Alderaan, Delaya (Alderaan-System)

Alderaan - nahe der Sanctuary Coast - nahe dem Anwesen der Lady von Herenford, Kampfläufergelände | Aris Calborne, Halina samt Freundeskreis (NSCs)

Die Strategiebesprechung dauerte nicht wirklich lange. Halinas Strategie konnte man ziemlich gut mit den Worten unverantwortlich, leichtsinnig und aggressiv zusammenfassen. Das passte ausgesprochen gut zu der jungen Adeligen, sodass Aris auch alles andere als überrascht war, ihren Plan zu erfahren, der kaum diesen Namen wert war. Die Parole hieß “ab durch die Mitte” und selbstverständlich übernahm Halina selbst die Führung. Wie konnte es auch anders sein als dass sie selbst den Sturm anführte? Die anderen Teammitglieder schienen nichts anderes von ihrer Anführerin erwartet zu haben, also sagte auch der Halb-Hapaner nichts weiter dazu, sondern stimmte ins zustimmende Nicken mit ein. “Alles klar, Halina. Ich bleibe also in Ihrem Schatten, während die anderen die Flanken schützen.” Beim letzten Halbsatz nickte Aris seinen Mitspielern zu. In einer klassischen Rautenformation würden sie einigermaßen gut auf die Hinterhalte reagieren können, die Jamion ihnen ganz sicher stellen würde.

Tatsächlich kam es dann auch ungefähr so, wie
Aris es erwartet hatte. Halina stürmte blindlings voran und rannte direkt in ein Sperrfeuer, das sie erfolgreich davon abhielt, die Flagge zu erobern. Während Halina also nach links hinter eine Felsgruppe auswich, stürmte die junge Patrizia ins Zentrum des Spielfeldes und schnappte sich die virtuelle Fahne und stürmte direkt davon zur eigenen Torzone. So sehr der Halb-Hapaner seine Militärzeit auch ablehnte, alte Reflexe griffen direkt, als sie unter Feuer gerieten. Mit scharfem Blick verglich Aris den Schusswinkel des Heckenschützen mit dem Kartenmaterial auf dem Holodisplay im Cockpit des AT-RT und sandte die wahrscheinliche Position an beide Flanken ihrer Position. >>In dem Gebüsch 150 Meter vor uns, Feuer frei!<< Zu dritt konnten sie das komplette Gestrüpp mit Blasterfeuer eindecken und den Heckenschützen zum Schweigen bringen. Aris wusste nicht, wer den entscheidenden Treffer gelandet hatte, er wusste nur, dass der Bordcomputer seines AT-RT ihm keinen Abschuss zurechnete.

Ohne den Finger vom Feuerknopf zu nehmen, riss
Aris seinen AT-RT zur Seite, um Patrizia von ihrem Rückweg abzubringen. Das Mädchen hatte keine andere Wahl, als auszuweichen und in einer Senke zu verschwinden, die sie laut der Karte erst einmal nicht zurück zur eigenen Torzone bringen würde. Sie hatten also Zeit gewonnen. >>Halina, hinterher!<< Der Funkspruch wäre gar nicht nötig gewesen. Ihre Anführerin hatte offensichtlich Blut geleckt oder fühlte sich in ihrer Ehre gekränkt. Jedenfalls stürmte sie wie ein wild gewordener Rancor Patrizia hinterher in die Senke, um die Fahne zurückzuerobern. Der Halb-Hapaner seufzte innerlich, er hoffte wirklich, dass Halina nicht die Kontrolle verlor und im Eifer des Gefechts irgendwie verletzte und steuerte seinen AT-RT allein aus Sorge darum ihr hinterher.

Hier in der Senke verlor
Aris zu allem Überfluss dann auch noch die Funkverbindung zum Rest des Teams…er war wirklich aus der Übung, was Gefechte anging. Aber das ließ sich nun nicht mehr ändern. Er hoffte nur, dass das übrige Team die Nerven behielt und den Rest des Spielfelds nach den übrigigen gegnerischen Spielern absuchte, statt ihnen ebenfalls hinterherzurennen.

Alderaan - nahe der Sanctuary Coast - nahe dem Anwesen der Lady von Herenford, Kampfläufergelände | Aris Calborne, Halina samt Freundeskreis (NSCs)
 
[ Kernwelten / Alderaan-Sektor / Alderaan-System / Alderaan / Juranno / Nahe dem Anwesen von Lady Valcora / Kampfläufergelände ] Jamion und Aris (weiter weg), sowie (NPCs) Côme, Roche, Patrizia, Halina (weiter weg) und zwei weitere Freunde

„Wow, entspannt euch mal…”, tönte die Stimme Roches über den allgemeinen Funkkanal, als das gegnerische Team gleich zu dritt das Feuer auf seine Position eröffnete. Die grüne Statusanzeige auf Jamions Head-up-Display leuchtete auf und stellte fest, dass der junge d’Adhémar nun eine gleich dreifache Zeitstrafe hinnehmen musste. Unpraktisch für die sich rasch entfaltende Situation…

„Was stehst du da oben auch wie eine Salzsäule, du musst dich bewegen gottverdammt!“, schnauzte sein Bruder über dieselbe Verbindung und unterbrach Jamions Gedankenstrom.

„Jetzt bist du plötzlich Sniperexperte, hm? Wollte Jamion dich nicht erst hier hochsetzen?“

„Sniper ist langweilig und dumm. Ich bin einfach generell besser!“

„Ich will mal sehen, wie du Feuer von drei Leuten gleichzeitig ausweichst…“

„ALLE BEIDE, WERDET IHR ZWEI KRETINS WOHL FUNKDISZIPLIN ACHTEN!?“, schaltete sich Jamion ein und die Zwillinge verstummten. Bei der Imperatrix, was ein Glück. Bei dem Lärm konnte er sich ja selbst kaum denken hören! Die kurze Koordinationspause hatte
Halinas Team natürlich gewinnbringend genutzt und Patrizia vom Weg abgebracht und von Côme getrennt. Noch hatte sie die Flagge, doch konnte Jamion sich nicht vorstellen, dass das noch lange so bleiben würde.

Patrizia war in einer Senke verschwunden, in der die Kampfläufer bekanntermaßen Funkprobleme hatten, Roche war noch immer außer Gefecht. Für den Moment musste Jamion also mit einem halben Team auskommen. Kein Problem, auch der Gegner hatte sich aufgeteilt. Es blieb fair und er konnte zuschlagen.

Von seiner Beobachtungsposition hatte er gesehen wie
Halina und der Rennpilot Patrizia gefolgt waren. Die anderen beiden sicherten den Rückzug. Es stand zu vermuten, dass Halina mit eroberter Flagge den Weg zurückkommen würde. Der Senke weiter zu folgen war für ihr Team genau so ein Umweg wie für Jamions. Böse grinste er.

Roche, wenn du dich wieder bewegen kannst, gehe hier zum Ende der Senke.“, Jamion markierte das andere Ende, an dem er nicht glaubte, dass Halina herauskommen würde.

„Alles klar, gib mir nen Moment.“

Côme, komm zu mir. Wir mischen die jetzt mal ein bisschen auf.“

„Bin sofort da!“, gab der angesprochene zurück und der weiße auf der Karte begann sich in Windeseile zurück auf Jamions Position zuzubewegen.

Mit einem hydraulischen Stöhnen erhob sich Jamions All Terrain Reconnaissance Transport auf seinem Ruhemodus und stakste los. Immer wieder musste er sich auf dem Bock zur Seite lehnen, um Äste zu vermeiden, die sich dicht, grün und hartnäckig in seinen Weg zu stellen versuchten. Grade sah er
Halinas zurückgebliebene Kameraden nicht, doch hatte er eben die Richtung gesehen, in der sie sich von dannen gemacht hatten.

Sie konnten nicht weit sein.
Halina und dem Rennpiloten waren sie nicht in die Senke gefolgt. Außer den Rückzug zu decken sah Jamion nichts Sinnvolles, was sie veranstalten konnten. Wo hätte Jamion sich also zu diesem Zweck postiert? Der Abgang befand sich auf einem spärlichen bewaldeten Fleckchen, das er grade durchquerte. Vermutlich irgendwo gegenüber in dem Dickicht, in dem die beiden verschwunden waren. Oh, und da war auch schon Côme. Der Zwilling grinste zur Begrüßung. Hatten sie Zeit die beiden Gegner zu umlaufen?

Schwere Läuferfüße stapften so schnell es das Terrain erlaubte auf die gewählte Stelle zu. Sie mussten sich beeilen, er konnte nicht sagen, wie schnell
Halina und ihr Macker wieder aufzutauchen gedachten. Hellgrüne Lichtpunkte vor ihnen im Gebüsch kündigten die Baumgrenze an, die einen Augenblick später den Blick auf den Abgang freigaben. Im Schutz der Blätter hielten sie an. Jamion nahm ein kleines Zielfernrohr aus seiner Satteltasche und scannte mit ihm die gegenüberliegende Vegetation. Und tatsächlich, bunte Lackpunkte hoben sich schrill gegen das Grün ab. Wie auf dem Präsentierteller.

„Gegner auf zwölf Uhr. Erst rechts dann links, Einzelschuss.“, befahl Jamion.

Die Geschütze beider All Terrain Reconnaissance Transporter heulten auf und Jamion warf
Côme einen vernichtenden Blick zu. „Einzelschuss habe ich gesagt!“, schnappte er.

Côme schnaufte genervt, rollte die Augen. Dann hielt er inne. Zwei überraschte Schreie hallten über die Lichtung. Jamion grinste und sog genüsslich den Duft von Ozon, gemischt mit dem Aroma zertrampelter Pflanzen ein. Es war eine schöne Falle, über die weder der Rennpilot noch Halina dank des unterbrochenen Funkkontaktes eine Warnung empfangen würden.

„Stell dir einen Timer wann die Zeitstrafe der beiden abläuft, dann EINZELSCHUSS.
Halina sollte bald wieder aufkreuzen; nicht dass die beiden doch zufällig noch eingreifen können.“

[ Kernwelten / Alderaan-Sektor / Alderaan-System / Alderaan / Juranno / Nahe dem Anwesen von Lady Valcora / Kampfläufergelände ] Jamion und Aris (weiter weg), sowie (NPCs) Côme, Roche, Patrizia, Halina (weiter weg) und zwei weitere Freunde
 
Alderaan - nahe der Sanctuary Coast - nahe dem Anwesen der Lady von Herenford, Kampfläufergelände | Aris Calborne, Halina samt Freundeskreis (NSCs)

Der Halb-Hapaner kam kaum hinter seiner alderaanischen Anführerin hinterher. Halina kannte wirklich keine Gnade in ihrer Jagd auf Patrizia, die einem gehetzten Tier gleich mit steigender Panik nach einem Ausweg aus der Senke suchte und nicht fand, bevor sie von ihrer Widersacherin mit einer gezielten Salve ausgeschaltet und der digitalen Fahne beraubt wurde. Aris verzog bei diesem Anblick mitfühlend das Gesicht. Der Spielspaß ihrer Mitspieler schien für Halina bestenfalls von tertiärer Priorität zu sein. Für mehr als einen kurzen prüfenden Blick hatte der Halb-Hapaner leider keine Zeit, aber Patrizia schien zumindest augenscheinlich unversehrt zu sein, wenngleich ihr anzusehen war, dass sie nicht das erste Mal von Halina so behandelt worden war und alles andere als glücklich war mit der üblichen Behandlung.

Mit einem Seufzen schloss er anschließend zu
Halina auf, die die Karte des Spielfeldes mit einem angestrengten Stirnrunzeln betrachtete. “Wir müssen zurück. Wenn wir die Senke weiter verfolgen und den falschen Weg wählen, verlassen wir das Spielfeld und werden disqualifiziert. Und die Wege, die noch im Spielfeld liegen, werden uns zu viel Zeit kosten. Aber das weiß Jamion auch.” Sie würden also sehenden Auges in eine Falle laufen müssen. Das war alles andere als eine gute Ausgangslage. Natürlich würde das weder Halina noch Aris davon abhalten, das Wagnis nicht trotzdem einzugehen.

Gemeinsam studierten sie die Karte noch einen Moment länger, bis der Halb-Hapaner den Entschluss fasste,
Halina einen großen Auftritt zu bescheren. “Wir geben einfach Jamion, was er will. - Passen Sie auf. Ich gehe mit der Fahne vor. Jamion wird mich zweifelsfrei abschießen, aber Sie bleiben in der Zeit noch in der Senke, bis er sich versucht, die Fahne von meinem abgeschossenen AT-RT zu holen und dann überrumpeln sie ihn und kommen ihm zuvor.” Damit würde es an Halina sein, auftrumpfen und den Siegpunkt zu holen. Aris hatte seinen kleinen Plan ganz bewusst so arrangiert, dass er seiner Begleiterin gefallen würde und er war damit so erfolgreich, wie vermutet. Er erwartete genauso, dass Jamion es sich nicht nehmen lassen würde, ihm persönlich die Flagge abzunehmen. Der junge Alderaaner schien sehr vernarrt in eine Rivalität mit Aris zu sein, also würde letzterer genau das ausnutzen.

Als der Halb-Alderaaner aus der Senke auftauchte, kam er vielleicht 10 Schritt weit, bevor das Kreuzfeuer des gegnerischen Teams seinen AT-RT zum Erstarren brachte. Aber mehr als 10 Schritte waren auch nicht nötig, damit
Aris die Falle aufstellen konnte. 10 Schritte waren weit genug von der Senke entfernt, dass die Vegetation den Zugang zur Senke einigermaßen abschirmte und so Halina einen Überraschungsangriff ermöglichte. Wie erwartet kam Jamion dann auch angetrottet, um seinen vermeintlichen Sieg über Aris so richtig auszukosten. Der Halb-Hapaner hob mit einem breiten, entwaffneten Lächeln die Hände. “Sie haben mich, Sie haben gewonnen. Ich bitte um Gnade!” Der Halb-Hapaner versuchte gar nicht erst, sich irgendwie herauszuwinden und ließ Jamions siegessicheren Monolog über sich ergehen als wäre der junge Alderaaner ein grantiger Lehrer, der alle Karten in der Hand hatte. Dabei nicht theatralisch mit den Augen zu rollen, fiel Aris dabei überraschend schwer, aber er konnte an sich halten. Nur so eben.

Jamions siegessicheres, arrogantes Grinsen bekam dann aber ein unschönes Stück Realität reingewürgt, als Halina wild feuernd aus der Senke auftauchte und ihren Möchtegernliebhaber so gnadenlos ausschaltete, wie sie kurz zuvor Patrizia niedergejagt hatte. Tatsächlich hatte sie nicht einmal einen Blick oder ein Wort für den verdatterten Jamion übrig. Die Fahne sicherte sie sich im vollen Lauf, nur um dann in einer Staubwolke in Richtung der eigenen Torzone zu verschwinden. Jamion würde sie nicht mehr einholen können, genauso wie der Rest seines Teams. Aris ließ es sich dann aber auch nicht nehmen, dieser Schmach die Krone aufzusetzen. Als sein Sperrtimer gegen Null zählte, sprintete er mit einem Zungenschnalzen Halina hinterher. Dabei sah er Jamion sehr bewusst an, während der AT-RT wie zufällig kleine Steine losen Gerölls aufwirbelte, die daraufhin Jamions schön lackierte Maschine zerkratzten. “Oh, Entschuldigung. Das war keine Absicht!” Natürlich war es das eben doch gewesen. Das wusste Aris, das wusste Jamion. Nur sprach keiner der beiden es an. Der eine, weil er es niemals zugeben würde, der andere, weil er kurz vor einem Tobsuchtsanfall stand und ihm die Worte fehlten.

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