Truuine

[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Eisige Weiten ] Qowrow

Qowrow spürte das Lichtschwert in seinem Schoß und den blauen Lichtschwertkristall in dessen Inneren. Er spürte das schwarze Eis unter ihm, das von den ewig schwarzen Wolken am Himmel so lange mit Ruß gefüttert worden war, bis es alles von seiner einstigen Reinheit eingebüßt hatte. Unter seiner Rüstung und seinem dichten Fell spürte er die Kälte kaum.

Das bisschen, was durchkam, wurde von seinem inneren Feuer versengt.

Quiver hatte sie Qowrow verraten. All die kleinen und großen Lügen, mit denen Aster ihn unter Kontrolle gehalten hatte. Eine davon, dass Emotionen gefährlich waren.

Oh, ja. Sein Sith-Meiste hatte es verstanden seine Akolythen davon zu überzeugen sich selbst eine Lobotomie zu verpassen. Kampf im emotionalen Gleichgewicht. Eine Hand hinter den Rücken gebunden und sich der Welt um sie herum unbewusst. Es war beinahe genial in seiner Simplizität. Und das machte Qowrow nur noch wütender!

Aster der H*rensohn. Dieser machtverdammte W**er.

Alle Beleidigungen, die er sich überlegen konnte, erschienen ihm nicht stark genug. Kratzten nicht einmal an der Oberfläche des abgrundtiefen Hasses, den er für Darth Aster empfand. Quiver hatte gesagt es sei gut so. Aster habe ihm damit das größte Geschenk gemacht, das ihm ein Meister hatte machen können.

Hass.

Eine glühende Waffe, die er nun der Galaxis zwischen die Rippen rammen konnte.

Doch zunächst… Qowrow konzentrierte sich. Spürte den Lichtschwertkristall unter der dünnen Metallverkleidung seines Schwertes. Das kleine blaue Ding, das Aster ihm gegeben hatte und das ihn bis zu diesem Moment treu begleitet hatte. Das würde es auch weiter tun, doch galt es die Verhältnisse neu zu klären. Begleiter? Nicht länger.

Diener? Schon eher.

Einen Moment lang gab der Wookiee sich seinem glühenden Inneren hin. Dann kanalisierte er es. Leitete die Tiefe seiner Gefühle in den Kristall.

Der Kyber schrie. Oder was man so nennen wollte. Er spürte den Widerstand, wie der Kristall sich gegen seinen Verstand stellte und ihn wortlos anflehte es nicht zu tun, ihn nicht zu zwingen. Doch hatte Qowrow eine Wahl gehabt?

Er war dazu gezwungen worden Akolyth zu werden, unter Androhung des Todes. Dann unter Vorspielen falscher Tatsachen. Einen Parasiten hatte Aster ihn genannt! Jemanden ohne inhärentes Potential, das auf die Anwesenheit des Meisters angewiesen war. Und dann war ihm die Macht gestohlen worden, um die Lüge scheinbar zu beweisen!

Nie mehr! Nie mehr würde Qowrow irgendwem dienen! Und die Versklavung des Kristalls war der erste Schritt dafür.

Der Wookiee brüllte. Die Hände in seinem Schoß zitterten. Wäre er ein Mensch gewesen, wäre ihm Schweiß auf die Stirn getreten. Sie rangen. Der Kristall war stark… doch er war stärker!

Plötzlich war alles vorbei. Schwer atmend hielt er inne und sah auf das Schwert hinab. Es schien sich nichts verändert zu haben, doch Qowrow wusste es besser. Mit spitzen Zähnen grinste er. Und richtete dann seinen Blick auf den Horizont.

Eine neue Wahrnehmung hatte sich in seinen Geist geschlichen.

Quiver hatte ihn gewarnt, dass es dazu kommen konnte. Dass der rote Idiot geschickt werden würde, bevor sie ihn erreichte. Dann würde eben Vorn Qowrows erste echte werden. Sollte er nur kommen.

Langsam erhob er Wookiee sich und sah dem roten Menschen entgegen, der auf seinem Speederbike angerauscht kam.


„[Er verarscht dich nur!]“, brüllte er seinem ehemaligen Kollegen entgegen. „[Aber du bist ja mal wieder zu blöd das zu verstehen!]“

Mit einem Zischen schälte sich seine nun rote Lichtschwertklinge aus dem Griff.

„[Dann komm! Lass dich f*cken, Vorn!]“


[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Eisige Weiten ] Qowrow und Vorn
 
[Innerer Rand - Manaan-Sektor - Truuine-System - Truuine - Südpolarkreis - Irgendwo im Nirgendwo auf einem Speederbike - Akolyth Vorn alleine]

Die Südpolarregion besaß nur wenige erinnerungswürdige Formationen und jene die es gab, ob nun natürlich oder künstlich, neigten dazu recht abrupt zu enden. In einem Augenblick war man noch in einem imperialen Lager und fünf Sekunden später befand man sich im Nirgendwo. Das Speederbike wirkte winzig, aber es trug den Akolythen rasend schnell davon. So schnell, dass der Machtnutzer etwa fünf Minuten später überrascht auf die Karte sah und feststellen musste, wie rasch er dem anderen Akolythen nahe kam.

„Scheiße.“ fluchte Vorn in seinen Helm hinein und wurde langsamer. Selbst wenn diese Region tatsächlich leer gewesen wäre und er hätte blind fahren können, dabei in die Tiefschlaftrance zu verfallen wäre dann ein bisschen zu viel gewesen. Und der Landstrich war ja eben nicht leer. Aus scheinbar völlig willkürlichen Gründen erschienen hier und da Schneehügel, Eisspalten im Boden oder Felsformationen. Gerade weil er so gut voran kam, nutzte er letztere Landmarke, um eine Pause einzulegen. Selbst an seinem besten Tag war der Kampf gegen den Wookiee kein Kinderspiel. Er brauchte ein paar Stunden, um sich in der Tiefschlaftrance zu verlieren.

Von einer Seite von dem Felsen und noch einmal auf der anderen vom Speeder vor Wind geschützt, setzte sich der Hüne mit dem Rücken nach Außen auf dem Boden, wobei er eine am Speederbike befestigte Rationskiste als Hocker verwendete. Zuerst nahm er den Helm ab und schlang fast alles an Essen herunter, das da war. Nach seinem – mit Sicherheit teuer erkauften - Sieg würde er wieder etwas brauchen, weshalb er eine Ration übrig ließ. Danach setzte er den Helm wieder auf und es folgte Schritt Zwei. Während des Kampfes hatte er nur selten darauf geachtet, doch ihm war durchaus nicht die sinkenden Energiereserven entgangen. Das Auswechseln der Energiezellen hatte er sich noch gut eingeprägt und es sogar schon ein paar mal geübt. Gedacht, getan. Abschließend wollte er noch mit dem im Gürtel befindlichen Werkzeug die Rüstung oberflächlich reinigen oder sogar reparieren, doch ihm fiel ziemlich schnell auf, das er weder die Geduld dafür besaß noch daran glaubte, dass das jetzt noch etwas brachte. Sie schien zumindest im frontalen Bereich fern jeder Möglichkeit, sie noch zu reparieren. Die konnte man nur noch einschmelzen. Da sie aber ohnehin kaum bis gar nicht gegen Laserschwerter half, war das sowieso egal.

Immerhin hatte er üben können. Dank dieser ganzen Grabensache hatte er sich gut einleben können und kam nun besser mit dem Kampfanzug klar. Das viele Feuer und die Sprengfallen hatte ihm sogar den Umhang gekostet, der ihm sowieso nie gefallen hatte. Er fühlte sich also, alles in allem, relativ selbstbewusst, wenn es um das Duell ging. Falls es überhaupt zu einem kommen würde. Das Ziel war der Tod des anderen Akolythen. Ein fairer Zweikampf war optional. Denn zu beweisen gab es nichts mehr. Vorn war besser. Nicht in jedweder Beziehung, aber im Allgemeinen schon und deshalb reichte dem Rothäutigen IRGENDEIN befriedigender Abschluss.

Doch dafür musste er sich erst einmal wieder regenerieren. Also aktivierte er die im Anzug verbauten Nahbereichssensoren, die näher kommende Lebensformen melden sollten und schaltete sie auf „akustische Warnung“ ein. Dann, mit einem letzten Blick auf den Chronometer, schloss er die Augen und begann die Tiefschlaftrance.

Etwa vier Stunden später öffnete er sie wieder. Nichts hatte sich ihm genähert und auch
Big Q hatte sich, zumindest laut HUD, nicht merklich bewegt. Er schien abzuwarten. Vorn packte wieder alles zusammen, setzte sich auf den Speeder, fuhr einen Halbkreis mit diesem und raste dann mit maximaler Geschwindigkeit wieder auf den anderen Akolythen zu. Als er die Höchstgeschwindigkeit erreicht hatte, ließ er den Helm die Reisezeit berechnen. Dafür brauchte er ein paar Anläufe, denn das hatte er zuvor nicht geübt, doch die Steuerung des HUDs über die Augen war intuitiv, sprich: jeder Idiot würde damit irgendwann klar kommen. Die vermutete Ankunftszeit war nicht weit entfernt, was gut war, da Vorn sowieso nicht wusste, was er denken sollte.

Irgendwann sah er ihn dann. Der gewählte Ort, an dem er auf ihn wartete, erschien dem Menschen willkürlich. Keine Felsen, keine Hügel aus Eis oder Schnee, nur hier und da kleinste Verwehungen, als sträube sich der Südpol gegen eine komplett plane Oberfläche. Big Q selber stand schon da, brüllte irgendetwas in seiner stinkenden Affensprache, das Vorn jedoch nur hören konnte, weil ihm sein Helm dabei half, der die Fahrgeräusche des Speeders irgendwie unterdrücken konnte. Imperiale Technik eben. Ebenfalls interessant war das Laserschwert, welches der Wookiee aktivierte. Eine rote Klinge. Natürlich. Fot*e!

Etwa zehn Meter vom anderen Akolythen entfernt stieg Vorn ab, ging ein paar Schritte und blieb dann stehen, das Laserschwert deaktiviert schon in der Rechten. Er betrachtete seinen Gegenüber, analysierte die Lage. Die Rüstung des Wookiees hatte auch ein bisschen was abbekommen, also war er nicht komplett feige gewesen, doch mit seiner eigenen verglichen, war das gar nichts. Hätte es einen weit entfernt stehenden Beobachter des nun folgendes Kampfes gegeben, man hätte die beiden Kontrahenten alleine an der Farbe ihrer Kampfanzüge unterscheiden können. Der eine war der weiße, typisch imperiale Strahlemann, aber immerhin mit einem coolen roten Laserschwert. Der andere war Vorn, eine beinahe komplett schwarze, zusammengeschossene Gestalt, leider nur mit einer blauen Laserschwertklinge. Hätten sie jetzt noch die Waffen getauscht, es wäre perfekt gewesen. Zumindest für einen Betrachter, den es interessierte. Vorn war es egal. Ihm sagte die aktuelle Situation nur, dass der Wookiee einen Gönner hatte. Noch beim Betreten des Südpols hatte er ein blaues Laserschwert gehabt.
Aster … hinterfot*ig … arschfi**end … war das sein Lohn? Hatte der Meister gar geahnt, dass Vorn abhauen wollt? Sollte er hier und jetzt sterben? Was hatte er dem Wookiee noch gegeben?

„Dann bist du also WIRKLICH sein Liebling.“ antwortete Vorn auf das Gebrüll des Tieres da vor ihm, aktivierte seine Waffe und fuhr dann mit der Klinge durch die Luft, sodass es aus seiner Perspektive so aussah, als würde er den Kampfanzug des Wookiees einmal abgehen. Schon ab dem Punkt, da Aster die Affensprache verstehen konnte, hatte der Mensch geahnt, wohin diese Reise gehen könnte. Er hätte sich dennoch gerne geirrt.

„Hat dich von den echten Kämpfen fern gehalten, hat dir eine neue Farbe gegeben. Wie die von seinem Kumpel, diesem Doppelklingentypen. Du bist dann wohl sein offizieller Schüler geworden.“


Und ihn selbst hatte
Aster in eine Schlacht geschickt, die ihn mehrfach beinahe das Leben gekostet hätte. Wären die Jungs vom Skybridge Bataillon nicht so exzellente Schützen gewesen, es hätte hier und da echt schief gehen können. Sein verräterischer Meister hatte ihn aber unterschätzt und tat es auch jetzt.

„Genug geredet!“

Die beiden Akolythen hatten viel Zeit zusammen verbracht und auch genug davon beim Umgang mit der Macht. Aber eben nicht nur. So wirklich kannte sie den Stand der Fähigkeiten des jeweils anderen nicht. Big Q war zuvor eleganter gewesen und hatte sich breit aufgestellt, während Vorn sich auf den Kampf konzentriert hatte. Simple, aber brachiale Gewalt, das war seine Stärke... er würde sie zum Einsatz bringen...

[Innerer Rand - Manaan-Sektor - Truuine-System - Truuine - Südpolarkreis - Irgendwo im Nirgendwo - Akolyth Vorn und Schüler Qowrow]
 
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