Cocktail für eine Leiche
Alfred Hitchcock - James Stewart
Zwei Studenten bringen einen Kommilitonen um und verstecken die Leiche in einer Truhe mitten im Wohnzimmer. Genau auf dieser Truhe servieren sie anschließend ein Abendessen für Freunde und Bekannte.
Das Ganze lebt weniger von der Handlung als von der Situation. Man weiß von Anfang an, was passiert ist. Die Spannung entsteht daraus, ob und wann jemand merkt, was hier eigentlich gespielt wird.
Was den Film zusätzlich besonders macht, ist die Art, wie er inszeniert ist. Hitchcock hat ihn so gedreht, dass er wie eine einzige lange Kamerafahrt wirkt. Dadurch fühlt man sich fast wie ein zusätzlicher Gast in diesem Raum. Es gibt keine sichtbaren Schnitte. Stattdessen bleibt man die ganze Zeit mitten drin und schaut zu, wie sich die Stimmung langsam verändert. Alles spielt sich in einem Raum ab, und trotzdem bleibt er durchgehend fesselnd.
Am Anfang wirkt alles noch kontrolliert, überheblich. Einer der Täter genießt die Situation regelrecht, während der andere immer nervöser wird. Dieses Ungleichgewicht trägt den Film ziemlich stark. Man merkt mit jeder Minute mehr, dass das Ganze nicht gut ausgehen kann.
Dann kommt noch die Figur von James Stewart ins Spiel, der als ehemaliger Lehrer der beiden so eine Art moralisches Gegengewicht bildet. Er ist anfangs eher locker und ironisch, beginnt aber nach und nach zu ahnen, dass hier etwas nicht stimmt. Und genau das macht es richtig spannend.
Inhaltlich steckt mehr dahinter, als man zunächst denkt. Es geht um Überheblichkeit und um die Idee, dass manche Menschen sich für etwas Besseres halten und glauben, über moralischen Regeln zu stehen. Der Film zeigt ziemlich klar, wie gefährlich solche Gedanken werden können, wenn sie ernst genommen werden.
Für mich gehört er zusammen mit
Das Fenster zum Hof und
Der Unsichtbare Dritte zu den besten Hitchcock-Filmen überhaupt.