Wenn die Gondeln Trauer tragen
Im Mittelpunkt steht ein Ehepaar (Donald Sutherland und Julie Christie), das nach Venedig reist und dort in eine zunehmend seltsame und leicht unheimliche Situation gerät. Viel mehr sollte man vorher wirklich nicht wissen, weil der Film stark davon lebt, wie sich das alles entwickelt.
Was ihn besonders macht, ist weniger die Handlung als die Stimmung. Der Film ist ziemlich ruhig, aber gleichzeitig baut sich die Spannung ganz unterschwellig auf. Man hat die ganze Zeit das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt.
Auch die Erzählweise ist ungewöhnlich. Es wird nicht alles erklärt, manches wirkt erstmal rätselhaft oder offen. Man muss sich ein bisschen darauf einlassen und selbst mitdenken.
Und Venedig spielt eine große Rolle: Die Stadt wirkt hier überhaupt nicht idyllisch, sondern eher kühl, leer und ein bisschen bedrückend. Das passt perfekt zur Atmosphäre des Films.
Wenn man keinen klassischen Horror mit vielen Schreckmomenten erwartet, sondern eher etwas Ruhiges, Unheimliches mit Nachwirkung, dann lohnt sich der Film. Mir ist er nie aus den Sinn gegangen.