Coruscant

[Coruscant - Jedi-Tempel - Flure bei der Krankenstation] Calen mit Daruq

Calen blieb stehen, als Daruq sich zu ihm umdrehte. Erst da merkte er, dass er überhaupt angehalten hatte. Sein Atem ging noch zu schnell, zu flach, als würde sein Körper irgendwo feststecken, wo sein Geist längst nicht mehr war. Nach ein paar bewussten Atemzügen sanken seine Schultern ein Stück, aber die Unruhe blieb. Dann nickte er leicht und während Daruq sprach, hörte Calen zu, doch man sah, dass die Worte nicht in einer klaren Reihenfolge bei ihm ankamen. Er versuchte, sie festzuhalten, aber vieles glitt ihm weg. Es dauerte, bis er überhaupt eine Antwort fand.

„Es war… zu viel“, sagte er schließlich. Die Stimme leise, als müsste er erst prüfen, ob das, was er sagte, überhaupt stimmte. „Ich wusste nicht, wo ich aufhören soll hinzuhören.“ Sein Blick wanderte kurz zur Seite, als suche er dort nach dem Gefühl, das ihn überrollt hatte. „Bei ihr war alles gleichzeitig da. Sie… und das andere. Und ich hab beides erwischt, ohne es zu merken.“ Er verzog leicht das Gesicht, als hätte er Kopfschmerzen. „Ich hab mich da drin ein bisschen verloren. Nicht komplett. Aber irgendwie sosehr, dass ich nicht mehr wusste, was von mir kommt.“

Seine Hand hob sich kurz Richtung Schläfe, sank dann aber wieder. Der Drang war noch da, aber er zwang sich, ihn zu ignorieren.
„Und dann… das... ähm... Bild.“ Er hielt inne, suchte nach Worten, die nicht sofort wegrutschten. „Das hat irgendwas sortiert. Nicht alles. Aber genug, dass ich sie wieder gefunden habe.“ Sein Blick wurde ein wenig klarer. „Da war etwas Ruhiges. Irgendwo unter dem ganzen Lärm.“

Calen atmete tief durch, als müsste er sich selbst daran erinnern, wie das geht.
„Ich verstehe, was ihr meint“, sagte er dann langsam. „Dass nicht alles Dunkle… fremd sein muss.“ Er sah kurz zu Daruq, dann wieder weg. „Aber wenn man drinsteckt… fühlt sich alles gleich an.“ Er ließ die Worte einen Moment in der Luft hängen, weil er nicht wusste, wie er sie weiterführen sollte. „Bei ihr war’s leichter, weil…“ Er stockte, runzelte die Stirn. „Weil sie noch da war. Irgendwie. Ich konnte sie finden. Trotz allem.“ Er senkte den Blick. „Ich weiß nicht, ob ich das bei mir selbst merken würde.“ Eine gewisse Unischerheit schwang in seiner Stimme mit, gepaart mit etwas das ein wenig wie Mut klang.

Der junge Anwärter ging ein paar Schritte, als müsste er sich bewegen, um weiterreden zu können.
„Aber ich glaube… das Wichtigste ist, nicht aufzugeben“, sagte er leiser. „Auch wenn’s unangenehm wird. Auch wenn man es nicht gleich versteht.“ Er atmete aus, diesmal etwas ruhiger.

„Elise…“ Sagte er als würde er überlegen wie er den Namen aussprechen musste und schwieg danach einen Moment um sich die Worte zurecht zu legen. „Sie hat mich nicht geschont. Aber sie war nicht… weg. Nicht verloren.“ Ein kleines, nachdenkliches Nicken folgte. „Das bleibt hängen.“

Calen stand noch einen Moment da, dann hob er den Blick wieder zu Daruq. Trotz der Verwirrung in ihm schaffte er es, sich ein Stück zu sammeln.
„Meister… ich danke euch“, sagte er leise, aber mit Respekt. „Für eure Zeit. Und eure Geduld.“ Er verneigte sich leicht. "Ich würde gern etwas den Kopf frei bekommen und mich ein wenig bewegen. Gibt es einen passenden Raum um ein wenig Sport für sich zu machen?" Er wartete bis Daruq ihm einen Trainingraum für Körperliche ertüchtigung gennant hatte neigte nochmal den Kopf und wandte sich dann ab.

Seine Schritte waren anfangs unsicher, fast so, als müsste er erst wieder lernen, wie man einfach nur läuft. Doch je weiter er kam, desto mehr fand sein Körper den gewohnten Rhythmus zurück. Bewegung war einfacher als Denken. Der von dem Ritter beschriebene Trainingsraum lag ein paar Korridore weiter. Als er die Tür öffnete, empfing ihn der vertraute Geruch von Matten, Stoff und recycelter Luft. Der Raum war leer, was ihm nur recht war. Er streifte die äußere Tunika ab und legte sie ordentlich zur Seite. Darunter trug er die einfache, ärmellose Trainingskleidung der Anwärter. Hell, leicht, eng genug, um nicht zu stören. Der Stoff lag an seinem definierten Oberkörper an, ohne etwas hervorzuheben. Es war schlicht funktional.

Einen Moment stand er nur da, als müsste er sich erst daran erinnern, was er hier eigentlich tun wollte. Dann atmete er tief durch und begann mit ein paar Aufwärmübungen. Kniebeugen, lockeres Dehnen, ein paar Schritte auf der Stelle. Nichts Besonderes, aber es half. Sein Kopf war noch immer voll, aber sein Körper wusste, was zu tun war. Nach einer Minute ging er in einen ruhigen Lauf über, erst langsam, dann schneller. Der Atem wurde gleichmäßiger. Die Gedanken nicht unbedingt klarer, aber weniger drängend. Er wechselte zu Liegestützen. Zehn. Dann noch zehn. Die Bewegungen waren sauber, kontrolliert, fast automatisch. Die Muskeln arbeiteten zuverlässig, auch wenn sein Geist noch schwankte.

Nach ein paar Einheiten setzte er sich auf die Matte und begann mit Rumpftraining. Sit-ups, seitliche Crunches, langsame Bewegungen, die brannten, aber gut taten. Der Schweiß kam schnell, aber er störte ihn nicht. Es war ein Zeichen dafür, dass etwas funktionierte. Zwischendurch hielt er inne, stützte die Hände auf die Knie und atmete tief. Der Raum war still. Sein Kopf nicht ganz, aber leiser als vorher. Calen wechselte zu Planks, hielt die Spannung, bis die Muskeln zitterten. Das Zittern war ehrlich. Greifbar. Kein Chaos, keine fremden Eindrücke, nur sein eigener Körper, der tat, was er sollte.

Als er sich schließlich wieder aufrichtete, war er außer Atem, aber nicht mehr ganz so verloren. Nicht sortiert, aber… weniger durcheinander.
Er wischte sich mit dem Unterarm den Schweiß von der Stirn und atmete tief durch.
Für den Moment reichte das.


[Coruscant - Jedi-Tempel - Kleiner Trainingsraum] Calen
 
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