Allgemeine Geschichte

Heute vor genau 150 Jahren, am 07.08.1876 wurde Magaretha Zelle geboren.
Margaretha Zelle wurde während des I.Weltkieg unter ihren Künstlernamen Mata Hari bekannt. Sie soll als Doppelagentin für den Geheimdienst des Deutschen Reiches gearbeitet haben.
Sie wurde am 25.07.1917 von einem französichen Militärgericht zum Tode verurteilt und am 15.10.1917 in Schloß Vincennes durch ein Erschiessungskommando hingerichtet.
 
Gerade bei Mata Hari finde ich spannend, wie weit Mythos und historische Wirklichkeit auseinanderliegen. Ihr Name steht bis heute geradezu sinnbildlich für die ebenso schöne wie gefährliche Doppelagentin. Dabei war sie als Spionin offenbar längst nicht so erfolgreich und bedeutend, wie es ihr späterer Ruf vermuten lässt.

Auch deshalb sehe ich ihr Todesurteil ziemlich kritisch. Natürlich war sie in geheimdienstliche Aktivitäten verwickelt und keineswegs völlig unschuldig. Aber ob das tatsächlich eine Hinrichtung rechtfertigte, ist eine ganz andere Frage. Frankreich befand sich 1917 in einer äußerst angespannten Situation, und eine bekannte, freizügig lebende Frau mit Beziehungen zu Männern verschiedener Nationen bot sich als öffentlichkeitswirksame Schuldige geradezu an.

Am Ende dürfte Mata Hari als Mythos sehr viel erfolgreicher gewesen sein als jemals als Spionin. Ohne ihre Hinrichtung wäre ihr Name heute vermutlich nur noch wenigen Menschen ein Begriff.
 
@Sam Rockwell
Obwohl ich Dir Recht gebe was die Bedeutung von Mata Hari angeht, so halte ich das Todesurteil für gerechtfertigt. Sie hat wohl spioniert. Und auf Spionage stand der Tod. Egal wie wichtig ihre Informationenen jetzt waren. Ein bisschen schwanger geht nicht.
Es gab sicher in der Geschichte der Spionage Leute die weitaus größere Geheimnisse verraten haben , heute aber kaum bekannt sind.
In meinem Augen kann man das Urteil und seine Vollstreckung nicht mit dem Schlagwort von dem sogenannten französischen Kriegswahn abtun.
Es ist hier ähnlich wie bei den Rosenbergs.
 
Täuscht mich eigentlich mein Eindruck, oder ist Mata Hari heute in den Medien und der Popkultur deutlich weniger präsent als noch in den 1980er-Jahren? Ich habe das Gefühl, dass ihr Name damals noch fast jedem ein Begriff war, während sie gerade bei jüngeren Generationen inzwischen weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Nehmt ihr das ähnlich wahr?
 
Täuscht mich eigentlich mein Eindruck, oder ist Mata Hari heute in den Medien und der Popkultur deutlich weniger präsent als noch in den 1980er-Jahren? Ich habe das Gefühl, dass ihr Name damals noch fast jedem ein Begriff war, während sie gerade bei jüngeren Generationen inzwischen weitgehend in Vergessenheit geraten ist. Nehmt ihr das ähnlich wahr?
Ich denke das ist eine Frage des Alters.
Es kommt immer darauf an was gelehrt wird.
Ich weiß Du bist selber Lehrer.
Ich weiß nicht welche Fächer Du lehrst.
Aber hast Du nicht auch das Gefühl das einige Dinge nicht mehr gelehrt werden ?
Als mein Sohn Geschichte hatte war ich tief enttäuscht. Ich nehme jetzt zwei Beispiele.
Von Homer und Oliver Cromwell hatten die alle noch nie etwas gehört.
Ich hatte ihm und seinen Kumpels oft bei den Hausaufgaben geholfen. Und ich habe sogar zwei Abhandlungen für ihn geschrieben die er zusammen mit einen Klassenkameraden vortragen musste. Eine über den jungen Makedonen und eine über Fürst von Bismarck. Für Bismarck gab es eine Eins .
Für Alexander leider nur eine Zwei. Weil die beiden sich nicht einmal mit seiner Person beschäftigt hatten. Die Frage des Lehrer wäre mit wenigen
Worten beantwortet gewesen.

Aber was mich wirklich stolz gemacht hatte war Folgendes.
Ich fragte die Buben warum sie eigentlich mich fragen.
Die Antwort war " Du kannst es besser, und Du weißt es auch besser ".
Ich will den Gesichtslehrer nicht abwerten. Aber das war für mich ein Ritterschlag.
 
Da sprichst du einen Punkt an, den ich aus meiner eigenen beruflichen Erfahrung bestätigen kann. Zumindest an den Gesamtschulen in NRW gibt es in der Sekundarstufe I kein eigenständiges Fach Geschichte. Geschichte ist Teil der Gesellschaftslehre und teilt sich die zur Verfügung stehende Unterrichtszeit (3 Wochenstunden) mit Erdkunde, Politik und Wirtschaft. Gerade die geschichtlichen Inhalte sind seit 2020 durch die stärkere Berücksichtigung wirtschaftlicher Themen noch einmal reduziert worden.

Das bedeutet zwangsläufig, dass Schule heute keine auch nur annähernd vollständige chronologische Reise durch die Geschichte mehr leisten kann. Natürlich spielen Antike und Mittelalter weiterhin eine Rolle. Auch die Französische Revolution und die Industrialisierung werden behandelt. Deutlich größer wird das Gewicht aber, je näher wir der Gegenwart kommen. Imperialismus und Erster Weltkrieg, die Weimarer Republik und insbesondere der Nationalsozialismus nehmen breiten Raum ein. Danach folgen die deutsche Teilung, Bundesrepublik und DDR, der Kalte Krieg, die Wiedervereinigung und die Entwicklung unserer heutigen Demokratie.

Gleichzeitig hat sich auch verändert, was Geschichtsunterricht eigentlich leisten soll. Es geht weniger darum, möglichst viele Herrscher, Schlachten und Jahreszahlen zu kennen. Die Schüler sollen historische Entwicklungen nachvollziehen, Quellen untersuchen, Ursachen und Folgen erkennen und zu begründeten Urteilen gelangen. Nur lässt sich eben nicht beides unbegrenzt miteinander verbinden. Wenn für Geschichte insgesamt weniger Zeit zur Verfügung steht und gleichzeitig einzelne Themen gründlicher und kompetenzorientierter bearbeitet werden sollen, muss zwangsläufig leider vieles wegfallen.

Deshalb überrascht mich dein Beispiel mit Oliver Cromwell überhaupt nicht. Der kann heute problemlos durch das Raster fallen. Alexander der Große wird im Zusammenhang mit der Antike vielleicht noch erwähnt, aber eine ausführliche Beschäftigung mit seiner Person und seinen Feldzügen ist keineswegs selbstverständlich. Bei Bismarck stehen eher Reichsgründung, Nationalstaatsbildung oder Sozialgesetzgebung im Mittelpunkt als seine Biografie. Homer wiederum würde ich ohnehin eher im Deutschunterricht verorten, aber auch dort ist keineswegs garantiert, dass Schüler ihm begegnen.

Ich würde deshalb auch nicht unbedingt dem einzelnen Lehrer einen Vorwurf machen. Wir können letztlich nur mit den Stunden und Lehrplänen arbeiten, die uns vorgegeben werden. Schule kann historische Grundlagen vermitteln, Zusammenhänge erklären und im besten Fall Interesse wecken. Ein wirklich breites Geschichtswissen kann sie unter den heutigen Bedingungen zumindest an einer Gesamtschule in NRW kaum noch vermitteln.

Und einen Vorteil hatte rückblickend vielleicht sogar die Zeit, in der in vielen Familien nur ein Fernseher im Wohnzimmer stand. Kinder und Jugendliche sahen zwangsläufig einen Teil dessen mit, was ihre Eltern am Abend einschalteten. Dazu gehörten die täglichen Nachrichten ebenso wie politische Magazine, historische Dokumentationen oder Fernsehfilme über geschichtliche Ereignisse. Man bekam dadurch manches ganz nebenbei mit, für das man sich als Zwölf- oder Vierzehnjähriger vermutlich niemals bewusst entschieden hätte. Heute verfügt dagegen praktisch jeder über sein eigenes Gerät und stellt sich sein Medienprogramm selbst zusammen. Das ist einerseits natürlich ein großer Gewinn an Freiheit, führt andererseits aber dazu, dass man sehr viel leichter ausschließlich das konsumiert, was den eigenen Interessen entspricht. Diese eher beiläufige Begegnung mit Themen außerhalb der eigenen Lebenswelt ist dadurch ein Stück weit verloren gegangen.

Wer Geschichte nicht nur punktuell kennen, sondern über größere Zeiträume hinweg verstehen möchte, kommt deshalb kaum daran vorbei, sich selbst damit zu beschäftigen. Das dürfte früher ebenfalls gegolten haben, heute aber noch stärker. Vieles von dem, was wir selbstverständlich zum historischen Allgemeinwissen zählen, muss man sich über Bücher, Dokumentationen, Museumsbesuche oder andere Quellen selbst erschließen. Vielleicht ist es deshalb mindestens ebenso wichtig, dass Schule Neugier auf Geschichte weckt. Wer irgendwann anfängt, aus eigenem Interesse weiterzulesen, wird auf Dauer ohnehin sehr viel mehr lernen, als ein Lehrplan jemals abdecken könnte.
 
Unser 15-jähriger Neffe hat gefragt, ob ich mit ihm ins Kino gehe, um Odyssee anzuschauen. Vorher wollte er aber ungefähr wissen, worum es da geht. Als ich ihm gesagt habe, dass es um die Irrfahrt des Odysseus gehe, hat er mich verständnislos angeschaut. Weder war ihm der Name Odysseus geläufig, noch der Trojanische Krieg oder Homer. Das fand ich schon ein wenig befremdlich.

C.
 
Ich kann mich tatsächlich nicht mehr dran erinnern, ob ich das in der Schule hatte. (Und wenn sehr früh und kurz) Durch viele Urlaube als Kind in Griechenland hat mich das Thema si fasziniert, dass ich das alles freiwillig gelesen habe. Wobei ich die Sagen des klassischen Altertums von Gustav Schwab erst in meinen 30 zu Ende gelesen habe.
 
Unser 15-jähriger Neffe hat gefragt, ob ich mit ihm ins Kino gehe, um Odyssee anzuschauen. Vorher wollte er aber ungefähr wissen, worum es da geht. Als ich ihm gesagt habe, dass es um die Irrfahrt des Odysseus gehe, hat er mich verständnislos angeschaut. Weder war ihm der Name Odysseus geläufig, noch der Trojanische Krieg oder Homer. Das fand ich schon ein wenig befremdlich.

C.
Also da war ich anders rum begeistert.
Ich war mit meinem Zarewitsch und seinem Kumpel im Kino.
Der hatte Homer wohl nach dem Abitur gelesen.

Übrigens mache ich mir immer einen Spaß wenn ich mit Leuten über Homer rede.
Wenn ich heute junge Leute um Mitte 20 schriftlich frage ob die Homer kennen würde ich wohl die Antwort bekommen "Ja Homer Simpson kenne ich "
 
Heute vor 200 Jahren, am 13. August 1826, erreicht der schottische Afrikaforscher Alexander Gordon Laing Timbuktu. Er ist der erste Europäer, dessen Aufenthalt in der Stadt zweifelsfrei belegt ist.

Laing war 1825 in Tripolis aufgebrochen, hatte die Sahara durchquert und einen Überfall überlebt, bei dem er schwer verletzt wurde. Dennoch setzte er die Reise fort und erreichte nach fast einem Jahr sein Ziel.

In Europa galt Timbuktu als sagenumwobene Stadt großer Reichtümer. Laing fand jedoch eine bedeutende Handelsstadt mit historischer Bedeutung vor. Nach etwa einem Monat verließ er Timbuktu wieder und wurde Ende September 1826 auf der Weiterreise ermordet. Seine Aufzeichnungen gingen verloren.
 
Heute vor 505 Jahren fiel Tenochtitlan heute als Mexico City bekannt.
Die Belagerung von Tenochtitlán war eine der grössten und brutalsten Schlachten der frühen Neuzeit und änderte den Ameeikanischen Kontinent für immer. Die Stadt war die Hauptstadt des Aztekenreiches/ Mexicas und zählte schätzungsweise 200'000 bis 300'000 Einwohner, womit sie grösser war als die meisten europäischen Städte ihrer Zeit. Sie lag auf einer Insel im Texcoco-See und war durch Dämme und Brücken mit dem Festland verbunden.
Im Mai 1521 begann Cortes mit etwa 900 Spaniern sowie abertausenden indigenen Verbündeten die Belagerung. Die Spanier zerstörten nach und nach die Zugangswege und kontrollierten den See mit eigens gebauten Brigantinen(schiffen ). Dadurch konnten die Azteken kaum noch Lebensmittel oder Wasser in die Stadt bringen.
Die Kämpfe dauerten fast 80 Tage und waren äusserst grausam. Es wurde um jede Strasse, jede Brücke und jedes Haus gekämpft. Hunger, Durst und die eingeschleppten Pocken forderten zusätzlich unzählige Opfer. Zeitgenössische Berichte erzählen von Strassen voller Trümmer und Leichen. Schätzungen gehen davon aus, dass mehrere Zehntausend bis über 100'000 Menschen während der Belagerung starben.
Am 13. August 1521 fiel Tenochtitlán nach der Gefangennahme des letzten Aztekenherrschers Cuauhtémoc *(immer noch Nationalheld und beliebter Name in MX) . Die Stadt wurde weitgehend zerstört und auf ihren Ruinen entstand später Mexiko-Stadt. Mit ihrem Fall endete das Aztekenreich und aus Ihrer Asche entdtand die spanische Herrschaft über Mexiko was schliesslich in der Gründung des heutigen Mexicos endete.


 
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Die Stadt war die Hauptstadt des Aztekenreiches/ Mexicas und zählte schätzungsweise 200'000 bis 300'000 Einwohner, womit sie grösser war als die meisten europäischen Städte ihrer Zeit.

Größer war zu dieser Zeit in Europa eigentlich nur Konstantinopel mit ca. 400.000 Einwohnern. Paris hatte ca. 225.000. Neapel, Venedig und Mailand folgten mit ca. 100.000 bis 150.000 Menschen. London war im Vergleich mit ca. 50.000 Bewohnern noch relativ überschaubar, und sollte erst gegen Ende des 16. Jahrhunderts stark anwachsen. Zum Vergleich: Die größte Stadt im deutschsprachigen Raum in dieser Zeit war Köln mit gerade einmal 40.000 Einwohnern.

C.
 
Man könnte sich fragen warum es 80000 Azteken Kriegern nicht gelingt 900 Spanier zu überwältigen. Auch wenn diese Musketen mit größerer Reichweite und Durchschlagskraft als Azteken Pfeile haben. Aber es war wohl so das die Spanier Nachts ihre eigenen Toten in der Dunkelheit bargen und bei den Azteken das Gerücht streuten die Spanier seien Halbgötter die nicht starben sondern zum Himmel zurück gingen um später noch wütender und mächtiger zurückzukommen. Vielen Aztekenkriegern rutschte das Herz in die Hose bei den metallisch blank glänzenden und einen das Augenlicht blendenden Rüstungen der Conquistadores. Und der Donnerknall der Musketen tat ihr übriges. Auch die beeindruckenden Rösser der Spanier waren den Azteken bis dahin unbekannt gewesen. Welche in ihrer archaischen Bubble im Urwald Menschen opferten. Für die Spanier stellten sie nur eine Horde von Wilden Barbaren dar die zwischen ihnen und dem Goldreichtum des Aztekenreiches standen.
 
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