Aber nur vermutlich. Tatsache ist, dass die Älteren sogar öfter ins Kino gehen als die Jüngeren. Da gibt es sogar Statistiken zu. Ich glaube auch, dass den Älteren mehr am Fortbestand des Kinos liegt als den Jüngeren. Demzufolge muss bei denen doch der Stellenwert größer sein. Ähnlich verhält es sich mit dem klassischen Fernsehen.
Es kommt darauf an, ob man meint, wer überhaupt hingeht oder wer besonders oft geht. Genau dieser Unterschied führt schnell zu falschen Eindrücken.
Wenn man sich anschaut, welche Altersgruppen überhaupt erreicht werden, dann liegen die Jüngeren klar vorne. Vor allem Jugendliche zwischen etwa 14 und 19 Jahren haben die höchste Beteiligung. Ein großer Teil von ihnen geht zumindest hin und wieder ins Kino. Auch Kinder und junge Erwachsene sind stark vertreten. Für viele gehört das einfach dazu, sei es als Freizeitbeschäftigung oder um sich mit Freunden zu treffen.
Sobald man aber danach fragt, wer wirklich regelmäßig im Kino sitzt, verschiebt sich das Bild deutlich. Dann tauchen tatsächlich plötzlich die älteren Altersgruppen ganz oben auf. Besonders Menschen über 60 gehen im Durchschnitt am häufigsten. Das sind nicht die meisten Besucher insgesamt, aber sie gehen öfter als alle anderen. In den Studien werden sie oft als die treuesten Kinogänger beschrieben.
Dabei zeigen sich auch recht klare Unterschiede beim Geschmack. Ältere Zuschauer greifen eher zu ruhigeren, erzählerisch geprägten Filmen. Dazu gehören Dramen, Literaturverfilmungen oder auch historische Stoffe. Auch gut gemachte Krimis oder Biografien kommen in dieser Altersgruppe oft gut an. Was sie eher meiden, sind sehr laute, hektische Produktionen. Dazu zählen viele Actionfilme, Superheldenfilme oder stark effektgetriebene Blockbuster. Auch Horrorfilme oder sehr schnelle Schnitte mit hoher Reizdichte sind für viele weniger attraktiv.
Die mittleren Altersgruppen bewegen sich irgendwo dazwischen. Leute zwischen 30 und 49 gehen zwar ins Kino, aber eher unregelmäßig. Alltag, Arbeit und Familie spielen hier eine große Rolle. Bei den 20- bis 29-Jährigen zeigt sich in den letzten Jahren tatsächlich sogar ein leichter Rückgang, was vermutlich auch mit Streaming und veränderten Gewohnheiten zu tun hat.
Am Ende ergibt sich ein ziemlich klares Bild. Die Jüngeren sorgen dafür, dass viele Menschen überhaupt ins Kino gehen, sie liefern die Masse an Zuschauern, was sich auch im Ranking der erfolgreichsten Filme eines Kinojahres widerspiegelt. Die Älteren sorgen dafür, dass das Kino regelmäßig besucht wird. Gleichzeitig unterscheiden sich die Vorlieben deutlich, was erklärt, warum bestimmte Filme gezielt für bestimmte Altersgruppen gemacht werden.