die Gelegenheit, sich wieder in Kals Nähe einzuordnen.
Er war zwar nicht hier, um Politik zu machen, doch er war klug genug zu wissen, dass man an solchen Abenden oft mehr lernte als in mancher offiziellen Besprechung.

Also strich er noch einmal unauffällig die Uniform glatt, richtete die Schultern auf und folgte den übrigen Gästen in den Saal.


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[Äußerer Rand / Prefsbelt-Sektor / Prefsbelt IV / Blue One / Gouverneurspalast / Ballsaal] - mit Dr. T'rsop, Theranos Zesh, Aren Vayliuar und vielen anderen

Die Ehrungszeremonie begann. Und T'rsop strahlte nach außen hin Würde und höfliches Interesse aus. Aber nach den ersten Paar Ehrungen verlangte ihm das ganz schön viel Kraft ab. Denn in ihm rangen der Drang, sich gemütlich hinzuflätzen und zu schauen, wie die Tunnel bei Red One zu einem hervorragenden interkontinentalen Netzwerk zusammengeschlossen werden konnten, seinen nächsten Unterricht vorzubereiten oder zu gähnen mit dem Wissen, dass er nicht negativ auffallen durfte. Um in seinem baldigen Amt ernstgenommen zu werden.
Dennoch verkniff er es sich nicht, als eine Bedienung vorbeikam, direkt vier Gläser für sich zu nehmen - zwei alkoholisierte und zwei ohne Umdrehungen. Was ihm einen irritiert-ärgerlichen Blick der Bedienung und das Getuschel manch eines Sitznachbarn einbrachte.
"Alles Neider. Sie würden es am liebsten selbst so machen, um nicht so lange auf ihr Trinken warten zu müssen - trauen sich aber nicht", dachte der Gelehrte, ohne sein Amüsement nach außen hin zu zeigen.
Und dieser kleine 'Verstoß' gegen die Etikette gab ihm dann auch die Kraft, den Rest der Ehrungen wirklich würdevoll und angemessen, auch in den Augen der anderen, zu verbringen.
Schließlich wurde
T'rsop von Theranos zu seiner Ehrung aufgerufen. Der Pau'aner erhob sich und zeigte sich in seiner ganzen Größe - auch wenn er seinen Buckel nicht ganz verbergen konnte. Langsam, fast andächtig, schritt er nach vorne zur Bühne.
Theranos hatte sein Denken und Mitwirken in der Sache Robert Kern gelobt. Vor seinem inneren Auge flammten Erinnerungen auf. Die brutale Hinrichtung einer Familie aus purer Willkür, angeordnet und gefeiert von Kern. Dessen - überaus plumpe - Anfrage an T'rsop, ob er nicht Kontakte für ihn in sein Gelehrtennetzwerk knüpfen und spielen lassen könnte.
Das hatte der Gelehrte natürlich abgelehnt. Zum Einen war ihm das zu viel politische Zeitverschwendung. Und zum Anderen wurde ihm da erneut bestätigt, was er schon lange geahnt hatte:
Kern war kein vernünftiger Politiker. Ihm scherte das große Ganze der Gesellschaft einen Dreck. Und so einen zu unterstützen wäre töricht und unverantwortlich gewesen.

Und noch eine andere kurze Erinnerung.
T'rsop der Nachts vor seinem Datapad saß und eine auffällig unauffällige Anomalie bei Gütertransporten nach Monspolis feststellte - die schon eine ganze Zeit lang anhielt.
Und nach wenig Recherche konnte er dann seine Einschätzungen an
Theranos weiterleiten, wo genau denn Verstecke von Kern sein könnten. Und er hatte - natürlich - Recht behalten. Dafür hatte der Gouverneur ihm dann auch verziehen, dass er diesen mitten in der Nacht sehr vehement kontaktiert hatte.
Bei der Geschwindigkeit der Ereignisse erschien dem Pau'aner all das schon Ewigkeiten her.

Dann wurden seine Gedanken wieder in die Gegenwart gerissen, als er von
Theranos beglückwünscht wurde. Sie beide schüttelten sich gegenseitig die Hand und lächelten sich ehrlich freundlich zu.
Dann bekam
T'rsop von Theranos den blau-weißem Verdienstorden von Prefsbelt IV angeheftet.
"Na toll, noch ein Dings mehr, das ich jetzt angesteckt tragen muss - und das Zuhause als Staubfänger in der Ecke liegen wird", dachte der Gelehrte, während er sich äußerlich verbeugte und strahlend - ohne seine Zähne zu zeigen - dem Publikum kurz winkte und für die Photos posierte. Wenigstens war der Orden ästhetisch keine Totalkatastrophe, sondern schlicht und würdevoll mit seinem Lorbeerkranz. Diese schlichte Eleganz vermittelte direkt: Es geht hier nicht um Zurschaustellung, sondern um Würdigung. Nicht Personenkult, sondern Dank. Identität und Gesellschaft verbanden sich uniform in diesem Orden. Zumindest das konnte der Dr. wertschätzen.

Damit war
T'rsops großer Auftritt des Abends vorbei. Bald würde er sich setzen dürfen. Aber erst folgten noch zwei weitere Ehrungen - diesmal für militärische Leistungsträger.
Ebenfalls hoch ausgezeichnet wurde der im Kampf gegen
Kerns Kräfte äußerst effektive Chiss Tade Skywalker. T'rsop kannte diesen Mann nicht. Stellte aber interessiert und amüsiert - und auch etwas getröstet, dass es nicht ihm allein so ging - fest, dass dieser Captain wie er selbst nicht liebend gern dabei war, sondern eigentlich etwas anderes machen wollte. Er konnte es sehr gut verstecken - aber T'rsop konnte die meisten Individuen lesen. Vor allem, wenn sie in ähnlichen Stimmungen waren wie er selbst, ähnlichen Darstellungsmustern folgten. Das unterschwellig angespannte Lächeln, die Hand, die nicht auffällig schnell, aber doch sehr zielstrebig die Gesten ausführte, ohne sie auszukosten.
Vielleicht würde er noch erfahren, was diesen Chiss so ungeduldig im Inneren machte. Aber wie auch immer, der Pau'aner hatte auch so schon mehr als genug an diesem Abend vor und würde auch nicht Ewigkeiten bleiben. Manches war auch gut, zur Kenntnis genommen zu werden, ohne aufgeklärt und erkundet werden zu müssen.

Und schließlich wurden sie endlich gebeten sich zu setzen.
T'rsop war schon kurz davor, in den 'entspannten' Teil des Abends überzugehen, als Theranos nochmal um Ruhe bat. Was sollte das denn jetzt werden?
Scheinbar gab es noch eine Ehrung - für Leistungen, die konstant hervorragend waren und dafür einen neuen Orden verdienten.
T'rsop gönnte sich einen Schluck eines seiner Drinks und neigte aufmerksam-neugierig den Kopf.
Ein gewisser
Kal Andrim bekam den neuen höchsten Orden Prefsbelt IV. Aha, also ein hervorragender junger Kampfpilot dieser vermaledeit lauten Maschinen.
Aber wenn
Theranos ihm diese - neue und daher zunächst unvergleichliche - Ehre zukommen ließ, dann musste er wirklich Bedeutsames geleistet haben. Den Gelehrten interessierte das Militär nicht brennend - es war eine Notwendigkeit, um Angriffe im Äußeren und Inneren abzuwehren, wenn diese auf die äußerste Ebene der physischen Gewalt eskalierten und dafür schätzte er es - aber diesen Piloten sollte er vielleicht im Auge behalten.

Nach finalem Applaus, Photos und Verabschiedung war nun der offizielle Teil des Abends rum. Damit begann der, naja, produktivere Teil des Abends für
T'rsop. Er nahm sich ein Tablett von einem der irritierten Bediensteten und machte sich auf in die Menge - zuerst würde er mit Meiner reden und Dinge für Red One in Bewegung setzen. Und danach blieb vielleicht noch etwas Zeit zum ungezwungenen Plaudern mit seiner ehemaligen Schülerin, Legat Gregor Bayl, oder Theranos. Also den interessanten Menschen hier. Alle andere Angebote zum Unterhalten würde er ablehnen. Auch er hatte seine Zeit gut zu nutzen und nicht zu verschwenden.


[Äußerer Rand / Prefsbelt-Sektor / Prefsbelt IV / Blue One / Gouverneurspalast / Ballsaal] - mit Dr. T'rsop, Theranos Zesh, Aren Vayliuar und vielen anderen
 
[ Äußerer Rand | Prefsbelt-Sektor | Prefsbelt IV | Blue One | Gouverneurspalast | Festsaal ] - Kal Andrim, Theranos Zesh, Aren Vayliuar, Dr. T'rsop, Reyan Vexler, Thade Skywalker, diverse Würdenträger (NSCs)

Die Ehrungszeremonie verlief mit dem erwartbaren wie angemessenen Respekt vor den Gefallenen, ohne anrührend zu werden. Die versammelten Soldaten und Offiziere und selbst die zivilen Würdenträger hier waren allesamt persönlich betroffen von den Verheerungen der zurückliegenden Rebellion gewesen. Die Eindrücke aller, gerade der Bodentruppen, waren noch wach in den Augen aller und die Redner fassten das Erlebte mit der angemessenen Erhabenheit zusammen, wie sie nur unter Veteranen bestehen konnte. Zu großen Emotionsausbrüchen kam es an keiner Stelle, schließlich war dies hier keine Trauerfeier. Ihre Zusammenkunft diente dazu, die Lebenden zu ehren und das Leben zu feiern.

Thade nahm den Verdienstorden von Prefsbelt IV und die beigefügte persönliche Ehrenurkunde des Gouverneurs ohne weiteres Aufheben entgegen. Der Chiss hatte derlei erwartet und auch wenn es keine offizielle Ehrung durch das Flottenoberkommando war, so würde sie in Zukunft auch ihren Nutzen haben. Als er aber für eine zweite Ehrung persönlich zum Podium gerufen wurde, zögerte Thade kurz. Nicht weil es ihm unangenehm war, so positiv hervorgehoben zu werden, sondern weil es so unerwartet war. Eine speziell für die Operation gestiftete Ehrung zu erhalten, war eine überaus persönliche Angelegenheit. Es war offensichtlich, dass Gouverneur Zesh die Ausgezeichneten so persönlich stärker an sich binden wollte und das war zwangsläufig ein zweischneidiges Schwert.

Diese Ehrung ging weit über die Belobigung für eine gut abgelaufene Operation hinaus. Fortan würde
Thade wohl oder übel mit Theranos Zeshs Namen und Ruf auf eine gewisse Art verbunden sein und das konnte allerlei noch nicht absehbare Konsequenzen nach sich ziehen, die der Chiss unter anderen Umständen nicht bereit gewesen wäre, einzugehen, jetzt aber genauso wenig in der Lage war, abzulehnen, ohne vor den versammelten Soldaten, Offizieren, privaten Würdenträgern und nicht zuletzt Moff Vayliuar das Gesicht zu verlieren. Das alles erinnerte Thade daran, wie sehr er Politik lieber aus dem Weg ging. Aber natürlich ließ er sich nach außen hin nichts davon anmerken und nahm den Stern von Red One samt dazugehöriger Urkunde an und schüttelte dem Gouverneur mit der gebotenen Freundlichkeit die Hand.

Dem anschließenden Posieren für die Kameras wäre
Thade gerne entgangen. Aber natürlich konnte sich der Chiss auch dem nicht entziehen, ohne einen schlechten Eindruck zu hinterlassen, was er unter keinen Umständen zulassen konnte. Kaum hatten die Kameraleute aber signalisiert, dass sie fertig waren, wandte er sich Gouverneur Zesh zu. “Herr Gouverneur, ich muss Sie nun leider verlassen. Die Admiralität hat meine Eingreifgruppe abgerufen und es warten neue Aufgaben auf mich, die keinen Aufschub dulden, wo jetzt die Lage auf Prefsbelt IV wieder unter Kontrolle ist. Geben Sie Akademiedirektor Sanyal bitte meine Empfehlung. Wenn ich das nächste Mal den Prefsbeltsektor besuche, findet sich vielleicht Zeit für einen Besuch der Flottenakademie.” Es folgte ein respektvolles Nicken zunächst zu Moff Vayliuar, dann zu Gouverneur Zesh und schließlich zu Dr. T’rsop und zuletzt zu Flight Lieutenant Kal Andrim. Die ersten drei Männer waren Zivilisten, weswegen ein militärischer Salut ihnen gegenüber nicht angemessen gewesen wäre. Dem einzigen anderen Militärangehörigen in der Runde dann doch noch zu salutieren, wäre reichlich unpässlich gewesen. Also unterließ der Chiss auch dies. Letztenendes war dies hier außerdem eine zivile Veranstaltung, sodass hier niemand allzu streng auf das Protokoll achten würde, zumal der Flight Lieutenant der deutlich Rangniedrigere gegenüber Thade war.

Ohne weiteres Aufheben verließ der Chiss anschließend den Saal. Im Foyer aktivierte er auf dem Weg zu den Turboliften seinen Kommunikator, um seinen wartenden Piloten vorzuwarnen.
>>Lieutenant, beginnen Sie mit den Startvorbereitungen, ich bin in fünf Minuten im Hangar.<< Kurz darauf verließ Thades Lambdafähre den Hangar des Gouverneurspalastes. Keine halbe Stunde später verschwand Eingreifgruppe Huntress im Hyperraum Richtung Kernwelten.

Äußerer Rand | Prefsbelt-Sektor | Hyperraum nahe Prefsbelt IV | Thade Skywalker

Huntress: Hülle: 100 % Schilde: 100 % Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 30/30 je Werfer, Jägereskorte: 12/12 TIE/in ; 9/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber
Hawke: Hülle: 100 % Schilde: 100 % Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 30/30 je Werfer, Jägereskorte: 12/12 TIE/in ; 9/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber
Pursuer: Hülle: 100 % Schilde: 100 % Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 30/30 je Werfer, Jägereskorte: 12/12 TIE/in ; 9/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber
 
Prefsbelt IV | Gouverneurspalast, Festsaal | Kal Andrim, Theranos Zesh, Aren Vayliuar, Dr. T'rsop, Reyan Vexler, Thade Skywalker, diverse Würdenträger (NSCs)

Der Einzug der Ehrengäste, zu denen auch Kal selbst und seine drei Staffelkameraden gehörten, wurde von erhabener Musik und schallendem Applaus begleitet. So im Mittelpunkt zu stehen ließ sich der Kuati ganz gut gefallen. Kal ließ sich in diesem Moment auch nicht nehmen, der klatschenden Menge zuzuwinken. Ganz unbewusst aktivierten sich alte, antrainierte Adelsreflexe und sein Blick glitt in einer dem Anschein nach lässigen Art, die jedem in den ersten Reihen das Gefühl geben konnte, dass er jeden einzeln mit seinem Winken persönlich begrüßte.

Der Kuati genoss die ganze Zeremonie. Jedes Detail zeugte von der Glorie des Imperiums und war ein Ausdruck seiner unumstößlichen Macht, die alle Anwesenden hier bewiesen hatten und heute feierten. Tage wie heute erinnerten alle daran, wofür sie kämpften und dass Loyalität zum Imperium es wert war, alles zu geben. Prefsbelt IV stand heute aufrechter denn je und sie alle hatten ihren Teil dazu beigetragen. So viele Opfer
Robert Kerns Untaten auch gefordert hatten, das Imperium war stärker aus dieser unschönen Episode hervorgegangen und nach dem heutigen Tag würden sie alle mit neuer Kraft für den Fortbestand und die Blüte ihrer Zivilisation arbeiten.

Naturgemäß gefiel
Kal die Aufmerksamkeit am meisten, die ihm persönlich hier zuteil wurde. Sie galt nicht seinem Namen, sie war nicht dem Einfluss seiner Familie geschuldet. Er hatte sie sich mit eigenen Taten verdient und all’ die harte Arbeit, aus dem tiefen Schatten seiner Mutter zu treten, trug heute endlich Früchte. Heute war der Kuati kein rebellischer Adelsspross mehr, der alles tat, um seiner Mutter zu missfallen. Heute war Kal Andrim ein verdienter Offizier ihrer Majestät und sonnte sich geradezu in der Anerkennung, die ihm heute in Form von zwei Auszeichnungen überreicht wurde. Das galt ganz besonders für den Orden des Blauen Convors. Diese Auszeichnung war speziell für diesen Anlass gestiftet worden und der Kuati war die erste Person, die damit ausgezeichnet wurde. Das war eine ganz besondere Ehrung, die so unerwartet wie hoch willkommen war.

Entsprechend strahlte
Kal auf den Aufnahmen, die anschließend von allen Würdenträgern gemacht wurden. Tatsächlich konnte Kal sich gar nicht erinnern, wann er das letzte Mal so ehrliche Freude empfunden hatte, die nicht von einem halben Dutzend Gedanken im Hinterkopf geschmälert wurde. Dieser Abend war wahrlich ein glorreicher Moment im Leben und der jungen Karriere des Kuatis. Er würde sich noch lange an diese Ehrungszeremonie erinnern und schöne Erinnerungen mit Prefsbelt IV verbinden. Nicht einmal der furztrockene Abschied dieses Chiss konnte heute Kals Stimmung schmälern. Stattdessen wandte er sich Gouverneur Zesh zu. “Eine wirklich gelungene Überraschung, Herr Gouverneur. Sofern es Ihre Zeit erlaubt, können wir später vielleicht ein paar Worte über das Projekt wechseln, das Sie vorgeschlagen hatten?” Natürlich würde sich Theranos Zesh erst einmal mit dem Moff austauschen wollen, daher drängte Kal jetzt nicht weiter. Er hatte dennoch fest vor, sich später erkenntlich für die heutige Ehrung zu zeigen.

Jetzt aber gesellte der Kuati sich zunächst einmal wieder zu seinen Pilotenkollegen an den Tisch und lächelte in die Runde.
“Falls sich jemand von Ihnen in letzter Zeit gewundert hat, wofür er oder sie eigentlich kämpft. Hier haben Sie die Antwort. Schauen Sie sich im Saal um. Wir kämpfen, um zu beschützen, was Sie hier vorfinden. Nicht nur die neue Ordnung der Imperatorin, sondern die Menschen unter dem Thron, die in Frieden leben möchten.” Kal versuchte gar nicht erst zu verbergen, dass er ein flammender Vertreter der neuen Ordnung und der herrschenden Strukturen war. Dafür nutzten beide seiner Familie und damit auch dem Kuati selbst viel zu sehr. Nach diesen Worten öffnete Kal die beiden Schatullen, die ihm überreicht worden waren und befestigte die darin verborgenen Auszeichnungen an seiner Uniform, bevor er Vex half, seine eigene Auszeichnung an dessen Uniform zu heften.

Anschließend ließ sich
Kal noch zu einem guten Rat dem jungen Piloten gegenüber hinreißen. “Genießen Sie den Abend, Vex. Aber trinken Sie nicht zu viel heute. Mischen Sie sich lieber unter die Leute hier und fassen ein paar neue Bekanntschaften. Man weiß nie, wann einem das irgendwann nützlich sein könnte.” Vex war quasi das Nesthäkchen ihres Quartetts, weswegen er das seinem Flügelmann gegenüber überhaupt erst erwähnte. Bei den beiden Frauen am Tisch, hatte der Kuati weitaus weniger Sorgen. Sowohl Captain Sunstrider als auch Flight-Lieutenant Perlim waren lange genug Offiziere ihrer Majestät, um sich auf dem heutigen Parkett bewegen zu können, selbst wenn hier heute weitaus mehr einflussreiche Personen versammelt hatten, als es bei der üblichen Feier unter Militärangehörigen üblich war.

Prefsbelt IV | Gouverneurspalast, Festsaal | Kal Andrim, Theranos Zesh, Aren Vayliuar, Dr. T'rsop, Reyan Vexler,
Thade Skywalker, diverse Würdenträger (NSCs)
 
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Aren lehnte sich auf seinem Stuhl zurück, während der Gouverneur antwortete. Seine Überraschung konnte Aren mehr als gut nachfühlen. Der Mann hatte gerade erst frisch seinen Posten als Gouverneur angetreten, ohne auch davor großartige Erfolge oder Erfahrungen in der Verwaltung zu sammeln. Und nun wurde ihm ein Sprungbrett in die höchsten Ebenen der Sektorverwaltung geboten, völlig ohne Vorwarnung. Aber bei einer solchen Feuertaufe konnte man durchaus auch den Charakter seines Gegenübers einschätzen. Aren blieb ruhig, beinahe ausdruckslos und überließ Zesh das Feld. Dass er seine Entscheidung noch heute mitteilen wollte, begrüßte Aren sehr. Ebenso konnte Aren aber auch verstehen, dass sie nicht zu sehr im Zeitplan zurück fallen wollten und Gouverneur Zesh zuerst mit den Ehrungen der Anderen fortfahren wollte.

,,Bitte, fühlen Sie sich frei."

Mit einer Handgeste bedeutete Aren dem Gouverneur fortzufahren, welcher sich kurz darauf zum Rednerpult begab. Er musste ein Grinsen verbergen bei dem Gedanken, wie dem Mann gerade zumute war. Eine solche Situation war immer von ein wenig Anspannung begleitet. Alles musste sitzen. Alles musste rund laufen. Und der ganze Ablaufplan gab gleichzeitig kaum Raum, sich zu erholen und kurz zur Ruhe zu kommen. Und jetzt schwirrten Gouverneur Zesh noch unzählige Gedanken um eine mögliche Beförderung im Kopf herum, wo er das für und wieder abwägen musste. Aber der Gouverneur schlug sich nichtsdestotrotz gut. Zivilpersonal wurde geehrt, welches in verschiedenen Formen und Rollen bei den Ereignissen der letzten Tage und Wochen unterstützt hatte, der Gouverneur fand dabei stets die richtigen Worte. Doch Aren hörte nur auf einem Ohr zu. Er wirkte keinesfalls abwesend. Doch erlaubte er es sich kurz, geistig zur Ruhe zu kommen und seinen eigenen Worte, die er später noch aussprechen würde, in seinem Geist nochmals durch zu gehen. Besondere Orden gingen noch an einen gewissen Dr. T´rsop, der große Pauaner, welcher Aren bereits ins Auge gefallen war, sowie an einige Militärs und Mitglieder der hiesigen Verwaltung. Eine besondere Ehrung erhielt ein gewisser Kal Andrim, welcher gleich auch noch von ihm mit Lob überschüttet werden würde, soviel wusste Aren aus seinen Unterlagen.

Schließlich waren aber auch all dieser Ehrungen überstanden und der Gouverneur kehrte zu seinem Platz zurück. Während Gregor Bayl, der Aren auch gut bekannt war, weiter durch den Abend führte, ließ Zesh keinen Moment verstreichen und kam ohne um den heißen Brei zu reden auf den Punkt zurück, um den es zuvor gegangen war. Aren hörte den Worten aufmerksam zu und als Zesh sein Angebot annahm, tat sich ein Lächeln auf seinem Gesicht auf. Dieses machte jedoch einem kurzen Moment der Überraschung Platz, als Gouverneur Zesh damit begann, gewisse Voraussetzungen aufzuzählen. Eine mutige Entscheidung, ein solches Angebot nicht einfach nur anzunehmen, sondern auch noch zu probieren eigene Akzente mit einzubringen. Doch der Grad zwischen Mut und Übermut war oft nur ein schmaler. Als Zesh geendet hatte, blickte Aren ihm für einen kurzen Moment in die Augen.

,,Nach so einer kurzen Zeit im Amt bereits eine solche Beförderung angeboten zu bekommen, ist ohne Frage eine Ausnahme, das wird ihnen auch klar sein. Da zeugt es von einem gewissen Mut, noch Voraussetzungen aufzustellen und nicht einfach dankbar der Berufung zu folgen."

Aren nippte an seinem Getränk, machte sich kurz noch Gedanken und war sich gleichzeitig sehr bewusst, dass er mit diesem Moment des Wartens den Gouverneur gut zappeln ließ.

,,Aber ich respektiere Mut durchaus. Solange dieser gerechtfertigt ist. Seien sie sich sicher, dass für sie keine Nachsicht herrschen wird, nur weil sie für den Moment noch Prefsbelt IV arbeiten. Ich bin gerne bereit Ihrer Bitte stattzugeben und sehe den Sinn darin, aber ich werde ein genaues Auge auf sie haben, dass alles auf idealstem Wege verläuft. Verstehen Sie mich nicht falsch, dass soll keine Warnung sein, sondern eher ein Ansporn.
Bei der Wahl eures Nachfolgers vertraue ich eurer Einschätzung. Ich bin eurer Wahl wegen zwar überrascht, aber ihr kennt die hiesigen Gegebenheiten, das Personal vor Ort und wie beides in welcher Konstellation am Besten zusammenwirken kann. Ich ernenne den Dr. zum Gouverneur und sobald er alle notwendigen internen Überprüfungen bestanden hat, soll er voll und ganz in sein Amt eingeführt sein. Der Mann soll sich nur einen erfahrenen Vizegouverneur suchen, der sich in den Strukturen der Regionalverwaltung auskennt und ihm zur Seite stehen kann."


Damit machte sich dann auch ein Lächeln auf Arens Gesicht breit und er reichte seinem Gegenüber die Hand.

,,Dann bleibt mir nur noch, sie zu beglückwünschen, Sector Adjutant Zesh. Ich denke damit sind wir dann auch am Punkt, wo ich selbst noch ein paar Worte an die Masse richten muss, bevor wir endlich den schönen Teil eröffnen können."

Mit einem Lächeln erhob Aren sich und schritt zum Rednerpult, welches wenige Augenblicke zuvor Gregor Bayl verlassen hatte. Sobald er an das Pult getreten war, kehrte völlige Ruhe in den Saal ein.

,,Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Freunde. Es mir eine Freude nun noch ein letztes Mal das Wort an sie alle zu richten. Der gerade verstrichene Akt hat wohl auf eindrucksvolle Art und Weise nochmals deutlich gemacht, dass die alten Zeiten vorüber sind und eine neue Zeit des Aufstiegs angebrochen ist. Ich spreche nicht nur meine Glückwünsche, sondern auch meinen tief empfundenen Dank an all jene aus, die soeben geehrt wurden. Ihnen ist es zu verdanken, dass Prefsbelt IV und mit ihm der ganze Sektor nun den Weg fortschreiten kann, welchen er unter Gouverneur Zesh begonnen hat. Sie alle sind die Räder in der Maschinerie des Imperiums, die dieses gewaltige Getriebe am laufen halten. Ohne ihre unverzichtbare Hilfe, ohne ihre Taten und ihren Einsatz, wäre es unmöglich, dass ich hier heute stehen könnte und mit ihnen allen diesen Festakt begehen kann. Der Sektor steht in ihrer Schuld, das Imperium steht in ihrer Schuld, ich selbst stehe in ihrer Schuld."

Aren neigte als Geste des Respekts den Kopf und ließ einen Augenblick der Ruhe verstreichen, bevor er fortfuhr.

,,Von Seiten der Sektorverwaltung stehen noch drei weitere Ehrungen und Beförderungen im Raum, für Personen, die sich nicht nur um Prefsbelt IV, sondern in besonderem Maße um das Imperium und den Sektor verdient gemacht haben. Zuerst bitte ich Flight Lieutenant Kal Andrim zu mir."

Er wartete kurz bis der Mann vor ihm stand und griff dann zu den bereit liegenden Abzeichen eines Captains.

,,Im Namen von Admiral Adrian Iven, der Sektorverteidigungsflotte des Prefsbelt-Sektors erhebe ich Sie hiermit in den Rang eines Captains. Der Sektor und das Imperium dankt Ihnen für Ihren Dienst und salutiert vor ihren Leistungen."

Getreu alter Gewohnheiten salutierte er vor dem Mann, nahm ihm seine alten Abzeichen ab und befestigte die neuen, bevor er ihm mit einem Lächeln die Hand reichte. Und ihm, abseits des Mikrofons etwas persönliches sagte

,,Meinen herzlichen Glückwunsch. Ich selbst habe bei den Bodentruppen gedient. Eine beachtliche Leistung in ihrem Alter bereits als Captain des so renommierten Sternjägerkorps zu dienen."

Es folgten einige Presse wirksame Bilder, bevor Andrim den Platz neben ihm verließ und Aren Zesh und Dr. T`rsop nach vorne bat. Der Dr. wirkte auf den ersten Blick ein wenig überrascht, sich sobald wieder hier vorne wieder zu finden, meinte Aren fast.

,,Die Leistungen, die gerade Gouverneur Zesh in all den vergangenen Wochen und Monaten vollbracht hat, muss ich Ihnen nicht erneut aufzählen. In ihm hat der Prefsbelt Sektor einen verlässlichen, fähigen und loyalen Diener gefunden. Ein Mann, der seinen Wert unter Beweis gestellt hat. Solche Männer braucht der Sektor und das Imperium und somit ist es mir eine Freude, Gouverneur Theranos Zesh in den Rang eines Sector Adjutanten zu befördern. Auf das er in diesem neuen Amt weiterhin seinen Dienst so mit Bravour ausübt, wie er es bisher getan hat, doch daran zweifle ich keineswegs."

Aren reichte seinem Gastgeber lächelnd die Hand und ließ sich ein paar Mal ablichten. Im Hintergrund spielte die Kapelle festlich auf und durch den Saal brandete Applaus. Dann wandte Aren sich ein letztes Mal dem Podium zu.

,,Zu seinem Nachfolger als Gouverneur darf ich Dr. T`rsop ernennen. Ein Mann, der sich in der Verteidigung des Planeten gegen die zerstörerischen Kräfte des ehemaligen Gouverneurs bewiesen hat. Als enger Vertrauter von Sector Adjutant Zesh hat er sich nicht nur das Vertrauen des Planeten, sondern auch das des gesamten Sektors und mein persönliches verdient. Es ist mir eine Freude, in ihm einen zweiten Mann zu finden, der die Ränge der Regionalverwaltung auffüllt und unseren Sektor mit zu neuer Größe führen wird."

Unter dem aufbrandenden Applaus reichte auch ihm Aren die Hand. Es gab Fotos mit dem neuen Gouverneur von Prefsbelt IV alleine und gemeinsam mit dem ehemaligen und frisch in die Sektorverwaltung beförderten Zesh. Alles stets begleitet von den Klängen des Orchesters und Jubel und Applaus. Aren lächelte in die Menge, während neben ihm die beiden Männer standen.

,,Ich gratuliere ein letztes Mal allen geehrten, auf das sie unserem Sektor und dem Imperium einen guten Dienst leisten werden. Lang lebe das Imperium, lang lebe Prefsbelt!"

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[Äußerer Rand / Prefsbelt-Sektor / Prefsbelt IV / Blue One / Gouverneurspalast / Ballsaal] - mit Dr. T'rsop, Theranos Zesh, Aren Vayliuar und vielen anderen

Mit dem Tablett gefüllt mit Drinks und Snacks machte sich T'rsop auf, um nach Kris Meiner, dem Interims-Statthalter von Red One zu suchen. Ihm entgingen dabei nicht die vielen fragenden bis abstoßenden Blicke der anderen Gäste des Balls. Darum kümmerte sich der Gelehrte aber herzlich wenig. Er hatte Dinge zu erledigen - und außerdem würden die anderen sich mit seiner Arbeitsweise abfinden müssen, wo er doch bald Stellvertreter des Gouverneurs sein würde.

Nach einigen Momenten erblickte er die leicht ängstlich wirkende Gestalt
Meiners. Dieser sah in der Realität sogar noch etwas älter aus als über die Holo-Übertragung. Neben diesem saß ein Mann in der Ausgehuniform der Blauen Legion - das war vermutlich dieser Captain, der den Babysitterdienst für den neuen Interims-Statthalter übernehmen musste.
T'rsop
winkte ihnen zu und gesellte sich, zwei andere Menschen höflich verscheuchend, zu dem Interims-Statthalter und dem Captain. Denen das Ganze beiden sichtlich Unbehagen bereitete.

"Hallo, Kris Meiner. So sehen wir uns dann endlich von Angesicht zu Angesicht", grüßte der Pau'aner den Menschen und versuchte dabei, so freundlich wie möglich zu sein. Nickte dann grüßend dem Offizier zu. Denn ein Übermaß an Angst schränkte die Fähigkeit des logisch-praktischen Denkens ein - und da T'rsop bei seinem Gegenüber diese Fähigkeit eh schon als gering einschätzte, wollte er es sich selbst nicht schwerer machen, als nötig.
Und so reichte er dem Statthalter und dem Captain einen der alkoholhaltigen Drinks, setzte sich dann hin und nahm sich ebenfalls einen solchen, sowie ein Stück Laugengebäck mit Speck.

Nachdem er sich einen großzügigen Schluck gegönnt und ein Paar Mal von dem Gebäck abgebissen hatte - und sich
Kris auf die Situation etwas eingestellt sowie ebenfalls etwas getrunken hatte - begann T'rsop ohne Umschweife, sein Anliegen vorzutragen:
"Also, Kris. Ich denke, wir können uns duzen, da wir doch beide in der Verwaltung tätig sind. Beide Angestellte Prefsbelt IV. Aber wie auch immer.
Es ist kein Geheimnis, dass Red One nach den bedauerlichen Vorfällen um Robert Kern momentan nicht sehr positiv wahrgenommen wird. Und, das ist zwar ein Geheimnis, aber kein gut gehütetes: Red One und seine Personen und Vorgänge werden sicherlich auch vom ISB genau im Auge behalten.
Aber es bringt weder dem Imperium noch der Gesellschaft etwas, wenn Red One die Stadt der Geächteten und des Verrats wird. Daher machen wir uns doch an die Arbeit, Red One wieder zu einem prächtigem Wesen des Planetens zu machen. Dafür habe ich schon einiges in die Wege geleitet. Unsere große Veranstaltung der Kultur von der Akademie in Monspolis wird dort stattfinden.
Wobei ich aber viel eher deine Unterstützung und Mitarbeit brauche, ist, dass wir das Tunnelnetz von Red One ausbauen wollen zu planetaren Adern des Transports und der Reise."


"Und wie kann ich Ihnen... ich meine dir... dabei helfen, Dr. T'rsop? Gerne stelle ich natürlich alles an Personal dafür bereit, was wir dafür entbinden können von den Wiederaufbauarbeiten", antwortete Kris etwas stockend. Wenigstens war er kooperativ; wenn auch nicht wirklich strebsam. Aber damit ließ sich arbeiten.
T'rsop setzte gerade zu seiner Antwort an - da wurde er von der Bühne aus unterbrochen. Der Moff Aren Vayliuar rief ihn, zusammen mit Theranos und diesem Piloten Kal Andrim, nach vorne. Für die Beförderungen. Der Gelehrte schauderte kurz unmerklich. Ja, er musste ja noch zum Vize-Gouverneur ernannt werden. Aber wofür sollte dazu Theranos mit nach vorne gerufen werden? T'rsop hatte ein ganz ungutes Gefühl bei der Sache.

Und so stürzte er seinen Drink hinunter und sagte zu
Meiner während er aufstand: "Keine Sorge, wir reden später weiter. Erst einmal ruft eine andere Pflicht."
Mit diesen Worten drehte sich der Pau'aner um und schritt würdevoll zu dem Ehrungspodium.

Kal wurde aufgrund seiner militärischen Leistung zum Captain befördert. So weit, so nachvollziehbar... Aber dann wurde Theranos zu dem Moff gerufen. Es bedurfte vieler seiner Willenskraft, dass sich der Körper T'rsops nicht krampfhaft anspannte. Das nahm keine Wendung, die er gerne sehen und erleben wollte.
"... und somit ist es mir eine Freude, Gouverneur Theranos Zesh in den Rang eines Sektor-Adjutanten zu befördern", setzte der Moff seine Beförderungen fort.
T'rsops Kiefer fiel herunter und sein Kopf schnellte in die Richtung von Theranos. Wenn dieser zum Sektor-Adjutanten befördert wurde, gab es keinen Gouverneur mehr. Der Posten musste neu besetzt werden. Und der einzig andere, der noch hier vorne stand...
Wenn Blicke töten könnten, wäre in diesem Moment der neu ernannte Sektor-Adjutant
Theranos vermutlich in seine Elementarteile zerfallen.

Und sogleich bestätigte sich die einzig logische Schlussfolgerung des Gelehrte, als
Aren den Pau'aner zum Gouverneur von Prefsbelt IV beförderte.
Er registrierte die lobenden und einführenden Worte des Moffs im Moment nicht. Stattdessen ballten sich seine Fäuste zusammen.
"Diese Schlange", dachte
T'rsop in Bezug auf den Mann, Theranos, einen Freund, der ihn in diese Situation gebracht hatte. Ein zischendes "Bantha-Poodoo" konnte sich der große Rhetoriker nicht einmal verkneifen, da er so überrumpelt war.
Die Absprache war doch klar gewesen: Er sollte Vize (!)-Gouverneur werden. Helfen bei der Verwaltung, Pflege und Evolution der Gesellschaft. Hier und da auftreten und vor allem die Prozesse analysieren und voranbringen, die den Planeten als Ganzes betrafen.
Nun hieß es aber: Offizielle Anlässe besuchen, Prefsbelt IV intergalaktisch vertreten und sich dadurch auf das Gefängnis der Formalität und Etikette einzulassen. Und das Schlimmste von all dem war, dass er sich nun bei jeder Gelegenheit im Griff haben musste und jede Kleinzigkeit seines Auftretens zu Tode und gegen ihn interpretiert werden würde - und er durfte um das Funktionieren der Politik wegen das nicht zulassen. Was für eine Verschwendung seiner Energie.
Und dann noch die Gremien und offiziellen Einweihungen, Beförderung und weiß die Galaxis sonst noch...

Aber nach diesem inneren Ausbruch zwang sich der baldige Gouverneur, tief durchzuatmen. Dann soll es so sein. Er würde das Beste daraus machen - und dadurch wesentlich bessere Arbeit machen als die meisten anderen Gouverneure im Verwaltungsapparat. Dessen war er sich sicher und nahm er sich vor. Er würde Bedeutsames leisten. Über Jahrzehnte oder noch länger hinweg.
Und so ging er nach vorne, neigte leicht den Kopf vor dem Moff und schüttelte dessen Hand.

"Ich fühle mich von dieser... Überraschung tief geehrt. Ich werde Bedeutsames leisten", versprach er dem Moff, aber vor allem sich selbst leise.

Doch dann musste es zu allem Überfluss auch noch Photos geben. Auch zusammen mit
Theranos. Während die Musik und Begeisterung des Publikums sich ins für T'rsop Schmerzhafte steigerte, nutzte er die Gelegenheit eines Photos, bei dem er Theranos die Hand schüttelte. Nach außen hin war er inzwischen wieder die reine Freude und Würde. Aber als die Hand des nun Sektor-Adjutanten ergriff, drückte er erheblich fest zu und flüsterte in übertrieben freundlichem Ton:
"Sektor-Adjutant Theranos, wir müssen uns nachher unbedingt unter vier Augen unterhalten, damit ich dir persönlich und privat gratulieren kann."

Ein letztes Mal wurde der Pau'aner von seinen sich überschlagenden Gefühlen und Gedanken überwältigt. Wie absurd war doch diese Situation. Aber die Machtstellung hatte ihn ausgesucht - und er würde diese Macht auch nutzen. Es würde für ihn unangenehm und fremd sein - aber mannigfaltige Möglichkeiten würden sich daraus gebären.
Ein Glucksen stieg in
T'rsop auf - und kurz darauf musste er seinen Lachanfall mehr schlecht als recht als Hustenangriff verkaufen. Aber dann wandte er sich wieder um zu dem Aufnahmegeräten und lächelte jetzt ehrlich fröhlich und legte für ein finales Photo Theranos den Arm um die Schulter.

Sein Leben hatte gerade den größten Wendepunkt erreicht, seitdem er Utapau verlassen hatte. Wer weiß, wohin ihn dieser Weg nun führen würde...


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Während Aren Vayliuar nach seinen beiden Bitten schwieg und stattdessen einen ruhigen Schluck aus seinem Glas nahm, spürte Theranos, wie sich inmitten der festlichen Atmosphäre des Saales für einen kurzen Augenblick Zweifel regte. Erst jetzt, da die Worte ausgesprochen waren und nicht mehr zurückgenommen werden konnten, wurde ihm bewusst, wie außergewöhnlich die Situation eigentlich gewesen war.

Innerhalb ein paar Minuten hatte er nicht nur das Angebot angenommen, in die höchsten Ebenen der Sektorverwaltung aufzusteigen, sondern gleichzeitig darum gebeten, sein neues Amt zunächst hier aus ausüben zu dürfen und darüber hinaus auch noch einen Nachfolger vorgeschlagen, den er erst wenige Stunden zuvor ursprünglich als Vizegouverneur hatte ernennen wollen.

Während die Musik des Orchesters leise durch den Saal trug und sich rings um sie das gedämpfte Stimmengewirr der Gäste mit dem Klirren von Gläsern vermischte, fragte sich Theranos unwillkürlich, ob er mit seinen Bitten vielleicht tatsächlich einen Schritt weiter gegangen war, als es in einem solchen Gespräch üblich gewesen wäre. Nicht aus Angst vor einer Ablehnung, sondern weil ihm sehr bewusst war, dass selbst ein Moff nicht jeden Tag einem Gouverneur gegenübersaß, der eine Beförderung annahm und im gleichen Atemzug begann, über die künftige Verwaltung eines ganzen Planeten zu verhandeln.

Als Aren schließlich zu sprechen begann, richtete sich seine Aufmerksamkeit vollständig auf die Worte des Moffs. Mit jedem Satz wurde deutlicher, dass dessen Schweigen keineswegs Verärgerung oder Ablehnung bedeutet hatte, sondern vielmehr Ausdruck einer ehrlichen Abwägung gewesen war. Und je länger der Moff sprach, desto stärker löste sich jene kaum wahrnehmbare Anspannung, die sich in den letzten Augenblicken in Theranos festgesetzt hatte. Aren verstand seine Beweggründe.

Mehr noch, er schien den Wert dahinter zu erkennen. Prefsbelt IV würde nicht plötzlich mit einer neuen unerfahrenen Führung dastehen, die begonnenen Reformen würden nicht ins Leere laufen und die großen Projekte, die sich noch immer im Aufbau befanden, konnten weiterhin unter seiner Aufsicht wachsen und gedeihen.

Besonders die Zustimmung bezüglich T'rsops erfüllte ihn dabei mit ehrlicher Erleichterung. Denn bei allen Eigenheiten, die der Pau'aner besaß, bei allen Diskussionen, die sie in den vergangenen Monaten geführt hatten, und bei allen Gelegenheiten, bei denen sie einander widersprochen hatten, gab es kaum jemanden, dem Theranos die Zukunft des Planeten lieber anvertraut hätte. Denn Theranos war sich sicher, hätte der Dr. also Vize Gouverneur einen neun vorgesetzt bekommen und dieser wäre nicht Menschen noch so aufgeschlossen wie Theranos hätte das sicher keine guten Folgen gehabt.


Aber zum Glück war dies damit erledigt. Dieser Gedanke ließ für einen Moment ein kaum sichtbares Lächeln über sein Gesicht huschen, weil er bereits jetzt ahnte, wie wenig begeistert der Gelehrte von manchen Aspekten seiner neuen Position sein würde. Die Verantwortung selbst würde ihn nicht stören. Einfluss hatte T'rsop stets geschätzt, ebenso die Möglichkeit, Entwicklungen zu lenken und langfristige Veränderungen anzustoßen. Was ihm weit weniger gefallen würde, waren Empfänge, Fotografen, öffentliche Auftritte, endlose Höflichkeiten und all jene gesellschaftlichen Rituale, die nun unweigerlich zu seinem Alltag gehören würden. Dennoch war Theranos sicher, dass man sich hier mit Gregor Bayl dem Legat des Inneren arrangieren konnte, hier dem Dr. das meiste abzunehmen.


Noch während dieser Gedanke durch seinen Kopf ging, erhob sich Aren schließlich und trat erneut an das Rednerpult. Die Gespräche im Saal verebbten augenblicklich, die Aufmerksamkeit der Gäste richtete sich auf die Bühne und wenig später erklang bereits der Name Kal Andrims durch die Halle.

Sofort erschien auf Theranos' Gesicht ein ehrliches Lächeln. Kal hatte sich seinen Ruf nicht durch Beziehungen, politische Verbindungen oder einflussreiche Fürsprecher erarbeitet, sondern durch Können, Mut und eine Einsatzbereitschaft, die selbst unter erfahrenen Offizieren Respekt hervorrief. Während der junge Pilot nach vorne trat und unter dem Applaus der Gäste seine Beförderung entgegennahm, empfand Theranos ehrliche Freude für ihn, denn es gab Momente, in denen Leistung tatsächlich anerkannt wurde, und dies war zweifellos einer davon.

Als wenig später jedoch sein eigener Name durch den Saal hallte und Aren ihn zu sich nach vorne bat, musste Theranos für einen kurzen Augenblick tief durchatmen. Während er sich erhob und die wenigen Schritte bis zum Podium zurücklegte, schossen ihm unzählige Erinnerungen durch den Kopf. Er dachte an Corulag, an die endlosen Korridore der Akademie, an Vorlesungen und Prüfungen, an lange Abende über Akten, Wirtschaftsmodelle und Verwaltungsstrukturen. Er dachte an seine Ankunft auf Prefsbelt IV, an die ersten Berichte über Korruption, Misswirtschaft und politische Intrigen, an die schlaflosen Nächte während der Krisen und an die vielen Entscheidungen, die getroffen werden mussten, obwohl es oft keine wirklich gute Lösung gegeben hatte. Und unweigerlich dachte er dabei auch an seinen Vater, dessen Anerkennung ihm bis heute mehr bedeutete als die meisten Titel oder Orden der Galaxis.

Der Applaus, der durch den Saal brandete, holte ihn schließlich zurück in die Gegenwart. Vor ihm stand Aren Vayliuar, hinter ihm erhoben sich die Gäste von ihren Plätzen und rings um ihn blitzten die Kameras der Presse. Als der Moff ihm die Hand reichte und ihn offiziell zum Sector Adjutanten ernannte, wurde Theranos bewusst, dass dieser Abend längst mehr geworden war als ein bloßer Festakt. Irgendwo zwischen der Hinrichtung Robert Kerns, den Ehrungen der Verdienten und den Feierlichkeiten dieses Balles hatte sich die Zukunft mehrerer Menschen grundlegend verändert.

Und als schließlich auch T'rsops Name durch die Halle erklang und der Pau'aner zu seinem neuen Amt als Gouverneur von Prefsbelt IV berufen wurde, konnte Theranos nicht verhindern, dass sein Blick für einen Moment an dessen Gesicht hängen blieb. Theranos war sich sicher, der Paulaner würde es nach einer Erklärung sicher verstehen.

Der Gelehrte bemühte sich sichtbar um Fassung und Würde, doch Theranos kannte ihn inzwischen gut genug, um zu erkennen, dass hinter dieser kontrollierten Miene gerade eine bemerkenswerte Menge an Gedanken tobte. Als sie wenig später für die Fotografen nebeneinander standen und T'rsop ihm mit auffallend freundlicher Stimme eröffnete, dass sie später unbedingt unter vier Augen miteinander sprechen müssten, war Theranos bereits darauf vorbereitet. Dennoch blieb sein eigenes Lächeln bestehen. Nicht aus Schadenfreude, sondern weil er überzeugt war, die richtige Entscheidung getroffen zu haben.

“Natürlich werter Gouverneur sobald hier alles erledigt ist, können wir gerne einen kurzen Spaziergang unternehmen” sagte Theranos ehrlich.

T'rsop würde schimpfen. Vermutlich ausführlich. Er würde ihm erklären, weshalb Gouverneure viel zu viele Empfänge besuchen mussten und weshalb intelligente Wesen ihre Zeit sinnvoller nutzen konnten. Doch am Ende würde er verstehen, weshalb diese Entwicklung notwendig gewesen war. Und genau deshalb begegnete Theranos dem Blick des frisch ernannten Gouverneurs mit ruhiger Ernsthaftigkeit, während rings um sie die Musik spielte, die Gäste applaudierten und die Kameras diesen Augenblick für die Geschichtsbücher Prefsbelt IVs festgehalten.

Doch bevor er das Gespräch mit T´rsop führen würde, gab es noch einiges zu erledigen

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Prefsbelt IV | Gouverneurspalast, Festsaal | Kal Andrim, Theranos Zesh, Aren Vayliuar, Dr. T'rsop, Reyan Vexler, diverse Würdenträger (NSCs)

Der heutige Abend hatte noch eine komplett unerwartete Überraschung parat. Moff Aren Vayliuar bat Kal noch einmal zum Rednerpult für eine weitere Auszeichnung, die in nichts weniger als einer Beförderung zum Captain des Raumjägerkorps bestand. Das kam…unerwartet. So unerwartet, dass dem Kuati im ersten Moment komplett die Worte fehlten und ihm sogar die Gesichtszüge verblüfft entglitten. Den Salut des Moffs erwiderte er mehr aus dem Muskelgedächtnis heraus, wirklich klare Gedanken konnte Kal erst wieder fassen, nachdem der seine neuen Rangabzeichen an seiner Uniform befestigt und ihm die dazugehörige Schachtel überreicht hatte. “Vielen Dank, Eure Exzellenz. Sie und die Admiralität erweisen mir eine außerordentliche Ehre. Für diese Gelegenheit, dem Imperium in meiner neuen Position zu dienen, bin ich Ihnen zutiefst dankbar.” Und für den Kuati war das nicht nur so daher gesagt. Er glaubte, sich diese Beförderung durch harte Arbeit verdient zu haben und sie erfüllte ihn mit neuem Eifer, dem Imperium und der neuen Ordnung mit Tatkraft zu dienen.

Natürlich war hier und jetzt keine Zeit, mehr Worte zu wechseln.
Kal hatte den relativ kurzen Weg zu seinem Tisch am Rand der Tribüne noch nicht vollständig zurückgelegt, als der Moff bereits die nächste Beförderung verkündete. Als der Kuati sich zu seinen Pilotenkollegen setzte, fiel er in den Applaus mit ein, der auf Theranos Zeshs Beförderung zum Sektor Adjutanten folgte und er applaudierte natürlich auch für Dr. T’rsop nachdem er zum neuen Gouverneur Prefsbelts ernannt worden war. Nachdem der offizielle Teil der Veranstaltung endlich beendet war, wandte Kal sich seiner…ehemaligen…Staffelführerin zu. Sie schien über die Beförderung keineswegs überrascht zu sein, wenngleich sie ihm mit gemischten Gefühlen zu gratulieren schien. Der Kuati verstand auch warum. Das 152. Raumjägergeschwader hatte keinen offenen Posten für einen Staffelführer oder Stabsoffizier. Damit trennten sich nach dem heutigen Abend zwangsläufig ihre Wege. Kal wusste noch nicht, was als nächstes vor ihm lag. Er konnte nur hoffen, wieder so einen kompetenten Kommandeur wie Arari Sunstrider zu bekommen.

Als nächstes fiel sein Blick auf seine bisherigen Flügelmänner
Vex und Perlim und jetzt war es an Kal, gemischte Gefühle zu entwickeln. Natürlich würde er seine Beförderung niemals rückgängig machen wollen, allerdings hatte er sich schon sehr an die beiden gewöhnt. Es sprach für die beiden, dass sie mit seinem Flugstil hatten mithalten können. Natürlich würde er sie nicht in seine nächste Einheit mitnehmen können und er wollte Captain Sunstriders Staffel auch gar nicht auseinanderreißen. Nun, das war ein Problem für Morgen. Mit einem breiten Lächeln hob Kal sein Glas, um mit seinen Pilotenkollegen anzustoßen. “Heute ist ein ausgesprochen guter Tag für uns alle. Lasst uns anstoßen. Auf uns! Auf die Zukunft! Auf das Imperium!” Der Champagner schmeckte heute wirklich besonders gut.
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Nachdem alle Photos geschossen und alle Hände geschüttelt waren, machte sich T'rsop zurück auf den weg zum Gespräch mit des Interims-Statthalter von Red One. schließlich hatte er noch sinnvolle Arbeit zu erledigen. Und schon auf dem Weg dorthin war er von der neuen Aufmerksamkeit genervt. Etwa ein halbes Dutzend hoher Tiere aus Politik und Wirtschaft wollten ihm "Als erste gratulieren".
Was für Heuchler. Die einzigen beiden Gratulationen, die er gerne entgegengenommen hatte und um deren Ehrlichkeit er wusste waren die von
Theranos und von Gregor.
Diesmal unterdrückte er seinen Impuls nicht und zog aus einer seiner Taschen sein Datapad und fing an, sich durch die Menge und Gratulatoren schiebend, für den morgigen Tag eine Sondersitzung der Verwaltung und des Lehrpersonals Monspolis einzuberufen. Auch er hatte nun noch Nachfolgen zu regeln und einen guten Übergang zu schaffen.
Ein wenig wehmütig stimmte es ihn jetzt schon, dass er seine kleine Keimzelle nun verlassen musste und nur noch selten dort wirken konnte. Aber wenn er sie richtig genährt und versorgt hatte, würde die Akademie auch ohne seine Daueraufsicht weiterblühen und wachsen.

Als er schließlich wieder an seinem Platz angekommen war, schickte er noch zwei letzte Nachrichten raus, bevor er sein Datapad wieder in seinem Gewand verschwinden ließ. Dann nahm er Platz und lehrte eines seiner Getränke mit einem Zug (vor seiner Ernennung war ihm der Drink belebender und die Geschmacksknospen liebkosender vorgekommen) - und stoppte sich, direkt ein weiteres zu beginnen. Er war nun benannter Gouverneur und wollte nicht in der ersten Nacht die ersten Gerüchte aufkommen lassen, er wäre ein zu guter Freund des Alkohols.


"Dr. T'rsop. Ich gratuliere Ihnen zu Ihrem neuen Amt und wünsche Ihnen alles Gute für die neuen Aufgaben. Gouverneur", begrüßte ihn schließlich Kris Meiner in einer Mischung aus Verwunderung, Sorge und Irritation zurück, als sich ihre Blicke trafen. T'rsop unterdrückte ein Seufzen. Er hatte ihm doch schon gesagt, dass sie sich duzen sollten. Unabhängig von seinem Amt oder Titel. Aber so war eben die Etikette: Je höher man gesellschaftlich-politisch aufstieg, desto enger wurde das Korsett der Verhaltensnormen und -erwartungen geschraubt.
Auch der Offizier, der neben dem Interims-Statthalter saß, gratulierte noch.


"Ja, danke, danke", erwiderte der Gelehrte ohne sich Mühe zu geben, dass es ernst und herzlich klang. Dann fuhr er fort: "Meine neuen Aufgaben sind meine alten Aufgaben. Das Beste für unsere Gesellschaft auf Prefsbelt IV zu erreichen. Und da ich auch eure wertvolle Zeit nicht mehr als nötig in Anspruch nehmen möchte, kommen wir wieder zur Sache: Dem Ausbau des Tunnelsystems unter und bei Red One."
Der Pau'aner ließ eine kurze natürliche Pause folgen, damit seine Gegenüber Zeit hatten, ihre Gedanken wieder der eigentlichen Thematik und ihren Zusammenhängen zukommen zu lassen.
"Also. Wir ihr sicher wisst - und wie wir gerade in letzter Zeit auf unangenehme Weise erfahren mussten - gibt es in Red One ein ausgeprägtes Tunnel- und Bergbaunetz. Und nicht alle Tunnel und Höhen sind sicher - und wir wissen ehrlicherweise auch noch nicht, ob nicht doch noch ein Paar Extremisten sich dort verstecken. Daher ist eure Aufgabe für die folgenden Tage und Wochen nun: Lasst mir alle Karten und Informationen dieser Tunnelsysteme zukommen und unterstützt meine Architekten und das ISB, wo sie es anfordern. Ich möchte noch dieses Jahr mit den Großarbeiten zu unserem planetenweiten Tunnelnetz beginnen."

Die Augen von Kris weiteten sich und er strich sich unbehaglich durch seine Haare. "Werter Gouverneur. Das ist ein hohes Ziel. Ein Projekt dieser Größe bedarf doch nötiger Vorplanungen und entsprechender Manpower..."
T'rsop hob seine Hand und war froh, dass der Interims-Statthalter tatsächlich verstummte. Es war rhetorisch unnötig grob und meistens implizit als Herausforderung oder gar Beleidigung wahrgenommen, wenn man einander verbal unterbrach. Aber durch diese kleine Geste und ihre Wirkung hatte der neue Gouverneur seine Autorität souverän untermauert und eingefordert.
"Kris. Keine Sorge. Ich war schon an einigen Bauprojekten in der Planung beteiligt, auch schon bei einigen Großbauprojekten. Mir ist sehr wohl bewusst, dass das Herausforderungen mit sich bringt. Aber wir müssen uns auch bewusst sein, dass wir...", der Gelehrte hielt kurz inne, da er nicht sicher war, ob der Interims-Statthalter einen Verweis auf das fragile Gefüge einer Gesellschaft und die organismusartigen Wechselwirkungen von Volksstimmung und Realpolitik verstehen würde, und entschloss sich für eine vereinfachte Darstellung: "die Chance haben, bei den Prefsbeltern gut darzustehen, wenn wir dieses Projekt schnell zum Laufen bringen. Und durch gute Zusammenarbeit wird auch das, was vom Verwaltungsapparat von Red One übriggeblieben ist, sicher im Ansehen der Allgemeinheit wieder rehabilitiert.
Das heißt aber keineswegs, dass wir dilettantisch und übereilt an das Werk gehen werden. Ich möchte Versagen und Katastrophen auf jeder Ebene verhindern. Deshalb werden wir eine Expertenkommission aus den Besten in Tunnelbau, Architektur, Wirtschaft, Sicherheit und Politik zusammenstellen, die jedes noch so kleine Detail einer gesamtunterirdischen Verbindung aller großen Städte unseres Planetens analysieren und planen wird. Diese Kommission werde ich schnellstmöglich einberufen. Ich erwarte von euch, dass ich bis morgen Mittag eine Liste mit euren Empfehlungen zur Besetzung dieser, sowie zahlreiches Kartenmaterial erhalte.
Dann kann die Kommission schon einmal anfangen, zu arbeiten, wenn ich unseren Planeten auf der Gala der kristallen Klänge vertrete."


T'rsop war freudig von sich selbst überrascht, wie souverän er die letzte Information mitgeteilt hatte. Denn innerlich ist ihm diese Veranstaltung, zu der er von Theranos eingeladen wurde, von einer schönen Reise der Kultur und des Abschaltens durch seine Ernennung zum Gouverneur zu einem dienstlichen Übel geworden, welches er nun vor allem im Sinne Prefsbelt IV und nicht primär als Kulturliebhaber besuchen musste.
Wenigstens würde er dort schon Vernetzungsarbeit beginnen können, die für gute Gouverneursarbeit unverzichtlich war.

Nachdem die beiden Männer aus Red One diese Anweisungen bestätigt hatten und für
T'rsops Geschmack etwas zu schleimend Treue und Effizienz zugesagt hatten, machte sich der Pau'aner mit einem Drink und einer Gebäckstange bewaffnet wieder auf in die Menge. Vielleicht schaffte er es noch, ein Paar Worte mit Klaudi zu wechseln. Ihm graute zwar vor ihrem Sarkasmus und spitzen Zunge in dieser Situation - aber gleichzeitig freute er sich doch darauf, nochmal mit jemandem ins Gespräch zu kommen, der sich nicht verstellte - auch nicht vor seinem neuen Amt - und der ihm rhetorisch um im Geiste ähnlich war.
Und danach würde er sich noch einmal den lieben und verschlagenen
Theranos schnappen und ein ernstes Wörtchen mit ihm reden. Bei dem Gedanken daran nahm sich T'rsop noch einen genießerischen Schluck und biss in das Gebäckteilchen rein.

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Es dauerte eine ganze Weile, bis Theranos überhaupt die Gelegenheit fand, den Gedanken zuzulassen, dass sich sein Leben innerhalb weniger Minuten grundlegend verändert hatte. Während rings um ihn Glückwünsche ausgesprochen, Hände geschüttelt und unzählige Aufnahmen für die Presse gemacht wurden, funktionierte er zunächst beinahe ausschließlich aus Gewohnheit heraus. Er erwiderte Gratulationen, wechselte einige höfliche Worte mit Vertretern der Wirtschaft, nahm die Anerkennung hoher Offiziere entgegen und ließ geduldig ein Foto nach dem anderen über sich ergehen, doch erst jetzt, da der offizielle Teil der Ehrungen hinter ihm lag und die erste Aufregung langsam verebbte, begann sich die Tragweite dessen wirklich in seinem Bewusstsein festzusetzen.

Er war nicht länger Gouverneur von Prefsbelt IV, sondern Sector Adjutant des Prefsbelt Sectors.

Noch vor wenigen Stunden hätte er diesen Gedanken wohl als ausgesprochen gewagte Zukunftsvision bezeichnet, nun war er Wirklichkeit geworden.


Zwischen den zahlreichen Gratulanten entdeckte Theranos schließlich Gregor Bayl und Veran Koss, die sich beide sichtbar ihren Weg durch die Menge bahnten. Die Überraschung über die Ereignisse der vergangenen Minuten stand ihnen trotz aller Professionalität noch immer ins Gesicht geschrieben, und allein ihre Blicke verrieten, dass sie beide versuchten, die unerwartete Wendung dieses Abends für sich einzuordnen.

Theranos nahm sich einige Minuten Zeit für seine beiden engsten Vertrauten und erklärte ihnen ruhig den Ablauf der Ereignisse, wie er sich tatsächlich zugetragen hatte. Weder seine eigene Beförderung noch die Ernennung T'rsops zum Gouverneur seien Teil eines länger vorbereiteten Plans gewesen. Das Angebot des Moffs habe ihn selbst völlig unvorbereitet getroffen und erst nachdem er sich entschlossen hatte, die Verantwortung eines Sector Adjutanten anzunehmen, sei überhaupt die Frage entstanden, wer Prefsbelt IV künftig führen sollte.

Er berichtete ihnen, dass T'rsop ursprünglich als Vizegouverneur an seiner Seite vorgesehen gewesen war und er deshalb keinen Augenblick gezögert hatte, Aren Vayliuar darum zu bitten, den Pau'aner unmittelbar zu seinem Nachfolger zu ernennen. Für Theranos hatte diese Entscheidung nie ausschließlich mit persönlichem Vertrauen zu tun gehabt. Vielmehr war sie das Ergebnis nüchterner Überlegungen gewesen. T'rsop kannte den Planeten, die Verwaltung, die Menschen und sämtliche laufenden Projekte besser als nahezu jeder andere. Vor allem aber bestand so keinerlei Gefahr, dass ein außenstehender Gouverneur eingesetzt werden könnte, der weder die Eigenheiten Prefsbelt IVs verstand noch den bisherigen Kurs fortführen wollte oder im schlimmsten Fall alte Vorurteile über die Fähigkeiten nichtmenschlicher Spezies über die Interessen des Planeten stellte.

Je länger Theranos seine Beweggründe erläuterte, desto deutlicher wich die anfängliche Verwunderung aus den Gesichtern Gregors und Verans einem zustimmenden Verständnis. Schließlich mussten selbst beide darüber schmunzeln, als Theranos mit einem leisen Lachen anmerkte, dass ihn weniger die zukünftigen Aufgaben des neuen Gouverneurs beschäftigten als vielmehr die Vorstellung, wie begeistert T'rsop wohl auf Empfänge, Fotografen, höfische Etikette und zahllose gesellschaftliche Verpflichtungen reagieren würde. Dass der Gelehrte über diese Aspekte seines neuen Amtes kaum in Jubel ausbrechen dürfte, schien ihnen allen dreien gleichermaßen offensichtlich.

Legat Bayl äußerte dann die Idee, sich bzgl. der Empfänge hier mehr zu engagieren sowie vielleicht dahingehend einen Berater für T´rsop sowie eine Art persönlicher Pressesprecher anzuwerben, um so die meisten öffentlichen Aufgaben abgeben zu können. Da dies auf anderen Planeten und System nichts außergewöhnliches ist, sollte das niemanden stören.

Das Gespräch ging schließlich ganz selbstverständlich in die praktischen Fragen der kommenden Wochen über. Theranos erklärte, dass er sein Büro vorerst weiterhin im Gouverneurspalast belassen werde, da nahezu alle großen Projekte des Planeten noch immer seine unmittelbare Aufmerksamkeit verlangten und ihm der Moff erfreulicherweise gestattet hatte, sein neues Amt zunächst von Prefsbelt IV aus auszuüben. Gleichzeitig kündigte er an, eines der größeren Apartments des Palastes dauerhaft zu beziehen, solange ihn seine Aufgaben regelmäßig hierher zurückführten.

Mit einem beinahe selbstironischen Schmunzeln gestand er dabei ein, dass sich seine ursprünglichen Pläne inzwischen deutlich verändert hatten. Eigentlich hatte er die großzügige Villa an der Küste, die ihm einer der alten Adeligen nach Inkrafttreten der Lex Privania aus Dankbarkeit für die Rückgabe seines Familienbesitzes geschenkt hatte, lediglich als Sommerresidenz oder gelegentlichen Rückzugsort nutzen wollen. Nach Monaten im weitläufigen Gouverneurspalast musste er sich jedoch eingestehen, dass der Komfort großzügiger Wohnräume erstaunlich schnell zur Gewohnheit geworden war. Er könne sich inzwischen nur noch schwer vorstellen, dauerhaft wieder deutlich bescheidener zu leben, weshalb die Villa wohl schon bald nicht mehr nur ein Ferienhaus, sondern sein neues Zuhause werden würde. Allein der Gedanke, eines Tages morgens auf der Terrasse zu stehen und über das Meer hinweg bis nach Blue One blicken zu können, ließ ihn unwillkürlich lächeln.

Nachdem sie noch einige weitere Worte über die kommenden Wochen gewechselt hatten, verabschiedeten sich die beiden Männer schließlich, um ihrerseits den zahlreichen Gästen des Abends nachzukommen. Theranos blieb noch einen Augenblick stehen und ließ den Blick durch den Festsaal schweifen.


Während des offiziellen Teils hatte der Saal beinahe den Charakter eines Regierungssaales besessen; nun jedoch begann sich seine Atmosphäre spürbar zu verändern. Mit einem kaum hörbaren Signal öffneten Bedienstete die großen Flügeltüren an beiden Seiten der Halle. Von den breiten Balkonen strömte angenehm kühle Abendluft herein und trug den salzigen Duft des Meeres bis zwischen die Marmorsäulen des Saales, während sich auf der gegenüberliegenden Seite die Gesellschaftsräume öffneten, in denen bereits elegante Spieltische vorbereitet worden waren und ruhigere Salons zu Gesprächen in kleiner Runde einluden.

Fast zeitgleich wechselte auch die Musik. Die feierlichen Märsche und Zeremonialstücke gingen allmählich in weichere Melodien über, während Dutzende Kellner mit silbernen Tabletts durch den Saal glitten und Wein, Champagner, Cocktails sowie kunstvoll angerichtete kleine Speisen anboten, deren Duft Theranos erst jetzt bewusst machte, wie lange der heutige Tag bereits gedauert hatte.

Er kehrte schließlich an seinen Platz zurück und nahm dankbar entgegen, was einer der Bediensteten ihm reichte. Erst nachdem der erste wirkliche Hunger gestillt war, lehnte er sich für einen kurzen Moment entspannt zurück und erlaubte sich, den Saal einfach nur zu beobachten.

Erst jetzt, nachdem die letzten Glückwünsche ausgesprochen, die Kameras allmählich verstummt und die ersten Gespräche des gesellschaftlichen Teils den offiziellen Festakt abzulösen begannen, wurde Theranos bewusst, dass das Geschehene tatsächlich Wirklichkeit geworden war. Während der Ernennung selbst hatte kaum Zeit bestanden, über die Bedeutung dieses Augenblicks nachzudenken. Zu viele Eindrücke waren innerhalb kürzester Zeit auf ihn eingeströmt, zu viele Hände hatten geschüttelt, zu viele Fotografen seine Aufmerksamkeit verlangt und zu viele Stimmen gleichzeitig auf ihn eingeredet. Erst jetzt, da er für einen seltenen Moment unbeobachtet auf seinem Platz saß und den Blick schweigend über den festlich beleuchteten Ballsaal schweifen ließ, begann sich die Freude langsam und beinahe ungewohnt ruhig in ihm auszubreiten.

Es war kein überschwängliches Glück, keine unbeherrschte Euphorie, sondern vielmehr jene tiefe Zufriedenheit, die einen Menschen erfasst, wenn ihm bewusst wird, dass sich Jahre harter Arbeit, zahllose schlaflose Nächte und unzählige schwierige Entscheidungen tatsächlich ausgezahlt haben. Der Weg, der ihn einst von den Hörsälen Corulags über die oft undankbare Verwaltung Prefsbelt IVs bis in diesen Augenblick geführt hatte, war länger und steiniger gewesen, als er ihn sich jemals vorgestellt hatte. Umso größer war nun das Gefühl, dass all diese Mühen nicht vergebens gewesen waren.

Noch während dieser Gedanke in ihm nachklang, hob Theranos sein Glas ein letztes Mal an, nahm einen ruhigen Schluck und stellte es anschließend behutsam wieder auf den Tisch. Lange würde er diesen seltenen Moment der Ruhe ohnehin nicht genießen können.
Bald würden Moff Vayliuar , GouverneurT´rsop und er nach Truuine fliegen und danach würde er sich in sein neues Amt einarbeiten.


Als er so durch den Saal sah, fiel sein Blick einige Tische weiter auf die Piloten des 152. Raumjägergeschwaders, die inzwischen gemeinsam auf Kal Andrims Beförderung anstießen.

Da kam ihm die Idee, den frisch ernannten Captain auf eine Weise anzusprechen, die ihnen künftig ausreichend Zeit für weiterführende Gespräche über gemeinsame Projekte verschaffen würde.

Für einen Augenblick spielte Theranos mit dem Gedanken, den frisch ernannten Captain zu einem späteren Zeitpunkt unter vier Augen aufzusuchen. Ebenso schnell verwarf er diesen Gedanken jedoch wieder. Es gab keinen Grund, aus einer Einladung etwas Vertrauliches zu machen. Ganz im Gegenteil. Hervorragende Leistungen sollten nicht nur mit Orden und Beförderungen belohnt werden, sondern ebenso mit Vertrauen, und genau dieses Vertrauen wollte er vor den Augen aller Anwesenden zum Ausdruck bringen.

Mit ruhigen Schritten trat er an den Tisch der Piloten heran und sprach das erste Wort einen Hauch lauter aus.

„Captain Andrim.“
Mit einem freundlichen Lächeln neigte er leicht den Kopf, ehe sein Blick über die übrigen Männer und Frauen der Staffel wanderte.

„Meine Damen und Herren Piloten.“
Für einen kurzen Augenblick ließ er den Blick bewusst bei jedem Einzelnen ruhen.
„Zunächst möchte ich Euch allen nochmals meinen aufrichtigen Dank aussprechen. Die Verteidigung Prefsbelt IVs wäre ohne Euren Mut, Eure Disziplin, Eure Fähigkeiten und Eure Professionalität ungleich verlustreicher verlaufen. Ihr habt nicht nur unseren Orbit verteidigt, sondern zahllosen Menschen auf diesem Planeten Sicherheit und Hoffnung gegeben. Dafür wird Euch Prefsbelt IV dauerhaft zu Dank verpflichtet bleiben und seien sie sich bewusst, dass Prefsbelt IV für seine Helden immer einen Platz haben wird.“

Nun wandte er sich wieder Kal zu.
„Und Euch, Captain Andrim, darf ich nochmals persönlich zu Eurer Beförderung gratulieren. Ich glaube kaum, dass jemand in diesem Saal ernsthaft behaupten könnte, Ihr hättet Euch diesen Rang nicht verdient. Ihr habt Euch diese Auszeichnung nicht durch Beziehungen oder große Worte erarbeitet, sondern durch außergewöhnliche Leistungen, Mut und einen Einsatz, der weit über das hinausging, was man von einem Offizier Eures Dienstgrades hätte erwarten dürfen. Sie haben sich diese Auszeichnung redlich verdient und ich hoffe, das von mir erdachte Design sagt ihnen zu.“

Ein ehrliches Lächeln trat auf sein Gesicht.
Nachdem Kal sich für die Glückwünsche bedankt hatte, wurde Theranos' Miene für einen Moment etwas nachdenklicher.
„Captain, wir beide hatten in den vergangenen Wochen zwar mehrfach Gelegenheit, über Ideen und Projekte zu sprechen, aber für deren Vertiefung hat uns letztlich stets die Zeit gefehlt. Ursprünglich hatte ich gehofft, diese innerhalb der planetaren Verwaltung gemeinsam weiterzuentwickeln. Nun haben sich unsere beiderseitigen Aufgaben allerdings etwas verändert.“

Ein feines Schmunzeln huschte über sein Gesicht.
„In naher Zukunft werden Moff Vayliuar gemeinsam mit Gouverneur T'rsop und ich die Gala der Kristallinen Klänge in Truuine besuchen. Allein der Flug dorthin würde uns vermutlich mehr Zeit für Gespräche schenken als die vergangenen Wochen zusammengenommen. Da Sie so schnell kein neues Kommando übernehmen werden, würde mich deshalb sehr freuen, wenn Ihr uns begleitet. Betrachtet dies bitte als persönliche Einladung. Gleichzeitig bin ich überzeugt, dass Gouverneur T'rsop unseren Überlegungen ebenso aufgeschlossen begegnen wird wie ich selbst. Vielleicht entstehen daraus Projekte, von denen eines Tages nicht nur Prefsbelt IV, sondern der gesamte Prefsbelt-Sektor profitieren kann.“

Er hob leicht sein Glas.
„Doch für heute soll genug von der Arbeit gesprochen worden sein. Feiert Eure Beförderung, Captain. Sie ist mehr als verdient.“

Nachdem Kal sich sichtbar erfreut für die Einladung bedankt und seine Bereitschaft erklärt hatte, die Reise nach Truuine zu begleiten, verabschiedete sich Theranos mit einem freundlichen Nicken von der gesamten Runde.
„Auf bald, Captain. Und nochmals meinen herzlichen Glückwunsch.“

Als Theranos sich schließlich wieder umwandte, glitt sein Blick beinahe automatisch durch den Ballsaal. Zwischen den zahlreichen Gästen, Musikern und Bediensteten entdeckte er schließlich die hochgewachsene Gestalt des frisch ernannten Gouverneurs, der sich mit einem Glas und einer kleinen Gebäckstange an eine der Marmorsäulen zurückgezogen hatte. Schon aus einiger Entfernung schien unverkennbar, dass T'rsop ihn längst bemerkt hatte. Sein Blick folgte ihm bereits seit geraumer Zeit mit jener eigentümlichen Mischung aus stoischer Ruhe, kaum verhohlener Erwartung und einem Hauch gespielter Geduld, die Theranos inzwischen nur allzu gut kannte.

Unwillkürlich musste er schmunzeln.
Er wusste inzwischen ziemlich genau, welches Gespräch ihn dort erwartete.


Mit ruhigen Schritten trat er schließlich auf den Pau'aner zu, blieb neben ihm stehen und neigte leicht den Kopf.
„Werter Gouverneur“, sagte er mit einem kaum merklichen Schmunzeln in der Stimme. „Begleitet mich doch ein Stück. Ich glaube, wir beide haben einiges miteinander zu besprechen.“

Gemeinsam verließen Theranos und T'rsop schließlich den unmittelbaren Trubel des Ballsaales und stiegen die breite Marmortreppe hinauf, welche zu den umlaufenden Galerien führte. Von dort oben bot sich ein weiter Blick über die gesamte Halle, in der inzwischen Musik, Gespräche und das Klirren unzähliger Gläser zu einer angenehmen Geräuschkulisse verschmolzen waren. Das Orchester spielte inzwischen deutlich leichtere Stücke als noch während des offiziellen Festaktes und auf den Balkonen mischte sich der Duft des Meeres mit den Aromen der zahlreichen Speisen, die von den Bediensteten durch den Saal getragen wurden.

Am Ende der Galerie entdeckte Theranos schließlich einen kleinen Tisch, an dem sich zwei ältere Herrschaften in ruhiger Atmosphäre unterhielten. Mit der ihm eigenen Höflichkeit trat er an sie heran, entschuldigte die kurze Störung und erklärte, dass er mit dem neuen Gouverneur für wenige Minuten ein vertrauliches Gespräch führen müsse. Beide zeigten sofort Verständnis, erhoben sich beinahe gleichzeitig und versicherten lächelnd, ohnehin gerade einen Besuch an der Bar geplant zu haben, ehe sie sich verabschiedeten und den beiden den Platz überließen.

Für einen Augenblick standen Theranos und T'rsop schweigend nebeneinander an der steinernen Brüstung der Galerie. Unter ihnen erstreckte sich der festlich beleuchtete Ballsaal. Gleich begann der erste Tanz des Abends und Theranos stellte fest, dass sich in der Menge ein Gang öffnete und dass sich Moff Vayliuar und seine Zukünftige dem Parkett näherten, um den ersten Tanz zu eröffnen.

Schließlich räusperte sich Theranos leise.
„Werter Gouverneur“, begann er mit einem kaum merklichen Schmunzeln, während er die Hände locker hinter dem Rücken verschränkte, „bevor ich nun mit allerlei Vorwürfen, rhetorischen Meisterwerken und vermutlich einer bemerkenswert ausführlichen Analyse meiner jüngsten Entscheidungen beworfen werde, möchte ich als derjenige, der heute offenbar auf der Anklagebank Platz genommen hat, zunächst die Umstände schildern, bevor Ihr Euer Urteil über mich sprecht.“

Für einen kurzen Augenblick blieb es still.
T'rsop zog langsam eine Augenbraue nach oben, verschränkte die Arme vor der Brust und musterte Theranos mit jener Mischung aus analytischer Neugier und gespielter Strenge, die ihn seit jeher auszeichnete. Seine Augen verengten sich leicht, ehe er mit einer kleinen, beinahe richterlichen Handbewegung bedeutete, fortzufahren.

„Ich höre?!“

Theranos musste unwillkürlich leicht lächeln. Anschließend wurde seine Stimme ruhiger.

Er schilderte ruhig dem Pau'aner den gesamten Ablauf der vergangenen Stunde so, wie er sich tatsächlich ereignet hatte. Er verschwieg nichts, beschönigte nichts und machte ebenso wenig den Versuch, seine Entscheidungen nachträglich besser erscheinen zu lassen, als sie gewesen waren. Er erklärte, dass ihn das Angebot des Moffs ebenso unvorbereitet getroffen hatte wie vermutlich jeden anderen Anwesenden im Saal und dass er selbst bis wenige Minuten vor den Ehrungen keinerlei Ahnung davon gehabt hatte, dass sein Name überhaupt für eine Beförderung in Betracht gezogen wurde.

Ebenso offen gestand er ein, dass ihn die Situation für einen kurzen Augenblick vollkommen überrumpelt hatte. Natürlich hätte er sich mehr Zeit zum Nachdenken nehmen können. Natürlich hätte er um Bedenkzeit bitten können. Doch genau das hatte sich in diesem Moment für ihn falsch angefühlt. Ein Mann, der eine der höchsten Verwaltungspositionen eines ganzen Sektors übernehmen sollte, durfte in seinen Augen nicht den Eindruck erwecken, als wisse er selbst nicht, ob er sich einer solchen Verantwortung gewachsen fühlte. Deshalb hatte er sich bewusst entschieden, unmittelbar Stellung zu beziehen und die Herausforderung anzunehmen.

Mit einem leichten Schmunzeln gestand Theranos schließlich ein, dass er ursprünglich fest davon ausgegangen war, seine Ernennung würde irgendwann in den kommenden Tagen offiziell bekannt gegeben werden. Dass Aren Vayliuar die Entscheidung praktisch sofort vor den Augen des gesamten Planeten verkünden würde, ohne dass Theranos dies zuerst T´rsop erzählen konnte, hatte er nicht gedacht.

„Rückblickend“, sagte er mit einem selbstironischen Lächeln, „hätte ich mir das allerdings denken können. Ein Moff hält selten große Überraschungen zurück, wenn er sie öffentlich besonders wirkungsvoll präsentieren kann.“

Anschließend wurde seine Miene wieder ernster und er erklärte dem Pau'aner den eigentlichen Grund seiner Entscheidung.

Von Anfang an habe für ihn außer Frage gestanden, dass T'rsop sein Vizegouverneur werden sollte. Daran habe sich bis zu jenem Gespräch mit dem Moff nicht das Geringste geändert. Erst in dem Augenblick, in dem ihm bewusst geworden war, dass er Prefsbelt IV als Gouverneur verlassen würde, sei ihm schlagartig klar geworden, welche Gefahr dadurch entstehen konnte.

Ein neuer Gouverneur würde kommen, ein Fremder. Jemand, der weder den Planeten noch seine Menschen kannte. Jemand, der womöglich sämtliche begonnenen Reformen hinterfragen würde.

Oder noch schlimmer, jemand, der die Fähigkeiten eines Pau'aners nicht nach dessen Leistungen, sondern nach dessen Herkunft beurteilen könnte.

Gerade dieser Gedanke hatte Theranos keine Ruhe gelassen.

Er erklärte T'rsop ruhig, dass er in den vergangenen Monaten oft genug erlebt hatte, wie viel dieser Planet bereits dadurch gewonnen hatte, dass Menschen und Nichtmenschen gemeinsam Verantwortung übernommen hatten. Er wollte unter keinen Umständen riskieren, dass ein neuer Gouverneur all dies innerhalb weniger Wochen wieder zunichtemachen konnte, weil persönliche Vorurteile schwerer wogen als Vernunft und Kompetenz.

Deshalb habe er Aren Vayliuar unmittelbar darum gebeten, T'rsop nicht lediglich zum Vizegouverneur zu ernennen, sondern ihm die gesamte Verantwortung für Prefsbelt IV zu übertragen. Nicht aus einer spontanen Eingebung heraus, sondern weil er überzeugt gewesen sei, dass es langfristig die stabilste und zugleich vernünftigste Lösung für den gesamten Planeten darstellte.

Anschließend sprach Theranos auch die wahrscheinlichen Sorgen von T´rsop an.

Er erklärte dem frisch ernannten Gouverneur, dass er selbstverständlich nicht beabsichtige, ihn vom ersten Tag an alleine in sämtliche repräsentativen Verpflichtungen zu werfen. Bereits mit Gregor Bayl habe er darüber gesprochen, dass dieser als Legat des Inneren und Leiter der öffentlichen Verwaltung künftig einen Großteil jener Termine übernehmen werde, die bislang regelmäßig beim Gouverneur gelandet waren. Zusätzlich werde ein eigener Pressesprecher beziehungsweise Regierungsberater aufgebaut, der ebenfalls zahlreiche Gespräche, Empfänge und öffentliche Verpflichtungen vorbereiten oder ganz übernehmen könne.

„Nicht jeder Besucher muss zwingend mit dem Gouverneur persönlich sprechen“, sagte Theranos mit ruhiger Überzeugung. „Das war meine persönliche Arbeitsweise, weil ich viele Dinge selbst erledigen wollte. Das bedeutet jedoch keineswegs, dass Ihr dieselbe Herangehensweise übernehmen müsst. Im Gegenteil. Wenn Ihr von Anfang an klare Zuständigkeiten schafft, werden sich die Menschen sehr schnell daran gewöhnen. Und wenn jemand daran zweifelt, dann genügt ein einziger Hinweis darauf, dass Euch der Moff persönlich in dieses Amt berufen hat.“

Ein warmes Lächeln trat auf sein Gesicht.
„Außerdem werde ich Euch keineswegs sofort alleinlassen. Mein Büro wird vorerst weiterhin hier im Gouverneurspalast bleiben, ich werde regelmäßig auf Prefsbelt IV arbeiten und wir werden den Übergang gemeinsam gestalten. Ihr werdet also noch eine ganze Weile nicht das Vergnügen haben, mich vollständig loszuwerden.“

Für einen kurzen Moment ruhte sein Blick auf dem Pau'aner, ehe sich erneut jenes feine Schmunzeln auf seinem Gesicht zeigte, mit dem dieses Gespräch begonnen hatte.

„Nun denn, werter Gouverneur“, sagte er schließlich und verschränkte nun ebenfalls locker die Hände hinter dem Rücken, „nachdem die Verteidigung ihre Ausführungen beendet hat, würde ich mich selbstverständlich freuen, nun die Wünsche, Fragen, Anmerkungen oder auch die unvermeidliche Kritik des Gerichts entgegennehmen zu dürfen.“


[ Äußerer Rand | Prefsbelt-Sektor | Prefsbelt IV | Blue One | Gouverneurspalast | Festsaal | Auf der Galerie ] - Theranos Zesh, Dr. T'rsop
 
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[Äußerer Rand / Prefsbelt-Sektor / Prefsbelt IV / Blue One / Gouverneurspalast / Ballsaal] - mit Dr. T'rsop, Theranos Zesh, Aren Vayliuar und vielen anderen

T'rsop hatte Theranos in der Menge ausfindig gemacht. In der Menge, die ausgelassen war - natürlich wurde noch weiterhin von vielen Politik betrieben und Winkelzüge begonnen oder fortgeführt. Aber die Stimmung hatte sich gelockert und viele wirkten so, als würden sie nun tatsächlich entspannen und feiern. Und während der Gelehrte seinen Blick durch den Raum gleiten ließ, fielen ihm zwei Dinge ganz besonders ins Bewusstsein.
Zum Einen, dass die Inszenierung und der Ablauf des heutigen Tages ihr Ziel vortrefflich erreicht hatten. Die Menschen waren froh, locker und auf die Zukunft neugierig bis tatendringlich. Der Schatten
Robert Kerns war verflogen und die Gesellschaft Prefsbelt IV streckte sich dem neuen Lichte entgegen. Guter Nährboden für die kommenden Entwicklungen.
Und zum Anderen wurde er wieder von seinem Unwohlsein ergriffen. Hier waren so viele Personen - jeder einzigartig und doch so viele langweilig und hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibend - und er konnte sich seines Amtes wegen nicht so entspannen, wie er sich am besten entspannte.
Und da
T'rsop keine Lust mehr auf weitere unnütze Gespräche hatte und sein soziales Bedürfnis bald schon übersättigt war, versuchte er, sich weitestgehend unsichtbar zu machen. Und eben zu analysieren. Die Stimmung auf einer gelungenen Feier war wirklich faszinierend: Probleme wurden vergessen, Nöte traten in den Hintergrund und selbst Antipathien konnten durch sie vermildert werden. Vielleicht war das die Vollendung einer Gesellschaft: eine fortwährende und ungebrochene Feierstimmung.
Aber bis dahin war es noch ein weiter Weg. Den er vorantreiben würde.

T'rsop biss ein weiteres Mal in das Gebäckstück, welches mit dem nächsten Bissen wohl komplett verzehrt sein würde.
Der Blick des neuen Gouverneurs glitt wieder zu
Theranos zurück. Der neue Sektor-Adjutant war gerade im Gespräch mit dem frisch beförderten Captain der Flieger. Unweigerlich wurden dieser und seine Kameraden von der Höflichkeit gepaart mit dem unbestreitbaren Charisma, im jetzigen Fall höchstwahrscheinlich sogar aus der Ehrlichkeit und wirklichen Sympathie von Theranos für die Leistungen oder gar für die Personen selbst gespeist, in eine erhöhte Aufmerksamkeit und Zuwendung gezogen. Ihren Gesichtern nach zu urteilen, war es ein angenehmes Gespräch ohne Überraschungen.
"Schön, dass der Sektor-Adjutant das auch noch kann", dachte der Pau'aner halb belustigt und halb eingeschnappt bei sich selbst.

Und schließlich wandte sich besagter Sektor-Adjutant
T'rsop zu und gesellte sich zu ihm. Ein wissendes Lächeln auf seinem Gesicht, mit einer Andeutung von Schelm - welches den Gouverneur leicht reizte. Theranos war der perfekte Politiker in seiner Ausstrahlung - er kannte die Etikette und die Erwartungen an ihn nicht nur, er lebte sie. Diese Seite an ihm würde dem Pau'aner wohl nie sympathisch werden können.
Als
T'rsop nun zu einem Gespräch unter vier Augen eingeladen wurde, sagte er natürlich nicht nein. Es gab einiges zu klären.

Inzwischen waren er und sein Gesprächspartner an einer Stelle angekommen, bei der sie ungestört reden konnten.
Ein Blick nach unten zeigte
T'rsop, dass nun die offiziellen Tänze begannen. Würde er sich auch nochmal auf die Tanzfläche wagen - er tanzte gerne, aber nicht gut. Und abgesehen davon, sähe es bestimmt sehr schräg aus, wenn er als grauhäutiger zerfurchter Hühne mit Buckel eine zierliche Menschendame zum Tanze geleiten würde. Daher verwarf er diesen Gedanken sofort wieder.
Der Tanz wurde von dem Moff höchstpersönlich und dieser Frau eröffnet, die der Gouverneur heute schon auf dem Balkon bei der Hinrichtung gesehen hatte; waren diese beiden also ein Paar?
All diese nebensächlichen Gedanken gingen dem Pau'aner parallel zu den Punkten durch den Kopf, mit denen er nun
Theranos konfrontieren würde:
Was sollte diese ganze Gouverneurs-Sache? Warum hatte Theranos ihm das nicht gleich gesagt? Wie stellte er sich das vor, dass der Gelehrte als Nicht-Mensch und Exzentriker Gallionsfigur von Prefsbelt IV in würdiger Weise sein sollte? Außerdem müsste er ihn darauf hinweisen, dass bei aller perfekter Planung und Durchführung, eine gehörige Portion Glück mit dabei war, dass die Anwesenden wegen der doppelten Überraschung in Bezug auf die Personalien ihres nun ehemaligen Gouverneurs sowie nun ehemaligen Sonderberater, nicht in Schockstarre und Zweifel gefallen sind. Hoffentlich würde das Ganze der Öffentlichkeit besser serviert werden. Und: Wie würde es jetzt weitergehen?

Doch bevor er auch nur einen dieser Punkte auswählen und zur Sprache bringen konnte, hatte der Mensch schon das Wort ergriffen. Spielerisch und in exquisiter Weise begann dieser nun eine Verteidigungsrede -
T'rsop verkniff sich ein Lächeln und präsentierte stattdessen eine strenge und abschätzende Miene. Aber innerlich war er begeistert: Solche Rhetorik, Subtilität und Gewandtheit war es, was ein Geist doch brauchte. Nicht stupide Etikette. Und so hörte er sich an, was Theranos zu sagen hatte.
Seine erste und tiefste Kränkung wurde recht bald geheilt, als er erfuhr, dass der Sektor-Adjutant selbst nicht mit einer so schnellen, fast schon spontanen Beförderung seiner selbst gerechnet hatte. Es war also kein Spielchen gewesen, sondern Folge sich überschlagender Ereignisse, auf die er reagiere musste. Und
T'rsop befand - zunächst einmal schweigend - dass Theranos recht gehandelt hatte. Unbegründete Selbstzweifel brachten niemandem etwas; und auch für den Moff war es wichtig, zu erkennen, dass er sich für einen kompetenten und zurecht selbstbewussten Mann entschieden hatte.

Dann erfuhr er weiter, dass die Entscheidung, alles heute zu verkünden, bei dem Moff gelegen habe. Also müsste
T'rsop vielleicht nochmal mit diesem sprechen. Es war ein gewonnenes Spiel - aber man sollte nicht leichtfertig eine Überforderung seiner Bevölkerung in Kauf nehmen. Auch der Moff könnte wohl noch etwas besser werden. Aber das war ein Thema für ein andern Mal. Jetzt ging es erst einmal um die Apologie des Theranos.

Dann kam allerdings eine Argumentation, die
T'rsop selbst noch nicht bewusst reflektiert hatte. Dass ein anderer Gouverneur seine Fähigkeiten vielleicht gar nicht in Anspruch genommen hätte, da er ja ein Nicht-Mensch war. Das stimmte! Leider gab es im Galaktischen Imperium weit verbreitet Spezizismus - und welch eine Torheit wäre es, wenn T'rsop nicht für die Evolution der Gesellschaft wirken und lenken könnte, nur weil jemand ihn nicht mochte.
Es stimmte: Das Einzige, was in jeglichem Bereich zählen sollte, war die Kompetenz des Einzelnen in und für seinen Bereich, unabhängig von seiner Spezies. Nur die Besten zusammen würden etwas wahrlich Bedeutsames leisten können.
Diesen Grundsatz würde der Gouverneur nun, da er ihm bewusst gemacht wurde, reflektiert mit in seine Regierung nehmen.

Nach einigen abschließenden Ratschlägen und Ermutigungen - dir
T'rsop nicht gebraucht hätte, da er auf sie selbst schon gekommen war, die ihm aber dennoch wohltaten, da sie ehrlich gemeint waren - kam Theranos zu seiner Konlusio:

"Nachdem die Verteidigung ihre Ausführungen beendet hat, würde ich mich selbstverständlich freuen, nun die Wünsche, Fragen, Anmerkungen oder auch die unvermeidliche Kritik des Gerichts entgegennehmen zu dürfen.“
T'rsop verzog keine Miene und fixierte den Sektor-Adjutanten. Und ließ die Stille wirken. Eine ganze Zeit lang. In einem echten Prozess wäre dem Angeklagten wohl unwohl geworden. Schließlich - einige Momente, nachdem die Stille selbst für den Pau'aner unangenehm geworden ist und daher für Theranos eine Probe gewesen sein musste - erhob T'rsop schließlich seine Stimme:
"Angeklagter. Das hohe Gericht nimmt wohlwollend zur Kenntnis, dass Ihr", die Höflichkeitsanrede betonte er so, dass sie als Karrikatur auch für ungeschulte Hörer verständlich gewesen wäre, "zumindest nicht der Dummheit und Narretei schuldig seid. Aber dennoch gibt Punkte und Feinheiten die Ihr übersehen habt. Von Weitsichtigkeit, Einfühlungsvermögen und Berücksichtigen der Gemütslage der Bevölkerung. Die meisten davon sind separat zu behandeln und heute nicht weiter von Belang.
Aber einen Peccatum habt Ihr euch zweifelsohne auf Euch geladen: Ihr seid der Natur Eures eigenen Wesens zum Opfer gefallen! Du bist der Meister der Intrigen!
Theranos, du bist ein so guter Verwalter und Politiker, dass die Verwaltung und Politik selbst dich höher zieht. Und du hast dich ziehen lassen. Und so hast du unbewusst eine Intrige gesponnen, die keine ist, die die bestgeeignetsten in die Positionen bringen, in denen sie erblühen und alle anderen bewässern und anreichern können."


Die letzten Worte ließ T'rsop leiser werdend verklingen und wurde wieder still. Strenge und leichte Antipathie ließ er in seinen Blick wandern - in der Gewissheit, dass Theranos dieses Schauspiel als eben solches erkennen würde. Und er tat es. Ohne seinen Blick abzuwenden fragte er sogleich:
"Und, welches Urteil spricht das hohe Gericht?"
T'rsop hob anklagend den Finger und zeigte mit diesem dann verurteilend auf den Sektor-Adjutanten: "Theranos, deine Strafe wird sein, dass du die Folgen deiner Intrige mit eigenen Augen sehen, am eigenen Leib fühlen und im eigenen Gewissen erkennen wirst. Denn ich werde nun den Dienst als Gouverneur antreten. So wie ich ihn für richtig erachte und mit Visionen, die die Lebensspanne eines Menschen bei weitem übersteigen werden."

Einen Moment lang sagte keiner von den beiden etwas. Doch dann fingen sie beide an zu lachen. Ehrliches, nicht unterdrücktes und nicht stilisiertes Lachen. Dann wandten sie sich einen Moment schweigend der Tanzfläche zu. Der Moff und die Frau tanzten immer noch, aber inzwischen hatten auch etliche andere Paare die Tanzfläche betreten und gaben sich den Bewegungen und dem Moment hin.
Theranos setzte gerade an, sich zu verabschieden und wieder in den Saal zu gehen, da hielt ihn T'rsop noch einmal breit grinsend zurück.
"Theranos, warte. Eine Sache gibt es noch, die wir zu tun haben", dabei griff sich der Pau'aner in eine seiner Rückentaschen und holte zwei Flaschen Bier - von den meisten aus der Arbeiterklasse vermutlich als billige Plörre bezeichnet - hervor.
"Was?", setzte Theranos an, da öffnete und reichte T'rsop ihm schon eine Flasche und erklärte triumphal: "Ich war zwar heute auch nicht auf alles vorbereitet. Aber als guter Gouverneur weiß man, dass eine Feierlichkeit auch ohne Anmeldung reintrudeln kann. In diesem Sinne: Zum Wohl und viel Erfolg im Amt des Sektor-Adjutanten."
Und so stießen die beiden Frisch-Beförderten miteinander an, bevor es weiter in den letzten Teil des Abends ging.

[Äußerer Rand / Prefsbelt-Sektor / Prefsbelt IV / Blue One / Gouverneurspalast / Ballsaal / auf der Galerie] - mit Dr. T'rsop, Theranos Zesh
 
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