Agriworld-2079

Mittlerer Rand - M'Shinni Sektor - Orbit über Agriwold-2079 - 1. und 2. Trupp (NPCs) - Tris Trupp (NPCs), Gwenn, Tri



Tri setzte sich und lehnte sich erschöpft an die schwarze Wand. Er konnte deutlich die Vibration des Schiffes spüren. Fast wäre er während dieser beruhigenden Massage eingeschlafen, jedoch riss ihn ein ruckeln wieder in die Wirklichkeit. Er stand auf und nahm seinen Helm ab. Er sah Leutanent Gwenn, wie sie in den Raum kam und sich umblickte. Schließlich erhob sie ihre Stimme und der Raum verstummte. Sie sagte, jeder würde die gleich Summe bekommen, damit es gerecht wäre. Erst mal würden alle 5000 bekommen und den Rest dann später. Logisch, wenn plötzlich ein Soldat so viel Geld hat würde das ziemliches Aufsehen eregen.
Nach dieser Ansage fragte sie, ob es alle Verstanden hätten. Die Antworten klangen eher wie Shyriiwook, die Sprache der Wookies als wie Basic. Also fragte sie noch mal. Dieses mal klang es schon deutlich euphorischer. Eines musste Tri ihr lassen. Sie wusste wie man Leute Motiviert.
Sie flogen in den Hanger des Schiffes namens STR Conqueror auf und Gwenn nahm Tri kurz beiseite. Sie erklärte ihm, dass sie erst die Wartungscrew auf ihrer Seite brauchten und dann hätten sie ohne Ende Zeit. Das Geld könnten sie dann nach und nach aus dem Schiff holen und unter sich aufteilen, nur müssten sie gucken, wie sie das Geld ausgeben. Jedoch hatte Tri auch schon ein paar Ideen. Er antwortete: ,,Gut, dann sehen wir mal wie wir die Wartungscrew auf unsere Seite bekommen." Tri ging aus dem Schiff und sah überlegte sich, was er jetzt machen würde. Er beschloss sich in der Cafeteria etwas zu Essen zu holen.
Auf dem Weg zur Cafeteria verirrte er sich drei mal, bis er sie endlich fand. Es bildete sich schon eine lange Schlange vor der Essensausgabe. Ein bisschen Geduld musste er wohl oder Übel noch haben. Er stellte sich an und sah sich im Raum um. An den Tischen sitzten alle Möglichen Leute. Soldaten, Wartungspersonal sowie Offiziere. Als er an der Reihe war klatschte der Ausgabedroide ihm ein Stück Fleisch mit einer stark reichenden Soße und Salat auf den Teller. Er nahm sich noch ein Becher Wasser und schaute sich nach einem Platz um. Neben einem Hoch gewachsenem Mann mit Stoppelbart und kurz geschorenen Haaren war noch ein Platz frei. Tri ging zu ihm hin und setzte sich neben ihn. Er grüßte den Mann neben sich und stellte sich vor. Als Antwort bekam er nur ein Grunzen, was sich entfernt anhörte wie ein Hallo.
Das Essen schmeckte durchschnittlich, aber bei dem Hunger hätte Tri alles gegessen. Sein Trinken trank er mit einem Schluck aus umd er merkte erst, wie viel Durst er gehabt hatte. Er stand auf um sich noch mehr zu holen, als ihm von hinten jemand auf die Schulter klopfte. Tri drehte sich schnell um, entspannte sich jedoch, als er erkannte wer hinter ihm stand. Er hieß Farrilon und war einer seiner engsten Freunde seiner Kindheit gewesen.
Da er 2 Jahre älter war konnte er bereits früher zum Millitär gehen. Sie verloren sich aus den Augen und bis jetzt hatten sie nichts mehr voneinander gehört. Was für ein Zufall, sich an einem Ort wie diesem Wiederzutteffen. Er lachte und sagte zu ihm: ,,Na wie geht's, hasst du mich so vermisst, dass du extra zu die diesem Einsatz gekommen bist Farrie? Wir haben uns ja ewig nicht gesehen!" ,,Klar, bin nur wegen dir hier alter Freund. Nur heiß ich nicht mehr wie früher. Hat irgendwie nicht hierher gepasst. Man nennt mich jetzt Arro." Antwortete Tris ehemaliger Kumpel. ,,Ich hol mir kurz noch etwas Wasser, dann Reden wir weiter klar?" Sagte Tri.
Sie hatten viel zu bereden und als Tri auf einen Chronometer blickte stellte er fest, dass er mal wieder zu viel Zeit verloren hatte. Sie tauschten noch die Komfrequenz aus und dann verabschiedete sich Tri und ging Richtung Hanger. Er wollte sich auf die Suche nach seinen Leuten machen, da er noch etwas mit ihnen besprechen musste.



Mittlerer Rand - M'Shinni Sektor - Orbit über Agriwold-2079 - STR Conqueror - Tri, einige Soldaten (NPCs)
 
[Mittler Rand – M'shinni-Sektor - Agriworld-2079 - ISD-II "Authority" - Besh-Brücke] Commodore Scytale Mentel, Darth Naver, Darth Angelus, Kommandostab (NPCs), Sturmtruppen (NPCs)

Darth Angelus machte einen fast schon diplomatischen Vorschlag. Der Schönling schien zu verstehen, in welche Position der reinblütige Sith sowohl ihn als auch Scytale manövrierte. Das schmallippige Lächeln täuschte nicht darüber hinweg, dass Angelus mit der ganzen Situation unzufrieden war. Sichtlich versuchte der Sith die Situation zu entschärfen.

Darth Naver indes musterte die auf ihn gerichteten Waffen mit offenkundigem Desinteresse. Der behelmte Humanoide fixierte Scytale mit seinem Blick, woraufhin diesem ein kalter Schauer den Rücken hinab lief. Die zur Schau gestellte Arroganz näherte sich dem Niveau an, das der Commodore bisher von Darth Angelus gewohnt war. Darth Naver sprach von der Möglichkeit den Offizier zu retten, bot in gönnerhafter Manier an, die Betreuung des Verwundeten zu übernehmen, sollte die Behandlung nicht fruchten. Sicher doch - die bekannte Gnade der Sith. Ein Angebot, das Scytale ihm nicht abkaufte.

Der Reinblüter schien Mentels Skepsis zu spüren und versuchte es ähnlich diplomatisch wie sein Ordensbruder kurz vorher. Euphemisch bezeichnete er seinen Ausbruch als Enthusiasmus.


"Darth Naver", Scytale reagierte endlich und nickte in Richtung der Sturmtruppler, die daraufhin ihre Läufe senkten. "Das Oberkommando wird über Ihre beeindruckende Präsentation mangelnder Selbstdisziplin einen ausführlichen Bericht erhalten."

Naver trat vorwärts und erst jetzt wurde der Größenunterschied zwischen Scytale und dem Sith offensichtlich. Mit etwa 1,78 m war der Reinblüter einen halben Kopf kleiner als der Commodore. Dieser kam nicht umhin, auf den Sith herabzublicken. Für einen Augenblick musterte Scytale den Mann vor ihm - wenn es denn ein Mann war. Die getragene Rüstung verdeckte vieles und ließ nur über die Augenschlitze erahnen, das etwas Lebendiges darin steckte. Auf den Befehl hin, den der Sith als unverbindlichen Vorschlag präsentierte, setzte Scytale ein knappes Lächeln auf. Gute Miene zum bösen Spiel. Seine grauen Augen funkelten.

"Ein kluger Vorschlag, Naver. Ich denke es ist für alle besser, wenn Sie sich wieder Ihren Projekten widmen. Fernab der Authority."

Der Blick des Bastioners glitt zu Darth Angelus. "Mitgefühl ist nicht immer eine Schwäche, Lord Angelus. Kontrollverlust hingegen ... ." Er trat erst an Naver und schließlich an Angelus vorbei, wobei er nahe bei diesem innehielt und die Stimme senkte. "...Kontrollverlust ist eine Schwäche, die ich Euch bisher nicht zugeschrieben habe."

Schließlich trat er an das Fenster und betrachtete die Aschewolken und die Feuer, die die Flotte auf den Feind regnen ließ. Kurz warf er den Blick nach hinten zu den beiden Sith.

"Meine Herren, Sie werden sicherlich Verständnis dafür haben, dass Sie sich bis auf Weiteres nur in Begleitung meiner Soldaten an Bord bewegen werden. Wir wollen schließlich vermeiden, dass sich derartige … enthusiastische Ausbrüche wiederholen."

[Mittler Rand – M'shinni-Sektor - Agriworld-2079 - ISD-II "Authority" - Besh-Brücke] Commodore Scytale Mentel, Darth Naver, Darth Angelus, Kommandostab (NPCs), Sturmtruppen (NPCs)
 
[ Mittlerer Rand – M'shinni-Sektor – Agriworld-2079 – Orbit – ISD-II Authority – Brücke ]
Darth Angelus, Darth Naver, Commodore Scytale Mentel, Kommandostab und Sturmtruppen (NPCs)


Darth Naver schien sich immerhin wieder einigermaßen unter Kontrolle zu haben. Angelus verfolgte die Ausführungen seines Ordensbruders mit einem kühlen Lächeln, das allerdings zunehmend an Aufrichtigkeit verlor. Der Alchemist bemühte sich offenbar darum, die Situation zu entschärfen, und bediente sich dabei sogar einer ganz ähnlichen Wortwahl wie er selbst. Das war erfreulich. Weniger erfreulich war die Tatsache, dass sie sich überhaupt in dieser Lage befanden. Noch vor wenigen Augenblicken hatte Angelus den Untergang einer ganzen Welt genossen, den er selbst inszeniert hatte und nun musste er sich auf der Brücke eines imperialen Sternenzerstörers mit einem aufgebrachten Commodore, bewaffneten Soldaten und den Folgen eines vollkommen unnötigen Zwischenfalls herumschlagen. Eine ausgesprochen ärgerliche Entwicklung, die er in erster Linie seinem geschätzten Ordensbruder zu verdanken hatte. Er hatte auf Agriworld einen Jedi erschlagen - den ersten des Krieges, Und worum drehte sich das Geschehen auf der Brücke nun? Um diesen verdammten Schwachsinn.

Dabei war
Navers Macht durchaus beeindruckend, daran bestand kein Zweifel. Die ungeheure Intensität seiner Präsenz hatte Angelus selbst überrascht und ein Mann mit derartigen Fähigkeiten konnte sich bei den richtigen Unternehmungen als außerordentlich wertvoll erweisen. Allerdings schien Naver gewisse Eigenheiten zu besitzen, die man besser nicht unterschätzte. Erst hatte er sich derart hemmungslos an den Qualen einer sterbenden Welt berauscht, dass er beinahe die Besatzung eines imperialen Kriegsschiffes außer Gefecht gesetzt hatte und nun sprach er mit bemerkenswerter Sachlichkeit über die medizinische Versorgung eines einzelnen Offiziers. Angelus hob bei diesem Angebot kaum merklich eine Augenbraue. Weshalb sich ein Sith-Alchemist persönlich um einen derart unbedeutenden Mann kümmern wollte, erschloss sich ihm nicht. Andererseits war es vermutlich müßig, jede Marotte seines Ordensbruders verstehen zu wollen. Er würde sich diese Beobachtungen jedenfalls merken müssen. Wenn es ihm gelingen sollte, aus Naver einen brauchbaren Verbündeten für seine zukünftigen Vorhaben zu formen, musste er schließlich wissen, mit wem er es zu tun hatte. Mächtige Männer waren nützlich. Mächtige Männer, die einem im unpassendsten Augenblick die eigenen Pläne ruinierten, hingegen ausgesprochen lästig.

Als Commodore Mentel schließlich das Wort ergriff, schwand auch der letzte Rest seiner guten Laune. Ein Bericht an das Oberkommando? Angelus verzog kaum merklich den Mund. Selbstverständlich...weshalb sollte man eine unangenehme Angelegenheit auch einfach unter Männern beilegen, wenn sich daraus noch ein umfangreicher bürokratischer Vorgang machen ließ? Er selbst hatte mit dem Ausbruch seines Ordensbruders schließlich nichts zu tun gehabt - im Gegenteil. Ohne sein rechtzeitiges Eingreifen wäre die Lage womöglich noch wesentlich unerfreulicher geworden. Dass sein Name nun möglicherweise ebenfalls in irgendeinem Bericht auftauchen würde, empfand er als eine weitere Zumutung. Dennoch schwieg er. Mentel konnte seine Berichte verfassen, wenn ihm danach war. Angelus hatte nicht die Absicht, sich vor der versammelten Brückenbesatzung auf eine Diskussion mit diesem kleinkarierten Flottenaffen einzulassen.

Dann allerdings wandte sich der Commodore ihm persönlich zu. Angelus erwiderte dessen Blick mit jener hochmütigen Selbstverständlichkeit, die ihm längst zur zweiten Natur geworden war. Die Bemerkung über das Mitgefühl quittierte er lediglich mit einem dünnen Lächeln. Er hatte nicht behauptet, dass Mitgefühl grundsätzlich eine Schwäche sei. Er hatte lediglich festgestellt, dass er keines empfand. Ein Unterschied, der dem Commodore offenbar entgangen war. Als Mentel schließlich näher trat und seine Stimme senkte, wurde Angelus' Miene jedoch merklich kühler. Kontrollverlust? Was für eine bemerkenswerte Unterstellung. Er hatte die Kontrolle zu keinem Zeitpunkt verloren. Er war lediglich ungehalten gewesen und hatte dieser Verärgerung Ausdruck verliehen. Sollte ein Sith sich neuerdings dafür rechtfertigen müssen, dass er seine Meinung mit der gebotenen Deutlichkeit vortrug?


Für einen kurzen Augenblick verspürte Angelus das beinahe unwiderstehliche Bedürfnis, dem Commodore eine Antwort zu geben, die keinerlei Raum für Missverständnisse ließ. Seine grünen Augen verengten sich, während sich unter der schweren schwarzen Rüstung die Muskeln seiner Schultern anspannten. Die Dunkle Seite reagierte bereitwillig auf seinen aufkeimenden Zorn. Er spürte, wie sich die vertraute Hitze in seinem Inneren regte, wie die zuvor so behagliche Finsternis abermals eine schärfere, aggressivere Beschaffenheit anzunehmen drohte. Doch Angelus hielt sie zurück. Nicht, weil er die Worte des Commodore für berechtigt hielt, sondern weil er keinerlei Interesse daran hatte, diesem Mann auch noch einen tatsächlichen Anlass für seine Vorwürfe zu liefern. Naver hatte bereits genügend Unannehmlichkeiten verursacht. Er selbst würde gewiss nicht dafür sorgen, dass aus dieser lästigen Angelegenheit noch eine größere wurde.

So beließ er es bei einem schmalen Lächeln, das seine Augen allerdings nicht erreichte. Doch Mentel schien entschlossen, seine Geduld noch ein wenig weiter auf die Probe zu stellen. Als der Commodore verkündete, dass die beiden Sith sich bis auf Weiteres ausschließlich in Begleitung seiner Soldaten an Bord bewegen durften, verschwand das Lächeln für einen flüchtigen Augenblick vollständig aus Angelus' Gesicht.

Eine Eskorte... Als wäre die Anwesenheit dieser Männer nicht bereits demütigend genug gewesen. Nun sollte er sich offenbar auch noch wie ein Gefangener durch das Schiff führen lassen. Erneut drängte sich ihm die Erinnerung an Kelada auf. An die bewaffneten Männer, die damalige Festsetzung und das unerträgliche Gefühl, von irgendwelchen unbedeutenden Funktionsträgern behandelt zu werden, als könnten sie nach Belieben über ihn verfügen. Angelus presste die Kiefer aufeinander. Seine behandschuhte Rechte schloss sich langsam zur Faust, ehe er die Finger bewusst wieder entspannte.. Der Commodore mochte sich an seiner kleinen Machtdemonstration erfreuen. Angelus hingegen hatte Wichtigeres zu tun.

Als er schließlich antwortete, lag wieder ein beinahe vollendetes Lächeln auf seinen Lippen.


"Eine persönliche Eskorte, Commodore? Wie aufmerksam. Ich werde Eure Fürsorge zu schätzen wissen."

Die Worte waren von ausgesuchter Höflichkeit, doch der Spott ließ sich kaum überhören. Angelus neigte den Kopf gerade so weit, dass man die Bewegung mit etwas gutem Willen als respektvolle Geste hätte auslegen können. Er selbst betrachtete die Angelegenheit damit als erledigt. Sollte Mentel ihm einige Soldaten hinterherschicken, die ihm wie Hunde hinterherliefen. Solange sie ihm nicht im Weg standen, konnten sie meinetwegen Wurzeln schlagen. Dass er ihre Anwesenheit vorläufig duldete, bedeutete schließlich noch lange nicht, dass er die Anmaßung dahinter vergessen würde.

Anschließend wandte er sich seinem Ordensbruder zu. Die Verärgerung über dessen Verhalten war keineswegs verflogen, doch Angelus hatte nicht die Absicht, sie vor dem Commodore und dessen Untergebenen auszubreiten. Was zwischen Sith zu besprechen war, ging gewöhnliche Offiziere nichts an. Außerdem wäre es ausgesprochen töricht gewesen, einen potenziell wertvollen Verbündeten wegen eines derart belanglosen Zwischenfalls vor den Kopf zu stoßen. Naver hatte seine Macken- das war mittlerweile offensichtlich. Aber Angelus war zuversichtlich, dass sich mit diesen Eigenheiten umgehen ließ, sofern man sie bei der Planung zukünftiger Unternehmungen angemessen berücksichtigte.


"Nun denn, mein geschätzter Ordensbruder. Ich denke, wir sind hier durch. Wir werden unser Gespräch bei anderer Gelegenheit fortsetzen."

Er schenkte Naver ein letztes kühles Lächeln und wandte sich anschließend zum Ausgang der Brücke. Ein abschließender Blick auf die gewaltigen Sichtfenster zeigte ihm noch einmal die brennende Oberfläche von Agriworld-2079. Eigentlich hätte es ein wundervoller Tag sein können. Hunderttausende oder gar Millionen von Feinden des Imperiums starben, die republikanischen Verteidiger wurden vernichtet und die Dunkle Seite hatte ihm ein Hochgefühl beschert, das er so schnell nicht vergessen würde. Stattdessen musste er sich nun mit der verletzten Eitelkeit eines Flottenoffiziers und den unberechenbaren Launen eines Sith-Alchemisten herumschlagen. Angelus schnaubte leise. Was für ein ausgesprochen unerfreulicher Abschluss eines ansonsten so erhebenden Schauspiels.

Immerhin warteten noch andere Angelegenheiten auf ihn. Craton Minara war inzwischen an Bord der Authority eingetroffen, und Angelus hatte durchaus Interesse daran, seinen ehemaligen Schüler wiederzusehen. Die Aussicht auf dieses Treffen war wesentlich verlockender, als noch länger auf der Brücke zu verweilen. Ohne sich ein weiteres Mal umzudrehen, setzte er sich in Bewegung. Sollten die ihm zugedachten Soldaten ihn begleiten.

Der Weg zum Hangar gab Angelus Gelegenheit, seine Gedanken wieder auf angenehmere Dinge zu richten. Mit jedem zurückgelegten Korridor verlor die Begegnung auf der Brücke ein wenig von ihrer unmittelbaren Bedeutung, wenngleich der Ärger darüber keineswegs verschwunden war. Er hatte sich lediglich entschieden, ihn vorerst nicht weiter zu beachten. Die Angelegenheit mit Mentel würde sich zu gegebener Zeit gewiss noch einmal aufgreifen lassen, sofern sich daraus irgendein Nutzen ziehen ließ. Und was Naver betraf, so hatte der Zwischenfall immerhin einige aufschlussreiche Erkenntnisse über dessen Persönlichkeit geliefert. Mehr musste er sich damit für den Augenblick nicht beschäftigen.

Als sich schließlich die schweren Türen des Hangars vor ihm öffneten, empfingen ihn das geschäftige Treiben des imperialen Hangarpersonals. Angelus ließ den Blick über die abgestellten Maschinen und die zahlreichen Uniformierten schweifen. Der schwarze Pelzumhang lag schwer über seinen Schultern, während er mit gewohnt aufrechter Haltung den Hangar betrat. Seine Miene hatte inzwischen wieder jene selbstgefällige Gelassenheit angenommen, die er gewöhnlich zur Schau trug. Von der Wut, die noch wenige Minuten zuvor in ihm gebrodelt hatte, war äußerlich kaum noch etwas zu erkennen.

Dann entdeckte er Craton Minara. Ein Anblick, der seine Stimmung tatsächlich ein wenig aufhellte. Angelus richtete seine Schritte auf den ehemaligen Schüler und einstigen Weggefährten, während ein wölfisches, diesmal durchaus aufrichtiges Lächeln seine Lippen umspielte. Nach den unerfreulichen Ereignissen auf der Brücke war es eine willkommene Abwechslung, endlich wieder einem Mann gegenüberzutreten, dessen Fähigkeiten er aus eigener Erfahrung kannte.


"Craton"

Angelus breitete die Arme ein wenig aus und schenkte seinem ehemaligen Schüler ein ausgesprochen einnehmendes Lächeln. Dennoch musterte ihn im nächsten Schritt gleich prüfend. Die dunkle Rüstung, der asymmetrische Mantel und der vollständig geschlossene Helm verliehen ihm eine durchaus imposante Erscheinung. Ja, zumindest seiner Aufmachung nach sah Craton mittlerweile aus wie ein richtiger Sith. Über die Bewaffnung ließ sich freilich streiten. Blasterpistolen und Messer mochten für einen gewöhnlichen Söldner oder Kopfgeldjäger angemessen sein, doch Angelus bevorzugte bekanntlich elegantere und traditionellere Methoden, seine Feinde aus dem Weg zu räumen. Andererseits war Craton schon immer ein ausgesprochen eigenwilliger Bursche gewesen. Vermutlich hätte es ihn eher überrascht, seinen ehemaligen Schüler plötzlich bloß mit einem Lichtschwert bewaffnet anzutreffen.

"Wie schön, dass Du meinem Ruf gefolgt bist. Wir haben so einiges zu besprechen."

[ Mittlerer Rand – M'shinni-Sektor – Agriworld-2079 – Orbit – ISD-II Authority – Hangar ]
Darth Angelus, Dopa Maskey/Craton Minara, imperiale Soldaten und Hangarpersonal (NPCs)
 
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[Mittler Rand – M'shinni-Sektor – STR Conqueror - Agriworld-2079 – Hangar] Staff Sergeant John Bullard, Gwenn

Selbst ein Kreuzer der Strike-Klasse verfügte über mehrere Waffenkammern, damit die Besatzung im Falle einer Enterung an verschiedenen Stellen des Schiffes bewaffnet werden konnte. Das primäre Arsenal lag jedoch in relativer Nähe zum Hangar. Da die Conqueror als Truppentransporter konfiguriert war, ergab es Sinn, die Hauptwaffenausgabe dort anzuordnen, wo sich die Truppen für ihre Einsätze bereitmachten. Gleichzeitig befand sie sich tief genug im Inneren des Schiffes, um durch mehrere Decks und Schotten vor unmittelbarem Feindbeschuss geschützt zu sein.

Gwenn rückte das DLT-20a noch einmal zurecht, damit der Trageriemen auf dem kurzen Weg nicht unangenehm drückte, nach dem Einsatz taten sie das irgendwie immer. Die Waffenrückgabe begann allerdings nicht erst an der Waffenkammer. Bereits beim Verlassen des Hangars wurden die zurückkehrenden Soldaten zu einem gekennzeichneten Kontrollbereich geleitet. Niemand sollte mit einem unkontrollierten, womöglich noch schussbereiten Blastergewehr durch die belebten Korridore des Kreuzers laufen. Außer natürlich die Flottensoldaten und Sturmtruppen die gerade Dienst taten.

Unter den aufmerksamen Blicken des zuständigen Personals sicherten die Soldaten ihre Waffen und ließen deren Zustand überprüfen. Auch verbliebene Munition und mitgeführte Sprengmittel wurden erfasst; für Letztere standen gesonderte Behälter bereit. Dahinter ein Unteroffizier mit einem Datenblock, alles wurde protokolliert. Beschädigungen oder Störungen waren bereits hier zu melden, damit auffällige Ausrüstungsstücke bei der anschließenden Rückgabe unmittelbar ausgesondert werden konnten. Gwenn wartete, bis sie an der Reihe war, und folgte den knappen Anweisungen. Ringsum vermischten sich müde Stimmen mit dem Klacken von Ausrüstung, dem gleichmäßigen Brummen der Hangarlüftung, sprich das Hintergrundgemurmel eines geschäftigen Haupthangars.

Erst nach der Freigabe ging es weiter zur eigentlichen Waffenkammer. Vor deren Ausgabeschalter hatte sich eine kurze Schlange gebildet. Ein Waffenwart nahm die zurückgebrachten Blaster entgegen, während ein zweiter die Kennungen mit den Ausgabelisten auf seinem Terminal abglich. Jede Waffe war einem Namen zugeordnet, jedes fehlende Ausrüstungsstück musste vermerkt werden. Was im Gefecht verloren gegangen oder zurückgelassen worden war, verschwand nicht einfach mit einem Schulterzucken aus dem Bestand. Immerhin war man Soldat des galaktischen Imperiums, nicht irgendein Rebellenhaufen auf einem rückständigen Randplanet.
Als Gwenn vortrat, ließ sie das DLT-20a vorsichtig vom Riemen gleiten und legte es auf die dafür vorgesehene Ablage. Der Waffenwart prüfte die Kennung, warf einen geübten Blick auf das Gehäuse und fragte:

„Irgendwelche Auffälligkeiten während des Einsatzes?“ Hinter ihm standen Waffen in offenen Halterungen; andere lagen bereits auf den Werkbänken zur Durchsicht. Es roch nach Reinigungsmitteln, Schmierstoffen und der trockenen Wärme beanspruchter Elektronik.
„Keine. Hat einwandfrei funktioniert.“ In ihrer Stimme fand sich die Langeweile der Weißhaarigen wieder. Sie hatte noch was zu tun und das hier war nun wirklich nicht der Höhepunkt ihres Tages.

Gwenns Aussage wurde mit einem Eintrag auf seinem Datenblock quittiert, doch mit der bloßen Übergabe war es noch nicht getan. Zubehör wurde abgeglichen, der Zustand der Waffe vermerkt und die Rücknahme schließlich im System bestätigt. Die gründliche Reinigung und technische Überprüfung würden folgen, bevor das DLT-20a wieder für den nächsten Einsatz ausgegeben werden konnte. Gwenn wäre es deutlich lieber wie im andauernden Feldeinsatz für ihre Waffe selbst verantwortlich zu sein, denn bei ihrer eigenen Waffe würde es keinen Dienst nach Vorschrift geben, wie es vielleicht in der Waffenkammer geschehen würde.
Erst als der Waffenwart mit der Mark I Eyeball Prüfung zufrieden war und ihr knapp zunickte, trat Gwenn von der Ablage zurück. Ihre Schulter fühlte sich ohne das vertraute Gewicht beinahe ungewohnt leicht an. Sie strich über die Stelle, an der der Riemen gedrückt hatte, und machte dem nächsten Soldaten Platz.

Ihren treuen Dienstblaster und ihre Vibromesser gab sie nicht zurück, zwar auch Teil ihrer persönlichen Ausrüstung, diese durften jedoch als Teil der normalen Dienstausrüstung getragen werden. Verstand einer die Dienstrichtlinien. Im Falle einer Enterung durch den Feind, wäre es jedoch zumindest praktisch nicht quasi nackt da zu stehen.

Nachdem Gwenn ihre Waffe abgegeben hatte, führte ihr Weg weiter zur Ausrüstungsrücknahme. Dort wurden die zurückkehrenden Soldaten bereits von den zuständigen Knechten des Quartiermeisters erwartet. Entlang der Wand standen Bänke, davor markierte Ablageflächen und mehrere Transportschwebewagen. Über einem der Schalter zeigte eine Leuchtanzeige die Dienstnummern der Soldaten an, deren Ausrüstung gerade angenommen wurde.
Gwenn wusste schon was kommen würde. ‚Wo ist ihr Helm, Lieutenant?‘ Sehr wahrscheinlich durch das Bombardement zu Schlacke geschmolzen, nicht dass sie das so antworten würde. Die Weißhaarige begann die Verschlüsse ihrer Schutzrüstung zu lösen. Erst jetzt, da die Anspannung des Einsatzes allmählich nachließ, bemerkte sie, dass die einzelnen Teile schwerer wirkten als vor dem Einsatz. Das lag am abflauenden Adrenalin. Unter den Platten hatte sich Wärme gestaut; der Stoff darunter klebte unangenehm an ihrer Haut. Sie nahm die Komponenten nacheinander ab und legte sie so zurecht, dass der Erbsenzähler ihren Zustand prüfen konnte.

Die Rücknahme erfolgte nicht unterschiedslos. Persönlich zugeteilte Ausrüstung, die bei den Soldaten verblieb, musste nach der Reinigung wieder in den vorgesehenen Spinden verstaut werden. Beschädigte oder möglicherweise verunreinigte Stücke kamen gesondert zur Überprüfung und durften nicht einfach zwischen die übrige Ausrüstung gelegt werden. Und wenn die Aufpasser des Rüstmeisters nicht genau aufpassten, versuchten es ihre Leute doch.
Der Versorgungsoffizier kontrollierte die Kennungen und ließ sich erkennbare Schäden zeigen. Risse, gelockerte Befestigungen, alles wurde im Datenblock vermerkt. Auch Treffer, nach denen eine Schutzplatte äußerlich noch intakt wirkte, sollten gemeldet werden. Ob sie erneut ausgegeben werden konnte, entschied die technische Prüfung.

„Lieutenant, wo ist ihr Helm?“ Um sich herum hörte sie die unterdrückten Belustigungen ihrer Leute, der ein oder andere Creditchit wechselte den Besitzer.

„Auf Agriworld 2079. Totalverlust.“, antwortete die Offizierin ihm knapp und in strengen Tonfall. Dabei bedachte sie ihn dabei mit festen Blickkontakt und hielt diesen unangenehm lange aufrecht, bis er wegsah und sich und ihr einen weiteren Kommentar ersparte. Anschließend prüfte er die restlichen, abgelegten Rüstungsteile. Seine Handgriffe waren routiniert, doch er nahm sich für jedes Stück einen Moment Zeit. Was nur verschmutzt war, ging zur Reinigung; was Zweifel an seiner Schutzwirkung aufwarf, erhielt eine Kennzeichnung und wanderte auf einen separaten Wagen.
Zum Schluss glich er die zurückgegebenen Teile mit Gwenns Ausgabeprotokoll ab und bestätigte den Empfang. Den Verlust des Helmes musste sie jedoch quittieren. Sie sammelte die Ausrüstung ein, für deren Pflege und Aufbewahrung sie selbst verantwortlich blieb, und trat von der Ablage zurück. Ohne die Panzerung, nur in der eingeschwitzen Uniform aus Stoff, fühlte sie die kühle Luft des Korridors ungewohnt deutlich. Gwenn rollte erneut vorsichtig die Schultern. Erst jetzt spürte sie die Druckstellen, die der Einsatz hinterlassen hatte — und wie sehr sie sich auf eine Dusche und frische Kleidung freute. Caf wäre auch nicht schlecht. Aber erst die persönliche Ausrüstung verstauen, dann Captain Galvan, und zu guter letzt die Dusche.


[Mittler Rand – M'shinni-Sektor – STR Conqueror - Agriworld-2079 – Ausrüstungsrückgabe] Soldaten, Knechte des Rüstmeisters, Gwenn
 
[M'shinni-Sektor :: Agriworld-2079 :: zentrale Agrarregion :: niedriger Luftraum über den südlichen Speichern] Ylaine Vao und V7 im XJ3, aufsteigende Flüchtlingstransporter und imperiale Jäger

Ylaine nahm den Bug herunter und rollte vom Frachter fort. Der TIE vor ihr verschwand über dem Kanzelrand, während die Lagerdächer seitlich hochkamen. Sie zog den Knüppel an und spürte den Gurt über ihrer Brust straff werden. Die ersten grünen Bolzen ihres Verfolgers gingen über der Kanzel hinweg, einer traf den Heckdeflektor. Als der XJ3 wieder waagerecht über den Feldern lag, stand der Transporter rechts hinter ihr und der Gegner folgte ihrer neuen Bahn nach Westen. Sie gab Schub. V7 hielt den Verfolger auf der Übersicht, während sie den zweiten TIE suchte. Er war ein Stück hinter dem Frachter zurückgeblieben und senkte jetzt den Bug. Zwischen den Rauchschwaden wurden seine Paneele schmaler, bis er mit der Nase auf das langsam steigende Schiff zeigte. Ylaine ließ den XJ3 zunächst weiter nach Westen laufen. Ihr Verfolger blieb an ihr. Erst als sie die eigene Maschine nach rechts herumnahm, kam der andere TIE hinter ihm wieder zum Vorschein. Grüne Bolzen gingen hinter ihrem Heck durch. Sie hielt die Wende flach und ließ den Gegner seitlich vor ihre Kanzel kommen. Er musste noch ein Stück weiter nach links, um hinter den Frachter zu kommen. V7 setzte die Zielmarkierung vor seinen Bug. Ylaine folgte ihm mit kleinen Bewegungen am Knüppel, bis er näher an die Markierung rückte. Unter ihr liefen die Hallendächer schräg vorbei, zwischen den Paneelen wurde die Kanzel des TIEs größer. Sie feuerte, bevor er seinen Angriff ausrichten konnte.

Die erste Salve traf am inneren Rand eines Paneels. Der Flügel knickte gegen den Rumpf, dann gingen die nächsten Bolzen durch die Triebwerkssektion und rissen den Jäger auseinander. Ylaine zog über die aufglühenden Trümmer hinweg, spürte einen Schlag gegen den Schild und trat ins Ruder, als ein großes dunkles Stück dicht unter ihrem linken Flügel vorbeitaumelte. V7 warnte vor dem Verfolger. Ylaine schwenkte wieder auf den Fluchtkurs ein und beschleunigte, bis der Frachter vor ihr stand. Der andere TIE kam seitlich aus seiner Wende, hielt diesmal jedoch Abstand. Sie wechselte unter dem Heck des Transporters hindurch auf dessen rechte Seite und meldete dem Kapitän, dass er nach Westen drehen könne. Weiter vorn lagen die vier anderen zivilen Kennungen über der auslaufenden Speicherzone. Zwei der Schiffe konnte sie durch den Rauch sehen, die übrigen fand sie erst, als V7 ihre Markierungen darüberlegte. Der südliche Frachter schwenkte langsam auf sie ein. Sie passte ihre Geschwindigkeit an und blieb auf jener Seite, von der sich der TIE erneut nähern musste. Vom Boden erreichte sie noch einmal die Stimme des Technikers. Er hatte einen der Angreifer über den Feldern verschwinden sehen und wollte wissen, ob sie durch seien. Ylaine gab ihm die Richtung der Transporter durch. Seine Antwort ging unter einem Krachen verloren, dann hörte sie ihn nach jemandem rufen, bevor die Verbindung abbrach. V7 versuchte ihn erneut zu erreichen. Die Rangerin wartete auf das Ende der Anwahl, während der Frachter an ihrer Seite höher stieg und die brennenden Felder verdeckte. Schließlich stellte der Droide wieder den gemeinsamen Kanal der fünf Schiffe durch.

Die Wolken nahmen zuerst die Speicher, dann auch den Transporter aus ihrem Blick. Feuchte Schlieren liefen über die Kanzel und rissen unter dem Fahrtwind ab. Ylaine hielt sich an seiner Kennung. Der TIE folgte weiter hinter ihnen, nah genug, dass sie den Heckdeflektor verstärkt ließ, während V7 die übrige Schildenergie ausglich. Über Funk meldeten die vorderen Piloten ihren weiteren Aufstieg. Der erste Frachter konnte seine Geschwindigkeit halten, die beiden von den Außendocks schlossen auf. Als der Kapitän mit der vermissten Tochter um mehr Abstand zum Vorausfliegenden bat, hörte Ylaine ihn einer zweiten Stimme im Cockpit die neue Richtung wiederholen. Danach blieb nur das gleichmäßige Rauschen der offenen Verbindung. Die Wolkendecke endete unter ihrem Bug. Ein vom Feuer gefärbtes Feld reichte bis zum Horizont, durchbrochen von dunklen Rauchwolken, die noch höher hinaufstiegen. Vor ihr lagen die Triebwerke der Transporter. Sie wurden deutlicher, je mehr das Blau über der Kanzel in ein tiefes Schwarz überging und unter ihnen die Krümmung des Planeten sichtbar wurde. Am Rand der Übersicht erschienen imperiale Kennungen. Ylaine vergrößerte den Bereich. Rechts von ihrem Aufstieg lag ein Sternenzerstörer über dem hellen Saum des Planeten, von dessen Unterseite Salven niedergingen. Die einzelnen Lichtbahnen verloren sich in der Wolkendecke. Weiter dahinter standen andere Schiffe, schmaler und zum Teil nur an ihren Markierungen zu erkennen. Neben dem großen Keil erschien die Kennung Authority. V7 legte die Fluchtrichtung über die Übersicht. Sie führte links von dem Sternenzerstörer weiter vom Planeten fort, durch einen Bereich, in dem die nächsten Jägerkontakte weit auseinanderstanden. Die Kapitäne hatten ihre Berechnungen übernommen und meldeten nacheinander die verbleibende Strecke bis zu ihren Sprungpositionen. Ylaine ließ V7 auch für den XJ3 rechnen und hielt sich hinter dem südlichen Schiff, das den anderen nur langsam folgte.

Die Markierung des verbliebenen TIEs wanderte auf die Seite der Authority. Von dort kamen vier neue Kontakte heran, zunächst so dicht beieinander, dass V7 sie in einem gemeinsamen Rahmen führte. Dann teilte sich der Rahmen in zwei Paare. Ylaine gab die Annäherung weiter und ließ die Transporter vorausziehen. Von ihrer Position aus lagen alle fünf vor ihr, der südliche etwas unterhalb der anderen. Sein Kapitän meldete, dass er dem Antrieb vorerst nicht mehr abverlangen könne. Sie bestätigte und ging den anfliegenden Maschinen entgegen.

Das vordere Paar hielt direkt auf sie zu, während die beiden dahinter seitlich auf die Frachter ausschwenkten. Ylaine richtete den Bug auf die seitlich ausbrechenden Maschinen und sah die vorderen Jäger sofort mitgehen. Als sie den Bug wieder zurücknahm, schob sich einer von ihnen vor ihre Bahn, der andere blieb weiter außen. Sie wollten sie hier halten. Ylaine gab mehr Schub und flog auf den inneren Jäger zu. V7 warnte, dass der Gegner sie erfasst hatte, dann stand grünes Feuer vor der Kanzel. Sie hielt noch einen Augenblick auf die Maschine zu, bis deren Paneele weit genug auseinanderlagen, um die Kanzel dazwischen zu erkennen. Erst dann rollte sie unter seiner Schussbahn durch und zog zwischen ihm und seinem Flügelmann hindurch. Der Frontdeflektor flimmerte grell auf. Ein Paneel strich dicht an ihrer Flügelspitze vorbei, dann drehte Ylaine auf die Frachter ein. Die beiden Jäger mussten ihre Wende erst beenden. Hinter ihnen schloss der TIE aus der Atmosphäre auf, doch vor ihr lag für einige Sekunden der freie Weg zu den beiden Angreifern. Sie schaltete auf die Torpedosteuerung. Der führende Gegner stieg seitlich über den letzten Frachter, um auf dessen Heck einzudrehen. Ylaine setzte ihm den Zielrahmen auf den Rumpf und hielt den XJ3 in einer flachen Kurve hinter ihm. Von rechts hinten kam die erste Schusswarnung. Sie wich nach unten aus und fing den TIE wieder im Zielrahmen ein. Der Erfassungston hielt an, dann löste sich der Torpedo unter ihrem Bug. Der Flügelmann brach nach außen. Sein Anführer rollte vom Frachter weg und zog den Torpedo in Richtung des imperialen Verbands hinter sich her. Ylaine folgte seiner bisherigen Bahn noch einen Augenblick weiter. Dann nahm sie den Bug nach rechts und schnitt quer durch den Raum, in den seine Ausweichkurve führte. V7 setzte ihr die Zielhilfe vor die Kanzel. Der TIE kam ihr schräg von vorn zwischen die Flügelspitzen. Ylaine feuerte, als er weiter zur Seite drehte. Die erste Salve traf den Rand des Rumpfs, die zweite ging durch seine Mitte. Trümmer warfen Licht auf ihre Kanzel, bevor der Torpedo in der sich ausbreitenden Wolke verging.

Ylaine zog darunter hindurch. Ein harter Stoß ging durch den Sitz und warf ihren Kopf gegen das Seitenpolster. Unter ihrem rechten Fuß vibrierte der Boden, der XJ3 zog aus der Kurve und rollte weiter, obwohl sie den Knüppel bereits zurücknahm. Ylaine trat das linke Pedal durch. Sie richtete den Bug wieder auf die Frachter, musste das Pedal jedoch gedrückt halten, während V7 die Schäden aufrief. Der obere Steuerbordlaser war ausgefallen. Beim Antrieb dahinter schwankte die Leistung. V7 nahm die beschädigte Einheit zurück und glich die anderen Triebwerke an. Das Ziehen ließ nach, doch die Entfernungen zu ihren Verfolgern wurden kleiner. Ylaine erhöhte die Leistung der unbeschädigten Antriebe. Der XJ3 zog wieder nach rechts und sie musste stärker gegentreten, um mit schief stehenden Flügeln weiter auf die Frachter zuzuhalten.

Die Frachter hatten inzwischen Abstand gewonnen. Der übrig gebliebene TIE vor ihnen war weit nach außen ausgewichen und musste sich erst wieder annähern. Ylaine schob den eigenen Jäger auf die Linie hinter den beiden Nachzüglern. Der erste Kapitän meldete, dass er seine Sprungposition beinahe erreicht habe. Sie ließ allen Besatzungen übermitteln, dass sie springen sollten, sobald ihre Systeme es zuließen. Auf ihrer Anzeige lag auch V7s vorbereiteter Kurs, dicht neben dem der vorderen Schiffe. Wenn sie jetzt weiter beschleunigte, konnte sie sich hinter ihnen halten. Ihr Blick blieb an der Markierung des südlichen Frachters hängen.

Der TIE außerhalb der Gruppe hatte seine Wende beendet und flog schräg auf das Heck des südlichen Frachters zu. Die drei anderen lagen hinter Ylaine. Der einzelne Angreifer war dem Transporter bereits näher als sie. Ylaine nahm den Schub zurück und zog den XJ3 herum. Der beschädigte Jäger sträubte sich gegen die Wende. Ylaine drückte das Pedal weiter durch und zog den Knüppel an, bis der Gegner endlich vor ihr stand. Hinter ihm lag die Authority. Für einen Augenblick konnte sie die gestaffelten Aufbauten auf dem Rücken des Sternenzerstörers erkennen. Sie gab wieder Schub und ließ V7 Energie aus den Laserbatterien zum Frontdeflektor ziehen.

Der TIE hielt weiter auf den südlichen Frachter zu, bis Ylaine quer vor ihm in die Bahn kam. Seine Kanzel schwenkte auf sie und die erste Salve lief direkt auf ihre Maschine zu. Sie ließ den Knüppel stehen. Der Frontdeflektor flammte auf, nahm ihr für einen Augenblick die Sicht und gab den Gegner wieder frei, jetzt so nah, dass seine Markierung den ganzen Rumpf umschloss. V7 warnte vor dem Zusammenstoß. Ylaine feuerte die verbliebene Ladung der Laser in seine Bahn. Er rollte zur Seite, ihr eigener Jäger schoss unter einem Paneel hindurch und geriet in das Feuer eines der anderen TIEs. Der Gegner tauchte noch einmal rechts neben ihr auf, ehe er hinter der Kanzelstrebe verschwand.

Der Frachter lag jetzt links vor ihr. Ylaine schwenkte auf seinen Kurs ein, während V7 die vier Feindkontakte nachführte. Der einzelne Angreifer musste nach seinem Ausweichen eine weite Kurve fliegen, die anderen drei kamen noch von der Seite ihrer letzten Wende. Vom ersten Frachter mit Nessa, Vika und den anderen aus dem Kühlhaus kam die Sprungmeldung. Über der linken Kanzelstrebe streckte sich sein Rumpf zu einer hellen Spur und verschwand.

Ylaine sah auf die verbleibenden Kennungen. Zwei lagen dicht beieinander, der dritte und der südliche Transporter folgten mit größerem Abstand. Sie ging rechts neben den Nachzügler. Zwischen ihr und der Authority fanden sich die vier TIEs wieder zusammen. Die Transporter entfernten sich schräg vom imperialen Verband. Um die TIEs vor ihnen abzufangen, musste Ylaine mit jedem neuen Anflug zurück auf den Sternenzerstörer zufliegen. Sie behielt die Kennung des südlichen Frachters im Blick, während die Gegner auseinanderzogen. Zwei kamen direkt auf sie zu, einer hielt sich darüber und der letzte schwenkte unter ihrer bisherigen Bahn hindurch. Er würde unter dem Frachter entlangfliegen können, wenn sie sich von den beiden vorderen wieder in einen Zweikampf ziehen ließ. Ylaine gab V7 die untere Maschine als Ziel und zog den XJ3 nach unten aus der gemeinsamen Flughöhe. Die beiden vorderen TIEs gingen mit. Sie beschleunigte weiter, bis der Gegner unterhalb der Gruppe größer wurde und die Erfassungswarnung in ihrem Helm schrillte. Der obere Verfolger kam zuerst zum Schuss. Ylaine hielt den Bug auf den tieferen TIE gerichtet. Seine Bahn führte auf den Nachzügler zu, die ihre schnitt ihm den Weg ab. Wenn sie jetzt auswich, musste sie wieder hinter ihm her. Sie legte den linken Unterarm fester auf die Ablage und hielt gegen das langsame Ziehen des beschädigten Antriebs. Der erste Treffer ließ den Jäger vibrieren. Beim zweiten ging ein hartes Schlagen durch den Rumpf. Die Schildladung sank, während die Kanzel des Gegners zwischen seinen Paneelen wanderte. Ylaine wartete, bis er den Bug zum Frachter hochnehmen musste. Dann feuerte sie.

Die Salve traf ein Paneel und riss eine helle Spur durch dessen dunkle Fläche. Der TIE kippte aus dem Anflug, rollte vom Frachter weg und zwang seinen herankommenden Kameraden, die eigene Bahn zu öffnen. Ylaine nutzte die Lücke zwischen ihnen und folgte dem beschädigten Gegner, bis er weiter auf die Seite des Sternenzerstörers ausbrach. Ylaine ließ den Gegner aus der Zielhilfe laufen und richtete den XJ3 wieder auf den Frachter. V7 meldete zwei weitere Sprünge. Über Funk kam noch eine Abschiedsmeldung, die beim Sprung abbrach. Von den beiden verbliebenen Frachtern flog der des Kapitäns mit der vermissten Tochter vorn. Er begann sich vom südlichen Schiff zu lösen. Ylaine ließ ihn weiterfliegen und fragte beim Nachzügler nach, als dessen Abstand erneut zunahm. Sein Kapitän meldete, dass der Antrieb unter der Last zurückgeregelt habe. Der Techniker sei dabei, die beschädigte Versorgung abzutrennen. Ylaine hörte jemanden im Hintergrund die Triebwerksanzeigen aufzählen, bevor der Mann am Funk erklärte, dass sie noch einen Augenblick brauchten. V7 zeigte ihr die vier TIEs. Die Jäger hatten nach ihrem letzten Durchbruch weiter in Richtung der Authority wenden müssen. Der Abstand zum südlichen Transporter veränderte sich unterdessen kaum. Ylaine drehte wieder auf den Sternenzerstörer zu. Beim Eindrehen verlor der beschädigte Antrieb weiter an Leistung. Der XJ3 kippte nach rechts und Ylaine musste den Knüppel mit beiden Händen fassen, bis die Nase endlich herumkam. Beim Loslassen fuhr der Schmerz durch ihren linken Arm und sie bekam ihn nur mit Mühe wieder auf die Ablage. Drei Gegner lagen dicht vor ihr, der vierte weiter darunter. Sie führte den Bug in die Lücke zwischen den beiden nächstgelegenen Maschinen und gab den Laserbatterien wieder Energie. Hinter ihrer rechten Flügelspitze stand die breite, dunkle Silhouette des südlichen Frachters. Der Kapitän rief ihren Namen, als das erste Feuer auf sie zukam. Ylaine zog über die Schussbahn des näheren TIEs hinweg und nahm den anderen unter sich in die Zielhilfe. Der Gegner drehte zum Frachter, stellte sich dabei aber quer vor seinen herankommenden Flügelmann. Dessen nächste Salve ging vor der Kanzel des drehenden TIEs durch. Sie feuerte auf die ihr zugewandte Flanke. Ein Bolzen traf den äußeren Rand seines Paneels und ließ ihn die Kurve enger ziehen. Ylaine folgte ihm, bis seine Nase wieder auf die Seite des imperialen Verbands zeigte. Der Knüppel schlug ihr in der Hand zurück. Sie nahm den Druck zurück, bevor der beschädigte Antrieb sie weiter in die Wende zog.

Auf der Übersicht erlosch die vierte zivile Kennung. V7 bestätigte den Sprung. Ylaine schwenkte wieder auf den Kurs des letzten Frachters ein. Die Authority lag inzwischen hinter den Verfolgern so groß im Sichtfeld, dass sie die beleuchteten Linien ihrer Aufbauten erkennen konnte. Der Transporter entfernte sich vom Sternenzerstörer, während ihr Jäger mit jedem Abfangen zurückblieb. Sein Kapitän meldete, dass die Leistung wieder steige. Der Techniker hatte die Versorgung getrennt. Er könne die Sprungposition jetzt erreichen. Ylaine bestätigte. Unter ihrer rechten Flügelspitze stieg ein TIE auf. Sie nahm den Bug herunter, legte die Zielhilfe auf seine Bahn und drückte den Feuerknopf. Zwei Bolzen lösten sich, dann blieb die rechte Seite dunkel. V7 meldete den Ausfall einer weiteren Laserkanone. Der TIE brach trotzdem aus. Ylaine hielt den XJ3 zwischen ihm und dem Frachter und nahm einen Treffer auf den fast leeren Frontdeflektor. Neben ihrem Sitz knackte es hell und der Geruch heißer Isolierung kam durch die Belüftung. Erst als V7 die beschädigte Leitung vom Netz nahm, hörte das Knacken auf. Der Kapitän meldete Sprungbereitschaft. Er wollte wissen, ob sie noch aufschließen könne.


„Springen Sie. Ich komme hier noch weg.“

Ylaine gab den verbliebenen Antrieben mehr Leistung. Der XJ3 zog zur Seite und sie fing ihn mit dem Pedal auf, während die TIEs vor ihr wieder auseinanderliefen. Hinter dem linken Gegner flammten die Triebwerke des Frachters auf, sein Rumpf streckte sich zu einer hellen Spur und war fort. V7 bestätigte den fünften Sprung. Ylaine rief ihren eigenen Kurs auf. Er führte schräg nach links weiter von der Authority fort. Bis zu ihrer Sprungposition war es noch ein Stück. Sie setzte die rechte Hand tiefer an den Knüppel und zog den Bug herum, während V7 die verbliebene Energie auf den Heckdeflektor gab. Die Warnung kam als abgerissener Ton. Dann schlug etwas gegen das Heck, so heftig, dass ihr die Luft aus der Brust fuhr und der Jäger nach rechts riss. Einer der eigenen Flügel stieg vor dem Seitenfenster auf. Ylaine wollte gegensteuern, als ein zweiter Schlag den ganzen Sitz unter ihr versetzte. Ihr Kopf prallte gegen das Polster. Licht zuckte durch die Kanzel, der vordere Bildschirm wurde weiß und erlosch. Sie hielt den Knüppel noch immer nach links gedrückt, während die Planetenkante von oben nach unten durch die Scheibe wanderte und ein loses Kabel gegen ihre Hand schlug. Zwei TIEs zogen dicht an ihr vorbei. Ihre hellen Triebwerksöffnungen verschwanden am Kanzelrand, bevor die eigene Drehung Ylaines Blick wieder zum Planeten führte. Sie wartete auf den nächsten Treffer. Die Planetenkante kam zurück, dahinter die Sterne, dann noch einmal der graue Rumpf des Sternenzerstörers. Das Feuer hatte aufgehört. Ylaine fasste den Knüppel neu und zog den Schubhebel zurück. Das Dröhnen aus dem Heck setzte aus, doch die Planetenkante wanderte weiter durch die Kanzel. Sie führte den Hebel vor und zurück, wartete auf das Anlaufen der Triebwerke und hörte nur ein loses Teil gegen die Verkleidung hinter ihrem Sitz schlagen.

V7 antwortete auf ihren Ruf. Unter dem erloschenen Hauptbildschirm brachte er die Schäden auf eine kleine Anzeige. Die Energieversorgung war unterbrochen, der Hyperantrieb ausgefallen und von den Steuerdüsen antwortete keine mehr. Hinter der Kanzel zog ein Stück ihres Flügels vorbei. Die ausgefranste Kante glühte noch an zwei Stellen, während es sich langsam vom Schiff entfernte. Ylaine griff zwischen den Sitz und ihren Oberschenkel nach dem Auslösegriff der Rettungseinrichtung. Er ging bis an den Anschlag. Über ihr knackte es im Kanzelrahmen, dann flammte neben ihrem Knie eine Störungsanzeige auf. V7 meldete, dass die Haube im verzogenen Rahmen festsaß. Sie hielt den Griff noch einen Augenblick gezogen, bis der Schmerz ihr in den Nacken fuhr. Dann ließ sie los. Im Helm rauschte der gemeinsame Kanal der Frachter. V7 hatte die fünf bestätigten Sprünge auf der letzten Anzeige stehen lassen. Darunter sank die Reserve der Notversorgung weiter. Der Droide sendete einen Hilferuf, bekam jedoch keine Antwort. Beim Schlucken klebte ihre Zunge am Gaumen. Sie merkte, wie schnell sie atmete, wie jeder Atemzug oben in der Brust hängen blieb. Unter dem linken Gurt zog eine warme Nässe am Overall entlang und ihr Arm zitterte, obwohl sie ihn auf der Ablage liegen ließ. Ylaine löste die schmerzenden Finger der rechten Hand einzeln vom Knüppel. Sie legte sie auf ihren Oberschenkel und betrachtete die helle Seite des Planeten, die sich wieder vor die Kanzel schob. Zwischen den Wolken lagen breite Feuerflächen, deren Licht die Rauchschichten von unten färbte. Darüber standen die Schiffe, von denen sie hergekommen war. Die nächste Drehung führte sie wieder auf die Sterne.

Sie wollte noch nicht sterben. Ihre Hand schloss sich wieder um den Knüppel. Sie drückte ihn nach vorn und wartete auf die kleine Gegenbewegung des Bugs, bis ihr Handgelenk wehtat und sie ihn zurückkommen lassen musste. V7 gab einen leisen Ton von sich. Ylaine stellte den Lautsprecher höher, um ihn unter dem Rauschen besser hören zu können. Nessa würde dort, wo der Frachter landete, einen Arzt finden müssen. Die Rangerin sah sie noch auf den Knien neben ihrer Kollegin, mit den Händen auf der Decke. Sie hoffte, dass es an ihrem Ziel ein Krankenhaus gab und jemand an der Rampe auf die Verletzten warten würde. Sie sah Nima am Tisch der Wohnung auf Dac vor sich, den Becher zwischen beiden Händen. Wenn Ylaine beim Erzählen zu schnell geworden war, hatte ihre Tante den Kopf ein wenig zur Seite geneigt und gewartet, bis ihre Nichte selbst merkte, dass sie kaum noch Luft holte. Die Rangerin atmete unter Schmerzen aus und wartete einen Moment, bevor sie wieder Luft nahm. Auf Dac musste es jetzt irgendwo regnen, musste Wasser an den Fenstern hinablaufen, während in den Gängen Schritte zu hören waren und jemand eine Tür öffnete, hinter der es nach warmem Essen roch. Sie wollte noch einmal dort sitzen und etwas Warmes trinken. Ihr Blick verschwamm. Sie blinzelte die Nässe fort, doch sie blieb am unteren Lid stehen und machte die Sterne unscharf. Was aus ihren Eltern geworden war, würde sie nun vielleicht nie erfahren. Ob ihre Mutter irgendwo alt geworden war und ob ihr Vater sie erkannt hätte, wenn sie eines Tages vor ihm gestanden hätte. Ylaine schloss die Augen und versuchte, die beiden Gesichter festzuhalten. Aus dem Lautsprecher kam ein schwaches Zwitschern.


„Bleib bei mir.“

Die ersten Töne seiner Antwort waren noch klar zu hören, dann wurde die Tonfolge im Rauschen undeutlich. Ylaine ließ die Augen noch einen Moment geschlossen und hörte V7 zu. Wenn sie jetzt zur Macht zurückkehren musste, hoffte sie, dass Nima dort wäre. Sie begann ihre Atemzüge zu zählen, wie sie es bei den Meditationen auf Ossus gelernt hatte. Beim dritten verlor sie den Rhythmus und fing noch einmal an. Ihre rechte Hand lag wieder auf dem Oberschenkel. Ylaine öffnete die Augen und wartete, bis die Sterne wieder schärfer wurden. Für einige Atemzüge betrachtete sie nur ihre Bewegung. Sie hatte Angst vor dem letzten Augenblick und hoffte, dass es schnell gehen würde. Die Planetenkante erschien wieder über dem Kanzelrand. Diesmal wanderte sie langsamer, blieb beinahe stehen und verschob sich dann seitlich aus ihrem Blick. Ein Ruck ging durch den Sitz, sanfter als die Treffer zuvor, aber fest genug, um ihren Kopf gegen das Polster zu legen. Vor der Kanzel schob sich eine graue Fläche in den Blick, zunächst schräg und von Lichtpunkten übersät, dann breiter, bis sie die gestaffelten Aufbauten dahinter erkannte. Unter dem Rumpf löste sich eine grüne Salve und ging an ihr vorbei zum Planeten. V7 meldete die Erfassung durch einen Traktorstrahl. Ein grauer Sternzerstörer wuchs vor ihr. Ylaines Finger schlossen sich wieder um den Knüppel. Unter der Hülle wurden beleuchtete Öffnungen sichtbar und ihr Atem ging schneller. Sie rechnete damit, dass man sie verhören und danach töten würde. Bei der Vorstellung, welche Schmerzen ihr bis dahin bevorstanden, zog sie den verletzten Arm enger an den Körper und hielt die Luft an. Für einige Augenblicke konnte sie nur auf den näherkommenden Rumpf sehen. Aus dem Lautsprecher kam noch einmal V7s leise Tonfolge. Ylaine atmete aus und lockerte die Finger am Griff. Sie legte die Rechte über den zitternden linken Unterarm und begann ihre Atemzüge wieder zu zählen. Nach und nach löste sich die Anspannung in ihren Schultern.

[M'shinni-Sektor :: Agriworld-2079 :: Raum über dem Planeten :: im Traktorstrahl der ISD-II Authority] Ylaine Vao und V7 im schwer beschädigten XJ3
 
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