[M'shinni-Sektor :: Agriworld-2079 :: zentrale Agrarregion :: niedriger Luftraum über den südlichen Speichern] Ylaine Vao und V7 im XJ3, aufsteigende Flüchtlingstransporter und imperiale Jäger
Ylaine nahm den Bug herunter und rollte vom Frachter fort. Der TIE vor ihr verschwand über dem Kanzelrand, während die Lagerdächer seitlich hochkamen. Sie zog den Knüppel an und spürte den Gurt über ihrer Brust straff werden. Die ersten grünen Bolzen ihres Verfolgers gingen über der Kanzel hinweg, einer traf den Heckdeflektor. Als der XJ3 wieder waagerecht über den Feldern lag, stand der Transporter rechts hinter ihr und der Gegner folgte ihrer neuen Bahn nach Westen. Sie gab Schub. V7 hielt den Verfolger auf der Übersicht, während sie den zweiten TIE suchte. Er war ein Stück hinter dem Frachter zurückgeblieben und senkte jetzt den Bug. Zwischen den Rauchschwaden wurden seine Paneele schmaler, bis er mit der Nase auf das langsam steigende Schiff zeigte. Ylaine ließ den XJ3 zunächst weiter nach Westen laufen. Ihr Verfolger blieb an ihr. Erst als sie die eigene Maschine nach rechts herumnahm, kam der andere TIE hinter ihm wieder zum Vorschein. Grüne Bolzen gingen hinter ihrem Heck durch. Sie hielt die Wende flach und ließ den Gegner seitlich vor ihre Kanzel kommen. Er musste noch ein Stück weiter nach links, um hinter den Frachter zu kommen. V7 setzte die Zielmarkierung vor seinen Bug. Ylaine folgte ihm mit kleinen Bewegungen am Knüppel, bis er näher an die Markierung rückte. Unter ihr liefen die Hallendächer schräg vorbei, zwischen den Paneelen wurde die Kanzel des TIEs größer. Sie feuerte, bevor er seinen Angriff ausrichten konnte.
Die erste Salve traf am inneren Rand eines Paneels. Der Flügel knickte gegen den Rumpf, dann gingen die nächsten Bolzen durch die Triebwerkssektion und rissen den Jäger auseinander. Ylaine zog über die aufglühenden Trümmer hinweg, spürte einen Schlag gegen den Schild und trat ins Ruder, als ein großes dunkles Stück dicht unter ihrem linken Flügel vorbeitaumelte. V7 warnte vor dem Verfolger. Ylaine schwenkte wieder auf den Fluchtkurs ein und beschleunigte, bis der Frachter vor ihr stand. Der andere TIE kam seitlich aus seiner Wende, hielt diesmal jedoch Abstand. Sie wechselte unter dem Heck des Transporters hindurch auf dessen rechte Seite und meldete dem Kapitän, dass er nach Westen drehen könne. Weiter vorn lagen die vier anderen zivilen Kennungen über der auslaufenden Speicherzone. Zwei der Schiffe konnte sie durch den Rauch sehen, die übrigen fand sie erst, als V7 ihre Markierungen darüberlegte. Der südliche Frachter schwenkte langsam auf sie ein. Sie passte ihre Geschwindigkeit an und blieb auf jener Seite, von der sich der TIE erneut nähern musste. Vom Boden erreichte sie noch einmal die Stimme des Technikers. Er hatte einen der Angreifer über den Feldern verschwinden sehen und wollte wissen, ob sie durch seien. Ylaine gab ihm die Richtung der Transporter durch. Seine Antwort ging unter einem Krachen verloren, dann hörte sie ihn nach jemandem rufen, bevor die Verbindung abbrach. V7 versuchte ihn erneut zu erreichen. Die Rangerin wartete auf das Ende der Anwahl, während der Frachter an ihrer Seite höher stieg und die brennenden Felder verdeckte. Schließlich stellte der Droide wieder den gemeinsamen Kanal der fünf Schiffe durch.
Die Wolken nahmen zuerst die Speicher, dann auch den Transporter aus ihrem Blick. Feuchte Schlieren liefen über die Kanzel und rissen unter dem Fahrtwind ab. Ylaine hielt sich an seiner Kennung. Der TIE folgte weiter hinter ihnen, nah genug, dass sie den Heckdeflektor verstärkt ließ, während V7 die übrige Schildenergie ausglich. Über Funk meldeten die vorderen Piloten ihren weiteren Aufstieg. Der erste Frachter konnte seine Geschwindigkeit halten, die beiden von den Außendocks schlossen auf. Als der Kapitän mit der vermissten Tochter um mehr Abstand zum Vorausfliegenden bat, hörte Ylaine ihn einer zweiten Stimme im Cockpit die neue Richtung wiederholen. Danach blieb nur das gleichmäßige Rauschen der offenen Verbindung. Die Wolkendecke endete unter ihrem Bug. Ein vom Feuer gefärbtes Feld reichte bis zum Horizont, durchbrochen von dunklen Rauchwolken, die noch höher hinaufstiegen. Vor ihr lagen die Triebwerke der Transporter. Sie wurden deutlicher, je mehr das Blau über der Kanzel in ein tiefes Schwarz überging und unter ihnen die Krümmung des Planeten sichtbar wurde. Am Rand der Übersicht erschienen imperiale Kennungen. Ylaine vergrößerte den Bereich. Rechts von ihrem Aufstieg lag ein Sternenzerstörer über dem hellen Saum des Planeten, von dessen Unterseite Salven niedergingen. Die einzelnen Lichtbahnen verloren sich in der Wolkendecke. Weiter dahinter standen andere Schiffe, schmaler und zum Teil nur an ihren Markierungen zu erkennen. Neben dem großen Keil erschien die Kennung Authority. V7 legte die Fluchtrichtung über die Übersicht. Sie führte links von dem Sternenzerstörer weiter vom Planeten fort, durch einen Bereich, in dem die nächsten Jägerkontakte weit auseinanderstanden. Die Kapitäne hatten ihre Berechnungen übernommen und meldeten nacheinander die verbleibende Strecke bis zu ihren Sprungpositionen. Ylaine ließ V7 auch für den XJ3 rechnen und hielt sich hinter dem südlichen Schiff, das den anderen nur langsam folgte.
Die Markierung des verbliebenen TIEs wanderte auf die Seite der Authority. Von dort kamen vier neue Kontakte heran, zunächst so dicht beieinander, dass V7 sie in einem gemeinsamen Rahmen führte. Dann teilte sich der Rahmen in zwei Paare. Ylaine gab die Annäherung weiter und ließ die Transporter vorausziehen. Von ihrer Position aus lagen alle fünf vor ihr, der südliche etwas unterhalb der anderen. Sein Kapitän meldete, dass er dem Antrieb vorerst nicht mehr abverlangen könne. Sie bestätigte und ging den anfliegenden Maschinen entgegen.
Das vordere Paar hielt direkt auf sie zu, während die beiden dahinter seitlich auf die Frachter ausschwenkten. Ylaine richtete den Bug auf die seitlich ausbrechenden Maschinen und sah die vorderen Jäger sofort mitgehen. Als sie den Bug wieder zurücknahm, schob sich einer von ihnen vor ihre Bahn, der andere blieb weiter außen. Sie wollten sie hier halten. Ylaine gab mehr Schub und flog auf den inneren Jäger zu. V7 warnte, dass der Gegner sie erfasst hatte, dann stand grünes Feuer vor der Kanzel. Sie hielt noch einen Augenblick auf die Maschine zu, bis deren Paneele weit genug auseinanderlagen, um die Kanzel dazwischen zu erkennen. Erst dann rollte sie unter seiner Schussbahn durch und zog zwischen ihm und seinem Flügelmann hindurch. Der Frontdeflektor flimmerte grell auf. Ein Paneel strich dicht an ihrer Flügelspitze vorbei, dann drehte Ylaine auf die Frachter ein. Die beiden Jäger mussten ihre Wende erst beenden. Hinter ihnen schloss der TIE aus der Atmosphäre auf, doch vor ihr lag für einige Sekunden der freie Weg zu den beiden Angreifern. Sie schaltete auf die Torpedosteuerung. Der führende Gegner stieg seitlich über den letzten Frachter, um auf dessen Heck einzudrehen. Ylaine setzte ihm den Zielrahmen auf den Rumpf und hielt den XJ3 in einer flachen Kurve hinter ihm. Von rechts hinten kam die erste Schusswarnung. Sie wich nach unten aus und fing den TIE wieder im Zielrahmen ein. Der Erfassungston hielt an, dann löste sich der Torpedo unter ihrem Bug. Der Flügelmann brach nach außen. Sein Anführer rollte vom Frachter weg und zog den Torpedo in Richtung des imperialen Verbands hinter sich her. Ylaine folgte seiner bisherigen Bahn noch einen Augenblick weiter. Dann nahm sie den Bug nach rechts und schnitt quer durch den Raum, in den seine Ausweichkurve führte. V7 setzte ihr die Zielhilfe vor die Kanzel. Der TIE kam ihr schräg von vorn zwischen die Flügelspitzen. Ylaine feuerte, als er weiter zur Seite drehte. Die erste Salve traf den Rand des Rumpfs, die zweite ging durch seine Mitte. Trümmer warfen Licht auf ihre Kanzel, bevor der Torpedo in der sich ausbreitenden Wolke verging.
Ylaine zog darunter hindurch. Ein harter Stoß ging durch den Sitz und warf ihren Kopf gegen das Seitenpolster. Unter ihrem rechten Fuß vibrierte der Boden, der XJ3 zog aus der Kurve und rollte weiter, obwohl sie den Knüppel bereits zurücknahm. Ylaine trat das linke Pedal durch. Sie richtete den Bug wieder auf die Frachter, musste das Pedal jedoch gedrückt halten, während V7 die Schäden aufrief. Der obere Steuerbordlaser war ausgefallen. Beim Antrieb dahinter schwankte die Leistung. V7 nahm die beschädigte Einheit zurück und glich die anderen Triebwerke an. Das Ziehen ließ nach, doch die Entfernungen zu ihren Verfolgern wurden kleiner. Ylaine erhöhte die Leistung der unbeschädigten Antriebe. Der XJ3 zog wieder nach rechts und sie musste stärker gegentreten, um mit schief stehenden Flügeln weiter auf die Frachter zuzuhalten.
Die Frachter hatten inzwischen Abstand gewonnen. Der übrig gebliebene TIE vor ihnen war weit nach außen ausgewichen und musste sich erst wieder annähern. Ylaine schob den eigenen Jäger auf die Linie hinter den beiden Nachzüglern. Der erste Kapitän meldete, dass er seine Sprungposition beinahe erreicht habe. Sie ließ allen Besatzungen übermitteln, dass sie springen sollten, sobald ihre Systeme es zuließen. Auf ihrer Anzeige lag auch V7s vorbereiteter Kurs, dicht neben dem der vorderen Schiffe. Wenn sie jetzt weiter beschleunigte, konnte sie sich hinter ihnen halten. Ihr Blick blieb an der Markierung des südlichen Frachters hängen.
Der TIE außerhalb der Gruppe hatte seine Wende beendet und flog schräg auf das Heck des südlichen Frachters zu. Die drei anderen lagen hinter Ylaine. Der einzelne Angreifer war dem Transporter bereits näher als sie. Ylaine nahm den Schub zurück und zog den XJ3 herum. Der beschädigte Jäger sträubte sich gegen die Wende. Ylaine drückte das Pedal weiter durch und zog den Knüppel an, bis der Gegner endlich vor ihr stand. Hinter ihm lag die Authority. Für einen Augenblick konnte sie die gestaffelten Aufbauten auf dem Rücken des Sternenzerstörers erkennen. Sie gab wieder Schub und ließ V7 Energie aus den Laserbatterien zum Frontdeflektor ziehen.
Der TIE hielt weiter auf den südlichen Frachter zu, bis Ylaine quer vor ihm in die Bahn kam. Seine Kanzel schwenkte auf sie und die erste Salve lief direkt auf ihre Maschine zu. Sie ließ den Knüppel stehen. Der Frontdeflektor flammte auf, nahm ihr für einen Augenblick die Sicht und gab den Gegner wieder frei, jetzt so nah, dass seine Markierung den ganzen Rumpf umschloss. V7 warnte vor dem Zusammenstoß. Ylaine feuerte die verbliebene Ladung der Laser in seine Bahn. Er rollte zur Seite, ihr eigener Jäger schoss unter einem Paneel hindurch und geriet in das Feuer eines der anderen TIEs. Der Gegner tauchte noch einmal rechts neben ihr auf, ehe er hinter der Kanzelstrebe verschwand.
Der Frachter lag jetzt links vor ihr. Ylaine schwenkte auf seinen Kurs ein, während V7 die vier Feindkontakte nachführte. Der einzelne Angreifer musste nach seinem Ausweichen eine weite Kurve fliegen, die anderen drei kamen noch von der Seite ihrer letzten Wende. Vom ersten Frachter mit Nessa, Vika und den anderen aus dem Kühlhaus kam die Sprungmeldung. Über der linken Kanzelstrebe streckte sich sein Rumpf zu einer hellen Spur und verschwand.
Ylaine sah auf die verbleibenden Kennungen. Zwei lagen dicht beieinander, der dritte und der südliche Transporter folgten mit größerem Abstand. Sie ging rechts neben den Nachzügler. Zwischen ihr und der Authority fanden sich die vier TIEs wieder zusammen. Die Transporter entfernten sich schräg vom imperialen Verband. Um die TIEs vor ihnen abzufangen, musste Ylaine mit jedem neuen Anflug zurück auf den Sternenzerstörer zufliegen. Sie behielt die Kennung des südlichen Frachters im Blick, während die Gegner auseinanderzogen. Zwei kamen direkt auf sie zu, einer hielt sich darüber und der letzte schwenkte unter ihrer bisherigen Bahn hindurch. Er würde unter dem Frachter entlangfliegen können, wenn sie sich von den beiden vorderen wieder in einen Zweikampf ziehen ließ. Ylaine gab V7 die untere Maschine als Ziel und zog den XJ3 nach unten aus der gemeinsamen Flughöhe. Die beiden vorderen TIEs gingen mit. Sie beschleunigte weiter, bis der Gegner unterhalb der Gruppe größer wurde und die Erfassungswarnung in ihrem Helm schrillte. Der obere Verfolger kam zuerst zum Schuss. Ylaine hielt den Bug auf den tieferen TIE gerichtet. Seine Bahn führte auf den Nachzügler zu, die ihre schnitt ihm den Weg ab. Wenn sie jetzt auswich, musste sie wieder hinter ihm her. Sie legte den linken Unterarm fester auf die Ablage und hielt gegen das langsame Ziehen des beschädigten Antriebs. Der erste Treffer ließ den Jäger vibrieren. Beim zweiten ging ein hartes Schlagen durch den Rumpf. Die Schildladung sank, während die Kanzel des Gegners zwischen seinen Paneelen wanderte. Ylaine wartete, bis er den Bug zum Frachter hochnehmen musste. Dann feuerte sie.
Die Salve traf ein Paneel und riss eine helle Spur durch dessen dunkle Fläche. Der TIE kippte aus dem Anflug, rollte vom Frachter weg und zwang seinen herankommenden Kameraden, die eigene Bahn zu öffnen. Ylaine nutzte die Lücke zwischen ihnen und folgte dem beschädigten Gegner, bis er weiter auf die Seite des Sternenzerstörers ausbrach. Ylaine ließ den Gegner aus der Zielhilfe laufen und richtete den XJ3 wieder auf den Frachter. V7 meldete zwei weitere Sprünge. Über Funk kam noch eine Abschiedsmeldung, die beim Sprung abbrach. Von den beiden verbliebenen Frachtern flog der des Kapitäns mit der vermissten Tochter vorn. Er begann sich vom südlichen Schiff zu lösen. Ylaine ließ ihn weiterfliegen und fragte beim Nachzügler nach, als dessen Abstand erneut zunahm. Sein Kapitän meldete, dass der Antrieb unter der Last zurückgeregelt habe. Der Techniker sei dabei, die beschädigte Versorgung abzutrennen. Ylaine hörte jemanden im Hintergrund die Triebwerksanzeigen aufzählen, bevor der Mann am Funk erklärte, dass sie noch einen Augenblick brauchten. V7 zeigte ihr die vier TIEs. Die Jäger hatten nach ihrem letzten Durchbruch weiter in Richtung der Authority wenden müssen. Der Abstand zum südlichen Transporter veränderte sich unterdessen kaum. Ylaine drehte wieder auf den Sternenzerstörer zu. Beim Eindrehen verlor der beschädigte Antrieb weiter an Leistung. Der XJ3 kippte nach rechts und Ylaine musste den Knüppel mit beiden Händen fassen, bis die Nase endlich herumkam. Beim Loslassen fuhr der Schmerz durch ihren linken Arm und sie bekam ihn nur mit Mühe wieder auf die Ablage. Drei Gegner lagen dicht vor ihr, der vierte weiter darunter. Sie führte den Bug in die Lücke zwischen den beiden nächstgelegenen Maschinen und gab den Laserbatterien wieder Energie. Hinter ihrer rechten Flügelspitze stand die breite, dunkle Silhouette des südlichen Frachters. Der Kapitän rief ihren Namen, als das erste Feuer auf sie zukam. Ylaine zog über die Schussbahn des näheren TIEs hinweg und nahm den anderen unter sich in die Zielhilfe. Der Gegner drehte zum Frachter, stellte sich dabei aber quer vor seinen herankommenden Flügelmann. Dessen nächste Salve ging vor der Kanzel des drehenden TIEs durch. Sie feuerte auf die ihr zugewandte Flanke. Ein Bolzen traf den äußeren Rand seines Paneels und ließ ihn die Kurve enger ziehen. Ylaine folgte ihm, bis seine Nase wieder auf die Seite des imperialen Verbands zeigte. Der Knüppel schlug ihr in der Hand zurück. Sie nahm den Druck zurück, bevor der beschädigte Antrieb sie weiter in die Wende zog.
Auf der Übersicht erlosch die vierte zivile Kennung. V7 bestätigte den Sprung. Ylaine schwenkte wieder auf den Kurs des letzten Frachters ein. Die Authority lag inzwischen hinter den Verfolgern so groß im Sichtfeld, dass sie die beleuchteten Linien ihrer Aufbauten erkennen konnte. Der Transporter entfernte sich vom Sternenzerstörer, während ihr Jäger mit jedem Abfangen zurückblieb. Sein Kapitän meldete, dass die Leistung wieder steige. Der Techniker hatte die Versorgung getrennt. Er könne die Sprungposition jetzt erreichen. Ylaine bestätigte. Unter ihrer rechten Flügelspitze stieg ein TIE auf. Sie nahm den Bug herunter, legte die Zielhilfe auf seine Bahn und drückte den Feuerknopf. Zwei Bolzen lösten sich, dann blieb die rechte Seite dunkel. V7 meldete den Ausfall einer weiteren Laserkanone. Der TIE brach trotzdem aus. Ylaine hielt den XJ3 zwischen ihm und dem Frachter und nahm einen Treffer auf den fast leeren Frontdeflektor. Neben ihrem Sitz knackte es hell und der Geruch heißer Isolierung kam durch die Belüftung. Erst als V7 die beschädigte Leitung vom Netz nahm, hörte das Knacken auf. Der Kapitän meldete Sprungbereitschaft. Er wollte wissen, ob sie noch aufschließen könne.
„Springen Sie. Ich komme hier noch weg.“
Ylaine gab den verbliebenen Antrieben mehr Leistung. Der XJ3 zog zur Seite und sie fing ihn mit dem Pedal auf, während die TIEs vor ihr wieder auseinanderliefen. Hinter dem linken Gegner flammten die Triebwerke des Frachters auf, sein Rumpf streckte sich zu einer hellen Spur und war fort. V7 bestätigte den fünften Sprung. Ylaine rief ihren eigenen Kurs auf. Er führte schräg nach links weiter von der Authority fort. Bis zu ihrer Sprungposition war es noch ein Stück. Sie setzte die rechte Hand tiefer an den Knüppel und zog den Bug herum, während V7 die verbliebene Energie auf den Heckdeflektor gab. Die Warnung kam als abgerissener Ton. Dann schlug etwas gegen das Heck, so heftig, dass ihr die Luft aus der Brust fuhr und der Jäger nach rechts riss. Einer der eigenen Flügel stieg vor dem Seitenfenster auf. Ylaine wollte gegensteuern, als ein zweiter Schlag den ganzen Sitz unter ihr versetzte. Ihr Kopf prallte gegen das Polster. Licht zuckte durch die Kanzel, der vordere Bildschirm wurde weiß und erlosch. Sie hielt den Knüppel noch immer nach links gedrückt, während die Planetenkante von oben nach unten durch die Scheibe wanderte und ein loses Kabel gegen ihre Hand schlug. Zwei TIEs zogen dicht an ihr vorbei. Ihre hellen Triebwerksöffnungen verschwanden am Kanzelrand, bevor die eigene Drehung Ylaines Blick wieder zum Planeten führte. Sie wartete auf den nächsten Treffer. Die Planetenkante kam zurück, dahinter die Sterne, dann noch einmal der graue Rumpf des Sternenzerstörers. Das Feuer hatte aufgehört. Ylaine fasste den Knüppel neu und zog den Schubhebel zurück. Das Dröhnen aus dem Heck setzte aus, doch die Planetenkante wanderte weiter durch die Kanzel. Sie führte den Hebel vor und zurück, wartete auf das Anlaufen der Triebwerke und hörte nur ein loses Teil gegen die Verkleidung hinter ihrem Sitz schlagen.
V7 antwortete auf ihren Ruf. Unter dem erloschenen Hauptbildschirm brachte er die Schäden auf eine kleine Anzeige. Die Energieversorgung war unterbrochen, der Hyperantrieb ausgefallen und von den Steuerdüsen antwortete keine mehr. Hinter der Kanzel zog ein Stück ihres Flügels vorbei. Die ausgefranste Kante glühte noch an zwei Stellen, während es sich langsam vom Schiff entfernte. Ylaine griff zwischen den Sitz und ihren Oberschenkel nach dem Auslösegriff der Rettungseinrichtung. Er ging bis an den Anschlag. Über ihr knackte es im Kanzelrahmen, dann flammte neben ihrem Knie eine Störungsanzeige auf. V7 meldete, dass die Haube im verzogenen Rahmen festsaß. Sie hielt den Griff noch einen Augenblick gezogen, bis der Schmerz ihr in den Nacken fuhr. Dann ließ sie los. Im Helm rauschte der gemeinsame Kanal der Frachter. V7 hatte die fünf bestätigten Sprünge auf der letzten Anzeige stehen lassen. Darunter sank die Reserve der Notversorgung weiter. Der Droide sendete einen Hilferuf, bekam jedoch keine Antwort. Beim Schlucken klebte ihre Zunge am Gaumen. Sie merkte, wie schnell sie atmete, wie jeder Atemzug oben in der Brust hängen blieb. Unter dem linken Gurt zog eine warme Nässe am Overall entlang und ihr Arm zitterte, obwohl sie ihn auf der Ablage liegen ließ. Ylaine löste die schmerzenden Finger der rechten Hand einzeln vom Knüppel. Sie legte sie auf ihren Oberschenkel und betrachtete die helle Seite des Planeten, die sich wieder vor die Kanzel schob. Zwischen den Wolken lagen breite Feuerflächen, deren Licht die Rauchschichten von unten färbte. Darüber standen die Schiffe, von denen sie hergekommen war. Die nächste Drehung führte sie wieder auf die Sterne.
Sie wollte noch nicht sterben. Ihre Hand schloss sich wieder um den Knüppel. Sie drückte ihn nach vorn und wartete auf die kleine Gegenbewegung des Bugs, bis ihr Handgelenk wehtat und sie ihn zurückkommen lassen musste. V7 gab einen leisen Ton von sich. Ylaine stellte den Lautsprecher höher, um ihn unter dem Rauschen besser hören zu können. Nessa würde dort, wo der Frachter landete, einen Arzt finden müssen. Die Rangerin sah sie noch auf den Knien neben ihrer Kollegin, mit den Händen auf der Decke. Sie hoffte, dass es an ihrem Ziel ein Krankenhaus gab und jemand an der Rampe auf die Verletzten warten würde. Sie sah Nima am Tisch der Wohnung auf Dac vor sich, den Becher zwischen beiden Händen. Wenn Ylaine beim Erzählen zu schnell geworden war, hatte ihre Tante den Kopf ein wenig zur Seite geneigt und gewartet, bis ihre Nichte selbst merkte, dass sie kaum noch Luft holte. Die Rangerin atmete unter Schmerzen aus und wartete einen Moment, bevor sie wieder Luft nahm. Auf Dac musste es jetzt irgendwo regnen, musste Wasser an den Fenstern hinablaufen, während in den Gängen Schritte zu hören waren und jemand eine Tür öffnete, hinter der es nach warmem Essen roch. Sie wollte noch einmal dort sitzen und etwas Warmes trinken. Ihr Blick verschwamm. Sie blinzelte die Nässe fort, doch sie blieb am unteren Lid stehen und machte die Sterne unscharf. Was aus ihren Eltern geworden war, würde sie nun vielleicht nie erfahren. Ob ihre Mutter irgendwo alt geworden war und ob ihr Vater sie erkannt hätte, wenn sie eines Tages vor ihm gestanden hätte. Ylaine schloss die Augen und versuchte, die beiden Gesichter festzuhalten. Aus dem Lautsprecher kam ein schwaches Zwitschern.
„Bleib bei mir.“
Die ersten Töne seiner Antwort waren noch klar zu hören, dann wurde die Tonfolge im Rauschen undeutlich. Ylaine ließ die Augen noch einen Moment geschlossen und hörte V7 zu. Wenn sie jetzt zur Macht zurückkehren musste, hoffte sie, dass Nima dort wäre. Sie begann ihre Atemzüge zu zählen, wie sie es bei den Meditationen auf Ossus gelernt hatte. Beim dritten verlor sie den Rhythmus und fing noch einmal an. Ihre rechte Hand lag wieder auf dem Oberschenkel. Ylaine öffnete die Augen und wartete, bis die Sterne wieder schärfer wurden. Für einige Atemzüge betrachtete sie nur ihre Bewegung. Sie hatte Angst vor dem letzten Augenblick und hoffte, dass es schnell gehen würde. Die Planetenkante erschien wieder über dem Kanzelrand. Diesmal wanderte sie langsamer, blieb beinahe stehen und verschob sich dann seitlich aus ihrem Blick. Ein Ruck ging durch den Sitz, sanfter als die Treffer zuvor, aber fest genug, um ihren Kopf gegen das Polster zu legen. Vor der Kanzel schob sich eine graue Fläche in den Blick, zunächst schräg und von Lichtpunkten übersät, dann breiter, bis sie die gestaffelten Aufbauten dahinter erkannte. Unter dem Rumpf löste sich eine grüne Salve und ging an ihr vorbei zum Planeten. V7 meldete die Erfassung durch einen Traktorstrahl. Ein grauer Sternzerstörer wuchs vor ihr. Ylaines Finger schlossen sich wieder um den Knüppel. Unter der Hülle wurden beleuchtete Öffnungen sichtbar und ihr Atem ging schneller. Sie rechnete damit, dass man sie verhören und danach töten würde. Bei der Vorstellung, welche Schmerzen ihr bis dahin bevorstanden, zog sie den verletzten Arm enger an den Körper und hielt die Luft an. Für einige Augenblicke konnte sie nur auf den näherkommenden Rumpf sehen. Aus dem Lautsprecher kam noch einmal V7s leise Tonfolge. Ylaine atmete aus und lockerte die Finger am Griff. Sie legte die Rechte über den zitternden linken Unterarm und begann ihre Atemzüge wieder zu zählen. Nach und nach löste sich die Anspannung in ihren Schultern.
[M'shinni-Sektor :: Agriworld-2079 :: Raum über dem Planeten :: im Traktorstrahl der ISD-II Authority] Ylaine Vao und V7 im schwer beschädigten XJ3