Weltraum (Imperium)

S-K-System/ nahe Thearterra/ Markus' Raumschiff/ Krankenstation/ Sane, Kestrel, Markus, Elise

Kurz nachdem er die Aufzeichnungen von den Geräten gelöscht hatte, ließ sich Zoey in der Medi Station blicken. Emotional wie sie nunmal war fiel sie dem Soldaten um den Hals und wieder machte Sane eine jämmerliche Figur dabei. Er war diesen Körperkontakt weder gewohnt, noch fand er ihn wirklich angenehm. Wieso musste die Archäologin das immer wieder machen? Ein anerkennendes Nicken hätte ihm völlig gereicht.

Dann hörten sie durch einen Lautsprecher Sarissia, die wohl tatsächlich die Pilotin war. Nun, viel mehr Möglichkeiten gab es auch nicht. Die Meisten befanden sich hier und waren nicht imstande ein Raumschiff zu steuern oder wie in Sanes Fall, konnten nicht fliegen. Die Schülerin verkündete, dass die Reise ein paar Stunden dauern würde und sie sich ausruhen sollten. Wohin flogen sie überhaupt? Das konnte er aber auch erst später ausfindig machen. Zunächst mal musste er noch seine eigenen Wunden versorgen. Er konnte immer noch nur mit einem Ohr hören und das nur dank eines medizinischen Audioverstärkers. Dann war da noch die ein oder andere Prellung, die er sich noch ein bisschen genauer anschauen musste. Im Anschluss daran, würde er sich hinlegen.

Während er sich selbst verarztete, hörte er dem Gespräch zwischen Skyfly und Zoey zu. Er erschrak, als sein Name fiel. Die Jedi Meisterin war dazu übergegangen, Lob zu verteilen und hob nun speziell seine letzte Tat hervor. Der Soldat senkte den Blick, so als ob es auf dem Pult vor ihm etwas sehr interessantes zu sehen gab und er die Jedi gar nicht gehört hatte. Immerhin hatte er nur einen Auftrag erledigt, Befehle ausgeführt. Und für einen Spezialisten im Nahkampf war es nichts besonderes, jemanden ohne Blaster anzugreifen. Allerdings hatte er von dieser Spezifikation nie erzählt und er bezweifelte, dass jemand der hier anwesenden Zugriff auf die Datenbanken der Spezialeinheiten hatte.

Die Archäologin sprach nun von dem Buch, dass sie schreiben würde. Für verdeckte Operationen war es sicher nicht hilfreich, dass sein Name in einem Buch einer Wissenschaftlerin von Naboo steht. Er würde sie später darauf ansprechen.

Auch das Ziel der Reise erfuhr er nun, es war Lianna. Durch das Briefing wusste er, dass auf diesem Planeten die Jedi Basis war. Ob es dort auch einen Außenposten des Militärs gab wusste er nicht, aber das konnte man zum Glück leicht herausfinden. Vielleicht gönnte er sich auch eine Woche Urlaub, bevor er sich beim Kommandostab meldete. Apropos melden: Er musste auch noch einen Bericht schreiben. Eigentlich fiel diese Aufgabe dem First Trooper beziehungsweise dem Ranghöchsten zu, da Calder aber den Status MIA erworben hatte, musste Sane das wohl übernehmen. Wendon hatte darauf sicher keine Lust.

Nachdem er sich verarztet hatte, machte er sich auf zu der kleinen Kabine mit den Betten. Er konnte es nun auch spüren, dass die Aufputschmittel nachließen und sein Körper immer schlapper wurde. Eine Tablette, die er auf Thearterra noch Q'Tahem angeboten hatte, würde ihm helfen einzuschlafen und dabei nichts zu träumen. Es war wahrscheinlich, dass er dieses Medikament den Rest seines Lebens nehmen musste. Zu dem Schrecken von Coruscant und Corellia hatte sich nun Thearterra hinzugefügt, was seine Nächte nicht ruhiger machen würde. Auf dem Weg zu der Kabine ging ein starker Ruck durch das Raumschiff und Sane fiel zu Boden.

"Was zum... ?"

Ein erneuter Ruck. Sane rappelte sich wieder auf. Es gab mehrere Erklärungen dafür und keine war erstrebenswert. Dann hörte er Skyflys Stimme aus dem Cockpit, die nach ihm und dem Rodianer rief. Schnell eilte der Soldat durch die engen Gänge. Auch das Cockpit war schon voll mit dem größten Teil der Expeditionsgruppe.

"Diese ID ist der von imperialen Maschinen ähnlich. Das deutet auf Chiss hin."

Oder jemand, der sich mit diesem Code tarnen wollte. Aber wieso sollte jemand mit einem gefälschten ID-Code durch den Chiss-Raum reißen und seine Tarnung gefährden, indem er einen einfachen Transporter Angriff? Nur ein Angriff durch Chiss machte Sinn.

"Ich bin Soldat, kein Kampfpilot, Ma'am."

S-K-System/ nahe Thearterra/ Markus' Raumschiff/ Cockpit/ Sane, Kestrel, Zoey, Sarissia, Q, Yui (?)
 
Imperialer Weltraum-Chiss-Sektor: Markus`Raumschiff: Medistation: Zoey, Yui, Wendon, Sane, Kestrel, Elise und Markus, im Cockpit: Sari und Q`Tahem

*Sarissia war kurz davor ihr Auge zu schließen....nur einen Moment...lang war der letzte Schlaf her..und er würde sich noch weiter ziehen denn es begannen Lichter auf einer Anzeige aufzublinken, kurz gefolgt von einem Alarm und das Schiff wurde regelrecht zur seite Gezwungen*

Das ist nicht euer ernst!

*Die Vahla drückte auf den Konsolen herrum als ein Jäger über sie hinwegflog und um nach einiger Zeig umzudrehen um wieder auf sie zu zu fliegen, Kestrel Stürmte ins Cockpit und machte sich sogleich neben ihr Platz indem sie Q´Tahem aufforderte vom Platz aufzustehen kurz sah sie zu ihrer Meisterin hinüber und nickte langsam*

Ich weiss es nicht. Aber ich weiss das wir eindeutig im Imperialen raum sind ich weiss allerdings nichts über die Verteidigungsanlagen dieses Schiffs..

*Kestrel rief nach Sane und Wendon die ich umgehend und so schnell sie konnten im Cockpit einfanden, auch Zoey kam hinterher, Sane gab sein Wissen herraus und Sarissia musste sich gestehen das sie auch keine Kampfpilotin sei...sie konnte ein Raumschiff lenken...Landen...Starten...und Reparieren...aber das wars..Sie machte den Autopilot aus und übernahm das Steuer*

Ich bin auch keine Kampfpilotin....aber...es wird zeit etwas zu tun und außer ein Paar Verteidigungsgeschütze kann dieser Frachter wohl nicht bieten.

*Die Vahla zock das Schiff hoch um einigen Schüssen der Chiss Jäger zu entwischen doch sie hingen ihr im Nacken, sie wusste nichts über irgentwelche Manöver oder der gleichen, Sarissia sah auf die Anzeige für den Hyperraum und es sah nicht besonders aus, er brauchte noch eine Weile aber er war noch nicht beschädigt worden*

Die Systeme sind in Ordnung, der Schild hällt noch etwas. Allerdings noch so ein paar treffer und der Schild ist dahin, der Planet hat ihn schon sehr mitgenommen.

*Sprach sie noch ehe das Schiff knapp einer Rakete ausgewichen ist nachdem Sarissia nach scharf nach Links abbog und dann scharf nach oben zog um dann umzudrehen sie flog direkt auf einen der Jäger zu und Feuerte mit ihren Waffen. Der Jäger bekommt einige Treffer ab doch ist er schnell wieder weg*


Der Hyperraum braucht noch eine ganze Weile! So halten wir das nicht durch uns muss etwas einfallen!

*Sarissia dachte nach allerdings hatte sie kaum ahnung vom Raumkampf, sie konnte sich kaum konzentrieren geschweige denn auch anständig sehen, sie war müde, verletzt und wusste nicht was sie tun sollte, nichtmal ihre fähigkeit sich einen Plan aus den Fingern zu ziehen würde hier helfen. Sie wirkte gerade ziemlich hilflos am Steuer immer wieder versucht sie den Angriffen zu entgehen um den Größten Schaden zu verhindern.*

Soviel zu einem Friedensabkommen! Das ich nicht lache!

*knurrt Sarissia förmlich hervor und man versucht dann einfach ein Manöver welches sie anscheinend gerade für sich selbst erfindet, sie zieht das Schiff nach unten und dreht sich dabei als sie dann wieder Hoch zieht und man dem Planeten wieder näher kommt. Die Jäger versammeln sich hinter ihr wohl um sie daran zu hindern zurück zu fliegen was die Vahla aufkeinenfall wirklich vorhatte, sie zieht erneut hoch um eine Rollende wende zu machen und eröffnet das Feuer auf die Jäger welche nun vor ihnen waren und sie trifft einen von ihnen, jedoch leider nicht genug um ihn zu beseitigen.*


Imperialer Weltraum-Chiss-Sektor: Markus`Raumschiff: Medistation:Elise und Markus, im Cockpit: Zoey, Kestrel, Sane, Wendon, Yui? Sari und Q`Tahem
 
Imperialer Weltraum-Chiss-Sektor: Markus`Raumschiff: Medistation:Elise und Markus, im Cockpit: Zoey, Kestrel, Sane, Wendon, Yui? Sari und Q`Tahem


Die Gruppe war geschwächt. Jeder wollte nur noch nach Hause und einige Jäger, die gerade auf sie schossen machten jede Freude und jede Hoffnung zu Nichte. Kestrel hatte das Gefühl, dass all ihre Leute nur noch die Hände über den Kopf schlugen, anstatt etwas zu tun. Man konnte es ihnen nicht einmal verübeln. Neben der körperlichen Erschöpfung spürte man deutlich auch die mentale Erschöpfung der Leute, welche nun durch die jüngsten Ereignisse noch verschlimmert wurde. Zerstörte Hoffnung löste mentale Erschöpfung aus. Würde jetzt alles zu Ende gehen? Nach all dem Kummer und Schmerz? Nach der ganzen Last würden sie einfach so in den unbekannten Regionen verpuffen? Nein! Das durfte nicht passieren! Das ließ Kestrel nicht zu!


„Chiss…das klingt nicht gut. Die Jedi haben schon genug Feinde! Lasst uns einfach von hier verschwinden!“


Als Sane meinte, er sei kein Kampfpilot, sah die Jedi-Meisterin ihn nur verblüfft und gleichzeitig enttäuscht an. War das sein ernst?! Als Soldat?!


„Ernsthaft? Ich dachte das gehört zur Ausbildung dazu… . Vielleicht sollte ich ihnen eine Kampfpilotenausbildung spendieren, sofern wir das hier überleben. Irgendwie hatte ich vorausgesetzt, dass sie das können, Sane!“


Meinte Kestrel sichtlich fassungslos und enttäuscht. Sie war nicht enttäuscht von Sane, sondern irgendwie über den Mangel an Vorbereitung. Das hatte sie nicht kontrolliert.


„Das machst du sehr gut, Sarissia!“


Lobte Kestrel ihre Manöver.


„Nicht aggressiv werden und nicht schießen. Das bringt gegen die ihre Panzerung eh nichts!“


Ermahnte die Jedi-Meisterin ihre Padawan kurz danach und tippte derweil wild auf der Steuerkonsole des Co-Piloten herum. Raketen waren nicht zu finden und Kestrel fluchte leise.


„Schade, dass mein Schiff Opfer der Flutwelle geworden ist. Ich hätte 20 Raketen gehabt.“


Meinte Kestrel und ermahnte sich dann selbst, dass dies nichts brachte so zu denken.


„Schilde sind bei 20%“


Erklärte Kestrel, als ein weiterer Treffer das Schiff erschütterte.


„Lass mich ran! Sarissia! Schalte alle unnötige Energie im Schiff ab und leite es in die Schilde! Jeder zieht sich eine Sauerstoffmaske auf! Wir fahren Sauerstoff und Stabilisatoren auf 0! So gewinnen wir wenigstens nochmal 20%! Alle anschnallen!“


Befahl Kestrel der Computerexpertin Sarissia und rief den restlichen Teil all den anderen zu. Kestrel tauschte mit Sarissia Plätze, schnallte sich an und zog sich ein Atemgerät über den Kopf.


„Noch 4 Minuten und 40 Sekunden bis in den Sprung in den Hyperraum! Hat noch jemand eine Idee?“


Fragte Kestrel, während sie die Macht nutzte, um den Geschossen der Gegner zu entkommen. Fragend sah sie in die Runde und sah auch das Droidenmädchen Yui fragend an. Vielleicht hatte ihr halbes Computerhirn einen taktischen, komplizierten Schachzug auf dem Petto, doch dies war wohl Wunschdenken!


Imperialer Weltraum-Chiss-Sektor: Markus`Raumschiff: Medistation:Elise und Markus, im Cockpit: Zoey, Kestrel, Sane, Wendon, Yui? Sari und Q`Tahem
 
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.:: Imperialer Weltraum | an Bord des MC-18 Light Freighter | 1. Hilfe - Raum | mit Elise ::.


Mark lag eine Weile schweigend da. Er spürte Elises Blick auf sich ruhen, schätzte daran aber, dass sie es vorzog nichts zu sagen. Sie hatten alle Erlebnisse zu verarbeiten, über die nachzudenken schon genug Kraft erforderte, als noch darüber zu sprechen. Der Jedi-Meister fühlte sich erschöpft und ausgelaugt. Er war froh darüber, noch am Leben zu sein, selbst wenn ein Jedi den Tod nicht fürchtete, so stürzte er sich nicht gerne in lebensgefährliche Situationen. Der Gedanke daran, tatsächlich sterben zu können, rief innerliche Demut hervor.
Erst als sich die Tür öffnete und Kestrel herein gebracht wurde, öffnete er ein weiteres Mal die Augen, um zu sehen, wie es um seine Kollegin stand. Aufmerksam verfolgte er die Unterhaltung zwischen den unterschiedlichen Parteien. Wendon hielt sich seinerseits ziemlich im Hintergrund. Sane kümmerte sich um Kestrels Wohlbefinden, versorgte ihre Verletzungen. Die Jedi-Meisterin bedankte sich bei Markus für seinen Einsatz, doch er tat es nur mit einem einfachen Kopfschütteln ab. Er fühlte sich nicht kräftig genug für ein tiefgründigeres Gespräch, also beließ er es einfach mal dabei. Auf Lianna würden sich sicher noch genug Gelegenheiten ergeben, um über das Erlebte zu philosophieren oder besser gesagt zu reflektieren, um aus den gemachten Fehlern zu lernen. Danach kam die Archäologin herein. Der Raum füllte sich schnell.
Zoey fiel der Jedi-Meisterin förmlich um den Hals, was den Corellianer unter der Atemmaske zu einem kurzen Zucken der Mundwinkel veranlasste. Es war schön, diese Aufrichtigkeit im Raum zu verspüren. Manchmal etwas naiv, enthusiastisch, aber vor allem menschlich hatte er die Archäologin kennen gelernt.

"Auf Nimmerwiedersehen, Thearterra!" - Das hörte man doch gern. Ein Aufatmen - auch von seiner Seite - erfolgte und Finn schloss die Augen wieder, während sich jeder anderen Dingen widmete.
Jedoch nur für eine kurze Zeit, denn die Ruhe sollte nicht lange wären. Ein Ruck ging durch das gesamte Schiff und automatisch hob Mark den Kopf und krallte sich zeitgleich mit der heilen Hand am Rand der Pritsche fest, um nicht einfach herunter zu rollen.
„Das kann doch nicht wahr sein!? Wir werden angegriffen!“, rief Kestrel und er folgte ihrem Blick auf den Bildschirm. Markus versuchte sich nun etwas nach hinten abzustützen, um sich aufzurichten, was eher schlecht als recht gelang und im nächsten Moment auch schon wieder hinfällig wurde, als die nächste Erschütterung in zurück ins Kissen beförderte. Zoey fiel fast auf ihn und entschuldigte sich dafür. Kestrel lief hinaus - vermutlich ins Cockpit, um erneut die Führung zu übernehmen. Sie war grandios als Anführerin.
Mark kniff die Augen zusammen. Nein! Nein, nein, nein! Was sollte das denn? Einmal musste doch Ruhe sein, oder nicht?!

In den nächsten paar Minuten machte sich der Corellianer um vieles Gedanken. Wer griff sie an? Sie waren im imperialen Raum, also gab es zahlreiche Möglichkeiten. Imperiale, Chiss, Raumpiraten, ... Eigentlich war es auch egal, um wen es sich dabei handelte. Dieses Schiff war ein Frachter und nicht auf Raumkämpfe ausgelegt. Natürlich konnte man sich mit der Laserkanone einigermaßen verteidigen, aber nicht dauerhaft kämpfen und vor allem nicht gegen mehrere gegnerische Schiffe oder Jäger. Wer flog den MC-18 eigentlich? Er selbst war am Steuer gesessen, als er nach Thearterra geflogen war, doch jetzt lag er hier, schwer verletzt und jemand anderes hatte den Vogel übernommen. Hatte überhaupt jemand von den anderen die nötige Ausbildung, um sie hier heil heraus zu bringen? Schei*ße! Wie auf Kommando hallte Skyflys Stimme durch den Gang. Sie rief nach den beiden Soldaten, doch was sollten sie schon ausrichten können? Der Corellianer war hin und her gerissen. Er war vielleicht der einzige Pilot hier an Bord, der bereits in Raumschlachten aktiv dabei gewesen war. Damals beim Kampf gegen den Todesstern... Aber das war eine andere Geschichte und damals war er in komplett anderer Verfassung gewesen, als jetzt. Dennoch sah er keinen anderen Weg, als sich zusammenzureißen und aufzustehen. Er zog die Maske hinunter und griff nach Elises Hand.


"Hilf mir mal eben!"

, forderte er und setzte sich mit ihrer Hilfe auf, drehte sich und stellte die Füße auf den Boden. Nach einem schmerzhaften Atemzug, schluckte er schwer. Sollte er sein Vorhaben noch einmal überdenken? Eine weitere Welle durchfuhr den Blechvogel und bestärkte Markus nur noch in seinem Gedanken, helfen zu müssen. Kestrel hatte ihn angefordert, damit er etwas leistete und nicht nur dumm herum saß, also würde er genau das tun. Alles, was in seiner Macht stand, um der Gemeinschaft zu helfen. Und im Moment konnte das vielleicht seine Erfahrung als Pilot sein. Mit Hilfe von Elise und dem rollenden Sauerstoffspender, gelangte der angeschlagene Jedi-Wächter ebenfalls ins Cockpit, wo schon die anderen sich versammelt hatten. Wahnsinn, wie viele Leute sich hier tummeln konnten.

„Noch 4 Minuten und 40 Sekunden bis in den Sprung in den Hyperraum! Hat noch jemand eine Idee?“

"Wir brauchen mehr Schwung!"

, antwortete Mark von hinten und ein röchelndes Husten begleitete die Aussage. Er ließ sich davon aber nicht aus dem Konzept bringen. Schnell hatte er die Situation erfasst. Drei gegnerische Jäger, wenn er richtig gezählt hatte. Sie waren schnell und wendig, was der Frachter keineswegs von sich behaupten konnte, also mussten sie zu anderen Mitteln greifen. Sarissia war bereits im Begriff gewesen, zum Planeten zurück zu kehren. Daraus konnten sie einen Vorteil schlagen.

"Sagt dir Swing-by etwas?"

, fragte er, ließ jedoch keine Zeit für eine Antwort, denn die Zeit drängte und er selbst war gerade nicht in der Lage ein Steuer in die Hand zu nehmen. Deshalb verdrängte er lieber irgendjemanden von seinem Platz und gab Kestrel Anweisungen. Er vertraute auf ihre Fähigkeiten als Jedi, um das Manöver richtig hinzubekommen.

"Wir nutzen die Gravitation Thearterras, um uns außer Reichweite zu katapultieren, zumindest für die kurze Zeit, die wir herausschlagen müssen!"

, klärte er die anderen sachlich auf und wies Kestrel daraufhin an, im richtigen Winkel zum Planeten zu fliegen. Das Schiff wurde im richtigen Moment in den Orbit gezogen und nahm an Fahrt auf. Markus konzentrierte sich. Sie mussten den richtigen Moment abpassen.

"Zieh hoch, nur ein kleines Stück!"

Wenn sie es richtig machte, würden sie Katapultmäßig hinaus geschleudert werden und die Jäger abhängen können. Es war ein einziges Fiebern, ob der Trick funktionierte, schließlich erforderte es einiges an Gefühl für das Schiff und fliegerisches Können.


.:: Imperialer Weltraum | an Bord des MC-18 Light Freighter | Cockpit | mit allen :D ::.
 
Imperialer Weltraum-Chiss-Sektor: Markus`Raumschiff: Cockpit: Zoey, Yui, Wendon, Sane, Kestrel, Sari und Q`Tahem; Medistation: Markus und Elise


Die Lage war äußerst brenzlig! Die Bezeichnung Chiss wurde in den Raum geworfen. Der Feind hatte einen Namen bekommen. Sane, auf dem hier nicht nur Kestrels Hoffnung gelegen hatte, äußerte sich fast lapidar, dass er kein Kampfpilot sei und zeigte sich auch sonst weder hilfreich, noch strotzte er vor Ideen. Dies fand Zoey etwas dürftig für einen Soldaten der Spezialeinheit. Es war eher sein mangelnder Einsatz, den Zoey vermisste, als hätte er längst im letzten Tempel aufgegeben und jeden Kampfgeist an den Nagel gehängt. Es ging hier um ihr aller Leben?! Auch Kestrel zeigte sich ungewohnt barsch und äußerte sich ungehalten darüber. Enttäuschung war deutlich heraus zu hören! Auch, wenn sie eher das Fachliche beklagte! Dabei hätte das kurz davor von ihr an ihn erteilte Lob, ihn doch beflügeln müssen und überhaupt, hatte er sich doch noch mutig, wie gerade gehört, den Sith waffenlos entgegen gestellt gehabt?! Was war mit Sane los? Auch auf ihre gestellte Frage diesbezüglich an ihn, hatte sie überhaupt keine Antwort erhalten! Auch Wendon zeigte überraschend wenig Einsatz.

Doch Kestrels eigener Wille schien ungebrochen. Die Jedi-Meisterin, so klein und beinahe zerbrechlich wirkend (alle hatten stark abgenommen), gab nicht auf. Bewundernd beobachtete Zoey Meisterin Kestrel Skyfly und konnte, obwohl sie derart verletzt und erschöpft war, erkennen, wie sie nach Lösungen aus der Misere rang. Natürlich war Eile geboten und ihre Aufregung war ebenso zu spüren, wie sich hier wohl jeder gerade fühlte. Niemand von ihnen wollte jetzt noch sterben! Sie hatten alle den verfluchten Planeten mit seinen düsteren Tempeln verlassen und wollten nun einfach nur noch nach Hause bzw. weit weg von hier, denn Zoeys zu Hause war der wundervolle wasserreiche grüne Planet Naboo. Mitten in der ganzen Hektik und Aufregung schaffte es dennoch Kestrel, ihrer Padawan Sarissia ein Lob auszusprechen und sie auf zu muntern, genauso weiter zu machen wie bisher, denn Sari versuchte stets auszuweichen. Das war in der Tat lobenswert, denn Zoey ahnte, wie gut ihre Flugkünste und auch wie schwer dies sein musste. Zoey hätte dies nicht hinbekommen. Ok, hätte sie auf Sari´s Platz gesessen, hätte sie auch getan, was nötig gewesen wäre und was sie gekonnt hätte und vielleicht hätte sie sich ungeahnt selbst übertroffen. Wer wusste das schon?


Dann folgten Kestrels Anweisungen Schlag auf Schlag, nachdem die Meisterin gesehen hatte, dass die Schutzschilde nur noch bei zwanzig Prozent lagen. Zwanzig Prozent! Das war nichts! Das sah ja erbärmlich für sie aus! Zoey fürchtete den nächsten Treffer der Chiss. Es könnte ihr Ende sein! Die Meisterin ließ alles auf die Schilde umleiten! Eine weise Entscheidung und wohl auch die einzige Wahl! Andere Optionen gab es wohl nicht. Alle sollten sich umgehend setzen, anschnallen und Sauerstoffmasken aufsetzen! Leider waren es noch gefühlt endlos lange Minuten bis zum Eintritt in den Hyperraum. Immerhin waren es 4 Minuten und 40 Sekunden und dies war so ungeschützt und unbewaffnet, wie sie waren, verdammt lange hin! Bis dahin konnte noch eine Menge passieren!

Kestrel warf noch einen flüchtigen, Hilfe suchenden Blick auf Yui, die neben Zoey stand. Die Archäologin drehte sich, nach einem kurzen Seitenblick auf das Droidenmädchen, herum, um der Anweisung sofort Folge zu leisten. Der schwer verletzte angeschlagene Markus kam ins Cockpit gewankt und meinte, dass sie mehr Schwung bräuchten! Zoey trat rasch einen Schritt zur Seite, um ihn schnell durch zu lassen und begann den Flur runter zu rennen und rief Q`Tahem und Yui ganz beiläufig zu:


“Kommt, schnell!”

Zoey hörte noch bruchstückhaft Markus weiter sagen, dass sie die Gravitation nutzen müssten. Gut, nein, sehr gut, der Jedi-Meister hatte einen Plan, ein Ass im Ärmel! Auch Meister Finn war durch und durch ein Jedi wie im Bilderbuch! Unerschütterlich, immer auf das Wohl aller bedacht und nicht unter zu kriegen!


Anschnallen! Wo? Im Frachtraum hatte Zoey Sitze und Anschnallgurte gesehen. Vorne im Cockpit fand nicht jeder Platz! Zoey rannte, so schnell sie konnte, in den Frachtraum. An der Wand waren Klappsitze mit Anschnallgurten. Zoey musste erst noch zügig einige Kisten bei Seite schieben. Daher hatten sie vorher immer auf denen herum gesessen. Niemand hatte ahnen können, dass sie alle mit nur einem Schiff, mit dem kleinen Frachter, zurück fliegen würden! Q`Tahem packte mit an. Einige Kisten waren unglaublich schwer. Wenige Sekunden später ließ sich Zoey neben Q`Tahem keuchend auf dem Klappsitz an der Wand des Frachtraums plumpsen, immer in der Angst, gleich könnten alle in die Luft gehen. Ob sie das merken würden? Ob ihnen dabei ihr Ende bewusst werden würde? Zoey schob die schrecklichen aufkommenden Gedanken bei Seite. Soweit war es noch nicht! Ihr Vertrauen und ihre ganze Hoffnung lag voll und ganz auf den Jedi-Meistern Kestrel und Markus und auf Sari vorne im Cockpit. Zügig ergriff Zoey zitternd den Anschnallgurt, zog den Dreipunktgurt von oben herunter und sicherte sich und danach zog Zoey nochmals zweimal kontrollierend daran, ob ja alles fest war. Q`Tahem, der schneller als sie war, half ihr wie immer fürsorglich und beschützend und zog ihr die Sauerstoffmaske über. Zoey schenkte ihm einen dankbaren, aber ängstlichen Blick. Jetzt, nachdem sie ruhig hier warteten und der kommenden Dinge ausharrten, kroch panische Angst in ihr hoch. Jedes Rütteln, jedes Lenkmanöver brachte einen erneuten Angstschub und Übelkeit in ihr hoch. Hilfesuchend, wenn auch nur um ihre Nerven zu beruhigen, ergriff sie seine Hand und quetschte sie laufend. Sie sah auf ihre Uhr. Da sie nicht sofort darauf gestarrt hatte, wusste sie nicht genau, wieviel verbleibende Zeit ihnen bis zum rettenden Hyperraumeintritt blieb. Ihr Blick suchte den Monitor, der in der Ecke von der Decke hing. Das Feindschiff war noch zu sehen, aber sie rasten Thearterra entgegen. Hoffentlich würden sie jetzt nicht abstürzen oder verglühen oder wusste der Henker…,was?! Irgendwann wurde Zoey schwindelig. Als sie wieder zum Monitor schaute, sah sie Striche und endlose Dunkelheit. Der Hyperraum! Sie hatten es geschafft! Sie waren nicht tot! Sie hatten es wirklich geschafft! Zoey atmete hörbar auf und nahm ihre schweißnasse Hand aus Q`Tahems.

Hoffentlich würden sie sich nun ausruhen und das Erlebte hinter sich lassen können und ein wenig Ruhe haben, um zu versuchen, alles zu verdauen. Sie mussten sich um ihre geschundenen Körper und gemarterten Seelen dringend kümmern!


Imp. Weltraum, Hyperraum: Markus`Frachter: Frachtraum: Zoey neben Q`Tahem angeschnallt sitzend, Yui?
 
S-K-System/ nahe Thearterra/ Markus' Raumschiff/ Cockpit/ Sane, Kestrel, Zoey, Sarissia, Q, Yui (?)

Zugegeben, Sane fühlte sich etwas nutzlos. Weder konnte er ein Raumschiff steuern noch kannte er sich mit diversen Taktiken im Raumkampf aus. Er kannte die Chiss-Jäger aus der Datenbank, wusste ungefähr wie sie bewaffnet waren, dass sie Schilde hatten und den restlichen TIE-Modellen überlegen waren. Doch das war alles theoretisches Wissen, mit dem er nichts ausrichten konnte. Falls die Chiss sie nicht einfach nur vaporisierten sondern entern wollten, würde er sich wieder einschalten können, dieses Szenario war ihm durch die Simulatoren vertrauter. Sarissas Spott über das Friedensabkommen konnte er jedoch kommentieren.

"Sie wissen nicht, dass wir von der Neuen Republik sind. Noch nicht. Bis jetzt sind wir nur irgendein Frachter, der in den Chiss-Raum eingedrungen ist."

Natürlich, diesen unbekannten Eindringling sofort mit Lasersalven zu durchlöchern war eine drastische Maßnahme, aber dennoch legitim. Sie mussten sich schleunigst aus dem Staub machen.

Doch die eigentliche Überraschung war die Jedi Meisterin, die nun ihre zuvor aufgelegte Ruhe kurzerhand über Bord warf und dem Soldaten vorwarf, dass seine Ausbildung unvollständig ist. Überrascht von diesem Seitenhieb öffnete Sane kurz den Mund, schloss ihn aber wieder. Er war nicht sehr schlagfertig. War das ihr ernst? Wendon reagierte weniger gelassen. Ein lautes, metallenes Scheppern kündete davon, dass seine Faust gerade auf die Innenverkleidung getroffen ist.

"Stellen Sie etwa die Spezialeinheiten in Frage... Ma'am?"

Der Rodianer stand am Eingang des Cockpits und funkelte die Jedi wütend an, während Markus sich in den Raum schob und begann, Anweisungen zu geben. Sane hatte ganz vergessen, dass der Jedi für die Sternjäger gekämpft hatte. Dass er in seinem Zustand so etwas bewerkstelligen konnte, war bemerkenswert. Nun musste Sane aber handeln, bevor entweder Skyfly oder Wendon etwas dummes taten. Er folgte Zoey und schleifte seinen Kameraden mit einem einfachen "Komm.", mit. Der Sani traute es dem Rodianer zu, sich blindlings auf eine Schlägerei einzulassen. Die Ehre der Truppe ging für manche Soldaten, besonders bei den Spezialeinheiten, über alles. Die Ausbildung und die Einsätze schweißte die Einheiten zu sehr aneinander, als dass man eine Beleidigung einfach so hinnahm. Sie folgten der Archäologin in den Frachtraum.

"Wie kann sie es wagen, nach allem was wir getan haben? Kritisiert Soldaten dafür, dass sie keine Piloten-Asse sind. Sie sollte sich in Zukunft zwei mal umdrehen, wenn sie spazieren geht!", fluchte der Rodianer in seiner Muttersprache, während sie sich auf die Sitze setzten und anschnallten.

"Reg dich ab, sie steht unter Druck."

Wendon schnaubte nur verächtlich, während das Schiff weiter nach jeder dumpfen Explosion erzitterte.

S-K-System/ nahe Thearterra/ Markus' Raumschiff/ Frachter/ Sane, Zoey, Q, Yui (?), Wendon
 
Thearterra - irgendwo im Schnee zwischen den Bergen - Arica's Schiff - Arica alleine und Alec im Cockpit

Die Wärme, die Arica entgegenschlug, als sie endlich das lang ersehnte Schiff betrat, war fast schon zu viel und brachte ihren Körper dazu sich der gerade entronnenen Kälte noch einmal wirklich bewusst zu werden. Spontan überfiel sie ein Schüttelfrost der ihren ganzen Körper erzittern lies, ohne dass sie etwas dagegen unternehmen konnte. Das Zähneklappern war einfach nicht zu stoppen und machte Arica wütend. Wie konnte es sein, dass ihr eigener Körper ihr das verwehrte, was sie von jedem Lebewesen der Galaxis verlangte. Er gehorchte ihr einfach nicht in dem Maße, in dem sie es erwartete.
Aber wenigstens gab es keine Zeugen für diesen Verrat und so war sie zumindest froh darüber, dass dieser Ausfall erst hier geschah, hier in ihrem Schiff und zum Glück auch ohne das Alec es mit bekam. Ihn hatte sie direkt nach ihrem Eintritt damit beauftrag umgehend zu starten und sie auf dem schnellsten Weg zurück nach Bastion zu schaffen.
Und als das Zittern allmählich weniger wurde während die Wärme langsam in ihren Körper zurück kroch, entledigte sich Arica des verbliebenen Stoffes auf ihrer Haut und legte nach und nach ihren mitgenommenen Körper frei. An mehr als einer Stelle war das Gewebe bereits in einer dicken Kruste mit ihrem Körper verklebt und die Wunden brachen nun wieder auf.
Vor sich hin fluchend musste sie die Hilfe des Notfallmedidroiden des Schiffes in Anspruch nehmen und es dauerte lange bis er alle Verletzungen, inklusive der Knochenbrüche, soweit behandelt hatte, dass sie endlich die wohltuende Erholung des lang ersehnten Bactabades genießen konnte. Das erste Mal seit vielen Tagen schlief Arica danach tief und fest.

Mittlerweile lag Thearterra weit hinter ihnen und die halbe Wegstrecke nach Bastion war zurück gelegt als Arica sich hin setzte und noch immer vor Wut auf die Jedi kochend, etwas in ein Datapad tippte.


Kopfgeld!

Auf persönlichen Veranlassung von Lady Arica Kolar werden folgende Kopfgelder ausgesetzt:

Markus Finn ------200000 Credits lebend 100000 Credits tot
Kestrel Skyfly------200000 Credits lebend 100000 Credits tot
Zoey Livian ------100000 Credits lebend 50000 Credits tot
Sarissia Taleran----30000 Credits lebend 15000 Credits tot
Q`Tahem ---------30000 Credits lebend 15000 Credits tot
Elise ------------- 30000 Credits lebend 15000 Credits tot
Sane ------------ 30000 Credits lebend 15000 Credits tot
Wendon---------- 30000 Credits lebend 15000 Credits tot


Jedem Namen fügte Arica noch eine Bilddatei mit einem Bild aus der Außenkamera ihres Schiffes hinzu und schickte dies Benachrichtigung an alle bekannten Verteiler für Kopfgeldjäger sowie an alle erreichbaren Raumhäfen auf dem Weg zwischen Thearterra und Lianna, mit der bitte um Weiterleitung an das Schiff mit der Kennung, die sie von dem Jedischiff aufgezeichnet hatten. Sie wollte das die Jedi und ihre Handlanger genau wussten, dass sie nun noch mehr gejagt werden würden.
Und endlich, als dies abgeschlossen war, erlaubte sich Arica zufrieden zu grinsen. Es war ein wunderbarer Gedanke wie die Jedi dies lesen würden und wie die Angst stetiger Begleiter sein würde. Vielleicht ja nicht so sehr bei Markus oder Kestrel! Aber der Rest der Bande würde schlottern, dessen war sie sich sicher.


Imperialer Raum auf dem Weg zurück nach Bastion - Arica's Schiff - Arica alleine und Alec im Cockpit
 
Imp. Weltraum, Hyperraum: Frachtraum: Zoey zwischen Q`Tahem, Sane und Wendon angeschnallt sitzend


Ihre Euphorie und Freude darüber legten sich schnell. Man könnte sagen, zu schnell, in Anbetracht der wundervollen Situation, mit dem Leben, aus dieser fürchterlichen, ausweglos wirkenden Lage und dem schier endlos wirkenden Zeitfenster bis zum rettenden Eintritt in den Hyperraum, heraus gekommen zu sein. Der Grund saß genau neben ihnen. Erst jetzt konnte sie den gehörten und natürlich verstandenen Worten Beachtung schenken, denn vorher hatte die Todesangst von ihr Besitz ergriffen gehabt. Natürlich war ihr auch Wendons Nachgeben seines gewalttätigen Impulses vorne im Cockpit nicht entgangen. Seine Worte zu Sane waren aber der Gipfel der Unverfrorenheit gewesen! Eine Unverschämtheit, die Seinesgleichen suchte!

“Hey, ihr Zwei!”,

wandte sich die Archäologin, laut, mit entschlossener, fester Stimme den beiden Soldaten der Sonderspezialeinheit zu und stand extra auf, um Beiden in ihre unverschämten rotznäsigen Gesichter blicken zu können.

“Was müssen meine Ohren da hören?! Ihr habt wohl vergessen, dass ich so gut wie jede Sprache verstehe, auch euch, ihr Aasmotten!"

Besonders wütend funkelte sie Wendon an, dann hob sie ihren belehrenden Zeigefinger, da die Lehrerin in ihr durchkam, und fuchtelte vor seinem Gesicht drohend damit herum.

“Ich hoffe ja nur, ich habe mich verhört, Jungs! Wisst ihr wie oft euch Kestrel euren kleinen dreckigen Hintern gerettet hat?!”

Ihr Zeigefinger tippte dabei frech Wendons Brust an. Sie war sowas von sauer auf die Zwei, nach allem was sie gemeinsam durchgestanden hatten! Wie konnte Wendon sich derart vergessen!

“Ich wusste gar nicht, dass man gequirlten Mist so hoch stapeln kann, Freundchen!? Du willst einer kleinen Frau, deiner dir vorgesetzten Jedi-Meisterin, die bestrebt war, uns allen den Allerwertesten zu retten, drohen?! Glaube mir, da musst du erst an mir vorbei! Ich bin sanft und gütig wie ein Engel und doch kann ich von Satan besessen sein!!”

Und nun begann die kleine liebenswerte, in feurige Rage geratene Archäologin, wie wild vor Beiden auf und ab zu gehen wie ein aufgeregtes Huhn! Sie wurde historisch! Immer ein gutes Mittel der Wahl! Sie warf ihnen vor, dass Sane nicht mehr leben würde, wenn Kestrel ihn im Schacht des ersten Tempels nicht aufgefangen hätte! Und so reihte sie einige Geschehnisse, die ihr einfielen und die sie mit bekommen hatte, aneinander und schloss mit den Worten:

“Das hätte ich nicht von dir gedacht, Wendon! Das nennst du Kameradschaft?! Wir sind hier ein Team! Wir! Und du willst einer von uns in den Rücken fallen!? Schämen solltest du dich! In Grund und Boden, du Scheusal! Auch in deiner Spezialeinheit musstet ihr mal Kritik durch euren Vorgesetzten ertragen, ohne gleich zu meutern, du kleines Stück Dreck!”

Dann blieb sie vor Sane stehen und ihr strafender Blick fiel auf ihn und einen Funken milder sagte sie nun:

“Ich würde vorschlagen, dass dies hier unter uns im Raum bleibt! Sagen wir mal, Wendon sagte es ebenfalls aus Stress heraus! Er stand so unter Druck!”,

und verwendete absichtlich Sanes Worte, die er immerhin beschwichtigend auf Wendons unangebrachten Kommentar gefunden hatte und zog absichtlich die letzten Worte ironisch in die Höhe. Sie hatte weder die Absicht, noch Interesse daran, Wendon bei ihrer Vorgesetzten zu verpfeifen und für weiteren Unfrieden zu sorgen. Dennoch warf sie ihm nochmals einen bitterbösen Blick zu und auch Q`Tahem, zu dem sie sich schnell umdrehte, traf ein Bestimmender! Dann sprach sie viel sanfter weiter:

“Was ist los mit dir, Sane? Irgendetwas stimmt nicht mit dir?! Das sagt mir mein gut ausgeprägter weiblicher Instinkt!”

Dann fiel Zoey etwas ein, was sie bei ihm im letzten Tempel gesehen hatte. Sie stand immer noch vor ihm, er saß und sie legte Sane ihre Hände rechts und links auf seine Schultern.

“Sind es deine Unterarme? Was ist mit ihnen? Raus mit der Wahrheit! Du weißt es längst! Du bist Arzt!”

Mit fragendem bohrendem Blick schaute sie dem Soldaten in die Augen. Ohne eine befriedigende Antwort würde sie hier nicht weg gehen.


Imp. Weltraum, Hyperraum: Frachtraum: Zoey, Q`Tahem, Sane und Wendon
 
S-K-System/ nahe Thearterra/ Markus' Raumschiff/ Frachtraum/ Sane, Zoey, Q, Yui (?), Wendon

Zoey sprach die Soldaten an, während sie sich setzten und anschnallten. Zu Sanes Überraschung stand die Archäologin plötzlich auf und stellte sich vor sie. Ein mutiges Unterfangen wenn man daran dachte, dass das Wackeln nicht weniger wurde. An was der Sani nicht gedacht hatte, als er seinen vor Wut schäumenden Kameraden in den Frachtraum gebracht hatte mit dem Hintergedanken, ihn hier abzustellen, bis er sich wieder beruhigt hatte war, dass Zoey rodianisch zumindest verstehen konnte. So weit, so schlecht. Doch was nun folgte, hätte er sich nie träumen lassen. Die junge Frau begann die Soldaten wüst zu beschimpfen. "Aasmotten", "dreckig", nannte die Archäologin die Soldaten und Sane wurde mulmig zu mute. Wusste Zoey, was sie da gerade tat? Der Sani hörte auf, der tobenden Frau zuzuhören und konzentrierte sich lieber auf Wendon. Sein Kamerad war angeschnallt, das hieß, er konnte sich nicht ungehindert auf Zoey stürzen, Sane konnte sich notfalls dazwischen werfen. Dass der Rodianer sich aber kaum noch im Griff hatte war deutlich erkennbar. Alles davor waren nur Worte, ein wenig Dampf ablassen. Aber was sich da hinter dem Gesicht des Infiltrators anstaute war blanker Hass, so gut kannte er ihn mittlerweile. Seine Augen waren zu schmalen Schlitzen verengt, seine Fäuste geballt, die Oberarme zitterten vor Anspannung. Wie lang ging das gut? Was konnte er tun?

Der Sani wurde abgelenkt, als Zoey ihn direkt ansprach. Sie fragte ihn, was mit ihm los sei und was nun mit seinen Unterarmen ist. Der Soldat überlegte kurz, ließ seinen Freund dabei aber nicht aus den Augen. Dann traf er eine Entscheidung.

Flink schnallte er sich ab, stand auf und packte Zoey am Handgelenk. Der Befehl, die Expeditionsgruppe zu beschützen war noch gültig und es war wohl das Sicherste, wenn Zoey und Wendon sich nicht im gleichen Raum aufhielten. Natürlich hätte ein Übergriff folgen gehabt. Vermutlich hätte es eine Verhandlung vor dem Militärgericht gegeben. Allerdings kamen nur die Archäologin und Sane als ausschlaggebende Zeugen in Frage, da sie die einzigen waren die verstanden hatten, was der Rodianer gesagt hat. Selbstverständlich hätte die Aussage des Sanis den Kameraden entlastet und damit stünde nur noch die Provokation Zoeys da. Doch Sane wollte es nicht so weit kommen lassen. Er zerrte die junge Frau zu der Schlafkabine, schubste sie rein, warf noch einmal einen Blick zurück. Wendon folgte ihnen nicht. Schnell betrat er den Raum und riegelte die Türe hinter sich ab. Nur für alle Fälle.

"Bist du Lebensmüde?"

, fragte er ruhig und lehnte sich an die verschlossene Türe um etwas Halt zu bekommen, während das Schiff immer noch zuckte und bebte. Er holte tief Luft, bevor er das folgende sagte. Sane war nie gut im Reden gewesen, schon gar nicht wenn es um ernste Themen ging.

"Du warst doch bei der Armee, oder? Ich vermute Reserve, ohne Kampferfahrung? Weißt du, wie die Spezialeinheiten aufgebaut sind? Es gibt mehrere Abteilungen, darunter Guerilla, Null-G oder eben die Infiltratoren, zu denen Wendon und ich gehören. Rekrutiert werden diese Sondereinheiten aus den verschiedensten Zweigen der Armee: Leichte oder schwere Infanterie, Marines, Sanitäterkorps, manchmal auch Piloten oder Mechaniker. Die Soldaten, die für die Spezialeinheiten vorgeschlagen werden sind erfahren und gut in dem, was sie tun. Sie müssen Tests bestehen und bekommen danach eine Ausbildung, die der jeweiligen Spezifikation entspricht. Dann werden sie auf außergewöhnliche Missionen geschickt, die die Infanterie oder der Geheimdienst nicht durchführen können. Ich war zum Beispiel auf Coruscant. Der Auftrag: Mit Widerstandsnestern zusammenschließen und Terroranschläge ausüben. Wir hatten nicht nur militärische Ziele, Zoey."

Sane hielt einen Moment inne. Er hatte noch nie mit jemandem über Coruscant gesprochen und bereute dies sofort, da die alten Bilder in seinem Kopf sofort wieder an schärfe zunahmen.

"Die Infiltratoren stehen während ihrer Einsätze unter enormen Druck. Der Feind ist überall, jeder Schritt könnte dein letzter sein. Ich begegnete auf Coruscant nicht nur Sturmtruppen und Sicherheitskräften, sondern auch Sith."

Dass er der einzige aus seiner Einheit war, der den Stadtplaneten wieder verlassen hatte, verschwieg er. Das konnte und wollte er nicht sagen.

"Ich weiß nicht was Wendon erlebt hat, bevor ich ihn kennenlernte, aber vermutlich hat er ähnliches durchgemacht. Jeder kommt damit auf seine Art klar. Skyfly hat den Fehler gemacht die Infiltratoren anzuzweifeln und hat damit nicht nur Wendon und mich kritisiert, sondern auch unsere toten Kameraden. Ich mach ihr keinen Vorwurf, sie kann das nicht wissen. Geh ihm in Zukunft besser aus dem Weg."

Sane wusste nicht, ob Zoey den Rodianer und sein Verhalten besser verstand. Vermutlich nicht. So wie er die Frau kennengelernt hatte, war sie störrisch und rechthaberisch. Wahrscheinlich würde sie an ihrem Standpunkt festhalten und womöglich noch eine Entschuldigung verlangen. In diesem Fall musste er weiter auf sie einreden. Doch nun gab es noch etwas anderes zu klären.

Der Soldat zog seine Lederjacke und sein graues T-Shirt aus und stand nun im Unterhemd vor Zoey, die jetzt freien Blick auf seine Arme hatte. Dann entledigte er sich den Bandagen, die er an seinen Armen angelegt hatte, um das darunter zu verbergen. Sie konnte nun auch deutlich die bunte Haut sehen, die sich von den Fingeransätzen bis zu den Schultern erstreckte.

"Das hat bei der Wunde des Sith-Hundes angefangen und sich rasch ausgebreitet. Seit mehreren Stunden ist es nun in diesem Stadium. Ich habe eine Hautprobe genommen. Die Werte waren normal. Es kam nur ein neuer, unbekannter Wert hinzu der in keiner der Datenbanken gespeichert ist, auf die ich Zugriff hatte. Ich habe die Probe gesichert und werde das weiter verfolgen. Tu mir den Gefallen und sage niemandem etwas. Die Leute hier haben Ruhe verdient und sollten sich nicht auch noch um mich sorgen." Wieder ging ein kräftiger Ruck durch das Schiff. "Vielleicht erledigt sich das auch von selbst."

S-K-System/ nahe Thearterra/ Markus' Raumschiff/ Schlafkabine/ Sane, Zoey
 
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Thearterra, Markus`Raumschiff: Ecke im Gang an der Wand: Zoey i, in der medizin. Abteilg.: Markus mit Elise, im Cockpit: Sari mit Q`Tahem, Wendon wachend auf Rampe; Yui in einer Kabine eingeschlossen; Kestrel und Sane auf der Rampe?

Yui ergriff Zoeys Hand und folgte ihr in die Medistation. Yui achtete nicht wirklich auf die anderen sondern war eher in Gedanken versunken. Doch sie wurde recht schnell wieder heraus gerissen als das Schiff plötzlich angegriffen wurde. Yui schaltete wieder ihre verbesserten Sensoren ein und überlegte für einen Moment, ob sie eines der Schiffe Kapern könnte. Leider handelte es sich um ein Jagdgeschwader und da hatte sie keine Chance. Sie griff unauffällig nebenbei auf den Computer zu und holte sich die Daten aus dessen System aber tun konnte sie auch nichts.

Kestrel beschloss nun auch alle Lebenserhaltungssysteme abzuschalten. Eigentlich eine ganz gute Idee. Yui hätte nicht daran gedacht, aber für sie war es eigentlich egal. Immerhin brauchte sie in dem Sinn die Lebenserhaltungssysteme nicht. Sie brauchte nur Energie in Form von Strom. Aber sie hatte noch mehr als genug. Ihre Energiekerne waren beste Technik. Sie konnte noch lange weiter

Doch Kestrel war nicht die einzige mit Ideen. Markus hatte auch eine. Das Gravitationsfeld des Planeten ausnutzen. Yui überlegt kurz. Das sollte durchaus möglich sein, aber sie hatte keine Ahnung wie genau das funktionieren sollte. Immerhin musste das ja irgendwie berechnet werden. Leider hatte sie für so was keine Programme. Zoey zog wieder mit sich und sie setzten sich in den Frachtraum. Doch sie waren nicht alleine Q Sane und Wnedon waren auch da. Zoey saß neben Q und Yui setzte sich so weit wie möglich von den beiden weg. Sie blickte die ganze Zeit Q an. Sie musste aufpassen dass er nichts probierte. Sie vertraute ihm nicht. Er könnte jederzeit einen neuen Anschlag versuchen. Wenn Blicke töten könnten... Dann wäre Q jetzt schon viele Male gestorben. Sie war richtig froh, dass Zoey aus dem Raum gezogen wurde. Yui schnallte sich auch sofort ab. Und folgte den beiden unauffällig. Allerdings folgte sie ihnen nicht in die Schlafkabiene sondern blieb draußen stehen. Sie blieb vor der Tür stehen und lauschte mit den verbesserten Sensoren.

Sane redete plötzlich von spezielleren wunden. Waren sie ihm hier auf diesen Planeten zugefügt worden. Leider konnte Yui nicht sehen wie sie aussahen, doch selbst wenn sie sie gesehen hätte, hätte sie wohl nicht helfen können, weil sie ja keine Ahnung in dem Bereich hatte. Doch dann kam ihr plötzlich eine Idee. Sie nahm ihren Rucksack von den Schultern und holte Tibbers heraus. Sie streichelte ein wenig über den Kopf des Teddys und griff dann wieder in das Loch und holte den Datenstick heraus den sie hatte mitgehen lassen. Sane hatte aber egsagt es waren sith-Hunde. Vielleicht waren es welche denen sie in einem der Tempel begegnet waren. Yuis Arm öffnete sich ein wenig und sie legte den Datenstick hinein. Er schloss sich wieder während Yui begann mit allen Sicherheitsmaßnahmen auf den Stick zuzugreifen. Sie wusste dass es eine Weile dauern würde bis sie fertig war und ging deshalb in die Medistation. Sie wollte nicht, dass die anderen merkten, dass sie Sane und Zoey belauscht hatte und setzte sich dort hin. Sie hatte nachzudenken und wartete darauf die sicherheiten auf dem Stick zu knacken und ihn auszulesen.

S-K-System/ nahe Thearterra/ Markus' Raumschiff/ Schlafkabine/ Sane, Zoey Medistation: Yui ; Cockpit: Sarissa, Kestrel Markus; Frachtraum: Wendon, Q'Tahem
 
Imp. Weltraum, Hyperraum: Frachter, Frachtraum: Sane, Wendon, Zoey, Q`Tahem, Yui


Natürlich war eine Reaktion auf das ganze Theater zu erwarten. Genau genommen, erwartete jetzt Zoey eine Antwort auf ihre gestellte Frage. So, als wenn sie diese im Hörsaal einem x-beliebigen Studenten gestellt hätte! Doch diese Reaktion, hatte Zoey nun wirklich nicht erwartet! Sie dachte es schlägt dreizehn und donnert zusätzlich! Sane schnallte sich blitzschnell ab, erhob sich flink, packte unsanft ihr zartes Handgelenk und zerrte sie schneller, als sie vernünftig Schritt halten konnte, bis zur einzigen Schlafkabine und stieß sie auch noch grob hinein. In dem Moment rutschte ihr ihr Herz vor Schreck wirklich bis in die Kniekehlen! Zoey konnte sich gerade so fangen, um nicht aus zu rutschen. Sie fuhr entsetzt herum. Was zum Teufel sollte das denn jetzt? Flippten jetzt alle aus?! Zoey musste einen völlig entsetzten verstörten Gesichtsausdruck in dem Moment gehabt haben! Was kam denn jetzt?! Sane hatte ebenfalls die Schlafkabine betreten und riegelte auch noch die Tür von innen ab! Was hatte Sane denn jetzt im Sinn?! Sie, mit ihm alleine in einer verriegelten Schlafkabine?!

“Was hat das zu bedeuten?”,

brachte sie leise und ziemlich kläglich hervor und dies war mehr gehaucht, statt gesprochen, da es ihr vor Schreck die Kehle zuschnürte und die Sprache verschlug, während ihr Herz bis in den Hals hämmerte! Sie nahm abwehrend ihre Hand hoch und zeigte ihm ihre Handfläche und ging zwei Schritte rückwärts, bis sie mit ihrem Hacken schmerzhaft gegen das Bett stieß und es dadurch nicht weiter rückwärts ging. Was sollte Zoey davon halten? Jede andere Frau würde genau das denken und befürchten, was sie gerade annahm, was nun folgen würde! Das Erschreckende war nur, dass sie es ihm niemals zugetraut hätte. Unbewusst verlagerte sie bereits ihr ganzes Gewicht auf ihr Standbein, um mit dem Anderen so richtig zu treten zu können!

Endlich machte Sane den Mund auf. Er lehnte sich dabei seelenruhig gegen die verschlossene Tür. Ja, da kam sie nicht mehr vorbei! Ruhig und dennoch entrüstet fragte er sie, ob sie Lebensmüde wäre?!


“Was? Wie bitte? Ich verstehe nicht? Lebensmüde? Nein!”,

antwortete sie eher verblüfft und ziemlich holprig. Er sprach weiter, dass sie doch auch mal bei der Armee gewesen sei, natürlich nicht im Kampfeinsatz. Sie nickte. Sie wollte sich wirklich nicht näher darüber auslassen. Da gab es nicht viel zu erzählen und erst recht nicht in dieser eigenartigen Situation. Worauf wollte er denn jetzt hinaus?! Sane sprach weiter. Zoey entspannte sich. Warum, kann sich jeder denken! Er sprach von den verschiedenen Einheiten. Ihren Aufgaben. Am Ende betonte er sehr, dass es nicht nur militärische Ziele gewesen waren. Zoey sah ihn unsicher an und brachte nur ein kurzes:

“Aha!”,

heraus, denn was sollte sie nur dazu sagen?! Es war schlimm, dass er solche Aufträge hatte, die nicht gerade rühmlich und völlig unmoralisch und unethisch waren, die einen ganz sicher nachts aus dem Schlaf aufschrecken ließen und über die man lieber wohl weder nachdachte, noch sprach. Und doch tat es gerade Sane! Warum? Worauf wollte er nur hinaus? Sie musste ihren Blick kurz senken, denn sie konnte ihm nicht länger in die Augen schauen. Sie wusste nicht genau, wieso? Auf jeden Fall ertrug sie es gerade nicht, ihn anzuschauen.

Auch Sane brauchte eine kurze Gesprächspause und sprach dann aber kurz darauf weiter. Zoey hob wieder ihren Blick und sah ihn an, als er weiter sprach und er von Feinden überall und sogar von Sith sprach. Ein Infiltrator zu sein, war wohl kein Zuckerschlecken! Zoey las in seinem Gesichtsausdruck noch mehr, als seine Worte aussagen konnten und seine Stimme dabei, machte Zoey traurig und mitfühlend. Es fiel ihm deutlich schwer, die passenden Worte zu finden und überhaupt darüber zu sprechen. Sie wusste zwar immer noch nicht, was das Eine mit dem Anderen, sprich mit Wendons unangemessenen Äußerungen zu tun hatte, aber Zoey schämte sich ihrer ersten Gedanken, die sie gehegt hatte, als sie von ihm in den Raum geschubbst worden war oder spätestens nach dem Verriegeln der Tür hatte. Sane schien viel durchgemacht zu haben und hatte also nicht zum ersten Mal hier auf Thearterra mit den verfluchten Sith Kontakt gehabt. Er hatte es ansatzweise ihr gegenüber schon mal im ersten Tempel erwähnt gehabt.


Wieder machte er eine kurze Kunstpause, ehe er fortfuhr. Diesmal wandte Zoey nicht ihren Blick ab. Endlich brachte er Wendon ins Spiel. Auch er hatte entsetzlich viel durchgemacht, kaum verarbeitet und Kestrel hatte, ohne es zu ahnen, ihn und seine toten Kameraden kritisiert und beleidigt. Und Zoey hatte nun, ohne es zu ahnen, noch richtig einen drauf gesetzt und das Fass fast zum Überlaufen gebracht. Sane warnte Zoey vor ihm. Sie solle ihm nun lieber aus dem Wege gehen. Na toll, dachte die Archäologin. Jetzt habe ich einen Feind unter den eigenen Leuten und kann mich kaum trauen, mich mal schlafen zu legen, so lange ich hier an Bord mit ihm gemeinsam bin, ohne dass jemand bei mir Wache schiebt. Allerdings fiel Zoey da gleich jemand ein. Yui! Das Kind aus Blech brauchte keinen Schlaf! Das Blöde war, dass man sich auf dem engen Frachter nur schwer aus dem Weg gehen konnte. Dennoch, auch wenn das alles ärgerlich war und sie selbst sich den Schlamassel an Land gezogen hatte, konnte sie über Sanes Ehrlichkeit und Offenheit nur froh sein.

“Danke, dass du mir das sagst. Es war gewiss nicht meine Absicht, es dermaßen auf die Spitze zu treiben. Ich wollte nur an Wendon und seine Moral appellieren, nicht so was zu sagen. Ich sehe schon, nun ist alles noch schlimmer geworden und ich verstehe durchaus und kann es nun auch nach vollziehen, wie das geschehen konnte. Ich konnte nicht ahnen, dass Thearterra nicht eure erste Katastrophe gewesen ist, sondern dass ihr längst davor Erlebnisse auf Einsätzen mit apokalyptischen Ausmaßen hattet.”

Zoey wusste nicht, ob sie die richtigen Worte gefunden hatte, zumindest dachte und fühlte sie das Richtige und dies war Mitleid und Verständnis. Sie war auf Wendon`s nur daher gesagte Worte äußerst heftig angesprungen. Jetzt sollte sie Wendon lieber meiden. Nun ja! Eigentlich mochte sie doch den Wendon! Er war ein rauher ungeschliffener Zeitgenosse! Dennoch kamen besorgte Gedanken in ihr hoch!

“Bloß woher sollte ich wissen, ob er es ernst meinte, was er über Kestrel sagte oder ob es nur Dampfablassen war? Ich meine, bei allem Verständnis, musst du mich ja auch vor ihm jetzt warnen, dass ich ihm aus dem Weg gehen soll. Und dies ja nicht ohne Grund! Muss ich mir Sorgen machen, dass wir eine wandelnde Zeitbombe auf dem Schiff haben oder gar einen Amokläufer? Vielleicht solltest du darüber nachdenken, ihm einige Stimmungsaufheller oder Beruhigungsmittel zu geben. Spritz`ihm bitte irgendwas! Oder zur Not kette ihn ans Bett, Zwangsjacke, sperr`ihn in den leeren Bactatank, sollte er sich nicht beruhigen! Bloß, wir können es uns nicht leisten, dass einer aus unseren Reihen noch zur drohenden Gefahr wird! Ich hoffe, dass es nicht so weit kommen muss! Bitte, behalte ihn im Auge!”

Sane lüftete dann sein Geheimnis. Natürlich hatte er die ganze Zeit etwas verborgen! Sie hatte es geahnt! Er offenbarte es ihr, indem er sich erstmal seiner Jacke und seines T-Shirts und dann seiner Bandagen mühselig entledigte. Was dann zum Vorschein und Zoey zu Gesicht bekam, war entsetzlich! Was war das denn? Total geschockt lief sie näher, um es besser sehen zu können. Sie wagte nicht einmal, seine Arme zu berühren. Sie waren bunt marmoriert.

“Könnte es eine Blutvergiftung sein? Mutierst du auch? Nach dem Biss eines Sith-Hundes…, ein Fluch?!”

Er bat sie, es für sich zu behalten, um die Anderen nicht zu beunruhigen.

“Ja, natürlich, du hast recht! Wir brauchen nicht noch mehr Unruhe! Wie du wünschst, ich behalte es für mich! Du kannst dich darauf verlassen! Auch die Sache mit Wendon bleibt unter uns! Keine Sorge! Wenn ich irgendetwas für dich tun kann, sag` Bescheid!”

So etwas hatte Zoey in ihrem ganzen Leben noch nicht gesehen! Was konnte Sane nur haben? Kein Wunder, dass er so nachdenklich und abwesend gewesen war! Zoey machte sich Sorgen um Sane. Große Sorgen!

“Wie wäre es mit einer Bactainfusion?”


Imp. Weltraum, Hyperraum: Frachter: Schlafkabine: Zoey und Sane

Weiter im Weltraum NR!
 
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[Bastion | Bastion Center | Sith-Tempel | Domäne des Imperators | Thronsaal] Chiffith, Darth Allegious

Chiffith war stolz darauf, ein erneutes Lob von seinem Herrn und Gebieter zu bekommen. Seine Leistung war offensichtlich zufriedenstellend gewesen. Aber er hatte ja auch wirklich alles gegeben, um den Stein zum Bersten zu bringen, und mit einem Teil seiner Lebenskraft dafür gezahlt. Doch wieder ging die Anerkennung mit Kritik einher. Der Lamproid war sich seiner Wissenslücke überhaupt nicht bewusst gewesen, doch Darth Allegious' strenge Worte machten ihm deutlich, dass es ein Fehler war, nichts über Korriban zu wissen. Offenbar hatte es etwas mit dem Grundverständnis der Lehre der Sith zu tun. Bisher hatte sich der Schüler nicht großartig mit der Geschichte des Ordens auseinandergesetzt. Die Vergangenheit hatte ihn nie interessiert, nur die Gegenwart und Zukunft. Viel hatte man ihm dahingehend auch noch nicht beizubringen versucht. Darth Draconis hatte solche Themen gar nicht angeschnitten. Vielleicht hatte er an anderen Ecken ein paar Informationsschnipsel aufgeschnappt, aber er hatte sich das nicht gemerkt. Denn bisher war er davon ausgegangen, dass Ereignisse, die längst gestorbenen Fremden vor Jahrtausenden am anderen Ende der Galaxis geschehen waren, ihn überhaupt nicht betrafen und keinen Einfluss auf sein Leben hatten. Falls dabei einmal der Name Korriban gefallen war, dann hatte er sich ihm nicht eingeprägt. Doch diese Einstellung war wohl falsch: Der Imperator machte deutlich, dass er von seinem Schüler erwartete, sich auch mit solchen Themen auseinanderzusetzen. Das fand Chiffith zwar nicht gerade erfreulich, aber er nahm die Kritik natürlich an. Wenn es ihm seinen Weg zu einem tieferen Verständnis der Dunklen Seite ebnen würde, wollte er gern ein paar Stunden oder zur Not auch Wochen über Büchern und Monitoren verbringen.

Gehorsam folgte der Lamproid seinem Meister in den Hangar. Angeblich sollte er dort erfahren, was es mit Korriban auf sich hatte. Zunächst verstand er aber nicht viel. Das Treiben dort war für ihn ein Buch mit sieben Siegeln, denn sein Verständnis von Technik war annähernd bei Null. Die Chadra-Fan Keshi Quiss hatte vor langer Zeit versucht, ihm die Grundlagen des Fliegens zu vermitteln, aber er hatte nur wenig davon begriffen. Was genau die zahlreichen Menschen, Aliens und Droiden an den Schiffen verrichteten, erschloss sich ihm nicht. Darth Allegious orderte ein Shuttle, also würden sie auf eine Reise gehen. Chiffith schätzte Raumflüge nicht besonders, was aber in erster Linie daran lag, dass er auf Schiffen keine Gelegenheit hatte, durch die Wildnis zu streifen. Da ihm diese Möglichkeit aber auch im Tempel fehlte, konnte es ihm egal sein. Er war nicht gerade sesshaft und es war ihm ziemlich gleichgültig, auf welchem Planeten er sich befand, solange ihm der Aufenthalt dort etwas nützte. Den größten Nutzen hatte er zweifellos dort, so der Imperator sich befand - ergo keine Einwände gegen eine Reise. Und praktischerweise benötigte der Lamproid kein Gepäck. Der einzige Gegenstand, den er gerne bei sich trug, war seine Lichtlanze, doch bisher hatte er nicht in Erfahrung bringen können, was nach dem Kampf mit Jolina aus seiner Waffe geworden war. Falls die Sith sie als Beute an sich genommen hatte, würde er noch eine ganze Weile darauf verzichten müssen, bis er stark genug war, um sie zurückzufordern. Und falls Allegious sie hatte, würde er sie zurückbekommen, sobald sein Meister das für angemessen hielt, keine Sekunde früher. Aber von ›unbewaffnet‹ konnte man bei einem Lamproiden ohnehin niemals reden. Er machte sich deswegen keine Sorgen.

Erst an Bord des Shuttles bestätigte sich seine vage Vermutung, dass es sich bei Korriban um einen Planeten handelte. Aus den Worten seines Meisters ließ sich schließen, dass die Welt nicht ganz ungefährlich war. Wenn sie eindrucksvolle Raubtiere wie Taral hervorgebracht hatte, glaubte Chiffith das gerne. Doch er liebte die Gefahr und freute sich darauf. Er war gespannt darauf, einen Ort zu sehen, an dem die Dunkle Seite offenbar mindestens so stark war wie im Tempel der Sith zu Bastion. Im Gegensatz zu den Jedi wollte er sich deren Einfluss schließlich gar nicht entziehen, sondern sie ergründen. Er ahnte, dass diese Reise ihn in seiner Ausbildung ein gutes Stück voranbringen würde. Wahrscheinlich müsste er wirklich so dumm sein, wie viele glaubten, um dort gar keine Erkenntnisse zu gewinnen. Den Rat (oder Befehl? Gab es da einen Unterschied?) des Imperators, die Flugzeit zur Erholung zu nutzen, würde er selbstverständlich beherzigen.

»Ja, Gebieter. Ich werde wach und stark sein, wenn wir da sind«, versprach er in seinem mittlerweile verbesserten, aber noch immer sehr uneleganten Basic.

Er erkundigte sich noch, wann Allegious seine Dienste wieder benötigen würde, und zog sich dann zurück. Einer der Droiden wies ihm eine winzige Kabine zu, die noch kleiner war als die wandschrank-ähnliche Unterkunft, die ihn im Tempel beherbergte. Es gab hier nicht mehr als zwei übereinander gelegene Pritschen, die der Lamproid jedoch nicht benötigte, einen winzigen ausklappbaren Tisch und einen Computerzugang. Letzterer brachte Chiffith auf die kluge Idee, die Zeit, bis sein Meister ihn zu sich rief, nicht nur zum Müßiggang zu nutzen. Mit ungeschickten Bewegungen aktivierte er das Display und ließ sich Daten über Korriban anzeigen. Er wollte nicht ganz ahnungslos sein, wenn sie ankamen, und seinem Meister beweisen, dass er auch ohne direkten Befehl versuchte, an seinen Schwächen zu arbeiten. Er war kein schneller oder gründlicher Leser, aber wenn ihm genug Zeit blieb, könnte er sich zumindest ein bescheidenes Grundwissen aneignen.

Beim Surfen durch den Datenspeicher des Schiffes erfuhr er einiges, das vielleicht nützlich sein würde. Er wusste nun, dass sie unterwegs zu einer Wüstenwelt waren. So gut wie unbewohnt und landschaftlich nicht spektakulär, aber die heimische Tierwelt hatte es wohl in sich. Tarals Spezies, die Tuk'ata, waren nur eine von vielen Scheußlichkeiten, die dort ihr Unwesen trieben. Die Computerdaten zeichneten natürlich ein ziemlich oberflächliches Bild, das die tatsächlichen Gegebneheiten nur ungenau abbildete, aber die Schilderungen ließen den Schluss zu, dass ein paar der Kreaturen auch mit den Geschöpfen seiner Heimatwelt Florn konkurrieren könnten. Wenn Chiffith früher, vor seinem Beitritt zum Orden, von dieser Welt erfahren hätte, dann hätte er alle Hebel in Bewegung gesetzt, dorthin zu gelangen, um herauszufinden, ob er auf Korriban eher zu den Jägern oder den Gejagten gehörte. Ob Allegious wohl wusste, wie versessen er auf solche Gelegenheiten war? Vielleicht würde er sich ja die Erlaubnis zu einem ausgedehnten Jagdausflug verdienen, wenn sein Meister zufrieden mit ihm war.


Des weiteren erfuhr er auch ein paar Eckdaten von Korribans Geschichte. Es war die Heimatwelt des Volkes der Sith, von dem der Wurm schon gehört hatte. Hier also hatte alles angefangen. Nach wie vor bedeutete ihm die Vergangenheit nicht viel, doch jetzt verstand er, warum für Sith, die eine andere Einstellung zur Gechichte hatten, diese Welt so immens wichtig war. Offenbar hatte es in der Vergangenheit viele Expeditionen gegeben, um den Geheimnissen der alten Meister auf die Spur zu kommen, die hier gelebt hatten und gestorben waren. Ob hier wohl auch Wissen schlummerte, das sogar dem nahezu allmächtigen Darth Allegious noch unbekannt war? Keine Ahnung. Aber fest stand: Den bisherigen Horizont von Chiffith dem Lamproiden würde es wohl erweitern können.

Nach ungefähr anderthalb Stunden schwirrten ihm die Aurebesh-Zeichen vor den Stielaugen. Er konnte sich nicht mehr auf die Texte konzentrieren und der Computer begann ihn zu entnerven. Viel hatte er sich in dieser kurzen Zeit natürlich nicht aneignen können, aber es war zweifellos besser als nichts. Nun konnte er sich schlafen legen. Er rollte sich zu einem dicken Knäuel auf dem Boden zusammen, den Kopf in den tiefen Schatten unter der Pritsche. Sofort übermannte ihn die Erschöpfung. Augenblicklich schlief er ein.

Chiffith träumte selten, doch diesmal geschah es. Der Traum wirkte überaus real und sehr intensiv. Er sah sich auf jener Welt, die er eben auf dem Monitor gesehen hatte. Auf seiner Haut fühlte er Wind und Sand, die Luft schmeckte salzig und trug einen Hauch von Schwefel in sich. Zwischen den dichten Staubschleiern tat sich vor ihm ein steinerner Torbogen auf, hinter dem eine Treppe in unermessliche Tiefe führte. Nach einem spontanen Wechsel der Szenerie befand der Lamproid irgendwo unter der Erde. Die Architektur ähnelte der in den unteren Ebenen des Tempels, wo er mit Whip und Voth Terrix gewesen war. Doch sie waren nicht hier, ebenso wenig wie Darth Baal. Chiffith wusste, dass dies überhaupt kein Ort für die Lebenden war. Im Traum fühlte er Schemen, die ihn umgaben. Mächtige, alte Präsenzen, voller Wut, Boshaftigkeit und unermesslichem Wissen. Sie flüsterten zornig auf ihn ein, doch er wusste nicht, was sie von ihm wollten. Erneuter Szenenwechsel. Er befand sich auf der Spitze eines verwitterten Turmes, der eine sandige Ebene überragte. Eine Sonne im Purpurton von Lamproidenblut ging hinter fernen Bergen unter. Er war abermals nicht allein: Bei ihm befand sich eine vage humanoide Gestalt, die aus Schatten und Feuer zu bestehen schien. Sie schien die Summe der Präsenzen zu sein, die er eben gespürt hatte, und all ihre Weisheit ebenso wie ihren Hass in sich zu vereinen. Sie deutete auf das Land unter sich und sprach zu ihm, abermals in der unbekannten Sprache.
*Ich verstehe dich nicht*, sagte Chiffith.
Die flammende Schattengestalt richtete einen Blick auf ihn, der mindestens so streng wie der des Imperators war, und sagte, nun in der fauchenden Sprache der Lamproiden:
*Du musst dich vollständig hingeben, bevor du verstehen kannst!*
Dann folgte eine Aneinanderreihung wirrer Bilder. Orte, Gesichter, Bauwerke, Gegenstände. Der Traum schien seine Konsistenz zu verlieren. Und schließlich erwachte Chiffith. Nicht sofort begriff er, wo er sich befand - es dauerte ein paar Augenblicke, bis er ganz in das Hier und Jetzt zurückgekehrt war. Ein Blick auf den Computerbildschirm offenbarte ihm, dass er fast zehn Stunden lang geschlafen hatte. Die Ruhe war nach dem ereignisreichen Tag wohl bitter nötig gewesen.


Aber nun fühlte der Lamproid sich erholt und gestärkt. Seine Kräfte waren zurückgekehrt und sein Geist wieder aufnahmefähig. Er war bereit für die nächsten Lektionen - oder was auch immer sein Meister nun von ihm erwartete. Allegious musste gespürt haben, dass er wach war - oder war er erwacht, weil der Imperator seine Aufmerksamkeit auf ihn gerichtet hatte? Jetzt fühlte er in seinem Innern jedenfalls die unmissverständliche und unwiderstehliche Aufforderung, sich sofort bei seinem Herrn einzustellen. Sofort machte er sich auf den kurzen Weg und nur Augenblicke später glitt er mit der mörderischen Geschmeidigkeit, die ihm seit der Niederlage gegen Jolina gefehlt hatte, vor Darth Allegious' Füße.

»Ich bin hier, Meister!« stellte er das Offensichtliche fest. »Wie kann ich Euch dienen?«

[Weltraum (Imperium) | von Bastion nach Korriban | Shuttle Ziost] Chiffith, Darth Allegious
 
[Weltraum (Imperium) | von Bastion nach Korriban | Shuttle Ziost] Chiffith, Darth Allegious, Taral

Chiffith
folgte seinem Rat sich auszuruhen und entschuldigte sich. Allegious verblieb im Hauptraum. Das Shuttle war mit seinem 17m alles andere als geräumig, zumal die Geschütztürme noch weiteren Platz blockierten. Der "Gemeinschaftsraum" war somit entschieden das größte Stück zusammenhängender Fläche das irgendwie genutzt werden konnte. Allegious konnte sich nur ansatzweise vorstellen wie winzig in die Kabine sein musste in der sich sein Schüler begab. Sei es drum- das Schiff würde seinen Zweck erfüllen und darauf kam es an. Mangels Alternativen begab sich der Imperator in einen Schneidersitz so wie er es bereits seit Jahren handhabte, und schloss die Augen. Die Mediziner seinerseits hatten ihm noch bevor er mit dem Training des Lamproiden zu Gesicht in Bälde eine umfangreiche Operation mit den geklonten Körperteilen vornehmen zu können. Man hatte ihm eine weitgehende Wiederherstellung angeboten. Zumindest soweit man dies bei ihm behaupten konnte. Seine Haut war mittlerweile zu einem trüben Grau gewandelt worden- er schrieb das dem Umstand seiner Progression im Umgang mit der dunklen Seite zu. Sein Körper, zumindest die künstliche Seite war nach einer Modifikation durch Lidia di Kastro weitestgehend mit Kunsthaut überzogen, so dass sein Antlitz nicht mehr als ein mechanisches zu deuten war. Erst vor kurzem hatte er sich eine alte Holoprojektion seines jüngeren Ich's angeschaut und festgestellt wie weit das was er nun war noch seiner Noghri-Herkunft ähnelte. Beinahe nichts mehr, außer vielleicht der ausgeprägten Schädelform seiner Art ließ noch auf einen Noghri schließen. Und in der Tat, beinahe nichts mehr in ihm dachte noch wie einer. Früher hatte ihn sein ganzes Denken ein ansatzweise vernünftiges Leben im Orden ermöglicht. Er hatte wenig Konflikte gehabt, was aber auch sicherlich seinerseits dem Umstand geschuldet war dass er immer der Schüler eines äußerst hochrangigen Meisters gewesen war. Sicherlich gab es auch Neider, aber jene würden es sich immer dreimal überlegt haben ob sie es damit gleichsam riskierten den Imperator zu reizen. Nach und nach verdrängte das Wissen um die dunkle Seite der Macht seine Tätigkeit als Attentäter und machte einer Kraft Platz, welche er niemals für möglich gehalten hatte. Tätigkeiten wie damals waren einfach nicht mehr notwendig gewesen und er hatte mit Voranschreiten seines Studiums gelernt, dass es viel effektivere Methoden gab als den reinen Kampf zu suchen. Das war etwas dass andere seines Ordens bis heute niemals verstanden hatten.

Das war letztlich auch der Schlüssel zum Sieg und damit verbunden auch zum Imperium gewesen. Er fragte sich just in diesem Moment warum niemals jemand Arthious herausgefordert hatte. Aus heutiger Sicht kamen ihm seine zwei Vorgänger schwach vor. Vielleicht lag es einfach schlicht und ergreifend daran dass niemand daran dachte dies zu tun? Warum aber war dies bei Ferit damals geschehen? Arthious hatte diesen in einem Duell ermordet. Hatte Arthious gewusst dass ihm dieses Schicksal vielleicht auch eines Tages blühen würde und war deshalb geflohen? War das der selbige Grund aus dem Phollow damals entschwunden war? Wie ein Bantu-Junges dass sich nach der sicheren Umgebung seiner Mutter sehnte... vielleicht war es so. Vielleicht auch ganz anders. Vielleicht planten beide gerade wie sie zurückkommen und ihm den Thron streitig machen konnten. Vielleicht saßen sie gerade bei Tisch mit Draconis und Menari und stießen auf ihre gemeinsame Verschwörung zur Ermordung des jetzigen Imperators an. Ein Gefühl der Dringlichkeit, glühend heiß und gleichsam eisig kalt, breitete sich in seiner Magengegend aus. Er öffnete die Augen und suchte durch die unendlichen Weiten der Galaxis nach Anzeichen von Verrat. Er fand sie nicht. Sicherlich gab es an vielen Stellen des Imperiums hier und dort ein leichtes Glimmern, aber nichts dass seine Alarmrezeptoren umgehend ausschlagen ließ. Und außerhalb des Imperiums ging eine Gefahr wenn überhaupt von der Republik aus, welche jetzt aber gesättigt worden war. Das war der Eindruck den ihm die Machte lieferte, gleichwohl konnten sich seine Feinde auch in der Macht verbergen, er würde weiterhin aufpassen müssen. Die Häscher in den Unbekannten Regionen die er zur Jagd nach den Vorgängern entsandt hatte, konnten bisher keine Anzeichen von Erfolg vermelden, überhaupt- je weiter sie vordrangen umso mehr hatten sich die Spuren seiner Amtsvorgänger verflüchtigt. Es war als hätten sie sich in Luft aufgelöst. Stets wachsam bleiben, niemals müde werden, selbst jetzt nicht wo er sich mit seinem Schüler an Bord eines winzigen Shuttles befand. Auch ein Schüler konnte seinen Meister, mochte er auch noch so mächtig sein, im Schlaf ermorden. Gerade als er die Augen wieder schließen wollte...


*SIGNALTON, gefolgt vom kurzen Rauschen des Komkanals in den Aufenthaltsraum* Mein Imperator, sie haben eine Nachricht auf dem Kommunikationsterminal. Höchste Sicherheitsstufe, maximale Dechiffrierung und der Absender ist unbekannt. Ich war so frei, zu versuchen, ihn zu ermitteln aber das war mir nicht möglich. Der Versender muss sehr auf Sicherheit bedacht sein.

Damit endete die Informationsweitergabe des Pilot-Droiden. Allegious erhob sich und öffnete die Nachricht. Senator Moore hatte ihm geantwortet und anscheinend verlief alles weitestgehend zu beider Zufriedenheit. Im Schlusssatz machte er noch eine Andeutung dass er sich über eine Gegenleistung freuen würde. Natürlich, er wollte genauso Informationen haben, wie er selbst sie begehrte. In den nächsten Tagen wollte er ein formelles Gesuch an die Republik stellen und den höchsten Würdenträger nach Bastion einladen. Das würde für mächtig Furore in der ganzen Galaxis führen, und sicherlich würde die ganze Republik wieder Fuß über Kopf stehen wenn es um die Beantwortung des Gesuches ging. Ob man dem Imperium trauen könne, ob es nicht eine Falle sei und so weiter und so fort. Natürlich konnte man nicht dem Imperium trauen. Nur ein Narr würde sich mit einem Sith-Lord auf einen Deal einlassen. Zweifellos war Moore ein solcher, genau wie der ganze Rest von Tölpeln die sich in endlosen Debatten an Details aufhingen und somit einen unglaublich trägen Apparat schufen der dem Imperium immer unterlegen sein wird. Er nahm sich vor dem Senator zu antworten wenn er aus Korriban wiederkam, vermutlich vor seinen Operationen. Er löschte die Nachricht und schritt wieder zu seinem vorherigem Platz, welcher noch leichte Wärme besaß.

Erneut schloss er die Augen, dieses Mal befreit von jedem Gedanken an weltliche Dinge. Mit jedem Atemzug den er nahm, sog er die dunkle Seite um sich herum ein. Die dunkle Seite war überall. In jedem Gebäude, unter freiem Himmel, in der Galaxis, sie lag stets wie ein dichter Nebel in der Umgebung. Diese Energie welche nur darauf wartete genutzt zu werden, wurde nur von wenigen, wenn nicht gar von einem, wirklich ausfüllend genutzt. Alle anderen griffen zwar auf sie zu, doch das was ihnen dann entwich war kaum der kleine Dunst der dem Mund entwich wenn man in einer kalten Umgebung atmete. Nur wer ihrer wirklich habhaft war, konnte diesen Nebel in einen anderen Aggregatzustand wandeln und mit stärkster Kraft wohin auch immer wenden. Die dunkle Seite der Macht schien auch sogleich in seinen Blutkreislauf überzugehen. Seine Lungenflügel breiteten sich aus, sein ganzer Organismus wirkte viel stärker, mächtiger, präsenter. Er hörte das Rauschen seines Blutes in sein junges und kräftig schlagendes Herz er sah wie es durch seine Adern strömte, hörte die Bedienung der Geräte im abgeschotteten Cockpit, und vernahm sogar das Geräusch des Schlafens das dem Lamproiden entwich. Das war sein Element. Ganz allein die Macht war es welche er wahrhaftig liebte und begehrte. Xi'la vor Jahren war nur noch eine bereits eingestäubte Erinnerung. Seine Braut war die dunkle Seite der Macht und ihre ehe wurde patriarchalisch geführt. Er stand über allen Dingen dieser Galaxis bloß nicht über der Arroganz, diese ließ er niemals zu. Er war sterblich, er war fehlbar. Aber mächtig... unglaublich mächtig.

Sein Herz spürte wie sie sich langsam, gemessen an der Größe der bekannten Galaxis, aber stetig Korriban näherte. Taral schien das auch zu fühlen, denn um die Rastlosigkeit und Erwartungshaltung des Tuk'ata vernahm selbst der ungebildetste Zivilist, wenn man mal über die Tatsache hinweg sah, dass der Tuk'ata ein grauenerregendes Monstrum für ihn sein musste. Seltsam wie sich bisweilen Grenzen verschoben. In Taral erkannte er nur ein Wesen aus einer längst vergessenen Zeit ein Bezug zu seiner mittlerweile ureigensten Identifikation. Einen Wächter, ein Wesen mit enormer Erfahrung und enormen Wissen dass bisweilen nicht immer kommunzierbar war. Es war Fakt dass dieses Wesen Dinge wusste wie sie schon längst niemand mehr berichten konnte. Vielleicht besaß er auch Wissen das ihm Artefakte aufzeigen konnte die bisher noch niemand entdeckt hatte? Und wenn nicht machte das auch nichts. Allein das Gefühl den Boden dieser Welt zu betreten musste sich atemberaubend anfühlen. Zumindest erwartete er das. Die Alternative war eine tote Welt. eine die stetig ausgeschlachtet worden war und in der die Geister der Vergangenheit schon so alt waren dass sie nicht mehr zu den Lebenden durchdringen konnten. Dann würde eine innerliche Leere fühlen die ihn vermutlich weitestgehend desillusionieren würde.

Als er wieder die Augen aufschlug geschah dies allein deswegen weil sich seine Umgebung verändert hatte. Das lag an seinem Schüler. Er war erwacht. Das rhythmische Atmen sein länglichen Lunge war unterbrochen worden und aus einem passiven Prozess war nun ein aktiver geworden. In Kürze würde sein Schüler aus der Kabine treten und sich in die Nähe seines Meisters begeben. Erneut stellte er fest wie abstrus es war das sich Dinge änderten. einst war er der Schüler gewesen und er konnte nur von dem Tag träumen an dem er selbst lehren durfte. Nun war aus dem Schüler der Meister schlechthin gewesen. Alles Böse, alles absolut Entartete, alle Niederträchtigkeit, alle Raffinesse die Verrat mit sich brachte, alles das war er. Seine Schüler mussten also stets die gefährlichsten sein. Arica hingegen war trotz ihres Ranges beinahe vergessen worden. Die Beobachtung aller ihm zur Verfügung stehenden Mittel hatten dies stets bestätigt. Sie war keine Gefahr. Nicht gestern, nicht heute und wahrscheinlich auch morgen nicht. Er hatte sie verraten, er hatte seine Meister verraten, sie alle betrogen. Ihm allein oblag die Vision der wahren Bestimmung der dunklen Seite der Macht. Er war das Sprachrohr, nein, er war Besitzer der dunklen Seite.

Doch auch dunkle Seiten barg Korriban persönlich für Allegious. Er hatte zwar noch nie einen Fuß auf den heiligen Boden gesetzt, hatte sich aber wohl damals im Orbit um diesen Planeten befunden. An Bord des Todessterns, bei dem er damals das Kommando über die Soldaten jenes Konstruktes innehatte. Und aus gewisser Sicht jämmerlich versagte. Da hatte er zum ersten Mal versucht eine Jedi zu korrumpieren. Genauer gesagt eine bestimmte. Alisah. Und gleichwohl hatte er damit seine Pflicht gegenüber dem Militär vergessen und so seinen Teil zur Vernichtung des Todesstern beigetragen. Aber das war lange her. Er hatte längst die Oberflächlichkeit militärischer Nutzen begriffen und war auch diesem endgültig entwachsen. Die Militärmaschine hatte ihren Nutzen und brachte die Siege ein. Der Ausgang war jedoch ein Sith-Lord- welcher sich jetzt Korriban näherte. Sein Schüler trat an ihn heran und fragte wie er ihm dienen könnte. Die Möglichkeit hier zu trainieren war erheblich eingeschränkt. Nach seinen groben Berechnungen dürfte die Reise aber nicht mehr allzu lang weilen.


Ich möchte dass du meditierst. Fühle die dunkle Seite. Spüre wie sich dich umringt, wie sie alles durchdringt. Machen wir weiter mit deinem Studium. Verbildliche erneut. Stell dir vor wie überall durch die herum ein Nebel steht. Das ist die dunkle Seite. Spüre wie du mit jedem Atemzug den Nebel in deine Lungen saugst und sie sich durch die Lunge in deinen Blutkreislauf drängt und alles in dich erfüllt. Diesen Zustand solltest du nach Möglichkeit permanent auf Korriban beibehalten wenn du nicht getötet, gefressen werden willst. Unterschätze nicht dass was dich dort erwartet.

[Weltraum (Imperium) | von Bastion nach Korriban | Shuttle Ziost] Chiffith, Darth Allegious, Taral
 
[Weltraum (Imperium) | von Bastion nach Korriban | Shuttle Ziost] Chiffith, Darth Allegious

Der Unterschied zwischen Darth Allegious und seinem Schüler hätte kaum größer sein können, dessen war Chiffith sich bewusst. In puncto Rang, Macht, Erfahrung, Bildung und Denkweise lagen sie galaxisweit auseinander. Aber dennoch - und dieser Umstand erstaunte ihn - gelang es dem mächtigen Imperator, Worte zu finden, die er verstand. Das war absolut nicht selbstverständlich: Andere, die versucht hatten, dem Lamproiden etwas beizubringen, waren weniger gut zu ihm durchgedrungen. Sie hatten es nicht geschafft, ihre Worte an die Bahnen, in denen er dachte, anzupassen, und ihn mit ihren Anweisungen und Erläuterungen oft mehr verwirrt als aufgeklärt. Das war bei Allegious anders. Auch er benutzte manchmal Worte, die Chiffith nicht verstand, und ging von Grundwissen aus, das nicht vorhanden war - aber im Großen und Ganzen wusste der Apprentice, was sein Meister von ihm wollte, oder glaubte das zumindest zu wissen. Was er erklärte, war einleuchtend und für den Lamproiden nachvollziehbar. Auch jetzt half ihm die einfach gewählte, unausgeschmückte Metapher von der Dunklen Seite in Form eines Nebels. Es fiel ihm nicht schwer, sich die Macht in dieser Weise vorzustellen. Eine formlose, wabernde Masse, die das Licht verschluckte. Undurchsichtig, ungreifbar, schwer zu kontrollieren und schwer auszusperren. Etwas, das einem die Wärme aus dem Leib sog - und das man dennoch selbst einatmen und sich nutzbar machen konnte. Nebel konnte einem Durstigen Kraft spenden. Er konnte eine Beute vor dem Blick des Jägers verbergen und umgekehrt. Er konnte ein sicheres Versteck bieten, doch immer bestand auch die Ungewissheit, was in den dichten Schwaden lauern mochte. Das beschrieb das Wesen der Dunklen Seite natürlich nur sehr oberflächlich und unvollständig, aber in Chiffiths Vorstellung passte es zusammen. Er ließ sich auf diesen Gedanken ein und sog den Nebel in tiefen Atemzügen ein. Tatsächlich spürte er, wie die letzte Müdigkeit von ihm wich und neue Kraft ihn durchströmte. Dabei glaubte er besagten Nebel sogar sehen zu können, als wogende Dunkelheit, die aus den Schatten des Schiffes und des Alls hervorzusickern schien. Nirgends war sie dichter als um den Imperator - obwohl der Lamproid längst verstanden hatte, dass die wahrnehmbare Präsenz von Darth Allegious nur ein schwaches, bewusst verkleinertes Abbild dessen war, was sein Wesen tatsächlich ausmachte.

Sein Meister wies Chiffith an, sich auf Korriban auf alles gefasst zu machen. Er würde dort stets volle Aufmerksamkeit und den Beistand der Macht brauchen, um sich den Gefahren stellen zu können, die ihn dort erwarteten. Unbekannte Bedrohungen auf einer fremden Welt - der Wurm fand diese Aussicht anregend und belebend. Längst ließ er sich nicht mehr in jeder Lebenslage von seinem Jagdtrieb sein Handeln vorgeben, aber dieser Instinkt war nach wie vor sehr stark und hatte einen nicht zu leugnenden Einfluss auf ihn. Insbesondere auf seine Stimmung. Die Aussicht, im tödlichen Spiel zwischen Jäger und Gejagtem durch die Wüsten Korribans zu streifen, erschreckte ihn nicht: Sie lockte ihn. Nur deshalb hatte er seine Heimat damals verlassen. Um nach neuen Jagdgründen zu suchen, in denen unbekannte Herausforderungen auf ihn warteten, um ihn an die Grenze seiner Fähigkeiten und darüber hinaus zu treiben.

»Ich hab' noch keine Welt gesehen, die so war wie Florn«, antwortete er. »Ich habe gesucht. Viele waren gefährlich. Aber keine war so wild wie Florn. Ich bin froh, dass wir nach Korriban fliegen.«

Das waren keine leeren Worte, sie passten zu seiner Gemütsverfassung. In ihm regierte in diesem Moment tatsächlich eine aufrichtige Vorfreude auf das, was kommen würde - trotz des Bewusstseins, dass es seine letzte Reise sein könnte. Denn dass Allegious' Worte keine Übertreibung waren, bezweifelte er nicht. Nur ob sein Herr wirklich wusste, wozu sein Schüler imstande war, wenn es ums Jagen und Töten ging (und der Gegner kein ausgebildeter Jedi oder Sith war), war ihm nicht ganz klar. Wenn nicht, würde der Imperator diese Reise wohl aufschlussreich finden. Vielleicht war das auch ein Grund, warum sie hier waren.

»Ich hab' keine Angst vor dem Tod. Nicht vor dem Tod im Kampf, wenn ich mich wehren kann. Wenn ich gewinnen kann. Je größer der Feind, um so besser die Jagd.

Was ist das Schlimmste, was es auf Korriban gibt?«
wollte er wissen. »Die größte Gefahr?«

[Weltraum (Imperium) | von Bastion nach Korriban | Shuttle Ziost] Chiffith, Darth Allegious
 
...Aus Bastion-Thread...

[Bastion | Sith-Tempel | Katakomben | Pyramide des Zirkels der Inquisitoren | Die Schwarze Kammer] Voth, Janus, Darth Aethernitas

Voth war sich durchaus bewusst, dass es sehr riskant gewesen war, solche Äußerungen zu machen. Einem Inqusitor zu sagen, dass er ihm keine Angst mache, konnte vermutlich ziemlich leicht nach hinten losgehen. Doch er hatte das Risiko eingehen müssen. Entweder, er trat endlich einmal aus sich heraus, oder er würde ewig in diesem finsteren Keller herumhängen!

Innerlich war er ein wenig nervös, doch trotzdem blickte er dem Inqusitor finster und gewinnend lächelnd entgegen. Dieser schien alles andere als amüsiert zu sein über den vorlauten Twi'lek. Doch trotzdem unternahm er nichts. Stattdessen schien er Voth überzeugen zu wollen, dass er doch fürchtenswert war. Mit einer Handbewegung ließ er die Streckbank neben dem Twi'lek explodieren, und obwohl dieser wusste, dass es nichts als eine Illusion war, hielt er sich schützend die linken Arme vors Gesicht. Eines musste er dem Inqusitor sowieso lassen: Seine Illusionen waren wirklich täuschend echt.

Nun trat der kleine grüne Mann auf
Janus zu. Während er dem Grafen erklärte, dass sein Schüler sich bewährt hatte und die Prüfung bestanden war, grinste ebenjener Schüler zufrieden, während er die Szenerie beobachtete.
Der Inquisitor gab dem Sith nun seine Halsketten zurück. Ihm zufolge erlangte man durch die eine Kraft und Stärke, während die andere einen in eine Art Monster verwandelte. Voth wusste nicht, ob der kleine Grüne wütend war, dass man seine Prüfung so fast ohne Weiteres bestanden hatte oder einfach allgemein Scherze und kleine Gemeinheiten mochte, jedenfalls verriet er nicht, welche Halskette wozu führte. Doch Voth sollte es egal sein, mit diesem Schmuck würde er vermutlich sowieso nicht allzu viel zu tun haben.

Nachdem
Janus die Schmuckstücke wieder verstaut hatte, fuhr der Inqusitor fort und betraute die beiden Sith mit einer weiteren Aufgabe. Doch diesmal war es keine Prüfung an sich, eher eine Mission, die darin bestand, nach Sernpidal zu reisen und die Regierung zum Imperium zu führen.

Voth stutzte aus mehreren Gründen. Zum einen hätte er nicht gedacht, dass Sith für solch diplomatische Missionen zuständig waren, dies hätte er eher Bürokraten des Imperiums zugetraut. Zum anderen würde es das erste Mal seit seiner Ankunft sein, dass Voth diesen Planeten, ja sogar diesen Tempel, verlassen würde. Zwar war dies allgemein wohl keine große Sache, doch so überraschend, wie die Ankündigung gekommen war, war er erst einmal sprachlos. Er freute sich darauf, den Tempel endlich einmal wieder zu verlassen, war gleichzeitig aber auch gespannt, wie es außerhalb dieses Gemäuers wohl aussah.

Nachdem
Janus dem Inquisitor versichert hatte, dass die Mission bald erfüllt sein würde, fügte dieser noch einen Satz hinzu, den Voth nicht ganz verstand. Schüler mit Bedacht gewählt? Leichenhalle? Was hatte das zu bedeuten?
Doch er zwang sich, seine Neugier zu unterdrücken. Entweder würde sein Meister ihn noch aufklären oder auch nicht, in jedem Fall hatte es ihn nicht zu interessieren.

Dann war es Zeit zu gehen. Froh, den finsteren Raum endlich verlassen zu können, folgte der Twi'lek seinem Meister aus der Tür, durch die sie gekommen waren. Erneut gingen beiden an den Türen auf der rechten Seite vorbei, bis sie nach kurzer Zeit aus dem Hauptportal traten. Noch einmal blickte Voth kurz den mächtigen Zabrak an, der schwer bewaffnet an der Tür Wache hielt, dann wandte er sich von den Räumen des Zirkels ab.

Einen Moment später sprach
Janus ihm sein Lob aus. Er habe sich eindeutig als würdiger Schüler erwiesen, sein altes Ich hinter sich gelassen und einen neuen Schritt auf dem Weg zu Macht getan.


"Vielen Dank, Meister. Tatsächlich scheint es fast so, als wäre ich nun ein anderer. Ich fühle mich nicht mehr so eingeengt, zurückgehalten. Sondern... freier, einfach... mächtiger."

Die Worte kamen nicht von ungefähr. Tatsächlich kam Voth sich mächtiger vor, doch nicht auf die Weise, dass er an Macht oder Stärke gewonnen hatte, sondern eher, als ob er alles, was ihn eingedrängt oder gehindert hatte, einfach weggeworfen hätte, sodass er seine verfügbare Kraft viel effektiver einsetzen konnte.

Sein Meister fuhr damit fort, Voth von den Zielen zu erzählen, die sie hatten. Grundsätzlich ging es dem Grafen einfach um Macht. Die Fähigkeit, über alles und jeden, sogar über ganze Systeme zu herrschen, sie zu befehlen und ihnen den eigenen Willen aufzuzwingen.

Fasziniert ließ Voth die Worte in seinem Kopf hin- und herwandern. Ja, dieser Plan war noch ein Stück entfernt und es würde sicher nicht einfach werden, ihn zu erreichen, aber wenn... Nur grob konnte er sich ausmalen, was dann alles möglich wäre. Erneut erschien das Bild von sich selbst vor seinem inneren Auge, er selbst, wie er über einer riesigen Menge aus beherrschbaren Individuen stand, doch nun waren in dieser Menge auch mächtigere Wesen, Sith, die ihn bedroht und geschädigt hatten. Ja, dachte Voth sich, einmal werde ich über sie alle herrschen.


Nachdem
Janus erklärt hatte, dass man den nächsten Zug an Bord seiner Yacht besprechen könne und Voth ob dieses vermutlich nicht billigen Besitztumes beeindruckt die Mundwinkel nach unten gezogen hatte, ging es erst einmal schweigend weiter. Eine Weile wanderten die beiden Sith raschen Schrittes durch die leeren Gänge der Katakomben, bis sie schließlich das Erdgeschoss erreicht hatten. Von dort aus dauerte es noch einmal ein bisschen, bis sie eine große, geräumige Halle betraten. Als erstes fiel Voth auf, wie hell es hier im Vergleich zum Rest des Tempels doch war. Das lag an den großen, offenen Hangartoren, die großzügig das helle Sonnenlicht hereinließen. Voth blinzelte. Er wusste nicht, wie lange er die Sonne nicht mehr gesehen hatte, doch für den Moment genoss er ihre warmen Strahlen auf seiner Haut.

Das nächste, was dem Twi'lek ins Auge fiel, war das Schiff, das silbrig glänzend in der Hangarmitte stand und offenbar Ziel seines Meisters war. Eilig folgte Voth ihm, während er die Yacht ausführlich musterte.
Ganz eindeutig schien es sich hier nicht um ein gewöhnliches Mittelklasse-Schiff zu handeln, das konnte Voth erkennen, obwohl er keine wirkliche Ahnung von Raumschiffen hatte. Es war schätzungsweise fünfzig oder sechzig Meter lang und fiel durch die zahlreichen großen Fenster an der Seite ins Auge.

Kurz nach seinem Meister betrat Voth das Schiff über die breite Einstiegsrampe. Auch im Inneren mangelte es nicht an Luxus. Beeindruckt musterte der Twi'lek die Gänge und den Fußboden, bis beide in einem Raum ankamen, der offenbar als Konferenzraum diente. Ein großer, reich verzierter Tisch, umstellt mit Stühlen, dominierte das Bild des Zimmers, dessen Wände mit ein paar Handvoll Bilder dekoriert waren.

Während er sich setzte, war Voth fast schon eingeschüchtert von dem ganzen Luxus, der ihn umgab, doch schließlich sagte er sich, dass wenn er von etwas oder jemandem eingeschüchtert sein sollte, es wohl eher sein Meister war. Doch an dieses Ambiente würde er sich gut gewöhnen können.

Großzügig bot
Janus ihm etwas Wein und ein Gericht an, während er selbst den Raum verließ, um irgendeinen Boten abzufertigen, soweit Voth es mitbekommen hatte. Er überlegte schon, höflich abzulehnen, doch... warum eigentlich nicht? Es gab keinen wirklichen Grund, übermäßig zurückhaltend oder gar schüchtern zu sein, außerdem konnte es bestimmt nicht schaden, wenn er sich mit der Umgebung und den Vorlieben seines Meisters vertraut machte. Darüber hinaus hatte er lang nichts mehr zu sich genommen und verspürte ein leichtes Grummeln in der Magengegend.

Als der silberne Protokolldroide zu ihm kam, um ihn nach seinem Speisewunsch zu fragen, antwortete Voth deshalb


"Ähm, ja, ich hätte gerne ein Glas Wein... und dazu vielleicht, äh, eine Kleinigkeit zu essen."

Einige Augenblicke später kam der Droide mit dem Bestellten zurück und platzierte Teller sowie das Glas auf dem Holztisch vor Voth. Man schien ihm eine Art Sandwich mit verschiedenen Belägen serviert zu haben, auf jeden Fall sah es lecker aus. Und so schmeckte es auch, als Voth einen großen Bissen davon nahm.
Bei dem Wein, der rotglänzend Voths Gesicht spiegelte, war er erst ein wenig skeptisch. Seine ersten Erfahrungen mit Alkohol hatten sich auf eine brennende Kehle und ein Schwindelgefühl beschränkt, doch nachdem er den Wein probiert hatte, war er positiv überrascht. Diese Köstlichkeit hatte rein garnichts mit dem billigen Fusel der Tempel-Cantina zu tun, sondern schmeckte fruchtig, süß und sehr gut. Daran könnte er sich ebenfalls gewöhnen. Zufrieden nahm er noch einen Schluck, bevor
Janus erneut den Raum betrat.

Auch er bestellte ein Glas Wein, nachdem er sich gesetzt hatte. Bevor er allerdings etwas sagte, spürte Voth ein kaum spürbares Ziehen im Bauch, der einzige Indikator, dass das Schiff gestartet war, von der wechselnden Aussicht aus den Fenstern einmal abgesehen. Während man dort für einige Augenblicke noch eine dicht besiedelte Stadt und dann den Himmel sah, der sich immer weiter verdunkelte, bis er schließlich nachtschwarz war, blieb es noch ruhig zwischen den beiden Sith. Nachdem sich dann die dunkle, von leuchtenden Sternen durchzogene Umgebung in einen Wirbel aus in allen Blautönen leuchtenden Streifen und Linien verwandelt hatte, den Voth einen Moment gebannt beobachtete, wandte sein Meister das Wort an ihn.

Nun klärte sich auch Voths Frage im Bezug auf den Zusammenhang zwischen den Sith und Diplomatie. So, wie der Graf es erläuterte, klang es nur logisch, dass Sith ihre Fertigkeiten dazu nutzten, auch außerhalb des Ordens an Macht zu gewinnen. Verständnisvoll nickte Voth.

Dann sprach
Janus ein anderes Thema an. Nachdem Voth sich wunderte, warum er ihm auf einmal die Gabel wegnahm und auf einer freien Fläche des Tisches platzierte, erklärte er dem Twi'lek die scheinbar rudimentärsten Grundsätze der Machtanwendung. Der Sith beschrieb die Macht als Energiefeld, welches man dazu nutzen konnte, Materie zu manipulieren. Dann forderte er Voth auf, sich auf die Gabel zu konzentrieren und sich vorzustellen, wie er sie bewegte.

Für einen winzigen Moment war Voth überrascht. Er hätte nicht gedacht, dass seine Ausbildung so schnell beginnen würde. Doch dann wandte er seine Gedanken der Aufgabe zu.
Voth setzte sich bequem hin und schloss die Augen. Dann rief er sich das Bild des Raumes in Erinnerung, wie er es gerade gesehen hatte. Der Tisch, Janus, die Gabel. Alles war dort, doch nur in seiner Erinnerung. Er konnte die Gabel nicht wirklich sehen, wie sollte er sie da bewegen? Mit geöffneten Augen vielleicht? Nein, dachte er, nachdem er die Lider wieder aufgeschlagen hatte. Er konnte sich einfach nicht genug konzentrieren, wenn er zusätzlich zum nötigsten alles um sich herum wahrnahm.

Erneut schloss Voth die Augen. Es musste doch einen Weg geben, die Gabel auch mit geschlossenen Augen zu erkennen. Er wusste, dass er das Potenzial hatte, die Macht zu nutzen, sonst wäre er vermutlich schon längt tot und
Janus hätte ihn außerdem auch nicht als Schüler gewählt.
Angestrengt versuchte Voth, irgendetwas zu sehen, doch er sah rein garnichts! Wie lange würde das denn dauern?
Doch dann besann er sich. Ungeduld würde hier nicht weiterhelfen. Stattdessen lockerte Voth sich wieder, lehnte sich zurück und konzentrierte sich von neuem. Er versuchte, den Blick nach innen zu richten, zu sich selbst. Schließlich hatte ihm dies vor kurzer Zeit ja auch schon geholfen.
In ihm war alles ruhig. Weiter konzentrierte er sich auf das, was in seinem Inneren schlummerte. Er wusste nicht, wie lange er so dasaß, den Blick nach innen gekehrt, doch es war ihm egal. Der Weg nach Sernpidal war bestimmt lang und er hatte Zeit.

Nach einer Weile der Konzentration viel Voth etwas auf. Irgendetwas war anders als noch vor ein paar Minuten. Nun war er sich sicher, da war etwas in ihm. Etwas, das er spüren konnte! Noch tiefer konzentrierte er sich darauf, und nun hatte er plötzlich den Eindruck einer winzigen Flamme. Kein Licht, das man sehen konnte, er fühlte es eher. Er konnte es nicht erklären, doch er spürte etwas Lebendiges in dieser Flamme.

Nun speiste Voth sie mit seinen Gedanken. Er hatte alles andere ausgeblendet, sein Fokus lag allein auf diesem kleinen Licht, und schon spürte er, wie es zu wachsen schien. Er ließ es zu, ermutigte die kleine Flamme zum Wachsen und spürte, wie sie dominanter wurde, spürbarer. Als Voth meinte, dass er seine Konzentration nun zusätzlich auf etwas anderes lenken könnte, wandte er den Blick ein Stück von seinem Inneren ab. Sofort schien das Licht schwächer zu werden, doch es war noch da, gut spürbar.
Er richtete seine Gedanken nun auf die näheste Umgebung, die Flamme immer im Bewusstsein haltend, und da geschah etwas, das ihn komplett erstaunte: Er konnte sehen! Es war nicht wie das normale Sehen mit geöffneten Augen, es war mehr so, als würde in der Dunkelheit etwas aufleuchten. Ganz eindeutig und nicht nur in seiner Einbildung konnte Voth die Tischkante sehen.

Nun lenkte er die Flamme weiter in diese Richtung. Der sichtbare Ausschnitt des Tisches schien sich zu vergrößern, er wanderte die Tischplatte entlang, bis Voths Blick am Ziel angekommen war: Die Gabel.
Triumphierend lächelte er. Er konnte die Gabel ganz eindeutig erkennen, sie war wie ein leuchtender Gegenstand in der sonst dunklen Umgebung. Nun, da er sie erkannte, sollte es doch ein leichtes sein, sie zu bewegen, oder? Wissend, dass die Flamme nicht erlöschen würde, konzentrierte Voth sich nun ganz auf die leuchtende Gabel. Fast wie in echt sah er sie vor sich, meinte, sie anfassen zu können. Doch das war nicht Sinn und Zweck. Er wollte die Gabel ja bewegen, ohne sie zu berühren. Er konzentrierte sich auf die Gabelmitte. Imaginär drückte er dagegen, er stellte sich vor, wie sie sich bewegte, doch... das leuchtende Abbild der Gabel tat es nicht.

Was sollte er tun? Wie konnte er dieses blöde Esswerkzeug bewegen? Fast war er wütend auf die Gabel, weil sie nicht seinen Befehlen gehorchen wollte. Na, er würde es der Gabel schon noch zeigen! Er legte seine ganze mentale Kraft, die die Flamme in seinem inneren aufbringen konnte, auf das Metallstück vor ihm. Immer weiter bedrängte er die Gabel mit seiner geistigen Kraft. Sie würde doch irgendwann nachgeben müssen!

*Krchht!*

Was war das? Innerlich blickte Voth sich um, um den Ursprung des Geräusches auszumachen. Da war er! Der Kopf der Gabel mit den Zinken hatte sich um bestimmt zwei Zentimeter nach hinten bewegt und ein leises, kratzendes Geräusch von sich gegeben! Doch anstatt sich weiter zu konzentrieren, öffnete Voth triumphierend die Augen, woraufhin er seine Konzentration komplett verlor. Doch er hatte es geschafft, die Gabel zu bewegen! Ganz alleine, ohne sie zu berühren!

Erst dann fiel ihm ein, dass zwei Zentimeter nicht gerade viel waren und
Janus vielleicht mehr erwartet hatte. Doch das war doch schon einmal ein Anfang, oder nicht? Gespannt blickte Voth auf seinen Meister. Wie würde er auf diesen Erfolg reagieren?


[Weltraum Imperium | Im Hyperraum nach Sernpidal | Yacht „Birthright“ | Voth, Janus
 
[Weltraum Imperium | Im Hyperraum nach Sernpidal | Yacht „Birthright“ | Voth, Janus

Janus kam nicht umhin, die veränderte Atmosphäre um sich herum zu bemerken. Der Sith-Tempel auf Bastion war von der dunklen Seite und all ihren Emotionen wie Hass, Gier, Neid und Machtstreben durchtränkt und übte auf ihn einen ganz speziellen Reiz aus. Doch war es auch nicht unangenehm, der ständigen Paranoia für eine Weile lang den Rücken zu kehren und sich mit Personen zu umgeben, die loyal waren. Oder zumindest ergeben genug, um für den Moment keine Gefahr darzustellen.

Bis jetzt hatte der Graf keinen Grund, an der Loyalität seines Schülers zu zweifeln. Voth war klug genug, um zu erkennen, wie viel er von ihm lernen konnte und wie er im Windschatten des Kriegers aufsteigen konnte. Janus wusste diesen Pragmatismus sehr zu schätzen, der sich wohltuend von dem Wahnsinn seines letzten Schülers unterschied. Natürlich war er dennoch nicht so vertrauensselig, dem Twi´lek den Rücken zuzukehren. Ein guter Meister rechnete stets mit Verrat und Tücke und ließ in seiner Wachsamkeit nie nach. Es war eine gute Übung.

Und nicht zuletzt war es angenehm für das Ego des Halbechani, wieder in die Rolle des Meisters zu schlüpfen und seinen Schüler an seinem Wissen und Macht teilhaben zu lassen. Es half ihm, sich zu konzentrieren und seine eigenen Fähigkeiten ebenfalls zu verbessern und seine Machtbasis auszubauen. Ein paar Jünger, die im Orden gewisse Dienste für ihn verrichteten, waren recht nützlich, aber nichts im Vergleich zu dem, was ein loyaler, gut ausgebildeter Schüler bewirken konnte, wenn man ihn in die richtige Position brachte.

Die Frage der richtigen Position hatte den blassen Fastmenschen auch dazu bewogen, sich dem Zirkel der Inquisitoren anzuschließen. Ihr Subtilität und ihr Interesse an den Angelegenheiten außerhalb des Ordens überlappten mit seinen Vorstellungen und der Inquisitor in der Schwarzen Kammer hatte eindrucksvoll demonstriert, zu was ein vollwertiges Mitglied dieses Zirkels in der Lage war. Janus nahm sich vor, sich bald genauer mit den Techniken der Machtillusionen auseinanderzusetzen, sein Appetit war geweckt worden.

Damit war er offenbar nicht allein, Voth machte sich konzentriert und gehorsam daran, die Übung zu erfüllen, die Janus ihm aufgetragen hatte. Neugierig verfolgte der Graf die Bemühungen des Twi´lek, die schließlich von Erfolg gekrönt waren. Zwar war die kleine Veränderung an der Gabel durch die Macht an sich nichts spektakuläres, aber es ging dabei auch mehr um die Grundlagen. Zufrieden nickte Janus seinem Schüler zu.


„Gut. Ihr habt die Grundlagen schnell verstanden. In Zukunft werden wir uns darauf konzentrieren, Eure Konzentration und die Stärke der Machtanwendung zu verbessern. Das Erlernen einer Machttechnik ist oft ein langer und schwieriger Prozess, aber es ist die Mühen wert.“

Der Graf machte eine kurze Pause und trank einen kleinen Schluck aus seinem Weinglas.

„Mit der Macht ist man nicht nur in der Lage, Materie zu beeinflussen. Auch der Verstand eines Lebewesens kann manipuliert werden, wie Ihr zuvor selbst erlebt habt. Der erste Schritt dazu ist es, ein anderes Wesen in der Macht überhaupt wahrzunehmen. Schließt die Augen und versucht, mich in der Macht zu finden.“

Wies Janus seinen Schüler an und entschied, die Fähigkeiten des Twi´lek noch etwas mehr zu testen und gleichzeitig mit ihm weiterzusprechen.

„Was meint Ihr, Voth, warum ich mich für die Angelegenheiten außerhalb des Sith-Ordens interessiere? Für galaktische Politik und Wirtschaft? Der Inquisitor hat doch eindrucksvoll gezeigt, wie viel Macht man durch das Wissen der Sith erlangen kann. Und doch studieren wir im Augenblick keine alten Texte, sondern befinden uns auf dem Weg zu diplomatischen Verhandlungen. Worin dürfte da der Nutzen liegen?

Der Graf war gespannt auf die Antwort seines Schülers. Verstand er, dass man Macht nicht nur auf einer Ebene erringen sollte, sondern auf möglichst vielen? Sicher, ein mächtiger Sith konnte unglaubliche Dinge vollbringen, allein mit der Kraft seines Geistes. Doch wie viel mächtiger konnte dieser Sith sein, wenn er Geld besaß, auf Verbündete und Helfer in Verwaltung, Wirtschaft und Militär zählen konnte und sein Wort auch außerhalb des Ordens Gewicht besaß? Darin lag der Schlüssel zur wahren Macht. Die Verschmelzung beider Ebenen, der Symbiose von weltlicher und geistiger Macht.

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Anders als befürchtet schien Janus auch mit diesem kleinen Erfolg bereits zufrieden zu sein. Lobend stellte er fest, dass Voth die Grundlagen der Machtanwendung schnell verstanden hatte. Aufmerksam hörte der Twi'lek zu, als sein Meister erklärte, dass in Zukunft seine Konzentration und Stärke verbessert werden würde.

So sah auch
Voth die Sache. Zwar hatte er die Gabel nicht weit bewegt, und auch das nur mit äußerster Konzentration, doch er hatte das erste Mal selbst erlebt, was er mit seinem Potential anfangen konnte. Als er es geschafft hatte, die Lage der Gabel zu verändern, hatte ihn ein Gefühl aus Freude und Stolz erfüllt. Er nahm sich vor, noch weiter und härter zu trainieren, um die Technik besser beherrschen zu können.

Doch die Lektion schien noch nicht zu Ende zu sein. So sprach
Janus davon, auch Gedanken anderer Lebewesen mithilfe der Macht beeinflussen zu können. Voth nickte. Er hatte dies noch vor kurzer Zeit selbst erlebt, als er von dem kleinen Inquisitor gequält worden war. Es musste ein gutes Gefühl sein, ein anderes Lebewesen auf diese Art und Weise zu kontrollieren.

Doch der erste Schritt in diese Richtung lag darin, andere überhaupt wahrzunehmen, so
Janus. Er forderte Voth auf, die Augen zu schließen und seinen Meister in der Macht aufzuspüren. Doch gerade als er die Augen geschlossen hatte, stellte dieser eine weitere Frage. So schien es ihm darum zu gehen, ob sein Schüler verstand, warum es wichtig war, seinen Machtbereich auch außerhalb des Ordens der Sith zu erweitern.

Für einen kurzen Moment wusste
Voth nicht, was er zuerst tun sollte: Die Frage beantworten oder Janus in der Macht finden. Doch dann wurde ihm klar, dass dies vermutlich eine Konzentrationsübung darstellen sollte. Also gut.
Der Twi'lek schloss die Augen und versuchte, wie gerade eben etwas zu erkennen. Gleichzeitig dachte er aber auch über
Janus' Frage nach. Es war ziemlich schwierig, sich auf beides zur gleichen Zeit zu konzentrieren, darum brauchte er etwas länger, bis er antworten konnte.


"Nun ja, ich denke, dass es sich folgendermaßen verhält: Im Orden der Sith kann man große Macht erlangen, wenn man es darauf anlegt."

Voth hatte es nun geschafft, die Flamme in seinem Inneren wieder aufzuwecken. Für einen Moment konzentrierte er sich darauf, es zu machen wie gerade eben und Umrisse der Umgebung zu erkennen.

"Man kann weit aufsteigen und über viele andere herrschen."

Angestrengt streckte Voth seine Sinne aus. War dort bereits etwas in der Finsternis zu erkennen?

"Und Macht innerhalb des Ordens hat sicher viele Vorteile und bietet viele Möglichkeiten, seine Stärke anzuwenden und noch weiter zu steigern, aber eben nur innerhalb des Ordens."

Erneut konzentrierte er sich auf die Umgebung. Und tatsächlich, nach einer Weile meinte er, wieder die Tischkante ausmachen zu können. Triumphierend ließ Voth seinen inneren Blick weiter schweifen, in die Richtung, in der er seinen Meister vermutete.

"Außerhalb ist der Einflussbereich eher gering. Zwar hat man Macht und kann andere kontrollieren, aber trotzdem steht man überall ganz unten und muss sich mehr anstrengen, um persönliche Ziele zu erreichen."

Weitere Einzelheiten zeichneten sich vor Voths innerem Auge ab. Erneut erkannte er die Gabel, die er gerade bewegt hatte, doch sie war nun nicht sein Ziel. Weiter streckte er seine Sinne aus, doch er bemerkte, dass dies mit zunehmendem Radius schnell schwerer zu werden schien.

"Doch wenn man auch in anderen Bereichen, in der Regierung oder beim Militär etwa, höhere Stellungen innehat oder Verbündete kennt, hat man auch hier größeren Einfluss. Man kann Dinge vollbringen, die man lediglich vom Orden aus nicht tun könnte, weil man auch hier Untergebene hat."

Voth konnte nun die andere Tischkante ausmachen. Direkt dahinter müsste sich bald sein Meister abzeichnen!

"Darum denke ich, dass es wichtig ist, seine Macht nicht nur anderen Sith gegenüber zu vermehren, sondern möglichst großflächig. Hat man Verbündete, Helfer, in vielen Bereichen und Gebieten, kann man die erworbene Macht viel besser einsetzen und anwenden. Man kann ein Vielfaches an Personen, Gruppierungen oder Organisationen beherrschen, anders, als wenn man nur im Orden einen hohen Stellenwert hat, darüber hinaus aber kaum bekannt ist. Natürlich ist auch dies sehr wichtig, doch ich glaube, dass man beide Gebiete, auch wenn sie ziemlich verschieden sein mögen, miteinander verbinden muss, um eine Art Netzwerk der Macht aufzubauen."

War diese Theorie richtig? Für Voth jedenfalls klang sie ziemlich logisch. Und jetzt, da er darüber nachdachte, wurde ihm bewusst, wie wichtig es tatsächlich war, auch außerhalb des Sith-Tempels Befehlsgewalt zu haben. Was half einem ein Posten als Krieger, wenn man nirgendwo anders etwas zu sagen hatte?

Doch nun musste Voth sich wieder auf die Aufgabe konzentrieren. Er konnte spüren, dass er seinem Ziel schon nahe war. Konzentriert fokussierte er seine Sinne in die Richtung, aus der die Stimme seines Meisters gekommen war. Und schließlich hatte er ihn entdeckt.

Doch zu
Voths Überraschung unterschied sich das Abbild in der Macht erheblich von den anderen Gegenständen wie dem Tisch oder der Gabel. Es war nicht nur ein schwaches Aufleuchten der Konturen, vielmehr überstrahlte Janus' Präsenz alles andere, sodass er nun, einmal entdeckt, nicht mehr zu übersehen war.

Eine Tatsache, die
Voth ebenfalls sehr erstaunte, war, dass dieser Schein, den Janus hatte, auch eine Farbe besaß. Ein rötliches Licht schien den Sith zu umgeben, das bedrohlich, mächtig, aber auch irgendwie vertraut wirkte. Voth prägte sich diese Aura ein, vielleicht würde es ja helfen, seinen Meister auch anhand seiner Präsenz in der Macht erkennen zu können.

Doch für nun waren seine Versuche von Erfolg gekrönt gewesen. Er öffnete die Augen, woraufhin der rote Schein verblasste und durch das reale Bild des Sith ersetzt wurde. Gespannt blickte der Twi'lek ihn an. Hatte er spüren können, dass
Voth ihn gesehen hatte? Und was sagte er zu seiner Antwort auf die Frage?


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Was war die wahre Natur von Macht? Diese Frage musste sich jeder stellen, der nach ihr strebte. Es war keineswegs so, dass Macht einzig und allein nur eine bestimmte Form annehmen konnte, doch war das Grundprinzip gleich. Macht bedeutete, seine Umgebung nach seinen Vorstellungen kontrollieren und verändern zu können, je größer die Macht, desto größer die Möglichkeiten. Es gab viele Wege, Macht über andere auszuüben, Stärke, Geld, eine Ideologie, Einschüchterung, Charisma, den Appell an die Wünsche und Träume der niederen Wesen, die Möglichkeiten waren schier endlos.

Ein kluges Lebewesen wusste, dass viele Wege zur Macht führten, und hielt sich stets alle Optionen offen. Flexibilität und Anpassungsgabe waren entscheidend, wenn man nicht auf der Strecke bleiben wollte. Man musste Gelegenheiten erkennen können und sie am Schopf packen, Schwächen und Fehler anderer ausnutzen zu wissen und verstehen, wie man andere Wesen an sich binden konnte. Es war ein Schachspiel von galaktischem Ausmaß, mit zahllosen Spielern mit unterschiedlichen Ressourcen, Stärken und Schwächen.

Neugierig verfolgte der blasse Graf, wie sein Schüler ebenfalls über diese Frage nachdachte und zugleich versuchte, Janus in der Macht zu finden. Natürlich hätte er es für Voth schwieriger gestalten können, indem er seine Aura verschleierte, aber Scheitern war nicht der Sinn dieser Übung. Es ging darum, den Twi´lek mit den Grundlagen der Machtanwendung und der Philosophie seines Meisters vertraut zu machen, und dafür waren Erfolge wichtig. Später konnte er die Schwierigkeit immer noch erhöhen.

Die Antwort seines Schülers stellte den Grafen zufrieden, Voth stellte zutreffend fest, dass man im Sith-Orden in der Tat große Macht erlangen konnte. Janus verfolgte, wie sich die Machtsinne des Twi´lek nach ihm ausstreckten und ihm näherten, während der Nichtmensch weitersprach. Er wies darauf hin, dass die Macht, die man im Sith-Orden erlangen konnte, in den meisten Fällen auf ihn beschränkt war, und kam zu der selben Schlussfolgerung wie Janus, nämlich das man auch außerhalb des Ordens Verbündete und Helfer sammeln musste, um wirklich mächtig zu werden.

Auch den zweiten Teil seiner Übung bestand der Twi´lek mit Bravur, er hatte die Aura seines Meisters in der Macht gefunden. Janus konnte spüren, wie mächtig er auf seinen Schüler wirkte. Im Vergleich zu dem noch am Anfang seiner Ausbildung stehenden Voth war der schlanke Halbechani in der Tat sicherlich sehr eindrucksvoll, doch hatten die Begegnungen mit höherrangigen Sith wie dem Inquisitor gezeigt, dass auch der Krieger noch reichlich Luft nach oben hatte. Schritt für Schritt, rief sich Janus ins Gedächtnis und lächelte unheilvoll.


„Ausgezeichnet, mein Schüler. Ihr habt meine Aura in der Macht gefunden. Wie Ihr vielleicht schon bemerkt habt, ist die Aura bei jedem Lebewesen verschieden. An ihr könnt Ihr recht schnell feststellen, wo sich jemand befindet, wie stark er ist und ob diese Person überhaupt über Machtkräfte verfügt. Auch erlaubt uns die Macht, telepathische Botschaften auszutauschen.“

Zur Unterstreichung des Gesagten konzentrierte sich Janus in der Macht auf den Verstand seines Schülers und sandte ihm das Gefühl von Zufriedenheit und Lob.

„Versucht nun ebenfalls, mir eine Botschaft zu schicken. Fangt mit etwas einfachem an, einem Gefühl, vielleicht auch nur einem Wort. Mit der Zeit werden wir in der Lage sein, auch über größere Entfernung miteinander zu kommunizieren.“

Wies der Graf den Twi´lek an. Er war sehr zufrieden mit den Fortschritten seines Schülers. Sobald er ein Verständnis der rudimentären Machttechniken erlangt hatte, würde Janus ihn an die fortgeschrittenen Techniken heranführen. Und natürlich musste ein Sith auch in der Lage, notfalls zu kämpfen, also würden Übungen mit Waffen folgen.

„Diese Energiepeitsche, die Ihr bei Euch tragt...wie vertraut seid Ihr im Umgang mit dieser Waffe? Glaubt Ihr, dass sie zu Euch passt und Ihr sie weiterhin einsetzen wollt?“

Erkundigte sich der blasse Fastmensch höflich. Wenn ja, dann würde Janus sich genauer über diese Art Waffe informieren und den Twi´lek entsprechend trainieren, ansonsten würden Übungen mit einem Trainingslichtschwert stattfinden. Vielleicht sogar beides, denn nach Meinung des Grafen sollte jeder Sith zumindest in der Lage sein, ein Lichtschwert zu führen.

„Ein Netzwerk...ja, das ist eine passende Beschreibung. Der richtige Verbündete an der richtigen Stelle kann mehr wert sein als jedes alte Sith-Wissen. Aber vergesst nicht, dass es nicht nur darauf ankommt, einflussreiche Einzelpersonen oder Gruppen für sich zu gewinnen. Es ist mindestens genauso wichtig, die Öffentlichkeit zu begeistern und in der Gunst der Massen zu stehen. Es mag stimmen, dass ein Mann so viel wert sein kann wie zehntausend, aber das heißt nicht, dass diese Tausende nicht auch nützlich sein können. Ein guter Schachspieler nutzt jede Figur auf dem Brett.“

Janus gönnte sich einen kleinen Schluck seines Weins und wies dann den Protokolldroiden an, ihm eine Suppe zuzubereiten, der Graf wollte sich etwas stärken. Nach einer kurzen Pause fuhrt fort.

„Dies ist einer der Gründe, warum diese diplomatische Mission wichtig ist. Sernpidal ist, wie Ihr den Datenbanken entnehmen könnt, sehr dünn besiedelt, abgelegen und ohne großen strategischen oder wirtschaftlichen Wert. Und dennoch wird der Beitritt dieser Welt Signalwirkung auf andere Planeten in dieser Region entfalten, besonders, wenn Sernpidal dadurch erhebliche Vorteile erlangt. Mit der richtigen Strategie wird diese scheinbar unwichtige Welt der Stein sein, der langsam aber sicher eine Lawine auslöst und die Machtbalance in dieser Region verändern wird.“

Der Graf lächelte und enthüllte seine weißen Zähne in einer Geste, die der eines Raubtiers ähnelte.

„Nun wird es Zeit, uns für die Verhandlungen vorzubereiten. Der Protokolldroide wird Euch eine Zusammenfang der Daten über unser Ziel geben. Arbeitet Euch gründlich ein, Ihr werdet während der Verhandlungen sicher viel lernen. Genießt den Wein und das Essen. Ah, und natürlich steht es Euch frei, die kleine Kunstsammlung an der Wand näher zu betrachten. Einige Werke sind prä-imperial, eine wirklich radikal andere Federführung, die zum Nachdenken anregt.“

Erklärte Janus höflich und gönnerhaft, dann nahm er sein Datenpad und sorgte dafür, dass Voth ebenfalls eines erhielt.

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Voth spürte, wie die Situation ihm allmählich zu gefallen begann. Die luxuriöse Umgebung, das leckere Essen, der Wein, die ungezwungenen Lektionen seines Meisters - all das sorgte dafür, dass der Twi'lek sich in seiner neuen Rolle durchaus wohl fühlte. Die bisherigen Aufgaben hatte er bestanden und befand sich bereits jetzt in seiner Ausbildung zu einem vollwertigen Sith. Natürlich hatte er erst einen winzigen Bruchteil des Weges zurückgelegt, der für ihn bestimmt war, doch allein die Tatsache, dass Janus ihn zu seinem Schüler gemacht hatte und er sich nun auf seiner Yacht befand, auf diplomatischer Mission nach Sernpidal, während er die Grundsätze der Macht gelehrt bekam, war ein gigantischer Unterschied gegenüber des tristen Daseins eines Jüngers, welches Voth einst gefristet hatte.

Und tatsächlich schien es so, als hätte er es erneut geschafft, seinen Meister zufrieden zu stellen. Unheilvoll lächelnd lobte dieser
Voths Fortschritte. Doch das Bewegen von Gegenständen und das Auffinden von Personen mithilfe der Macht war allem Anschein nach noch nicht alles, dessen Grundsätze er auf diesem Flug lernen sollte. Gespannt lauschte Voth, wie sein Meister ihm erklärte, dass man mithilfe der Macht auch Botschaften telepathisch auszutauschen. Wie auf Stichwort blühte in ihm das Gefühl von Lob und Anerkennung auf, als würde Janus ihn ohne Worte loben.

Nun war er selbst an der Reihe, eine Botschaft zu verschicken. Entspannt schloss
Voth die Augen und versuchte erneut, seinen Meister in der Macht aufzuspüren. Höchst erfreut bemerkte er, dass er schon jetzt nicht mehr so viel Zeit zu benötigen schien, um sich auf sein Innerstes zu konzentrieren und seine Sinne in die Umgebung auszustrecken. Nach einer Weile war er wieder soweit, dass er die am nächsten gelegenen Gegenstände schwach wahrnehmen konnte, und einige Augenblicke später erstrahlte Janus' Aura erneut vor seinem inneren Auge.

Da kam
Voth plötzlich ein Gedanke. War es nicht gefährlich, wenn man permanent durch seine Ausstrahlung in der Macht für andere sichtbar war? Konnte man nicht jederzeit entdeckt werden? Oder gab es eine Möglichkeit, seine Identität zu verbergen, zumindest für andere Machtnutzer? Erneut wurde Voth bewusst, wie wenig er doch über die zahlreichen Techniken und Fähigkeiten wusste, die man auf dem Pfad zu Macht und Stärke erlernen konnte, doch er war bereits auf einem guten Weg.

Nun konzentrierte er sich aber wieder auf die Aufgabe. Vor seinem inneren Auge erkannte er die sitzende Gestalt des Grafen. Konnte er nun einfach irgendetwas denken, und
Janus würde ihn verstehen? Wahrscheinlich nicht so ohne weiteres. Darum konzentrierte er sich nur auf den Kopf seines Meisters, um ihm die Botschaft direkt ins Gehirn zu senden, jedenfalls müsste es doch theoretisch so funktionieren.
Konzentriert fokussierte
Voth sich auf das Haupt des Grafen und versuchte, alles andere auszublenden. Als er meinte, dies geschafft zu haben und gedanklich mit Janus verbunden zu sein, ließ er das Gefühl von Loyalität und Zugehörigkeit in sich aufkommen und probierte, es an seinen Meister weiterzuleiten. Würden diese Gedanken bei ihm ankommen? Und würde Janus alles fühlen können, was Voth gerade empfand, also auch die Neugier, ob der Versuch erfolgreich war?

Als er meinte, dass die Botschaft bei dem Sith angekommen sein müsste, ließ
Voth - diesmal ganz bewusst - zu, dass sich der Fokus auf den Kopf des Grafen verflüchtigte. Bevor er jedoch die Augen ganz öffnete, betrachtete er in der Macht noch einmal die Aura seines Meisters. Irgendetwas hatte sich dort verändert, der Twi'lek konnte aber nicht ganz erkennen, was. Hieß das, dass seine Nachricht angekommen war? Er wusste es nicht, aber er würde es vermutlich gleich wissen.
Als
Voth die Augen öffnete, erlebte er eine kleine Überraschung. Obwohl er nun mit seinen richtigen Augen sah, konnte er noch immer einen schwachen, rötlichen Schein um Janus herum erkennen. Dies würde ja bedeuten, dass er in der Macht auch mit offenen Augen Dinge erkennen konnte, wenn er sich nur genug konzentrierte. Triumphierend lächelte Voth - er schien wirklich Fortschritte zu machen.


Nach einer Weile kam Janus auf die Energiepeitsche zu sprechen, die
Voth seit seinem ersten Besuch in den Katakomben bei sich trug. Er erkundigte sich, wie gut er mit der Waffe zurechtkam und ob er sie weiter benutzen wollte.
Kurz dachte er nach, während er die Peitsche aus der Robe nahm. Er ließ seinen Blick über den metallenen Griff und das zusammengerollte Band, das bei Bedarf hellorange aufleuchtete, schweifen und überlegte sich eine Antwort auf die Frage des Sith. Die Waffe war durchaus nützlich, doch war sie weder besonders gefährlich noch handlich, und
Voth hatte sie damals eigentlich nur mitgenommen, weil er keine Waffe hatte. Außerdem stellte sie wohl so etwas wie ein Souvenir von seinem Sieg über Darth Baal dar.


"Die Peitsche ist sicherlich besser als gar keine Waffe und in der einen oder anderen Situation ist sie bestimmt hilfreich, aber... Ich finde, sie steht mir nicht wirklich, wenn ihr versteht." Während Voth die Waffe musterte, überlegte er, wie er seine nächsten Sätze formulieren sollte. "Sie ist nicht wirklich effektiv im Kampf und außerdem kompliziert zu handhaben. Falls ihr also eine bessere Idee habt..."

Voth konnte sich vorstellen, dass Janus verstand, worauf er hinauswollte. Schon öfter hatte er sich selbst vor seinem inneren Auge als lichtschwertschwingenden Sith gesehen, doch natürlich war er davon noch weit entfernt. Es war aber vermutlich nützlich, wenn sein Meister schon jetzt wusste, welche Ziele er verfolgte.


Nachdem dies geklärt war, kam der Graf noch einmal auf
Voths Beschreibung eines Netzwerkes der Macht zurück. Er korrigierte seinen Ansatz dahingehend leicht, dass es nicht ausschließlich darum ging, mächtige Verbündete zu haben oder größere Gruppen zu kontrollieren, sondern auch darum, die Öffentlichkeit auf seiner Seite zu haben.
Das leuchtete
Voth durchaus ein. Zwar waren gute Kontakte in oberen Schichten wichtig, aber die größte Masse spielte sicher auch eine bedeutende Rolle. Vor allem, was die öffentliche Stimmung betraf. Denn wenn diese bezüglich einer Sache oder einer Person nicht wohlgestimmt war, konnte das bestimmt auch Auswirkungen auf andere Bereiche haben.
Es war schon faszinierend, wie das alles zusammenhing.
Voth beschloss, auch in Zukunft aufmerksam zuzuhören und sich solche Details einzuprägen.

Zugegeben, er wusste eigentlich noch gar nichts über Sernpidal, das Ziel dieser Reise. Doch wenn es so war, wie
Janus es beschrieb, dann stellte der Planet so etwas wie einen Dominostein dar, der andere ebenfalls dazu bringen würde, in die eine Richtung - zum Imperium - zu fallen. Interessiert dachte Voth nach. Vielleicht war es tatsächlich so, dass eine größere Masse einfacher Personen, wie etwa die Bevölkerung Sernpidals, einen weitaus größeren Einfluss haben konnte als eine noch so mächtige Einzelperson. Es schien also darum zu gehen, viele Menschen nach dem eigenen Willen zu manipulieren, auch wenn dies erst auf lange Sicht einen Vorteil bot.

Mit seinen Gedanken über Politik und galaktische Machtverhältnisse beschäftigt, nahm
Voth sich das silbergraue Datapad, welches der Protokolldroide ihm hinhielt. Den Daten nach zu urteilen, die er nun langsam durchsah, schien Sernpidal - wie Janus bereits erklärt hatte - nicht der interessanteste Planet zu sein. Er lag weit ab vom Zentrum der Galaxie, war ziemlich karg und hatte außer Metallexporten nicht viel zu bieten. Aber dennoch stellte er eine so wichtige Rolle dar. Es war schon fast amüsant, wie die unscheinbarsten Dinge manchmal die größten Bedeutungen hatten. Voth schmunzelte leicht und las sich weiter die Anzeigen auf dem Datapad durch.


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[Hyperraum - ISD Avenger - Admiralsquartier] Janson und Elysa

Es hatte als Arbeitsdinner begonnen, denn auch wenn Elysa nicht länger für das Ressort Sternenjäger zuständig war, bestrebte sie dennoch den optimalen Einsatz ihrer Jagdmaschinen. Colonel Janson Sez in ihren Stab zu berufen hatte sich für den ehemaligen Piloten und auch Elysa selbst als richtige Entscheidung erwiesen. Er hatte nach und nach wieder Vertrauen in seine Fähigkeiten gefunden und maß seinen Wert nicht mehr nach seinem Können im Cockpit, denn seit der Vergiftung auf Carida galt, dass er wohl nie mehr einen Sternenjäger steuern würde. Seine Reflexe hatten gelitten und sein linkes Bein ließ ihn weiterhin leicht humpeln. Aber er gab nicht auf. Und das war eine Eigenschaft die Elysa bewundern konnte. Noch dazu brachte er einen gewaltigen Fundus an Wissen zum strategischen und taktischem Nutzen von Raumjägern mit, der über bloße Theorie - wie ihn viele Sesselstrategen besaßen - hinaus ging.
Der Funke Sympathie den sie bereits vor Jahren für Janson hegte, war im Laufe der letzten Wochen in ehrliche Freundschaft gewachsen. Und wenn Elysa aufrichtig mit sich selbst war, empfand sie mehr für Janson als nur Freundschaft und Respekt. Der Grad der Zuneigung übertraf das was die Regularien der Flotte zwischen Vorgesetztem und Untergebenen vorgesehen hatten. Beziehungen innerhalb der Flotte waren zwar durchaus möglich, jedoch nicht innerhalb der eigenen Kommandokette. Und da lag das Problem.

'Reiß dich zusammen.', erinnerte sich die Flottenkommandantin einmal mehr. Der Arbeitsteil des Dinners war seit einer Stunde erledigt, seit dem lieferte man sich erbitterte Holoschach-Duelle, bei einem Glas Wein. Elysas Blick wanderte einmal mehr vom Schachbrett zum siegessicher grinsenden Janson. So gefiel er ihr viel besser als Trübsal blasend.

"Ich denke die Partie geht an mich."
"Hmmmm...", brummte die Corellianerin nachdenklich, den Blick wieder aufs 'Schlachtfeld' lenkend und auf der Suche nach dem die Partie wendenden Zug. Es fiel ihr schwer sich zu konzentrieren. Nicht wegen der Gefühle die sie für ihn hegte, sondern weil sie wahrnahm was er an Emotionen in der Macht abstrahlte. Janson empfand ebenso wie sie selbst. Das machte ihr zu schaffen.
Elysa nahm eine der Figuren auf und bewegte sie zögerlich. Janson zog warnend durch die Zähne Luft ein, was sie dazu bewegte ihn anzulächeln?
"So schlimm?"
Seine Erwiderung war ein füchsisches Schmunzeln. "Ich würde es nicht tun.", warnte er mit weicher Stimme, wobei sein Blick ihrem direkt begegnete. Sie ertappte sich dabei wie sie den Blickkontakt länger aufrecht hielt, als nötig... vielleicht sogar angemessen wäre. Allerdings blickte er auch nicht weg.

'Was tun wir hier eigentlich?', war die Frage die Elysa stellen wollte. Man tanzte umeinander herum, wie Motten um das Licht. Vielleicht war es gut so, denn so verbrannte man sich wenigstens nicht. Stattdessen sagte sie:
"Ich gebe mich geschlagen, egal was ich mache du setzt mich in spätestens zwei Zügen ins Schach und Schachmatt in fünf. Gut gespielt."
"Dann haben wir wieder einmal Gleichstand. Unsere laufende Statistik ist dürfte nun bei Elf zu Elf liegen. Vielleicht sollte man mich auch zum Admiral machen." Er wippte mit den Augenbrauen und entlockte Elysa somit ein helles Lachen, bevor sie immer noch grinsend protestierte. "Das Schlachtfeld und Schach sind zwei vollkommen unterschiedliche Dinge. Wenn dass hier Dreadnaughts wären, hätten sie deinen Vorstoß gestoppt und mir einen Flankenangriff ermöglicht die feindliche Formation aufzurollen. Somit hätte ich dir die Initiative abgerungen und dich in die Defensive gezwungen."
"Wenn sie es sagen, Admiral.", antwortete Janson amüsiert. "Kein Grund sich beim Stolz gepackt zu fühlen."
"Du bist unverbesserlich.", meinte Elysa kopfschüttelnd, aber schmunzelnd. In seiner Gegenwart fühlte sie sich ungezwungen und frei von den Lasten ihres Postens. Janson vermochte es wie kein Zweiter ihre Sorgen zu zerstreuen und auch mal abzuschalten. Das Selbstvertrauen, was er gewonnen hatte, seit er zur Dritten dazugestoßen war, stand ihm gut zu Gesicht.
"Zwei Partien sind für heute genug.", beschloss Elysa nicht ganz uneigennützig. Sie hatte beide heutigen Spiele verloren und wenn sie nun weiterspielten würde sie nur weitere Niederlagen einfahren. "Der Feind flieht in den Hyperraum.", triumphierte Janson, während Elysa ihr Weinglas und die Weinflasche nahm und sich zur Sitzecke zurückzog. "Wenn die Lage aussichtslos ist, muss man die eigene Kampfkraft erhalten, um an einem anderen Tag zu siegen."
"Keine toten Helden.", stimmte er ihr zu und ließ sich neben Elysa auf die Couch plumpsen. "Darauf sollten wir trinken." Gesagt, getan und die Gläser waren leer. Was ihr Steward sagen würde, den guten Wein so zu vergeuden, ohne seinen Genuss zu zelebrieren? Vermutlich nichts Positives. Aber so war George Travis nunmal.
Elysa griff nach der Flasche, um noch einmal nachzuschenken und berührte dabei unabsichtlich Jansons Hand. Aber sie zog sie nicht zurück. Auch er machte keine Anstalten die Berührung zu lösen. Die Corellianerin wandte ihr Gesicht zu ihm und blickte in seine braunen Augen. Zögern, Sehnsucht und eine stumme Bitte fand sie darin. Seine Hand löste sich von ihrer und schmiegte sich an ihren Hals, der Daumen streichelt über die Wange und schließlich hebt sein Zeigefinger ihr Kinn sanft zu seinen Lippen. Nur eine Winzigkeit trennt sie voneinander.

"Vermutlich sollten wir das nicht tun." Seine Sehnsucht nach ihr brannte in der Macht mit einer Klarheit der sie sich nicht entziehen konnte.
"Nein, das sollten wir wirklich nicht.", protestierte Elysa schwach, bevor sie diese winzige und doch so bedeutende Grenze die er ihr ließ überschritt und ihre Lippen mit seinen verschmelzt.

[Hyperraum - ISD Avenger - Admiralsquartier] Janson und Elysa


OP: Mit freundlicher Genehmigung von Tinya
 
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