Tagespolitik allgemein

FB ist ein US-Konzern also gilt US-Recht?

Nein. Sobald Facebook auf deutschem Boden Niederlassungen betreibt, gilt für diese ausschließlich deutsches Recht. Ersichtlich wird dies auch an den speziellen Nutzungsbedingungen, die eben NUR für Deutsche gelten: https://www.facebook.com/terms/provisions/german/index.php

Konkret der globale Text:

Streitfälle

  1. Du wirst jedweden Anspruch, Klagegegenstand oder Streitfall (Anspruch), den du uns gegenüber hast und der sich aus dieser Erklärung oder in Verbindung mit dieser bzw. mit Facebook ergibt, ausschließlich vor dem für den nördlichen Bezirk von Kalifornien zuständigen US-Bezirksgericht oder vor einem Staatsgericht in San Mateo County klären bzw. klären lassen, und du stimmst zu, dass du dich bei einem Prozess hinsichtlich aller derartigen Ansprüche der personenbezogenen Gerichtsbarkeit dieser Gerichte unterwirfst. Diese Erklärung sowie alle Ansprüche, die möglicherweise zwischen dir und uns entstehen, unterliegen den Gesetzen des Bundesstaates Kalifornien, und zwar unter Ausschluss der Bestimmungen des internationalen Privatrechts.
  2. Wenn jemand einen Anspruch bezüglich deiner Handlungen, deiner Inhalte oder deiner Informationen auf Facebook gegen uns erhebt, wirst du uns von sämtlichen Schäden, Verlusten und Ausgaben (einschließlich angemessener Anwaltshonorare und Rechtskosten) im Zusammenhang mit einem derartigen Anspruch schadlos halten. Auch wenn wir Regeln für das Nutzerverhalten zur Verfügung stellen, kontrollieren bzw. lenken wir die Handlungen der Nutzer auf Facebook nicht und sind auch nicht für die Inhalte oder Informationen, die Nutzer auf Facebook übermitteln oder teilen, verantwortlich. Wir sind nicht verantwortlich für beleidigende, unangemessene, obszöne, unrechtmäßige oder auf sonstige Art anstößige Inhalte oder Informationen, denen du eventuell auf Facebook begegnest. Wir sind nicht für das Verhalten von Facebook-Nutzern verantwortlich, weder online noch außerhalb des Internets.
  3. WIR BEMÜHEN UNS, FACEBOOK IN BETRIEB, FEHLERFREI UND SICHER ZU HALTEN, JEDOCH ERFOLGT DEINE NUTZUNG VON FACEBOOK AUF DEIN EIGENES RISIKO. WIR STELLEN FACEBOOK IM VORLIEGENDEN ZUSTAND („AS IS“) OHNE JEGLICHE AUSDRÜCKLICHEN ODER KONKLUDENTEN GARANTIEN BEREIT, DAS SIND U. A. KONKLUDENTE GARANTIEN DER MARKTGÄNGIGKEIT, DER EIGNUNG FÜR EINEN BESTIMMTEN ZWECK UND DER NICHT-VERLETZUNG VON RECHTEN DRITTER. WIR GARANTIEREN NICHT, DASS FACEBOOK IMMER UNGEFÄHRLICH, SICHER UND FEHLERFREI SEIN WIRD, ODER DASS FACEBOOK IMMER OHNE UNTERBRECHUNGEN, VERZÖGERUNGEN ODER MÄNGEL FUNKTIONIEREN WIRD. FACEBOOK IST NICHT VERANTWORTLICH FÜR DIE HANDLUNGEN, INHALTE, INFORMATIONEN ODER DATEN DRITTER, UND DU ENTBINDEST UNS, UNSERE DIREKTOREN, LEITENDEN ANGESTELLTEN, MITARBEITER UND VERTRETER VON JEDWEDER HAFTUNG IM HINBLICK AUF FORDERUNGEN UND SCHADENERSATZANSPRÜCHE JEGLICHER ART, OB BEKANNT ODER UNBEKANNT, DIE SICH AUS EINEM ANSPRUCH DEINERSEITS GEGENÜBER DRITTEN ERGEBEN ODER DAMIT IN VERBINDUNG STEHEN. WENN DU EIN BÜRGER DES STAATES KALIFORNIEN BIST, VERZICHTEST DU AUF DEINE RECHTE GEMÄSS DES CALIFORNIA CIVIL CODE §1542, DER FOLGENDES BESAGT: „EIN ALLGEMEINER VERZICHT ERSTRECKT SICH NICHT AUF ANSPRÜCHE, DIE DEM GLÄUBIGER/DER GLÄUBIGERIN ZUM ZEITPUNKT DER VERZICHTSERKLÄRUNG NICHT BEKANNT SIND ODER VON DEREN BESTEHEN ZU SEINEN/IHREN GUNSTEN ER/SIE NICHTS AHNT, UND DIE, WENN SIE IHM/IHR BEKANNT GEWESEN WÄREN, SEINE/IHRE EINIGUNG MIT DEM SCHULDNER/DER SCHULDNERIN NACHHALTIG BEEINFLUSST HABEN MÜSSTEN.“ WIR ÜBERNEHMEN DIR GEGENÜBER KEINE HAFTUNG FÜR ENTGANGENE GEWINNE ODER ANDERE FOLGE-, SONDER-, INDIREKTE ODER NEBENSCHÄDEN, DIE SICH AUS DIESER ERKLÄRUNG ODER AUS FACEBOOK ODER IN VERBINDUNG DAMIT ERGEBEN, SELBST WENN WIR VON DER MÖGLICHKEIT DERARTIGER SCHÄDEN IN KENNTNIS GESETZT WURDEN. UNSERE GESAMTHAFTUNG, DIE SICH AUS DIESER ERKLÄRUNG ODER AUS FACEBOOK ERGIBT, IST AUF EINHUNDERT US-DOLLAR (100 $) ODER DEN BETRAG BEGRENZT, DEN DU IN DEN VERGANGENEN ZWÖLF MONATEN AN UNS ENTRICHTET HAST, JE NACHDEM, WELCHER BETRAG GRÖSSER IST. DIE GELTENDEN GESETZE ERLAUBEN MÖGLICHERWEISE NICHT DIE EINSCHRÄNKUNG ODER DEN AUSSCHLUSS DER HAFTUNG FÜR NEBEN- ODER FOLGESCHÄDEN, SODASS DIE OBEN GENANNTE EINSCHRÄNKUNG BZW. DER OBEN GENANNTE AUSSCHLUSS MÖGLICHERWEISE NICHT AUF DICH ZUTRIFFT. IN DIESEN FÄLLEN IST DIE HAFTUNG VON FACEBOOK AUF DEN GESETZLICH MAXIMAL ERLAUBTEN UMFANG BESCHRÄNKT.
Und hier die Version für Deutsche:

Streitfälle

  1. Diese Erklärung unterliegt deutschem Recht.
  2. Wenn jemand einen Anspruch bezüglich deiner Handlungen, deiner Inhalte oder deiner Informationen auf Facebook gegen uns erhebt, wirst du uns von sämtlichen Schäden, Verlusten und Ausgaben (einschließlich angemessener Anwaltshonorare und Rechtskosten) im Zusammenhang mit einem derartigen Anspruch schadlos halten. Auch wenn wir Regeln für das Nutzerverhalten zur Verfügung stellen, kontrollieren bzw. lenken wir die Handlungen der Nutzer auf Facebook nicht und sind auch nicht für die Inhalte oder Informationen, die Nutzer auf Facebook übermitteln oder teilen, verantwortlich. Wir sind nicht verantwortlich für beleidigende, unangemessene, obszöne, unrechtmäßige oder auf sonstige Art anstößige Inhalte oder Informationen, denen du eventuell auf Facebook begegnest. Wir sind nicht für das Verhalten von Facebook-Nutzern verantwortlich, weder online noch außerhalb des Internets.
  3. Wir sind ausschließlich wie folgt haftbar: Wir haften unbeschränkt gemäß den gesetzlichen Bestimmungen (i) für Schäden die aus der Verletzung von Leben, Körper oder Gesundheit entstehen; (ii) bei Vorsatz; (iii) bei grober Fahrlässigkeit; und (iv) gemäß dem Produkthaftungsgesetz. Ohne dass dies das Vorstehende einschränkt haften wir für leichte Fahrlässigkeit nur im Falle der Verletzung einer „wesentlichen“ Pflicht aus diesem Vertrag. „Wesentliche“ Pflichten in diesem Sinne sind Pflichten, die für die Erfüllung des Vertrags nötig sind, deren Verletzung die Erreichung des Vertragszwecks in Frage stellen würde, und auf deren Einhaltung du daher regelmäßig vertrauen darfst. In diesen Fällen ist die Haftung beschränkt auf typische und vorhersehbare Schäden; in sonstigen Fällen besteht keine Haftung für leichte Fahrlässigkeit.

Und Punkt 2. beider Fassungen steht hier gerade im Visier des Bundesjustizministeriums.
 
Find ich gut.

Auch wenn ich mit der Meinung vermutlich alleine dastehe, aber wer zu geizig ist, um für sein Studium ein paar Kröten abzudrücken, der hat das Studium meines Erachtens auch nicht verdient.
Ein besseres Investment gibt es nirgends. Und mir kann keiner erzählen, dass er sich ein Studium nicht leisten könne. Dazu gibt es viel zu viele Stipendien und Studienkredite.

Wenn es diese Möglichkeit der Sparmaßnahme gibt, dann wäre das auch eine der ersten, die ich ergreifen würde.
 
Auch wenn ich mit der Meinung vermutlich alleine dastehe, aber wer zu geizig ist, um für sein Studium ein paar Kröten abzudrücken, der hat das Studium meines Erachtens auch nicht verdient.

Also ich zahle ja pro Semester ein paar Kröten an die Universität, ganz ohne Studiengebühren.
Studienkredit kommt für mich jedenfalls nicht in Frage, weil es einfach zuviel wäre sein Studium, immerhin 3-5 Jahre, mit einem Kredit zu finanzieren.

Gibt einfach keinen Grund für Studiengebühren. Außer halt man will einen finanziellen Filter vor der Universität installieren...warum auch immer. Das Argument, dass es Geld der Steuerzahler kostet die Bürger zu bilden, ist jedenfalls kein wirklich schlagkräftiges. Jegliche Bildung kostet Geld.
 

Ich bin da ehrlich gesagt gespalten. Wenn schon Studiengebühren, dann muss der Staat auch die Hände auf die Töpfe halten und nur zweckgebunden ausschütten. Auf keinen Fall darf mehr pauschal an die Hochschulen überwiesen werden, die mit dem Geld dann selber machen dürfen, was sie wollen. Ich finde auch ehrlich gesagt nicht, dass sich gerade Studiengebühren mit dem Ziel #WeltbesteBildung vereinbaren lassen; jedenfalls nicht, solange nicht an anderer Stelle nachgebessert wird.
 
Wenn schon Studiengebühren, dann muss der Staat auch die Hände auf den Töpfen halten und nur zweckgebunden ausschütten.
Dass die Studiengebühren den Hochschulen zweckgebunden zugute kommen, das habe ich jetzt unterstellt.
Ich finde auch ehrlich gesagt nicht, dass sich gerade Studiengebühren mit dem Ziel #WeltbesteBildung vereinbaren lassen;
Dadurch würde der Wettbewerb zwischen den Hochschulen gestärkt werden.
Hochschule A würde dann z.B. Zugang zu den Töpfen der Studiengebühren bekommen als Resultat von mehr Studenten, die kommen weil es an Hochschule A bessere Lehre/Forschung gibt als an Hochschule B. Folglich versucht Hochschule B nachzulegen, weil man auch an dir Töpfe will.

Volkswirtschaftlich gesehen wäre das wohl ein Nullsummenspiel, bei dem letztlich die Studenten mehr bezahlen würden, aber auch bessere Bildung bekommen. Halte ich persönlich für erstrebenswerter als ein Szenario, in dem die Studenten zwar nichts zahlen, dafür aber die Bildung schlechter ist, weil die Hochschulen kein Geld haben.
 
Wobei natürlich die Kausalität zwischen Studiengebühren bedingt bessere Bildung erstmal gegeben sein müsste.

EDIT:

Volkswirtschaftlich gesehen wäre das wohl ein Nullsummenspiel, bei dem letztlich die Studenten mehr bezahlen würden, aber auch bessere Bildung bekommen.

Damit die Studenten das auch zu einem Nullsummenspiel machen können, müssen sie diese "bessere Bildung" (Kausalitätsfrage mal bei Seite) auch in Geld umwandeln können. Das setzt voraus, dass die Wirtschaft bereit ist mehr zu zahlen, wenn sie plötzlich Studenten mit der gleichen Qualifikation, aber mehr Schulden vor sich haben. Effektiv müsste dann das durchschnittliche Monatseinkommen deutlich steigen, was nicht geschieht.
Machen wir uns nichts vor, das Einführen von Studiengebühren ist der Transfer von Bildungskosten von der Allgemeinheit auf Einzelpersonen. Ein Allgemeingut wird also zum wirtschaftlichen Kosten-Nutzen-Faktor. Der Aspekt der Garantierten Chancengleichheit wird zwar geflissentlich ignoriert, lässt sich aber nicht wegdiskutieren. Eine exklusive Partizipation in die Finanzierung des eigenen Studiums garantiert keinen besser bezahlten Job noch eine irgendwie geartete bessere Bildung, dafür sind die Bildungssysteme mit klassischem kostenlosen Zugang zu Bildung einfach viel zu erfolgreich im internationalen Vergleich und als Bonus züchtet man sich nicht eine Bevölkerungsschicht an welche mehr Schulden ansammelt pro Jahr als Kredite für Autos und Häuser (siehe USA).
 
Zuletzt bearbeitet:
Sobald Facebook auf deutschem Boden Niederlassungen betreibt, gilt für diese ausschließlich deutsches Recht. Ersichtlich wird dies auch an den speziellen Nutzungsbedingungen, die eben NUR für Deutsche gelten:

Also geht es nach Staatsangehörigkeit, ich dachte auf FB gilt erstmal US-Recht. Danke.
Aber bedeutet das nicht in Bezug auf die geforderten Moderationen, dass auch die Moderatoren der Washington Post die deutschen, oder alle anderen Regeln kennen müssten? Bzw., wenn ich da auf Englisch was nur in Deutschland relevantes poste, wie will Heiko Maaß mir dann beikommen?
 
Find ich gut.

Auch wenn ich mit der Meinung vermutlich alleine dastehe, aber wer zu geizig ist, um für sein Studium ein paar Kröten abzudrücken, der hat das Studium meines Erachtens auch nicht verdient.
Ein besseres Investment gibt es nirgends. Und mir kann keiner erzählen, dass er sich ein Studium nicht leisten könne. Dazu gibt es viel zu viele Stipendien und Studienkredite.

Wenn es diese Möglichkeit der Sparmaßnahme gibt, dann wäre das auch eine der ersten, die ich ergreifen würde.

Ja, ja klar "zu geizig für sein Studium ein paar Kröten abzudrücken". Dir ist schon klar, dass man für sein Studium Geld abdrücken muss oder? Bücher kaufen sich nicht selbst, auch Fahrten werden nicht selbst gezahlt, dass man mal erlebt dass Kopien ausgegeben werden ist auch eine Seltenheit. Gemeinhin zahlt man an Unis auch jedes Semester Geld, Rückmeldegebühr, Fahrkarte, Studentenvertretung. Und darüber hinaus soll man noch mehr abdrücken? Ist ja nicht so als gäbe es nicht auch Miete, Kleidung, Essen die man bezahlen müsste, so wie diverse andere Kosten. Klar, man kann natürlich einen Kredit aufnehmen und sich in Schulden stürzen, nur ist das eine ziemliche Behinderung.

Wie sieht es denn übrigens so in anderen Ländern aus, wo Studiengebühren eingeführt wurden? Bspw. Groß-Britannien? Von maximal 1.000 Pfund auf 3.000 Pfund auf 9.000 Pfund pro Jahr. Ich verdiene in meinem Job derzeit 720 Euro pro Monat, ich könnte das nicht mal mit Arbeit bezahlen. Wer Studiengebühren will, der will also ganz offensichtlich den nicht-wohlhabenden Teil der Bevölkerung von Wissen und Bildung ausschließen. Das grenzt an Terrorismus.
 
Dass die Studiengebühren den Hochschulen zweckgebunden zugute kommen, das habe ich jetzt unterstellt.

Ja, so war's aber bspw. in Niedersachsen bis zur Abschaffung der Studiengebühren eben nicht. Da saßen die Hochschulen am Ende auf so viel Geld, dass dabei solche Sperenzchen herauskamen, wie ein eigenes Drachenbootteam (samt Boot) der TU Braunschweig für das jährliche, städtische Drachenbootrennen. Währenddessen werden die schieren Massen an Studenten, die man sich mit G8 und Aussetzung der Wehrpflicht geschaffen hat, bis heute, in Sälen des städtischen Kinos aufgefangen, weil selbst das Audimax aus allen Nähten platzt.

Dadurch würde der Wettbewerb zwischen den Hochschulen gestärkt werden.
Hochschule A würde dann z.B. Zugang zu den Töpfen der Studiengebühren bekommen als Resultat von mehr Studenten, die kommen weil es an Hochschule A bessere Lehre/Forschung gibt als an Hochschule B. Folglich versucht Hochschule B nachzulegen, weil man auch an dir Töpfe will.

Das Ergebnis dieses Wettbewerbes wäre aber gewiss keine Verbesserung der Bildung, sondern viel eher eine Verschlechterung. Studiengebühren senken die Gesamtzahl der Studierenden und solange im Gegenzug nicht an anderer Stelle Geld locker gemacht wird, ist das ein Automatismus. Das führt letztlich dazu, dass Hochschulen von vornherein um eine weit kleinere Zahl von Studierenden konkurrieren und in letzter Konsequenz bedeutet das dann auch die Schließung von Hochschulen. Und dann sind plötzlich auch Abiturienten, die vielleicht alle sechs Monate mit Ach und Krach die Studiengebühren aufbringen könnten, sich aber keinen Umzug leisten und auch nicht pendeln können, von einem Studium ausgeschlossen. Selbst für den liberalen Wähler sollte das Ziel in Bildungsfragen nicht das Allerbeste für wenige, sondern das Bestmögliche für alle sein.
 
Ich verdiene in meinem Job derzeit 720 Euro pro Monat, ich könnte das nicht mal mit Arbeit bezahlen. Wer Studiengebühren will, der will also ganz offensichtlich den nicht-wohlhabenden Teil der Bevölkerung von Wissen und Bildung ausschließen. Das grenzt an Terrorismus.

Zum Thema Terrorismus habe ich heute Morgen etwas in den Nachrichten gehört, aber gut, im Affekt haben wir ja alle mal geistige Fehlzündungen.

Vllt. hilft auch ein Blick ins Programm der FDP:

Wir wollen dafür sorgen, dass die Hochschulen wieder die Möglichkeit erhalten, Studienbeiträge einzuführen. Die Hochschulen sollen daher eigenständig darüber entscheiden können, ob sie mit Studierenden so genannte Studienverträge abschließen. In den Studienverträgen sichern die Hochschulen den Studierenden exzellente Studienbedingungen und verbindliche Förderangebote zu. Die Einnahmen sind zweckgebunden für Qualitätsverbesserungen der Studienbedingungen wie etwa zusätzliche Tutorien zu verwenden. Nach dem erfolgreichen Studium entrichten die Absolventinnen und Absolventen eine zu vereinbarende Erfolgsprämie an die Hochschule. Diese kann auch prozentual auf das Einkommen in den ersten Berufsjahren bezogen ausgestaltet sein. Dabei darf die Erfolgsprämie einen Beitrag von 500€ je abgeschlossenem Studiensemester nicht überschreiten.

Sicherlich immer noch diskutabel, aber m.E. schon ein wenig ungefährlicher als beschworene Katastrophenszenarien.

Trotzdem sollte die FDP sich bewusst machen, dass selbst bei gutem Willen und durchdachter Umsetzung gerade so ein Punkt noch und nöcher vom politischen Wettbewerb und den Medien ausgeschlachtet wird. Die FDP hat ein paar sehr traumatische Wahljahre hinter sich und gerade solche Programmpunkte sind es, an die sich der Wähler ziemlich gut erinnern kann. Was man der FDP vorgeworfen hat und immer noch vorwirft, Klientelpolitik par excellence, werden viele genau darin wiederzuerkennen glauben, und exakt DAS ist im ureigenen Interesse der Liberalen tunlichst zu vermeiden. Hier einen Kompromiss gegenüber der CDU zu schließen, wird sicherlich nicht zum Gesichtsverlust vor der eigenen Wählerschaft führen.
 
Das Ergebnis dieses Wettbewerbes wäre aber gewiss keine Verbesserung der Bildung, sondern viel eher eine Verschlechterung.
Hast du dazu zufällig eine Statistik oder zumindest einen Bericht? Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, aber in der Theorie wüsste ich jetzt nicht, warum der Bildungssektor von der Logik "Mehr Wettbewerb = Höhere Qualität" ausgenommen sein sollte.
Selbst für den liberalen Wähler sollte das Ziel in Bildungsfragen nicht das Allerbeste für wenige, sondern das Bestmögliche für alle sein.
Dem stimme ich uneingeschränkt zu. Das Ergebnis jeder politischen Maßnahme sollte eine Erhöhung der Gesamtwohlfahrt der Gesellschaft sein.
 
Bildungssektor von der Logik "Mehr Wettbewerb = Höhere Qualität" ausgenommen sein sollte.

Zum Beispiel weil die Logik in der Wirtschaft auch nicht immer zu 100% funktioniert.

Wie Ben schon sagt sollten Bildungseinrichtungen (meiner Meinung nach auch medizinische Einrichtungen) keine Unternehmen sein, die auf höchstmöglichen Profit orientiert sind. Es geht da in erster Linie um den und die Menschen und da sind eben nicht alle von Anfang an gleich mit dem besten Potenzial ausgestattet um sich einen Wettbewerb leisten zu können.

Beim Wettbewerb in der Bildungsbereiche trifft es nämlich genau die, die es am nötigsten hätten um eine starke Bildung zu erhalten. Um wieder auf die Logik dahinter zurück zukommen muss man den Grund gar nicht suchen, es wäre nämlich vollkommen unlogisch so an Bildungs- und Erziehungsangebote ranzugehen. :crazy

Das wäre übertrieben wie eine Suppenküche für Obdachlose mit Eintritt.
 
Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen, aber in der Theorie wüsste ich jetzt nicht, warum der Bildungssektor von der Logik "Mehr Wettbewerb = Höhere Qualität" ausgenommen sein sollte.

Weil das nur dann funktioniert, wenn der Bildungssektor zugunsten privatwirtschaftlich orientierten Wettbewerbs den Grundsatz der Chancengleichheit ignoriert - und das eben genau das nicht Ziel staatlichen Wirkens sein darf, ist mein eigentlicher Punkt.
 
Zum Thema Studiengebühren sei diese Dokumentation von Arte empfohlen:
http://programm.ard.de/TV/Programm/Jetzt-im-TV/?sendung=28724119796422

Ansonsten stehe ich zu dem was ich gesagt habe, und sehe es keineswegs als Fehlzündung an. Terrorismus zeichnet sich nicht nur durch das hirnlose töten von Menschen aus, sondern durch das schaffen von Angst und Angriffe auf Kernelemente unserer Gesellschaft. Und Studiengebühren tun genau das, sie sind volkswirtschaftlich unvernünftig, verschärfen die Situation für Studierende und vergrößern die Schere zwischen Arm und Reich, in dem es Ärmere noch schwerer haben als ohnehin schon sich Bildung zu leisten und den sozialen Aufstieg zu schaffen.

Das heisst im Übrigen gar nicht, dass das System so wie es jetzt wäre perfekt wäre. Im Gegenteil, Universitäten holen sich möglichst viele Studierende für maximalen Profit und arbeiten dann daran, einen guten Teil von ihnen, nach dem sie ein Mal abkassiert haben, wieder rauszuwerfen. Das ist ein unsinniges und unerhörtes System. Zu Mal wie schon beschrieben von wirklich nicht wenig Geldern, trotzdem kaum etwas an die Studierenden fließt. Dafür erlebt man dann so Dinge wie ein eigenes Sekretariat für jeden Mathedozenten. Wenn man also etwas im Bildungssektor tun will, könnte man auch einfach mal überprüfen ob die Gelder die so ausgegeben werden auch tatsächlich sinnvoll verbraucht werden. Statt fünf oder mehr Sekretariate zu bezahlen, von denen jedes sowieso nur vier Stunden am Tag geöffnet ist (mit Glück), könnte man stattdessen auch eines ganztägig öffnen und das überflüssige Geld in Klimaanlagen und anständige, allen voran gerade Tische investieren, auf denen nicht jeder Gegenstand runterrutscht. Von der Abschaffung altmodischer, quietschender Tafeln und einer konsequenten Überarbeitung der Art wie man einem dort etwas "beibringt" mal ganz zu schweigen. Ja, das System macht mich schon so wie es ist sauer genug.
 
Ansonsten stehe ich zu dem was ich gesagt habe, und sehe es keineswegs als Fehlzündung an. Terrorismus zeichnet sich nicht nur durch das hirnlose töten von Menschen aus, sondern durch das schaffen von Angst und Angriffe auf Kernelemente unserer Gesellschaft.

Na ja, weißte, solche rhetorischen Molotowcocktails tragen aber auch nicht gerade zur Diskussion bei - oder dazu, dass man dich ernstnimmt. Vor allem nicht, wenn man sich auf der anderen Seite darüber echauffiert, wenn die Grünen als Pädophilenpartei verunglimpft werden oder die Linke als SED bezeichnet. ;)
 
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