Klassiker, die ihr empfehlen könnt

So etwas wie Metropolis und Birth of a Nation, aber auch den kürzeren Nosferatu musste ich etappenweise schauen, und hätte ich ohne diese Möglichkeit wohl irgendwann einfach abgebrochen.
Bislang habe ich die genannten Filme noch nicht gesehen. "Nosferatu-Symphonie des Grauens" steht aber bei mir bald an, da ich mir den Film vor ungefäh nen halben Jahr auf Bluray gekauft habe und mein Ungesehenstapel merklich schrumpft, nähert sich der Zeitpunkt zur Erstsichtung.
 
Wenn die Gondeln Trauer tragen
Im Mittelpunkt steht ein Ehepaar (Donald Sutherland und Julie Christie), das nach Venedig reist und dort in eine zunehmend seltsame und leicht unheimliche Situation gerät. Viel mehr sollte man vorher wirklich nicht wissen, weil der Film stark davon lebt, wie sich das alles entwickelt.

Was ihn besonders macht, ist weniger die Handlung als die Stimmung. Der Film ist ziemlich ruhig, aber gleichzeitig baut sich die Spannung ganz unterschwellig auf. Man hat die ganze Zeit das Gefühl, dass irgendetwas nicht stimmt.

Auch die Erzählweise ist ungewöhnlich. Es wird nicht alles erklärt, manches wirkt erstmal rätselhaft oder offen. Man muss sich ein bisschen darauf einlassen und selbst mitdenken.

Und Venedig spielt eine große Rolle: Die Stadt wirkt hier überhaupt nicht idyllisch, sondern eher kühl, leer und ein bisschen bedrückend. Das passt perfekt zur Atmosphäre des Films.

Wenn man keinen klassischen Horror mit vielen Schreckmomenten erwartet, sondern eher etwas Ruhiges, Unheimliches mit Nachwirkung, dann lohnt sich der Film. Mir ist er nie aus den Sinn gegangen.
 
Rendezvous nach Ladenschluss
Zwei Angestellte in einem kleinen Geschäft in Budapest können sich nicht leiden. Gleichzeitig schreiben sie sich Briefe und verlieben sich ineinander, ohne zu wissen, wer der jeweils andere ist. Aus dieser einfachen Idee entsteht etwas sehr Besonderes.

Der Film lebt von seinem Ton. Der Humor ist ruhig. Vieles wird nur angedeutet. Gleichzeitig schwingt immer etwas Melancholie mit. Es geht um Einsamkeit, um Erwartungen und um die kleinen Hoffnungen im Alltag.

James Stewart spielt zurückhaltend und sehr menschlich. Margaret Sullavan bringt genau die richtige Mischung aus Stolz und Verletzlichkeit mit. Zusammen funktionieren die beiden sehr gut, gerade weil es zwischen ihnen auch Reibung gibt.

E-Mail für Dich ist ganz stark von diesem Film geprägt. Die Grundidee ist im Kern dieselbe, nur wurde sie in die Zeit von E-Mails und Buchhandlungen übertragen. Wenn man beide kennt, sieht man die Parallelen sofort.

Bemerkenswert ist, wie zeitlos das alles wirkt. Im Kern ist es eine Geschichte über das Verlieben über Worte hinweg. Heute wären es Nachrichten statt Briefe, aber das Prinzip ist das gleiche.
 
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