Teneb Dask
ghost in a shell
Weltraum | Hyperraum zwischen Artek III und Athiss, Richtung Athiss | Svelte-Class Shuttle "Fury" | Teneb Dask, Darth Sikarius und UX-23 sowie der Pilot [NPCs]
Der enge Korridor der Fury vibrierte noch immer vom Nachhall des Hyperraumsprungs, und das bernsteinfarbene Notlicht, das sich stumpf über Metallwände, Kabelkanäle und die schmalen Schatten der drei Gestalten legte. Teneb Dask stand mit dem Lichtschwert Kal Fraans an der Hüfte und der schmalen, versengten Wunde am Oberschenkel in jener angespannten Erschöpfung da, die jede spitze Bemerkung unmittelbarer traf, als ihm lieb war, und als Sikarius ihm sein Versagen im Umgang mit dem echten Lichtschwert wie einen nassen Lappen ins Gesicht warf, entwich ihm bloß ein dumpfes, grollendes Murren, tief aus der Brust, rau vor Schmerz, Zorn und der unerquicklich klaren Einsicht, dass der Bastard im Kern recht hatte. Der Umstand, dass die Worte trafen, machte sie schwerer zu ertragen, und Teneb hasste in diesem Augenblick weniger den Hohn als die Genauigkeit, mit der sein Meister die Schwäche benannt hatte.
„Beim nächsten Mal wird das nicht passieren, Meister.“ entgegnete er und deutete eine Senkung seines Haupts an. Kein Argument oder verbale Spitze würden darüber hinwegtäuschen, dass er in diesem Punkt sich im direkten Gefecht eine Blöße gegeben hatte.
Er hob den Blick erst wieder, als UX-23 in seinem üblichen, kalten Tonfall die Zuguruk einordnete, und etwas in Tenebs Gesicht veränderte sich dabei kaum merklich. Er erinnerte sich an die Reiter in der Ebene, an die wachsende Welle aus Präsenz, Wut, Entschlossenheit und jener schwer zu fassenden Dichte, die er im ersten Moment fast mit etwas Verwandtem verwechselt hatte. Ihre Auren hatten eine Schwere getragen, ein Drängen, das ihm auf eigentümliche Weise bekannt vorgekommen war. Nicht vertraut im menschlichen Sinn, eher wie eine entfernte Verwandtschaft in der Dunkelheit.
„Die Zuguruk“, sagte er schließlich und ließ den Namen langsam durch den Mund gehen, als prüfte er Gewicht und Klang gleichermaßen, „was sind sie genau? Nomaden, gut. Aber da unten hat es sich anders angefühlt.“ Sein Blick glitt kurz zwischen Sikarius und dem Droiden hin und her. „Ihre Präsenz war… verdorben. Rau.Fast, als stünden sie näher an der dunklen Seite als dieses Pack von Dörflern. Sind sie auch eine Art Sith oder bloß ein Haufen Barbaren mit einem Talent für die falsche Richtung?“
Das Schiff summte um sie herum weiter, und für einen kurzen Moment hing die Frage im Korridor wie etwas, das mehr berührte als reine Neugier. Denn Teneb fragte nicht allein nach einer fremden Kultur. Er fragte nach Verwandtschaftslinien in der Gewalt, nach den Formen, die Dunkelheit außerhalb des Tempels annehmen konnte, und vielleicht auch danach, wie viele Sprachen Macht eigentlich sprach, ehe der Sith-Orden sie sich aneignete und ihr Namen gab.
Während UX-23s Worte über Beschwerden, Filmspur, Notwehr und ausbleibende Sanktionen nachhallten, spürte Teneb, wie sich in ihm ein anderer Gedanke formte, kälter und nüchterner als die Wut, die ihn auf Artek III so oft getragen hatte. Es war unerquicklich, aber nicht überraschend. Die Galaxis liebte keine Wahrheit. Captain Strelli würde sich herauswinden. Die Garnison würde sich herauswinden. Rousseau und seine Dorfratten würden ihre Geschichte haben und die Sith würden ihre eigene besitzen.
Teneb dachte kurz daran, etwas beißendes darüber zu sagen, ließ es dann aber wieder sinken. Seine Erschöpfung saß zu tief, sein Zorn war noch zu roh, und ein Teil von ihm wollte nicht, dass gerade jetzt irgendeine flüchtige Bemerkung die ganze Schwere dessen verriet, was er in den letzten Stunden begriffen hatte. Stattdessen legte er die Finger fester um den kalten Metallrand der Schiffswand neben sich, als müsse er sich für den nächsten Gedanken daran vergewissern, dass hier überhaupt noch etwas fest war.
„Und wohin fliegen wir jetzt?“, fragte er dann, die Stimme flacher, kontrollierter, als sie sich in seinem Inneren anfühlte. „Weg von Artek III ist das eine. Irgendein Ziel wirst selbst du dir nicht spontan aus dem Bug gezogen haben.“ Sein Blick blieb an Sikarius hängen, scharf genug, um den Spott anzudeuten, ohne ihm ganz nachzugeben.
Der Korridor schwieg einen Herzschlag lang, erfüllt vom Dröhnen der Antriebe und jenem schmalen, gespannten Zwischenraum, der immer dann entstand, wenn die nächste Bewegung noch nicht gefallen, aber bereits unvermeidbar geworden war. Teneb stand darin mit schmerzendem Bein, zu Stolz direkt nach einem Bacta-Spray zu fragen.
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