Bastion

[ Bastion – Center – Sith-Tempel – Pyramide der Extinktoren – Kammer des Großzirkelmeisters ]
Agatosh, Sera, Darth Zion



Agatosh saß reglos, die roten Augen leblos ins Leere blickend, der Atem unter der Maske gleichmäßig. Er folgte dem Befehl - und doch arbeitete sein Geist weiter, als ließe er sich nicht zum schweigen zwingen. Zions Worte hatten sich in ihn gebohrt. Ebenso Seras Psychospielchen.

Er zwang sich, den Raum zu spüren, wie sein
Herr es verlangte. Ein Teil von ihm wollte ihn ordnen, wie er alles ordnete. Doch die Macht ließ sich nicht katalogisieren. Nicht in diesem Moment. Seras wilde Präsenz, die ruhige und omnipräsente Wut ihres Meisters, die stetig schlummerte wie ein Vulkan - ähnlich wie bei dem Chiss selbst. Der blaue Berg konnte die Macht nicht von seinem rastlosen Geist trennen - das konnte er noch nie und würde es auch nie können. Und doch begannen die unterschiedlichen Stränge langsam zusammenzufahren und ein Gesamtbild zu erzeugen, das von Sekunde zu Sekunde klarer wurde.

Doch dann - ein plötzlicher Schnitt durch die Stille. Agatoshs Körper spannte sich an, bevor sein Verstand vollständig zu begreifen vermochte, was geschah. Der Blick seiner roten Augen blieb ruhig, wenn auch diese sich für einen Moment minimal weiteten. Er griff nicht mit der Hand – er griff mit der Macht. Ein ruckartiger Stoß, mehr Reflex als Technik, ein Abwehrhieb ins Leere.

Der Gegenstand prallte im letzten Augenblick ab, als hätte er eine Wand aus Druck getroffen. Er schlug hart auf den Stein, rollte ein Stück, kam zum Liegen. Für einen Atemzug blieb der Raum still.

Agatosh hielt die Haltung, als wäre nichts geschehen. Doch unter der Maske war seine Kiefermuskulatur angespannt, und sein Herz hatte einige Male schneller geschlagen, bevor es sich wieder in den üblichen Takt zwang.

Er hatte zu viel Zeit benötigt und wäre dadurch beinahe an der Lektion gescheitert...

[ Bastion – Center – Sith-Tempel – Pyramide der Extinktoren – Kammer des Großzirkelmeisters ]
Agatosh, Sera, Darth Zion

 
[Bastion | Tempel der Sith | Domäne der Lernenden | Biblitohek] Saphenus; andere Sith

Wie ein Stück Falschgeld stand Saphenus inmitten der Bibliothek, den hageren Körper unter dem abgewetzten Umhang versteckt, und schaute in die Leere. Die Ereignisse, die sich hier abgespielt hatten, liefen wie in einem Zeitraffer an seinem inneren Auge vorbei. Der Film endete mit einer Einstellung auf ihm selbst, wie er eben hier stand. Es wirkte unwirklich, sich selbst so zu sehen.

"Kann man dir helfen? Lern oder verpiss dich.", knurrte jemand von der Seite. Die Stimme war menschlich. Langsam drehte Saphenus seinen Kopf und erblickte das grimmig verzerrte Gesicht einer Wache, die ihre Hand um einen Elektrostab klammerte. "Bist du schwerhörig?", knurrte die Wache erneut. Saphenus' Gesicht blieb ausdruckslos. "Nein.", hauchte er und verstärkte seine sonst so tonlos klingende Stimme mit Hilfe der Macht. "Aber du möglicherweise des Lebens müde?" In der Frage lag keine Emotion und doch wirkte sie bedrohlich. Mit einer Geste, die unbedeutender nicht sein könnte, strich Saphenus den Umhang zur Seite und offenbarte sein Lichtschwert. "Wenn du mich ansprichst, heißt das Mylord. Wenn ich es dir überhaupt gestatte, denn ich stehe weit über dir." Grimmigkeit wich Angst und Unterwürfigkeit. "Verzeihung, Mylord. Die wie Ihr verirrt Euch nicht hierhin. Ich dachte...Verzeihung...Mylord." Saphenus starrte die Wache an, ohne etwas zu erwidern und genoss die Angst, die von ihr ausging. Wortlos drehte er sich um. Er ließ seinen Blick über die anwesenden Gestalten wandern. Wenige, die nahe bei ihm standen, hatten die Szenerie mitbekommen und sahen ihn mit den vielfältigsten Emotionen an. Insbesondere ihren Neid spürte er, den Neid auf seine Macht und seine Stellung.

Einer spontane Eingebung folgend, ohne zu wissen, woher sie kam oder wohin sie ihn führen könnte, erhob Saphenus seine Stimme über das Gesindel, das sich hier tummelte: "Ich suche einen Schüler." Er lächelte ein boshaftes Lächeln. "Wer hat Lust?"


[Bastion | Tempel der Sith | Domäne der Lernenden | Biblitohek] Saphenus; Cerus Vhal´Kor
 
Bastion | Imperium | Bastion Center | Sithtempel - Domäne der Wissenden - Trainingsraum | Sedros und Darel

Darel hatte während der Worte des reinblütigen Sith keine Bewegung gezeigt, doch innerlich arbeitete es in ihm, nicht hektisch oder aufgebracht, sondern mit jener konzentrierten Wachsamkeit und Argwohn die er sich in den vergangenen Wochen angewöhnt hatte.

Die Fragen folgten ruhig und sachlich. Der Sith sprach von Opferbereitschaft, Dienen und ob er dessen würdig wäre.

Er wusste, dass rohe Trotzreaktionen hier fehl am Platz waren. Gegen einen Gegner, der ihn eben noch mühelos durch den Raum geschleudert hatte, war Aufbegehren kein Zeichen von Stärke, sondern von Dummheit. Stärke lag in diesem Moment in Kontrolle. In Maß. In der richtigen Wortwahl.

Darel atmete er einmal ruhig ein und überlegte kurz, spürte noch das Brennen in seinen Muskeln, die Müdigkeit in seinen Armen, und ordnete seine Gedanken, bevor er sprach.


„Ihr habt recht“, begann er, die Stimme fest, aber nicht laut. „Der Sith-Orden ist keine Wohltätigkeitsorganisation.“
„Ich erwarte nichts geschenkt zu bekommen. Wenn ich hier bleibe, dann werde ich dem Orden und dem Imperium alles opfern, was ich habe – Zeit, Kraft, Blut –, und jede Leistung bringen, die von mir verlangt wird.“


Er ließ die Worte bewusst schlicht stehen.
Für einen kurzen Moment schwieg er, nicht aus Unsicherheit, sondern weil er wusste, dass der nächste Satz sorgfältig gesetzt werden musste. Am Ende entschied er sich ehrlich und sachlich die Fakten zu bennen wie sie waren. Der Sith wusste es ohnehin und würde wahrscheinlich sowieso jede Lüge erkennen.


„Ich bin nicht würdig“, sagte er dann ruhig. „Noch nicht.“
Keine falsche Bescheidenheit lag in diesen Worten, sondern nüchterne Einschätzung.
„Aber ich werde es sein.“
Er senkte respektvoll das Haupt, nicht tief, nicht unterwürfig, sondern in Anerkennung der Hierarchie, die in diesem Raum unbestreitbar war.
Darel fügte nichts weiter hinzu, keine großen Schwüre oder überzogenen Bekenntnisse, der Sith würde darauf so dachte er sowieso nichts geben.

"Wenn ihr es zulässt werde ich euch meinem Lehrmeister dienen und meinen Wert beweisen."

In seinem Inneren wusste er, dass Diplomatie in diesem Moment die stärkere Waffe war als Stolz und dass Gehorsam gegenüber einem weit Überlegenen kein Zeichen von Schwäche war, solange er aus eigener Entscheidung und mit Bedacht erfolgte.

So stand er vor dem reinblütigen Sith, erschöpft, verschwitzt, aber gefasst, und wartete und hoffe darauf, ob diese Entscheidung – zu dienen, um stärker zu werden – ausreichen würde. Um zumindest nicht erneut durch den Raumgeworfen zu werden oder schlimmeres.

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[ Bastion - Center - Sith-Tempel - Pyramide der Extinktoren - Kammer des Großzirkelmeisters - Sera, Agatosh & Zion ]

Sera hielt die Augen geschlossen, während Zions Worte ihren Weg in den Verstand der Schülerin fanden. Weniger wie Befehle, sondern wie spitze Fingernägel, die an den Narben ihrer Vergangenheit kratzen, als würden sie genau wissen, wo die empfindlichen Stellen waren. Was sie verabscheute, was sie hasste - danach musste sie nicht lange suchen. Die Bilder waren immer da. Gesichter traten hervor. Stimmen, hallten in ihrem Kopf wider. Da war das Gefühl, kleingehalten zu werden, nicht akzeptiert, nicht geliebt. Verstoßen! Die Gesichter ihrer Eltern schoben sich in den Vordergrund - dieser verachtenswerten, lächerlichen Spice-Junkies. Das Bild von Hower, ihrem ehemaligen Verlobten, der die geplante Hochzeit abgeblasen hatte, nachdem er herausfand, aus welchen Lebensverhältnissen sie wirklich kam. Doch gleichzeitig drängte sich ihr eigenes Spiegelbild dazwischen, dieses halb menschliche, halb kybernetische Gesicht, das gelernt hatte, als Reaktion auf den Schmerz zu lächeln. Es vermischte sich mit den Gesichtern unzähliger Erfahrungen, die sie über die Jahre gemacht hatte.

Ein kaum sichtbares Zucken lief durch ihre organische Wange. Die Implantate auf der anderen Seite reagierten schneller als ihr Wille. Da war ein feines, unangenehmes Flimmern in den Rändern ihrer wahrnehmbaren Sinne, als würden sich Erinnerung und Gegenwart für einen Moment vermischen. Ihre Atmung blieb ruhig, dafür sorgte der mechanische Lungenflügel. Doch in ihrem Inneren zog sich etwas zusammen.

Nichts rauszulassen, war ein Kampf.

Unter normalen Umständen hätte sie die aufsteigende Hitzewelle in ihrem Inneren genutzt, und hätte es genossen, wie der Druck entwich. Die Wut war leichter zu ertragen, wenn man die Hemmungen verlor. Jetzt jedoch zwang Sera sie dazu, im Inneren zu bleiben. Sie staute sich dort an, ohne Ausweg, während jede Erinnerung, jede Erfahrung eine weitere Schicht obenauf legte. Es fühlte sich so an, als würde ihr zierlicher Körper eine Spannung halten, die dafür nicht gemacht war. Der Mensch in ihr verlangte nach einer Entladung. Es war das kybernetische Implantat, was dagegen hielt. Das war eine neue Erkenntnis, doch sie war nicht in der Verfassung, zu realisieren, was da geschah. Sie spürte nur die Belastung in sich – ein lautes, kraftvolles Pochen, das sie nicht ignorieren konnte.

Neben ihr durchschnitt ein plötzlicher Impuls die Stille. Ein abwehrender Stoß und der Aufprall von etwas auf Stein. Irgendwas war mit Agatosh passiert. Sera registrierte es nur am Rande, ohne die Augen zu öffnen. Sie war mit sich selbst beschäftigt.

Die Macht in ihr sammelte sich, angezogen von der wilden Präsenz ihrer gefesselten Gefühle. Sie hielt dicht, doch sie fühlte sich wie ein überladener Reaktor, jederzeit davor zu zerplatzen und den Raum um sich herum in Staub zu verwandeln. Sie hielt alles zurück, zwang die aufgewühlten Ströme, in ihr zu bleiben, auch wenn es gegen jeden ihrer Instinkte sprach. Ein falscher Atemzug, eine Unachtsamkeit würde genügen - und alles würde entweichen.

Doch sie riss nicht. Noch nicht.

Ihre Atmung blieb erstaunlich gleichmäßig. Ihre Haltung war unverändert. In der Macht war sie ein Sturm, eingekesselt in einem schweren verdichteten Punkt. Wie eine Supernova, die gleichzeitig von einem schwarzen Loch verschluckt wurde. Es war anstrengender als jeder Ausbruch ihres Wahnsinns, jedes Spiel ihres Verstandes, das sie zuvor je erlebt hatte.

Und gerade deshalb hielt sie daran fest. Es war nicht leicht. Und Zion sollte sehen, dass sie Meisterin des Schwierigen war.


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[Bastion | Tempel der Sith | Domäne der Lernenden | Biblitohek] Saphenus; Cerus Vhal´Kor Und NPCs

Cerus befand sich gerade zwischen zwei Regalreihen, als sich die Stimmung im Raum merklich veränderte. Gespräche, die ohnehin leise gewesen waren, verstummten vollständig. Einige Köpfe hoben sich neugierig, andere vergruben sich mehr als zuvor in ihre Studien.

Die Stimme, die ganz in der Nähe durch die Bibliothek hallte, war nicht laut im klassischen Sinn, doch hatte die etwas ehrfurchtgebietendes.


Cerus blickte ums Eck und erblickte einen Zabrak

Hager und in einen dunklen Umhang gehüllt. Die Szene mit der Wache hatte er nur teilweise mitbekommen, doch das Ergebnis war eindeutig gewesen. Der Wächter hatte Angst gezeigt. Echte Angst. Und Cerus hatte gelernt, Angst bei anderen ernst zu nehmen. Also musste dieser Zabrak etwas zu sagen haben,sonst hätte die Wache sich dann nicht auch noch so unterwürfig entschuldigt.

Cerus spürte die Präsenz dieses Wesens. Er konnte es nicht beschreiben aber einerseits fühlte er sich von dessen Präsenz einerseits abgestoßen auf Grund der Angst und des unangenehmen Gefühls, was der Zabrak in Ihm hervorrief. Aber gleichzeitig fand er eben jene Präsenz genau deshalb faszinierend und anziehend.

Dann sprach der Mann plötzlich davon, dass er einen Schüler suche und wer denn Interesse hätte.

Die Worte klangen fast beiläufig. Doch nichts daran war beiläufig da war sich Cerus sicher.

Einige Jünger sahen sich um. Andere taten so, als hätten sie nichts gehört und vertieften sich in ihr Datapads oder Studien. Niemand trat vor.


Cerus sah den Zabrak an und überlegte.

Er war neu. Er wusste nichts. Er kannte weder Rang noch Bedeutung dieses Mannes. Aber er wusste eines: Er war hergeschickt worden, um zu dienen. Und dieser Ort war kein Ort, an dem man abwartete, bis jemand einen an die Hand nahm.

Wenn jemand offen nach einem Schüler fragte – dann war das eine Gelegenheit. Kurz überlegte ob er nicht vorher recherchieren sollte oder sich einen Plan machen sollte, denn grundsätzlich machte Cerus nie etwas ohne Plan oder Information aber er hatte das Gefühl hier und jetzt keinen zu brauchen und sein Bauchgefühl meldete sich selten doch wenn, so hatte es ihn bis jetzt nicht enttäuscht.


Er atmete also einmal ruhig durch und trat aus der Reihe der Regale hervor und ging los.

Mit jedem Schritt spürte er die Präsenz des Mannes stärker. Es war kein Druck wie im Mal, aber ein klares Bewusstsein, dass er hier bei weitem nicht auf Augenhöhe stand. Er blieb in angemessenem Abstand stehen und verneigte sich
.

„Verzeiht…“, begann er ruhig, seine Stimme kontrolliert, auch wenn er merkte, wie sich eine feine Anspannung durch seine Schultern

„Ich bin erst seit wenigen Stunden hier. Ich wurde heute hergebracht, nach meiner Prüfung von Darth Judicar in die Bibliothek befohlen und bin vor wenigen Minuten hier angekommen.“

Er hob den Blick kurz genug, um nicht schwach zu wirken, aber nicht lange genug, um es als Respektlosigkeit erscheinen zu lassen.

„Dieser Ort ist mir noch fremd. Ich kenne weder seine Regeln noch seine Hierarchien. Man hat mir nur gesagt, ich solle hier dienen.“

Eine kurze Pause folgte, indem er seine Faust kurz auf die Brust auf Herzhöhe legte. So wie er es damals unter anderen Zabrak gesehen hatte, wenn sie mit einer respektierten Person oder stärkerem Individuum zu tun hatten.

„Wenn Ihr einen Schüler sucht… dann würde ich mich dafür melden.“

Keine Arroganz. Kein Drängen. Nur eine sachliche Feststellung.

„Ich weiß wenig. Aber ich lerne schnell. Und ich bin bereit, den Weg zu gehen, der mir hier vorgegeben wird, um das zu erreichen, was ich suche.“ auch wenn Cerus selbst noch nicht genau wusste was das war ausser nie wieder so leiden zu müssen oder so schwach zu sein wie bei dem Tod seiner Mutter.

Danach schwieg Cerus und wartete.
Nicht, weil ihm nichts mehr einfiel, sondern weil er instinktiv wusste, dass jedes zusätzliche Wort jetzt unnötig wäre.

Sein Herz schlug schneller, als er es wollte. Nicht aus Angst vor einem Schlag oder einer Demütigung – sondern aus Unsicherheit darüber, ob er gerade eine Chance ergriff oder sich selbst ins Verderben gestürzt hatte.


[Bastion | Tempel der Sith | Domäne der Lernenden | Biblitohek] Saphenus; Cerus Vhal´Kor Und NPCs
 
Bastion - Center - Safehouse - Marrev (NPC) mit Kestrel und Q'Tahem

Marrev nickte.

"Ich denke schon, dass ich weiß, was du meinst. Ich selbst hatte das Gefühl so in der Art selten, ich bin da... pragmatischer veranlagt. Aber das ist eher die Ausnahme. Die meisten Jedi, ach was, die meisten Leute bedauern es zutiefst, wenn sie quasi töten müssen, und das ist ja auch irgendwie richtig so. Ich meine... Selbst, wenn man keine andere Wahl hatte, es war immer noch eine lebende, atmende Person, und etwas so tiefgreifendes zu zerstören ist... schwierig. Und sollte die Ausnahme bleiben.
Ich sehe es aber eher so... er hat uns angegriffen, es war seine Entscheidung."


Marrev zuckte mit den Achseln.

"Hätte er uns ziehen lassen, wäre er noch am Leben. Und ich werde nicht zulassen, dass so ein Arschloch mir mein Gewissen versaut."

So weit käme es noch. Neinnein, der Typ konnte bleiben, wo er war, nämlich irgendwo im Nirgendwo, hoffentlich. Er würde sich nicht mit so einem Mist belasten.
Genauso wichtig aber war, dass Q'Tahem herausfand, was wirklich hinter seinen ganzen Gefühlen steckte. Er befand sich in einer wirklich beschissenen Situation, seine Gefühlswelt musste völlig Kopf stehen. Das wollte erst einmal sortiert werden und konnte auch eine Weile dauern, aber der Nautolaner war wohl einer von der schnelleren Sorte, denn schon nach einigen Momenten kam er zu einem Schluss, und Marrev nickte bedächtig. Das hatte er sich schon fast gedacht... ein Kerl wie Q'Tahem, der solche Gewissensbisse hatte, hatte eher selten üble Gedanken. Es kam vor, ja, besonders nach derart traumatischen Ereignissen, aber wahrscheinlicher... war anderes.


"Kein Ding", brummte er als Antwort auf Q'Tahems Danke und spürte dann, wie eine Welle voller Emotionen über ihn hinwegschwappte. Er konnte und vor allem wollte sie gar nicht analysieren, das war nicht sein Ale und ging ihn gar nichts an, er klebte nur das letzte Wundpflaster auf und wollte sich eben aufrichten, als der Ritter ihn ansprach. Natürlich. Er war aber auch ein Trottel. Vielleicht hätte er sich das Teil viel früher ansehen sollen, Idiot.
Er grinste Q'Tahem schief an.


"Mit dem allergrößten Vergnügen. Das kriege ich vermutlich wesentlich besser hin, als dich wieder zusammenzuflicken."

Er schnappte sich sein Werkzeug und machte sich an die Arbeit...

***

Ein paar Stunden später, nach ein paar Besorgungen und einer kurzen Trance zur Erfrischung, waren sie wieder draußen. Es war ein Abwägen gewesen... lieber zur Ruhe kommen und Kräfte sammeln, oder Kestrel und Q'Tahem so schnell wie möglich in vollständige Sicherheit bringen. Und angesichts der Tatsache, dass da draußen gerade verflucht viel abging mit Vendar und ihrer ach so salbungsvollen Ansprache war es Marrev lieber, so schnell wie möglich von dieser Felskugel herunterzukommen. Er hatte wirklich keine Lust, hier noch draufzugehen, dafür hatte er zu viel anderen Scheiß überlebt. Zum Beispiel die Explosion eines Thronsaals, weil ein irrer Sith nicht auf sich sitzen lassen konnte, dass eine Jedi ihn besiegt hatte.
Zum Glück war das
rauskommen von Bastion wesentlich leichter als das reinkommen, zumindest, was die Theorie anging. Ahna hatte bei ihrer letzten Mission wie immer nichts dem Zufall überlassen, und so hatten sie sich natürlich nicht nur die Giftpfeil und die andere Klapperkiste besorgt, sondern auch noch zwei weitere Schiffe. Eines davon würde garantiert noch im Raumhafen stehen, schließlich war das ganze erst kurze Zeit her. Auch wenn's Marrev manchmal vorkam wie Monate...

Für Kestrel hatte Marrev einen Schwebestuhl besorgt. Es würde unauffälliger sein sie zu schieben als sie die ganze Zeit zu tragen, und es würde auch nicht auffallen, dass sie nicht bei Bewusstsein war. Die meisten ignoranten Imperialen würden sie wohl für eine behinderte Person halten oder dergleichen, das würde gut funktionieren. Verstecken ohne zu verstecken, das war die Devise. Deshalb war es auch leider wesentlich schlüssiger, wenn Q'Tahem den Stuhl schob und steuerte. Er selbst sah zu sehr nach dem Krieger aus, der er war, und es entsprach absolut nicht dem Klischee, wenn er das übernahm. Außerdem war es vielleicht nicht so falsch, wenn er die Hände frei hatte und beweglicher war.
Zusätzlich hatte er für Kestrel auch noch modische Kleidung besorgt, und so stand ihre Tarnung. Die wohlhalbende Kestrel wünschte, den Planeten zu verlassen, und ihr Pfleger und ihre Leibwache begleiteten sie dabei. Natürlich waren ihre Wunden im Gesicht dabei leicht hinterlich, aber sollte jemand diese unter der weiten Kapuze ihres exklusiv wirkenden Oberteils bemerken, dann würde Marrev sich schon zu helfen wissen. Wofür gab es schließlich Gedankentricks.

Und so trabten sie nun ganz offenkundig durch die Stadt. Marrev wagte es nicht, ein Taxi zu nehmen, und ein öffentliches Transportmittel hätte nicht zum Aussehen Kestrels gepasst, also liefen sie die Strecke. Es wusste ja niemand, wie
weit sie schon liefen. Sicher würde es für den Nautolaner weit werden, aber er hatte ihn mit ein paar Spritzen aufgeputscht, er würde das schon schaffen. Beziehungsweise war er schon gut dabei, denn der Raumhafen lag quasi bereits direkt vor ihnen. Marrev steuerte mit allen Sinnen auf Alarmbereitschaft die korrekte Landebucht an. Bisher war alles gutgegangen. Die Präsenz der Sturmtruppen war heute zwar höher als noch beim letzten Mal, aber bisher hatte niemand sie aufgehalten. Vielleicht half auch, dass der Rattataki versuchte, ihnen eine Aura des Uninteressanten zu verpassen, aber zugegeben, vielleicht war es auch einfach nur Glück, denn sonderlich gut war er nie in solchen Dingen gewesen.

So betraten sie schließlich die "Star Chaser", ein ziemlich hochtrabender Name für dieses kleine Schiffchen, und Marrev war beinahe so weit, aufzuatmen, als er ein Kribbeln spürte. Er blieb stehen, tat so, als ob er etwas an der Rampe einstellte, und erforschte das Gefühl. Was bei allen Nexus... Das Gefühl wurde stärker. Noch war es keine Bedrohung, er hatte nicht das drängende Gefühl, nach seinem Lichtschwert zu greifen, aber... etwas
stimmte nicht. Und als Marrev seinen Wahrnehmungskreis erweiterte, da bemerkte er das... "Problem". Jemand schlich sich heran. Nur eine Person, und noch immer spürte Marrev keine direkte Gefahr, aber er würde das alles jetzt sicher nicht scheitern lassen, oh nein. Dafür waren sie viel zu weit gekommen.

Die Person war nun auf der anderen Seite des Schiffes angekommen und verharrte. Falls er oder sie vorhatte, dort einen Peilsender anzubringen oder ähnliches... oh nein, nicht mit ihm.
Noch immer alle Sinne auf Hochspannung, verließ Marrev mit blitzschnellen Schritten wieder die noch immer offene Rampe und kam hinter dem halben Eindringling (Essam) schließlich zum stehen, sein Vibromesser unter der Armbeuge des...
wasauchimmer.

"Eine falsche Bewegung und Euer Arm ist die längste Zeit der Eure gewesen",

informierte er die äußerst interessant gekleidete Person gelassen, aber mit genug Schärfe, um ihn ernstzunehmen.


"Was habt Ihr hier bei meinem Schiff zu suchen?"

Bastion - Center - Raumhafen - Marrev (NPC) mit Essam, Kestrel und Q'Tahem auf dem Schiff?
 
Bastion - Bastion Center - Gassen und Nebenstraßen nahe des Raumhafens - Essam, scheinbar nicht einmal so alleine…

Die Gassen waren ruhiger als erwartet. Die Menge der Soldaten aber… das war nicht gut. Der hoch gewachsene Nelvaaner beobachtete die veränderte Dynamik auf den Straßen eher mit Unruhe und so wartete er, bis jemand den Raumhafen betrat, der passend für eine Lüge, aber harmlos genug für etwaige Gewalt wäre. Da waren Personen mit einem Schwebestuhl. Mit etwas Abstand folgte er ihnen und nachdem diese Leute den Raumhafen betraten, tat Essam es mit seiner gefälschten ID gleich. Ein passendes Zeitfenster tat sich erst ein paar Sekunden später auf. Keine Soldaten in Sicht und so erklärte Essam am Eingang, dass er als zusätzliches Wachpersonal angeheuert worden wäre. Mit etwas Glück konnte er die Personen mit dem Schwebestuhl wiederfinden. Er wartete etwas, bis er selbst weiter ging und da war es dann. Ein eher bescheidenes Schiff.
Nachdenklich schaute der Nelvaaner auf die vielleicht bald unfreiwillige Flucht Option von diesem Planeten. Doch… konnte er hier einfach eine eindeutig verletzte Person und ihren Pfleger einfach überfallen? Eine Hand an der Hellebarde, die andere am Kinn dachte er nach. Vielleicht gab es eine friedliche Option? Reden? Einfach ruhig alles erklären? In der Tat widerstrebte es alleine schon seinem Intellekt, einfach mit erhobener Waffe das Schiff zu stürmen. Und dann spürte er das Messer in seiner Armbeuge. Er blieb ruhig stehen und lachte leise in sich rein.

“Das macht die Sache nicht gerade schwerer…”

Er erinnerte sich immer besser an seine Taten in den Katakomben, als er dem Wahn verfallen mehreren Anwärtern das Leben genommen hatte. Ja, die Schuld wog schwer. Also nickte er langsam, rührte sich sonst nicht.

“Ihr seid wahrlich schnell…”

Kam es mir einer brummigen und tiefen Stimme.

“Ich bin hier… um Euch um etwas zu bitten… Aber dafür benötigen wir bestimmt keine Waffen. Ich denke… Ihr und ich… wir sind zivilisiert genug, um die Modalitäten mit Worten und ohne Waffen zu regeln.”

Würde der Unbekannte das Messer wegnehmen, würde Essam sich ihm zuwenden.

“Alles was ich benötige… ist jemand, der bereit ist, mir dabei zu helfen diesem Planeten den Rücken zu kehren. Meine Optionen sind beileibe sehr… limitiert.”

Seine Stimme war tief. Er war ein Nelvaaner, aber weder sein Verhalten, noch seine Größe schienen zu passen. Seine Artgenossen waren nur selten über 1,8m hoch. Aber er? Mit Ohren war er fast 2,4m. In seiner Stimme lag keinerlei Aggression, nur eine leichte Müdigkeit eines Wesens, dass die letzten Tage und Wochen zu viele Sorgen gestemmt hatte. Er blieb sehr ruhig. Für Essam war es recht normal. Allerdings konnte man es wahrscheinlich auch mit imperialer Arroganz halten, oder den Eindruck vermitteln, dass Essam denken würde, er wäre immer noch in einer überlegenen Situation.





Bastion - Bastion Center - Raumhafen - Essam mit Marrev beim Schiff, Kestrel und Q'Tahem auf dem Schiff?
 
Bastion | Imperium | Bastion Center | Sithtempel - Domäne der Wissenden - Trainingsraum | Sedros und Darel

Der Jünger wusste zu sprechen. Sedros schätzte diese Fähigkeit tatsächlich, allerdings machte sie es auch schwer, zu bewerten, was die gesprochenen Worte überhaupt wert waren. Nun, das würde sich mit der Zeit zeigen müssen. Darel Cor hatte für den Moment genug geleistet und sollte dafür belohnt werden.

„Wohl gesprochen. Du gefällst mir, Darel Cor. Wir werden also prüfen, ob und wie lange das anhält. Für den Moment aber darfst du dich als den Schüler von Sedros Xyrtademus betrachten. Auf diesem Titel wirst du dich aber nicht ausruhen können. Wenn überhaupt bedeutet er, dass du fortan deine Bemühungen verdoppeln werden musst.“

Das Gesagte ließ Sedros erst einmal einen Moment sacken. Darel sollte die Früchte seiner guten Arbeit genießen können, selbst wenn der reinblütige Sith im Traum nicht daran dachte, ihn für das Bestehen der Prüfung zu loben.

„Ich habe eine Expedition durchzuführen und das lässt uns nicht viel Handlungsspielraum. Die Details wirst du zu gegebener Zeit erfahren, aber uns bleiben keine zwei Wochen Vorbereitung, bevor wir aufbrechen.“

Und sie würden aufbrechen, ob Darel Cor nun bereit war oder nicht. Dxun würde eine schwere Prüfung für sie beide sein, doch Sedros hatte nicht vor, deswegen oder aus irgend einem anderen Grund seinen Schüler mit Samthandschuhen anzufassen. Er würde die vor ihm liegenden Aufgaben bestehen oder sterben, das war der Weg der Sith.

„Fangen wir direkt mit der ersten Lektion an. Wir werden dein Verständnis der Macht vertiefen, wie es keine Lektüre eines Lehrbuchs könnte. Beginne eine einfache Meditation, wie sie Jüngern beigebracht wird und sage mir, was du wahrnimmst.“

Während Darel sich setzte und mit einer Atemübung begann, trat der Sedros um seinen Schüler herum und trat hinter ihn. Einen langen Moment gab der reinblütige Sith dem jungen Mann, um in die Meditation hineinzufinden. Er wusste sehr genau, dass es nicht so einfach war, sich der Macht zu öffnen, die gescheiterten Sith, die zum Lehrdienst eingeteilt wurden, waren selten motiviert den Jüngern überhaupt etwas beizubringen und nutzten sie stattdessen nicht selten als Objekte, um ihren Lebensfrust rauszulassen.

Doch auch das gehörte zum Weg der Sith. Wer zu schwach war und trotz der Widerstände seinen Weg nicht fand, taugte einfach nicht dazu, in den Rängen des Ordens aufzusteigen. Jetzt aber wichtig, dass
Darel Cor schnell spürbare Fortschritte erzielte, um seine Überlebenschancen zu steigern.

„Stelle dir deine Machtsensivität wie einen Muskel vor, von dessen Existenz du bisher nicht einmal etwas geahnt hattest. Er ist schwach und verkümmert. Du weisst noch nicht, wie du ihn stimulieren musst, um ihn nutzen zu können. Das bedeutet aber nicht, dass er nicht da ist. - Ich werde ihn nun zu Aktivität zwingen und das wird ziemlich schnell, ziemlich unangenehm für dich werden, mein Schüler. Es wird sich unnatürlich und kalt anfühlen und schnell in physischen Schmerz umschlagen. Kämpfe nicht dagegen an, auch wenn du es instinktiv wirst tun wollen. Deine Aufgabe ist es, es zuzulassen und dabei nicht das Bewusstsein zu verlieren.“

Damit legte Sedros seine Hand auf den Kopf des vor ihm sitzenden Darel Cor. Physische Berührungen waren an sich nicht nötig, um Machttechniken einzusetzen und diese Übung durchzuführen. Allerdings machte es die Kontrolle des Machtflusses leichter und würde die Erfolgswahrscheinlichkeit erhöhen. Oder zumindest die Überlebenschancen des Schülers.

„Und wenn du dir einen Gefallen tun willst, pass auf, dass du nicht die Kontrolle über grundlegende Körperfunktionen verlierst. Ich hoffe für dich, dass du keine schweren Mahlzeiten heute eingenommen hast.“

Der reinblütige Sith gab Darel keine Gelegenheit, die letzte Information großartig zu verarbeiten. Stattdessen öffnete er sich direkt der Macht, um die Machtflüsse um sich herum wund insbesondere die kümmerliche Präsenz vor sich wahrzunehmen. Und dann tat Sedros, was einem Jedi in seinen kühnsten Albträumen nicht einfallen würde. Er packte die Machtströme um sie herum und zwang ihnen seinen Willen auf, leitete sie erst in sich, korrumpierte sie in dem schwarzen Loch, das in seiner Brust schlummerte und leitete sie dann direkt durch Darel Cor hindurch. Recht schnell kam es zu einem Stau. Der kaum ausgebildete Schüler war einfach noch nicht in der Lage, die viele Energie zu verarbeiten oder auch nur durch sich durchfließen zu lassen.

Nichts anderes hatte der reinblütige Sith auch erwartet und genau deswegen zwang er mehr und mehr Energie durch die Präsenz des Schülers durch. Er leitete sie, bis sie wieder aus
Darel hervorkam und obwohl korrumpiert durch den Einfluss des reinblütigen Sith wieder einen natürlicheren Fluss suchte. Sedros achtete darauf, seinen Schüler nicht zu überfordern. Naturgemäß hatte er dafür ein ganz anderes Maß als Darel selbst. Dessen Komfort war für ihn kein Maßstab, stattdessen drängte Sedros ihn bewusst an seine Grenzen und gezielt darüber hinaus, um Fortschritt zu erzielen. Und er hielt diesen Druck aufrecht, bis er spürte, dass der Energiefluss leichter wurde. Selbst dann machte der reinblütige Sith weiter, noch etwas weiter und hörte nicht auf, bis er spürte, dass Darel Cor kurz davor war, tatsächlich das Bewusstsein zu verlieren.

„Das hast du sehr gut gemacht, mein Schüler.“

Sedros zog seine Hand zurück und schob seine Arme wieder in den gegenüberliegenden Ärmel, als wäre nichts gewesen.

„Jetzt aber brauchst du Ruhe. Deine Sinne sind vollkommen überreizt und sie brauchen Zeit, um sich zu regenerieren. Ich verbiete dir darum, bis auf weiteres auf die Macht zuzugreifen. Was du passiv bis dahin wahrnehmen wirst, wird überwältigend genug sein. Das beste wird sein, du legst dir Ohrstöpsel und eine Schlafmaske zu, bevor du zu Bett gehst. Aber stelle dir einen Wecker. Morgen bei Sonnenaufgang treffen wir uns vor dem Tempelhaupttor und wage es ja nicht, zu spät zu kommen.“

Und damit entließ der reinblütige Sith seinen Schüler für heute. Es gab noch viel zu tun für Sedros, doch Darel Cor konnte ihm dabei nicht helfen. Dazu fehlte dem Schüler schlicht das Wissen und er bezweifelte auch, dass Darel momentan überhaupt gerade stehen, geschweige denn fünf Schritt gehen konnte, ohne Zitteranfälle zu bekommen. Sein menschlicher Körper würde mit jeder Faser nach Ruhe und Erholung schreien. Darels Nacht würde alles andere als angenehm werden und Sedros glaubte auch nicht, dass er sich bis morgen früh vollständig erholt hatte. Zum Glück aber gab es mehr als eine Sache, die der Schüler lernen musste, also würde er morgen eine ganz andere Lektion bekommen.

Bastion | Imperium | Bastion Center | Sithtempel - Domäne der Wissenden - Trainingsraum | Sedros und Darel
 
Bastion | Imperium | Bastion Center | Sithtempel - Domäne der Wissenden - Bibliothek | Sedros, diverse andere Sith (NSCs)

Den Rest des Tages und die halbe Nacht hindurch verbrachte Sedros in der Bibliothek der Domäne der Wissenden. Über den Dschungelmond gab es erstaunlich viel zu erfahren. Seit Jahrtausenden war der Sith-Orden scheinbar mit seiner Geschichte verwoben. Unzählige Male hatten Sith den Mond aufgesucht, der aufgrund der Dort gebauten Krypten ein Nexus der dunklen Seite der Macht geworden war und nicht wenige von ihnen hatten dort ihren Tod gefunden. Die Gründe hierfür waren scheinbar vielfältig. Flora und Fauna waren von der dunklen Seite der Macht korrumpiert worden und darum unglaublich gefährlich für jeden, der sich in den Dschungel wagte. Aber es gab auch andere Gefahren dort. Wenngleich es darüber wenig konkretes zu finden gab. Kurz wunderte sich Sedros darüber zwar, aber schließlich kam er zu dem Schluss, dass diese Informationen gezielt aus den Aufzeichnungen heraus gehalten worden waren. Es war beinahe zum Lachen. Als Sith-Krieger hatte der reinblütige Sith endlich Zugriff auf viele Geheimnisse, die ihm bisher vorenthalten worden waren, doch ganz offensichtlich reichte es noch nicht, um alle Informationen zu erhalten, die er suchte.

Statt darüber zu verzweifeln oder anderweitig seine Zeit zu verschwenden, wandte sich
Sedros dann lieber einem anderen Thema zu. Dunkelwurz, was war das überhaupt, wo fand man es und vor allem, wofür benötigte man es? Aber auch zu diesem Thema fand der reinblütige Sith nicht viel. An sich schien die Pflanze uninteressant zu sein und genau deswegen argwöhnte er sofort, dass das gezielt platzierte Fehlinformationen waren, gestreut um die Geheimnisse des Zirkels der Alchemisten zu bewahren. Nun, zumindest eine grobe Beschreibung, der Pflanze fand Sedros und das half ihm zumindest, einige Suchparameter zu definieren, die ihm weiterhelfen würden. Sicher, die Pflanze war mit großer Wahrscheinlichkeit von der dunklen Seite der Macht vereinnahmt, doch gewisse biologische Tatsachen konnte auch das nicht verändern. Und so verbrachte der reinblütige Sith den Rest des Abends damit, sich das nötige theoretische Wissen, über die Ernte und sachgerechte Aufbewahrung ähnlicher Pflanzen anzueignen. Natürlich wusste er nicht, wieviel das letztlich nutzen würde. Aber er ging nur äußerst ungern absolut unvorbereitet auf die Reise und so hatte er zumindest ein paar Anhaltspunkte zu der Ausrüstung, die sie würden besorgen und mitführen müssen.

In der Nacht dann, meditierte
Sedros über den Überresten des „Codex Xal'tharon“, die Darth Lisak ihm anvertraut hatte. Die Schriftrolle war uralt und in einem leicht obskuren Dialekt der alten Sith geschrieben. Leider war ein Großteil beschädigt, aber einige stellen schienen auch absichtlich zerstört worden zu sein. Ein interessantes Detail, dem der reinblütige Sith aber wohl leider so schnell nicht auf den Grund gehen würde können. Stattdessen konzentrierte er sich auf das, was noch da war. Da war zum einen eine Ortsbeschreibung, doch diese konnte auf eine Vielzahl an Orten zutreffen und der Dschungel des Mondes würde eine Beobachtung aus der Luft praktisch unmöglich machen, selbst wenn die fliegenden Raubtiere Dxuns nicht so verdammt aggressiv gewesen wären und ohnehin alles angriffen, was sich bewegte.

Auch das so genannte Ritual der Entbindung stellte
Sedros vor ein große Rätsel. Der Name an sich war schon interessant. Entbindung. Ein Begriff aus der Geburtsmedizin, war das ein Zufall oder ein Hinweis auf die Natur des Rituals? Der reinblütige Sith glaubte nicht an derartige Zufälle, wollte sich aber gleichzeitig auch nicht in Hirngespinsten verrennen. Es war wichtig und richtig, vorbereitet zu sein, aber Sedros würde jetzt auch nicht so weit gehen, sich zur Hebamme ausbilden zu lassen. Vielleicht würde er aber Darel Cor dazu zwingen, nur für den Fall der Fälle. Der Gedanke brachte den reinblütigen Sith tatsächlich zum Schmunzeln. Die Vorstellung allein, seinen Schüler in so einen medizinischen Fortbildungskurs zu schicken, war in der Tat erheiternd. Damit würde er garantiert nicht rechnen.

Nach dieser humoristischen Episode verstaute
Sedros aber erst einmal die Schriftrolle wieder und ordnete seine Untersuchungsergebnisse auf dem kleinen, abschließbaren Sekretär seines Quartiers. Er kam leider nicht ohne Schlaf aus und wollte für den kommenden Tag erfrischt sein. Vor seinem Schüler durfte sich der reinblütige Sith einfach keine Schwäche erlauben und selbstverständlich wollte Sedros vor ihm am Tor sein. Selbst wenn es nur für einen Sekundenbruchteil war, so wäre es nicht das schlechteste, wenn Darel Cor das Gefühl hatte, zu spät zum Treffpunkt zu kommen. Und so fand sich der reinblütige Sith nicht weniger als eine Stunde vor Sonnenaufgang vor dem Tor ein, wo er in eine leichte Meditation vertieft geduldig auf seinen Schüler wartete.

Bastion | Imperium | Bastion Center | Sithtempel - vor dem Haupttor | Sedros, Torwächter (NSCs)
 
[Bastion | Tempel der Sith | Domäne der Lernenden | Seris Veynar und NPC
Seris hatte sich in den letzten Tagen oft schwer getan im Tempel von A nach B zu finden, das war ungünstig da sie öfters Sachen durch den Tempel brachte. Oft konnte sie sich den Namen nicht merken und wenn man ihr eine Liste gab so konnte Seris sie oft kaum bis gar nicht lesen.
Die Bewohner dieses waren weniger gesprächig als die Rothaarige es erwartet hatte. Sie hatte mit kaum jemanden gesprochen und das war für Seris etwas Neues. Diese Stille machte die Rothaarige beinahe wahnsinnig, weshalb sie bei den Aufgaben die vollrichtete meistens ausführende Unterhaltungen in ihren Gedanken führte.Eigentlich war Seris gerade von einem Botengang zurückgekehrt als jemand auf sie zukam und sie anwies ihm zu Folgen. Seris verstand nicht ganz was man von ihr verlangte, als sie in einem Raum ein Datenpad sah.

„Setz dich.“

Seris ließ sich unsicher auf einem Stuhl nieder, der furchtbar ungemütlich war und ihre Knie stießen an das Metall der Tischkante. Das Datapad glitt ein Stück näher zu ihr. Der Bildschirm leuchtete auf. Text. Viel Text. Ihre Schultern spannten sich unwillkürlich an. Jemand war wohl doch schnell dahintergekommen, dass Seris mit Texten nichts anfangen konnte. Gewiss sie konnte Preise lesen, auch ihren Namen schreiben, aber das war so viel Text.

„Lies.“

Seris starrte auf den Bildschirm. Sie öffnete den Mund und schloss ihn wieder. Sollte sie was erfinden?

„Der Diener---“, murmelte sie schließlich. Irgendwas in die Richtung war es sicherlich.

Ein unangenehmer Druck breitete sich in Seris Kopf aus. So als habe sie plötzlich Kopfschmerzen.

„Das steht da nicht.“

Sie schluckte. Fuhr sich angespannt mit der Zunge über die Lippe. Beugte sich näher vor und kniff die Augen zusammen. Seris fühlte sich wie eine alte Frau auf dem Gemüsemarkt die ihre Credits nicht mehr zählen konnte.

„Der… der Kod…ex…“

Ihre Finger krallten sich in den Rand des Tisches.

„Weiter.“

Seris’ Kiefer spannte sich. Sie mochte diesen Blick nicht der auf ihr ruhte.

„…der Lern…den“, brachte sie hervor. „Besagt… äh… dass…“

Sie brach ab, starrte auf den Text, als würde er sie verhöhnen.

„Dass was?“ Die Kopfschmerzen nahmen zu.

„Dass man… dass man gehorchen soll“, knurrte sie schließlich. „Dass man nix is’, wenn man nix wird.“

Ein kurzes Schweigen. „Das stand da nicht“,


Seris hob den Kopf. Ihre Augen funkelten. Seris’ Sicht zog sich zusammen, als würde jemand von innen an ihrem Schädel drehen. Ein dumpfes Pochen setzte ein, direkt hinter den Augen. Ihre Finger verkrampften sich so fest am Tischrand, dass die Knöchel weiß hervortraten.

Du sollst lesen.“ sagte die Stimme ruhig.

Das Datapad wechselte den Text. Mehr Zeilen. Dichter. Kleiner geschrieben .Der Druck nahm weiter zu. Ein leises Fiepen setzte in ihren Ohren ein. Ihre Zähne pressten sich aufeinander. Seris sog scharf die Luft ein.

„Dann“, presste sie hervor, die Worte zwischen zusammengebissenen Zähnen hindurch,

„solltet ihr mir wohl zeigen, wie man den Scheiß richtig liest.“

Der Druck nahm schlagartig zu. Seris’ Kopf sackte nach vorne und sie gab einen kehligen Laut. Ihre Stirn krachte auf die Tischplatte. Sterne tanzten vor ihren Augen, ihr Magen zog sich zusammen.


„Nein.Das bringst du dir selbst bei.“

Seris blieb einen Moment so sitzen, keuchend, die Stirn auf dem kalten Metall. Dann richtete sie sich langsam wieder auf. Tränen standen ihr in den Augen.Ihre Hand zitterte, als sie das Datapad wieder zu sich zog.Der Text verschwamm, ordnete sich neu, verschwamm wieder.


„Zeile“, sagte die Stimme .„Für.“ Ein minimaler Anstieg des Drucks. „Zeile.“


Seris’ Blick hing am Datapad, als wäre es das Einzige, was sie noch festhielt.Die Buchstaben verschwammen, rückten wieder scharf, nur um im nächsten Moment erneut zu tanzen. Ihr Atem ging flach. Jeder Zug fühlte sich an, als würde er zu wenig Luft bringen.

„Der… Kodex… der…“ Sie schluckte. Ihre Kehle war trocken. „…der Lernenden… besagt, dass… dass—“

Der Druck nahm zu.Ihre Sicht verengte sich, das Summen in den Ohren wurde lauter, höher. Ein scharfer Schmerz zog hinter ihrem rechten Auge entlang. Seris stöhnte leise auf, fing sich sofort wieder.

Dass… dass ein Diener…“Ihre Stimme brach kurz. „…gehorsam… sein muss.“


Der Druck zog sich fester.Ihre Finger rutschten über den Tisch, suchten Halt, fanden keinen. Ihr Herz hämmerte gegen die Rippen, als wollte es raus.

„Falsch.“

Der Text wechselte. Noch kleiner. Noch dichter.Seris sog scharf die Luft ein. Ein stechender Schmerz fuhr ihr durch den Nacken, ließ ihre Wirbelsäule erzittern. Sie presste die Stirn gegen den Tisch, zwang sich, den Blick oben zu halten.

Noch mal.“


Der Kodex… sagt…“Ihre Zunge fühlte sich fremd an. „…dass ein Schüler… dient… um—“

Der Druck zog weiter an.Jetzt war da Hitze. Nicht außen, sondern innen. Ihr Schädel fühlte sich zu klein an für das, was darin tobte. Seris’ Atem kam stoßweise. Ein dünner Laut entwich ihr, halb Knurren, halb Keuchen.

„Um was?“

Sie blinzelte. Ein schwarzer Rand kroch in ihr Sichtfeld. Die Worte kamen langsamer jetzt. Schwerer. Jeder Laut fühlte sich an, als müsse er sich durch Widerstand pressen. Etwas drückte jetzt direkt hinter ihrem linken Auge. Scharf. Brennend. Seris’ Kopf kippte leicht zur Seite, ihr Kiefer spannte sich unkontrolliert an. Sie presste die Zähne zusammen, ein leises Knacken war zu hören.Der Druck zog sich noch enger. So eng, dass ihr Atem stockte, ohne dass sie bewusst aufgehört hätte zu atmen. Ihr Brustkorb fühlte sich an, als würde er nicht mehr ganz mitmachen. Panik flackerte in ihr auf. .Seris’ Sicht brach weg. Das Datapad, der Tisch, der Raum – alles kippte. Ein dumpfes Rauschen füllte ihren Kopf, dann nichts mehr. Vollkommende Schwärze.


[Bastion | Tempel der Sith | Domäne der Lernenden | Seris Veynar und NPC
 
[Bastion / Center / Safehouse] mit Marrev und Kestrel

Ein Stück weit war der Nautolaner erleichtert, dass der hartgesottene Ritter ihn und seine Gefühle verstand. Es war irgendwie erstaunlich, dass ihn seine gesamte Ausbildung und auch die Zeit als Ritter nicht darauf vorbereitet hatte, dass es zum Leben als Jedi gehörte, auch Leben zu nehmen. Für den Moment verstand Q'Tahem, dass es entweder sie oder Kirain gewesen war. Man musste eben alle Faktoren in Betracht ziehen… Wichtig war, nicht grundlos oder unbedacht zu töten, das hatte der Nautolaner für sich nun gelernt! Und er würde es so schnell auch nicht vergessen!

Q’Tahem brauchte einige Momente um seine Gefühle zu sortieren und den Tränenfluss wieder zu stoppen. Wären Marrev, Brianna und Bailee nicht gewesen, dann wären er und auch Kestrel sicherlich in einigen Tagen tot. Er verdankte den dreien Kestrels und sein Leben. Eigentlich war es mit einem einfachen “Danke” auch nicht erledigt, aber das war momentan das Einzige, was er dem Rattataki geben konnte…
Das gebrummte
Kein Ding zeigte, dass auch Marrev nicht oft mit einem solch starken Gefühlsausbruch zu tun hatte. Er war eher für das Grobe zuständig… Oder die Technik, wie es schien.

Nach einigen Minuten registrierte er, wie das Zucken und Zappeln seiner Prothese nachließ. Und nach weiterer kurzer Zeit verschwand auch das Flüstern und der ständige Hunger, den er seither wegen der metallenen Prothese gespürt hatte. Letztlich schaffte es Marrev, dass Q’Tahem die Kontrolle über dieses Ding bekam und er nach seinem Willen die Greifzangen der Prothese öffnen und schließen konnte. Die Prothese war also nicht ausgeschaltet worden, sondern nur umgeschaltet… Die Prothese fühlte sich immer noch zu schwer, falsch und fremd an, aber nun hatte er zumindest die Kontrolle.

Die Stunden danach fühlten sich an wie in einer Parallelwelt: Die plötzlich Ruhe und Sicherheit fühlte sich noch unwirklich an, aber es war gut, wieder richtige Kleidung zu tragen und gewaschen sowie medizinisch versorgt worden zu sein. Er versuchte sich etwas auszuruhen und schaffte dies nur bedingt, da seine Gedanken noch immer um die Rettung, den Kampf und nun die Sicherheit kreisten.

Wenige Zeit später hatte die Gruppe das Safe House wieder verlassen und sie liefen langsam durch die Straßen. Die Tarnung der drei war so einfach wie genial. Der geschwächte Nautolaner war in einfache Dienstkleidung gekleidet und schob seine ehemalige Meisterin in einem Schwebestuhl durch die dreckigen Straßen von Bastion. Um den Schein eines Dieners noch weiter zu wahren, hatte Kestrel nun anmutig erscheinende Kleidung und wirkte wie eine prominente oder zumindest reiche Persönlichkeit. Niemand, der kurz Mal an ihnen vorbeilief, würde auch nur erahnen, wer sie wirklich waren. Und Marrev gab den aufmerksamen Bodyguard, der hoffentlich verhinderte, dass sie auf ihren letzten Metern noch überfallen wurden.
Der Weg zum Raumhafen zog sich wie Kaugummi. Ohne die Stims, die Marrev ihn gegeben hatte, wäre er keine zwei Blöcke weit mit Kestrel gekommen. Die Flucht und anschließende Ruhe im Safe House hatte seinen Zoll an ihm genommen… Aber auf den letzten Metern wollte er jetzt auch nicht mehr scheitern!
Glücklicherweise schien sich niemand für die kleine Gruppe zu interessieren. Die Macht versuchte der Nautolaner so gut es ging zu verschleiern, jedoch war er nicht der herausragendste Anwender dieser Technik… Aber es sollte ausreichen.
Einmal mussten sie direkt an einer Patrouille an Sturmtruppen vorbeilaufen, welche augenscheinlich stichprobenartig die Aufenthaltspapiere checkten. Der Herzschlag des Nautolaners beschleunigte sich ungemein, was vielleicht zum Teil auch die Schuld der Stimulanzien war. Aber auch die Sturmtruppen interessierten sich nicht für sie, sondern eher für zwei Gamorreaner, die ganz in ihrer Nähe waren. Unauffällig atmete der Nautolaner aus und schob Kestrel weiter. Block um Block, Seitenstraße um Seitenstraße liefen die drei bis die Füße des Nautolaners brannten und dann war er da: der Raumhafen.
Noch nie hatte sich Q’Tahem so sehr auf ein so dreckiges und hässliches Gebäude gefreut, aber für ihn war es die Rettung von diesem Höllenloch. Mit einer kaum zu übertreffenden Selbstverständlichkeit erklärte Marrev den Wachen zum Hangar, dass seine Meisterin und ihr Diener wie bereits vor STUNDEN angekündigt zu ihrem Schiff wollten. Vermutlich hatte auch die Macht seinen Teil beigetragen, jedenfalls ließen sie die Drei ohne Widerstand passieren.
Und so kam es, dass sie die Laderampe eines kleinen, ramponierten HWK-290 Frachters mit dem bescheidenen Namen “Star Chaser” betraten. Mit langsamen, vorsichtigen Schritten schob der Nautolaner Kestrel auf ihrem Schwebestuhl die Rampe hinauf. Oben angekommen, spürte er ein kleines Kribbeln in der Macht. Nicht direkt Gefahr, aber eine Warnung. Etwas stimmte nicht und er sah zurück zu Marrev, der unbekümmert, die Rampe sondierte, doch dann mit schnellen Schritten aus seinem Blickfeld verschwand.
Ein sanfter Fluch entschwand dem Nautolaner als er Kestrel auf ihrem Schwebestuhl im Ladebereich des Schiffes abstellte und dann sie Rampe wieder hinab lief, um zu sehen, was der Rattataki bemerkt hatte, die Hand an seinem Vibromesser, welches er versteckt unter seiner Tarnung hatte.
Was seine Augen jedoch da erkannten, war äußerst ungewöhnlich: Marrev hielt sein Vibromesser gezielt unter die Achsel eines riesigen Wesens (Essam), welches einen stark hundeähnlichen Kopf hatte. In der Macht konnte der Nautolaner erkennen, dass an diesem Wesen etwas merkwürdig war… Ein schwaches Flackern in der Macht, was noch nicht sehr deutlich war... Konnte es sein? War dieses Wesen machtbegabt? Aggression konnte er jedenfalls keine bei dem Wesen erkennen... das war schon mal etwas Gutes! Mit höchst gewählten Worten meinte es, dass es einfach nur von hier weg wollte… Genau wie sie auch…
Q'Tahem spürte in sich hinein und zapfte die Macht an. Er hatte nur begrenzte Reserven verfügbar, doch um dieses riesige Wesen mit der Macht abzutasten reichte es aus. Vermutlich spürte das Wesen, wie eine seltsame Wärme vereinzelt seinen Körper abtastete. Er spürte keine Dunkelheit, was für ein eventuell machtbegabtes Wesen auf Bastion eine Kuriosität war, zusätzlich zu der Größe und der Kleidung des Wesens.


Wie heißt Du?

, rief Q'Tahem von der Rampe aus zu den beiden hinüber, in dem Wissen, dass er nun die Aufmerksamkeit des Hünen auf sich richtete.

Wir sind dabei dieses Drecksloch zu verlassen…

, der Nautolaner überlegte kurz,

Irgendwas sagt mir, dass Du es auch kaum erwarten kannst, hier zu verschwinden… Willst Du mit uns von hier abhauen?

, ergriff der Nautolaner die Initiative. Vielleicht war er zu forsch und vielleicht bekam er auch gleich von Marrev eine auf den Deckel, aber irgendwas sagte ihm, dass sie vor dem Riesen keine Angst haben mussten

[Bastion / Center / Raumhafen / Star Chaser] an der Rampe; im Schiff: Kestrel, etwas weiter vorne: Marrev und Essam
 
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Bastion – Raumhafen – Niphiras Schiff – in ihrem Quartier: Niphira – in der Krankenstation: Marlis, Bailee und Brianna alias Vin

Geduldig hörte sich Brianna an, was Marlis ihr mitzuteilen hatte, nachdem sie ihre Identität als Jedi-Ritterin offenbart hatte. Im Gegenzug wurden sie, soweit es eben möglich war, von der (früheren?) Padawan verarztet. Noch während der Prozedur summte Briannas Kom in der Tasche, und das Vibrationsmuster verriet ihr, dass es vermutlich Eowyn sein musste. Ihre Freundin und Vertrauensrätin hatte geantwortet! Das Herz der Echani begann schneller zu schlagen und sie verspürte ein Gefühl der Dringlichkeit. War es ein Bruchpunkt oder nur ein Produkt ihres Geistes? Sie war sich unsicher, nutzte aber die erste sich bietenden Gelegenheit, die Nachricht zu lesen.

Die Sith die Eowyn beschrieb musste dieselbe Niphira sein. Sie hatte sich wohl einigermaßen benommen, damals war sie aber nicht bereit gewesen, Marlis gehen zu lassen. Das hatte sich ja bekanntermaßen geändert. Die blonde Rätin warnte sie dennoch vor ihrer Gastgeberin und sicherlich hatte sie recht. Vorsicht war geboten in ihrer Lage, mehr Vorsicht als vorhin in der Gasse. Fieberhaft überlegte Brianna, was zu tun war, und als Marlis die Krankenstation verließ, um nach ihrer neuen Meisterin zu sehen, nutzte sie die sich bietende Gelegenheit. Sie packte Bailee am Arm, raunte ihr eine Zusammenfassung von Eowyns Komnachricht zu und drängte sie, sich aus dem Staub zu machen. Marlis würde sie bei Niphira zurücklassen müssen, Padawan hin oder her, sie wusste nicht, ob sie der Dunkelhaarigen wirklich vertrauen konnte. In ihrer Lage ganz oben auf der Fahndungsliste würde es überdies schwer genug werden, Bailee sicher von Bastion herunterzubekommen, geschweige denn eine zweite Padawan. Nein, sie würde auf Eowyns Rat hören und vorsichtig sein. Keine unnötigen Risiken! Zur Sicherheit hinterließ sie aber ihre andere, private Kom-Frequenz an einem Ort, den Marlis finden würde, bevor sie sich heimlich, still und leise von Bord schlichen.

Draußen auf dem Raumhafen schien die Botschaft von Imperatorin Vendar omnipräsent. Es gab Durchsagen mit der Nachricht der ‚Ermordung‘ von Allegious, für den Fall, dass irgendeine unter einem Stein gelebt und es wirklich noch nicht mitbekommen haben sollte. Auf den Holoanzeigen gab es die Konterfeis von Eowyn und ihr zu sehen. Keine Hinweise bisher darauf, dass sich eine der beiden Meistgesuchten als Mirialan verkleidete, aber es war sicherlich nur eine Frage der Zeit, bis Sedros diese Information weitergab und auch, dass diese sich in Begleitung einer gelbhäutigen Nautolanerin befand. Brianna zog sich die Kapuze der von Niphira geborgten frischen Robe tiefer in's Gesicht und drängte Bailee noch mehr zur Eile.

Es war nicht so schwer, im Getümmel des Raumhafens unterzutauchen. Eilig hatten es auch viele andere Leute. Nur brauchten sie ein anderes Schiff, einen Plan B, wenn sie Plan A nicht für Marrev, Kestrel und Q'Tahem verbrennen wollte. Sie musste einen neutralen oder zumindest weniger stark geschützten Planeten erreichen, zu dem sie die ‚Prince‘ zitieren konnte. Das hieß blinde Passagiere, wieder einmal, doch von Bastion runter würde es weniger starke Kontrollen geben.

Auf großen Schiffen war es leichter, unbermerkt zu bleiben, als auf kleineren, also orientierte sie sich mithilfe der Holonachrichten in diese Richtung. Die ganz großen wiederum landeten nicht hier in einem Stadtraumhafen, sondern benutzten Fähren. Blieben die mittelgroßen… und sie fand eines, ein Passagierschiff der preisgünstigen Sorte. Verglichen mit dem Hinflug würde es allemal eine Verbesserung sein, dachte Brianna und bedeutete ihrer Padawan, ihr zu folgen.

Leider hatte sie die Rechnung ohne die Raumhafensicherheit gemacht. Just als sie sich daran machte, die große freie Fläche zwischen der Wand der Landebucht und der Frachtrampe des Schiffs zu überbrücken, hörte sie schwere Schritte von dort herunterkommen. Sie sah die Stiefel von Sturmtruppen! Brianna wünschte sich, sie könnte den Geistestrick und machte sich eine mentale Notiz, Bailee bei Janson in die Leere zu schicken, damit die das künftig für sie übernehmen konnte. So blieb ihr bloß der Rückzug, aber eine Sturmtruppen mussten sie aus dem Augenwinkeln gesehen haben, bevor sie in Deckung gehen konnte. Sie begannen sich nach ihnen umzusehen (gute Sicht hatten sie in ihren Helmen zum Glück wohl nicht) und packten ihre Scanner wieder aus, da hörte die Echani eine Stimme aus einem Versorgungsgang heraus:


„Hier hinein!“

Kaum hatten sie einige Meter zurückgelegt, schloss sich hinter ihnen eine Tür mit einem Zischen, und ein Menschenmann in der Uniform eines Raumhafenarbeiters (Lar Koska) trat aus den Schatten hervor. Er sprach mit der Stimme von eben:

„Auf Bastion werdet Ihr nicht mehr viele Freunde finden. Geht nach Bonetown zum Club ‚The Void‘ und fragt an der Bar nach Rian. Folgt dem Gang nach draußen, ich regle das hier.“

Einen Moment lang sah Brianna den Menschen mit großen Augen an, als sie versuchte, die Lage zu erfassen. Woher? Wie? Und wo war schnell wieder Bonetown? Aber sie hatte ein gutes Gefühl bei der Sache und überhaupt, es blieb ihnen wohl nichts anderes übrig.

„Uhm… danke?“

Die Echani und ihre Begleiterin huschten davon, während der Mann sich zum Raumhafenschott begab, aus dem sie gekommen waren. Vermutlich würde er in der Lage sein, den Sturmtruppen zu erklären, dass er der Schatten gewesen war, den sie hatten huschen sehen. Mit den hohen Absätzen von Vins Verkleidung hatte Brianna in etwa seine Größe und unter der weiten Sith-Robe von Niphira sah frau auch nicht, wie schlank sie war. sollte also passen.

Durch einen Personalzugang konnten sie den Raumhafen unerkannt verlassen. Inzwischen war der Tag angebrochen und die Helligkeit blendete im ersten Moment. Alsbald jedoch erspähten Briannas scharfe Augen die Umrisse von Suchdroiden am Himmel. Die waren vorhin noch nicht gewesen? Oder lag es an der Helligkeit oder der Nähe zum Raumhafen? Irgendwie vermutete die Echani aber, dass sie diese Sedros zu verdanken hatten, den typisch waren diese nicht und sie konnte das beurteilen, sie hatte schließlich einige Zeit auf Bastion gelebt. Es war sicherlich am zweckmäßigsten, mit dem Taxi nach Bonetown zu fahren, möglichst eines von einer Person gesteuertes, kein Droide, der an eine zentrale Datenbank gekoppelt sein konnte. So mussten sie nur diese eine Person täuschen und weder die Suchdroiden noch irgendwelche Passanten konnten sie zufällig erkennen.

Sie fanden eines, das von einem Arcona gesteuert wurde. Ja, für diese niederen Tätigkeiten waren Nichtmenschinnen im Imperium willkommen! Allerdings wusste Brianna von der geringen Sehkraft der Arcona. So einer konnte Taxi fahren? Für sie war es natürlich ein Vorteil, der erkannte bestimmt keine als Mirialan verkleidete Echani.

Sie ließen sich nach Bonetown fahren und gaben dem Alien ein ordentliches Trinkgeld. Die letzten zwei Blocks bis zum ‚Void‘ legten sie sicherheitshalber zu Fuß zurück. Sondendroiden waren in diesem Stadtteil zum Glück keine zu sehen und auch sonst nahm niemand Notiz von ihnen. Diese Randbezirke waren nicht die Orte für ‚sehen und gesehen werden‘ und überhaupt war es auch zu dreckig, um viel zu sehen. Die Echani wünschte sich, sie wären des Nachts hier, dann würde ihr vielleicht nicht so auffallen, wie heruntergekommen hier alles aussah. Sie war ja keine Frau, die sich nachts auf den Straßen zwielichtiger Gegenden fürchten müsste. Und als Heilerin auch keine, die Angst haben musste, in der Kaschemme, an der die Leuchtreklame ‚The Void‘ leicht schief hin, sich von einem fiesen Bazillus aufgrund mangelnder Hygiene dahingerafft zu werden. Im Großen und Ganzen erinnerte die ganze Szenerie ein wenig an Nar Shaddaa, doch ein wohliges Gefühl von Zuhause stellte sich trotzdem nicht ein.

Als sie die Türe öffneten, waberten ihnen trotz dem Uhrzeit Gestank und Rauchschwaden entgegen. Entweder gab es hier keine Sperrstunde oder es wurde einfach nie saubergemacht. Auch das erinnerte sie an Nar Shaddaa. Das Etablissement, das die Bezeichnung nicht verdiente, war eines der billigeren Sorte, keines, in das Brianna freiwilllig gehen würde. Auch in ihrer Jugend hätte sie sich etwas gehobeneres zum Betteln ausgesucht, wo die Leute eher Credits übrig hatten als einem Ort wie hier. Doch sie war in einer Notsituation, nicht unähnlich wie damals, und angeblich konnte ihnen hier jemand helfen. Zielsicher steuerte sie die Bar an, wo ein Besalisk bediente. Sie lächelte ihn an – eine einfache Geste, die sich so oft gewinnbringend einsetzen ließ.


„Guten Morgen. Ich suche nach jemand namens Rian. Ist er hier?“

Brianna unterdrückte den Drang, das Wort ‚sie‘ zu benutzen. Rian konnte ein Mann, eine Frau oder sonstwas sein.

„Gut möglich,“

Brummte der Bar-Besalisk und sah sie einen Augenblick lang auffordernd an.

„Wollense auch was trinken?“

Die Echani sah sich um. Voll war die Bar nicht gerade, und soweit in dem Dunst erkennbar hatten sich die meisten Gäste irgendwelche finsteren Winkel zurückgezogen. Sie konnte keine Beispiele erkennen, vermutete aber stark, dass sie hier nicht einfach einen Früchtetee oder ein Glas Saft bestellen konnte.

„Einen Virgin Gargleblaster bitte, und ein Ale für meine Freundin hier,“

Nannte die Pseudo-Mirialan den Namen des erstbesten alkoholfreien Cocktails der ihr einfiel. Sie beneidete die Leute, die dieses Alkoholzeugs einfach in sich reinschütten konnte ohne dass es ihnen viel auszumachen schien. Denn eigentlich wünschte sie sich hier etwas keimfreies zum Trinken. Oder zumindest um den Tresen zu desinfizieren.

Bastion – Bonetown – The Void – Bar-Besalisk, vereinzelte Gäste, Bailee und Brianna
 
Bastion / auf dem Weg nach Bonetown / Sane

Sane war überrascht über die Nachricht. Sie war kurz. Fast schon beleidigend kurz. "Jemand benötigt Hilfe, sofort. The Void." Kein Hinweis auf den Absender, was ihn sofort misstrauisch machte. Keine Erklärung. Nichts. Eine Falle? Von wem? Die Liste an Feinden auf Bastion war lang und erstreckte sich vom ISB bis zu den Sith. Gleichzeitig weckte die Nachricht aber auch seine Neugier und ließ sein Herz für einen Moment höher schlagen. Die schäbige Bar in Bonetown war der Ort, an dem er sich für eine Zeit lang mit Samin und ihrem schrägen Verbündeten Rian getroffen hatte. Wie hoch war die Wahrscheinlichkeit, dass Samin zurück auf Bastion war und ihn treffen wollte? Allein aus diesem Grund konnte Sane die Nachricht nicht ignorieren. Also machte er sich erneut auf nach Bonetown und versuchte dabei so unauffällig wie möglich zu sein. Er nutzte den Hinterausgang des Anwesens, hatte die teure Robe gegen einen verwaschenen Kapuzenpulli getauscht und nutzte die öffentlichen Verkehrsmittel. Als er nur noch wenige Meter vom Void entfernt war und die vertrauten Neonzeichen im Grau der Bonetown-Straßen aufschimmerten, musste er trotz allem kurz schmunzeln. Vor ein paar Wochen erst war er fast genau in der selben Situation: Auf dem Weg in einen heruntergekommenen Club, um jemanden zu treffen mit der hohen Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine ISB-Falle handelte. Man könnte fast meinen, dass er sich mit der Zeit an so etwas gewöhnen würde, aber dem war nicht so. Sane drehte sich der Magen vor Anspannung um. Er atmete ein letztes Mal durch, bevor er in den stickigen Schankraum der Bar eintrat.

Im Void war wie immer nicht sehr viel los. Die Beleuchtung war spärlich und gelblich, der Boden klebrig in einer Art und Weise, über die man besser nicht nachdachte. An den Wänden saßen ein paar Gestalten in den abgewetzten Nischen, rauchend, trinkend, mit dem leeren Blick von Menschen, die entweder sehr viel oder gar nichts zu verbergen hatten. Zwei weitere Gäste saßen direkt an der Bar. The Void gehörte zu einem dieser Läden, von denen man sich als Außenstehender fragte, wie sie sich hier auf Bastion finanziell überhaupt über Wasser halten konnten. Sane stellte Blickkontakt zum Barkeeper her um sicherzustellen, dass der Besalisk mit dem eingedrückten Gesicht ihn gesehen hatte. Ein kurzes Aufflackern der Wiedererkennung in den kleinen Augen, kaum zu bemerken, aber da. Sane nickte kaum merklich und ließ sich am nächsten runden Tisch nieder. Er lehnte sich zurück, ließ den Blick unauffällig durch den Raum wandern und wartete. Der Besalisk ging schwerfällig um den Tresen herum und auf seinen Tisch zu.


"Was darf's sein?"

Sane beugte sich etwas vor, damit nur der Wirt ihn hören konnte.

"Hast du heute besondere Gäste?"

Ohne eine Miene zu verziehen, zog der Besalisk einen zerknitterten Notizblock hervor, kritzelte etwas darauf, riss den Zettel ab und legte ihn vor Sane auf den Tisch, als wäre es eine Rechnung für seine Bestellung.

"Mhm. Darf's sonst noch was sein?"

Sane schüttelte den Kopf. Sobald der Wirt den Rücken zugekehrt hatte, griff er nach dem Zettel.

"An der Bar. Fragten nach Rian."

Er vermied es, direkt einen zweiten Blick zur Bar zu werfen. Stattdessen faltete er den Zettel langsam zusammen und steckte ihn ein. Keine der beiden Personen an der Bar war Samin, da war er sich sicher. Einer der Gäste dort drüben trug eine lange, schwarze Robe. Die Art von Robe, bei der man auf Bastion zweimal nachdachte, bevor man ihren Träger ansprach. Samin hätte sich außerdem für ihn längst zu erkennen gegeben, sie hätte ihn nicht warten lassen. Kurz ging er seine Optionen durch. Wenn das eine Falle war, dann gab es kein Entrinnen mehr, seit er die Tür zum Void durchschritten hatte. Jetzt konnte er genauso gut mitspielen. Sane wusste, dass Rian seit dem Vorfall im Centrilux-Tower nicht mehr hier war. Wer lockte ihn also hier her, während an der Bar Leute saßen, die nach Rian fragten?

Er stand auf, ging zur Bar und ließ sich ruhig auf den Hocker neben der Frau in der schwarzen Robe sinken. Ein Gesicht, das ihm auf eine Weise bekannt vorkam, die er noch nicht ganz einordnen konnte.


„Rian ist nicht mehr hier." Seine Stimme war leise, sachlich, ohne Schärfe. „Aber wenn ihr extra hergekommen seid, um ihn zu treffen, steckt ihr vermutlich in der Klemme." Er stand wieder auf, ohne eine Antwort abzuwarten. „Wir können oben reden. Ungestörter."

Damit stand Sane wieder auf und ging ins Obergeschoss des Clubs, wo er zielstrebig Rians altes Zimmer erreichte. Bis auf ein Bett und einen Schreibtisch mit Stuhl war der Raum leer. Nichts wies mehr auf die Unordnung hin, die der Hacker hier einmal gepflegt hatte. Sane lehnte sich gegen den Schreibtisch, verschränkte die Arme und wartete darauf, dass die Tür sich öffnete. Warum kam ihm das Gesicht der Frau so bekannt vor?

Bastion / Bonetown / The Void / Sane, Brianna, Bailee
 
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Bastion | Imperium | Bastion Center | Sithtempel - Domäne der Wissenden - Trainingsraum | Sedros und Darel


Schüler von Sedros Xyrtademus, hatte der Sith zu ihm gesagt.

Er erlaubte sich keine sichtbare Reaktion. Kein Lächeln, kein Aufatmen, keine Spur von Triumph. Nur ein kaum wahrnehmbares Nicken, während sich in seinem Inneren trotzdem ein kleines Gefühl von Anerkennung und Freude aufkam. Mit seinem neuen Meister hatte sich ein Tor für Darel geöffnet.


„Ich werde Euch nicht enttäuschen“, sagte er ruhig, und diesmal war es kein kalkulierter Satz, sondern eine Feststellung, die er zuerst sich selbst gegenüber traf.

Die Erwähnung der Expedition ließ seinen Blick für einen Moment schärfer werden. Zwei Wochen. Er nahm die Information auf, ohne weiter nachzufragen. Fragen waren jetzt bedeutungslos. Vorbereitung war alles.

Als Sedros ihn anwies, sich zu setzen, ließ Darel sich kontrolliert nieder, schlug die Beine in die gewohnte Meditationshaltung und begann mit ruhigen Atemzügen, wie sie ihm in den unteren Ebenen beigebracht worden waren. Einatmen. Halten. Ausatmen. Wiederholen.

Der Stein unter ihm war kühl. Die Geräusche des Raumes – ein kaum hörbares Rascheln von Stoff, das ferne Dröhnen der Tempelstruktur – ebbten langsam ab, während er seinen Fokus nach innen verlagerte.

Er tastete nach der Präsenz der Macht, wie man im Dunkeln nach einer Wand tastet, die man nur vom Hörensagen kennt. Da war etwas. Schwach. Unklar. Wie ein kaum wahrnehmbares Flimmern hinter der Stirn. Kaum hatte er sich in die Meditationshaltung begeben und die ersten Atemzüge kontrolliert geführt, legte sich die Hand seines Lehrmeisters auf seinen Kopf.

Im nächsten Augenblick begann die Prozedur.

Es begann mit Kälte. Eine Kälte, die nicht auf der Haut lag, sondern zu Beginn langsam in seinen Schädel fraß, in die Wirbelsäule, in die Zwischenräume seiner Knochen, in die Hüften, in die Gelenke, in die Fingerspitzen. Seine Haut zog sich zusammen, als würde er in gefrorenes Wasser getaucht. Sein Atem stockte, noch bevor er verstand, was geschah.

Dann folgte Druck. Ein scharfer, immer stärker werdender, aggressiver Strom, der von oben durch seinen Schädel gedrückt wurde, als würde ein Keil in seinen Kopf getrieben. Seine Zähne knirschten aufeinander, seine Zähne pressten sich so fest aufeinander, dass ein dumpfer Schmerz durch den Kiefer zog.

Ein dumpfes Knacken hallte in seinen Ohren. Sein Herz begann zu rasen, zu schnell, zu hart, jeder Schlag ein Schlag gegen die Rippen.

Ein Krampf schoss durch seine Schultern. Seine Arme zuckten unkontrolliert. Seine Hände krallten sich in den Stoff seiner Kleidung, während sein Rücken sich unwillkürlich durchbog, als würde etwas ihn von innen auseinanderziehen.

Sein Herz begann schneller zu schlagen, unregelmäßig, als würde es versuchen, aus dem eigenen Rhythmus zu fliehen. Ein hochfrequentes Dröhnen legte sich in seine Ohren, sein Sichtfeld explodierte hinter geschlossenen Lidern in grellen, zuckenden Mustern.

Er wollte instinktiv dagegen ankämpfen. Die Muskeln spannten sich. Seine Hände krampften sich in den Stoff seiner Hose. Ein scharfes Zittern durchlief seine Arme. Sein Magen zog sich schmerzhaft zusammen, ein würgender Reflex stieg auf, doch er schluckte ihn hinunter.

Die Energie staute sich in ihm wie ein Sturm, der durch einen viel zu engen Kanal gepresst wurde. Es fühlte sich an, als würde etwas in seiner Brust aufreißen, als würde ein Muskel gedehnt werden, der nie zuvor benutzt worden war. Sein Körper wollte sich krümmen, wollte sich entziehen, wollte schreien. Ein stechender Schmerz explodierte hinter seinen Augen. Dunkle Flecken tanzten vor seinem inneren Blick. Der Druck in seinem Kopf wurde unerträglich, als würde sein Schädel zu klein für das werden, was durch ihn hindurch gepresst wurde. Ein heißer Tropfen rann über seine Lippe.

Er schmeckte Eisen, schwer und metallisch, als sich Wärme aus seiner Nase löste und in unregelmäßigen Tropfen über seine Lippen rann, ehe sie dunkel auf dem Stein unter ihm zerschellten. Ein tiefes Dröhnen legte sich über seine Wahrnehmung, als würde jemand die Welt erst ersticken und sie im nächsten Augenblick verzerrt und überlaut zurückschleudern. Der Boden unter ihm schien sich zu neigen, obwohl er reglos saß, sein Gleichgewicht geriet ins Schwanken, als verlöre sein eigener Körper für einen Moment jede Orientierung.

Dann kam ein scharfes, trockenes Knacken tief in seinem rechten Ohr, begleitet von einer Welle sengender Hitze, die sich durch seinen Schädel fraß. Ein brennender Schmerz zog hinter das Trommelfell, ließ seine Zähne aufeinander beißen, während ein warmer Rinnsal langsam den Gehörgang hinab glitt und sich mit dem Schweiß an seinem Hals vermischte. Die Macht presste sich weiter durch ihn hindurch, erbarmungslos, und sein Organismus reagierte wie auf ein brutales Trauma: erst lähmende Kälte, die ihm die Glieder versteifte, dann eine Hitze, die bis in die Fingerspitzen kroch. Ein jäher Schweißausbruch überkam ihn, heftig und unkontrollierbar, und sein Puls hämmerte gegen die Schläfen, als wolle er den Druck in seinem Inneren sprengen.


Und dann, irgendwo zwischen Schmerz und Taubheit, geschah etwas.

Der Fluss wurde minimal klarer. Weniger chaotisch, auch wenn nicht viel weniger schmerzhaft. Für einen winzigen Moment hatte er das Gefühl, nicht nur Objekt dieser Gewalt zu sein, sondern Teil eines Stroms, der größer war als er selbst. Es war roh, unfertig, überwältigend – aber es war da.

Als Sedros die Hand zurückzog, sackte Darels Oberkörper leicht nach vorn, fing sich jedoch im letzten Moment ab. Sein Atem kam stoßweise, seine Fingerspitzen zitterten unkontrolliert, als gehörten sie nicht mehr vollständig zu ihm. Jeder Laut im Raum klang plötzlich zu laut, jedes Licht schien zu hell, selbst die eigene Haut fühlte sich fremd an.. Sein ganzer Körper bebte nun unkontrolliert. Kalter Schweiß lief ihm über Stirn und Rücken. Jeder Muskel fühlte sich an, als hätte er stundenlang unter Maximalbelastung gestanden. Seine Haut war überempfindlich, selbst der Stoff seiner Kleidung kratzte wie Sandpapier.

Er brauchte einen Moment, um die Worte seines Lehrmeisters zu begreifen. Er sollte ruhen und nicht auf die Macht zurückgreifen und sprach Ohrstöpsel und Schlafmaske. Als würde Darel ein Arzt sagen, was er zur Genesung einer Krankheit tun sollte. Wenn er nicht so erschöpft und von Schmerzen gepeinigt wäre, hätte er wahrscheinlich darüber gelacht. Dann entließ der Sith, Darel und sagte ihm, er solle bei Sonnenaufgang am Haupttor sein.

Darel zwang sich, langsam aufzustehen. Seine Beine fühlten sich instabil an, als stünde er auf schwankendem Grund, doch er blieb aufrecht. Der menschliche Körper schrie nach Erholung, jede Faser forderte Stille. In seinem Kopf rauschte es wie in einem Sturm.


„Verstanden, Meister“, brachte er schließlich angestrengt hervor, seine Stimme klang heiser, rau, fast schon fremd.

Er drehte sich um und verließ den Raum mit gleichmäßigen Schritten, aber leicht taumelnd. Auch wenn jeder Schritt mehr Konzentration erfordert als der Kampf zuvor. Die Gänge des Tempels erschienen ihm verändert. Er spürte Strömungen, wo vorher nur Leere gewesen war, nahm Gerüche viel direkter und auch anders war. So wangte er sich vorsichtig zurück in sein Zimmer und tat wie ihm geheißen.

Stellte sich unter schwerster Anstrengung mehrere Wecker, um ja nicht zu verschlafen, und streifte sich mit letzter Kraft Schlafmaske über und verschloss seine Ohren, wie ihm geheißen wurde. So viel Darel in einen Zustand, der zwischen einem unruhigen Schlaf und einem Fiebertraum lag.



Nach ein paar Stunden war Darel wieder auf den Beinen.

Die Nacht hatte kaum Erholung gebracht.

Darel war irgendwann in einen unruhigen, flachen Schlaf gefallen, doch wirkliche Ruhe hatte er nicht gefunden. Sein Körper hatte gezittert, als würde die Macht noch immer in ihm nachhallen, und jedes Geräusch im Tempel war ihm überdeutlich erschienen. Schritte in entfernten Korridoren, das ferne Summen technischer Systeme, selbst sein eigener Atem hatte sich anfühlt wie ein Fremdkörper in seinen Ohren. Als der Wecker schließlich schrillte, fuhr er hoch, als hätte man ihn erneut mit Energie durchflutet.

Seine Glieder fühlten sich schwer an, als läge Blei in seinen Muskeln. Der Schädel pochte dumpf, seine Schläfen waren empfindlich, und beim Aufsetzen zog ein stechender Schmerz durch seinen Nacken. Er blieb einen Moment auf der Kante der Liege sitzen, die Hände auf den Knien abgestützt, und zwang seinen Atem in einen gleichmäßigen Rhythmus. Jeder Muskel protestierte, doch nichts war gerissen, nichts war gebrochen. Doch immerhin konnte er sich wieder so halbwegs normal bewegen sowie sehen und hören ohne das Gefühl zu haben gleich Ohnmächtig zu werden.

Langsam erhob er sich, wusch das getrocknete Blut aus Nase und Ohr, das sich in dunklen Spuren auf seiner Haut festgesetzt hatte, und betrachtete sein Spiegelbild nur einen Herzschlag lang. Blasser als sonst, die Augen leicht gerötet, aber klar. Er zog sich an, kontrollierte ob alles richtig saß immerhin wollte an seinem ersten Tag als Schüler einen passablen Eindruck machen.

Der Weg zum Tempelhaupttor zog sich, seine Schritte waren schwer, doch gleichmäßig. Der Himmel über Bastion begann sich gerade erst in fahles Grau zu färben, als er die letzten Stufen erreichte. Kalte Morgenluft legte sich über seine Haut und ließ ihn kurz frösteln.

Er kam mehrere Minuten vor Sonnenaufgang an, so wie er es geplant hatte, doch war sein Lehrmeister Sedros Xyrtademus bereits dort.
Als hätte er die ganze Nacht nichts anderes getan, als auf diesen Moment zu warten.

Darel hielt nicht inne, sondern trat heran, blieb in angemessener Distanz stehen und neigte respektvoll den Kopf. Sein Körper war noch immer erschöpft, seine Sinne überreizt, doch er stand.

Er hoffte nur, dass sein Meister nicht zu lange hatte warten müssen, aber zumindest war er vor der vereinbarten Zeit vor Ort. Auch wenn es ihn ärgerte das er nicht vor seinem neuen Meister hier war.



Bastion | Imperium | Bastion Center | Sithtempel - vor dem Haupttor | Sedros, Darel und der Torwächter (NSCs)
 
Bastion | Imperium | Bastion Center | Sithtempel - vor dem Haupttor | Sedros, Torwächter (NSCs)

Darel Cor erschien zum verabredeten Zeitpunkt. Er gab sich tapfer, aber Sedros hatte keine Probleme damit, die Scharade zu durchblicken. Still musterte der reinblütige Sith seinen Schüler und nickte ihm schließlich anerkennend zu.

„Du bist hier, dann können wir anfangen. Die heutigen Übungen werden praktischer Natur sein. Wir konzentrieren uns auf deinen Körper. Die Macht verleiht einem viele und mächtige Fähigkeiten, wenn man sie zu beherrschen lernt, doch viele vernachlässigen die Grundlagen.“

Sedros schüttelte vehement den Kopf, um zu signalisieren, dass er das bei Darel nicht zulassen würde.

„Nur in einem gesunden Körper kann ein gesunder Geist wohnen. Ich bin mir sicher, du hast das oder ähnliches schon in einem Glückskeks oder im HoloNet gelesen. Es mag noch so abgedroschen klingen, doch es ist wahr. Die Macht wohnt in allen lebenden Wesen inne und in uns Auserwählten ist sie besonders stark. Doch die Macht zu nutzen hat seinen Preis, der sich schnell körperlich niederschlagen kann. Daher ist eine hervorragende Konstitution unerlässlich, insbesondere jetzt, wo ein Krieg bevorsteht.“

Der reinblütige Sith schüttelte den Kopf als wäre ihm die ganze Sache...zuwider. Und das war sie tatsächlich auch. Nicht, weil er den Kampf fürchtete, sondern weil sie ihn von seinen eigenen Plänen und Zielen immer wieder abhalten und ihnen sicher auch mehr als ihm lieb war, entgegen stehen würde. Aber die Dinge waren nun einmal wie sie waren. Der alte Feind hatte zum Kampf gerufen und die Sith würden eine passende Antwort geben.

„Hast du dich einmal so überanstrengt, dass es dir zur Last wird, auf die Macht zuzugreifen, wirst du über einen fitten Körper dankbar sein. Und er wird außerdem dafür sorgen, dass dieser Punkt weitaus später erreicht wird als wärest du ein Bücherwurm. Darum werden wir ab heute ein kleines Trainingsprogramm zum Aufwärmen durchführen. - Wir beginnen mit einem Lauf, heute zum Raumhafen. Es sind kaum mehr als 10 Kilometer. Also dehne dich und wärme dich auf, es geht sofort los.“

Sedros tat selbiges und dann ging der Lauf quer durch die Hauptstadt auch schon los. Er trieb seinen Schüler nicht allzu sehr an, so lange er ein lockeres Lauftempo aufrecht erhielt. Heute zumindest ging es darum, die Strecke überhaupt zu schaffen und das würde schwer genug sein. Darel war immer noch angeschlagen von gestern, aber die Jedi und ebenso konkurrierende Sith würden ihm keine Ruhepausen gönnen. Also tat es Sedros genauso wenig.

Den ganzen Weg über, erhöhte sich sein Atem genauso wenig, wie er nicht zu schwitzen begann oder sonstige Erschöpfungserscheinungen aufwies. Zugegeben, er betrog ein wenig, indem er während des Laufs auf die Macht zugriff, um seine Körperfunktionen genau zu kontrollieren und zu optimieren. Aber
Sedros war sich keineswegs zu schade, ein wenig zu mogeln, um seinem Schüler ein Ideal zu präsentieren, dem er nacheifern konnte.

Irgendwann und für seinen Geschmack viel zu langsam, kamen sie dann beim Raumhafen an. Ihr eigentliches Ziel lag in einem separierten Bereich, der dem Sith-Orden vorbehalten war. In der Landebucht, die sie aufsuchten, wartete ein pechschwarz lackiertes Patrouillenschiff der Lancer-Klasse auf sie. Es war so blank poliert, dass es in der Morgensonne geradezu zu leuchten schien.


„Das ist mein Schiff, die Obsidian Gauntlet.“

Der reinblütige Sith machte allerdings keine Anstalten, das Schiff zu öffnen und Darel an Bord zu führen. Stattdessen trat Sedros ein paar Schritte zurück und streckte sich ein wenig, bevor er seine Überrobe von seinen Schultern zu Boden gleiten ließ. Anschließend trat er wieder neben Darel und nickte ihm zu.

„Bevor du abkühlst machen wir weiter mit Liegestützsprüngen. 100 Stück oder so viele, wie du eben schaffst.“

Seine Stimme war entschieden, aber ruhig. Der reinblütige Sith sah es nicht als notwendig an, den Ton zu verschärfen, so lange sein Schüler den Lektionen folgen konnte. Sedros machte Darel vor, wie er die Sprünge auszuführen hatte und begann sie für seinen Schüler zu zählen, während sie beide sich durch die Übung arbeiteten. Von Darel nicht richtig ausgeführte Bewegungsabläufe zählte der reinblütige Sith ganz bewusst einfach nicht mit. Die Übung galt, genauso wie der Lauf zuvor, abzuklären, welchen Entwicklungsstand Darel hatte. Also drängte Sedros seinen Schüler heute nicht über seine Leistungsgrenzen hinaus, zumindest nicht allzu sehr. Sofern klar wurde, dass Darel die 100 nicht schaffen würde, würde Sedros die Übung einfach abbrechen.

„Gut gemacht. Bevor wir weitermachen, eine Übung zur Erfrischung. Beginne eine Meditation und versuche, deinen Körper in der Macht zu erfühlen. Ich werde dich leiten.“

Nachdem Darel Cor seine Atemübung absolviert hatte, um die Meditation einzuleiten, legte Sedros eine Hand auf seinen Kopf. Wieder übernahm der reinblütige Sith mit eisernem Willen die Kontrolle. Dieses Mal aber half er seinem Schüler seinen Körper mithilfe der Macht zu erfrischen, zeigte ihm, wie er die Durchblutung seiner Muskeln anregen und den Abtransport von Giftstoffen beschleunigen konnte, um die aufkommende Übersäuerung der Muskeln schon im Keim zu ersticken. Dabei ging er nicht nur methodisch und sorgfältig sondern gezielt langsam vor, um sicherzustellen, dass sein Schüler auch möglichst viel des Prozesses erfassen konnte. Als Sedros am Ende der Prozedur seine Hand zurückzog, fühlte sich Darel wahrscheinlich wie neu geboren.

„Es wird seine Zeit brauchen, bis du das eigenständig in diesem Ausmaß tun kannst. Ich hoffe, du hast gut aufgepasst, denn ich wiederhole meine Lektionen nicht gerne.“

Damit nahm Sedros seine Überrobe vom Hangarboden auf und trat vor an die Einstiegsrampe zur Obsidian Gauntlet, um sie mit einem Augenscan zu öffnen und an Bord zu gehen, dass Darel ihm folgte, setzte er einfach voraus.

„Das Schiff ist nicht groß, du wirst dich also nicht verlaufen können. Hier sind Nasszelle und Waffenkammer. Dort geht es zu den Quartieren und dort zur Brücke. Hier findest du den Aufenthaltsbereich und die Kombüse. Deine Aufgabe aber wartet hinter uns im Frachtraum auf dich.“

Da das Schiff nicht groß war, hatte Sedros seinen Schüler schnell herumgeführt. Es gab zwei Einzelkabinen für den Piloten und Kapitän und dann eine Doppelkabine und eine Viererkabine mit Doppelstockbetten. Keine der Kabinen war sonderlich groß, sie waren fast klaustrophobisch eng und es gab nur eine Nasszelle an Bord, die sich gegenüber einem begehbaren Waffenschrank befand, der praktisch leer war. Dafür bot der Aufenthaltsraum neben einer kleinen Kombüse und Sitzgruppe aber einen großen Esstisch, an dem alle 8 Personen, für die die Kabinen offenbar ausgelegt waren, Platz nehmen konnten. Als letztes führte er Darel in Richtung Heck am Reaktor und Hyperantrieb vorbei und hob wissend einen Mundwinkel.

„Ich habe die Lebenserhaltungssysteme zwar aufrüsten lassen, aber den Stallgeruch kann man einfach nicht unterdrücken, also hol nochmal tief Luft, bevor wir reingehen, hm?“

Der reinblütige Sith öffnete dann die Zugangsluke zum Frachtraum. Sofort wurden sie von der intensiven Duftnote eines Geflügelstalls erschlagen und Sedros drängte Darel schnell durch den Zugang, damit er die Luke hinter ihnen wieder schließen konnte. Ihnen bot sich hier das absolute Chaos. Es gab zwar ein paar Tierkäfige und vorbereitete Nistplätze, aber die Horde an Porgs, die hier hauste, schien praktisch alles als geeigneten Nistplatz nutzen zu wollen, so lange es eben nicht die Regale waren, die dafür hergerichtet worden waren. Es waren sicher an die 30 Tiere, doch wenn man sich die Nester und die darin liegenden Eier ansah, würden es alsbald vielleicht doppelt so viele werden.

„Ich hoffe, du hast keine Kontaktangst, denn die Porgs sind unglaublich neugierig und haben keinerlei Angst ihrer Neugierde nachzugehen. Ich glaube, die Tiere verfügen über keinerlei Selbsterhaltungstrieb, wenn ich ehrlich bin. Freunde dich aber bitte nicht mit ihnen an.“

Und tatsächlich kam das Wort zutraulich keineswegs dem gerecht, was die Porgs mit Darel und Sedros veranstalteten. Man musste aufpassen, dass man auf keinen trat, wenn man sich im Frachtraum bewegen wollte und eines der Tiere versuchte sogar, auf Darels Schulter zu landen, um sie aus absoluter Nähe zu begutachten.

„Das hier ist deine Aufgabe, räume hier auf, während ich vorne im Schiff andere arbeiten erledige und wenn du glaubst, fertig zu sein, melde dich per Intercom und ich begutachte deine Arbeiten.“

Damit verschwand Sedros erst einmal wieder durch die Zugangsluke zum Frachtraum. Darel war mit dieser Aufgabe zum Glück nicht ganz allein gelassen. Die beiden Servicedroiden im Raum waren eindeutig mit dem Treiben der Porgs überfordert und schienen irgendwie...dankbar dafür zu sein, Hilfe durch den Sithschüler zu bekommen. Aber auch zu dritt sollte tatsächlich etwas Zeit dauern, bis alles wieder in Ordnung gebracht war. Zeit genug aber, dass sich einige der Porgs mit Darel anzufreunden schienen.

Unterdessen ordnete
Sedros im vorderen Teil der Obsidian Gauntlet seine Unterlagen, um zu prüfen, ob er hier etwas über Dxun finden konnte, das ihm in der Tempelbibliothek verborgen geblieben war. Die persönliche Bibliothek des reinblütigen Sith mochte zwar noch äußerst beschränkt sein und er glaubte auch nicht wirklich, hier etwas neues finden zu können. Aber Sedros würde sich doch ziemlich dumm vorkommen, eine leicht zugängliche Information einfach zu missachten. Als ein paar Stunden später klar war, dass hier nichts zu finden war, meldete sich dann auch Darel über das Intercom. Sedros bestätigte die Meldung umgehend und machte sich auf dem Weg zurück zum Frachtraum, wo er Darels Arbeit begutachtete.

„Das sieht für dein erstes Mal gar nicht so schlecht aus, mein Schüler.“

Die Arbeiten waren sicher ausbaufähig. Aber gemessen daran, dass Sedros seinem Schüler einfach nicht gezeigt hatte, wie er den zum Stall umfunktionierten Frachtraum richtig sauber machte und die Porgs richtig fütterte...war das Ergebnis tatsächlich halbwegs brauchbar. Und es war dem reinblütigen Sith auch ein süßes Vergnügen, Darels Reaktion darauf zu beobachten, dass er das nun häufiger machen durfte.

„Da du dich mit den Tieren nun so vertraut gemacht hast, suche uns sechs alte und kranke Tiere aus. Das hier sind Futtertiere.“

Darels Reaktion auf diese Offenbarung zu beobachten, war Sedros ebenso ein Vergnügen. Genauso wie seinem Schüler bei der Jagd auf Porgs zuzusehen. Allzu grausam war der reinblütige Sith damit aber nicht. Als klar war, dass sich das als etwas schwieriger als gesagt herausstellte, half Sedros seinem Schüler mit der Macht dabei, die Tiere einzufangen. Den simplen Geist der Porgs zu benebeln war alles andere als schwierig für ihn und so hatten sie die sechs auserwählten Porgs schnell beisammen.

„Sehr gut. Folge mir.“

Der Hauptfrachtraum hatte zwei Nebenräume und als nächstes führte Sedros die sechs hypnotisierten Porgs und Darel in den Frachtraum an Backbord des Schiffes, wo sich hinter einem Regal eine versteckte Tür befand, hinter der ein kleiner Raum mit einer Reihe von Stasisbehältern befand. Drei davon schienen winzige Insektenvölker zu beinhalten, während in dem vierten erheblich größere Tiere schwebten.

„Die Steinmilben hier können monatelang in einer Art Winterschlaf verbringen und brauchen nicht viel Pflege. Die drei Piranhakäfervölker aber stammen von einem tropischen Mond...die müssen regelmäßig gefüttert werden.“

Sedros schloss die Tür hinter ihnen und trat an einen der Behälter heran, um in die in den Deckel eingebaute Schleuse zwei der Porgs zu stecken, die das überhaupt nicht zu interessieren schien.

„Hast du einen festen Magen? Das wird jetzt kein schöner Anblick...am besten du gewöhnst dich hier daran, dass macht es dir später im Kampf leichter.“

Als nächstes belud Sedros auch die anderen beiden Behälter der Piranhakäfer. Ohne weitere Umschweife betätigte er die Kontrollen der Behälter und die Porgs vielen auf den Boden selbiger. Verwirrt richteten sie sich auf und schauten sich mit ihren Glubschaugen um, um sich neu zu orientieren. Im ersten Moment rührten sich die Piranhakäfervölker nicht, doch dann prasselte über die Macht tausendfache Fressucht auf die beiden Machtsensitiven ein. Geradezu explosionsartig setzten sich die Insekten in Bewegung und fielen über die wehrlosen Porgs her, die in den engen Behältern keine Chance zu Fluchthatten. Kurz hallten ihre panischen Schreie aus der sie umgebenden Insektenwolke auf, nur um in Sekundenbruchteilen zu verstummen.

Der ganze Prozess dauerte nur wenige Lidschläge an und die Piranhakäfer ließen praktisch nichts von den Porgs zurück, bevor sie sich wieder zur Ruhe setzten. Dabei fiel
Darel vielleicht auf, dass in zwei der Behälter altertümliche Schwerter standen, die von den Piranhakäfern als Ruheplatz genutzt wurden. Mit etwas Anstrengung wurde ihr vielleicht unter den Präsenzen der Käfer gewahr, dass die Klingen eine schwache Machtaura zu haben schienen, als wären sie lebendige Wesen. Dem reinblütigen Sith schien das Schlachten aber so wenig ausgemacht haben, wie er die Schwerter keines Kommentars würdig erachtete. Stattdessen nickte er Darel zu.

„Gut, das reicht fürs erste. Geh in die Nasszelle und dusche dich, du stinkst gewaltig nach Stall und das wird uns das Mittagessen unmöglich machen. Außerdem glaube ich auch nicht, dass dich die Tempelwachen so wieder in den Sith-Tempel lassen würden.“

Bei dem Gedanken konnte sich Sedros ein belustigtes Schmunzeln tatsächlich nicht verkneifen. Darel dabei zu beobachten, wie er nach Stall stinkend versuchte, in den Tempel zu kommen...würde einer gewissen Komik nicht entbehren.

„Und wenn du fertig bist, komm in die Kombüse. In der Nasszelle liegen Roben in verschiedenen Kleidergrößen bereit. Da sollte auch etwas in deiner Größe dabei sein.“

Bis Darel dort tatsächlich ankam, hatte Sedros eine Gemüsepfanne mit geschnetzeltem Geflügel (Porg?) fertig gezaubert. Dazu gab es eine Wasserkaraffe und zwei Gläser auf dem Tisch und der reinblütige Sith bedeutete seinem Schüler ohne weiteres aufheben, sich an den Esstisch zu setzen und seine Portion zu essen. Sedros setzte sich ihm gegenüber hin und widmete sich seiner Mahlzeit einen Moment, bevor er das Wort ergriff.

„Du solltest kochen lernen. Wenn du die Zutaten selbst zubereiten lernst, lernst du auch ein wenig darüber, wie eine Mahlzeit beschaffen sein sollte und das hilft dir Manipulationen zu erkennen. Etwa das Untermischen eines Giftes. Aber nicht heute. Heute will ich mehr über dich erfahren. - Also erzähl mir von dir. Was sind diese widrigen Umstände, die dich in den Sith-Tempel geführt haben?“

Bisher kannte Sedros seinen Schüler kaum und das musste er schnell ändern, um ihn besser einschätzen zu können.

Bastion | Imperium | Bastion Center | Raumhafen - an Bord der Obsidian Gauntlet, Kombüse | Sedros und Darel
 
Bastion - Center - Raumhafen - Marrev (NPC) mit Essam und Q'Tahem, Kestrel auf dem Schiff

Der Typ, dem er das Messer an den Körper hielt, reagierte völlig gelassen, was irgendwie auch durch die Kleidung wiedergespiegelt wurde. Immerhin lief er herum, als wäre er einem Kriegsmuseum entsprungen. Vielleicht hatte er also schon genug Erfahrung mit solchen Situationen.
Er wollte sie also um etwas bitten?


"Interessanter Weg, das zu tun",

entgegnete Marrev, denn der Kerl hatte sich ganz sicher nicht offen und freundlich genähert. Er spürte keine große Gefahr von ihm ausgehen, aber das bedeutete nichts.


"Ich weiß nicht, was Ihr benötigt, aber ich habe mein Messer gerne da, wo es gerade ist",

antwortete er gelassen. Er war definitiv noch nicht bereit, seine überlegene Position aufzugeben. Sicher wäre er dem Typen im Kampf vermutlich stark überlegen, aber man musste es ja nicht herausfordern.
Dann rückte er damit heraus, was er vermeintlich wollte - runter von diesem Planeten. Wenn das stimmte, blieb die Frage, weshalb er keinen Linienflug nehmen konnte. Krimineller? Republikfreundlich? Schlicht wegen etwas anderem auf der Flucht? Es gab viele Gründe, und manche wären für Marrev akzeptabel, andere weniger.
Immer vorausgesetzt, er sagte die Wahrheit. Marrev spürte keine Falschheit in seinen Worten, aber... er war verantwortlich für Kestrel und Q'Tahem, und er machte keine Fehler.

Q'Tahem hatte sich ihnen genähert, während sie gesprochen hatten, und nun schaltete der Nautolaner sich ein. Mit einer erst einmal berechtigten Frage - ein Name wäre in der Tat nett. Dann aber schien der Ritter all seine Vorsicht über Bord zu werfen, was angesichts dessen, was er durchgemacht hatte, für Marrev recht irritierend war. Wie bei allen Sonnen konnte er einem Typen, den sie nicht kannten, eine Passage anbieten und so viel Vertrauen schenken? Q'Tahem war noch recht jung, soweit Marrev wusste... ja, er war wahrscheinlich einfach noch zu jung um genug gesehen und erlebt zu haben. Wahrscheinlich besaß er noch diesen Idealismus, den die meisten Jedi zu Beginn ihrer Ausbildung hatten. Marrev wusste es besser, und er seufzte leicht. Er wünschte sich ja, dass der Nautolaner nie auf dem Boden der Tatsachen aufkommen würde, aber... früher oder später würde es wohl geschehen.
Bloß hoffentlich nicht heute.
Ruhig fuhr er fort.


"Immer langsam, immerhin werde ich diese Blechkiste gleich fliegen, und wer mitfliegt, entscheidet am Ende immer der Pilot. Also, mehr Informationen, bitte. Ihr wollt also von hier verschwinden, schön. Wenn Ihr mir jetzt noch verraten könntet, weshalb Eure Optionen limitiert sind und wieso Ihr diesen wunderschönen Planeten überhaupt hinter Euch lassen wollt, sowie weshalb wir Euch so weit vertrauen sollen, Euch mitzunehmen, dann wären wir vielleicht einen Schritt weiter."

Bastion - Center - Raumhafen - Marrev (NPC) mit Essam und Q'Tahem, Kestrel auf dem Schiff
 
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