Weltraum - Hyperraum Richtung Coruscant - Star Chaser - Cockpit - Essam und Marrev, Kestrel und Q'Tahem auf dem Schiff
Q'Tahem hatte sich endlich zur Ruhe begeben. Endlich nicht im Sinne davon, dass Marrev froh war, ihn los zu sein, sondern dass es gut war, dass der Nautolaner sich nun einige Zeit würde ausruhen können, ohne sich Sorgen machen zu müssen. Er hoffte allerdings, der Ritter wusste, wie eine Trance funktionierte, denn ob Schlaf so erholsam sein würde? Marrev kannte genug Personen, die Traumatisches erlebt hatten, und die meisten von ihnen waren anfangs kaum in der Lage, ruhig zu schlafen... nun, sie würden sehen. Er würde ja hören und vermutlich auch spüren, falls Q'Tahem Probleme bekam, und konnte ihn im Zweifel, genau wie er es bei Kestrel getan hatte, in eine Tiefschlaftrance versetzen.
Marrev lehnte sich recht entspannt in seinem nicht ganz so bequemen Pilotensitz zurück, nahm die Hände hinter seinen Kopf und betrachtete Essam, zum ersten Mal wirklich genau. Er hatte wirklich nicht die geringste Ahnung, welcher Spezies der Typ angehörte. Dementsprechend konnte er auch weder das Alter einschätzen, noch, ob es irgendwelche Überraschungen geben würde. Schwierig. Sein Instinkt sagte ihm eigentlich eine lange Zeit schon, dass er nichts vor ihm zu befürchten hatte, doch seine Ausbildung und seine Mission erzählten ihm anderes. Ebenfalls schwierig. Und dumm für Essam, der jetzt der Leidtragende war. Aber so war es nun einmal, er würde es überleben.
Und da sie nun Zeit ohne Ende hatten, war es keine dumme Idee, dass der Kerl ihm mal ein bisschen mehr Input gab. Die paar Stichworte genügten nicht, um sich ein umfassendes Bild zu machen.
Er hatte sich also lesen beigebracht. Okay, wenn man tagein, tagaus nur in einer Zelle saß, vielleicht naheliegend, trotzdem beeindruckend. Wie alt war er, bei Mustafar? Er sagte, er war dort aufgewachsen. Wie konnte man in einer Zelle aufwachsen und dabei nicht völlig abgedreht sein? Und sich dann auch noch so selbstsicher außerhalb bewegen? Das war... ominös. Und verdächtig. Auch, weil er dann immer wieder hatte entkommen können. So dumm waren die Sith doch eigentlich nicht? Oder hatten sie ihn unterschätzt? Waren es niedere Sith gewesen, die mit seiner Erforschung beauftragt gewesen waren? Sith, die nicht wagten, zuzugeben, dass er ihnen hatte entkommen können?
Vielleicht.
Oder er log.
Aber... Marrev hatte nicht das Gefühl, dass er das tat.
Verzwickt.
Und trotz seines eigentlich angeblich friedfertigen Wesens hatte er diesen Bacta-Anschlag verüben wollen? Also, nicht, dass Marrev da auch nur einen Hauch dagegen hatte - im Gegensatz zu den meisten Jedi hatte er kein Problem damit, gewisse Dinge einfach anzugehen und zu erledigen. Aber... seltsam war es schon?
Andererseits war der Typ vor ihm in Gefangenschaft aufgewachsen. Konnte man da von irgendwelcher Normalität ausgehen?
Marrev seufzte tief. Er empfand tatsächlich Mitgefühl für den großen Kerl vor ihm, als dieser zum ersten Mal seine Hülle ein wenig fallen ließ. Ach, scheiße. Warum sollte er lügen? Was würde er damit bezwecken? So wichtig waren Kestrel, Q'Tahem und er nun wirklich nicht. Wenn er ihnen etwas hätte antun wollen, dann wäre das viel sinnvoller auf dem Planeten gewesen, außerdem hätte er sie einfach auffliegen lassen können. Es war ja ziemlich offensichtlich, dass er wusste, dass sie keine Imps waren. Und sich in den Tempel schleichen? Also, da gab es weitaus einfachere Methoden, wenn man denn wirklich wollte. Ganz davon abgesehen, dass das nicht passte, der Typ war definitiv kein Sith... Auch wenn man definitiv testen musste, ob er machtsensitiv war. Das Gerede davon, dass die Sith komisch rochen, die Fähigkeit, ihnen mehrmals zu entkommen, dazu, dass er ausgerechnet sie ausgewählt hatte, um zu entkommen - und die kleine Tatsache, dass er eben ein Experiment der Sith zu sein schien. Die Chancen standen in Marrevs Augen gar nicht so schlecht, aber das würden sie im Tempel erledigen können. Man würde ihn ohnehin auf der Krankenstation untersuchen müssen, da würde es nicht auffallen.
"Okay, Kumpel, Ihr habt mich erstmal überzeugt, und jeder Feind der Sith ist definitiv mein Freund. Ist scheiße, was Euch passiert ist, das wünsche ich niemandem."
Wie alt er wohl gewesen war, als er in die Hände der Sith gefallen war?
"Ich kann Euch nicht direkt helfen, damit habe ich keine Erfahrung. Aber was ich kann, ist, Euch erst mal mit zu uns zu nehmen. Medizinische Versorgung, Zugang zu grundlegendem Wissen, ein Dach über dem Kopf - und dann könnt Ihr in Ruhe überlegen, was Ihr mit Eurem Leben anfangen wollt. Ich weiß nicht, wie alt Ihr seid oder wie viel Lebenszeit Ihr noch vor Euch habt, aber ich denke, es dürfte genug sein, dass es sich lohnt, nichts zu überstürzen. Habt Ihr schon mal von den Jedi gehört?"
Marrev nahm die Hände hinter dem Kopf hervor und deutete mit der rechten Hand und seinem Kopf eine kleine Verbeugung an.
"Falls ja, Ihr kennt nun welche."
Er stützte sich nun mit den Ellbogen auf seine Oberschenkel.
"Bei uns seid Ihr sicher, zumindest so sicher, wie man in dieser verflucht kranken Galaxis sein kann. Und auf einen mehr oder weniger kommt es auf Coruscant nun auch nicht an. Was denkt Ihr?"
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