Coruscant

[ Kernwelten / Corusca-Sektor / Coruscant / Senatsdistrikt / Jedi-Tempel / Rornans Büro ] Arlen und Leela, sowie (NPCs) Rornan

Langsam nickte Arlen, während er mit ernstem Gesichtsausdruck Rat Elliundis Antwort auf seine Anfrage lauschte. Der Quermianer erklärte einerseits, dass er Arlens Offenheit schätzte, andererseits bereitete sie ihm Kopfzerbrechen. Das war nachvollziehbar. Nach dem Gespräch, das sie vor drei Monaten geführt hatten, wäre alles andere überraschend gewesen. Während er weitersprach, hörte Arlen zu, die Arme verschränkt. Einen Moment später kam der Quermianer schließlich zu einem Urteil.

Kurz schloss Arlen die Augen, als Rat Elliundi verkündete die Mission erlauben zu wollen. Er kam nicht umhin aufzuatmen. Es war ein Vertrauensbeweis, genauso wie ein Zeichen, dass Arlen seine Worte gut gewählt hatte. Es würde also weitergehen, er würde seine Talente ein weiteres Mal in den Dienst der Neuen Republik stellen können. Sehr bald schon.

Nachdrücklich erklärte Rat Elliundi, dass Arlen im Zwischenspiel mehrerer Organisationen Fingerspitzengefühl beweisen müssen würde. Arlen nickte. Und sollte er sich jemals in einem moralischen Dilemma wiederfinden, sollte er nicht zögern, zum Rat oder einer anderen Vertrauensperson zu gehen. Erneut nickte Arlen.
„Ich danke Euch für Euer Vertrauen. Ich werde Eure Worte im Hinterkopf behalten.“, erklärte er. Nun endlich wandte der Gesprächsfokus sich Ritterin Kaveri zu.

Überrascht sah Arlen auf, als Rat Elliundi sie mit dem Rang ‚Lieutenant‘ ansprach. Einen Moment später stieß er jedoch schon belustigt einen Schwall Luft durch die Nase aus. Das hätte er sich ja denken können. Der Quermianer hatte sie als jemanden beschrieben, die den Weg bereits beschritten hatte, den er anstrebte. Doch eine Enthüllung hatte der Quermianer noch in der Hinterhand: Sie würde Voorpaks Einsatz ebenfalls beiwohnen. Arlen warf ihr einen Blick zu.

Bestätigend ging Ritterin – Lieutenant – Kaveri auf die Worte des Rates ein. Sie unterstrich, dass ‚nicht leicht‘ vermutlich noch untertrieben war, sie am Ende des Tages jedoch alle dasselbe Ziel verfolgten. Arlen nickte.
„Die Erfahrung habe ich auch schon gemacht.“, erklärte er und dachte für einen Moment an sein Verhältnis zu Voorpak auf Kelada zurück. Noch immer kannte er den echten Namen des Mannes nicht und doch hatte er sich immer auf ihn verlassen können. Er hoffte, dass es auf der nächsten Mission genauso sein würde.

Lächelnd fuhr er fort:
„Ich freue mich darauf, mit Euch zusammenzuarbeiten, Lieutenant. Wenn das in Ordnung ist, würde ich mich bei Fragen zum…Fingerspitzengefühl gerne an Euch wenden.“

Aufmerksam musterte Arlen seine neue Kollegin. Daher entging ihm auch nicht das kurze Zögern, bevor sie zum nächsten Thema überging. Einen Moment später verstand er, warum und fand sich in derselben Situation wieder, in die seine Offenheit kurz zuvor Lieutenant Kaveri gebracht haben musste. Nun kam sie nämlich Informationen um die Ecke, von denen er ziemlich sicher war, dass sie ihn nichts angingen.

Unbehaglich brummend lehnte er sich in seinem Stuhl zurück. Natürlich wusste er von der Mission nach Bastion und in welche Erklärungsnot sie den Rat gebracht hatte. Er hatte die Pressekonferenz geschaut und gesehen, was für ein Rudel Raubfische dort unter den anwesenden Reportern gesessen hatte. Er konnte froh sein, dass er kein Interview über Kelada hatte geben müssen. So wie man Rätin El’mireth angegangen war, hätte man Arlen mit Haut und Haar verspeist. Hoffentlich hatte Rat Elliundi nicht doch noch so etwas auf der Agenda.

Entschuldigend warf Lieutenant Kaveri ihm einen Blick zu und zuckte mit den Schultern, nachdem sie ausgesprochen hatte. Arlen schmunzelte. Das war wirklich ein spaßiges Meeting für alle Beteiligten. Da war dann auch direkt der Beweis, wie eine Doppelfunktion zwischen NRGD und Jedi-Orden sein konnte. Er verkniff sich ein Lächeln. Hier saß sie nun und musste bei Rat Elliundi anfragen, welche Informationen sie der einen Fraktion über die andere geben durfte.


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Coruscant - Jedi-Tempel - Ratsebene - Rornans Büro, mit Arlen und Leela

Gut, dass Rornan nun Ritterin Kaveri mit einbinden konnte. Im Normalfall hätte er sie innerhalb des Ordens nicht mit ihrem Titel beim NRGD angesprochen, doch in diesem Fall machte er eine Ausnahme - so war schnell deutlich, weshalb die Frau hier bei ihnen saß. Er lächelte ihr dünn zu.

"Nein, Eure Ausdrucksweise ist recht zutreffend, wie ich finde."

Es war ein Tanzen auf einem sehr schmalen Grat, zwei Fraktionen anzugehören, aber was er bisher gehört hatte, lief es bei Ritterin Kaveri ganz annehmbar.
Merillion kam schnell über seine Überraschung hinweg und bat um was, was Rornan indirekt im Sinne gehabt hatte. Kaveri sollte ihn ein wenig unter ihre Fuchtel nehmen, was das Agieren als Doppelpersonal anging, und diese Mission bot sich dafür an. Selbstverständlich war Ritterin Kaveri ihm nicht weisungsbefugt, aber es schadete nicht, wenn er jemanden hatte, an den er sich wenden konnte.

Und schon lag dieses ominöse Fingerspitzengefühl direkt auf seinem Schreibtisch. Rornan seufzte innerlich. Typisch NRGD. Hatten sie beim Auffinden der "Tierarztpraxis" noch recht gut zusammengearbeitet, schien dies eher eine Ausnahme gewesen zu sein. Aber besonders in diesem Fall hatte der Orden absolut nichts zu verbergen, im Gegenteil. Sie mussten Ahnas Entscheidung rechtfertigen und sich wieder Vertrauen erarbeiten, da stand es außer Frage, dass sie irgendetwas zurückhielten - ganz davon abgesehen, dass es auch keinen Sinn ergab, denn sie alle arbeiteten schließlich gemeinsam gegen das Imperium. Nur die absoluten Ordensinterna, die Abstimmungen, die Überlegungen des Rates, diese Dinge würden selbstverständlich nicht herausgegeben werden, aber diese standen ohnehin unter Verschluss und blieben im Ratssaal.


"Ritterin Kaveri, der Orden hat nichts zu verbergen, daher sehe ich in Eurem Ersuchen kein Problem. Die Mission nach Bastion war ohnehin autorisiert, wenn auch äußerst geheim. Wir sind dabei, umfangreiche Dokumentationen über die Planung sowie die Ergebnisse der Untersuchungen zusammenzutragen. Wir stellen Euch diese Daten gerne zur Verfügung, und Ihr könnt auch weitere Fragen stellen. Ich nehme an, dass auch die Folgemission nach Kast Bestandteil dieses Dossiers sein soll, hier muss ich allerdings ein wenig meine Hand darüber halten. Die Berichte der Teilnehmer werden wir zur Verfügung stellen, allerdings nicht unzensiert, da wir Vergeltungsmaßnahmen verhindern möchten, sollte herauskommen, wer außer Brianna Kae und Eowyn El'mireth beteiligt gewesen ist. Das bisherige Vorgehen Vendars sollte hier in meinen Augen genug Erklärung sein - und letzten Endes kommt es nicht darauf an, wer beteiligt war, sondern nur, was geschehen ist. Seid Ihr damit einverstanden?"

Rornan wartete auf Kaveris Antwort, ging aber davon aus, dass sie nichts einzuwenden haben würde. Viel mehr konnte er ohnehin nicht anbieten, denn die Namen waren unverhandelbar, und auch Ahna würde herausgestrichen werden. Niemand wusste, wo diese Dokumente landen würden, da konnte der NRGD noch so sehr versichern, dass sie darauf acht geben würden. Nein, was die Sicherheit ihrer Leute anging würde weder Rornan noch der restliche Rat irgendein Risiko eingehen.

"Ich hätte allerdings noch ein Anliegen, Ritterin Kaveri", fuhr Rornan fort, als dieses Thema geklärt war. "Der Rat mischt sich eher selten darin ein, was das Thema Padawane angeht und wir sind uns dessen bewusst, dass gerade in Eurer besonderen Situation die Ausbilung eines Padawanes nicht wie üblich verlaufen kann, doch andererseits eröffnet es auch Möglichkeiten und Varianten. Erst kürzlich ist ein Mediziner unserem Orden beigetreten, welcher von seiner Machtsensitivität verständlicherweise recht überrumpelt scheint. Ihr habt einen ähnlichen Hintergrund mit Eurer vorherigen Ausbildung, und so weit wir es überblicken können, scheint Ihr auf dem Flimsi ein passendes Team abzugeben."

Der Rat griff zur Seite, ergriff in der Tat ein Flimsi mit Draen Tel'Sets Daten und schob es Kaveri hinüber.

"Er stammt von Tirahnn, einem kleinen Planeten am Rande des imperialen Raumes. Wir wünschen uns, dass Ihr ihn unter Eure Fittiche nehmt. Sollte sich nach der kommenden Mission herausstellen, dass wir uns geirrt haben und Ihr und er nicht zusammenfindet, so werden wir danach eine Lösung finden, aber versucht es bitte."

Der Rat hatte die berechtigte Vermutung, dass Kaveri sich eventuell ausruhen würde in ihrer Position als Mitglied beim NRGD und nicht in Betracht ziehen würde, einen Padawan auszubilden. Dennoch hätten sie ihr niemanden einfach aufs Auge gedrückt; wie Rornan gesagt hatte, war das nicht unbedingt der Stil des Rates. Doch in dem Moment, als Tel'Sets Daten unter seine Augen gekommen waren, hatte sich ein Gedanke entsponnen. Thornes Eindrücke des Anwärters bestätigten außerdem die Vermutung, dass Kaveri und er gut zusammenpassen konnten. Es war kein direkter Befehl - der Orden erteilte sehr selten direkte Befehle. Doch es war das, was bei den Jedi einem Befehl noch am nahesten kam.

Coruscant - Jedi-Tempel - Ratsebene - Rornans Büro, mit Arlen und Leela
 
Coruscant – Jedi-Tempel – Nebenraum der Pressekonferenz – Wes, mit Eowyn und Ian

Wes war sich nicht ganz sicher, was Eowyn meinte, dass sich über Fairness streiten ließe? Weil Ahna bereits den größtmöglichen Preis bezahlt hatte? War es das? Oder doch etwas anderes? Die eine Rätin hatte ihr Leben gegeben, die andere war nun an den Schwebestuhl gefesselt und musste die ganze Verantwortung allein tragen. Nur so eine vage Vermutung, nein, das konnte sie nicht wirklich denken. Obwohl Leute, die plötzlich mit einer Behinderung geschlagen waren, manchmal schon zu so düsteren Gedanken neigten. Im Endeffekt wusste er es nicht , aber vielleicht wäre es besser, wenn er ein Auge darauf hatte und von nun an aufpasste, ob da weitere Bemerkungen dieser Art folgten. Aber für den Moment wäre es wohl am klügsten, nicht zu sagen, fand er.

Eowyn stimmte dem Jedirat zu, dass es für das Imperium keinen Unterschied machte, wenn die Jedi sie wirklich rausschmissen. Sie meinte aber, für die Republik täte es das sehr wohl, schien aber bereit, sich der Ansicht der anderen Räte zu fügen. Nicht aber, wenn es darum ginge, sich im Tempel vor dem langen Arm des Imperiums zu verstecken. Nun machte es wirklich den Eindruck, als hadere sie mit ihrer Situation im Schwebestuhl. Lieber tot als ein Krüppel? War es das?


»Es stimmt schon, die Außenwirkung eines Rausschmisses wäre enorm. Aber wäre die auch positiv? Für mich wirkt das wie ein Schuldeingeständnis. Wir haben Mist gebaut. Also das Gegenteil von dem, was wir gerade eben versucht haben, der Öffentlichkeit zu vermitteln. Aber… ich weiß es ja auch nicht. So eine Situation hatten wir noch nie, seit ich mich irgendwie in der Nähe des Dunstkreises des Rates bewegt habe,«

Meinte der Tanaaber und tat es Eowyn gleich mit dem Schulterzucken. Dass die Frau sich nicht einsperren ließe war klar.

»Ja, das ist mir wohl bewusst – und wahrscheinlich kannst du's auch jetzt noch im Lichtschwertkampf mit mir aufnehmen.«

Wes grinste, als er auf seine legendär unterentwickelten Lichtschwertfähigkeiten anspielte. Eowyn bestätigte im Anschluss, dass sie Murrrar von seinem Versprechen erzählt hatte, die Ratsbeförderung nach der Mission wieder zurückzunehmen. Sie versteifte sich darauf, dass Ahna sich die blonde Tirahnnerin zwar als Nachfolgerin wünschen konnte, aber nicht die Entscheidung vorwegnehmen konnte, dass Eowyn im Rat verbleiben würde. Das war ja irgendwo die Voraussetzung dafür, die Schatten zu führen. Oder, war es das wirklich? Könnte nicht auch eine Meisterin die Schatten führen? Es gäbe andere Nachfolgeoptionen als Alexander, aber dazu konnte Wes nicht viel sagen. Dafür waren die Schatten zu… verschwiegen. Aber sie selbst käme schon wegen des Schwebestuhls nicht in Frage. Da war es wieder. Der Gizka wäre jetzt gefragt – und die Botschaft darauf ging besser in Erfüllung.

»Das mit dem Schwebestuhl ist aber nur eine vorübergehende Phase, oder? Was sagen denn die Heiler? Unternehmen die wirklich alles, was sie können?«

Der Taanaber war besorgt, weil es bei Eowyn so endgültig klang. Dass sie den Rest ihres Lebens an diesen Stuhl gefesselt sein würde. Er war fest davon ausgegangen, dass der Stuhl nur da war, weil die blonde Schatten ja bis vor kurzem ja noch bettlägrig gewesen war, auf dem Wege ihre Rekonvaleszenz.

»Außerdem könnten die Schatten doch sicher genauso gut von einer Meisterin geführt werden, oder? Ihr seid doch eh grundsätzlich anders als alle anderen.?«

Als Wes dachte, die Degradierung von Eowyn genauso groß aufzuziehen wie die Beförderung, damit es auch wirklich jeder mitbekam, bremste die Betreffende ihn ein. Ihr Blick sagte alles, dazu die kleinlaute Antwort, die wie von einem geprügelten Dackel klang. Sie wollte zwar degradiert werden, dass es aber auf diese Weise geschähe war ihr aber noch mehr zuwider als die Show-Beförderung von damals. Der Jedirat schwieg, während er darüber nachdachte.

»Nein, du hast recht. Eine Pressemitteilung von Rornan wird es wohl auch tun, schätze ich.«

Natürlich hieß das nicht, dass der Senat sie nicht vielleicht noch öffentlich in einer Anhörung auseinander nehmen würde, aber wenn die sich darauf einschossen, könnten die Jedi es so oder so nicht verhindern.

Die mysteriöse Schönheit von einer Padawan unterbrach ihr Gespräch, als sie ihm an Myas Stelle den Gizka brachte, was Eowyn Zeit verschaffte, nach Ian zu sehen, der gesundheitlich ja ebenfalls schwer angeschlagen war, auch wenn man es ihm, schick gemacht und in dem flotten Outfit, momentan so gar nicht ansah. Als die hochgewachsene und sich reichlich merkwürdig benehmende Dame wieder verschwunden war, nahmen sie den Faden wieder auf, so mehr oder weniger. Okay, wenn Eowyn mit einem offenkundig nicht gerechnet hatte, dann dass er ihr ein Stofftierchen mitbrachte. Von ihrem Blick her war er sich so gar nicht sicher, ob er einhundert Prozent ins Schwarze oder episch daneben gezielt hatte, aber sie nahm den Gizka an sich, und bedankte sich.

Wes versuchte, den Seufzer der Erleichterung möglichst unmerkbar ausfallen zu lassen. Ein Stein fiel ihm vom Herzen. Auf Umbara war es ihm total logisch erschienen. Erst auf Coruscant wurde ihm erst so richtig bewusst (auch: gemacht), wie viel da zwischen ihnen lag, was sie zu bewältigen hatten. Er beobachtete Eowyn, wie sie den Gizka betrachtete, und schwieg, hoffnungsvoll. Sie mussten doch zusammenstehen. Die Jedi würden es schwer genug haben, der Rat, die Missionsteilnehmer. Es würde so viel einfacher sein, wenn sie sich wieder versöhnten. Und tatsächlich: Wes' Herz hüpfte vor Freude, als die blonde Jedi zu einer Entschuldigung für ihr Verhalten ansetzte.

Inhaltlich stand sie nach wie vor dazu: das war so ein bisschen das Problem mit ihr. Niemand von außen konnte sie hart mit Eowyn umspringen wie sie zu sich selbst war. Sie legte unfassbar hohe Maßstäbe an sich selbst an. Wes selbst war eher so gewesen, er war jetzt Rat und versuchte dem gerecht zu werden und wenn er sich bemühte war es schon okay. Eowyn schien irgendwie immer zu denken, dass egal wie sehr sie sich bemühen, sie niemals gut genug sein würde, für eine ganze Menge Dinge, und das war so unfassbar schade.

Recht hatte sie sicherlich damit zu sagen, dass der Jedi-Rat sich ihr gegenüber ganz schlecht verhalten hatte und das war hauptsächlich seine Schuld. Wes hatte alles Fäden in der Hand gehabt. Er hatte von der Duval-Sache gewusst, er war bei der Ratssitzung anwesend gewesen, als Joseline die Idee der Beförderung aufbrachte, nur den Mund hatte er nicht aufbekommen, weder in die eine noch in die andere Richtung. Das war weder bemüht gewesen noch okay.

Eowyn sprach von ihrer daraus folgenden Enttäuschung und dem Schock. Mit dem Wissen der seitdem vergangenen Zeit, den Bekenntnissen und der Erkenntnis, dass ihr Bild von sich selbst nicht Duvals Werk gewesen war, konnte er sich nun besser in sie hineinversetzen. Sie entschuldigte sich dafür, ihn so hart angegriffen zu haben und sagte, dass es ihr leid tat. Da war sie nun sicher nicht die einzige! Wes lächelte versöhnlich.


»Entschuldigung angenommen. Ich habe selbst genug Grund, dich um Verzeihung zu bitten. Vielleicht der ganze Rat ein bisschen, aber ich ganz besonders. Ich hab das verbockt. Du hast mich in's Vertrauen gezogen und bin dem nicht gerecht geworden. Hab nicht für deine Anliegen eingestanden, als ich es hätte tun sollen. Ja, ich hab dich damals als zu emotional empfunden, dass du überreagierst. Aber auf der anderen Seite war ich derjenige, der zu wenig emotional war, zu unsensibel,«

Bekannte er und sah sie mit großen Augen an. Er versuchte zu ergründen, wie er bei ihr ankam und begann mit der Erklärung, der Aufzählung seines Sündenregisters oder zumindest der schwerwiegendsten.

»Eigentlich war seit geraumer Zeit klar gewesen, dass wir dich als Kandidatin für eine Rätin sahen. Nach der Sache mit Duval wäre die normale Reaktion sicherlich gewesen, man stellt die Beförderung zurück, setzt dich auf Bewährung und beobachtet dich für eine Weile. Aber mit der Virusmission. Es gab Bedenken, dass eine einfache Jedi nicht wertvoll, nicht wichtig genug wäre, und oh, wir wollten Eowyn doch ohnehin befördern, klang wie die perfekte Lösung. Was du von hältst: egal. Wir waren so auf die Mission fixiert und haben den Menschen dahinter vergessen. Was das für dich bedeutet, darüber hat niemand nachgedacht und gerade ich hätte wissen müssen, dass es ein Problem für dich sein würde – und keine Anerkennung.«

Wes richtete den Blick nach unten. Gedankenlos war er gewesen. Er konnte ja noch nicht einmal behaupten, sie falsch eingeschätzt zu haben, er war einfach überhaupt nicht auf sie eingegangen. Hatte ignoriert, wie sie sich fühlte. Mehr noch, sie von oben herab behandelt wie der gestrenge Vater.

»Als deine Reaktion dann nicht so ausfiel wie erwartet, hab ich dich wie ein kleines Kind behandelt und das tut mir leid. Ein ›wie kann sie es wagen, unsere schönen Pläne zu stören, die wir in unserer Weisheit beschlossen haben‹. Das ist genau die Art von Überheblichkeit, die man dem Rat oft unterstellt und ich hätte mir nicht träumen lassen, dass ausgerechnet ich das unrühmliche Beispiel sein würde. Noch dazu gegenüber einer Freundin, einer Vertrauten, die vieles gebraucht hätte, aber nicht, den Kopf gewaschen zu bekommen. Dabei fühlte ich mich so gnädig, so großherzig, dir deine Verfehlungen so bereitwillig vergeben zu haben. Und dass die Mission doch so viel wichtiger wäre, als alles, was der oder diejenige im Einzelnen dazu zu sagen hätte. Ich war so blind! Das soll jetzt gar keine Rechtfertigung sein, ich stand während der Krise so unter Strom und du hast es abbekommen. Und wie der Rancor im Porzellanladen hab ich eine Menge Dinge kaputt gemacht und muss nun damit leben, dass sich manche davon nicht mehr kitten lassen.«

Der Taanaber schwieg für eine kurze Weile, bevor er mit sanftem Tonfall fortfuhr:

»Ich denke immer noch, dass du eine Bereicherung für den Rat wärst. Eine Frau, die Ansichten und Fähigkeiten mitbringt, die uns jetzt fehlen. Aber das ist jetzt viel schwieriger, auch meinetwegen. Es tut mir leid. Mein bevormundendes Verhalten, meine Arroganz und mein Mangel an Sensibilität haben uns dorthin gebracht, wo wir jetzt stehen. Ich bitte dich um Verzeihung – mit einer Krise überstanden und einer neuen, die gerade beginnt. Auf einen neuen Anfang vielleicht? Und ein Gläschen Fingerkraut?«

Coruscant – Jedi-Tempel – Nebenraum der Pressekonferenz – Eowyn und Wes
 
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