Truuine

[Truuine System - Truuine - Äquatoriale Inselkette - Osicia - Café "Patroliaans Drogisterij" - Darth Aster, Akolyth Vorn, Akolyth Qowrow und Major Varro und ein paar andere Unwichtige NPCs]

Asters Antwort auf Vorns Vorhersage lief halbwegs erwartbar ab. Ganz der Politiker, konnte der Planetenherrscher natürlich nicht einfach zugeben, dass er seine Truppen blind in einen Todesstreifen schicken und die Leichen den Weg für die nächsten Einheiten pflastern würden. Er sprach auch nochmal die in der Übung trainierte Strategie an, in welcher die Laserschwertnutzer die Leute hinter sich verteidigt hatten. Und als Politiker ließ er aus, wie begrenzt effektiv so ein Manöver war. Lord Wer-auch-immer und noch ein anderer Private, der wahrscheinlich zu eben jenem Lord gehörte, würden auch mitmachen. Aber dann wären sie immer noch zu wenige für zu viele Geschütze. Nicht das deren Anzahl bekannt war, doch Aster selbst haute ja einfach mal einen Knaller raus. Sie schätzten die Bevölkerung dieser Rebellenbasis auf lächerliche 250.000. Wie im Namen von Magga sollte das gut gehen?

Die Antwort seines Meisters frustrierte ihn für ein paar Sekunden ungemein, nur um dann durch Kälte ersetzt zu werden. Die von Aster angesprochene Strategie war Bullshit. Sie konnte nicht funktionieren. Also würde Vorn sie auch nicht verfolgen und jeden um sich herum dazu benutzen, um selbst an den Strand oder die Küster oder was auch immer zu gelangen. War sein Boss nicht willig vernünftige Wege einzuschlagen, der Akolyth fühlte sich nicht verpflichtet in seine gewählten Todesfallen zu laufen. Scheiß auf ihn!

Die Erinnerung seines Meisters, dass er ja eigentlich ein zum Tode verurteilter war, war natürlich auch nicht hilfreich. Schließlich war das ein imperiales Gesetz. Der Wert dieser künstlich konstruierten Regel musste permanent durch jene erhalten werden, welche sie anwendeten. Sie hatten nichts mit Naturgesetzen oder dem Göttlichen zu tun. Die Schwerkraft brauchte keine Anhänger. Imperiale Gesetze hingegen schon. Sein sogenanntes Todesurteil war also... nichts. Schon gar kein Argument für irgendetwas. Vorn sagte zwar nichts, antwortete nicht, reagierte auch nicht äußerlich, doch er spürte die Entfernung zwischen ihnen wachsen. Die Grundausbildung hatte es ihn manchmal vergessen lassen. Wie wenig sie doch gemein hatten und wie schnell Vorn doch eigentlich verschwinden wollte. Und nun wurde er in den Krieg von wem anderes geschickt. Fantastisch. Wie war es nur so weit gekommen?

Als hätte
Aster seine aktuellen Gedanken vorhergesehen, kam er plötzlich mit einem Geschenk. Eine Schutzausrüstung. Vorn hatte schon einmal eine erhalten, doch mit dem Zusatz, dass er diese im Grunde nie einsetzen durfte, weil es die anderen Soldaten benachteiligen würde. Weshalb er sie am Ende gar nicht erst benutzt hatte. Allein der Gedanke, sich bei jeder Gelegenheit überlegen zu müssen, ob er sie nun tragen durfte oder nicht, war dem Menschen zuwider gewesen. Dann lieber gar nicht erst daran denken. Nun kam sein Meister erneut damit an, doch diesmal sollte sie auch benutzt werden. Und sie war ausnahmsweise mal wirklich nützlich! Sie besaß allerlei Spezialequipment, welches Vorn mal durchaus, mal durchaus nicht verstand. Er würde sich später damit auseinandersetzen. Ohnehin tatsächlich relevant war der Schutz vor Blasterfeuer, wenn auch nicht gegen massiven Beschuss. Das WAR... hilfreich... doch es reichte nicht, um Vorns Pläne in eine andere Richtung zu lenken. Nichtsdestotrotz nickte er innerlich. Er nahm, was er kriegen konnte.

Damit war die Besprechung zu Ende. Der
Stinker hatte gar nichts beizutragen gehabt, worüber alle froh gewesen sein durften. So gesehen hätten sie danach gemeinsam zurückkehren können, um dann am Sammelpunkt anzukommen, doch keiner der beiden Akolythen hatte so wirklich Lust darauf. Deshalb nutzte Vorn die Gelegenheit und war gleich der erste des Quartetts, welcher das Café verließ. Aster hatte nicht verraten, wo seine eigene Rüstung sein würde oder Details genannt, auf welchem Wege er überhaupt zur Schlacht kommen sollte, weshalb der Rothäutige einfach zu seiner Einheit zurückkehrte. Also jene, in der er gedient hatte, bevor sie für die Übung auf den Mond geschickt worden waren. Dort fand er sie zwar nicht, doch dafür dann Befehle bzw. Instruktionen, wie es nun weiter gehen würde.

Seine Rüstung wartete am Zielort - also am Südpol – auf ihn. Zwischen dem Treffen und dem Ankommen auf dem Wasserschiff hatte Vorn sich nicht wirklich vorbereitet. Er hatte nur meditiert – endlich! - und dann alles mitgenommen, das er nicht zurücklassen wollte und das ihn bei der Flucht helfen konnte. Ob ihn die Codezylinder wirklich helfen mochten, wusste er zwar nicht, doch er nahm sie lieber mit. Im Zweifel nutzte er die chaotische Lage einfach aus und stahl ein Schiff... welches er nicht würde steuern können. Doch da kam sein zweites wichtiges Mitbringsel ins Spiel. Eine heruntergedummte Bedienungsanleitung für simple Raumschiffe. Da er aber wenig zuversichtlich war, das sie zu genau jenem Schiff passen würde, dessen er sich bemächtigen konnte, ging er eigentlich davon aus, dass er auch gleich einen Piloten benötigen würde. Den konnte er dann ja davon überzeugen, dass das auch in seinem Interesse war.

All diese Ansätze von Fluchtplänen und Pläne besaßen Löcher und Fragezeichen so groß wie der Eismond, doch Vorn hatte nicht so wirklich tiefergehend planen können. So sch***htelig das Imperium auch war, es hatte seine Augen und Ohren überall und dank seiner Antihaltung war Aster sowieso schon immer kurz davor gewesen ihn hinrichten zu lassen. Eine allzu offensichtliche Planung zur Flucht hatte er nicht vornehmen können. Also würde er improvisieren. Damit konnte er gut leben.

Die Rüstung war so weiß wie sein kybernetischer Arm, an den er sich inzwischen so weit gewöhnt hatte, dass er schon bewusst an ihn denken musste, um ihn überhaupt noch zu bemerken. Weiß war offensichtlich nicht seine Farbe, doch am Südpol mochte sie hilfreich sein und im Endeffekt ging es ja auch um den pragmatischen Nutzen dieser Technologie. War Vorn beim Antreten seiner Flucht weit genug von
Aster und seinen machtsensitiven Verbündeten entfernt, diese Rüstung würde ihn diese fast schon alleine selbige ermöglichen. Dann noch ein bisschen Machtnutzung und der Einsatz des Laserschwertes und er würde schon irgendwie wegkommen. Sofern er bis dahin überlebte.

Es war nicht so, das Vorn nicht improvisieren konnte oder dafür charakterlich ungeeignet war. Aber es gab definitiv bessere Szenarien, in denen man das tun konnte. Er wusste so gut wie nichts über all das um sich herum. Seinen Geburtsort hätte er blind durchstreifen können, doch hier gab es nur beschissen kaltes Wasser, noch kälteres Eis, Durastahl und Imperiale und ihre Gegner. Und seine beste Chance auf seine Flucht und damit das Überleben war dieser bisher noch unbekannte Gegner. Im Prinzip musste Vorn die Initiative ergreifen und vor allen anderen Imperialen in die feindliche Festung gelangen und die dort die Flucht antretenden Rebellen davon überzeugen ihn mitzunehmen. Nachdem er sich einen blutigen Pfad zu ihnen gebahnt hatte. Das sprach nicht gerade für den diplomatischen Weg.
Magga sei dank. Das war also der erste Schritt seines ganz eigenen Angriffsplanes. Er musste spontan erkennen, wann es Zeit war die sicheren Brückenköpfe des Imperiums auf eigene Faust zu verlassen und ein Rebellenschiff zu erreichen.

Wofür er wie gesagt erst einmal den ersten Ansturm überleben musste. Deshalb schob er seine Fluchtpläne erst einmal bei Seite und besann sich, in seiner Rüstung steckend und auf Deck des Flaggschiffes stehend, auf das Hier und Jetzt. Neben den anderen Machtnutzern, die alle in der selben massiven Rüstung steckten, gab es noch einen ganzen Batzen anderer Soldaten in ihren eigenen speziellen Uniformen. Sie hatte alle irgendwelche Bezeichnungen und Namen, die Vorn schon wieder vergessen hatte. Doch er kannte sie und ihre Fähigkeiten spätestens seit seiner Beinahehinrichtung. Sie waren fähig. Mit dem Blaster sowieso schon mal fähiger als er selber. So wirklich sicher fühlte sich Vorn deshalb aber nicht. Die Laserschwertschwinger in ihren auffälligen weißen Körperpanzern würden das Feuer auf sich lenken. Das die Blauhelme um ihn herum gezielt zurückfeuern konnten, half da kaum. Ein bisschen mehr Hoffnung strahlten dafür all die Fahrzeuge auf den anderen Schiffen aus. Panzer, Artillerie und so weiter. Mit etwas Glück zogen die sogar noch mehr feindliche Läufe auf sich, weil sie so gesehen ja ein höheres Zerstörungspotential besaßen. Oder die über sie kreisenden Jäger. Im Grunde gab es also viele Faktoren, die vielleicht, vielleicht aber auch nicht hilfreich sein konnten. Vorns emotionales Zentrum wusste deshalb nicht so recht wohin mit sich. Nur eine Sache spürte der hünenhafte Mensch. Furcht. Und die darauf antwortende Wut, weil er nichts gegen sie unternehmen konnte. Bei aller dreckigen Hässlichkeit des Lebens in seiner Kolonie, seine Gegner waren nur Knüppel und improvisierte Schwerter schwingende Verhungernde gewesen. Mit ein bisschen Geschick und Geduld hatte man jede Situation unter Kontrolle haben können, selbst wenn man die Anzahl dieser Begegnungen pro Tag nicht hatte beeinflussen können. Es war also kein stressfreies, kein angstfreies Leben gewesen. Aber als Vorn nun so durch die künstlichen Augen seiner Rüstung schaute und dabei die angezeigten Informationen des HUDs ignorierte, spürte er einen Sturm der Furcht in seinem Inneren. Alles um ihn herum konnte ihn von jetzt auf gleich töten. Das konnte ein simples Ausrutschen und ins Eiswasser fallen oder eben ein aus wer weiß welcher Entfernung abgegebener Schuss sein, der ihm ein kopfgroßes Loch in die Brust brannte. Selbst das verschissene Wetter konnte ihn hier töten!

„Immer weiter!“ murmelte er vor sich hin. Er durfte nicht stehenbleiben, musste das genaue Gegenteil von dem tun, das er in der Kolonie gelernt hatte. Nicht abwarten, nicht ruhig bleiben, nicht stehenbleiben. Immer weiter voran, die Furcht als Antrieb nutzend. Zögerte er, nahm er nicht genug Risiken in Kauf, er würde sterben und das vielleicht ohne auch nur den Grund zu erfahren. Sein Leben, sein ÜBERleben lag irgendwo im Zentrum der Rebellenbasis und man wollte ihn dort nicht haben. Und der größte Witz war Aster selbst, der in eben diesem Moment ankam. Vorn brauchte den Mann, seine Armee und Flotte, die Rüstung und Waffe, die Ausbildung, all das eben. In dieser Welt des Imperiums hatte Maggas Lehren Vorn nur die ersten paar Schritte weit gebracht. Den Großteil der Reise hatte er nur wegen, aber eben auch dank des Imperiums bewältigen können. Die Ambivalenz dieser Tatsache änderte aber auch nichts an der Ausgangssituation. Aster hatte ihn in sie hinein gezwungen. Vorn würde ihn dafür töten...

[Truuine System - Truuine - Südpolarkreis - Offenes Meer - Flaggschiff - Deck - Darth Aster, Matthew und Nira, Akolyth Vorn und die NPCs: Akolyth Qowrow, Major Varro, Asters Garde, Skybridge Bataillon und andere Invasionstruppen, herumlaufende Besatzung des Schiffes]
 
[Innerer Rand | Truuine-System | Truuine | Nordpol | Moraband | Praxeum | Trainingsräume] Matthew, Nira


Während Matthew langsam in seine Trance sank, vernahm er die Überlegungen seiner Schülerin. Das sie dabei damenhaft auf ihrem Kissen saß und Monolog hielt amüsierte ihn trotz seiner Trance. Er gab ihr jedoch keine Erwiderung. Es war offensichtlich, dass Nira ein paar Dinge für sich selbst offenlegen musste. Ihre geistige Entwicklung, für ihn offensichtlich für sie vermutlich weniger zeigte sich erneut in ihren Worten. Nira Merash mochte in ihrer Zeit als seine Schülerin ihrem Ziel eine mächtige Sith zu werden nicht offensichtlich näher gekommen sein, doch Matthew wusste, dass sie den wichtigsten Schritt ihrer gesamten Ausbildung bereits hinter sich gebracht hatte. Von nun an, konnte er sie wahrlich in den Künsten der Sith unterweisen, ohne dass er seine Schülerin und seine Arbeit an eine gedankenlose Puppe der dunklen Seite verschwendete..



Die zwei Sith hatten den restlichen Tag und auch die folgenden Tage noch mit intensivem Training zugebracht, Matthew stellte sicher, dass seine Schülerin sich in Sachen Perfektionierte Körperbeherrschung und Geschwindigkeit verbesserte, um sie auf den Südpol vorzubereiten und auch ihre kälte Märsche sowie die letzten Truppenvorbereitungen wurden abgeschlossen.

So fanden sich Matthew und Nira schließlich auf dem Flaggschiff der Angriffsflotte wieder, die die Verwaltung für die spezielle Militäroperation am Südpol zusammengestellt hatte. Auf dem Deck hatte sich die Speerspitze dieses Angriffs, abzüglich des Gouverneurs selbst bereits versammelt.

Matthew, Nira sowie auch Vorn und Qowrow hatten sich in die neuen Aurora Rüstungen gekleidet, die Prefsbelt für Truuine designend und hergestellt hatte. Die schweren Panzerungen schützten vorzüglich vor der Kälte des hiesigen Klimas und mit den ebenfalls schweren Feuchtigkeitsabweisenden Umhängen waren sie für alle Eventualitäten gewappnet. Matthew’s Hüftumhang war im Gegensatz zu den Schülern von innen Schwarz gefärbt, außerdem war sein schweres Cape ebenfalls von innen geschwärzt.

Gerade hatte der Anzat den Sitz und die Funktionalität aller Rüstungen vor Ort geprüft als Ridley das Frontdeck betrat. Also setzte er schnell seinen Helm auf und mit einem Zischen versiegelte Aurora die letzte Öffnung in der Panzerung. Mit einem letzten Blick über die fünf Machtnutzer ergriff der Gouverneur das Wort, doch auf seine Frage erhielt er bloß entschlossenes Schweigen. Selbst der Hüne den Ridley sich als „Schüler“ ausgesucht hatte ließ entgegen Matthews Erwartung keinen dummen Kommentar fallen, auch wenn Matthew spürte das dem Mann etwas auf der Zunge lag.

Es war so weit, der Sturm auf Port Ryloth hatte begonnen.


[Innerer Rand | Truuine-System | Truuine | Nordpol | Moraband | Praxeum | Trainingsräume] Matthew, Nira, Ridley und Vorn, sowie (NPCs) Cestus Varro, Qowrow, Ridleys und Matthews Garde, Skybridge Bataillon, Invasionstruppen
 
[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Rebellenbasis / Korridor vor dem Kontrollraum ] Aldor, sowie (NPCs) Lt. Karveks Zug

Endlich war es so weit. Wegen seiner Sturheit, Lucias Aktion nicht durchzuziehen hatte es mehrere Stunden gebraucht, die Tür aufzuschweißen. In der Zwischenzeit war Aldor mit einigen Leuten zum Gang zurückgeschwommen, wo sie gegen die Karkarodon gekämpft hatten, um einige der Schilde zu holen. Pünktlich als er damit fertig war, trat Sergeant Sperber an ihn heran, um ihm den Detopack-Zünder zu überreichen, der diese verdammte Tür aufbrechen würde. Kurz dachte er noch einmal darüber nach, diese Leute erneut zum Aufgeben zu bewegen, doch da die Republik so dreist gewesen war, diese Terroristen zu unterstützen, beschloss er, keine Gnade zu haben. Anders herum wäre es genauso gewesen.

"Gute Arbeit! Also, wir machen es folgendermaßen: Vorne stehen unsere Leute mit den Schilden. Die Hintermänner kümmern sich um die Brückengräben mit den Granaten und gibt Feuerschutz. Wir gehen da gnadenlos rein. Keine Gefangenen! Sie hatten ihre Chance auf Leben, das sie weggeworfen haben."

Er umfasste den Zünder mit der linken Hand, in der Rechten eines der Schilde.

"Zurück!", rief er. Sein Finger schwebte über dem Auslöser.

"Zündung in 3...2..."

Sein Zug hatte eine saubere geordnete Formation eingenommen. Das war die Schönheit des imperialen Sturmtruppenkorps. Er schwor da ohne Verluste rauszugehen. Nicht während er das sagen hatte.

"1......Zündung!"

Der laute Knall und die Schockwelle, welche durch das Wasser fuhr besiegelte den Beginn der Schlacht und damit den Untergang der Terroristen. Kaum flog die Panzertür aus den Angeln, flogen schon die Blasterschüsse. Erhitzt durch diese brodelte das Wasser. Entschlossen arbeitete sich die Formation Meter für Meter vor. Die ersten Gegner, die meinten den Helden zu spielen, waren bereits gefallen. Ihre toten Körper trieben im Wasser umher. Einschlusslöcher faustbreit in ihren Körpern. Angetrieben durch den Tod ihrer Kameraden und dadurch, als vermeintliche Märtyrer so viele wie möglich mit in den Tod zu reissen flog nur noch mehr Gegnerfeuer. Das konnte die Aquatrooper, professionell wie sie waren, nicht davon abhalten in Wurfweite der Brückengräben vorzurücken, den manch einer törichterweise als Schützengraben nutzte.

Wie auf ein Kommando flogen die Granaten. Zeitlich versetzt geworfen, wurden Fliehende von nachfolgenden Granaten in Einzelteile zerfetzt. Manch ein Xeno starrte so entsetzt auf das Massaker, dass er schlicht vergaß den Schüssen auszuweichen. Zwischen den Gegnern konnte er immer wieder den Befehlshaber der Republik sehen. Ein Mensch der immer wieder Befehle brüllte, die an allen vorbeizugehen schienen. Der Großteil der Terroristen entpuppte sich letzendlich als das, was sie waren: Ein unorganisierter Haufen Irrer. Die Wenigen mit Professionalität reichten nicht aus, um den Feuersturm zu überleben. Einige hoben bereits als Zeichen der Aufgabe die Hände, rechneten aber nicht mit der Gnadenlosigkeit des Imperiums. Darüber hätten sie sich vor ihrem Eintritt in die Rebellentruppe, vor der Übernahme dieser Station Gedanken machen sollen.

Da war er wieder, der Offizier der Neuen Republik. Er brüllte die an, welche die Niederlage akzeptiert hatten und wie in Ekstase auf ihr Ende warteten. Der Feuersturm kam immer mehr nur von einer Seite und der Lieutenant ergriff seine Chance. Er senkte sein Schild soweit, dass er freies Ziel- und Schussfeld hatte und einige um ihm taten es ihm gleich. 1,2,3 Schüsse - 3 Einschusslöcher in dem jetzt leblosen Körper dieses törichten Mannes. Und gleiches spielte sich vor und hinter ihm ab. Links und Rechts trieben tote Körper. Der Lärm ebbte ab und die Trooper stürmten schließlich geordnet den Raum. Jeder der noch eine Waffe und kein Anzeichen des Todes zeigte, wurde beschossen. Sie konnten sich nicht leisten von vermeintlich Toten aus dem Hinterhalt angegriffen zu werden.


"Verluste?", fragte er schlicht.

"Überprüft alle nach Lebenszeichen. Zeigt keine Gnade!"

[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Rebellenbasis / Kontrollraum ] Aldor, sowie (NPCs) Lt. Karveks Zug
 
[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Rebellenbasis / Korridor ] Lucia und Aldor, sowie (NPCs) Lt. Karveks Zug

Mit angestrengt ausdruckloser Miene packte Lucia ihr Blastergewehr fester und reihte sich in die Formation Aquatrooper ein, die sich um die Panzertür gebildet hatte. Das Wasser hier fühlte sich warm auf ihrer Haut an. Die Temperatur eines angenehmen Bades, hätten nicht die summenden Energieschilde an das Kommende erinnert. Ein Bad würde es werden. Doch würde es wohl trotz des Mediums eher aus Blut als aus Wasser bestehen.

Lucia musste gestehen, es war clever von Lieutenant Karvek gewesen, die Wartezeit zu nutzen, um die Schilde der Karkarodon einzusammeln. Wirklich clever. Das erste Mal, seit sie die Panzertür erreicht hatten, sah Lucia nicht mehr die Horrorvision ihrer toten Kamerad:innen vor ihrem inneren Auge. Kein offenes ins Messer schwimmen, stattdessen würden sie es nun hier und jetzt zu Ende bringen.

Stumm zählte Lucia die Sekunden, während sie auf die letzte, entscheidende Detonation wartete. Es würde keine Gefangenen geben. Das war der Befehl. Keine Gefangenen, keine Gnade. Vergeblich wartete sie auf eigene, kritische Gedanken zu diesem eigentlichen Bruch des Protokolls. Das war neu. Sie war bereit gewesen zu sterben, um all diese Bastarde mit in den Tod zu reißen. Ihr Schicksal war in dem Moment besiegelt worden, an dem sie es abgelehnt hatten, sich zu ergeben. Der Gedanke, dass sie damit eine mögliche Befragung verhinderten, kam ihr erst gar nicht. Lieutenant Karvek hatte gesprochen. Lucia würde das Ihre tun.

Im richtigen Moment der Sprengung kniff Lucia die Augen zusammen. Die anderen mochten ihre polarisierten Helmvisoren haben. Sie hatte ihr Training. Ungefragt zogen Zündungsdauer und Lumineszenz eines Detopacks nach Zündung vor ihrem inneren Auge vorbei. Die Panzertür wurde nach innen gedrückt, wie eine leere Trinkdose. Erleuchtet wurde die Brücke nur von einigen wenigen Deckenlampen. Die Gräben lagen weitgehend im Dunkeln. Dicke Panzerschotts verbargen die Fenster. Feiglinge! Offensichtlich hatten sie alles versucht, um es den Aquatroopern möglichst schwer zu machen, ihre Opfer zu sehen. Lucia registrierte die vergebliche Amateurhaftigkeit des Vorgehens am Rande, doch der Wunsch, mit ihrem Blaster ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen, war ihr einziger klar formulierter Gedanke.

Zusammen mit ihren Waffengeschwistern richtete sie die noch tiefere Schwärze ihrer Waffenmündungen auf den Feind. Und die Schlacht – oder vielmehr das Schlachten – begann. Blaster heulten auf beiden Seiten auf, doch hatte nur eine Schilde. Einem jähen Impuls folgend, schaltete Lucia auf Einzelfeuer. Ihr Finger krümmte sich und versenkte den ersten roten Bolzen in dem tentakelbewehrten Kopf eines Quarren. Und den nächsten in der Brust einer Karkarodon. Die Aquatrooper rückten vor und Lucia schoss. Beinahe fühlte es sich wie auf dem Schießstand an, während sie Rebell um Rebell niedermähte. Doch nein, es war einfacher! Ein Schuss, ein Treffer und keine nervigen falschen Ziele, die sie vermeiden musste. Ihre Leute schwammen in Formation und alles, was ihr vor die Mündung kam, war der Feind. Ein Patrolianer mit Blaster, Treffer zwischen die Augen. Ein Selkath, der versuchte, hinter eine Konsole Deckung zu suchen, zwei Bolzen ins Massezentrum seines Rückens.

Schuss. Tod. Treffer. Schuss. In den Photorezeptoren eines Droiden hätte man mehr Leben gesehen als in ihren Augen, während sie Befehle befolgte. Keine Gefangenen, keine Gnade. War das Aroma gebratenen Fisches im Wasser Einbildung? Egal! Da war eine weitere Patrolianerin, die das Geschehen wie erstarrt verfolgte – auch sie starb auf dieselbe Weise, wie ihre Rebellenfreunde. Und schließlich war es vorbei. Karvek streckte den einzigen Luftatmer nieder, den sie auf feindlicher Seite gesehen hatten, und der Lärm ebbte ab.

Nein, halt. Keine Gnade, sagte Karvek. Sie waren Sturmtruppen, die würden auf Nummer sicher gehen. Irgendwo aus weiter Ferne teilte die Stimme von Command Sergeant Akwaake mit, dass es keine Verluste gegeben hatte, doch die Geräusche prallten an Lucias Hirn einfach ab. Ihr Blastergewehr hatte sie weggesteckt und dafür ihre Blasterpistole gezogen. Schuss, Schuss, Schuss. Warum auf Lebenszeichen prüfen, wenn ein prüfender Kopfschuss schneller ging? Keine Gefangenen, keine Gnade. Wie Pappkameraden am Schießstand tauchten eines nach dem anderen die Gesichter der Rebellen vor ihrem Blickfeld auf und eins nach dem anderen verwandelten sie sich in verkohlte Ruinen.

Klick, Klick, Klick, Klick. Erst beim vierten Abzug registrierte Lucia, dass ihre Blasterpistole keine Munition mehr hatte. Wie im Traum sah sie sich um und betrachtete die lange Reihe aus treibenden Leichen. Die Arbeit war getan. Den Quarren, den sie versucht hatte zu erschießen, hatte sie zu Beginn des Kampfes bereits ausgeschaltet. Irgendetwas war seltsam. Und nicht, dass sie grade vergeblich versucht hatte, eine Leiche zu töten. Kam vor. Vor Lucias innerem Auge flimmerten ein weiteres Mal die zahllosen toten Gesichter vorbei. Quarren, Selkath, Karkarodon, Patrolianer, Aqualish, Blubreen, Draedan. Mensch. Was fehlte? Was?! Fehlte?! Hektisch sah sie sich um, bis ihr Blick schließlich an den verschlossenen Fensterschotts hängen blieb.

Blitzartig peitschte sie zu der zentralen Konsole hinüber und begann Befehle einzutippen. Zu fest packte sie mit einer Hand einen Hebel und zog ihn mit einem befriedigenden Klacken zu sich. Einen Moment später fuhren die Panzerschotts hoch und da war er. Da war er! Operative Yazhu hatte einen Mon Calamari erwähnt, der die Terroristen befehligen sollte! Ein ganz toller Befehlshaber. Es schien, als hätte er sich vor seinem sicheren Tod zwischen Transparistahl und Panzerschott verbergen wollen. Mit was für grandiosen Worten hatte er die Aufgabe abgelehnt…oder war das der Mensch gewesen? Hatte der Fischkopf da etwa schon versucht, die eigene Haut zu retten?! Egal, er verdiente nicht dieses Mysterium aufklären zu können!

Mit bebenden Händen hob Lucia ihr Blastergewehr und öffnete den Mund zu einem stummen Schrei. Ihr Atemgerät fiel irgendwohin außer Sicht und ein vollautomatischer Strom aus Blasterfeuer erfasste den feigen Feind voll im Gesicht. Das von einer Sekunde zur anderen aufhörte zu existieren. Jetzt war Lucia sicher, dass sie sich den Geschmack von gebratenem Fisch im Wasser nicht mehr einbildete!

Lucias Gesicht war so leer wie der tiefe Ozean draußen, als sie ihren Kopf in Richtung ihres Lieutenants drehte.


„Brücke gesichert, Sir. Aller Widerstand wurde gebrochen. Keine Gefangenen. Sie können nun die automatischen Verteidigungssysteme abschalten.“

, sagte sie, während ein steter Strom Luftblasen ihren Mund verließ. Erst einen Moment später erinnerte sie sich an das Atemgerät, das sie verloren hatte, und blickte sich suchend nach ihm um.


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Das Training im Trainingsraum des Praxeum ging schließlich zu Ende. Die nächsten Tae waren wieder von intensivem Training, aber auch weiteren Studien geprägt. Nira wusste davon, dass sie einen Krieg vor sich hatten. Deswegen ließ sie auch Elara zu Hause. Nicht weil ihre Freundin nicht kämpfen könnte. Nein. Zwischen den beiden hatte sich eine tiefe Bindung entwickelt, welche Nira im Ernstfall ablenken könnte. Und so kam dann auch der Tag, an dem sich Darth Baobahn und Nira bei der Angriffsflotte einfanden.

Nira betrat mit ihrem Meister das Deck und hasste die neue Rüstung schon jetzt. Sie war einfach zu schwer, klobig und schränkte sie extrem ein. Eine leichtere Ausführung wäre ihr lieber gewesen. Alleine die Umhänge… Unpraktisch. Sehr unpraktisch. Schließlich betrat auch Ridley das Frontdeck und Nira musterte die Person eingehend. Ihr Blick war finster, während die Augen der Rothaut glühten wie sterbende Sonnen.

Bei
Ridleys folgenden Worten wanderte Niras Blick kurz zu dem Riesen von damals (Vorn) und dann wieder zu Ridley. Ein hinterhältiges Grinsen legte sich auf ihre Lippen. Sie nickte knapp bei der Frage, ob sie bereit wäre. Dieser Trottel war größer und stärker. Keine Frage. Dafür wäre Nira im Gegenzug schneller, klüger und wenn das nicht reichte, gemeiner. Wahrscheinlich überstieg ihr Intellekt jenes des Riesen bei weitem. Umgekehrt galt es zwei Sachen zu bedenken… Einmal durfte man auch solche Wesen nicht unterschätzen und zum Anderen standen sie, zumindest noch auf der gleichen Seite. Jedoch waren das nur Details. Nira selbst war sich auch ihres eigenen gelegentlichen Hochmuts bewusst geworden. Alleine das Verhalten im Tempel des damals verstorbenen Imperators war ihr nun mehr als peinlich. Die Erinnerung selbst allerdings… Sie müsste ihren Meister fragen, was er über einen bestimmten Umstand zu jener Zeit dachte. Aber dazu war jetzt keine Zeit. Jetzt… lag eine Schlacht vor ihnen und ein kurzer Blick über jede anwesende Person erinnerte Nira daran, dass wahrscheinlich nicht jeder die nächsten Wochen und Monate überleben würde. Sie mussten also versuchen, dass jeder Tod am Ende einen Wert hatte. Der Krieg stand am Anfang. Unnötiger Verschleiß würde sich im Laufe des Krieges nur rächen… Das hieß auch… wieder wanderte Niras Blick zu dem Riesen (Vorn)... Dass ihre Rivalität fürs Erste auf Eis lag. Niras Mimik war inzwischen wieder sehr ernst geworden. Sie merkte bis heute nicht, wie sich ihr Denken verändert hatte, seit sie bei Darth Baobahn war.



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Statt üblichen geschlechtsspezifischen Pronomen, werden in diesem Post experimentell geschlechtsneutrale Neopronomen verwendet. „Hen“ ist zu lesen wie „er/sie“ (Nominativ & Akkusativ). „Hens“ ist zu lesen wie „ihr/sein“ (Genitiv). „Hem“ ist Dativ. Beispiel: „Dies ist Ridley Solaris. Hen ist imperialer Gouverneur und hens Planet heißt Truuine. Legat Talzin ist hem zu Diensten.“ Von Außen spielt Ridley eine Person mit er/sein Pronomen vor, um im chauvinistischen Imperium nicht benachteiligt zu werden.
[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Offenes Meer / Einige Dutzend Klicks von der Eiskappe / Flaggschiff ] Ridley, Vorn, Matthew und Nira, sowie (NPCs) Cestus Varro, Qowrow, Ridleys Garde, Skybridge Bataillon, Invasionstruppen

Erhobenen Hauptes stand Ridley an Bord des sich sanft auf den Wellen wiegenden Schiffes und verlieh hens Gesicht den Ausdruck staatstragender Gravitas. Ein Kameradroide surrte um die kleine Gruppe Machtnutzer herum und machte diesen Moment in der truuiner Geschichte historisch. Auch Matthews Gesicht wurde aufgezeichnet, doch lag der Fokus in erster Linie auf Ridleys Zügen, die sich scharf gegen die Schwärze des Himmels abhoben. Weiße Haut, blonde Haare, einen besseren Kontrast hätte sich kein Regisseur im Filmstudio zurechtlegen können. Hen konnte die Schlagzeilen im truuiner Holonet bereits vor Augen sehen.

Zwischen den finsteren Wolken, die in einem beständigen Strom von Süden heranzogen, zeigten sich in dieser Entfernung immer wieder goldene Fetzen durchscheinenden Tageslichts. Von hier an würde es jedoch nur schlimmer werden, je näher sie auf die vulkanische Aktivität zusteuerten, die dem Südpol seine Lebensfeindlichkeit verlieh. Zu sehen war vom Wasser aus nur ihr rußiges Symptom – sichtbar große Ausbrüche gab es selten. Das Einzige, was Ridley mit hens bionischen Augen erkennen konnte, war die weiße Linie der Polkappe in der Ferne. Dort lag die Grenze. Der Teil des Planeten, der sich hens eisernem Griff bislang widersetzte und der nun einen existentiellen Kampf ausfechten würde, um nicht der unvermeidlichen imperialen Ordnung anheim zu fallen. Selbstbewusst lächelte Ridley und hob theatralisch langsam hens Com. Der Moment schmeckte süß auf hens Lippen.


„Legat Di Ghuta, beginnen Sie.“

, war alles, was die Gouverneursperson sagen musste. Selbstbewusst, staatstragend, aufgezeichnet. Von einer Sekunde auf die andere begann die Barrage. Die Mobilen Artillerien auf den umliegenden Booten feuerten, spuckten plasmabetriebene Projektile in einem weiten Bogen in die Luft, die binnen Sekunden ihre Ziele im weit entfernten Eis fanden. Jedes Geschütz feuerte in raschem Takt, ohne Rücksicht auf verfügbare Munition. Ein letztes Mal wartete Ridley darauf, dass die Drohne ihre Runde vollführte und hens Gesicht vor dem künstlichen Kometenschauer aufzeichnete. Erst gab hen die Heldenpose auf. Das Flaggschiff mochte sich in Bewegung gesetzt haben, doch würden sie selbst in Angriffsgeschwindigkeit eine gute halbe Stunde brauchen, bis sie sich in Reichweite des Angriffs befanden.

Ridley nutzte die Gelegenheit zwischen hens Begleitern hin und herzuschauen. Niemand hatte vorhin auf hens Frage etwas hinzuzufügen gehabt. Jede ging mit ihren Gefühlen vor der Schlacht anders um, aber doch hüllten sich alle von ihnen in einen Mantel aus Schweigsamkeit. Auch Ridley musterte genau die rasch größer werdende weiße Linie am Horizont. Doch war es nicht hens erste Erwartung einer Schlacht. Ridleys Lächeln ruhte wie festgebrannt auf hens Gesicht. Hen musste sich aktiv beherrschen, um nicht erwartungsvoll hens Schultern zu lockern. Oder etwas zu sagen. Oder die überschüssige Energie anderweitig in Handlung zu stecken. Doch so still hens Körper blieb, so sehr kreiste hens Verstand. Wieder und wieder spielte hens Hirn eine neue Version des Moments ab, wo der Feind damit beginnen würde, hen mit Blasterfeuer zu beharken Die Eiswand rückte näher, so lang würde hen sich eben noch beherrschen müssen.

Schließlich waren sie nah genug heran, dass Details sichtbar wurden. Das unerbittliche Bombardement der Artillerie hatte weite Teile der hoch in den Himmel aufragenden Wand mit einer zerklüfteten Krone aus Eiszacken versehen. Lediglich ihr Landungsziel, vielleicht zwanzig Meter Eiswand direkt vor ihnen, war unversehrt geblieben. Der Ort war genau gewählt. Eine Kombination der zerklüfteten Wand, die ihnen beim Aufstieg viel Deckung bieten würde und gleichzeitig einer geringeren Dichte von ausgekundschafteten, feindlichen Bunkern im Eis. Dennoch hatten sich große Scheinwerfer am oberen Rand der Eiskante bereits auf die Angreifer gerichtet. Der erste Schlag war geschlagen, der Feind hatte einen Treffer ins Gesicht kassiert. Doch geschlagen war er nicht. Der Kampf ging in die nächste Runde.


„Meine Herrschaften, Helme auf.“

, gebot Ridley hens Begleitern und legte henserseit das letzte Stück der reinweißen Rüstung an. Immer näher rückte die hoch über ihnen aufragende Eiswand, über die schließlich die ersten Geschosse in ihre Richtung geflogen kamen. Über eigene Artillerie schien der Feind nicht zu verfügen, denn das, was im nächsten Moment vom Schild des Flaggschiffes abzuprallen begann, erinnerte an große runde Murmeln, mit einem magentafarbenen Einschluss in der Mitte.

„Wie wir es in der Grundausbildung geübt haben.“

, sagte Ridley mit vom Helm verzerrter Stimme.

„Wir gehen vor und schützen die nachrückenden Soldaten hinter uns. Bis wir vor dem Feind stehen ist unsere Rolle rein defensiv. Danach erstürmen wir die Bunker und brechen den Widerstand. Möge die Macht mit Ihnen sein. Meine Herrschaften, in Formation.“

Nun, im Angesicht der Schlacht fühlte Ridley endlich die vertraute Enge in der Brust. Blut pumpte in einem raschen Stakkato durch hens Adern. Ein senkrechter Aufstieg hatte auch in der Grundausbildung nie zu hens Lieblingsübungen gezählt. Schon gar nicht unter Feuer. Die Eiswand war hoch und hens Enterhaken hatte nicht genug Reichweite, um auch nur den halben Weg zu überwinden. Trotz der gründlichen – und andauernden! – Vorbereitung der Artillerie, würden die nächsten Minuten kein Zuckerschlecken werden. Ein letztes Mal atmete hen durch, dann erwachte hens grellweiße Lichtschwertklinge zum Leben. War das Eis grade noch gegen den Himmel in einem rein weißen Licht erschienen, enthüllte der Vergleich nun das dreckige Farbenspiel. Grau, blau, grün, ein hässlicher, unimperialer Mischmasch, der nun unter ihren Stiefeln würde leiden müssen.

„Für die Imperatrix.“

, stellte Ridley nüchtern fest.


[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Ab Fuß der Eiswand / Flaggschiff ] Ridley, Vorn, Matthew und Nira, sowie (NPCs) Cestus Varro, Qowrow, Ridleys Garde, Skybridge Bataillon, Invasionstruppen
 
[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Rebellenbasis / Kontrollraum ] Aldor, sowie (NPCs) Lt. Karveks Zug

Verwirrt beobachtete der Anaxianer, dass Veluccci wie besessen zum zentralen Kontrollpult eilte. Was war jetzt schon wieder in sie gefahren? Erst will sie sich selbst ein Barotrauma zufügen und jetzt ist ihre oberste Priorität aus irgendeinem Grund das Kontrollpult. Vielleicht ist sie ja auf Entzug vom Rauchen und dreht komplett durch.

Doch schnell stellt sich heraus, dass sie noch bei Verstand war, mehr als alle anderen des Zugs, als die Fensterschotts aufschnellen und einen Mon Calamari enthüllen, dem man die Angst und Überraschung trotz der Unterschiede zu menschlicher Mimik deutlich ansehen konnte. Seinem Zug fehlte es zwar an Aufmerksamkeit, doch an Reaktionsvermögen sicherlich nicht. In Sekundenschnelle hatten alle die Waffen oben und keinen Moment später wurde der Befehlshaber der Terroristen durch den Sturm aus Blasterschüssen in so viele Teile zerlegt, dass selbst der begabteste Forensiker nicht alle wiedergefunden hätte.

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Als der Gleiter, den er zum Regierungsgebäude von Moraband genommen hatte stoppte, rief er sich noch einmal ins Gedächtnis, Lucias Leistung hervorzuheben. Ohne sie hätte diese Mission auch anders enden können. Er hatte kurz überlegt, seine Uniform statt der Ganzkörperrüstung zu wählen, doch er wollte nicht neben seinen Leuten stehen, als wäre er etwas besseres. Zumal man heutzutage jederzeit mit einem Angriff von Dissidenten rechnen musste. Und ehrlich gesagt, hasste er den Anzug. Man fühlte sich so nackt. Kein privates Helmkommlink, damit man Bemerkungen machen konnte, die nur die Einheit zu Ohren bekam. Kein Plastoid, dass einen als vertrautes Gewicht daran erinnerte, dass man jederzeit bereit wäre, zur Waffe zu greifen.


[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Nordmeer / Moraband / Regierungspalast ] Aldor, sowie (NPCs) Lt. Karveks Zug
 
[Truuine System - Truuine - Südpolarkreis - Offenes Meer - Flaggschiff - Deck - Darth Aster, Matthew und Nira, Akolyth Vorn und die NPCs: Akolyth Qowrow, Major Varro, Asters Garde, Skybridge Bataillon und andere Invasionstruppen, herumlaufende Besatzung des Schiffes]

Vorn hatte, wie vermutlich alle um ihn herum, genügend imperiale Propaganda gesehen. Die in 9 von 10 Fällen einen militärischen Fokus besessen haben. Er hatte also schon viel gesehen und gehört. Viel mehr, als so ein winziger Planet wie Truuine auffahren konnte. Aber eben nur über einen Bildschirm. Als die Flotte bzw. genauer gesagt die Artillerie auf dieser zu feuern begann, hörte er nun zum ersten Mal echte Geschütze, wie sie echte Projektile in die Ferne feuerten. Er verstand die Technik dahinter nicht, ja, nicht einmal was sie abfeuerten, doch er konnte durch sein HUD ihre Flugbahn verfolgen, konnte das Donnern der Geschütze hören. Sein Helm, das wusste er, manipulierte die ankommenden Sinneseindrücke auf irgendeine nützliche Weise. Man schützte ihn davor taub zu werden, aber verhinderte auch, das man wichtiges überhörte. Doch was auch immer der Anzug tat, das Resultat gefiel dem hünenhaften Menschen. Es fühlte sich mächtig an. Ein Strom aus leuchtenden Projektilen ging auf die Ferne herab und relativ schnell verschwand diese in einem undurchsichtigen Schleier aus eisigem Nebel, wodurch die folgenden Geschosse und Einschläge einen geradezu mystischen Anstrich bekamen. Mystisch für die Imperialen, der blanke Horror für die Rebellen.

Die Artillerie hielt sich nicht zurück. In den Propagandafilmen und auch in der Übung hatte man bewusst gefeuert. Gezielt, abwartend, analysierend, sich der begrenzten Munition bewusst. Nicht so hier. Es war regelrecht lächerlich wie einseitig man in Richtung Feinde feuerten, als würde man die Geschütze danach sowieso im Meer versenken. Der aufkommende Eisnebel und die Entfernung verschluckten jedoch relativ schnell die Wucht des Angriffs und Vorn verlor das Interesse. Wenn auch nicht gänzlich, doch er hatte gerade besseres zu tun. Sein neuer Anzug war ein überwältigendes Upgrade zu seiner bisherigen Kleidung. Es gab schier unendlich viele Funktionen, so viel zu lernen und das in wenigen Minuten.

Während
Aster also seine Show abzog, lernte Vorn seine Kampfrüstung besser kennen. Im Gegensatz zu manch anderen und vor allem seinem Meister hatte der Hüne seinen Helm die ganze Zeit über getragen. Man hatte zwar etwas bezüglich der Propagandashow erzählt und vielleicht war auch etwas in Richtung „Helme ab“ gefallen, doch Vorn hatte wieder mal nicht zugehört. Deshalb konnte er nun das HUD kennenlernen. Vor allem wie man es nur mit den Augen bediente, was mal etwas neues war. Die Konstrukteure waren aber wohl von der klügeren Art gewesen, denn es fiel dem Akolythen leicht genau das zu tun. Klar, hier und da bedurfte es trial and error, doch nicht sonderlich lange. Das HUD funktionierte beinahe instinktiv. Nicht so hingegen viele andere Funktionen. Die konnte man an sich an- oder abschalten und meist auch irgendwie regulieren, doch das WIE erschloss sich dem Menschen nicht so recht. Und da es eine Energieanzeige gab, die im Laufe dieses Einsatzes nur schrumpfen konnte, wollte er nicht aus Versehen etwas davon verschwenden. Denn aus seiner Sicht gab es ja kein „danach“, kein „Zur Basis zurückkehren und auftanken“. Er hatte diesen Anzug samt Energie und das wars. Das musste reichen um ihn hier raus zu bringen.

Bis das Schiff schließlich bei der Steilwand angekommen war, hatte Vorn alle Funktionen verinnerlicht, die man nicht hatte ausprobieren müssen. Dummerweise hatte das viel zu viel Raum für Gedanken gelassen, weshalb seine Augen schließlich permanent auf das Ende ihrer Kletterpartie ruhte. Die Artillerie hatte dort oben ganz schön viel Dampf erzeugt, doch die Winde an der Steilwand hatten ihn bereits davon geweht, sodass es aussah, als wäre nie etwas dort eingeschlagen. Na ja, fast. Die Krater gab es schon, doch wusste man nicht um die halbe Stunde, man hätte es leicht für eine natürliche Formation halten können. Egal. Der Feind hatte also freien Blick auf sie. FALLS er sich denn traute. Schließlich verließen sie ja auch ihre eigene sichere Position, wollte man sie beim Aufstieg abschießen. Es gab nämlich mehr als nur eine Hand voll Geschütze und Gewehrläufe, die aus der Sicherheit des Schutzschildes auf den Feind gerichtet werden konnten. Dieser Teil des Angriffs war also noch relativ sicher.

Dann war es so weit. Die letzte Chance, doch noch einen Rückzieher zu machen, war vertan.
Aster blies zum Angriff. Irgendetwas mit der Impertrix oder so. Vorn ignorierte es, ja, gab sich nicht mal dem Versuch hin die Herrscherin des Imperiums gedanklich zu beleidigen. Dafür war später noch Zeit. Sehr viel später, wenn der Akolyth in ein paar Jahren auf diesen Moment zurückblickte.
In den Anzügen integrierte oder am Handgelenk nachträglich befestigte Enterhaken wurden abgefeuert und landeten mehr oder weniger parallel zueinander im Eis. Hier und da prallte einer nutzlos ab, doch alle wichtigen Imperialen konnten sofort loslegen. Also die Machtnutzer. Die paar Laserschwerter, die bis eben noch geruht hatten, gesellten sich nun zu den des Planetenherrschers. Vorn gönnte sich sogar einen kurzen Augenblick des Neides, als er bemerkte, wie viel besser die Waffe in rot aussah, konzentrierte sich dann aber auf den Aufstieg.

Der war an sich einfach. Selbst ohne Anzug waren zumindest Vorn und
Big Q recht versiert darin und dank der technologischen Unterstützung war es ein Spaziergang für die Akolythen. Wegen des Schutzschildes des Flaggschiffes gab es für den Beginn auch kein zu befürchtendes Abwehrfeuer, auch wenn es durchaus Versuche gab. Vor allem diese lächerlichen Kugeln, die von wer weiß was außerhalb ihres Sichtfeldes abgefeuert wurden, regneten auf sie herab. Wobei Regen vielleicht die falsche Metapher war. Dafür waren es zu wenige. Aber es gab sie. Hinzu kamen, was für ein Zufall, genau dann handgroße Kugeln, als sie eben diese schützende Kuppel hinter sich ließen. Die Granaten prallten mit gefühlt zu viel Schwung – also scheinbar geplant – vom Schild ab und flogen dann in die Richtung der Imperialen. Keiner der Machtnutzer war scharf darauf zu erfahren, was sie anrichten konnten und da es noch wenige waren, wurden sie einfach mit einer gemeinsamen Machtanstrengung zur Seite gefegt. Und landeten im Wasser. Wo sie nicht detonierten oder sonst etwas taten. Kurz hatte Vorn noch den Verdacht, dass man sie vielleicht einfach nur mit Blindgängern auslaugen, also ihre Machtreserven aufzehren wollte, da traf ein verirrter Blasterbolzen eines Imperialen eine Kugel mitten im Flug und das Ding explodierte. Ein Schauer aus Splittern regnete auf sie herab, doch die Rüstungen absorbierten alles davon. Der Akolyth spürte nicht einmal die Erschütterung, er hörte sie nur. Ungefährlich waren sie trotzdem nicht. Nach etwa fünf detonierten Granaten konnte Vorn erkennen, wie viel Glück sie brauchten, damit ihre Seilhaken nicht abgesprengt wurden. Mehr oder weniger jeder der Machtnutzer kam wohl zum selben Schluss, weshalb bis zum erreichen des ersten Abschnitts so viele Kugeln wie möglich ins eisige Wasser befördert wurden.

Diesen erreichten sie, ohne das auch nur ein einziger Blasterbolzen auf sie abgefeuert worden ist. Und mal von den Splittergranaten abgesehen, die einen regulär ausgerüsteten Imperialen das Leben wahrscheinlich trotzdem schwer machen konnten, gab es auch sonst nichts bedrohliches. Zumindest für die Machtnutzer in ihren ultramodernen Kampfanzügen mit integrierter Heizung. Vorn nutzte die paar Momente, die sie hatten, bis es weiter gehen sollte, um in die Tiefschlaftrance zu verfallen. Wenn ihn die verfluchte Grundausbildung eines gelehrt hatte, dann jede Chance zu nutzen, um entweder zu schlafen oder etwas zu essen. Im Zweifel interessierte es nämlich niemanden, ob du es heute schon getan hattest...


[Truuine System - Truuine - Südpolarkreis - Offenes Meer - Flaggschiff - Deck - Darth Aster, Matthew und Nira, Akolyth Vorn und die NPCs: Akolyth Qowrow, Major Varro, Asters Garde, Skybridge Bataillon und andere Invasionstruppen, herumlaufende Besatzung des Schiffes]
 
[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Offenes Meer / Einige Dutzend Klicks von der Eiskappe / Flaggschiff ] Ridley, Vorn, Matthew und Nira, sowie (NPCs) Cestus Varro, Qowrow, Ridleys Garde, Skybridge Bataillon, Invasionstruppen


Das Flaggschiff reduzierte seine Geschwindigkeit, während sich die gewaltige Eiswand vor ihnen immer weiter aufrichtete und schließlich den gesamten Horizont dominierte, bis der Moment erreicht war, in dem aus Annäherung Realität wurde und die ersten Transportsysteme aktiviert wurden, um die Truppen an den vorgesehenen Abschnitt der Küstenlinie zu bringen.

Kurz darauf gab Gouverneur Solaris über das Com einen Befehl. Die Flotte reagierte unmittelbar, und innerhalb weniger Augenblicke begann das koordinierte Bombardement, bei dem die Artillerie der umliegenden Schiffe ihre Geschosse in weiten, präzise berechneten Bögen in Richtung der Eiswand schleuderte, wo sie mit verzögerter, aber deutlich sichtbarer Wirkung einschlugen und die zuvor glatte Oberfläche in eine zerklüftete Struktur aus aufgebrochenem Eis, scharfkantigen Vorsprüngen und instabilen Bruchlinien verwandelten.


Kurze Zeit später begann die Landung an den Ufern der Eiswand. Das Absetzen der Truppen von den Schiffen erfolgte schnell, aber geordnet, und nur wenig später standen die ersten Einheiten der planetaren Sicherheitskräfte sowie die Soldaten der Blauen Legion auf dem vereisten Streifen zwischen Wasser und Wand.

Major Cestus Varro trat aus der Formation heraus, ließ den Blick über die sich sammelnden Kräfte gleiten und registrierte, wie sich die erste Kompanie des Skybridge-Bataillons zusammenzog, die Männer ihre Waffen überprüften, Sicherungen lösten und sich mit jener Selbstverständlichkeit formierten, die aus Drill und Erfahrung entstand, während neben ihnen weitere Einheiten der planetaren Sicherheitskräfte ihre Positionen einnahmen.

Für einen kurzen Moment lag eine gespannte Ruhe über dem Strand, durchbrochen nur vom dumpfen Grollen entfernter Einschläge und dem leisen Knirschen von Eis unter Stiefeln, bevor sich die Formation vor ihnen in Bewegung setzte.

Dann traten der Gouverneur und die anderen Sith in ihren beeindruckenden Rüstungen an die Eiswand heran. In ihren hellen, geradezu makellosen Rüstungen wirkten sie in dieser Umgebung wie ein bewusst gesetzter Kontrast, eine Linie aus Weiß vor der dunklen, aufgewühlten Wand aus Eis und Rauch, und obwohl Varro bereits wusste, welche Rolle sie in diesem Angriff einnehmen würden, war die Wirkung, die von ihnen ausging, nicht allein taktischer Natur, sondern hatte eine Präsenz, die sich schwer in rein militärische Begriffe fassen ließ.


Er hob leicht den Kopf, zog den Blaster enger an den Körper und wandte sich dann an seine Männer.


„Erste Kompanie,“ begann er, die Stimme fest und tragend, ohne überflüssige Schärfe, doch mit jener Klarheit, die keinen Raum für Zweifel ließ, „Macht euch bereit zum Aufstieg, Männer. Wir haben das Privileg, mit dem Gouverneur und den anderen Sith die Ersten sein zu dürfen, die diesen rebellischen Abschaum das Fürchten lehren wird. Für unser glorreiches Imperium!“ rief Cestus und streckte die Faust gen Himmel. Sofort taten es ihm die Soldaten der ersten Kompanie gleich und reckten ihre Blaster empor, stimmten in den Ruf mit ein und schlugen sich im Takt gleichzeitig auf die Brust. Nach ein paar Sekunden hob dann Major Varro die Hand, was die Soldaten Augenblicklich dazu brachte, still zu stehen.

Cestus hatte bei der besprechung darauf bestanden, dass die Einheit unmittelbar hinter den Machtnutzern eingesetzt wurde, nicht aus taktischer Notwendigkeit allein, sondern weil er es für richtig hielt, dass die Präsenz der Blauen Legion in diesem Angriff sichtbar war. Er war überzeugt, dass Gouverneur Zesh die Blaue Legion und Prefsbelt IV nicht als ferne Unterstützung erschien, sondern als integraler Teil dieses Vorstoßes, und nach kurzer Besprechung hatte Gouverneur Solaris dem Wunsch stattgegeben.

Dann begann es. Eine Pioniereinheit ging vor zur Wand und die ersten Haken wurden für die Soldaten gesetzt. Immer mehr Seile spannten sich entlang der Eiswand, während die vorderste Linie begann, sich hinter den Sith einzuklinken, die ihrerseits eigene Haken aus ihren Rüstungen geschossen hatten. Nach wenigen Augenblicken begannen die Sith, allen voran der Gouverneur mit dem Aufstieg der Eiswand.

Nachdem die Sith die ersten Meter zurückgelegt hatte, begannen die erste Reihe der Soldaten den Aufstieg. Varro folgte dicht hinter der vorrückenden Linie, spürte den Widerstand des Gurtsystems, als er sich einklinkte und den Aufstieg begann. Der Schutz des Flaggschiffes reichte nur für einen begrenzten Abschnitt und als sie diesen Bereich verließen, änderte sich die Situation spürbar.

Die ersten kleinen Kugeln und improvisierten Geschossen, wurden aus den oberen Stellungen, herabgeschleudert und so ziemlich alles andere, was sich werfen ließ, und für einen Moment wirkte es, als würde sich die gesamte Wand gegen die Angreifer richten.


In diesem Augenblick entfaltete sich die Wirkung der Sith. In dem Moment, wo sie den Schild verlassen hatten, begannen sie ihre Lichtschwerter zu benutzen.

Licht durchzog das Grau und Weiß der Umgebung, schnitt klare Linien in das diffuse Leuchten der Eiswand, und während die ersten Schüsse die Angreifer erreichten, wurden sie von den Bewegungen der Klingen abgefangen, umgelenkt oder schlicht neutralisiert, in einer Geschwindigkeit und Präzision, die sich für das Auge eines regulären Soldaten kaum erfassen ließ.
Varro registrierte die Abläufe, doch selbst für ihn blieb ein Teil dieser Bewegungen zu schnell, zu fließend, als dass sie sich vollständig in taktische Muster übersetzen ließen, und für einen kurzen Moment entstand der Eindruck, dass diese Linie vor ihm weniger aus einzelnen Kämpfern bestand, sondern aus einer geschlossenen, kaum durchdringbaren Barriere, die den Vormarsch absicherte was Cestus grinsen ließ.


“Kommt schon, Männer, zeigt es ihnen! Schaltet sie aus!” rief er motivierend in die Geräuschkulisse des Gefechtes seinen Männern zu und begann, als er den Schild verließ, sofort auf jede Bewegung über Ihnen zu feuern.


Vereinzelte Explosionen der Granaten, lies den ein oder anderen Soldaten, dann doch in die Tiefe stürzten, während gleichzeitig viel mehr Verteidiger von den oberen Positionen gerissen wurden, getroffen von gezieltem Gegenfeuer. Dann explodierte plötzlich eine dieser Kugeln und ließ einen Schauer aus Splittern über die Soldaten niedergehen.

Varro und die erste Reihe der Soldaten hielten ihre Position nur ein paar Meter hinter der Linie, der Sith. Sie nutzte jede Gelegenheit, um auf erkennbare Feuerquellen zu reagieren, und arbeitete sich Schritt für Schritt weiter nach oben, während die Distanz zur Kante der Eiswand langsam aber sicher geringer wurde.

Je näher sie dem oberen Rand kamen, desto klarer wurden die Strukturen der Verteidigung.
Scheinwerfer, die das Eis ausleuchteten, improvisierte Stellungen, dunkle Silhouetten, die sich hinter Deckungen bewegten, eine Mischung aus vielen Spezien und Ausrüstung, die genau das bestätigte, was er erwartet hatte. Die Bewaffnung ihrere Feinde war zwar Primitiv dafür hatten sie davon jede Menge.

Als sie den ersten Abschnitt der Wand erreichten, veränderte sich etwas.

Oben an der Kante entstand Bewegung, nicht das hastige Zurückweichen einzelner Verteidiger, sondern etwas Geordnetes, Schwereres, und für einen kurzen Moment zeichnete sich im flackernden Licht der Einschläge die Silhouette mehrere größerer Objekte ab, die in Position gebracht wurden.

Varros Blick blieb daran hängen dann nahm er mit seiner freien hand ein Elektrofernglas zur Hand und blickte hoch zur Kante. Seine Augen weiteten sich kurz vor Schreck, dann stieß er einen warnenden aber klaren Ruf aus “ACHTUNG
BOOOMAAAAS”!


[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Eiskappe / erster abschnitt der Eiswand] Ridley, Vorn, Matthew und Nira, sowie (NPCs) Cestus Varro, Qowrow, Ridleys Garde, Skybridge Bataillon, Invasionstruppen
 
[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Rebellenbasis / Kontrollraum ] Lucia und Aldor, sowie (NPCs) Lt. Karveks Zug

Den Nachgang der Mission empfand Lucia als…interessant. Nachdem die Brücke gefallen war, war es nur noch eine Formalität gewesen die verbliebenen Verteidigungsanlagen abzuschalten. Ihre Kamerad:innen waren anschließend einfach einmarschiert, hatten das Schlachtfeld auf der Brücke gesehen. Und ignoriert. Reguläre Streitkräfte hatten jeden Winkel des Komplexes gestürmt, die wenigen sich noch in seinen Windungen verbergenden Rebellen festgesetzt und die Imperiale Kontrolle nun auch in die truuiner Tiefsee des Südpolarkreises getragen. Agent Yazhu hatte in der Nachbesprechung zwar mitgeteilt, dass dem feindlichen AT-AT Swimmer ein weiteres Mal die Flucht gelungen war, aber die…Effizienz, mit der sie der Verwaltung Unterbringungskosten erspart hatten, auch nicht weiter erwähnt. Fast hatte Lucia darauf gehofft. Sein gewählter Themenbereich war jedoch ganz nüchtern das Meer, der Feind und das Fischfutter, zu dem sie ihn verarbeitet hatten.

Die Besprechung hatte in Abyston stattgefunden. Erst am nächsten Tag ging es dann für einen wirklich offiziellen Termin per Gleiter nach Moraband. Mit einem tiefen Atemzug kostete Lucia die gefilterte Luft der Stadt, bevor sie sich eine Zigarette anzündete. Es war ein kurzer Weg vom Gleiter zum Regierungspalast, aber für ein bisschen Nikotin war ja bekanntlich immer Zeit. Als Aquatrooperin musste man einfach jede Gelegenheit nutzen, in der man grade nicht Raubfisch spielte. Kurz vor der Tür drückte sie die halb gerauchte Fluppe jedoch schon wieder an ihrer Brustplatte aus, warf sie in einen bereitstehenden Mülleimer. Und strich das weiße Plastoid mit der gepanzerten Hand sauber.

Es war interessant, dass Lieutenant Karvek auch zu solchen Gelegenheiten seine Rüstung einer Paradeuniform vorzog. Natürlich war sein Zug dem Beispiel ihres Lieutenants gefolgt. Niemand wollte, dass Karvek mit seiner unorthodoxen Wahl alleine dastand. Sicherheit im Schwarm und so. So traten sie schließlich gesammelt in weiß in das kleine Auditorium ein, in das sie bestellt worden waren. Klein war das Stichwort. Die knapp vierzig Soldaten hatten grade so genug Platz, um sich wie die Sardinen auf die bereitstehenden Bänke zu quetschen. Lieutenant Colonel Conall Lauchlan war noch nicht anwesend, doch hatte auch niemand erwartet, dass der Befehlshaber der truuiner Planetenverteidigung seine Zeit damit verbrachte auf einen Zug Sturmtruppen zu warten.

Eher andersrum – er kam gute fünf Minuten zu spät. Als sich die Tür öffnete, erhoben sich die Aquatrooper wie eine flüssige, eingespielte Einheit. Der untersetzte Offizier quittierte dies mit einem zufriedenen Nicken und blieb schließlich auf der kleinen Bühne stehen, die für diese Zwecke das Zentrum des Raumes darstellte.


„Guten Morgen meine Damen und Herren. Setzen Sie sich.“

, begann Lauchlan knapp, verschränkte die Arme hinter dem Rücken und ließ seinen Blick über die Anwesenden schweifen wie ein Kapitän über sein Schiff.

„Zunächst möchte ich Ihnen für die absolvierte Mission gratulieren. Ich habe Ihren Bericht gelesen, Lieutenant Karvek. Dies war effektives und vorbildliches Betragen über Ihren eigentlichen Einsatzbereich als Aquatrooper und Garde des Gouverneurs hinaus.“

Lucia widerstand dem Drang ihren Mund zu einem spöttischen Lächeln zu verziehen. Es war kein Zufall, dass alle ihre letzten Missionen über ihren eigentlichen Einsatzbereich hinaus stattgefunden hatten. Da hatte Solaris mit Karveks Billigung wirklich etwas angepeilt und versenkt.

„Lieutenant Karvek, mir scheint, dass Mitglieder Ihres Zuges für ihren Einsatzbereich inzwischen überqualifiziert sind. Wie sehen Sie das?“

Der Lieutenant Colonel verzog sein breites Gesicht bei diesen Worten zu einem Haifischlächeln. Wenn auch ein gutmütiges. Schließlich fügte er hinzu:

„Die folgenden Soldaten zu mir: Lieutenant Karvek, Command Sergeant Akwaake, die Sergeanten Sperber, Velucci und Yagasdottir, die Corporals Zsolt, Twarog und Derran, sowie die Trooper Comar, Valcor und Wajda.“

Erneut erhob Lucia sich und folgte dem plötzlich einsetzenden Strom nach vorne. Die genannten Soldaten bauten sich in einer Reihe neben Lieutenant Karvek auf. Zackig salutierten sie und standen ein weiteres Mal still.

„Lieutenant Karvek, ich breche bestehende Einheiten mit Erfolgsbilanz nur ungerne auf. Dennoch scheint mir, dass sie ein inhärentes Naturtalent und daher eine seltene Eignung mitbringen, die Ihre Majestät sicherlich nicht verschwendet sehen will. Ich versetze Sie daher mit sofortiger Wirkung zu den Storm-Commandos. Zunächst werden Sie in dieser Funktion bei uns auf Truuine bleiben und die Bildung unseres ersten regulären Trupps Commandos beaufsichtigen.“

Jetzt konnte Lucia sich ihr Lächeln doch nicht verkneifen. Der Raum spendete höflichen Applaus und auch sie schlug die Hände zusammen. Sie gönnte Karvek die Versetzung von ganzem Herzen. Immerhin war er persönlich dafür verantwortlich, dass sie ihre letzte Mission nicht als Fischfutter abgeschlossen hatte. Der Lieutenant Colonel nickte dem frischen Commando zu und richtete als nächstes den Blick auf die nächste Person in der Reihe.

„Command Sergeant Akwaake, Sie werden das Kommando über Gouverneur Solaris‘ Garde für den Moment kommissarisch übernehmen. Abseits Ihrer regulären Pflichten werden Sie eine dreimonatige Offiziersweiterbildung absolvieren, an deren erfolgreiches Ende Ihre volle Beförderung zum Lieutenant geknüpft ist. Zu diesem Zeitpunkt werden Sie das Kommando regulär übernehmen.“

Erneut tönte Applaus durch den Saal und die nächste Person war an der Reihe.

„Sergeant Sperber, hiermit befördere ich Sie zum Command Sergeant. Sie mögen nun den gleichen Rang wie Command Sergeant Akwaake bekleiden, doch sind Sie ihr für die Zeit der Weiterbildung unterstellt.“

Nun musste Lucia sich wiederum beherrschen, um das Lächeln beizubehalten. Höflich spendete sie Applaus, doch eigentlich hatte sie gehofft, diese Position eingeräumt zu bekommen. Sperber? Command Sergeant? Es war nicht so, dass sie den Mann nicht mochte, doch hatte sie bisher immer gescherzt, dass er dem Offiziersrang eher durch Zufall als durch Kompetenz ins Netz gegangen war. Das war bitter, dachte Lucia. Als nächstes war jedoch Greta an der Reihe. Was Lauchlan wohl für sie bereithielt? Die freigewordenen Positionen über ihrem Rang im Zug waren besetzt, vermutlich gab es jetzt nur noch Belobigungen und feuchte Handschläge zu verteilen.

„Sergeanten Yagasdottir und Velucci,“

Lucia horchte auf, kurz ihre Gedanken darüber sortierend, dass ihr Name doch jetzt schon genannt worden war.

„Hiermit befördere ich Sie beide in den Rang von Senior Sergeants. Meine Gratulation, Sie werden Lieutenant Karvek zu den Storm Commandos folgen und die ersten zwei von vier Mitgliedern seines Trupps stellen.“

Für einen Moment vergaß Lucia den Mund zu schließen und hätte beinahe den Moment verpasst, Greta Applaus zu spenden. Storm Commando, sie? Sie hatte mit vielem gerechnet, aber nicht damit in der Strömung von Lieutenant Karveks Karriere mitgerissen zu werden. Nicht, dass sie sich beschwerte. Aber dennoch!

„Den Berichten habe ich entnommen, dass Major a.D. Beck ihre Weiterbildung zum Aquatrooper genutzt hat, Lieutenant Karvek, um einige notwendige Module für eine Versetzung zu den Storm Commandos abzuhaken. Um die restlichen Qualifikationen zu erwerben, werden Sie drei also ein einwöchiges Intensivprogramm von etwa achtzig Stunden absolvieren. Damit sollten Sie nicht zu lange im Abseits treiben und Ihre neue Stellung antreten können, sobald es spannend wird.“

Erneut horchte Lucia auf. Eine Woche Weiterbildung, damit kämen sie genau auf den Beginn der Kampfhandlungen im Süden aus.

„Lieutenant, aufgrund Ihrer Geschichte mit Gouverneur Solaris, möchte ich es Ihnen freistellen, ob Sie mit Ihrem Trupp am Südpol eingesetzt werden möchten. Das Gouverneursbüro hat mich eingehend darum gebeten, jedoch möchte ich die Entscheidung Ihnen überlassen. Ich verstehe vollkommen, wenn Sie zunächst ein wenig Zeit auf Kohäsionstraining mit Ihren neuen Untergebenen verwenden möchten.“

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Statt üblichen geschlechtsspezifischen Pronomen, werden in diesem Post experimentell geschlechtsneutrale Neopronomen verwendet. „Hen“ ist zu lesen wie „er/sie“ (Nominativ & Akkusativ). „Hens“ ist zu lesen wie „ihr/sein“ (Genitiv). „Hem“ ist Dativ. Beispiel: „Dies ist Ridley Solaris. Hen ist imperialer Gouverneur und hens Planet heißt Truuine. Legat Talzin ist hem zu Diensten.“ Von Außen spielt Ridley eine Person mit er/sein Pronomen vor, um im chauvinistischen Imperium nicht benachteiligt zu werden.
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Mit einem befriedigenden Knirschen traten Ridleys schwere Stiefel in die Vertikale und der Aufstieg begann. Schritt um Schritt nach oben. Das Lichtschwert glühte weiß in hens Hand und der Feind rückte stetig näher. Was ein Tag! Zunächst prallten die Wurfgeschosse noch am Schild ab, dann jedoch übernahmen die Sith diese Aufgabe. Unter dem Helm lächelte Ridley breit, während hen mit der Macht kleine Plasmakugeln, sowie Granaten abfing und ungefährlich in Richtung Meer lenkte. Es konnte nicht so einfach bleiben. Natürlich nicht. Doch für einen Moment erlaubte die Gouverneursperson sich ein Bad in den nur allzu spürbaren Emotionen der Verteidiger, die fünf Sith in geordneter Formation auf sich zukommen sahen.

Der Spaziergang musste spätestens enden, als es den ersten Toten auf ihrer Seite gab. Ein freundlicher Blasterschuss hatte eine Plasmakugel im Flug erwischt und zur Detonation gebracht. Ridley hörte einen Schrei, spürte ein Leben enden und riss sich zusammen. Hens tastende Gedanken fanden Matthews Geist und verbanden sich mit ihm. Für den Moment war die aus Freundschaft geborene Gedankenverschmelzung Overkill, doch die ersten feindlichen Schüsse hatten nun damit begonnen, auf sie herabzuregnen. Ridleys weiße Klinge zuckte. Verband sich mit Matthews Doppelklinge neben hem zu einem zentralen Bollwerk, das perfekt ineinandergriff und die zentrale Kolonne abschirmte. Zu hens Rechten die Akolythen, zu Matthews Linken seine Schülerin.

Den ersten Abschnitt überwanden sie ohne weitere Verluste. Die noch immer niedrige Intensität des Kampfes gab Ridley Gelegenheit weitere Abstürzer aufzufangen, bevor sie auf dem Deck des Flaggschiffes zerschellen konnten. Dann war Ruhe. Kurz gönnten sie sich hinter einem Eisüberhang einen Moment zum Durchatmen, während die Augen der Gouverneursperson schon an ihrem nächsten Schritt klebten. Von hier aus waren die auf sie wartenden Bunkeranlagen genauer zu erkennen. Nach vorne hin waren sie flach und wirkten wie kaum mehr als kleine Ausbuchtungen in der Textur der Eiswand. Nun sah Ridley jedoch die Maschikulis, die der Feind schon die ganze Zeit dafür genutzt hatte, Granaten und Plasmakugeln auf sie herabregnen zu lassen. Sie sahen nach kaum mehr als Spalten in der vereisten Oberfläche aus, doch wusste hen genau, dass sie noch sehr unangenehm werden würden.


„Weiter geht’s!“

, rief Ridley, noch immer einen Unterton in der Stimme, als befänden sie sich auf einem Pfadfinderausflug. Mit Elan zog hen sich über den Überhang und stemmte sich wieder in eine horizontal stehende Position. Varros Ruf holte hens Aufmerksamkeit auf den nur pausierten Kampf zurück, instinktiv duckte hen sich. Ridleys Augen zuckten in die Höhe und fokussierten sich ein weiteres Mal auf die Eiskante noch viel weiter über ihnen. In der Tat erkannte hen dort Bewegung und verfolgte einen Moment später, wie diesmal eine deutlich größere Plasmakugel auf sie herabgeworfen wurde. Deutlich größer war vermutlich eine untertriebene Beschreibung - das Ding maß sicher anderthalb Meter im Durchmesser! Kein Problem. Die Sache gingen Ridley und Matthew gemeinsam an. Sie ließen das Geschoss etwa auf zwei Drittel herankommen, streckten je eine Hand aus und schickten es postwendend zum Empfänger zurück. Diesmal jedoch in leichter Schräglage, sodass sie die obere Kante nicht traf, sondern weit ins Landesinnere flog. Einen Moment später ertönte eine dumpfe Erschütterung.

„Schicken Sie sie ihnen präzise zurück!“

, befahl Ridley mit einem Grinsen.

„Oder weit nach hinten! Treffer im Eis über uns könnten die Eiswand destabilisieren!“

Denn bei einer Booma würde es natürlich nicht bleiben. Sie hatten an der ersten üben können, doch auch der Feind hatte sie nur als Testballon fallengelassen. Und als Ablenkung. Ridley grinste böse, als hen aus den Augenwinkeln erkannte, wie sich Blasterläufe aus den Maschikulis schoben, während gleichzeitig die geistige Verbindung zu Matthew drei frische Boomas enthüllte, die über die Eiskante gekippt wurden…


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Zuletzt bearbeitet:
[Truuine System - Truuine - Südpolarkreis - Offenes Meer - Eiswand - Darth Aster, Matthew und Nira, Akolyth Vorn und die NPCs: Akolyth Qowrow, Major Varro, Asters Garde, Skybridge Bataillon und andere Invasionstruppen]

Nach der kurzen Verschnaufpause ging es weiter hinauf, die nahezu senkrechte Eiswand hinauf. Vorns begrenzte Fähigkeiten und Erfahrungen in der Macht zwangen ihn zu einem simplen Reaktionsspiel, in welchem er einfach nur ankommenden Beschuss oder fallende Kugeln ablenkte. Er konnte sie nicht einmal gezielt ablenken, so viele Dinge musste er gleichzeitig bedenken. Das hatte er schon in der Ausbildung gemerkt. Etwas mit dem Laserschwert oder der Macht zum Absender zurückzuschicken erforderte entweder viel Konzentration oder Erfahrung und beides besaß er nicht. Schon gar nicht, wenn er gleichzeitig eine Steilwand hinauf stapfen, die Leute hinter und um sich herum im Blick halten und natürlich jede Schweinerei des Feindes beachten musste. Also reagierte er fast ausschließlich nur auf die Umgebung und der einzige zu verbuchende Erfolg war der, dass er mit den reflektieren Dingen keinen Imperialen abschoss, wenn schon nicht einen Rebellen. Kurz um: er fühlte sich gerade nicht so selbstbewusst, wie er sich auf festen Boden fühlen würde. Er befand sich buchstäblich auf unsicherem Grund.

Die beiden versiertesten Machtnutzer kümmerten sich um die großen Boomas – dämlicher Name nebenbei bemerkt -, die mit einer enormen Geschwindigkeit auf sie herab fielen und Vorn war sich nicht sicher, ob er sie hätte zurückschicken können. Ja, diese ganzen dummen Sprüche bezüglich Größe spielte bei der Macht keine Rolle waren ja ganz nett, aber in der Realität spielte es verschissen nochmal doch eine verfi**te Rolle. Doch wie dem auch sei, der Akolyth beachtete sie wie gesagt nicht. Stattdessen versuchte er in den wenigen Momenten, in denen er doch mal Zeit für einen freien Gedanken und folglich eine Aktion hatte, irgendetwas gegen die Rebellen in diesen komischen Bunkern zu unternehmen.

Aus irgendeinen Grund, dem man ihm sicherlich bei der Besprechung erklärt hatte, hatte weder die Flotte noch die Artillerie diese Bunker zerstört. Gefühlt hatte man überhaupt nicht versucht es den Angreifern leichter zu machen, in dem man diese Nester aus dem Spiel genommen hätte. Schon klar, wie
Aster auch nochmal erklärte, das hätte die Eiswand destabilisiert und Vorn hatte vor gar nicht mal so langer Zeit selber mit genau so einer Sache zu tun gehabt. Aber Scheiße, Verfluchter, das wäre doch ein geringer Preis gewesen! Man hätte sie doch auch einfach mit fliegenden Schiffen näher an die obere Kante bringen können, immer noch außer Sichtweite von der Flugabwehr.

Das ich auch immer der Klügste im Raum sein muss, dachte Vorn sich dabei und lenkte im selben Augenblick einen Schuss ab, der rein zufällig direkt einen dieser Boomas traf. Und nichts dabei ausrichtete. Gut zu wissen, fügte der Akolyth gedanklich hinzu und schob dann alle Kritik an die aktuelle Strategie zur Seite. Das war nicht der richtige Zeitpunkt im seinen Meister und seine Strategen ihre Inkompetenz vorzuwerfen. AUCH wenn es sein Leben in direkter Weise bedrohte!

Stattdessen griff er nun mit der Macht hinaus. Es gab wohl die Möglichkeit mit der Macht selbst leblose Gegenstände durch Wände hindurch zu identifizieren und dann zu benutzen. Also zum Beispiel die Granaten, die dort oben sicherlich irgendwo herumlagen. Doch Vorn war noch nicht so weit. Ohne Sichtkontakt oder zumindest dem Wissen, dass das Gesuchte sich dort irgendwo befand, konnte er nichts ausrichten. Also nahm er was er kriegen konnte und packte einen der Rebellen am Arm. Und zog daraufhin mit solch einer plötzlichen Gewalt daran, dass der Typ wahrscheinlich mit dem Kopf gegen die Innenwand stieß. Im selben Moment flackerten zwei rote Blitze im Inneren des Bunkers auf, Schreie waren dumpf zu hören und schließlich hing ein Bein leblos aus der Öffnung. Welches nicht dem gehörte, den Vorn eben gepackt hatte. Der hünenhafte Mensch gönnte sich ein zufriedenes Schnauben, nur um zu erleben, wie sein Werk vom Feind in Sekunden kompensiert wurde. Das Bein verschwand und zwei neue Gewehrläufe tauchten auf.

Ich hätte mich mehr mit Granaten beschäftigen sollen, schoss es Vorn kurz darauf durch den Kopf. Nicht nur um feindliche zu erspüren und noch am Mann getragen zu aktivieren, sondern auch um seine eigenen besser einzusetzen. Die konnte er aktuell ausschließlich mit der Macht vom Gürtel nehmen und zum Bunker hinauf schweben lassen. Was er absolut vergessen konnte, da er sich vollständig auf die Abwehr mit seinem Laserschwert konzentrieren musste. Allein der kurze Einsatz des Machtgriffes hatte ihn spürbar langsamer werden lassen und nur der reine Zufall hatte dafür gesorgt, dass er in dem Augenblick nicht intensiv beschossen worden war. Ihre Formation und ihre Position an der Eiswand gab ihnen praktisch keinerlei Spielraum. Der Feind konnte seelenruhig anlegen, zielen und schießen. Diese verschissenen Bunker! Diese verschissenen Strategen von Aster! Dieser verschissene Aster! WIESO hatte man sie nicht zerstört? Wozu verfi**t nochmal war diese ach so tolle Flotte gut?

Na toll. Vorn grunzte frustriert. Er wurde gerade so weit beschäftigt, dass er nicht ernsthaft an einen Angriff denken konnte. Aber gleichzeitig nicht genug, um keine kritische Gedanken haben zu können. Folglich... Aster und dieses schw***telige Imperium waren schon echt ...

[Truuine System - Truuine - Südpolarkreis - Offenes Meer - Eiswand - Darth Aster, Matthew und Nira, Akolyth Vorn und die NPCs: Akolyth Qowrow, Major Varro, Asters Garde, Skybridge Bataillon und andere Invasionstruppen]
 
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