Allgemeine Geschichte

Heute vor 75 Jahren, am 12.01.1951, trat die UN-Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes inkraft.
Der Text wurde im Wesentlichen von dem polnisch-jüdischen Juristen Raphael Lemkin formuliert, der den Begriff "Genozid" 1944 unter dem Eindruck des türkischen Vorgehens gegen die Armenier (1915-16) und die Vernichtung der europäischen Juden während der Naziherrschaft formuliert hatte.
In Artikel III der Konvention wird der Begriff des Völkermordes erstmals vertraglich definiert. Völkermord ist demnach:
eine der folgenden Handlungen, die in der Absicht begangen wird, eine nationale, ethnische, rassische oder religiöse Gruppe als solche ganz oder teilweise zu zerstören:
a) Tötung von Mitgliedern der Gruppe;
b) Verursachung von schwerem körperlichem oder seelischem Schaden an Mitgliedern der Gruppe;
c) vorsätzliche Auferlegung von Lebensbedingungen für die Gruppe, die geeignet sind, ihre körperliche Zerstörung ganz oder teilweise herbeizuführen;d) Verhängung von Maßnahmen, die auf die Geburtenverhinderung innerhalb der Gruppe gerichtet sind;
e) gewaltsame Überführung von Kindern der Gruppe in eine andere Gruppe


Folgende Handlungen sind zu bestrafen:

a) Völkermord,
b) Verschwörung zur Begehung von Völkermord,
c) unmittelbare und öffentliche Anreizung zur Begehung von Völkermord,
d) Versuch, Völkermord zu begehen,
e) Teilnahme am Völkermord


Bis heute haben 154 Staaten die Konvention unterzeichnet. Die Bundesrepublik am 9.8.1954, die DDR am 27.3.1973, allerdings - wie alle Staaten des damaligen Ostblocks - mit Vorbehalten.
In Deutschland wurde Völkermord wurde zunächst als §220 StGB in nationales Recht umgesetzt. Seit 2002 ist der Straftatbestand nach dessen Einführung im Völkerstrafgesetzbuch (VstGB) unter §6 normiert. Die Aufstachelung zum Völkermord ist nach §130 StGB als Volksverhetzung strafbar.

C.
 
Heute vor genau 155 Jahren, am 18.01.1871 wurde im Spiegelsaal von Schloss Versailles das Deutsche Kaiserreich ausgerufen.
Damit wurde unter der Führung Preußens die deutsche Reichseinigung vollzogen und das II.Reich gegründet .
Auf den Tag genau 170 Jahre nachdem der damalige preußische Kurfürst Friedrich III als Friedrich I sich zum König in Preußen krönen ließ und damit den Aufstieg Preußens zur europäischen Großmacht einleitende wurde mit Wilhelm I ein Hohenzoller Deutscher Kaiser.
 
Ergänzend lässt sich anmerken, dass die Gemahlin des ersten preußischen Königs, Sophie Charlotte, eine besonders enge Verbindung zu meiner Heimatstadt Bad Iburg hatte. Sie wurde 1668 im Schloss Iburg geboren und verbrachte dort ihre ersten fünf Lebensjahre.

Ihre Mutter war Sophie, Prinzessin von der Pfalz, später Kurfürstin Sophie von Hannover. Durch den englischen Act of Settlement von 1701 war sie als protestantische Thronfolgerin der britischen Monarchie vorgesehen. Da sie jedoch sieben Wochen vor Königin Anne starb, bestieg nicht sie selbst den Thron, sondern ihr Sohn Georg Ludwig, Kurfürst von Braunschweig-Lüneburg, der 1714 als Georg I. König von Großbritannien wurde.

Mit seiner Thronbesteigung begann die Personalunion zwischen Großbritannien und Hannover, die 123 Jahre währte und 1837 mit der Thronbesteigung Königin Victorias endete. Die Herrschaft des Hauses Hannover über das Britische Weltreich dauerte bis zu Victorias Tod im Jahr 1901 an.

Bemerkenswert ist schließlich, dass Georg I., der ältere Bruder Sophie Charlottes, als Kind ebenfalls eine enge Verbindung zu Bad Iburg hatte und rund zehn Jahre auf der Iburg lebte. Somit ist die Geschichte meiner Heimatstadt eng mit der preußischen und britischen Dynastiegeschichte des 18. und 19. Jahrhunderts verknüpft. ;)
 
Heute vor 90 Jahren wurde Prinz Edward, Prince of Wales aus dem Hause Windsor mit dem Tod seines Vaters George V. als Edward VIII. zum König des Vereinigten Königreichs und Kaiser von Indien. Aufgrund seiner Liebesbeziehung zu der bürgerlichen und zweimal geschiedenen US-Amerikanerin Wallis Simpson, sowie seiner offen zur Schau gestellten Sympathie für Hitler und die Nationalsozialisten wurde er bereits am 11. Dezember des gleichen Jahres zur Abdankung gezwungen. Als Monarch und Oberhaupt der Anglikanischen Kirche war es ihm verboten, eine geschiedene Frau zu heiraten. Der Versuch eine morganatische Ehe einzuleiten, um den Thron zu behalten wurde verwehrt. Ihm folgte sein jüngerer Bruder Prinz Albert, Duke of York, als George VI. auf den Thron. Er verlieh seinem Bruder den Titel "Duke of Windsor", jedoch war es Edward in der Folge nur auf ausdrückliche Einladung seines Bruders und später seiner Nichte Elisabeth II. gestattet, sich in Großbritannien aufzuhalten.
Edward VIII. war nach Edward V. (1470-83) der einzige König seit 1066, der nicht gekrönt wurde, und neben Edward II. (1284 - 1327) und Richard II. (1367 - 1400) der dritte Monarch, der zur Abdankung gewzungen wurde, wenn man die Zeit der Rosenkriege (15. Jh.) und den Englischen Bürgerkrieg (17. Jh.) außer Acht lässt.

C.
 
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Heute vor 50 Jahren, am 21. Januar 1976, begann der kommerzielle Flugbetrieb des Überschallflugzeugs Concorde. Zeitgleich starteten zwei Maschinen, eine in Paris und eine in London. Es war das erste Mal, dass ein Passagierflugzeug im regulären Linienverkehr schneller als der Schall unterwegs war.

Die französische Concorde der Air France flog von Paris zunächst nach Dakar und anschließend weiter nach Rio de Janeiro. Zur selben Zeit hob eine Maschine der British Airways in London ab und steuerte Bahrain an. Beide Flüge galten als Abschluss der gemeinsamen Entwicklung des Flugzeugs durch Frankreich und Großbritannien.

Die Concorde erreichte im Reiseflug etwa doppelte Schallgeschwindigkeit und verkürzte die Flugzeiten deutlich. Für die Passagiere bedeutete das vor allem eine große Zeitersparnis.

Trotz ihrer technischen Leistungsfähigkeit blieb die Concorde ein besonderes Flugzeug. Der Betrieb war aufwendig und teuer, die Zahl der Sitzplätze begrenzt und der Überschallknall schränkte die Einsatzmöglichkeiten ein.
 
Soweit ich mich erinnere war die Concorde einmal in Frankfurt.
Mein Vater hat uns Söhne damals mit auf Besucherterasse genommen um sie zu sehen.
 
Das müsste am 24. April 1976 gewesen sein:

„Am 24. April 1976 besuchte das Überschallflugzeug Concorde den Flughafen. Rund 18 000 Menschen aus der ganzen Bundesrepublik wollten sich das nicht entgehen lassen und pilgerten an den Airport.“

 
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