Agriworld-2079

Agustin Prada

Schlächter von Dubrillion | IMP-OL
Agriworld-2079


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[ Infos zum Planeten: Agriworld-2079 (engl) ]

[ Zugehörigkeit: Neue Republik]

Besonderheiten:
Agriworld-2079 liegt südlich von Ithor im galaktischen Norden und gehört zum Hoheitsgebiet der Neuen Republik. Die weitläufig landwirtschaftlich genutzte Welt zählt zu den bedeutenderen Nahrungsproduzenten der Region und versorgt über ein dichtes Netz aus Frachtrouten zahlreiche umliegende Systeme.
Weite Teile der planetaren Wirtschaft sind entsprechend auf Landwirtschaft und deren Versorgungsketten ausgerichtet. Neben großen Anbauflächen prägen Bewässerungsanlagen, Speicherkomplexe, Verarbeitungsbetriebe und Verladezentren die besiedelten Regionen. Militärisch besitzt Agriworld-2079 kaum besondere Bedeutung; ihr strategischer Wert liegt vielmehr in ihrer Rolle als wichtiger Bestandteil der republikanischen Nahrungsmittelversorgung.
 
[M'shinni-Sektor :: Agriworld-2079 :: zentrale Agrarregion :: Landefeld am äußeren Stadtgürtel] Ylaine Vao

Der Geruch nach feuchter Erde hatte sich bereits in die klimatisierte Kabine des Zubringers geschoben, lange bevor dessen seitliche Luke vollständig geöffnet und die aus mehreren Tagen wiederaufbereiteter Atemluft, warmem Kunststoff und den Ausdünstungen zu vieler Reisender zusammengesetzte Atmosphäre nach draußen entwichen war. Ylaine ließ der Handvoll übriger Passagiere den Vortritt, wartete bis sich eine ältere Ithorianerin mitsamt zweier ungewöhnlich widerspenstiger Gepäckschweber von der Rampe entfernt hatte und trat erst danach hinaus, den Riemen ihrer eigenen Reisetasche über einer Schulter, während der erste tiefe Atemzug ihr neben der erdigen Feuchtigkeit den Geruch frisch geschnittener Pflanzen, erwärmten Metalls und jene schwache Süße einbrachte, die von den großen Verarbeitungsanlagen jenseits des Landefeldes herübergetragen wurde. Es war eine schwere, lebendige Luft, vollkommen anders als die sterile Kühle einer Ordenseinrichtung oder das salzige Klima Dacs, und obwohl sie augenblicklich spürte, wie sich die Feuchtigkeit auf ihre lavendelfarbene Haut legte und unter den Kragen ihrer braunen Lederjacke kroch, blieb sie für einige Sekunden am Ende der Rampe stehen, um den Blick über eine Welt wandern zu lassen, deren Horizont nicht aus Wasser, Stein oder den übereinandergelegten Ebenen einer Stadt bestand, sondern beinahe ausschließlich aus unterschiedlichen Schattierungen von Grün.

Der für sie angekündigte Gleiter wartete am Rand des Landefeldes, ein schmales kommunales Modell mit weiß-grüner Lackierung, dessen Fahrer ihre Ankunft offenbar an dem dezenten Abzeichen der Ossus Rangers auf ihrer Schulter erkannt hatte und ihr bereits entgegenkam, um die Reisetasche zu übernehmen. Ylaine quittierte den Versuch mit einem knappen Kopfschütteln, ergriff den Riemen etwas fester und ließ sich lediglich die Richtung des inneren Stadtgürtels zeigen, obwohl der Mann daraufhin erst auf den Gleiter, dann auf die in der Ferne aufragende Spitze des zentralen Stadtkomplexes und schließlich wieder zu ihr sah, als müsse er sicherstellen, dass sie die Entfernung tatsächlich verstanden hatte. Wahrscheinlich hielt er sie für eine jener Außenweltlerinnen, die sich unter einem Spaziergang über eine Agrarwelt einen schattigen Weg zwischen einigen dekorativen Obstbäumen vorstellten und erst nach dem ersten Kilometer begriffen, dass selbst eine Stadt, deren Straßen von Feldern und Kanälen durchzogen wurden, noch immer mehrere Millionen Bewohner, weit auseinanderliegende Wirtschaftsbezirke und entsprechend große Entfernungen besitzen konnte, die Twi'lek hatte jedoch die vergangenen Jahre damit verbracht, Wege zurückzulegen, die ihr andere als unnötig, unbequem oder schlicht zu weit beschrieben hatten und sah keinen Grund, sich ausgerechnet auf einer Welt herumfahren zu lassen, die sie nicht durch die Scheibe eines Gleiters kennenlernen wollte.

Zwischen dem Landefeld und der eigentlichen Stadt verlief keine erkennbare Grenze. Breite Hallen aus hellem Ferrobeton standen unmittelbar neben Reihen hochgewachsener Nutzpflanzen, deren schwere Blätter sich unter den rhythmischen Bewegungen weit ausgreifender Bewässerungsarme neigten, während offene Lastgleiter Behälter vom Rand der Felder zu den Sortieranlagen brachten und dort zwischen Frachtdroiden, Arbeitern und den abgesenkten Rampen zweier kleiner Transporter verschwanden. Dahinter erhoben sich gedrungene Silos, kuppelförmige Speicher und einzelne schmale Türme, die vermutlich zugleich der Überwachung von Wasserständen, Wetter und Bodenwerten dienten. Ihre Antennen zeichneten dünne Linien vor den hellen Wolken, unter denen das Sonnenlicht in breiten, beinahe weißen Bahnen über die Ebene wanderte. Weiter draußen zerschnitten Kanäle und befestigte Wirtschaftswege das Land in langgezogene Rechtecke, deren unterschiedliche Färbungen beinahe verrieten, in welchem Wachstumsstadium sich die jeweilige Kultur befand und dazwischen bewegten sich Erntemaschinen mit einer Langsamkeit, die aus der Entfernung friedlich wirkte, obwohl Ylaine an den dicht gefüllten Anhängern und den kurzen Abständen der ihr entgegen kommenden Transporter erkennen konnte, wie wenig Stillstand sich dieser Planet tatsächlich erlaubte.

Sie folgte zunächst der Straße, ließ das Landefeld mit seinen gedämpften Triebwerksgeräuschen hinter sich und schob die auf ihrer Stirn sitzende Schutz- und Sensorbrille etwas höher, als einer ihrer langen Lekku beim Gehen gegen den schmalen Bügel stieß. Der schieferblaue Ranger-Overall und die darüber getragene Jacke unterschieden sie kaum von den Technikern, Piloten und Vorarbeitern, die zwischen den Anlagen unterwegs waren, selbst die schwere Sohle ihrer Stiefel fiel zwischen der praktischen Arbeitskleidung nicht weiter auf. Nur der unter der Jacke verborgene Griff ihrer DH-17 sowie eine am Gürtel befestigte Aufklärungsremote erinnerten daran, dass sie nicht für eine Tätigkeit zwischen Silos und Bewässerungsgräben ausgerüstet war. Die war quasi eine etwas überbewaffnete Eskorte für neue Blümchen und Gewächse für den Tempel. Immerhin, das A280 hatte sie in seinem versiegelten Behälter am Raumhafen zurückgelassen, das erschien ihr hier dann doch sehr übertrieben, selbst wenn dieser kleine alte Teil ihres Verstandes bereits die erhöhten Positionen der Verladetürme, die Zufahrten zum Landefeld und die Stellen erfasst hatte, an denen sich die Straßen zwischen Speichergebäuden verengten. Alte Gewohnheiten, die Sie sich lange vor ihrer Zeit bei den Rangers angeeignet hatte und inzwischen so tief saßen, dass sie höchstwahrscheinlich noch einmal doppelt so lange brauchen würde um sie wirklich loszuwerden so wie Aramenia ihr l immer gepredigt hatte. Nicht immer gleich auf einen Weltuntergang vorbereiten, Frieden im Geiste...

A2079 gab ihr keinen. Hinter den offenen Toren der Hallen arbeiteten Förderanlagen mit einem gleichmäßigen, tiefen Summen, irgendwo schlugen Metallbehälter gegeneinander und aus den Feldern drang das beständige Rascheln tausender Blätter, durchsetzt vom leisen Schlagen der Bewässerungsdüsen und den Rufen kleiner Saatvögel, die sich in Schwärmen auf bereits abgeerntete Flächen stürzten, bis ein langsamer Agrardroide sie mit wenig überzeugender Beharrlichkeit wieder vertrieb. Ylaine bemerkte, wie sich ihre Aufmerksamkeit allmählich von den Gebäudekanten und Zufahrten löste, wie aus dem tiefen Geräusch einer Maschine kein möglicher Defekt, sondern lediglich ein arbeitendes Pumpwerk wurde und die Bewegung über einem entfernten Feld nicht länger nach einem sich nähernden Fluggerät aussah, sobald das Licht die breiten Flügel eines dort kreisenden Tieres erfasste. Sie verlor ihre innere Wachsamkeit nicht, dazu hätte vermutlich weit mehr gehört als eine freundliche Landschaft und ein freier Nachmittag, doch sie musste sie hier auch nicht fortwährend nähren und konnte zulassen, dass sich zwischen die vertrauten Bewertungen wieder belanglosere Dinge schoben: die Wärme auf ihren Wangen, der Wind entlang ihrer Lekku und das kühle Sprühwasser, das über den Rand eines Feldes hinweg bis auf den Weg getragen wurde. Sie hörte niemals auf zu lernen, das Leben auf eine neue Art und Weise zu genießen, Altes und Neues in Einklang zu bringen, selbst nach ihrer Explorer-Zeit bescherte ihr die Galaxis noch immer diese kleinen Aha-Momente, die sie früher überhaupt nicht wahrgenommen hatte.

Leider hatte sie Ryloth niemals auf diese Weise in Erinnerung behalten. Von ihrer Geburtswelt waren vor allem gelblicher Stein, enge unterirdische Räume, der Geruch technischer Aggregate und jene kurzen Wege im Gedächtnis geblieben, auf denen Erwachsene ihre Stimmen senkten, sobald Kinder in die Nähe kamen. Später der Frachtraum, in dem ihre Tante sie zwischen Kisten und Ladungsnetzen von dort fortgebracht hatte, ohne zu wissen, ob Korran und Maeli ihnen bald folgen würden. Dac hatte ihr danach Weite gegeben, doch es war die Weite aus Wasser und Himmel gewesen, durchbrochen von schwimmenden Städten und den geschwungenen Bauwerken der Mon Calamari, während der Boden unter ihren Füßen kaum jemals mehr gewesen war als eine künstliche Plattform über einer Tiefe, deren Ende sie nicht sehen konnte. Hier dagegen lag die Weite fest und fruchtbar vor ihr, durchzogen von den sichtbaren Spuren unzähliger Hände, Maschinen und Generationen, die den Boden entwässert, bewässert, bepflanzt und wieder vorbereitet hatten, obwohl nichts an diesem Grün zufällig oder unberührt war, empfand Ylaine es nicht als weniger natürlich. War das eigenartig? Wahrscheinlich, irgendwie hoffte sie das solch ein einfaches Leben auf Ryloth noch existierte. Landwirtschaft... mit einem Lachen im Gesicht und nicht unter den Ketten Imperialer Fehlgeleiteter. Seit dem Kriegsbeginn hatte sie nicht aufhören können daran zu denken das es sie vielleicht bald zu einer traurigen Rückkehr zwingen würde. Eine Rückkehr die dann schlussendlich viel Leid mit sich bringen würde.

An der ersten großen Kanalbrücke verließ sie die für Besucher ausgeschilderte Verbindung zum Zentrum und folgte einem schmaleren Wartungsweg, der dicht am Wasser entlangführte, teilweise unter den auskragenden Rückseiten niedriger Wohn- und Betriebsgebäude hindurch und nur selten so geradlinig verlief wie die breiteren Hauptstraßen. Orte waren ihr schon immer glaubwürdiger erschienen, sobald sie ihre Rückseiten gesehen hatte, dort, wo keine Kunstfassaden einen bestimmten Eindruck erzeugen oder Problemviertel verschleiern sollten, sondern Werkzeug an Geländern hing, Arbeitskleidung auf schmalen Balkonen trocknete und offene Wartungsklappen erkennen ließen, wie viel Technik erforderlich war, um den sauberen Lauf eines Kanals oder die regelmäßige Versorgung der darüberliegenden Häuser aufrechtzuerhalten. Das Wasser floss überraschend klar zwischen befestigten Ufern dahin, verzweigte sich an ferngesteuerten Schleusen in schmalere Rinnen und verschwand stellenweise unter den Gebäuden, bevor es auf der anderen Seite zwischen terrassenförmig angelegten Pflanzbeeten wieder auftauchte. Rankende Gewächse bedeckten Mauern und Sonnendächer, an den Geländern hingen kleine Kästen mit Küchenkräutern und selbst auf den flachen Dächern älterer Lagerhäuser standen Gewächshausmodule, deren beschlagene Scheiben das Licht grünlich zurückwarfen.

Einige hundert Meter weiter hatte sich an einer Zufahrt eine kleine Ansammlung gebildet. Ein alter Lastgleiter stand quer zur Fahrbahn, die linke Seite deutlich tiefer als die rechte, während unter der überladenen Ladefläche in unregelmäßigen Abständen das stotternde Vibrieren eines überlasteten Repulsorfeldes hervordrang. Zwei Jugendliche hielten Kisten mit länglichen gelben Früchten fest, die bei jeder erneuten Schwankung gegeneinander rutschten, eine ältere Fahrerin versuchte gleichzeitig, einen wenig hilfreichen Wartungsdroiden zur Diagnose zu bewegen, und die wenigen wartenden Fahrzeuge hatten damit begonnen, über den schmalen Rand der Zufahrt auszuweichen. Ylaine verlangsamte ihren Schritt bereits beim ersten unregelmäßigen Ton, stellte die Reisetasche neben einem Geländer ab und war unter dem Gleiter, bevor irgendjemand entscheiden konnte, ob man die fremde Rangerin überhaupt um Hilfe bitten wollte.

Das Problem lag weder im Repulsorgenerator noch in der Energiezufuhr, wie der Wartungsdroide mit zunehmender Beharrlichkeit behauptete, sondern in einem teilweise zugesetzten Kühlkanal, durch den Pflanzenfasern und feiner Staub bis an den Feldregulator gelangt waren. Ylaine ließ sich ein Werkzeug reichen, verwarf es nach einem Blick auf den abgenutzten Kopf, zog stattdessen ihr eigenes Mehrzweckwerkzeug aus der Gürteltasche und löste die verzogene Abdeckung, wobei ihr warmer Staub entgegenrieselte und sich mit dem Schmiermittel an ihren Fingern zu dunklen Spuren verband. Die Fahrerin erklärte ihr, dass bereits ein Reparaturdienst gerufen worden sei. Die Twi'lek nahm die Information mit einem kurzen Brummen zur Kenntnis, entfernte die festgesetzten Fasern und überbrückte einen durch die wiederholte Überhitzung spröde gewordenen Kontakt gerade weit genug, dass das Feld erneut gleichmäßig greifen konnte. Es war keine dauerhafte Reparatur, und sie machte mit einer knappen Bewegung zum nächsten Werkstattzeichen deutlich, wie weit sie dem Provisorium vertraute, doch der Lastgleiter hob sich wieder in eine waagerechte Position und die beiden Jugendlichen mussten ihre Kisten nicht länger mit dem gesamten Körpergewicht vor dem Abrutschen bewahren.

Die angebotenen Credits lehnte Ylaine ab, ebenso den ersten Versuch, ihr wenigstens etwas von der Ladung mitzugeben, und während sie sich am Kanal die Hände wusch, war sie bereits davon ausgegangen, dass die Angelegenheit damit beendet sei. Erst als sie ihre Reisetasche wieder aufnahm, bemerkte sie das kleine Netz aus gelbgrünen Früchten, das einer der Jugendlichen mit bemerkenswerter Geschwindigkeit am äußeren Riemen befestigt hatte. Ein Teil von ihr wollte zurückgehen, weniger wegen des Wertes als wegen der beinahe reflexhaften Abneigung, für eine Hilfeleistung etwas anzunehmen, die keine zehn Minuten beansprucht hatte, die drei waren jedoch bereits damit beschäftigt, den Gleiter aus der Zufahrt zu manövrieren und das energische Winken der älteren Fahrerin ließ wenig Zweifel daran, dass ein weiterer Einspruch absolut fruchtlos war.


[M'shinni-Sektor :: Agriworld-2079 :: zentrale Agrarregion :: äußerer Stadtgürtel :: Wartungsweg am Bewässerungskanal] Ylaine Vao
 
[M'shinni-Sektor :: Agriworld-2079 :: zentrale Agrarregion :: äußerer Stadtgürtel :: Wartungsweg am Bewässerungskanal] Ylaine Vao

Das Netz aus grobem Pflanzenfasergarn schlug bei jedem ihrer Schritte leicht gegen ihre Tasche. Den Weg zurück sparte sie sich, nachdem der Fahrer ihren letzten Einwand mit einem energischen Winken abgeschmettert hatte. An ihren Fingern haftete noch der Geruch erhitzten Schmiermittels, der sie an die Hände ihres Vaters erinnerte. Einmal Händewaschen hatte dort auch nicht gereicht um wirklich saubere Hände zu bekommen, es blieben immer irgendwie Rückstände hängen. Dad hatte weder eine moderne Werkstatt noch besonders zuverlässige Diagnosegeräte besessen, dafür aber diese eindrucksvolle Fähigkeit besessen einem unregelmäßigen Laufgeräusch zuhören können und daraus auf die gängigsten Herstellerfehler der großen Industriemarken zu schließen. Eine wirklich außerordentlich Beneidenswerte Fähigkeit die sie so spannend gefunden hatte das sie bereits als Kind alles daran gesetzt hatte dem nachzueifern und es zu lernen.

Dem Wartungsweg folgend mündete die Szenerie in eine breitere, von Bäumen gesäumte Straße, entlang derer die landwirtschaftlichen Flächen allmählich mit der Stadt verschmolzen. Zwischen niedrigen Wohngebäuden lagen schmale Pflanzstreifen, über Werkstätten spannten sich Rankgerüste mit schweren dunkelroten Früchten und auf den flachen Dächern erhoben sich gläserne Gewächshäuser, bepflanzte Terrassen und kleine Obstgärten. Selbst die Kanäle verschwanden nicht unter dem Straßenbelag, sondern begleiteten die Wege, führten unter flachen Brücken hindurch und versorgten Innenhöfe, öffentliche Gärten und Reihen dicht bepflanzter Tröge. Dem ganzen lag eine gewisse Industrielle Schönheit anheim. Mit der dichteren Bebauung mischte sich feuchte Erde unter den Geruch sonnenwarmen Steins, geschnittener Kräuter und der offenen Küchen, in denen bereits ein Teil der Ernte verarbeitet wurde. Das gleichmäßige Rauschen der Pumpen lag unter dem Summen kleiner Lastenrepulsoren und den Stimmen der Einwohner, während die Stadt hier zwischen Feldern und Wasserläufen Platz genommen hatte.

Ihre Sensorbrille kennzeichnete einige Pflanzen automatisch mit Namen und kurzen Angaben zu Wasserbedarf und Verwendung. Mehrere davon kannte sie aus den Frachtlisten der für den Tempel bestimmten Lieferung, darunter Heilkräuter, mehrjährige Fruchtträger und Gewächse zur Regeneration ausgelaugter Böden. Die neuen Blümchen waren anscheinend doch eine erstaunlich anspruchsvolle Reisegesellschaft. Gut, warum sollte der Tempel auch Fensterdekoration bestellen, Jedi waren jetzt nicht die Spezialisten wenn es um Materiellen Besitz ging. Mit zwei Fingern deaktivierte sie die Einblendungen und ließ die wirklichen Farben zurückkehren, das tiefe Grün breiter Blätter, beinahe schwarze Beeren und gelbe Blüten, die sich auf dünnen Stängeln dem Licht entgegen reckten.

Unter lang gezogenen Sonnendächern reihten sich offene Märkte an Werkstätten und kleinere Lagerflächen. Neben makellosen Früchten lagen solche mit vernarbter Schale, krumm gewachsene Wurzeln und Gemüse, dem bereits die äußeren Blätter entfernt worden waren. Vor einer Werkstatt stellte eine ältere Frau einen Behälter mit Ersatzteilen neben zwei Arbeiter, die über dem geöffneten Gehäuse einer Sämaschine knieten. Wenige Häuser weiter reichten Jugendliche Kisten von einem Lastgleiter in den Schatten eines Lagergebäudes, wobei sich die Reihe ohne Zuruf dem Tempo des kleinsten Helfers anpasste. Die Rangerin hatte Zusammenhalt nie an einer Einigkeit auf dem Papier gemessen. Zusammenhalt war wenn jeder dem anderen eine Hand reichte und die Zuteilung von Arbeit wie selbstverständlich von den anderen mitgetragen wurde. In dieser Hinsicht kam ihr A2079 wie eine etwas schmerzvolle vertraute Erinnerung vor. Wie schön es doch war das es solche Flecken selbst in dieser Krieggeplagten Galaxis noch gab
.

Je näher Ylaine dem Zentrum kam, desto stärker öffnete sich die Bebauung. Straßen und Wasserwege liefen strahlenförmig auf den hohen Zentralkomplex zu, dessen helle Flächen das Sonnenlicht auffingen und zwischen gläsernen Ebenen von begrünten Terrassen unterbrochen wurden. Um seinen Sockel lagen breite Sammelbecken, von denen das Wasser über flache Stufen nach außen floss, sich in schmalere Kanäle teilte und zwischen den angrenzenden Stadtvierteln verschwand. Feiner Dunst lag über einigen Becken, kühlte die Luft und zerlegte das Licht in blasse Farben. Bäume mit breiten Kronen beschatteten die Wege, an deren Rändern Kräuter, Blumen und niedrige Fruchtsträucher wuchsen. Auf mehreren Terrassen standen junge Pflanzen in langen Reihen für die Aussetzung bereit, während Arbeiter Feuchtigkeitswerte prüften, Wurzelballen versorgten und die Setzlinge nach ihrem Bestimmungsort sortierten.

Sie blieb an der erhöhten Kante eines Beckens stehen. Von dort reichte der Blick über den Stadtgürtel bis zu den Feldern, die sich jenseits der letzten Gebäude in grünen und goldenen Flächen fortsetzten. Silos und Verarbeitungsanlagen ragten dazwischen auf, Transporter zogen über schmale Straßen und Bewässerungsanlagen spannten glitzernde Bögen über die Kulturen, ehe die Ebene vor einer Reihe niedriger Hügel auslief.

Gedankenverloren setzte sich die Twi'lek auf die sonnenwarme Begrenzung des Beckens, löste den Knoten des Netzes und nahm eine der grün-gelb gefleckten Früchte heraus. Ihre Brille legte sie beiseite und auch die Jacke zog sie aus, bevor sie die Schale mit dem Daumen öffnete und das helle Fruchtfleisch freilegte. Der erste Bissen schmeckte säuerlich, dann weich und süß, während ein dünner Saftstreifen über ihre Finger lief.

Das Datapad in ihrer Seitentasche vibrierte. Eine Statusmeldung zu den Pflanzcontainern erschien auf dem Display: "Verladebereit', ohne Warnhinweis oder Abweichung, woraufhin sie das Gerät wieder abschaltete und neben sich auf die Mauer legte. Kurz darauf kehrte einer ihrer Aufklärungsremotes von seinem Rundflug zurück und ließ sich auf seinen schmalen Stützstreben daneben nieder.

Unterhalb der Terrasse strömte das Wasser durch die geöffneten Verteiler in drei verschiedene Kanäle, vorbei an den Wohnvierteln und Gewächshäusern, hinaus zu den Feldern. Sie nahm eine zweite Frucht aus dem Netz, während die Schatten der Bäume langsam über die Terrassen wanderten.


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[Mittler Rand – M'shinni-Sektor - Hyperraum Richtung Agriworld-2079 - ISD-II "Authority" - Besh-Brücke] Commodore Scytale Mentel, Darth Angelus, Kommandostab (NPCs)

Den ganzen Flug nach Agriworld-2079 über wurde Scytale von einer inneren Unruhe beherrscht. Darth Angelus hatte darauf bestanden ihn an Bord der Authority zu begleiten. Auch wenn Scytale ihn weder fürchtete noch liebte - so behagte ihm die Anwesenheit von Sith auf seinem Schiff nicht. Das hatte sich seit Empress-Teta nicht geändert und würde sich auch bei der beginnenden Operation der Schwarzen Ernte nicht ändern. Statt auf der eigentlichen Kommandobrücke befanden sie sich auf der Besh-Brücke, der Stabsbrücke, von der aus die Kampfgruppe koordiniert wurde. Scytales Aufgabenfeld hatte sich mit seiner Beförderung vom direkten Kommando über ein einzelnes Schiff auf die Führung eines gesamten Verbandes verschoben.

"Fast schon ein Déjà-vu, nicht wahr, Lord Angelus", meinte Scytale zu dem Sith und trat neben den Krieger. "Erstaunlich, wie sich unsere Wege immer wieder kreuzen und fast immer mit einer planetaren Säuberung zu tun haben."

Eine KOM-Durchsage schallte durch den Raum. "Bereitmachen für Austritt aus dem Hyperraum in 30 Sekunden. Alle Piloten bereithalten für Startmanöver."

"Gute Jagd, Lord Angelus." kommentierte Mentel trocken und verabschiedete den Sith. Erst als dieser im Turbolift verschwand, entspannte sich die Haltung des Bastioners.

Wenig später schon fiel die Authority zurück in den Normalraum. Als nachgelagerte Einheit folgte sie der Kampfgruppe Aurek um etwa drei Minuten. Auf der taktischen Karte rollte eine Welle grüner Punkte auf die wenigen roten Kontakte um Agriworld zu. Den Sensordaten zufolge gab es eine einzelne leicht bewaffnete Zollstation im Orbit um Agriworld. Einige zivile Frachter querten das System und die einzige nennenswerte Verteidigung bestand aus mehreren Rotten X-Flügler, die sowohl von der Station als auch von der Planetenoberfläche starteten, sowie vier CC-7700-Abfangfregatten.

Mit einem zufriedenen Lächeln betrachtete Scytale die Anzeigen. Für eine so wichtige Welt zur Ernährung der eigenen Bevölkerung hatte er mit einer besseren Verteidigung gerechnet. Der Verband würde diesen minimalen Widerstand fressen und nichts als Knochen ausspucken.


"Sir, zwei Kontakte nähern sich. Identifizierung läuft... Angriffsfregatten Mark I, Sir."

"Einsatzgruppe Esk soll die beiden Fregatten abfangen", befahl Scytale. "Der Rest bleibt auf dem vorgegebenen Kurs. Die Truppen sollen sich für die Landung bereitmachen."

Die normale Beleuchtung wurde gedimmt, sodass das Licht der Displays und taktischen Instrumente den Raum dominierte. Operation Schwarze Ernte begann.


[Mittler Rand – M'shinni-Sektor - Agriworld-2079 - ISD-II "Authority" - Besh-Brücke] Commodore Scytale Mentel, Kommandostab (NPCs)
 
[M'shinni-Sektor :: Agriworld-2079 :: zentrale Agrarregion :: innerer Stadtgürtel :: Bewässerungsterrassen am Zentralbezirk] Ylaine Vao

Bis der Schatten des nächsten Baumes die Hälfte des Beckenrandes bedeckte, war von der zweiten Frucht nur die aufgebrochene Schale geblieben. Ylaine schob sie zusammen mit der ersten in das leere Netz, wischte den Saft von ihren Fingern und zog ihre Jacke wieder an. Die Sensorbrille fand ihren Platz auf der Stirn und das Datapad wieder am Gürtel, während sich die Aufklärungsremote von der Mauer erhob und über ihrer Schulter einpendelte. Datenkarte und Sonderfracht lagen im Hauptlabor zur Übergabe bereit. Sie nahm ihre Tasche auf und folgte dem Wasserlauf zu einer der breiten Treppen, die in den Zentralbezirk hinaufführten.

Das Hauptlabor lag zwischen langgezogenen Gewächshäusern, offenen Versuchsgärten und niedrigen Gebäuden, deren Fassaden hinter Kletterpflanzen verschwanden. Flache Transportbehälter glitten durch verglaste Übergänge und aus den geöffneten Lamellen der Klimaanlagen strömte feuchte Luft über den Weg. Hinter einer Scheibe knieten zwei Techniker zwischen kreisförmig angelegten Beeten, während ein Skrilling an einem Arbeitstisch eine längliche Samenkapsel öffnete und den Kopf darüber senkte. Nach mehreren tiefen Atemzügen durch die Röhren seines Gesichts verteilte er den Inhalt auf drei gekennzeichnete Mulden.

Über dem Eingang des größten Gebäudes stand „Hauptlabor“. Ein Scanner erfasste das Rangerabzeichen an ihrer Jacke und öffnete die Tür, hinter der eine hochgewachsene Skrilling auf sie wartete. Auf dem Namensfeld ihres dunklen Arbeitsmantels standen ihr Name und ihre Funktion: Nessa Tirr, leitende Archivarin. Helle Linien zogen sich über die graue Haut zu ihrem Schädelkamm hinauf, ihre schmalen Augen lagen hinter einer Vergrößerungsbrille und an einem Ärmel hafteten Pflanzenfasern. Tirr verglich die Kennung auf ihrem Pad mit dem Auftrag der Twi'lek und bestätigte die Übereinstimmung mit einem Daumendruck, bevor sie die Rangerin durch einen offenen Durchgang führte.

Der Übergaberaum verband das Archiv mit einer Reihe klimatisierter Saatgutkammern. Datenträger lagen in versenkten Wandfächern, während auf der gegenüberliegenden Seite vier graugrüne Transportbehälter auf einem niedrigen Repulsorschlitten standen. Jeder reichte der Rangerin kaum bis zum Knie. Die Probenkassetten enthielten mehrere hundert beschriftete Kammern mit dunklen Körnern, faserigen Kapseln und Samen, die hinter ihren Abdeckungen wie farbiger Staub wirkten. Tirr führte die letzte Kassette in den vordersten Behälter ein und prüfte die Verschlüsse, bis sämtliche Anzeigen auf Grün wechselten.

Die Datenkarte wirkte daneben unscheinbar. Die Rangerin setzte sie in ihr Datapad ein und erhielt nach der Prüfung ihrer Kennung eine Übersicht über die kopierten Archivbereiche, die von Bodenaufbereitung und Keimprofilen bis zu Pflanzenkrankheiten und regionalen Klimaanpassungen reichten. Die eigentlichen Datensätze blieben gesperrt. Der Auftrag nannte eine Zielkoordinate auf Coruscant und die höchste Transportpriorität. Das Feld zum Verwendungszweck war leer. Sie ließ die Anzeige einige Atemzüge offen, bevor sie die Prüfsumme mit dem Übergabeprotokoll verglich und die Karte in das Sicherheitsfach an der Innenseite ihrer Jacke schob.

Tirr rief die Aufstellung der Saatgutbehälter auf und markierte eine Kultur, deren Nummer sich auf mehreren Anzuchtkästen hinter der Scheibe zum benachbarten Arbeitsraum wiederfand. Zwei jüngere Mitarbeiter setzten dort Stützstäbe zwischen dichtes hellgrünes Blattwerk und ersetzten provisorische Kennzeichnungen durch wetterfeste Tafeln. Die Auspflanzung war für die kommenden Tage angesetzt. Die Archivarin ergänzte das Übergabeprotokoll um eine Rücksendeadresse für die Wachstumsdaten des ersten Keimzyklus auf Coruscant. Die Rangerin bestätigte den Eintrag und versah das Manifest mit ihrer Dienstkennung.

Als sie den Schlitten in Bewegung setzte, blieb die hintere Halterung des zweiten Behälters einen Fingerbreit über der Verriegelung stehen. Die Twi'lek ging neben dem Gestell in die Hocke und zog eine flache Samenhülse aus der Führung. Der Riegel glitt ohne Widerstand an seinen Platz. Sie prüfte die übrigen Haltepunkte, stellte die Schwebehöhe des Schlittens für die Wege außerhalb des Labors ein und legte das Steuerband um ihr Handgelenk. Tirr begleitete sie bis zum Ausgang. Dort genügte ein knappes Nicken, bevor die Archivarin zu den Versuchskammern zurückkehrte.

Auf dem Rückweg stand die Sonne bereits tiefer und spiegelte sich in goldenen Flächen auf den gläsernen Dächern. Zwischen den Versuchsgärten wurden Arbeitstische unter die Vordächer geschoben, Messgeräte verstaut und Schläuche aufgerollt. Der Repulsorschlitten folgte ihr mit leisem Summen. Sie nahm nicht die auf dem Datapad vorgeschlagene Verbindung über den Verkehrsknoten am Zentralgebäude, sondern folgte dem äußeren Bogen des Forschungsbezirks, wo sich Labore und Gewächshäuser zwischen Wohnhöfen verloren. Vor offenen Türen stellten die Bewohner Schalen und dampfende Töpfe auf den Tischen zusammen, Arbeitsmäntel hingen neben Werkzeug an den Geländern und aus einer tieferliegenden Halle trat eine Gruppe Skrilling mit leeren Saatgutkörben, die sich an der nächsten Kreuzung auf die umliegenden Häuser verteilte.

Am äußeren Stadtgürtel hob das Ordensshuttle hinter den niedrigen Silos des Frachtbezirks auf. Seine helle Hülle stieg über die Dächer und zog eine weite Kurve nach Osten. Mit aufflammenden Haupttriebwerken verschwand es im hellen Teil des Himmels. Wenig später bestätigte das Datapad den Abflug der Pflanzcontainer nach Ossus. Die Rangerin schloss die Meldung und setzte ihren Weg fort, während der Schlitten hinter ihr am Rand eines abgeernteten Versuchsfeldes entlangglitt.

Mehr als eine Stunde verging, bis die Gebäude der Metropole hinter Windschutzreihen und flachen Hügeln zurückblieben. Der Zugang zum Nebenlandefeld zweigte von einem landwirtschaftlichen Versorgungsweg ab, führte zwischen zwei alten Speicherhallen hindurch und senkte sich in eine breite bepflanzte Mulde. In ihrer Mitte stand der XJ3 mit eingeklappten S-Flügeln auf seinem Fahrwerk. Ein Frachter des Ordens hatte ihn am Vormittag gemeinsam mit der übrigen Ladung abgesetzt.

Die langgezogene Nase des Jägers ragte aus dem Schatten der Wartungshalle in das flache Abendlicht, das über die blaugraue Verkleidung und die verblichenen roten Markierungen an den Flügelansätzen wanderte. Mehrere Paneele trugen dunklere Ersatzlackierungen und unter dem Cockpit lag eine blassere Reparaturstelle. R4-V7 saß in der Astromechbucht hinter der Kanzel. Als die Twi'lek mit dem Repulsorschlitten in die Mulde trat, drehte sich die dunkelblaue Kuppel in ihre Richtung und die Abdeckung des nachgerüsteten Frachtfachs glitt auf.

Sie führte den Schlitten an die Backbordseite und ließ den ersten Behälter bis zur geöffneten Bucht anheben. V7 steuerte die Ladeschienen, während die Rangerin jede Kiste in die gepolsterten Aufnahmen schob und von Hand verriegelte. Nach dem Schließen der Abdeckung zeigte ihr Datapad vier grüne Statusfelder. Sie stieg zum Cockpit hinauf, legte die Datenkarte in das hinter dem Sitz eingelassene Sicherheitsfach und schloss den mechanischen Verschluss. Sobald das Display die Versiegelung bestätigte, stieg sie wieder hinab.

V7 begann mit den Vorbereitungen für den späteren Start, während Ylaine bis an den bewachsenen Rand des Landefeldes ging und eine Schulter gegen die niedrige Begrenzungsmauer lehnte. Zwischen den Hügeln lag die Metropole vor ihr. In den Gewächshäusern schalteten sich Reihe für Reihe die grünen und gelben Arbeitslichter ein. Dazwischen bewegten sich Lastgleiter über die Straßen, Wasserflächen nahmen den rötlichen Himmel auf und über dem zentralen Stadtkomplex zogen die Positionslichter des abendlichen Verkehrs ihre Bahnen.


[M'shinni-Sektor :: Agriworld-2079 :: zentrale Agrarregion :: außerhalb der Hauptmetropole :: verborgenes Nebenlandefeld] Ylaine Vao
 
[Mittler Rand – M'shinni-Sektor - Agriworld-2079 – STR Conqueror" - Hangar] Gwenn und was sonst noch so im Weg rumstehen könnte

Operation Black Harvest – Riders on the Storm
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Alarmsirenen lärmten durch den Hangar der Conqueror, als würde keiner der Anwesenden wissen, dass es zurück in den Schmelztiegel des Krieges ging, den man allgemein eine Schlacht nannte. Für die Flottensoldaten würde es vermutlich ne ruhige Nummer werden, Enterkämpfe waren eher selten, aber für Bodensäue galt es sich wieder auf des Teufels Tanzfläche zu begeben.

Das Tolle an der mobilen Infanterie - zumindest für die Planer – war schlicht, dass sie mobil war. Sprich wenn man irgendwo einen Durchbruch stabilisieren oder ausnutzen musste, warf man diese Truppengattung hin. Man musste schnell ein Objekt einnehmen? Mobile Infanterie! VIP Exfil? Mobile Infanterie! Eine Lösung für fast jedes Problem! Es erinnerte sie an dieses Kinderspielzeug, wo sie Formen und Haptik lernen konnten. Das Viereck, ging in die Form vom Viereck, leider passte das dünne Rechteck auch in die Form vom Viereck. Und wenn der Durchmesser vom Zylinder klein genug war, ging er auch in die Vierecköffnung. Ebenso der Halbkreis oder der Stern. Das konnte durchaus
frustrierend sein.
Dementsprechend selten war es, dass Gwenn wirklich mehr als die nächsten Minuten im Voraus planen konnte, auch hier hatte man kein festes Ziel zugeteilt bekommen, das würde spontan kommen.

Auf der einen Seite machte es ihr Leben wirklich einfach, denn warum sich den Kopf zerbrechen? Wenn sie sich sehr verkalkulierte, wäre die Sache nicht mehr lange ihr Problem, der grimmige Schnitter würde schon dafür sorgen. Aber deswegen musste man es ihm ja nicht einfach machen.

Nachdenklich observierte sie das Aufsitzen ihres Platoons auf die beiden LAAT/is, welche die Piloten Veera und Lola genannt hatten. Kaum die offizielle Einsatzkennung, aber eben doch die Inoffizielle. First und Second Squad verschwanden in Veera, die anderen in Lola. Sie blickte noch einmal zu ihrem 2nd in Command Staff Sergeant Bullard, ob er noch was anmerken wollte, bevor sie ebenfalls ihren Weg ins Innere von LAAT/i Alpha-Six-Two-One-Niner, die offizielle militärische Kennung fand und ihr XO LAAT/i Beta-Six-Two-One-Niner. Nur SOP ignorierende Amateure würden das gleiche Shuttle nehmen, ein glücklicher Treffer könnte sonst dem Zug beide Führungspersonen nehmen.

Ihre Kampfstiefel glitten über den abgenutzten Boden und sie durch den Lärm der Soldaten, der größte Teil schon sitzend, ihre Ausrüstung sicher positionierend. Den Platz ihrer Wahl hatte man freigelassen, der erste Sitz vom Cockpit aus. Das würde ihr auch beim Ausfall der internen Kommunikation erlauben schnell mit den Piloten in Kontakt zu treten und sich abzusprechen.

Für die anstehende Luftlandeoperation war ihre militärische Kennung Silvertail Six-Two, Bullards war Silvertail Six-Three. Notwendig um Artillerie, Luftunterstützung, Medevac oder ähnliches anzufordern. Insofern man es ihrer munteren Bande zukommen lassen würde. Gwenn war sich ziemlich sicher, dass in den Akten zu 3. Platoon, B-Kompanie, 222. Armee Bataillon noch ein E vermerkt war. E wie entbehrlich.
Mit diesem munteren Gedanken kloppfte sie mit der Unterkante der rechten Faust zweimal gegen das Cockpitschott, um die Piloten wissen zu lassen, dass man bereit war. Danach folgte das übliche, anschnallen, Rucksack und DLT-20a sicher verstauen, den ein oder anderen Soldaten oder Soldatin anschnauzen der es nötig hatte und das elektrisierende Gefühl zu spüren, dass die Grenze zwischen Leben und Tod in den nächsten Stunden fließen sein konnte. Man lebte, auf des Messers Schneide. So intensiv wie sonst nie. Nicht einmal Sex konnte ihr das geben. Fühlten sich andere auch so? Etwas das Gwenn schon immer gerne wissen wollte, aber so mit Gefühlsduseleien hatte sie es nicht so.

Ein unsanfter Ruck verriet noch zwei Dinge. Man war nicht auf einer Luxuskreuzfahrt und aber immerhin gestartet, passierte vermutlich genau in diesem Moment das magnetische Abdämmschild des Hangars. Ob der Flug ruckelig werden würde konnte vielleicht schon was verraten, ob der Feind vorbereitet war.


[Mittler Rand – M'shinni-Sektor - Agriworld-2079 – LAAT/i Alpha-Six-Two-One-Niner] 1st and 2nd Squad & Gwenn
 
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kommend von Ord Mantell

[ Mittlerer Rand – M'shinni-Sektor – Agriworld-2079 – ISD-II „Authority“ – Brücke Besh ]
Darth Angelus, Commodore Scytale Mentel


Darth Angelus hatte den Blick auf die taktischen Anzeigen gerichtet, als Mentel neben ihn trat und aussprach, was auch ihm bereits durch den Kopf gegangen war. Ein Déjà-vu, in der Tat. Empress Teta lag noch nicht lange genug zurück, um vergessen zu sein; eine weitere Welt, eine weitere bevorstehende Säuberung und erneut derselbe Commodore an seiner Seite. Damals hatte Sabar allerdings erst während des Einsatzes begriffen, wie wenig von dem Geschehen tatsächlich in seinen Händen gelegen hatte. Man hatte ihm ein Ziel gegeben und er hatte getan, was von ihm erwartet worden war. Dieses Mal lagen die Dinge anders. Ein schmales Lächeln zog über seine Lippen, ehe er den Kopf ein wenig zu Mentel wandte.

"Vielleicht sollten wir aufhören, es für Zufall zu halten, Commodore

Den Rang des Offiziers betonte er dabei mit einer feinen Genugtuung, als wäre Mentels Beförderung untrennbar mit ihrer letzten Zusammenarbeit verbunden. Was sie gewissermaßen wohl auch war, zumindest teilweise. Sein Blick kehrte zu den Anzeigen zurück. Einige Vorbereitungen waren bereits getroffen worden, lange bevor die Authority Ord Mantell verlassen hatte und manche davon würden sich erst zeigen, wenn es dafür an der Zeit war. Sabar hatte inzwischen gelernt, dass Macht nicht ausschließlich darin bestand, selbst das Lichtschwert zu führen. Manchmal war es sehr viel wertvoller, dafür zu sorgen, dass andere anschließend genau das gesehen hatten, was sie sehen sollten. Als die Durchsage den bevorstehenden Austritt aus dem Hyperraum ankündigte, richtete Angelus sich etwas auf. Mentels trockener Abschiedsgruß entlockte ihm ein sichtbar zufriedenes Lächeln.

"Die wird es“

Damit wandte sich der Krieger vom Commodore ab und setzte sich in Richtung des Turbolifts in Bewegung. Als sich die Türen des Turbolifts öffneten und sich der Weg in den üppig dimensionierten Hangar öffnete, ließ Angelus den Blick über die Einsatzkräfte schweifen und blieb für einen Moment an zwei schwarzen Formationen hängen. Es waren keine gewöhnlichen Sturmtruppen.

Zwei Gruppen hochgewachsener Soldaten standen abseits der übrigen Kräfte in beinahe vollständig schwarzen Rüstungen. Ihre Panzerung wirkte schwerer, kantiger und kompromissloser als die der Sturmtruppen; Helme mit schmalen Sensorfeldern verbargen jedes menschliche Merkmal. Selbst ihre Stimmen klangen nicht mehr menschlich. Angelus fing einzelne Wortfetzen auf, doch aus den Helmkommunikatoren drangen lediglich verzerrte, elektronische Laute – kurze Klicks, Knacken und tiefe, kaum verständliche Silben, aus denen sich für Außenstehende bestenfalls erahnen ließ, dass überhaupt gesprochen wurde. Das waren die Death Trooper. Eine neue imperiale Kommandoeinheit, deren Teilnahme an der Operation bereits während der Planungen auf Bastion festgestanden hatte. Vor ihnen warteten zwei ebenso
martialische Shuttles. Die Maschinen erinnerten entfernt an überdimensionierte TIE-Jäger, waren jedoch breiter und schwerer gepanzert, mit nach unten gezogenen Flächen und einem massiven Mittelrumpf, der deutlich machte, dass dieses Schiff nicht für elegante Raumkämpfe gebaut worden war, sondern für Truppentransport und Stealth-Operationen.

Einige Meter daneben wartete die deutlich gewöhnlichere Alternative. Ein Zug Sturmtruppen stand bereits in sauberer Formation vor einem konventionellen Landungsshuttle. Sehr gut... genauso wie vereinbart.

Auf einem anderen Schiff des Verbandes war kurzfristig zusätzlich eine Luftlandeeinheit bereitgestellt worden. Eine Entscheidung der militärischen Führung, die er durchaus begrüßte. Mehr Männer bedeuteten mehr Möglichkeiten. Mehr Ziele. Mehr Bewegung auf dem Boden. Und letztlich auch mehr Menschen, deren Anwesenheit später erklären konnte, was angeblich geschehen war.

Angelus trat vor die wartenden Sturmtruppen und blieb mit verschränkten Armen vor ihnen stehen. Das Kinn leicht angehoben, den schweren schwarzen Mantel über den Schultern und das Fell seiner Rüstung wie einen dunklen Kragen um den Hals gelegt. Sein Blick wanderte gelegentlich zum Zugang des Hangars. Er wartete. Während des Fluges hatte er einige Worte mit
Darth Naver gewechselt. Nicht genug, um den Reinblütigen wirklich kennenzulernen, aber genug, um zumindest den Zweck seiner Anwesenheit einordnen zu können. Ein junges Mitglied des Zirkels der Alchemisten. Auf Agriworld warteten Forschungsdaten und anderes Material, das offenbar wertvoll genug war, um vor der eigentlichen Offensive extrahiert zu werden. Genau dafür war dieser Bodeneinsatz gedacht. Kein heroischer Sturmangriff, sondern ein verdeckter Zugriff, bevor die große imperiale Maschinerie über die Welt hinwegrollen würde.

Als
Naver schließlich gemeinsam mit seinem Schüler Darel Cor den Hangar erreichte, löste Angelus die Arme hinter seinem Rücken und wandte sich den beiden zu.

"Dann sehen wir mal, ob Eure Beute den Aufwand wert ist“

Sein Blick glitt kurz zu den schwarzen Kommandosoldaten und dem martialischen Shuttle hinter ihnen. Dann deutete er mit einer knappen Bewegung auf die drei bereitstehenden Maschinen.

"Ihr nehmt die Kommandosoldaten. Sie bringen Euch in die Einrichtung. Ich kümmere mich mit den Sturmtruppen um die Peripherie und halte Euch unerwünschten Besuch vom Leib."

Er ließ seinen Blick noch einmal über den Zug Sturmtruppen wandern. Dann drehte sich der Sith um und setzte sich auf das konventionelle Landungsshuttle zu. Hinter ihm trennten sich die Wege der beiden Gruppen; für Naver und dessen Schüler standen die Death Trooper und ihr schwarzer Transporter bereit, während der adelige Sith die Rampe des gewöhnlicheren Shuttles hinaufstieg. Als seine Stiefel die Metallrampe berührten, hob Angelus den Blick ein letztes Mal zu den weißen Helmen der Männer, die ihm folgen würden.

Keiner von ihnen wusste, welche Rolle ihnen auf Agriworld tatsächlich zugedacht war. Mit Gewissheit
war das auch besser so.

[ Mittlerer Rand – M'shinni-Sektor – Agriworld-2079 – ISD-II „Authority“ – Hangar / Landungsshuttle ]
Darth Angelus, Darth Naver, Darel Cor, Death Trooper, Sturmtruppen und weitere imperiale Soldaten
 
Agriworld-2079 | Neue Republik| Mittler Rand – M'Shinni Sektor | Hangar des ISD-II „Authority“ | Sedros Xyrtademus (inkognito als Darth Naver), Darel Cor (inkognito als Sith-Schüler Rel), Sabar Muraenus (inkognito als Darth Angelus), Sergeant Tri Tunsa, zwei Züge Death Trooper unter dem Kommando von Captain Vondar und Lieutenant Arcoum (NSCs), andere an der Operation beteiligte Soldaten sowie die Hangarbesatzung (NSCs)

Sedros hatte das erste Mal Gelegenheit, an Bord eines Imperialen Sternenzerstörers zu gehen und der reinblütige Sith musste feststellen, dass es ein wirklich faszinierendes Erlebnis war. Die ISD-II “Authority” glich mehr einer fliegenden, schwer bewaffneten Stadt als einem herkömmlichen Raumschiff. Der Sternenzerstörer war eines der best bekannten Symbole der Macht des Imperiums und nach allem, was er zu sehen bekam, wurde das Schiff seinem Ruf mehr als gerecht. Allzu viel Zeit blieb allerdings nicht, um das Schiff zu bewundern. Darth Angelus verlangte es nach Aufmerksamkeit und Darth Naver war nur zu gerne bereit, die Neugier des anderen Sith zu befriedigen. Ihr Auftrag hier war keine Geheimsache, also gab es auch nichts zu verbergen. Bis sie das Einsatzgebiet erreichten, war dann aber doch nicht mehr Zeit, als über die Missionsparameter zu gehen und als sich alle für die Landung im Hangar einfanden, stellte Sedros fest, dass der Landungstrupp erheblich größer ausfiel als ursprünglich geplant.

Zusätzlich zu den Death Troopern würden noch herkömmliche Sturmtruppen landen und nicht nur
Darth Angelus selbst, sondern scheinbar noch eine Armeeeinheit von einem anderen Schiff. Für den reinblütigen Sith wirkte das reichlich übertrieben, aber er verstand nicht viel von militärischen Belangen, also nickte er Darth Angelus’ Erklärung einfach ab. “So Sei es. Wir verlassen uns auf Euch, Darth Angelus.” Ohne großes Aufheben wandte sich jeder Sith dem ihm zugewiesenen Schiff zu. “Komm, Rel.Wir haben keine Zeit zu verlieren.” Nur wenige Minuten später verließ eine ganze Reihe von Schiffen den Hangar der Authority und sank scheinbar unbemerkt und zumindest unbehelligt auf die Planetenobefläche hinab, während sich die Imperiale Streitmacht im Orbit ein Gefecht mit den republikanischen Verteidigungsstreitkräften von Agriworld-2079 lieferte.

Der Landungstrupp drang auf der Nachtseite des Planeten in die Atmosphäre ein und übertrat kurz darauf die Tag-Nacht-Grenze in ihrem Anflug auf die Kleinstadt auf der Südhalbkugel des Planeten. Ein an sich atemberaubendes Erlebnis, allerdings hatte niemand an Bord der Schiffe Zeit, den Anblick zu genießen. Alle Piloten waren auf ihre Sensoranzeigen konzentriert und bereiteten die Landung vor. Sie würden wohl um 09:42 Uhr Ortszeit landen und auch wenn er
Darels Flugfähigkeiten grundsätzlich vertraute, so steuerte der reinblütige Sith in diesen Minuten den VT-49 Decimator doch lieber selbst. Eine Landung bei hoher Anfluggeschwindigkeit war etwas, das sein Schüler noch nicht gemacht hatte. Ganz besonders nicht in geringer Höhe mit einer Reihe von anderen Schiffen in enger Formation und auch wenn Sedros selbst nie im Militär gedient hatte, so machten die geschulten Machtsinne des reinblütigen Sith den Mangel an praktischer Erfahrung mehr als wett. Darel seinerseits konnte in diesen Minuten wertvolle Erfahrung als Co-Pilot sammeln.

Als ihre kleine Schar an Schiffen endlich das Tal erreichte, in dem sich ihr Ziel befand, ging alles ganz schnell. Wie geplant wurde die einzige Langstreckenantenne der Kleinstadt noch im Anflug durch gezieltes Lagerfeuer zerstört. Die Explosion löste ein ziemliches Chaos am Boden aus, während der Landungstrupp ausschwärmte, um sich seinen jeweiligen Aufgaben zu widmen. Die Death Trooper unter dem Kommando von Lieutenant Arcoum gingen wie geplant vor dem Rathaus runter, um dort Chaos zu stiften, während Darth Angelus seine Sturmtruppler an einem Ort außerhalb von Sedros’ Sichtfeld runtergehen ließ. Der reinblütige Sith folgte Captain Vondars Landungsschiff. Die Death Trooper gingen direkt vor dem Haupteingang runter und schwärmten sofort aus, um die Ankunft der Sith vorzubereiten. Sedros und Darel landeten unterdessen auf dem kleinen Landefeld der Anlage. Eine zivile Raumfähre stand hier geparkt und der reinblütige Sith fackelte nicht lange, sondern schob sie mit einer Seitwärtsbewegung des VT-49 Decimators in einen Stapel Frachtcontainer. Der Imperiale Frachter war gut genug gepanzert, dass das kleine Manöver lediglich Kratzer am Rumpf hinterließ, während die Fähre schon auf dem ersten Blick nur noch ein Haufen Metallschrott war.

Kaum hatte der VT-49 Decimator aufgesetzt, schaltete
Sedros den Reaktor des Schiffs in den Bereitschaftsmodus. Sie würden nicht lange hier bleiben. “Komm, Rel. Wir haben einiges zu tun und nur wenig Zeit.” Sporadisches Blasterfeuer war zu hören, als sich die Luftschleuse ihres Schiffs öffnete. Der reinblütige Sith schickte als erstes die sechs DRK-1 Spähdroiden raus, um den Perimeter der Anlage zu sichern und zu überwachen. Direkt danach verließen Sedros und Darel, gefolgt von den vier KX-Serie Droiden, das Schiff und steuerten auf den Haupteingang des Hauptgebäudes der Forschungsanlage zu, wo einer der Death Trooper auf ihre Ankunft wartete. Die Tür rauchte noch ein wenig von der Sprengladung, die das Magnetschloss geöffnet hatte. Ein Trupp von Death Troopern schien den Zugang zum Gelände verbarrikadiert zu haben und zu bewachen, während vom Rest der Kommandosoldaten nichts zu sehen war. Sie waren offenbar schon in das Hauptgebäude eingedrungen. Der reinblütige Sith schätzte diese zur Schaustellung von Effizienz und fragte sich, was er tun musste, um permanent Zugriff auf die Elitesoldaten des Imperiums zu erhalten.

Agriworld-2079 | Neue Republik| Mittler Rand – M'Shinni Sektor | Kleinstadt auf der Südhalbkugel, Forschungsanlage am südlichen Stadtrand | Sedros Xyrtademus (inkognito als Darth Naver), Darel Cor (inkognito als Sith-Schüler Rel), ein Zug Death Trooper unter dem Kommando von Captain Vondar, Wissenschaftler und sonstiges Personal der Anlage (NSCs)
 
Agriworld-2079 | Neue Republik| Mittler Rand – M'Shinni Sektor | Hangar des ISD-II „Authority“ | Sedros Xyrtademus (inkognito als Darth Naver), Darel Cor (inkognito als Sith-Schüler Rel), Sabar Muraenus (inkognito als Darth Angelus), Sergeant Tri Tunsa, zwei Züge Death Trooper unter dem Kommando von Captain Vondar und Lieutenant Arcoum (NSCs), andere an der Operation beteiligte Soldaten sowie die Hangarbesatzung (NSCs)


Darel hatte in der Vergangenheit geglaubt, sich zumindest eine brauchbare Vorstellung davon gemacht zu haben, wie groß ein Imperialer Sternenzerstörer tatsächlich war.
Die ersten Minuten an Bord der Authority hatten ihm recht schnell gezeigt, dass eine Vorstellung und die tatsächliche Erfahrung zwei unterschiedliche Dinge waren.

Schon der Hangar allein besaß Dimensionen, die Darel eher mit einem großen Raumhafen als mit einem einzelnen Schiff verbunden hätte, und selbst nachdem sie sich an Bord befanden, verlor sich dieses Gefühl kaum. Korridore, Aufzüge, Mannschaften, technische Bereiche und eine beinahe ununterbrochene Geschäftigkeit ließen den Sternenzerstörer weniger wie ein gewöhnliches Kriegsschiff und mehr wie eine kleine, vollständig auf den Krieg ausgerichtete Stadt wirken.

Unter anderen Umständen hätte Darel sich durchaus gerne länger umgesehen.
Diese Zeit hatten sie allerdings nicht.

Bis zum Erreichen von Agriworld-2079 blieb gerade genug Gelegenheit, die letzten Einzelheiten ihres Auftrags durchzugehen und die Ausrüstung noch einmal zu kontrollieren. Spätestens als sie sich wieder im Hangar einfanden und die verschiedenen Landungstrupps ihre Schiffe bezogen, rückte Darels anfängliche Neugier ohnehin vollständig in den Hintergrund.

Das war der Moment, auf den er seit Ord Mantell gewartet hatte.
Auf die Aufforderung seines Meisters hin folgte Darel ihm ohne weitere Worte zum Decimator und nahm wenig später auf dem Sitz des Co-Piloten Platz. Ein Teil von ihm hätte das Schiff durchaus gerne selbst gesteuert, doch schon während der ersten Minuten des Anfluges verstand er, weshalb Sedros diesmal die Kontrollen übernommen hatte.

Mit seinen bisherigen Flügen hatte das nur noch wenig gemeinsam.
Mehrere Schiffe verließen beinahe gleichzeitig den Hangar der Authority, gingen in enger Formation in den Sinkflug und bewegten sich mit einer Geschwindigkeit auf die Atmosphäre zu, bei der Darel seine Aufmerksamkeit vollständig auf die Instrumente vor sich richten musste. Als Co-Pilot überwachte er die Anzeigen, arbeitete die Informationen ab, die sein Meister von ihm verlangte, und versuchte gleichzeitig, möglichst viel davon mitzubekommen, wie Sedros das Schiff durch den Anflug führte.

Gerade deshalb unterdrückte Darel den Impuls, ständig aus dem Sichtfenster zu sehen.
Gelegenheiten, einen Planeten aus dieser Perspektive zu betrachten, würde es hoffentlich noch genügend geben. Die Gelegenheit, einen Hochgeschwindigkeitsanflug in enger Formation unmittelbar neben seinem Meister mitzuerleben, war für seine Ausbildung wesentlich wertvoller.

Also beobachtete er Geschwindigkeit, Höhe, Abstände, Kurskorrekturen und jene kleinen Anpassungen, die Sedros teilweise vornahm, bevor Darel selbst überhaupt erkannt hatte, dass sie notwendig werden würden. Seine Hände bewegten sich gelegentlich über die Kontrollen seines eigenen Arbeitsplatzes, während er versuchte, nicht nur einzelne Anzeigen abzulesen, sondern langsam ein Gefühl dafür zu entwickeln, wie all diese Informationen zusammengehörten.

Als sie schließlich die Tag-Nacht-Grenze überschritten und wenig später in niedriger Höhe auf ihr eigentliches Ziel zuhielten, spürte Darel trotzdem, wie sich die Anspannung in seinem Körper verstärkte.
Bis hierher hatte alles noch etwas von einer Übung gehabt.
Dann wurde die Langstreckenantenne der Kleinstadt zerstört.

Die Explosion war selbst aus dem Decimator deutlich zu erkennen, und beinahe unmittelbar danach begann sich die Formation aufzulösen. Die einzelnen Landungsschiffe trennten sich voneinander und steuerten ihre jeweiligen Ziele an, während unter ihnen das Chaos ausbrach.

Darel verfolgte die Anzeigen vor sich und warf zwischendurch kurze Blicke nach draußen.


Für die Bewohner dort unten hatte der Morgen vermutlich vollkommen gewöhnlich begonnen und Jetzt landete plötzlich eine imperiale Streitmacht mitten in ihrer Stadt.

Der Gedanke blieb allerdings nicht lange bestehen, denn Sedros folgte bereits Captain Vondars Landungsschiff in Richtung der Forschungsanlage und Darel konzentrierte sich wieder auf ihre unmittelbare Umgebung. Das kleine Landefeld kam in Sicht, ebenso eine zivile Raumfähre, die den größtten Teil der verfügbaren Fläche belegte.

Sein Meister löste dieses Problem auf eine Weise, die Darel so nicht erwartet hatte. Der Decimator setzte einfach seitlich gegen die Fähre und fegte diese beiseite.
Darel griff beinahe reflexartig fester an seinen Sitz, während Metall über Metall kreischte und das wesentlich kleinere Schiff in einen Stapel Frachtcontainer gedrückt wurde. Einige Sekunden später war von der zivilen Fähre kaum mehr als ein deformierter Haufen Metall übrig, während die Anzeigen des Decimators keinen Schaden meldeten, der über einige oberflächliche Spuren am Rumpf hinausging.

Darel betrachtete das Ergebnis einen Moment.
Eine elegante Landung sah anders aus.
Effektiv war sie allerdings gewesen.

Mehr Zeit blieb ohnehin nicht, denn kaum hatte der Decimator vollständig aufgesetzt, begann Sedros bereits damit, die Systeme für ihren späteren Abflug vorzubereiten.

Darel löste die Sicherung seines Sitzes und erhob sich.
Jetzt bemerkte er sein eigenes Herz deutlicher.
Nicht rasend und nicht begleitet von jener lähmenden Angst, die er bei manchen seiner früheren Mitschüler vor Prüfungen oder Wettkämpfen erlebt hatte. Es war eher eine gespannte Unruhe, die sich durch seinen gesamten Körper zog und dafür sorgte, dass seine Wahrnehmung plötzlich ungewöhnlich wach erschien.

Er kannte dieses Gefühl, nur waren die Konsequenzen diesmal andere.
Ein Fehler bedeutete hier keine verlorene Partie, keine schlechte Bewertung und auch keinen Treffer eines Telematen gegen seine Rüstung. Hier wurde tatsächlich geschossen und ein Fehler würde hier nicht verziehen werden.

Als Sedros ihn aufforderte, ihm zu folgen, überprüfte Darel ein letztes Mal den Sitz seines Lichtschwerts und folgte seinem Meister zur Luftschleuse.
Noch bevor sie sich vollständig öffnete, konnte er das Blasterfeuer hören.

Darel merkte, wie seine Finger beinahe automatisch in Richtung seines Lichtschwerts wanderten, ließ die Waffe jedoch vorerst am Gürtel. Es bestand kein Grund, mit aktivierter Klinge aus dem Schiff zu springen, solange unmittelbar vor ihnen noch kein Gegner stand.

Die sechs DRK-1 verließen als Erste den Decimator und verteilten sich zur Überwachung des Geländes. Kurz darauf trat Sedros hinaus und Darel folgte ihm, während die vier massigen KX-Droiden hinter ihnen das Schiff verließen.
Die ersten Schritte auf Agriworld-2079 fühlten sich überraschend unspektakulär an.

Kein unmittelbarer Beschuss empfing ihn, niemand stürmte mit erhobener Waffe auf sie zu und nichts zwang ihn dazu, bereits im nächsten Augenblick um sein Leben zu kämpfen. Stattdessen sah Darel eine Forschungsanlage, imperiale Soldaten und den rauchenden Zugang eines Gebäudes, dessen Magnetschloss offenbar bereits Bekanntschaft mit einer Sprengladung gemacht hatte.

Auf den Befehel von Sedros hin, erhob sich Darel und folgte ihm.
"Jawohl Darth Navar."

Das sporadische Blasterfeuer aus der Umgebung ließ keinen Zweifel daran, dass irgendwo in unmittelbarer Nähe tatsächlich gekämpft wurde.
Darel bemerkte, dass er aufmerksamer auf seine Umgebung achtete als gewöhnlich. Sein Blick glitt über Fenster, Türen und mögliche Zugänge, blieb kurz an den Death Troopern hängen, die den Zugang zum Gelände sicherten, und wanderte anschließend zum aufgesprengten Haupteingang. Ein Teil der Einheit musste bereits im Inneren sein.

Die Geschwindigkeit, mit der die Soldaten vorgingen, beeindruckte ihn.
Seit ihrer Landung waren kaum Minuten vergangen und trotzdem war das Gelände bereits teilweise gesichert, der Zugang geöffnet und der erste Trupp in das Gebäude vorgedrungen. Niemand stand herum und wartete darauf, dass ein Sith ihm erklärte, was als Nächstes zu tun war.

Darel konnte nachvollziehen, weshalb das Imperium diese Männer für derartige Einsätze verwendete.
Er blieb leicht hinter Sedros und passte sein Tempo dem seines Meisters an.
Unter seinem Helm atmete er einmal langsam ein und wieder aus.

Das Lichtschwert hing noch immer an seinem Gürtel, doch seine rechte Hand blieb in dessen Nähe, während er gemeinsam mit Sedros auf den rauchenden Eingang zuging.

Die Übungen waren vorbei. Von diesem Augenblick an würde niemand einen Trainingsdroiden abschalten, wenn Darel einen Fehler machte. Und dennoch konnte Darel nicht leugnen, das sich auch eine gewisse Vorfreude in Ihm aufbaute endlich seine erlernten Fähigkeiten zu testen und seinem Meister zu beweisen das er würdig war.


Agriworld-2079 | Neue Republik| Mittler Rand – M'Shinni Sektor | Kleinstadt auf der Südhalbkugel, Forschungsanlage am südlichen Stadtrand | Sedros Xyrtademus (inkognito als Darth Naver), Darel Cor (inkognito als Sith-Schüler Rel), ein Zug Death Trooper unter dem Kommando von Captain Vondar, Wissenschaftler und sonstiges Personal der Anlage (NSCs)
 
[ Mittlerer Rand – M'shinni-Sektor – Agriworld-2079 – Kleinstadt auf der Südhalbkugel – Peripherie ]
Darth Angelus, Sturmtruppen und weitere imperiale Soldaten


Während des Anflugs hatte der Sith noch genügend Zeit, abseits der Soldaten ein paar Eingaben in sein Comlink zu tätigen. Die anschließende Landung verlief beinahe enttäuschend unspektakulär. Während sich die schwarzen martialischen Transporter der ebenso martialischen Death Trooper von der Formation lösten und gemeinsam mit Darth Naver und dessen Schüler ihrem eigentlichen Ziel näherten, zog Angelus' Shuttle weiter nach außen. Unter ihnen glitten zunächst die niedrigen Gebäude der Kleinstadt vorbei, dann Lagerhallen und vereinzelte Wirtschaftsgebäude, bis schließlich weite landwirtschaftliche Flächen das Sichtfeld dominierten. Irgendwo hinter ihnen begann bereits die Operation, genauso wie geplant. Die Langstreckenantenne der Siedlung verschwand in einer Explosion, Blasterfeuer flackerte zwischen den Gebäuden auf und die ersten imperialen Einheiten rückten auf ihre Ziele vor. Naver hatte seine Aufgabe und Angelus die seine.

Die Rampe seines Shuttles senkte sich kaum eine Minute später auf ein abgeerntetes Feld am Rand der Siedlung. Feuchte Erde schlug ihm entgegen, vermischt mit einem penetranten Gestank nach Dünger, der in der Luft hing. Der adelige Sith rümpfte für einen Augenblick angewidert die Nase. Diese Welt machte ihrem Namen wirklich alle Ehre. Die sechsunddreißig Sturmtruppen verließen unmittelbar hinter ihm das Schiff und formierten sich in vier Gruppen zu je neun Mann. Angelus ließ ihnen kaum Zeit, vollständig Aufstellung zu nehmen. Eine Gruppe schickte er entlang der nördlichen Zufahrt, eine weitere sollte die Verbindung zur Kleinstadt überwachen. Die beiden verbliebenen Gruppen behielt er zunächst bei sich.

Sein Blick wanderte über das flache Land zu einem kleinen Gehöft einige hundert Meter entfernt. Zwei niedrige Wirtschaftsgebäude standen dort neben einer größeren Scheune; dahinter erhoben sich mehrere Tanks und die gedrungene Silhouette einer Anlage, in der vermutlich Treibstoff, Dünger oder irgendein anderes Zeug gelagert wurde, das eine Agrarwelt benötigte, um zahlreiche republikanische Welten mit Fraß zu versorgen. Von den Bewohnern war Nachts nichts zu sehen. Keine Fahrzeuge bewegten sich. Keine Gestalt stand zwischen den Gebäuden. Das war ausgesprochen praktisch.


"Die beiden verbliebenen Gruppen zum Gehöft dort“

Angelus deutete mit zwei Fingern in die entsprechende Richtung.

"Durchsuchen und anschließend die südwestliche Zufahrt sichern"

Die achtzehn weißen Gestalten setzten sich in Bewegung. Angelus sah ihnen einen Augenblick nach, während sie sich über das abgeerntete Feld dem Gehöft näherten, dann wandte er sich ab. Die beiden übrigen Gruppen verteilten sich währenddessen über ihre zugewiesenen Positionen und zogen einen weitläufigen Sicherungsbereich zwischen der Landungszone und der Kleinstadt. Militärisch betrachtet war daran nichts ungewöhnlich. Eine Forschungseinrichtung wurde angegriffen, also sperrte man Straßen, überwachte mögliche Anmarschwege und verhinderte, dass Verstärkungen unbemerkt an die eigentliche Einsatzgruppe herankamen. Zumindest war das die Erklärung.

Angelus ging einige Schritte hinaus auf das Feld. Schließlich blieb er mitten zwischen den niedrigen Resten der abgeernteten Pflanzen stehen, verlagerte sein Gewicht auf ein Bein und verschränkte die Arme vor der Brust. Das schwarze Fell über seinen Schultern bewegte sich leicht im Wind. In einiger Entfernung stieg bereits eine dünne Rauchsäule auf. Darüber war der Himmel beinahe beleidigend friedlich. Er wartete. Eine Minute und dann noch eine. Für einen Mann, der sonst bei jeder Kleinigkeit ungeduldig werden konnte, zeigte Darth Angelus plötzlich eine bemerkenswerte Gelassenheit. Sein Kinn blieb leicht erhoben. Gelegentlich wanderte sein Blick zum Gehöft, dann wieder zur fernen Siedlung. Die ersten Meldungen der verteilten Gruppen liefen über sein Comlink ein. Straßen frei. Keine republikanischen Kräfte. Keine Zivilisten. Keine besonderen Vorkommnisse. Noch nicht.

Denn dann kam das Geräusch. Schwach zunächst. Mehrere hundert Meter entfernt und vom Wind beinahe verschluckt. Angelus hob den Kopf. Ein dumpfer Knall, unmittelbar gefolgt von mehreren kurzen Blasterentladungen. Weitere folgten. Zu schnell hintereinander, zu konzentriert, um noch als vereinzeltes Feuer irgendwo in der Kleinstadt durchzugehen.

Sein Kommunikator erwachte mit einem scharfen Knacken zum Leben.


"---Kontakt! Wir haben----ARGH----"

Rauschen verschlang den Rest. Der Sith rührte sich zunächst nicht. Weitere Blasterschüsse hallten über die Felder. Dann ein anderes Geräusch. Ein hohes, aggressives Summen, das selbst über mehrere hundert Meter hinweg noch unverkennbar durch das Knattern der Blaster schnitt. Der Funkkanal knackte erneut. Diesmal drang eine hektische Stimme hindurch, verzerrt und immer wieder von elektronischem Kreischen verschluckt.

"----Position halten----verdammt, das ist ein-----"

Ein schrilles Rauschen folgte. Dann, für den Bruchteil einer Sekunde, ein einziges Wort.

"-----Jedi-----"

Die Verbindung brach ab. Mitten auf dem mutterseelenverlassenen Feld stand Darth Angelus noch immer mit verschränkten Armen. Langsam begannen sich seine Lippen zu einem Lächeln zu verziehen, ehe er sich in Bewegung setzte. Mit einer beiläufigen Bewegung aktivierte er sein Comlink.

"Alle Einheiten halten ihre gegenwärtigen Stellungen"

Sein Blick blieb auf das Gehöft gerichtet, während er mit beinahe gemächlichen Schritten über das abgeerntete Feld darauf zuhielt.

"Ich kümmere mich darum"

Dann kappte er die Verbindung. Angelus setzte seinen Weg fort. Je näher er dem Gehöft kam, desto deutlicher zeichneten sich die Spuren des kurzen Gefechts ab. Rauchschwaden, Glutstellen inmitten des trockenen Grases und irgendwo zwischen den Gebäuden lagen die reglosen weißen Gestalten seiner Sturmtruppen. Dann hörte er es wieder. Das charakteristische Summen einer Lichtschwertklinge drang aus Richtung der großen Scheune, begleitet vom gelegentlichen Knacken brennenden Holzes. Angelus verlangsamte seinen Schritt nicht. Im Gegenteil. Zielstrebig durchquerte er das Gehöft und hielt unmittelbar auf das Geräusch zu, bis seine schwarze Gestalt schließlich zwischen den Gebäuden verschwand.






Fast zwei Minuten später zerriss eine gewaltige Explosion die Stille. Ein greller Lichtblitz schoss durch die Fensteröffnungen der Scheune, ehe Feuer und Druck die Außenwände auseinandersprengten. Trümmerstücke wurden über das gesamte Gehöft geschleudert, eine schwarze Rauchsäule quoll in den Himmel und für einige Augenblicke verschwand selbst das Gebäude hinter Feuer, Staub und aufgewühlter Erde.

Kurz darauf schritt Darth Angelus durch das, was von dem Gehöft übrig geblieben war. Brennende Trümmer knackten unter seinen Stiefeln, während er an einem halb eingestürzten Mauerstück vorbeiging und den Blick über die rauchenden Überreste der Scheune schweifen ließ. Seine rote Klinge brannte noch immer und erleuchtete die nächtliche Finsternis. Schließlich hob er sein Comlink an den Mund. Seine Stimme klang nun angestrengter, blieb aber verhältnismäßig klar und ruhig.


"Es ist erledigt. Der Jedi ist tot“

Für einen Moment betrachtete er die Flammen.

"Stellungen halten“

[ Mittlerer Rand – M'shinni-Sektor – Agriworld-2079 – Kleinstadt auf der Südhalbkugel – Peripherie - Gehöft - Trümmer der Scheune]
Darth Angelus
 
[Mittler Rand – M'shinni-Sektor - Agriworld-2079 – LAAT/i Alpha-Six-Two-One-Niner] 1st and 2nd Squad, Gwenn

Violence rising
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Gwenn hatte es sich im Laufe der Zeit angewöhnt in den Flugleitverkehr und die Kommunikation zwischen den einzelnen Transportern reinzuhören. Nicht ganz Standardvorgehensweise, aber die Piloten und sie hatten da eine stumme Übereinkunft. Zumal wo kein Kläger, da kein Richter.
So zeichnete sich meist ein genaueres Bild ab, in was für eine brutzelnde Pfanne man hineingeworfen würde. Dass es sich nicht um eine planetare Invasion handelte, wusste man bereits, es sollte ein Raid werden – oder vielmehr sollte es so aussehen. Zu dem Zweck war die gesamte B-Kompanie im Einsatz, alles in allem acht Laat/i im Einsatz. Vier Platoons, vier unterschiedliche Ziele, zwei Regionalverwaltungen und zwei kleinere Verladeraumhäfen. Mehrere hundert Klicks voneinander entfernt.

War bestimmt mal ganz gut für Captain Galvan nach seinen schweren Verletzungen auf Galantos wieder nen richtigen Einsatz zu leiten. Aber, alles nicht Gwenns Lomin Ale. Sie hatte ihren Auftrag, Calvan musste das Übergeordnete verwalten.


„Also gut Gentlebeings, wird Zeit, dass sie alle unseren Auftrag kennenlernen und es wird ein Fest.“, eröffnete sie mit lauter Stimme, um das Brummen der Antriebsaggregate zu übertönen, augenblicklich verstummte das Hintergrundbrummeln. „Wir sollen zum Problem werden und möglichst viel Aufmerksamkeit binden.“ Wenn 3rd Platoon eines gut konnte, dann zum Problem werden. „Also werden wir genau das tun und zusätzlich vortäuschen, dass wir in der Regionalverwaltung nach was Wichtigem suchen."
Ein Buzzen in ihrem Comset unterbrach sie, gab ihren Soldaten aber mit einem „Wait one.“ noch zu verstehen, dass sie noch nicht zu Ende war.

„LZ in fünf Minuten. Wir treten gleich in die Atmosphäre ein, könnte bisschen holprig werden.“

„Verstanden.“, antwortete sie dem Piloten und gab die Information weiter. „LZ in Fünf. Letzte Chance für ein paar Gebete.“
Hier und da lachte einer in sich hinein. Wirklich witzig, wars aber nicht gewesen.
„Wir haben die ganz große Waffenfreigabe. Wenns notwendig wird, macht davon Gebrauch.“ Kein Befehl, den sie unbedingt gerne weitergab, er eliminierte so ziemlich den Status Zivilist, jeder war ein legitimes Ziel. Aber wenn ihre Leute dafür sicher zurück kamen, würde sie ihr schlechtes Gefühl später mit nem Whiskey herunterspielen.
Gwenn hörte irgendwo das Wort
„Schießbude.“ Innerlich nickte sie.

„LZ in einer Minute.“ Gwenn bestätigte, hob die rechte Hand und ballte sie zur Faust, nur der Zeigefinger stand ab. „Eine Minute.“, löste ihre Gurte, nahm Waffe und Rucksack wieder auf, um sie herum tat man es ihr gleich während die 2nd Lieutenant ihren Weg zur druckversiegelten Schiebetür der Truppenbuch fand und auf der linken Seite mühelos aufzog.
Sofort machte sich der Wind bemerkbar, sie waren schließlich noch mehrere hundert Meter hoch und sie zog die Sichtbrille vom Helm herunter.
Auf der Südseite war die Kleinstadt durch einen Fluss vom Umland mit dem Silo und den Gewächshäusern getrennt. Es gab einige Landefelder mit dem ein oder anderen zivilen Kleinfrachter, oder vielleicht handelte es sich auch um übergroße Erntemaschinen. Wer wusste das schon, von Agrarwirtschaft hatte Gwenn nun wirklich keine Ahnung. Groß, Maschine, war was sie sich abspeicherte.

Das Innere der Siedlung wurde vom Verwaltungsgebäude dominiert, bestimmt hundert Meter im Durchmesser. Generell schien man hier von Kleinbauten nicht viel zu halten. Sie erblickte auch den ein oder anderen perfekten Krähenbau über den sich Sam und Sorel sicher gefreut hätten.

Idyllisch.‘, schoss es ihr durch den Kopf, ‚Mal schauen wie lange noch.‘ Die beiden Angriffstransporter umkreisten einmal die LZ, ein Luxus den man sonst eher selten hatte. Man gab auch den Leuten am Boden einmal Zeit nach oben zu sehen und jene die noch nicht wussten was Sache waren, bekamen ihre Frage beantwortet, als die Hauptantenne des kreisrunden Verwaltungsgebäudes Bekanntschaft mit der Sprengrakete eines der Massetreiber-Raketenwerfers machte. Sie hatten genug Zeit gehabt ihr SOS abzusetzen, nun würde es laut.

„Setzt uns direkt am Boulevard vorm Hauptgebäude ab.“, gab sie die Anweisung an Veeras Piloten durch. Bevor auch ihr Stellvertreter einen Befehl von ihr bekam. „John, sicher die Südseite, der Fluss hat mir zu viele Brücken. Schaut mal ob ihr da was tun könnt.“ Dementsprechend würde Lola dort 3rd und 4th Squad absetzen.

Während das LAAT/i sich in den Landeanflug begab, erwachte bereits Blasterfeuer aus einer Fensterbucht.
‚Fehler.‘ schoss es Gwenn routiniert durch den Kopf, was auch kurz danach des Schützens erster und letzter an diesem Tag sein sollte, denn nicht nur prallten seine Geschosse harmlos an der Durastahlpanzerung des Angriffstransporters ab, sondern zog auch den Zorn eines der Kompositstrahl-Lasertürme auf sich. Dieser befriedete nicht nur großzügig das Fenster des Schützen, sondern ließ den Strahl der Zerstörung einmal über die gesamte südliche Fensterfront wandern, nur um auch wirklich jeden Nachahmer zu entmutigen. Irgendwie nicht überraschend, hatte dieser Schütze des LAAT/i doch den Spitznamen Overkill.

Noch bevor der Angriffstransporter aufsetzte war Gwenn aus der Truppenbucht, etwas das sie sich früh angeeignet hatte, als sie noch NonCom war, da ihre Schwerkraftweltlermuskeln und -Knochen das locker kompensierte. Als letzte im Transporter und als Erste raus, war eigentlich ihr Motto. Mittlerweile sah Captain Galvan das nicht mehr so gerne, war es doch ne prima Möglichkeit den Offizier eines Platoons zu verlieren.

Auf dem Weg zur ersten Deckung setzte Gwenn ein paar ungezielte Schüsse Richtung Verwaltungszentrum ab und fühlte sich dabei wie eine Amateurin. Einfach rumballern und alles ausknipsen was sich bewegte war irgendwie nicht so ihres. Andere hatten da weniger Bedenken, der einseitige Beschuss nahm zu, Gestalten gingen zu Boden und irgendwo hinter ihr heulte das Antriebsaggregat des LAAT/is auf, verkündete, dass es auf Station gehen und Luftunterstützung geben würde.

Der erste und zweite Trupp rückten Squadweise Richtung Haupteingang vor, gaben sich dabei gegenseitig Feuerschutz. Aber es gab keine Widerwehr.

„Mittlerweile sind in dem Puff aber auch wirklich alle Sirenen angegangen.“, kommentierte Hooch, als er neben ihr in Deckung hechtete. Gwenn nickte nur, leise war anders. Leise war aber auch nicht das Ziel. Laute Ablenkung von dem was sonst noch auf dem Planeten stattfand war. „Rennen auch genug Leute wie kopflose Affeneidechsen durch die Gegend, aber ich bin mir ziemlich sicher, dass die hier zumindest ein paar lokale Ordnungshüter haben und die sind da drin.“ Sie wippte mit den Augenbrauen. „Schonmal nen Sheriff erschossen, Hooch?“ Das Grinsen des Angesprochenen wurde breiter.

[Mittler Rand – M'shinni-Sektor – Agriworld-2079 - Tagseite – regionales Verwaltungszentrum Aurek] 1st and 2nd Squad, Gwenn
OP: Nicht wundern, ich spiele gerade noch bisschen mit der Farbpalette herum.
 
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[ Mittlerer Rand – M'shinni-Sektor – Agriworld-2079 – Kleinstadt auf der Südhalbkugel – Peripherie - Gehöft - Trümmer der Scheune]
Darth Angelus


Der Jedi war tot. Angelus hatte das erste Jediblut dieses Krieges vergossen. Der Gedanke gefiel ihm außerordentlich gut. Mit langsamen Schritten bewegte sich der Sith durch die rauchenden Überreste des Gehöfts. Unter seinen Stiefeln knirschten Glassplitter, verkohltes Holz und Teile dessen, was die Explosion aus der Scheune herausgerissen und über den Hof verteilt hatte. Feuer fraß sich noch immer durch einige der Trümmer, während schwarzer Rauch zwischen den stehengebliebenen Mauern hindurch zog. Angelus schenkte der Zerstörung kaum Beachtung. In seinem Kopf war er bereits einige Schritte weiter. Ein toter Jedi war schließlich weit mehr als ein gefallener Gegner.

Seit Kashyyyk hatte sich der Krieg zwischen Imperium und Neuer Republik mit einer Geschwindigkeit ausgebreitet, die kaum noch Raum für Zwischentöne ließ. Gefechtsflotten bewegten sich, Welten wurden angegriffen, Soldaten starben zu Tausenden - in wenigen Wochen würde man gewiss schon von hunderttausenden sprechen. Aber ein Jedi? Ein Jedi blieb im Gedächtnis. Vor allem dieser -
der erste dieses Krieges.

Der adelige Sith stieg über einen verkohlten Balken hinweg und näherte sich den Überresten der Scheune. Von dem Gebäude standen kaum mehr als Teile der Außenmauern. Dahinter lag alles unter einer Mischung aus Rauch, Staub, Feuer und herabgestürzten Trümmern begraben. Ein ausgesprochen passendes Grab für einen Jedi. Bei einer solchen Explosion und einem solchen Feuer würden keine sterblichen Reste übrig bleiben.

Angelus strich mit einer behandschuhten Hand etwas Asche von seinem schwarzen Brustpanzer. Sein Weg führte ihn weiter durch das Gehöft. Einige Dutzend Meter von den rauchenden Überresten der Scheune entfernt stand ein flaches Nebengebäude, das von der Explosion weitgehend verschont geblieben war. Lediglich die Scheiben der schmalen Fenster waren unter der Druckwelle geborsten und lagen in glitzernden Scherben davor. Durch die offenen Tore waren die dunklen Umrisse mehrerer landwirtschaftlicher Maschinen zu erkennen; schwere Erntemaschinen und allerlei Gerätschaften, deren genaue Funktion Angelus weder kannte noch kennen wollte. Offenbar hatte das Gebäude den Bewohnern lediglich als Unterstand und Werkstatt gedient.

Angelus schlenderte geradezu darauf zu, ohne seine Schritte merklich zu beschleunigen, jedoch kurz um sich blickend und seine Machtfühler ausstreckend, während er seine finstere Aura wie einen Schleier um sich legte. Auf halbem Weg zog er sein Comlink hervor und ließ den Blick kurz über das kleine Display gleiten. Seine Finger tippten einige wenige Zeichen hinein. Dann verschwand das Gerät wieder in seiner behandschuhten Hand, während er zwischen Glasscherben und herumliegenden Metallteilen hindurch auf die offenen Tore zuhielt.


Zwischen den schweren Maschinen blieb der adelige Sith schließlich stehen. Einen Augenblick lang regte er sich nicht. Dann schloss Angelus die Augen und legte genüsslich den Kopf in den Nacken, während sich ein kaum merkliches Lächeln auf seine Lippen stahl.

[ Mittlerer Rand – M'shinni-Sektor – Agriworld-2079 – Kleinstadt auf der Südhalbkugel – Peripherie - Gehöft - Nebengebäude ]
Darth Angelus
 
| Mittlerer Rand – M'shinni-Sektor – Agriworld-2079-System – an Bord der Borrowed Luck, modifiziertes Incom „Explorer“ Scout Ship | Craton Minara |


Fünf Messer schwebten in der kleinen Kabine der Borrowed Luck. Bloßes Schwebenlassen hatte Craton irgendwann ungefähr so aufregend gefunden, wie einem Navigationscomputer beim Berechnen eines Sprungvektors zuzusehen. Also standen die Klingen inzwischen nur noch selten still. Zwei umkreisten ihn langsam auf unterschiedlichen Bahnen. Eine dritte rotierte über seiner geöffneten Hand, während die vierte hinter seinem Rücken einen weiten Bogen beschrieb. Die fünfte war das eigentliche Problem, sie hing vielleicht zwei Meter vor ihm in der Luft. Regungslos. Der Mirialaner atmete langsam aus, nicht Ruhe, Kontrolle. Das war ein Unterschied, auf den Darth Angelus während seiner Ausbildung genügend Wert gelegt hatte. Gefühle verschwinden zu lassen war ohnehin nie Cratons Stärke gewesen. Wut, Angst, Ungeduld, Neugier – alles durfte da sein. Es durfte nur nicht bestimmen, was als Nächstes geschah. Er konzentrierte sich auf die Klinge, nicht darauf, sie zu bewegen. Darauf, sie von einem Augenblick auf den nächsten dort sein zu lassen, wo er sie haben wollte. Die Macht spannte sich, dann schoss das Messer los. Für einen Herzschlag war es kaum mehr als ein metallischer Strich. Cratons andere Hand zuckte. Die Klinge stoppte wenige Fingerbreit vor der gegenüberliegenden Wand. Ein Grinsen erschien auf seinem Gesicht.
„Dobra.“
Er ließ die Klinge zurückschießen. Dieses Mal fing er sie nicht. Die Macht packte sie mitten im Flug, änderte ihre Richtung und schickte sie seitlich zwischen den beiden kreisenden Messern hindurch. Das vierte sank gleichzeitig herab, beschleunigte und kreuzte den Weg der anderen. Drei Bewegungen, Vier, dann fünf. Für einige Sekunden funktionierte es, bis aus dem Cockpit ein scharfer Warnton erklang. Eine der Klingen sackte einige Zentimeter ab, Craton öffnete die Augen, keine fiel, ein Fortschritt. Er streckte die Hand aus, Fünf Messer schossen auf ihn zu, Vier landeten sauber zwischen Fingern und Handfläche. Das fünfte traf ihn mit dem Griff an der Schulter.
„Fierfek.“
Er fing es auf, bevor es zu Boden fallen konnte.
„Vier und ein halbes.“

Der Alarm ertönte erneut, die Klingen verschwanden an ihre vorgesehenen Plätze und wenige Augenblicke später ließ sich der ehemalige Schmuggler in den Pilotensitz fallen. Das Sensorbild hatte sich verändert, neue Kontakte erschienen. Erst drei, dann sieben, dann Dutzende. Das zivile Sensorsystem der Borrowed Luck begann bereits, einzelne Signaturen zu Gruppen zusammenzufassen. Zu groß für Händler, zu viele für irgendeinen Konvoi. Kriegsschiffe. Craton beugte sich über die Anzeigen, das Grinsen verschwand, nicht aus Sorge, vor Konzentration. Von diesem Augenblick an war er wieder Pilot. Weitere Signaturen materialisierten sich im System. Eskorten. Versorgungsschiffe. Schwere Einheiten. Noch konnte die zivile Sensoranlage längst nicht alles identifizieren, aber das musste sie auch nicht. Das Imperium war angekommen, die Hände des Mirialaners lagen bereits auf den Kontrollen. Eine Flotte konnte aus dem Hyperraum springen, sie konnte aber nicht im selben Augenblick auf einem Planeten stehen. Formationen mussten aufgenommen, Ziele bestätigt, Jäger ausgeschleust, Shuttles und Transporter bemannt und anschließend durch eine Atmosphäre gebracht werden. Eine Flotte war mächtig, eine Flotte war aber auch groß und große Dinge brauchten Zeit. Die Borrowed Luck nicht.

Dann begann der zivile Funkverkehr zu explodieren. Piloten redeten durcheinander. Frachter änderten ihre Vektoren. Ein Passagierschiff brach seinen Anflug ab. Zwei kleinere Transporter drehten beinahe gleichzeitig vom Planeten weg und zwangen einen dritten zu einer hastigen Kurskorrektur. Die planetare Kontrolle versuchte, Ordnung in ein Sensorbild zu bringen, das gerade beschlossen hatte, jede Ordnung über Bord zu werfen.
„Alle zivilen Schiffe halten ihre gegenwärtigen Korridore. Wiederhole: keine eigenmächtigen Kursänderungen. Verkehr aus Sektor Drei wird auf Ausweichvektor—“

„Kontrolle, wir verlassen den Orbit. Unbekannte Kriegsschiffe auf—“
„Bleiben Sie auf Ihrem zugewiesenen—“

„Negativ! Wir gehen raus!“
Craton betrachtete das Durcheinander auf seinem Sensorbild. Andere wollten weg, er wollte runter, langsam erschien das Grinsen wieder.

„Dobra.“
Die Borrowed Luck war dem Planeten längst näher als die gerade eingetroffenen imperialen Verbände. Der Mirialaner legte den Explorer zunächst hinter einen größeren Frachter, der seinen ursprünglichen Anflug abgebrochen hatte und nun ebenfalls versuchte, aus dem zunehmend ungemütlichen Raum zu verschwinden. Ein wenig warten, den anderen Fehler machen lassen, dann die Lücke nehmen. Der Frachter korrigierte seinen Kurs, Craton reagierte beinahe gleichzeitig. Die Borrowed Luck kippte unter dessen Flugbahn hinweg und begann zu sinken. Eine Warnanzeige blinkte auf, Planetare Kontrolle, der Mirialaner ignorierte sie. Drei Sekunden, Vier.

„Borrowed Luck, bestätigen Sie Ihren neuen Vektor.“
„Borrowed Luck. Zwei ausfliegende Frachter drücken mich aus meinem Korridor. Ich gehe tiefer und nehme den südlichen Ausweichraum.“
„Negativ. Bleiben Sie auf—“
Eine andere Übertragung schnitt hinein, ann noch eine. Craton schob die Nase des Explorers weiter nach unten.
„Kontrolle? Ihr brecht weg.“
Das taten sie nicht, aber inzwischen redeten genügend andere Piloten gleichzeitig, dass es fast genauso klang. Es war erstaunlich, wie schnell Bürokratie ihre Zähne verlor, wenn jeder zur selben Zeit ein Problem hatte. Die Borrowed Luck sank weiter, wolken fraßen die Sterne. Die Atmosphäre begann am Rumpf zu arbeiten und das Summen der Triebwerke veränderte sich. Hinter ihm organisierte sich eine Invasionsflotte. Vor ihm lag eine Welt, die gerade erst begriff, dass über ihr Kriegsschiffe erschienen waren.

Als die Wolkendecke wieder aufriss, erstreckten sich unter der Borrowed Luck Felder bis zum Horizont. Bewässerungskanäle zogen gerade Linien durch die Landschaft. Lagerhallen, Silos, Pumpstationen und vereinzelte Gehöfte lagen wie kleine Inseln dazwischen. Die größeren Siedlungen ließ Craton weit hinter sich der Explorer sank noch tiefer. Eine landwirtschaftliche Fähre erschien kurz auf dem Sensor und verschwand wieder. Schließlich fand der Mirialaner eine kleine Servicestation zwischen zwei Geländeerhebungen. Niedrige Hallen, Pumptechnik, einige abgestellte Maschinen und genug Deckung, dass ein kleines Scoutschiff von der nächsten Straße kaum zu erkennen sein würde. Die Repulsoren fingen den letzten Teil des Abstiegs ab, ie Borrowed Luck setzte auf. Craton blieb noch einen Augenblick sitzen. Sensoren, keine unmittelbaren Kontakte. Er fuhr das Schiff herunter, nur die Passive Überwachung blieb aktiv. Er atmete aus.


Erst jetzt ging Craton in die kleine Nasszelle. Schwarzes und anthrazitfarbenes Gewebe lag eng am Körper. Der leichte Brustschutz darüber, Armschienen, Gürtel. Der Blaster an seiner gewohnten Position. Messer dort, wo seine Hände sie fanden, ohne dass er darüber nachdenken musste. Alles davon würde unter der Verkleidung bleiben, die naturfarbenen Stofflagen kamen darüber. Ein weiter Überwurf nahm seiner Silhouette die Härte. Grober Stoff verdeckte den Brustschutz. Ein zweiter Gürtel saß locker darüber, dazu Kapuze und Staubmaske. Altmodisch, beinahe altertümlich, nichts daran erinnerte an den Sith der eben noch die Nasszelle betreten hatte. Dann öffnete der Mirialaner eine kleine Dose, das Pigment darin roch chemisch. Craton betrachtete sein Spiegelbild. Seine eigenen Tätowierungen konnte er nicht verschwinden lassen, musste er auch nicht. Es genügte, sie in einer anderen Geschichte untergehen zu lassen. Mit zwei Fingern zog er eine breite dunkle Linie über einen Wangenknochen. Eine zweite folgte. An der Schläfe entstanden kantige geometrische Formen, bewusst größer und anders aufgebaut als seine tatsächlichen Markierungen. Wer später versuchte, das Gesicht zu beschreiben, sollte genau diese Linien beschreiben. Der Mirialaner neigte den Kopf, links, rechts.
„Fierfek.“
Er verzog den Mund.
„Ich sehe aus wie ein schlecht gelaunter Wandteppich.“

Die Staubmaske verdeckte anschließend Mund und einen Teil der Wangen, ließ aber genug von der grünen Haut und den falschen Zeichen sichtbar, Kapuze darüber. Der fremde Lichtschwertgriff kam an den äußeren Gürtel. Sein eigener Blaster und die Messer blieben darunter erreichbar. Craton Minara war noch immer vollständig bewaffnet. Der Mirialaner hob zwei Finger an die Stirn seines Spiegelbildes.
„Ma bukee.“


Dann verließ er die Borrowed Luck. Ein Speeder stand hinter einer Maschinenhalle. Alt, schmutzig, landwirtschaftlich. Mit anderen Worten: vollkommen vergessenswert. Craton hockte wenige Augenblicke später vor der Verriegelung.
„Dobra, ma bukee.“
Ein Werkzeug verschwand hinter der Abdeckung.
„Du kannst jetzt vernünftig sein.“

Ein Klicken, die Verriegelung sprang auf, der Mirialaner nickte zufrieden.
„Siehst du.“

Der Motor erwachte beim zweiten Versuch und klang dabei so, als hätte er persönlich etwas dagegen, noch einmal benutzt zu werden. Craton gab etwas Leistung, das Geräusch wurde schlimmer.
„Bei den schwarzen Knochen des toten Imperators.“
Der Speeder setzte sich dennoch in Bewegung, das genügte. Ein Ziel hatte der Mirialaner noch nicht. Also brachte er zunächst Abstand zwischen sich und die Borrowed Luck, bewegte sich grob in Richtung der beginnenden Operation und stellte den Speeder unter einem verlassenen landwirtschaftlichen Unterstand am Rand eines abgeernteten Feldes ab. Von dort aus konnte er den Himmel sehen, ddunkle Punkte bewegten sich inzwischen zwischen den Wolken. Transporter? Jäger? Vielleicht beides. Craton saß seitlich auf dem Fahrersitz. Ein Bein draußen. Das Comlink lag auf dem Armaturenbrett. Zwischen seinen Fingern wanderte eines der Messer, Nicht mit der Macht, Nur ausGewohnheit. Eine Minute, Zwei, Drei, der Mirialaner blickte zum Comlink, dann wieder zum Himmel.
„Komm schon, maLorda.“
Nichts. Das Messer wanderte zurück über seine Fingerknöchel.
„Ihr könnt keine Invasion beginnen und mich dann den interessanten Teil verpassen lassen.“

Das Comlink piepte, das Messer blieb augenblicklich stehen. Craton griff nach dem Gerät. Verschlüsselte Übertragung, keine Begrüßung, deine Erklärung. Zwei Koordinatenblöcke, eine Zeit, mehr nicht. Der Mirialaner betrachtete die Nachricht, dann den Himmel, wieder das Display.
„Das war's?“
Natürlich kam keine Antwort, langsam erschien ein Grinsen unter der Staubmaske. Das Messer verschwand in seiner Scheide.
„Darth Fierfek Angelus.“

Der Speeder erwachte protestierend zum Leben.
„Bei den Sonnen, maLorda... ihr wisst schon, dass Straßen existieren.“

Dann gab er Leistung, jetzt lief die Uhr.


Die Koordinaten führten zu einem Gehöft. Schon beim Näherkommen verstand der ehemalige Schmuggler, warum. Zwei niedrige Wirtschaftsgebäude,eine große Scheune, mehrere Tanks. Dahinter eine gedrungene technische Anlage, deren genauer Zweck ihn nicht interessierte. Mehrere Zufahrten, Deckung, Maschinen. Und weit genug von anderen Gebäuden entfernt, dass nachher niemand wegen einer zerborstenen Fensterscheibe Fragen stellen würde. Dopa Maskey stellte den Speeder hinter einem der Wirtschaftsgebäude ab und sah auf den Chrono. Nicht viel, aber genug. Er ging das Gelände einmal vollständig ab. Die Scheune bekam die meiste Aufmerksamkeit. Genug Material, das sich im richtigen Moment sehr überzeugend in Feuer, Rauch und Trümmer verwandeln würde. Ein flaches Nebengebäude mit breiten Toren und mehreren schweren landwirtschaftlichen Maschinen ließ er dagegen weitgehend unangetastet. Nicht jeder Teil einer Bühne musste beim Finale einstürzen. An anderen Stellen verschwanden kleinere Ladungen. Nicht genug, um das ganze Gehöft in die Luft zu jagen. Genug, um Deckung in eine Falle zu verwandeln oder einen Vormarsch dorthin zu lenken, wo der Sith ihn haben wollte. Eine Seitentür blieb offen,eine andere nicht. Ein abgestelltes landwirtschaftliches Fahrzeug wurde ein Stück versetzt. Ein Stapel Transportbehälter bot plötzlich ausgesprochen verlockenden Schutz. Menschen gingen selten dorthin, wo man sie haben wollte. Aber erstaunlich zuverlässig dorthin, wo sie glaubten, selbst entschieden zu haben hinzugehen. Zuletzt überprüfte Dopa Maskey den Fluchtweg aus der Scheune. Eine alte Wartungsöffnung führte unter dem hinteren Gebäudeteil hindurch zu einem niedrigen Entwässerungsgraben. Eng, schmutzig, aber benutzbar. Der Mirialaner sah erneut auf den Chrono. Dann nahm er den fremden Lichtschwertgriff vom Gürtel.


Sein Daumen fand den Schalter, ein scharfes Zischen durchschnitt die Nacht, blaue Energie schoss aus dem Griff. Der Sith erstarrte. Kaltes blaues Licht fiel auf seine behandschuhte Hand, die staubfarbenen Stoffe und die Wand neben ihm. Er blinzelte, Sah auf die Klinge, dann den Griff, wieder auf die Klinge.
„Fierfek.“

Er hielt die Waffe etwas weiter von sich weg.
„Blau?“

Unter der Maske verzog sich sein Gesicht.
„Bei den Sonnen, Angelus...“

Die Klinge erlosch.
„Das steht mir überhaupt nicht.“

Dann sah er auf die Kleidung, die Maske und wieder auf den Lichtschwertgriff. Jetzt verstand er auch die letzten Teile des Auftrags, das Grinsen kam langsam zurück.
„Oh, das ist nicht schlecht.“

Die blaue Klinge erwachte erneut.
„Das ist wirklich, wirklich nicht schlecht.“

Kurze Pause.
„Ich liebe es.“

Dopa Maskey spürte die Männer, bevor die ersten weißen Rüstungen zwischen den Wirtschaftsgebäuden sichtbar wurden. Zwei Gruppen, geordnet, diszipliniert, Sturmtruppen. Der Sith blieb zunächst im Schatten, ein Sturmtruppler gab ein Handzeichen. Ein Teil der Männer zog links herum, andere gingen rechts. Mehrere blieben zurück und sicherten die Annäherung, nicht schlecht. Dopa Maskey wartete, noch ein Stück, noch etwas. Dann trat er heraus, Kapuze tief im Gesicht, Staubmaske, grüne Haut. Dunkle, fremde geometrische Linien über Wange und Schläfe. Einer der Soldaten sah ihn, dann den Griff in seiner Hand. Der Mirialaner aktivierte die Waffe, blaues Licht schnitt durch die Dunkelheit.

Für einen Augenblick geschah nichts, genau dieser Augenblick war wichtig, sie mussten sehen, begreifen. Dann hob sich das erste Blastergewehr, Dopa Maskey bewegte sich. Der erste rote Schuss traf die blaue Klinge und wurde seitlich in die Wand eines Wirtschaftsgebäudes geschlagen. Der zweite verfehlte ihn, ein dritter folgte. Der Sith wich zurück, absichtlich. Die Männer folgten. Er streckte eine Hand aus. Der vorderste Sturmtruppler wurde von den Füßen gerissen und mehrere Meter durch den Staub geschleudert. Ein anderer verlor sein Blastergewehr, als die Macht es aus seinen Händen riss. Dopa Maskey hätte es nehmen können. Doch tat er nicht, kein Blaster, keine Messer. Keine jener kleinen Gemeinheiten, die zu sehr nach Craton Minara aussahen. Heute spielte hier jemand anderes. Ein Trupp drängte zwischen zwei abgestellten Maschinen hindurch. Der Mirialaner wartete, dann schloss sich seine freie Hand, die vorbereitete Ladung detonierte. Metall, Erde und Staub schlugen über die vermeintliche Deckung, mehrere weiße Gestalten verschwanden darin. Dopa Maskey war bereits unterwegs, die blaue Klinge zeichnete einen hellen Bogen durch den Staub. Ein Blastergewehr fiel auseinander, der Träger taumelte zurück. Ein anderer eröffnete aus kurzer Distanz das Feuer, die Klinge fing den ersten Schuss ab, dann den zweiten. Der Sith ging unter dem dritten hindurch und stieß den Mann mit der Macht rückwärts gegen eine Maschine. Ein Sturmtruppler einige Meter weiter griff zum Comlink, Dopa Maskey sah es. Er hätte ihn erreichen können. Nicht mit der Klinge, aber mit der Macht, ein Zug, ein Stoß, ein Stück Metall, irgendetwas. Stattdessen wandte er sich dem Soldaten neben ihm zu. Das Comlink erwachte.
„---Kontakt! Wir haben----“
Ein Blasterschuss schlug neben dem Mirialaner ein, die blaue Klinge hob sich. Dopa Maskey sprang seitlich auf eine niedrige Maschine, stieß sich wieder ab und landete hinter einem anderen Sturmtruppler. Der Kanal blieb offen, ein Schrei, Rauschen, dann brach die Übertragung ab. Unter der Staubmaske erschien ein Grinsen.

Die zweite Gruppe kam jetzt von der Seite, sie versuchten ihn einzukreisen. Der Sith wich Richtung Scheune zurück. Zwei Männer kamen über den Hof, einer blieb hinter dem Stapel Transportbehälter in Deckung. Der Mirialaner zog die Hand zurück, in kleiner Impuls mit der Macht. Die zweite Ladung ging hoch. Die Behälter sprangen auseinander und zwangen die übrigen Soldaten aus ihrer Stellung. Blasterfeuer füllte den Hof, blaues Licht bewegte sich dazwischen. Mehrere Schüsse wurden abgelenkt. Einer traf eine Wand. Ein anderer schlug in den Boden zurück. Dopa Maskey wechselte die Position. Immer wieder. Gerade genug, dass die Männer glaubten, ihn unter Druck zu setzen, gerade wenig genug, dass sie weiter nachrückten. Ein Sturmtruppler stolperte hinter eine Erntemaschine und riss sein Comlink hoch.
„----Position halten----verdammt, das ist ein-----“
Dopa Maskey drehte sich. Der Soldat sah ihn, Kapuze, Maske, grüne Haut, Tätowierungen, blaue Klinge. Der Sith blieb für einen Herzschlag vollkommen sichtbar. Der Mann brauchte nur noch ein Wort.
„-----Jedi-----“
Rauschen fraß die Verbindung, unter der Maske grinste der Mirialaner. Jetzt existierte die Geschichte, nicht mehr nur in einer Nachricht. Irgendwo auf einem imperialen Funkkanal hatte ein Sturmtruppler gerade gesagt, was jeder nach diesem Abend glauben sollte. Jedi. Dopa Maskey hob die Klinge, ab jetzt durfte es schneller gehen.

Als das letzte Blasterfeuer verstummte, lag eine eigentümliche Stille über dem Gehöft. Holz knackte, eine Maschine piepte in monotonen Abständen. Kleine Feuer fraßen sich durch trockenen Bewuchs und einige der herumliegenden Trümmer. Weiße Rüstungen lagen zwischen den Gebäuden. Der Sith stand mitten auf dem Hof, die blaue Klinge summte noch immer in seiner Hand. Dann änderte sich etwas, nicht auf den Sensoren, nicht über Funk, in der Macht. Dopa Maskey hob langsam den Kopf. Er kannte diese Präsenz. Selbst aus der Entfernung fühlte sie sich nicht wie ein einzelner Mann an. Eher wie ein Sturm, der noch jenseits des Horizonts tobte und dessen Druck man bereits in der Luft spürte. Oder wie der Rand eines schwarzen Loches. Nicht die Dunkelheit selbst, der Ereignishorizont. Jener Punkt, an dem man noch weit genug entfernt war, um nicht hineinzufallen, aber bereits wusste, dass dort etwas an allem zog. Darth Angelus. Der Mirialaner ließ die blaue Klinge etwas sinken.
„Da bist du ja, maLorda.“
Er wandte sich zur Scheune, zeit für das Finale. Das blaue Lichtschwert summte laut zwischen den alten Balken. Dopa Maskey bewegte sich absichtlich nicht sofort weiter. Die Präsenz näherte sich, ruhig, unaufhaltsam. Er hob die Klinge und zog sie mit einem kurzen harten Schlag über ein Metallgestell. Das Kreischen hallte durch die Scheune, blaues Licht flackerte durch eine der offenen Seiten. Wer von draußen kam, sollte keinen Zweifel haben, wo sich der vermeintliche Jedi befand. Der Sith wartete noch einige Herzschläge, dann deaktivierte er die Klinge. Stille.

Jetzt ging es schnell, die Kapuze flog zuerst,dann der weite Überwurf. Die äußeren Stofflagen riss der Mirialaner von Schultern und Gürtel und ließ sie dort liegen, wo sie fielen. Die Staubmaske landete zwischen zwei Maschinen und unter den altertümlichen Stoffen kam Schwarz zum Vorschein. Der Jedi verschwand innerhalb weniger Sekunden, Dopa Maskey blieb. Ein dunkles Tuch fuhr einmal grob über Wange und Schläfe, das Pigment verschmierte. Einige falsche Linien verschwanden vollständig, andere wurden zu dunklen Flecken auf der grünen Haut. Mehr brauchte es im Augenblick nicht, die Roben blieben zurück. Die Maske ebenfalls. Nachher würde man in den Trümmern verbrannte Stoffreste finden, vielleicht eine Schnalle. Etwas geschmolzenes Material, ein Grab ohne Leiche. Nur den Lichtschwertgriff nahm der Sith mit, der gehörte noch zu einem anderen Teil der Geschichte. Dopa Maskey kniete neben der Wartungsöffnung und aktivierte den vorbereiteten Zünder. Zwei Minuten. Der kleine Chronometer begann herunterzuzählen.
1:59.
1:58.
Die Präsenz war jetzt sehr nah, der Mirialaner grinste.
„Viel Spaß, maLorda.“


Dann verschwand er im Wartungsschacht. Der Tunnel war enger, als er gedacht hatte. Oder vielleicht hatte er lediglich unterschätzt, wie unangenehm es war, sich mit Brustpanzer und einem halben Arsenal am Gürtel durch eine landwirtschaftliche Wartungsöffnung zu zwängen. Er kroch, rutschte und blieb einmal mit dem Blasterholster hängen.
„Fierfek.“

Hinter ihm tickte die Zeit. Über ihm hörte er gedämpft Schritte und das Knacken brennenden Holzes. Dann erreichte er das Ende des Schachts und ließ sich in den niedrigen Entwässerungsgraben fallen. Feuchte Erde, Dunkelheit. Der Mirialaner bewegte sich weiter. Er warf sich hinter eine niedrige Böschung und sah zurück. Dopa Maskey zog den Kopf ein. Die Nacht wurde weiß, die Explosion zerriss die Scheune. Die Druckwelle lief über das Gehöft, riss Holz und Metall auseinander und schleuderte Trümmer weit über den Hof. Feuer schoss aus Fensteröffnungen und Türen, bevor Teile der Außenwände nach außen brachen. Etwas schlug wenige Meter neben dem Mirialaner in die Erde, dann begann es zu regnen. Staub, Holzsplitter, Asche. Dopa Maskey blieb einen Moment flach liegen, seine Ohren klingelten. Dann hob er langsam den Kopf. Dort, wo eben noch die Scheune gestanden hatte, brannte eine Ruine. Die Roben, die Maske, die falsche Gestalt. Alles dort drin, der Jedi hatte jetzt ein Grab.
Einige Augenblicke später knackte der mitgehörte imperiale Funkkanal, eine vertraute Stimme erklang.
„Es ist erledigt. Der Jedi ist tot.“

Der Mirialaner lag noch immer halb im feuchten Dreck, langsam breitete sich ein Grinsen über sein Gesicht aus.
„Tragisch.“



| Mittlerer Rand – M'shinni-Sektor – Agriworld-2079 – Kleinstadt auf der Südhalbkugel – Peripherie – außerhalb des Gehöfts | Dopa Maskey |
 
Agriworld-2079 | Neue Republik| Mittler Rand – M'Shinni Sektor | Kleinstadt auf der Südhalbkugel, Forschungsanlage am südlichen Stadtrand | Sedros Xyrtademus (inkognito als Darth Naver), Darel Cor (inkognito als Sith-Schüler Rel), ein Zug Death Trooper unter dem Kommando von Captain Vondar, Wissenschaftler und sonstiges Personal der Anlage (NSCs)

Sedros ging direkt an dem den Haupteingang bewachenden Death Trooper vorbei. Jegliche Frage nach dem Weg erübrigte sich in den Augen des reinblütigen Sith. Er musste einfach nur den Kampfgeräuschen folgen. Immer wieder ertönten Blasterschüsse, während die Death Trooper das Gebäude sicherten. Es war also ziemlich offensichtlich, wo sich andere Personen im Gebäude aufhielten. Sedros hatte aber ein anderes Ziel. Er folgte einfach den Markierungen an den Korridoren, um zu dem Raum zu kommen, der mit “Computerkern” beschriftet war. Auf dem Weg begegneten ihnen mehrere Leichen von Technikern in Overalls und Wissenschaftlern in Kitteln. Die Death Trooper hatten sich nicht damit aufgehalten, Gefangene zu machen. Sedros ging an den Leichen vorbei, als bemerkte er sie überhaupt nicht. Der Zugang zum Computerkern war natürlich abgeschlossen und ebenso natürlich hielt sie das nicht auch nur eine Minute auf. Ohne weiteres Aufheben aktivierte der reinblütige Sith sein Lichtschwert und zerhackte die Tür, bevor er die Waffe wieder deaktivierte, zurück an seinen Gürtel hängte und den Raum betrat.

Im Raum schaute sich
Sedros einen Moment lang um, es gab hier neben dem deckenhohen und vielleicht zwei Meter Durchmesser weiten Computerkern zwei Computerkonsolen zur Verwaltung der Archive des Gebäudes. Der reinblütige Sith verstand nicht allzu viel von den technischen Details und wandte sich an die vier KX-Serie Droiden, die Darel und ihm bis hierher gefolgt waren. “Jetzt seid ihr dran. Slicet euch in die Computersysteme und sichert alle Daten. Überprüft aber als erstes, von welchen Laboren keine aktuellen Daten vorhanden sind.” Die vier Droiden bestätigten den Befehl mit einem synchronen Nicken und teilten sich im Raum auf. Zwei knieten sich vor die Computerkonsolen, um ihre Scomp Links mit der jeweiligen Konsole zu verbinden, während die anderen beiden zum Computerkern selbst gingen und ihre Scomp Links mit Anschlüssen am Kern verbanden.

Während die KX-Serie Droiden daran arbeiteten, die Sicherheitsvorkehrungen der Computersysteme zu überwinden, blieb ihnen nichts anderes übrig, als abzuwarten. Langweilig wurde es
Darel und Sedros deswegen aber nicht. Verzerrte Funksprüche erreichten sie, die von sterbenden Soldaten erzählten und schließlich den Ursprung dieses Übels verrieten, ein Jedi. Der reinblütige Sith dachte direkt an seine erste Begegnung mit den Jedi zurück. Es war damals auf Kast gewesen, kurz bevor Imperator Allegious sein Ableben fand. Sedros wusste daher sehr genau, wie gefährlich diese Krieger der Republik waren und auch, wenn er heute erheblich mächtiger als damals war, war er sich alles andere als sicher, heute so ohne weiteres gegen ein Jedi-Einsatzteam bestehen zu können. Zum Glück aber war er nicht alleine. Da war zum einen Darel und Darth Angelus war auch nicht weit entfernt. Nicht zuletzt waren da auch die Death Trooper, sie würden zumindest einen kleinen Stolperstein für die Jedi-Krieger darstellen.

Fast zwei Minuten später gab es aber Entwarnung. So tief in den Eingeweiden des Forschungskomplexes bekam
Sedros zwar nicht die Explosion draußen mit, aber der Funkspruch von Darth Angelus erreichte sie hier drinnen sehr wohl. Der Jedi war wohl tot. Der reinblütige Sith nickte die Information ab und schaute zu Darel herüber. “Deine Feuertaufe muss wohl auf einen anderen Tag warten, Rel. Aber bleibe wachsam. Wo ein Jedi ist, sind manchmal auch noch weitere.” Sie hatten keine Zeit, das Thema zu vertiefen, einer der KX-Serie Droiden am Computerkern schaute auf und wandte sich an Sie. “Master Naver, Labor 3 wird zwar als belegt ausgewiesen, es finden sich jedoch keine Aufzeichnungen aus Labor 3 in den Archiven.” Einer der Wissenschaftlicher hier schätzte also seine Privatsphäre. Ein kleines Mysterium also, das unter anderen Umständen die Neugier des reinblütigen Sith geweckt hätte. Heute aber war das bestenfalls lästig, denn ihnen lief buchstäblich die Zeit davon.

“Na schön, führe uns zu Labor 3. Ihr anderen drei bleibt hier und ladet weiter die Forschungsdaten herunter.” Als nächstes aktivierte Sedros eine Funkverbdingung zu Captain Vondar. >>Captain Vondar, schicken Sie zwei Ihrer Männer zum Computerkern zur Bewachung der Droiden. Und schicken Sie zwei weitere Männer zu Labor 3.<< Sedros wartete die Bestätigung des Captains nicht ab. Er erwartete schlicht, dass die Death Trooper seine Befehle ausführten und wenn nicht…nun das war ein Problem für später und würde angemessen adressiert werden, wenn es soweit war. “Komm Rel, wir schauen uns Labor 3 mal näher an.”

Agriworld-2079 | Neue Republik| Mittler Rand – M'Shinni Sektor | Kleinstadt auf der Südhalbkugel, Forschungsanlage am südlichen Stadtrand | Sedros Xyrtademus (inkognito als Darth Naver), Darel Cor (inkognito als Sith-Schüler Rel), ein Zug Death Trooper unter dem Kommando von Captain Vondar, Wissenschaftler und sonstiges Personal der Anlage (NSCs)
 
| Mittlerer Rand – M'shinni-Sektor – Agriworld-2079 – Kleinstadt auf der Südhalbkugel – Peripherie – außerhalb des Gehöfts | Dopa Maskey |​


Der Mirialaner blieb noch einige Augenblicke im feuchten Graben liegen. Hinter ihm fraß sich Feuer durch die Überreste der Scheune. Holz knackte, irgendwo barst noch etwas unter der Hitze und hin und wieder schlug ein kleineres Trümmerstück auf dem Hof auf. Das Klingeln in seinen Ohren ließ langsam nach. Darth Angelus hatte seine Meldung bereits abgesetzt, der Jedi war tot. Craton musste wieder grinsen. Eine bemerkenswert erfolgreiche Karriere für einen Mann, der kaum eine halbe Stunde existiert hatte. Er stemmte sich hoch, rutschte ein Stück tiefer in den Graben und ließ sich hinter einer Böschung nieder, die ihn vom Gehöft aus vollständig verbarg. Erst dort griff er an seinen Gürtel. Der fremde Lichtschwertgriff war noch da, gut. Alles andere durfte verschwinden. Die Staubmaske lag ohnehin in der brennenden Scheune., die Roben ebenfalls. Gürtel, Kapuze, Stofflagen, alles, was jemand später mit der verhüllten Gestalt verbinden konnte, war dort geblieben und dürfte inzwischen entweder brennen oder in mehrere Teile über das Gelände verteilt worden sein.4 Der Mirialaner zog ein kleines Tuch und ein flaches Behältnis aus einer seiner Taschen. Ein wenig Flüssigkeit darauf, dann fuhr er damit über die Wange. Das Tuch färbte sich schwarz. Die breiten geometrischen Linien lösten sich von seiner Haut. An der Schläfe brauchte er etwas länger. Staub, Schweiß und Pigment vermischten sich zu einer schmierigen dunklen Spur, die erst beim dritten Wischen vollständig verschwand. Cratons tatsächliche Tätowierungen kamen wieder darunter hervor. Er betrachtete das schmutzige Tuch.
„War schön mit dir, ma bukee.“
Das Tuch bekam einen letzten Spritzer Lösungsmittel. Dann hielt der ehemalige Schmuggler es an ein glimmendes Stück Holz, das einige Meter entfernt im Graben gelandet war. Die Fasern fingen Feuer. Craton ließ das Tuch fallen und sah zu, wie es sich zusammenzog, schwarz wurde und schließlich nur noch ein wenig verkohltes Material übrig blieb.

Dopa Maskey war wieder allein, dann wurde der Himmel hell. Nicht wie bei Sonnenaufgang. Weit oberhalb der Wolken blitzte etwas auf und verschwand wieder. Der Sith hob den Kopf. Ein zweiter Lichtpunkt folgte, dann ein dritter. Für das bloße Auge war dort oben kaum mehr zu erkennen als gelegentliches Aufflackern und winzige Lichtspuren, die viel zu schnell über den Himmel zogen. Aber er wusste, was über ihm geschah. Craton lehnte eine Schulter gegen die Böschung und betrachtete das Schauspiel. Von hier unten sah die Raumschlacht beinahe friedlich aus, ein Lichtpunkt, dann ein anderer. Vielleicht gerade ein Turbolaserschuss, vielleicht ein Jäger. Vielleicht mehrere Menschen, die in diesem Augenblick überhaupt nicht wussten, dass ein Mirialaner auf einem abgeernteten Feld stand und ihnen beim Sterben zusah. Ein weiterer heller Strich zog über einen Teil des Himmels. Craton schnalzte mit der Zunge.

„Bei den Sonnen.“
Er legte den Kopf etwas schief.
„Und ich dachte, ich hätte heute den auffälligen Auftritt.“
Ein dumpfes Grollen erreichte ihn erst Sekunden später. Vielleicht vom Orbit, vielleicht von irgendwo auf der Oberfläche. Auf Agriworld war das inzwischen vermutlich schwer auseinanderzuhalten. Der Sith betrachtete den Himmel noch einige Herzschläge, dann vibrierte sein Comlink, sein Blick sank sofort nach unten. Verschlüsselte Übertragung, wieder keine Begrüßung, kein Text, nur eine Positionsmarkierung. Wenige DutzeZd Meter von ihm entfernt, auf dem Gehöft. Craton vergrößerte die Karte, das flache Nebengebäude. Der Maschinenunterstand, den er bei seinen Vorbereitungen bewusst nicht angerührt hatte. Sein Mundwinkel zuckte.
„Natürlich.“
Er sah zur rauchenden Ruine der Scheune, dann auf den Marker, dann wieder auf die Ruine.
„Ihr seid wirklich ein dramatischer bastard, maLorda.“
Das Comlink verschwand wieder. Der Mirialaner zog den fremden Lichtschwertgriff vom Gürtel und betrachtete ihn einige Augenblicke. Das Metall war inzwischen mit Staub und Asche überzogen. Er fuhr einmal mit dem Daumen darüber. Blau. Er verzog noch immer das Gesicht bei dem Gedanken. Dann steckte er die Waffe wieder ein und setzte sich in Bewegung.

Er nahm nicht den direkten Weg, alte Gewohnheit. Dopa Maskey bewegte sich zunächst entlang des Entwässerungsgrabens, umrundete einen Teil des Geländes und näherte sich dem Gehöft schließlich von einer Seite, die von den weiter entfernten imperialen Stellungen nicht unmittelbar einzusehen war. Die Macht lag dabei wie ein zweiter Sinn über allem. Feuer, Rauch, sterbende Glut, Menschen in größerer Entfernung. Und dazwischen etwas, das überhaupt nicht hierher passte. Oder vielleicht viel zu gut. Der Sith verlangsamte seinen Schritt, diese Präsenz kannte er. Sie hatte sich verändert, seit er ihr das erste Mal begegnet war, oder vielleicht hatte er sich verändert. Früher hatte sie ihn überwältigt, heute wusste er, was er da spürte. Das machte sie nicht kleiner, Darth Angelus war kein Licht in der Macht. Aber uch keine einfache Dunkelheit. Die Präsenz wurde mit jedem Schritt schwerer, Dopa Maskey kannte dieses Gefühl, ein Reaktorkern im roten Bereich. Temperaturen weit jenseits dessen, was vernünftig war. Kühlung am Anschlag, Abschirmung unter Belastung, alles bereit für eine Kernschmelze. Und trotzdem war es seltsam stabil, nicht weil die Gefahr geringer geworden wäre, sondern weil jemand sie im Zaum hielt. So fühlte sich Darth Angelus in der Macht an, nicht außer Kontrolle, das genaue Gegenteil und genug Kraft für eine Katastrophe, um selbst zu entscheiden, wann sie begann. Dopa Maskey blieb einen Moment zwischen zwei halb zerstörten Maschinen stehen. Ein Grinsen erschien.
„Ja.“
Sein Blick ging zum Nebengebäude.
„Das ist er.“
Der ehemalige Schmuggler setzte seinen Weg fort. Glasscherben knirschten einige Meter entfernt zwischen den Trümmern. Die Scheune war kaum wiederzuerkennen. Teile der Außenmauern standen noch, der Rest war eine Mischung aus Feuer, Rauch, Balken und schwarzem Schutt, nur ein Grab. Craton warf dem Ergebnis einen beinahe zufriedenen Blick zu.
„Ruhe in Frieden, pateesa.“

Dann ging er weiter, das Nebengebäude hatte die Explosion erstaunlich gut überstanden, die Fenster nicht. Überall lagen Glasscherben, aber die tragende Struktur stand noch. Durch die breiten offenen Tore waren mehrere schwere landwirtschaftliche Maschinen zu erkennen, deren Zweck sich Craton vermutlich selbst dann nicht erschlossen hätte, wenn jemand ihm dafür bezahlt hätte. Zwischen ihnen lag Dunkelheit und die Macht. Der Mirialaner blieb außerhalb des Tores stehen. Er musste nicht hineingehen, um zu wissen, dass Darth Angelus dort war. Seine Präsenz lag über dem Gebäude, absichtlich, nicht verborgen. Fast, als hätte jemand eine schwarze Fahne über den Treffpunkt gehängt. Craton hob eine Braue.
„Subtil.“
Er trat durch das Tor, seine Schritte waren leise. Nicht weil er glaubte, sich vor Darth Angelus verstecken zu können. Das wäre ausgesprochen optimistisch gewesen. Sondern weil man alte Gewohnheiten nicht einfach ablegte, nurweil man inzwischen Sith war. Zwischen den Maschinen wurde die Präsenz stärker, dann sah er ihn. Schwarz zwischen den schweren Gerätschaften. Darth Angelus. Für einen Augenblick sagte Craton nichts. Er blieb einige Schritte entfernt stehen und musterte seinen ehemaligen Meister. Dann erschien dieses alte, viel zu breite Grinsen auf seinem Gesicht. Der Mirialaner breitete die Arme ein wenig aus.

„Darth Fierfek Angelus.“
Er ließ die Worte einen Moment im Raum stehen. Dann neigte er den Kopf gerade weit genug, dass es mit sehr viel Wohlwollen noch als respektvolle Begrüßung durchgehen konnte.
„MaLorda.“
Sein Blick wanderte einmal über die schwarze Gestalt vor ihm, das Grinsen wurde noch etwas breiter.
„Bei den Sonnen.“
Kurze Pause.
„Ihr lebt ja immer noch.“
Das war ungefähr die Menge an ehrlicher Freude, die Craton Minara üblicherweise bereit war, einem anderen Menschen freiwillig zu zeigen. Er griff an den Gürtel, langsam, zog den fremden Lichtschwertgriff hervor. Für einen kurzen Moment drehte er ihn zwischen den Fingern und betrachtete ihn noch einmal. Dann sah er zurück zu Darth Angelus.
„Eins muss ich Euch lassen, maLorda.“
Er hob die Waffe etwas an.
„Die Requisite war ausgezeichnet.“
Ein letzter Blick auf den Griff. Dann trat Craton einen Schritt näher und streckte die Hand aus. Der Lichtschwertgriff lag offen auf seiner Handfläche, das Grinsen verschwand nicht.
„Euer Jedi.“


| Mittlerer Rand – M'shinni-Sektor – Agriworld-2079 – Kleinstadt auf der Südhalbkugel – Peripherie – Nebengebäude des Gehöfts| Dopa Maskey, Darth Angelus |​

 
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Darth Angelus, Dopa Maskey


Es gab Stimmen, die selbst nach Jahren nicht in Vergessenheit gerieten. Und in diesem Fall waren es nicht einmal Jahre gewesen, sondern nur Monate. Angelus hatte die Augen bereits geöffnet, noch ehe die ersten schurkenhaft-leisen Schritte zwischen den schweren landwirtschaftlichen Maschinen erklungen waren. Wirklich notwendig wäre selbst das nicht gewesen. Die Präsenz, die sich seiner eigenen finsteren Aura näherte, war ihm schließlich vertraut genug. Verändert, zweifellos; gefestigter und mächtiger. Nicht mehr jene unfertige Ansammlung aus Talent, Instinkt und einem bemerkenswert ausgeprägten Hang zu zweifelhaften Entscheidungen, die ihm vor nicht allzu langer Zeit über den Weg gelaufen war. Doch noch immer vertraut.

Bei der wenig ehrfürchtigen Begrüßung seines
ehemaligen Schülers senkte der adelige Sith schließlich langsam den Kopf und wandte sich zu ihm um. Seine grünen Augen glitten über den Mirialaner und blieben für einige Augenblicke schweigend auf ihm liegen. Vor ihm stand längst nicht mehr jener Schmuggler und Auftragsmörder, den er einst unter seine Fittiche genommen hatte, sondern ein Sith-Krieger.

Und ein großer Teil dessen, was dort vor ihm stand, war sein Werk. Dieser Gedanke gefiel Sabar außerordentlich gut. Vielleicht erklärte er auch das für seine Verhältnisse ungewöhnliche Wohlwollen, mit dem er seinen ehemaligen Schüler betrachtete. Sentimentalität lag ihm fern und das Wiedersehen verlangte weder Umarmungen noch große Worte. Stolz hingegen war eine vollkommen andere Angelegenheit. Besonders dann, wenn man sich selbst einen Teil davon anrechnen konnte. Ein wenig Feinschliff, etwas weniger huttische Gossensprache und schon bald würde
Craton neben ihm eine formidable Figur abgeben.

Als dieser ihm schließlich die offene Hand mit dem vertrauten Lichtschwertgriff entgegenstreckte, senkte Angelus den Blick darauf. Ein finsteres Lächeln zeichnete sich auf seinen Lippen ab.


"Du bist also der Jedischuft, der achtzehn meiner Sturmtruppen vernichtet hat"

Mehr Würdigung benötigte der eben verstorbene Jedi nicht. Angelus nahm den Lichtschwertgriff aus
Cratons Hand, ließ ihn für einen Moment zwischen seinen behandschuhten Fingern ruhen und betrachtete die von der Jedi Faith erbeutete Waffe beinahe zufrieden. Achtzehn tote Sturmtruppen, mehrere abgebrochene Funksprüche und eine blaue Klinge, die genügend Männer mit eigenen Augen gesehen hatten - und deren Helmkameras. Dazu eine ausgebrannte Scheune, unter deren Trümmern niemand mehr eine brauchbare Leiche finden würde. Der Jedi hatte nur für kurze Zeit existiert, doch dafür hatte er bemerkenswert gute Arbeit geleistet.

Angelus ließ das Lichtschwert unter seinem Umhang verschwinden.


"Wo ein Jedi auftaucht, könnten schließlich noch weitere lauern"

Der Sith legte den Kopf geringfügig zur Seite. Etwas änderte sich in seinem Tonfall. Nicht genug, um die kaum verhohlene Belustigung daraus verschwinden zu lassen, wohl aber genug, dass
Craton mit einem Mal nicht länger der Mann war, der nur wenige Schritte vor ihm stand. Angelus sprach über seinen ehemaligen Schüler vielmehr mit jener Selbstverständlichkeit, mit der er es schon bald gegenüber dem imperialen Kommando tun würde.

"Unter diesen Umständen werde ich wohl freundlichst um die Unterstützung meines ehemaligen Schülers ersuchen. Ein fähiger Sith-Krieger, mit dessen besonderen Talenten ich bereits ausgezeichnete Erfahrungen gemacht habe und der sich gegenwärtig selbstverständlich auf Bastion befindet."

Sein Blick glitt vollkommen ungeniert über ebenjenen
Sith-Krieger.

"Er wird Bastion verlassen und sich auf dem schnellstmöglichen Wege an die Front im galaktischen Norden begeben. Angesichts der jüngsten Jedi-Aktivitäten auf Agriworld dürfte weder das Kommando des Verbandes noch der gute Darth Naver Einwände gegen zusätzliche Unterstützung aus dem Orden erheben. Extinktoren, Alchemisten und Assassinen. Eine ausgesprochen reizvolle Dreifaltigkeit, nicht?“

Eine seiner Brauen wanderte nach oben, seine Andeutung dabei förmlich unterstreichend. Hier ging es weder um Credits, noch um dunkles Wissen im Austausch für seine Dienste. Craton war zu höherem bestimmt. Der adelige Sith betrachtete sein
Gegenüber nun etwas eingehender, wobei sein Blick an den Spuren von Staub, Asche und Dreck hängen blieb, die dessen jüngste Heldentaten hinterlassen hatten.

"Vor seiner Abreise wird er sich allerdings waschen und etwas Vernünftiges anziehen"

Eine kurze Pause folgte. Das wölfische Lächeln wurde breiter.

"Und unter Umständen endlich einen Darth-Titel annehmen. Ich werde dem Kommando des Verbandes und Darth Naver ganz gewiss keinen Mann namens Dopa Maskey als dringend benötigte Verstärkung aus Bastion vorstellen."

Damit war die Angelegenheit für Angelus im Wesentlichen geklärt. Der
Mann, der vor ihm stand, würde Agriworld wieder verlassen, ohne jemals hier gewesen zu sein. Der vermeintliche Jedi war tot und sein Bezwinger bereits bekannt. Erst danach würde Darth Angelus angesichts möglicher weiterer Jedi-Präsenz die Unterstützung eines ehemaligen Schülers anfordern. Irgendwo auf Bastion würde Craton Minara daraufhin ganz offiziell seine Reise antreten. Reisedaten würden entstehen. Befehle würden weitergeleitet werden. Sein Eintreffen würde angekündigt werden. Und irgendwann würde sich niemand mehr dafür interessieren, weshalb ausgerechnet dieser Sith-Krieger an die Front geschickt worden war. Die Antwort darauf stand schließlich bereits in den Einsatzberichten: Jedi.

Angelus wandte sich dem offenen Tor des Maschinenunterstandes zu. Draußen stieg noch immer schwarzer Rauch aus den Überresten der Scheune in den Himmel. Für einen Moment betrachtete er das Grab eines Mannes, der niemals existiert hatte. Dann setzte er sich in Bewegung. Erst unmittelbar vor dem Ausgang blieb der adelige Sith noch einmal stehen und blickte über die Schulter zu seinem ehemaligen
Schützling. Das finstere Lächeln war noch immer auf seinen Lippen.

"Wir sollten uns nun verabschieden. Schließlich haben wir uns heute noch gar nicht getroffen."

Seine grünen Augen funkelten, ehe für einen Herzschlag jenes unnatürliche Rot darin aufflackerte, das die Dunkle Seite bisweilen an die Oberfläche trieb.

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Darth Angelus, Dopa Maskey
 

Agriworld-2079 | Neue Republik | Mittler Rand – M'Shinni Sektor | Kleinstadt auf der Südhalbkugel, Forschungsanlage am südlichen Stadtrand | Sedros Xyrtademus (inkognito als Darth Naver), Darel Cor (inkognito als Sith-Schüler Rel), ein Zug Death Trooper unter dem Kommando von Captain Vondar, Wissenschaftler und sonstiges Personal der Anlage (NSCs)



Darel folgte seinem Meister an dem Death Trooper vorbei und betrat wenige Schritte hinter ihm das Innere der Forschungsanlage.

Das sporadische Blasterfeuer, das er bereits vor dem Gebäude gehört hatte, wurde innerhalb der Korridore deutlicher. Einzelne Schüsse hallten durch die Anlage und wurden von den glatten Wänden auf eine Weise zurückgeworfen, die es Darel zunächst schwer machte, ihre genaue Richtung einzuschätzen. Sedros schien sich davon allerdings nicht beirren zu lassen und orientierte sich stattdessen an den Beschriftungen der einzelnen Korridore.

Darel hielt sich wie angewiesen hinter ihm.

Seine rechte Hand blieb weiterhin in der Nähe seines Lichtschwerts, während sein Blick regelmäßig zwischen seinem Meister und ihrer unmittelbaren Umgebung wechselte. Türen, Seitengänge und Kreuzungen erhielten plötzlich eine Aufmerksamkeit, die Darel ihnen unter gewöhnlichen Umständen niemals geschenkt hätte. Er wusste schließlich nicht, welche Bereiche die Death Trooper bereits vollständig gesichert hatten oder ob irgendwo jemand zurückgeblieben war, der auf die Idee kommen konnte, sich den beiden Sith entgegenzustellen.

Bislang begegneten ihnen allerdings nur jene Menschen, für die diese Möglichkeit bereits vorüber war.
Bei der ersten Leiche eines Technikers blieb Darels Blick unwillkürlich einen Moment länger hängen.
Der Mann lag noch in seinem Overall auf dem Boden des Korridors. Wenig später folgte ein Wissenschaftler in einem Kittel und schließlich weitere Tote, an denen sie auf ihrem Weg vorbeikamen. Die Death Trooper hatten sich beim Eindringen in die Anlage offensichtlich nicht lange damit aufgehalten, Gefangene zu machen.

Darel verlangsamte seinen Schritt nicht, doch so selbstverständlich wie sein Meister konnte er die Toten nicht übergehen.
Vielleicht hätte er sich vor ihrer Landung eingeredet, dass es keinen besonderen Unterschied machen würde. Er wusste schließlich, was Krieg bedeutete, hatte über Schlachten gelesen und war spätestens seit seiner Aufnahme in den Sith-Orden keineswegs mehr vollkommen von Gewalt abgeschirmt gewesen.

Trotzdem war sein bisheriges Leben ein gutes gewesen.


Darel war in Wohlstand aufgewachsen, hatte studiert, trainiert und einen beträchtlichen Teil seines Lebens in einer Umgebung verbracht, in der Sicherheit für ihn etwas Selbstverständliches gewesen war und die gefährlichsten Erfahrungen seiner bisherigen Ausbildung ließen sich nur bedingt mit dem vergleichen, was nun vor ihm lag. Auf Dxun hatten sie gegen Tiere gekämpft, auf Bastion waren seine Gegner Trainingspartner oder Droiden gewesen.

Diese Menschen hier waren vor wenigen Minuten vermutlich noch ihrer Arbeit nachgegangen und jetzt lagen sie tot in einem Korridor.

Für einen kurzen Moment störte ihn dieser Gedanke mehr, als Darel erwartet hatte. Fast unmittelbar darauf suchte sein Verstand jedoch nach jener nüchternen Einordnung, mit der er auch sonst unangenehmen Dingen begegnete.
Sie waren keine vollkommen unbeteiligten Passanten gewesen, die zufällig zwischen die Fronten geraten waren. Sie hatten in einer republikanischen Forschungsanlage gearbeitet und damit einer Regierung gedient, mit der sich das Imperium im Krieg befand. Was genau hier erforscht wurde und wie viel die einzelnen Toten damit zu tun gehabt hatten, wusste Darel nicht. Doch sie hatten sich auf republikanischem Territorium in einer Einrichtung befunden, die für das Imperium wichtig genug war, um sie zum Ziel einer militärischen Operation zu machen.

Darel wusste selbst, dass diese Erklärung die Leichen vor ihm nicht weniger tot machte. Sie genügte jedoch, um den kurzen Anflug von Unbehagen wieder dorthin zu schieben, wo er ihn im Augenblick haben wollte.

Es herrschte Krieg und sie standen auf der anderen Seite.
Sein Blick blieb noch einen Moment an einem der Toten hängen, bevor er wieder zu Sedros aufsah. Sein Meister ging weiter, als hätte es die kurze Unterbrechung überhaupt nicht gegeben.


Der Zugang zum Computerkern stellte schließlich ebenfalls kein größeres Hindernis dar. Darel trat einen Schritt zurück, als Sedros sein Lichtschwert aktivierte und die verschlossene Tür innerhalb weniger Augenblicke zerlegte. Kaum war der Weg frei, verschwand die rote Klinge wieder und Darel folgte seinem Meister in den dahinterliegenden Raum.

Sein Blick wanderte zunächst über den beinahe deckenhohen Computerkern und anschließend zu den beiden Konsolen. Von der technischen Funktionsweise verstand Darel selbst nicht genug, um hier einen sinnvollen Beitrag leisten zu können, und glücklicherweise hatten sie für genau diesen Zweck vier wesentlich besser geeignete Begleiter mitgebracht.

Sedros wies die KX-Droiden an, sich Zugang zum System zu verschaffen und sämtliche Forschungsdaten zu sichern, wobei sie zunächst überprüfen sollten, aus welchen Laboren keine aktuellen Aufzeichnungen vorhanden waren.
Darel trat etwas zur Seite, als sich die vier Droiden an ihre Arbeit machten.


Für Darel und Sedros blieb vorerst wenig anderes übrig, als abzuwarten.
Die vermeintliche Ruhe hielt allerdings nicht lange an.
Verzerrte Funksprüche drangen über die Kommunikationsverbindung zu ihnen durch. Anfangs waren es einzelne Meldungen, deren Zusammenhang Darel kaum erfassen konnte, doch schon bald wurde deutlich, dass irgendwo innerhalb oder in unmittelbarer Nähe der Anlage imperiale Soldaten fielen.

Darels Aufmerksamkeit richtete sich vollständig auf den Funkverkehr.
Dann fiel ein Wort, das dafür sorgte, dass sich seine Finger beinahe unwillkürlich näher an sein Lichtschwert bewegten.

Ein Jedi.
Die Anspannung, die Darel seit dem Betreten der Anlage begleitet hatte, veränderte sich schlagartig. Bislang hatte er jederzeit damit gerechnet, auf bewaffnete Sicherheitskräfte oder andere Verteidiger der Anlage zu treffen. Ein Jedi war etwas anderes.

Jedi waren bislang für ihn vor allem Bestandteil seiner Ausbildung gewesen. Gegner, über deren Fähigkeiten gesprochen wurde und gegen die ein Sith irgendwann bestehen können musste. Selbst seine Erfahrungen mit Sedros konnten daran nur bedingt etwas ändern. Sein Meister trainierte ihn, wollte ihn fordern und korrigierte seine Fehler. Ein Jedi würde nichts davon tun.

Nun befand sich tatsächlich einer irgendwo in ihrer Nähe.
Darel konnte nicht leugnen, dass ihn bei diesem Gedanken neben der Anspannung auch eine gewisse Aufregung erfasste. Seit ihrer Landung wartete er darauf, seine Ausbildung endlich unter realen Bedingungen einsetzen zu können, und ein Teil von ihm wollte wissen, wie viel davon tatsächlich übrig blieb, sobald ihm kein Trainingspartner gegenüberstand.

Gleichzeitig war er vernünftig genug, um zu erkennen, dass zwischen dem Wunsch nach einer Herausforderung und einem ausgebildeten Jedi ein beträchtlicher Unterschied lag.
Er hatte noch nie gegen einen Jedi gekämpft.
Er hatte überhaupt noch nie ernsthaft gegen einen anderen Machtnutzer um sein Leben kämpfen müssen.
Vielleicht wäre ausgerechnet ein Jedi also eine ausgesprochen ambitionierte Wahl für seinen ersten richtigen Gegner gewesen.

Darel ließ die Hand trotzdem in der Nähe seines Lichtschwerts und verfolgte aufmerksam den Funkverkehr. Sollte der Jedi in ihre Richtung kommen, würde ihm ohnehin keine Zeit bleiben, darüber nachzudenken, ob er für diese Begegnung bereits bereit war.
Fast zwei Minuten später erledigte sich die Angelegenheit jedoch bereits wieder.
Die Stimme Darth Angelus’ drang über Funk zu ihnen durch und brachte die Nachricht, dass der Jedi tot war.
Darel lockerte seine Finger etwas.

Ein Teil der aufgebauten Spannung fiel augenblicklich von ihm ab, während gleichzeitig eine kleine Spur von Enttäuschung zurückblieb. Offenbar würde er noch etwas länger darauf warten müssen herauszufinden, wie er sich in einem tatsächlichen Kampf schlug.
Als Sedros zu ihm sah und trocken bemerkte, dass seine Feuertaufe wohl auf einen anderen Tag warten musste, musste Darel unter seinem Helm leicht schmunzeln. Die anschließende Warnung seines Meisters, trotzdem wachsam zu bleiben, nahm er mit einem knappen Nicken zur Kenntnis.

„Ich bleibe wachsam, Meister.“

Ganz unrecht hatte Sedros schließlich nicht. Wo ein Jedi auftauchte, bestand zumindest die Möglichkeit, dass er nicht allein gekommen war.
Bevor Darel diesem Gedanken weiter folgen konnte, meldete sich einer der KX-Droiden zu Wort.

Darel wandte sich dem Droiden zu und hörte aufmerksam zu, als dieser erklärte, dass das betreffende Labor zwar offiziell als belegt geführt wurde, sich im zentralen Archiv jedoch keinerlei aktuelle Aufzeichnungen daraus finden ließen.

Das war zumindest ungewöhnlich.
Wenn die übrigen Labore ihre Forschungsdaten im zentralen System hinterlegten und ausgerechnet ein einzelner Bereich davon ausgenommen war, gab es dafür vermutlich einen Grund. Vielleicht galten dort andere Sicherheitsvorschriften, vielleicht wurden die Daten separat gespeichert oder jemand hatte sehr bewusst dafür gesorgt, dass die dortige Arbeit nicht im gewöhnlichen Archiv auftauchte.

Was auch immer die Erklärung war, Darels Neugier war geweckt.
Sedros schien ebenfalls wenig Interesse daran zu haben, die verbleibende Zeit mit Spekulationen zu verschwenden. Drei der KX-Droiden erhielten den Befehl, den Download fortzusetzen, während der vierte sie zu Labor 3 führen sollte. Gleichzeitig forderte sein Meister über Funk vier weitere Death Trooper an, von denen zwei den Computerkern sichern und die anderen beiden zu ihrem neuen Ziel kommen sollten.

Darel nutzte die wenigen Augenblicke, um noch einmal den Sitz seines Lichtschwerts zu überprüfen.
Die Aussicht auf einen Jedi hatte sich vorerst erledigt, doch spätestens die bisherigen Funksprüche hatten deutlich genug gezeigt, dass der Komplex keineswegs vollständig unter imperialer Kontrolle stand. Und wenn jemand genügend Wert auf die Geheimhaltung seiner Arbeit gelegt hatte, um ein gesamtes Labor aus dem zentralen Datenbestand herauszuhalten, war zumindest nicht auszuschließen, dass dort noch etwas auf sie wartete.

Sedros wandte sich bereits wieder an ihn und forderte ihn auf mitzukommen.

„Jawohl, Meister.“, antwortete Darel und trat zu ihm.

Der KX-Droide würde ihnen den Weg weisen.
Was sie am Ende dieses Weges erwartete, würden sie früh genug herausfinden.



Agriworld-2079 | Neue Republik | Mittler Rand – M'Shinni Sektor | Kleinstadt auf der Südhalbkugel, Forschungsanlage – auf dem Weg zu Labor 3 | Sedros Xyrtademus (inkognito als Darth Naver), Darel Cor (inkognito als Sith-Schüler Rel), KX-Droide, Death Trooper unter dem Kommando von Captain Vondar, Wissenschaftler und sonstiges Personal der Anlage (NSCs)
 
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Cratons Grinsen wurde noch ein Stück breiter, als Darth Angelus ihn zum eben verstorbenen Jedischuft erklärte. Sein Blick wanderte kurz zum Lichtschwertgriff zwischen den behandschuhten Fingern seines ehemaligen Meisters und anschließend in Richtung der rauchenden Überreste der Scheune. Achtzehn Sturmtruppen, eine blaue Klinge, mehrere Funkmeldungen. Und irgendwo da draußen bereits die ersten Einsatzberichte über einen Jedi, der seit weniger als einer Stunde existiert hatte und inzwischen bedauerlicherweise verstorben war.
„Für einen Toten hatte der Mann wirklich einiges erreicht.“
Eine kurze Pause.
„Zumindest bis vor ein paar Minuten.“
Der Mirialaner sah zu, wie die Waffe unter dem Umhang von Darth Angelus verschwand. Damit besaß sein ehemaliger Meister eine Trophäe des toten Jedis. Als sein ehemaliger Meister anschließend davon sprach, dass dort, wo ein Jedi auftauchte, durchaus noch weitere lauern könnten, lag bereits wieder dieses vertraute Funkeln in Cratons Augen. Er wusste, wohin das führte. Und als Darth Angelus mit ausgesuchter Förmlichkeit erklärte, wohl die Unterstützung seines ehemaligen Schülers anfordern zu müssen, zog der Mirialaner einen Fuß geringfügig zurück, eine Hand wanderte hinter den Rücken, die andere legte er vor den Bauch. Dann vollführte er eine angedeutete höfische Verbeugung, gerade tief genug, um technisch noch als respektvoll gelten zu können.
„Wie außerordentlich schmeichelhaft.“
Er richtete sich wieder auf.
„Ich bin sicher, der Mann wird sich unverzüglich auf den Weg machen.“

Das Problem daran war natürlich, dass dieser Mann zunächst einmal nach Bastion zurückkehren musste, damit er Bastion anschließend offiziell verlassen konnte. Der Gedanke allein ließ einen Mundwinkel nach oben wandern, Bürokratie. Eine der wenigen Kräfte der Galaxis, die selbst die Macht gelegentlich vernünftig erscheinen ließ. Darth Angelus fuhr fort, Front im galaktischen Norden, jüngste Jedi-Aktivitäten, Unterstützung aus dem Orden, Extinktoren, Alchemisten. Craton hörte zu, ann fiel das letzte Wort, Assassinen. Das Grinsen blieb, aber etwas darin veränderte sich, sein Kopf legte sich geringfügig zur Seite, die Brauen zogen sich zusammen.
„Assassinen?“
Für einen Augenblick sah der Mirialaner Darth Angelus nur an. Dann begannen einige Dinge in seinem Kopf ihre Plätze zu wechseln. Eine Nachricht ohne Absender. Jemand, der gewusst hatte, dass Darth Angelus einen Problemlöser brauchte. Jemand, der gewusst hatte, welches Schiff er nehmen würde, Requisiten, die bereits dort gewesen waren. Unter Beobachtung. Der Blick des ehemaligen Schmugglers wurde schmaler. Langsam hob er einen Finger und deutete auf seinen ehemaligen Meister.
„Habt Ihr da etwa...“
Der Satz blieb stehen. Cratons Blick wanderte kurz ins Leere. Noch ein Teil fiel an seinen Platz. Dann wieder zurück zu Darth Angelus.
„Oh.“
Eine Sekunde verging.
„Oh, ihr verdammter sleemo.“
Ob Darth Angelus tatsächlich dahintersteckte, davon wusste der Mirialaner noch immer nichts. Aber plötzlich war die ganze Angelegenheit erheblich interessanter geworden. Extinktoren, Alchemisten, Assassinen. Craton schnalzte leise mit der Zunge.
„Reizvoll ist ein Wort dafür.“
Dann kam der Hinweis, dass besagter Sith-Krieger sich vor seiner Abreise wohl waschen und etwas Vernünftiges anziehen sollte. Langsam wanderte eine Augenbraue nach oben, Craton sah an sich hinunter. Schwarze leichte Rüstung, Staub, Asche, etwas Erde. Ein dunkler Fleck, über dessen Ursprung er im Augenblick lieber nicht nachdachte. Er strich mit zwei Fingern über seine Schulter, eine kleine Wolke Asche löste sich davon. Der Mirialaner sah ihr nach, dann wieder zu Darth Angelus.
„Das nennt man Einsatzpatina.“
Die Belustigung hielt allerdings nur bis zum nächsten Vorschlag. Darth-Titel. Diesmal hob sich keine Braue, Cratons Gesicht wurde lediglich einen Hauch ruhiger, nicht beleidigt, nicht trotzig, einfach entschieden.
„Nein.“
Das Wort fiel beinahe beiläufig. Gerade deshalb ließ es wenig Raum für Missverständnisse. Der Mirialaner verschränkte die Arme vor der Brust.
„Den Titel könnt Ihr behalten, maLorda.“
Für einen Moment lag weniger Spott in seiner Stimme.
„Ich habe mir meinen Namen selbst genommen. Das reicht mir.“
Dann kehrte langsam das Grinsen zurück.
„Stellt mich als Euren ehemaligen Schüler vor.“
Er zählte mit den Fingern auf.
„Als Vertrauten, wenn Ihr großzügig sein wollt.“
Ein weiterer Finger.
„Als Problemlöser, wenn Ihr ehrlich sein wollt.“
Er ließ die Hand wieder sinken.
„Aber nicht als Darth.“
Eine kleine Pause.
„Und ganz gewiss nicht als Darth Dopa Maskey.“
Allein ausgesprochen klang es falsch. Wie etwas, das jemand anderes für ihn ausgesucht hatte und davon hatte es in seinem Leben bereits genug gegeben. Dopa Maskey war kein Rang, kein Geschenk des Ordens, kein Titel, den ihm irgendein Meister verliehen hatte. Der Name gehörte ihm. Gerade deshalb brauchte er nichts davor.

Als Darth Angelus sich schließlich dem offenen Tor zuwandte, blieb Craton zunächst dort stehen wo er war. Draußen zog schwarzer Rauch über das Gehöft. Ein paar Flammen leckten noch an den Trümmern der Scheune. Das Grab eines Mannes, den es nie gegeben hatte. Erst als sein ehemaliger Meister kurz vor dem Ausgang noch einmal stehenblieb und feststellte, dass sie sich nun wohl verabschieden sollten, da sie sich heute schließlich überhaupt nicht getroffen hatten, erschien dieses schiefe, beinahe jungenhafte Grinsen wieder auf dem Gesicht des Mirialaners. Craton hob zwei Finger an die Stirn, kein militärischer Gruß.

„Dann war es mir wie immer eine Freude, Euch heute nicht gesehen zu haben, maLorda.“
Er machte bereits einen Schritt rückwärts. Dann blieb er noch einmal stehen.
„Und lasst Euch nicht umbringen.“
Sein Blick glitt kurz über Darth Angelus.
„Einen brauchbaren ehemaligen Meister findet man nicht an jeder Ecke.“
Kurze Pause. Das Grinsen wurde breiter.
„Ich müsste mich sonst wieder an jemanden gewöhnen.“
Damit drehte sich der Mirialaner um, keine Umarmung, keine großen Worte. Das hätte zu beiden nicht gepasst. Aber noch einige Schritte später war das Grinsen auf Cratons Gesicht nicht verschwunden.


Der gestohlene Speeder stand noch dort, wo er ihn zurückgelassen hatte. Was Craton ihm angesichts seines bisherigen Zustandes durchaus als persönliche Leistung anrechnete. Beim dritten Versuche erwachte das Aggregat mit einem Geräusch, das vermutlich in mindestens vier technischen Handbüchern ausdrücklich verboten war zum Leben.
„Ja, ja.“
Der Mirialaner klopfte auf das Armaturenbrett.
„Ich mag dich auch nicht.“
Er ließ das brennende Gehöft hinter sich. Über ihm war der Krieg inzwischen deutlich näher an der Welt angekommen. Immer wieder flackerte Licht durch die Wolkendecke. Irgendwo dort oben kämpfte die Imperiale Flotte gegen republikanische Kriegsschiffe. Weiter entfernt stiegen neue Rauchsäulen von der Oberfläche auf. Agriworld war längst nicht mehr der ruhige Agrarplanet, auf dem er vor kurzem gelandet war. Craton warf einen letzten Blick zum Himmel, dann gab er mehr Leistung.

Die Borrowed Luck wartete unbeschädigt zwischen den Geländeerhebungen. Kaum war die Rampe geschlossen, stand der Mirialaner für einen Moment mitten im Schiff. Er roch nach Rauch, nach Schweiß, nach verbranntem Holz. Und vermutlich noch nach einigen anderen Dingen. Darth Angelus hatte also doch in einem Punkt recht gehabt. Craton verzog das Gesicht.

„Fierfek.“
Er ging direkt ins Cockpit. Staub, Asche, Dreck. Alles konnte warten. Die Borrowed Luck erwachte unter seinen Händen und hob wenige Augenblicke später zwischen den Feldern ab. Der Mirialaner blieb zunächst tief. Weg von den imperialen Landezonen. Weg von den größeren Verkehrsachsen. Weg von allem, was nach einem interessanten Ziel für einen Turbolaser aussah.
Es gab keinen Grund herauszufinden, wann oder ob das Imperium beschloss, aus einer Bodenoperation ein Bombardement zu machen. Craton zog den Explorer über abgeerntete Felder, zwischen Speicheranlagen hindurch und schließlich entlang eines breiten Bewässerungskanals nach Norden. Erst als die nächsten imperialen Landungszonen weit genug hinter ihm lagen, zog er die Nase langsam nach oben. Die Atmosphäre wurde dünner, Agriworld verlor unter ihm seine Details. Über ihm tobte noch immer der Kampf. Auf den Sensoren lagen imperiale und republikanische Kontakte ineinander wie schlecht gemischte Sabacc-Karten. Weiter draußen hatten die imperialen Verbände längst ihre Positionen für den eigentlichen Angriff bezogen.

Dann erschienen zwei neue Kontakte auf seinem Schirm, schnell, klein, direkt hinter ihm.
Craton blickte auf die Kennungen.

„Natürlich.“
TIE-Jäger, Zwei. Sie kamen aus einem höheren Vektor herunter und korrigierten beinahe gleichzeitig auf die Borrowed Luck. Eine Sekunde später knackte der Funk.
„Ziviles Schiff, halten Sie Ihren Kurs und identifizieren Sie sich.“
Craton sah auf die steigende Höhenanzeige. Dann auf die Entfernung zum nächsten brauchbaren Sprungpunkt. Noch zu weit, Fierfek, seine Finger flogen über die Kontrollen.
„Borrowed Luck. Ziviler Scout. Ich verlasse lediglich ein aktives Kampfgebiet, bevor jemand auf die brillante Idee kommt, meinen Landeplatz aus dem Orbit zu pflügen.“
Keine Antwort. Dafür kamen die beiden Kontakte näher. Der Mirialaner verzog das Gesicht.
„Das war keine Einladung.“
Der erste grüne Schuss zog an der Steuerbordseite vorbei, vermutlich ein Warnschuss. Craton beschloss, die Theorie nicht mit einem zweiten zu überprüfen. Er riss die Borrowed Luck zur Seite. Der Explorer kippte hart über die linke Seite ab, verlor für einen Moment Höhe und beschleunigte gleichzeitig. Ein weiterer Laserschuss ging dort hindurch, wo das Schiff gerade noch gewesen war. Jetzt grinste der ehemalige Schmuggler, nicht breit, konzentriert. Das hier kannte er, ein TIE der versuchte, sich hinter ihn zu setzen. Craton ließ ihn beinahe, dann drückte er die Nase abrupt nach unten. Die Borrowed Luck fiel zurück in die oberen Atmosphärenschichten. Der TIE folgte, der zweite blieb höher und schnitt ihm den Fluchtweg ab. Nicht schlecht fuhr es ihm durch den Kpof. Craton schob mehr Leistung auf die Triebwerke.
„Dobra.“
Der erste TIE hing noch immer hinter ihm. Der zweite hatte nach seinem Ausweichmanöver Abstand verloren, holte aber bereits wieder auf. Dann erschien ein dritter Kontakt auf dem Sensor. Craton verzog das Gesicht.
„Na wunderbar.“
Ein grüner Feuerstoß zog knapp an der Borrowed Luck vorbei, der nächste nicht. Die Schilde flackerten auf und eine Warnanzeige sprang ins Gelbe. Der Mirialaner warf einen Blick auf den Navcomputer, ie Sprungberechnung lief. Das war allerdings nur die Hälfte des Problems. Noch hing der Explorer viel zu tief im Schwerkraftschatten von Agriworld. Craton zog die Nase hoch und schob mehr Leistung auf die Triebwerke. Die Borrowed Luck stieg steil durch die letzten dünnen Schichten der Atmosphäre, während die beiden TIEs hinter ihm blieben. Der erste kam näher, zu nah. Craton nahm kurz Leistung heraus, ließ den imperialen Jäger aufschließen und riss den Explorer dann herum. Die beiden Frontlaser feuerten, rote Energie schlug über eine Tragfläche des TIE. Funken sprühten aus dem beschädigten Flügelansatz und der Jäger brach hart aus.
„Nichts Persönliches, ma bukee.“
Der zweite TIE blieb. Ein grüner Feuerstoß strich über die Schilde, während unter ihnen die letzten Schleier der Atmosphäre verschwanden. Dann lag Schwarz vor dem Cockpit, offener Weltraum. Craton hielt die Borrowed Luck auf Beschleunigung und sah zu, wie die Anzeige für Agriworlds Schwerkraftschatten langsam zurücklief. Der TIE feuerte erneut, der Explorer rollte aus der Schusslinie. Noch etwas, noch etwas, der Navcomputer piepte.
Sprungvektor bereit., Schwerkraftschatten verlassen. Craton grinste. Der nächste Feuerstoß kam bereits, der Mirialaner zog den Hyperraumhebel, ie Sterne wurden zu Linien. Agriworld-2079 verschwand.

Erst als das blaue Flimmern des Hyperraums das Cockpit füllte, ließ Craton die Schultern gegen den Sitz sinken. Einige Sekunden lang sagte er nichts, dann sah er an sich hinunter. Schwarze Rüstung, Staub, Asche. Der ehemalige Schmuggler verzog das Gesicht.

„Dobra.“
Er deutete mit einem Finger in die ungefähre Richtung, in der Agriworld inzwischen mehrere Lichtjahre hinter ihm lag.
„Jetzt dürft Ihr zufrieden sein, maLorda.“
Eine kurze Pause, dann betrachtete er den Dreck auf seinem Handschuh.
„Und ich dusche nur, weil ich das ohnehin vorhatte.“
Erst jetzt stand er auf und verschwand in der Nasszelle.


| Mittlerer Rand – Hyperraum – Borrowed Luck – Cockpit | Dopa Maskey |​
 
Mittlerer Rand - M'Shinni Sektor - Agriwold-2079 - ISD-ll ,,Authority" - Hangar - Tri Tunsa, Sedros Xyrtademus, Darth Cor, 2 Züge Todestruppler, unter dem Komando von Lieutenant Arcoum und Captain Vondar, außerdem die Hangarbesetzung und ein paar andere Soldaten



Über Agriwold-2079 war Chaos ausgebrochen. Transporter und andere Zivile Schiffe drehten in alle möglichen Richtungen ab und Jäger des Imperiums schossen alles kurz und klein. So ruhig der Flug bis hierher gewesen war, so aufregend war es hier. Jedoch war der Weltraum nicht sein Problem, schließlich war sein Einsatzgebiet der Boden. Er stieg zusammen mit einigen anderen in einen kleineren Truppentransporter und sie setzten sich hin. Neben Tri setzte sich einer der beiden Sturmtruppler, die er bereits auf Ord Mantell kennengelernt hatte. Er hatte sich als TK 743 vorgestellt, aber Tri und ein paar andere Truppler nannten ihn Seven. Es klang einfach besser. Diesen Spitznamen benutzen sie jedoch nur unter sich und nicht vor anderen. Es ruckelt kurz und der Transporter hob ab. Als sie in die Atmosphäre eindrangen mussten sie sich gut festhalten. Es war ein altes Raumschiff und würde bestimmt bald verschrottet werden. Bei der Landung war Tri schon voller Adrenalin, er konnte es kaum erwarten loszuschießen. Als die Rampe runterfuhr konnten sie einen ersten Blick auf die Landschaft werfen. Aus der Ferne wirkte alles noch ganz ruhig, aber wenn man genauer hinsah erkannte man die Panik, welche überall herrschte. Sirenen gingen an und Leute rannten über die Straßen während Soldaten des Imperiums die Städte zerstörten. Als Tri daran dachte, wie es in ein 2 Stunden hier ausehen würde kam ihm die Aktuele Situation fast schon ordentlich vor. Sie gingen aus dem Schiff und liefen auf ein Feld zu. Neben dem Feld standen ein paar Kisten mit Ernte. Er goss Öl drüber und zündete es an, als 2 bewaffnete Bauern auf ihn zugerannt kamen. Sie schwenkten Messer und einer hatte einen kleinen Blaster. Doch bevor er schießen konnte hatte Tri ihn schon erledigt. Dem zweiten, der schon gefährlich nah gekommen war haute er seinen Blaster ins Gesicht und Seven gab ihm mit seinem Blaster den Rest. In der Ferne sah er ein Verwaltungszentrum. Er wollte als erstes dort sein, um die wichtigen Personen dort drin sich schnappen zu können, ohne das andere ihm diese ,,wegnehmen" konnten. In der Nähe stand ein Speeder, er schloss ihn kurz und stieg ein. Die Fahrt war holprig, aber sie waren bald da. Unterwegs sahen sie das Ausmaß des Angriffs. Überall brannte es und Kampfgeräusche kamen von überall her. Plötzlich hörte er über Funk, dass sich ein Jedi an der Schlacht beteiligte. Das war gar nicht gut für ihn. Selbst wenn sie nur halb so stark wären wie immer gesagt wird hätte er nicht mal den Hauch einer Chance, selbst wenn ihm noch zwanzig weitere Soldaten helfen würden. Er musste wohl hoffen, dass ihm der Jedi fern blieb. Doch zwei Minuten später kam die Entwarnung. Der Jedi war Tod. Erleichtert wandte er sich wieder seinem Ziel zu. Er sah, dass er wohl doch nicht der Erste sein würde. Einige Soldaten waren ihm zuvor gekommen. Vielleicht konnte er sich ihnen ja anschließen. Es war vermutlich eh keine gute Idee gewesen mit der kleinen Gruppe von sieben Leuten zu versuchen ein ganzes Verwaltungszentrum einnehmen zu wollen. Auf einmal kam der Gleiter zum stehen. Fluchend stieg er aus und machte sich bereit den Rest der Strecke zu laufen. Es war zwar nur noch ungefähr 1 Klick, aber so viel Zeit hatten sie nicht mehr, bis das Schiff abholen und sie zurück lassen würde. Nach ein paar Metern kamen auf einmal drei Maskierte Männer mit Blastern hinter einem Baum hervorgesprungen. Bevor sie reagieren konnten hatten die Männer schon zwei Sturmtruppler erschossen. Als Tri, Seven und die anderen das Feuer erwidern konnten hatten sie leichtes Spiel, jedoch hatten sie auch zwei Soldaten verloren. Dies war hoher Preis. Zu hoch. Viel Zeit um sich zu erholen hatten sie nicht. Sie liefen schnell weiter um noch genug Zeit zu haben. Als sie ankamen grüßte Tri eine Imperiale, die sich als Gwenn vorstellte. Außerdem sah er zwei Squads. Er fragte Gwenn, ob sie zusammen bleiben wollten und was sie vorhatte.



Mittlerer Rand - M'Shinni Sektor - Agriwold-2079 - regionales Verwaltungszentrum Aurek - Tri Tunsa, Gwenn, 1st und 2nd Squad
 
[Mittler Rand – M'shinni-Sektor – Agriworld-2079 - Tagseite – regionales Verwaltungszentrum Aurek] 1st and 2nd Squad, Gwenn

Not quite a man in black.

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Gwenn traute dem Frieden beziehungsweise dem ausbleibenden Feindbeschuss nicht, deshalb gab es erstmal ein bisschen Rauch und ein bisschen Thermorauch um auch Kreaturen mit Hitzesicht ausgleichend gerecht in ihrer Sichtbarkeit einzuschränken. Als schließlich keiner mehr wirklich was sehen konnte, stürmte der erste Truppe, dem sich die Lieutenant angeschlossen hatte die Lobby und verwüstete erst einmal die Anmeldung und das Wartezimmer. Scheiben zerdeppert, Broschürenständer umgeworfen und in Brand gesetzt, irgendwer hatte mit nem Vibrodolch das Laminat bearbeitet und diverse obszöne Nachrichten hinein geschlitzt. Ob der Zorn ihrer Leute auf die Bürokratie sich derart angestaut hatte, oder man einfach mal seinem Frust so freien lauf lassen durfte das Stadium der Verwüstung begründen konnte, damit wollte sie sich lieber nicht auseinandersetzen. Vielmehr betrachtete sie die positiven Dinge, beide weiterführenden Gänge wurden gesichert - zugegeben einer davon von ihr - und noch hatte keiner auf den Boden defäkiert.

„Buster, übernehmen sie mal für mich.“

Nein, sie hatte nicht das mit dem Defäkieren vor, aber sie hatte da gerade noch eine ‚unverfeinerte‘ Übersichtskarte für Besucher entdeckt, die Gwenn sich einmal unverbindlich mit dem Datenpad abfotografierte. Für was hatte der Bau ne Anlieferungsbucht. Was konnte man in einer Regionalverwaltung anliefern, dass sie eine – zumindest interpretierte sie das aus der Übersichtskarte und dem Bild, was sie vom Überflug hatte – gesicherte Ladebucht benötigte? Flimsiplast konnte kaum die richtige Antwort sein.

„Lucky, rücken sie mit dem zweiten Trupp nach und übernehmen die Sicherung der Lobby und des Eingangsaußenbereiches. Schauen sie mal, ob sie aus den Terminals was raus kriegen. Ich will wissen, was die hier angeliefert bekommen, dass die ne gesicherte Ladebucht brauchen.“

„Hooch, ich will in eins weiter.“, rief Gewnn dem Sergeant des ersten Trupps zu, während sie ihn zu sich winkte und der Angesprochene somit seinem Corporal schnell noch die Anweisung gab das weitere Vorgehen vorzubereiten.

„Aufzug ist immer ne schlechte Idee. Denke wir nehmen lieber das Treppenhaus.“, erklärte Gwenn als sie ihm auf der Besucherkarte einen Punkt bedeutete der Ärger machen konnte und würde. Hertfordshire Constabulary. (Zweiter Stock, Nordseite. Räumblichkeiten NS 270 – NS 280)
Bei der Namensgebung waren die Repse nah dran zu prophezeien, was Gwenn für die Ordnungshüter von Hertfordshire vorgesehen hatte, man musste nur ein e gegen ein u tauschen und es passte.
Bevor es jedoch losgehen konnte, meldete Corporal Jim"Collateral" Skydancer aus Squad 2 welches noch den Außenbereich sicherte.


„LT, sie glauben nicht, was ich hier gerade durchs Makrobinocular sehe.“
Wenig hilfreich, wie Gwenn befand.
„Spannen Sie mich nicht auf die Folter Corporal, gibts Probleme?“
Die Ungeduld in ihrer Stimme brachte schnell ne Antwort hervor.
„Keine Ahnung Ma’am, aber ich hätte nicht gedacht bei dem Einsatz hier Sturmtruppen zu sehen.“

Gwenn ehrlich gesagt auch nicht, dennoch sah sie sich schon bald mit dem Truppführer der Sturmtruppen konfrontiert.

„2nd Lieutenant Gwenn Fillion, 222.te mobile Infanterie, B-Kompanie, dritter Zug.“, stellte sie sich dem Sturmtruppler (Tri) vor. „Mit wem habe ich die Ehre?“ Sie stockte kurz.

„Wenn sie sich einbringen wollen, im Nordflügel, zweiter Stock gehen wir von verbarrikadierten Widerstand aus. Lokale Gesetzeshüter, ich vermute mal nichts an Bewaffnung was über leichte Karabiner hinaus geht. Schwere Waffen würden mich ernsthaft überraschen. Leichte Schutzwesten würden Sinn machen. Vom Lageplan her vermute ich nicht mehr als zwanzig Mann vor Ort.“ Sie deutete gen Gebäudeplan an der Wand, tippte auf die entsprechende Treppe und die Bereiche der Hertfordshire Constabulary.
Dann führte sie ihren Plan weiter aus.


„Wenn wir geschlossen ins zweite OG vordringen, durchkämme ich mit meinem ersten Trupp den Ostflügel, sie und ihre fünf Leute den Westflügen, um sicher zu stellen dass sich nicht irgendwo wer versteckt der uns in den Rücken fallen will und wir treffen uns vor der Hertfordshire Constabulary im Norden in voller Stärke, um die dann auszuräuchern?“

Sie hatte keine Kommandogewalt über den Sturmtruppler, gehörte er doch weder zur eigenen Kommandokette, geschweige denn zu den gleichen Teilstreitkräften. Also formulierte sie es als Vorschlag.

„Hört sich das gut für sie an, Soldat?!“

Es gab keine Beschwerden seinerseits, also setzte man es um. Das musste man Sturmtrupplern ja lassen, sie waren für vielerlei Beschäftigung zu haben „Ach, und wenn sie jemanden in die Fänge bekommt, der hier vielleicht bisschen mehr Bedeutung hat. Keine Ahnung, nen Sachbereichsleiter oder son Mist, würd’ ich den gerne bisschen befragen.“

Sie hob ihre Stimme und rief etwas lauter. „Gleiches gilt für Trupp 1 und 2, ich will jemanden zum Befragen und damit meine ich nicht ne Reinigungskraft.“
Gwenn tauschte noch ihre Komfrequenz mit dem Sturmtruppentruppführer (Tri), damit man miteinander Kontakt aufnehmen konnte, sollte es Schwierigkeiten geben. Schießlich rückte man jedes Büro methodisch sichernd zum Treppenhaus vor, langsam und vorsichtig. Niemand wollte sich unerwartet oder erwartet nen Blasterbolzen einfangen.

„Türen und Seitengänge…“, murmelte der Soldat vor ihr. Gwenn nickte bedächtig, während sie das Büro eines Erbsenzählers sicherte, anscheinend blieb doch hin und wieder was hängen. Türen und Seitengänge waren die gefährlichsten Bereiche beim Durchsuchen und Sichern eines Objektes, denn dort lauerte der Feind. Nachdem man das Treppenhaus gesichert hatte, überging man den ersten Stock. Sie war zwar versucht jemanden das Treppenhaus sichern zu lassen, aber sie hatte insgesamt sowieso zu wenig Leute. Lieber hätte sie die Schlagkraft mit sich, als irgendwo wartend und zwei, drei M1C-F Claymore Minen sicherten den hießigen Treppenhauszugang vom ersten Stock ebenso effektiv wie ein Feuerteam. Zwar ein uraltes Design, aber manche Dinge waren so gut, die musste man nicht mehr verbessern. Bevor man sich im zweiten Stock in der Südseite des Verwaltungsgebäudes von den Sturmtrupplern teilte, nickte sie deren Truppführer nochmal bekräftigend zu. Er würde das schon schaffen, immerhin war er (Tri) ein Mann in Weiß.

Hooch brabbelte derweil irgendwas von Alderaans Liste, als er die Claymore Minen zum Einsatz brachte. Gwenn seufzte innerlich. Es war keine Liste, zumindest sollte es nie eine Liste sein. Er meinte wahrscheinlich die
Alderaankonventionen. Darauf standen vor allem die Dinge die man vermeiden musste, um Kriegsverbrechen zu begehen. Aber Hooch wollte wohl lieber alle Punkte abhaken.

[Mittler Rand – M'shinni-Sektor – Agriworld-2079 - Tagseite - Hertfordshire - regionales Verwaltungszentrum Aurek] 1st and 2nd Squad, Tri Tunsa und Reste von seinem Trupp + Gwenn
 
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