Coruscant

[ Kernwelten / Corusca-Sektor / Coruscant / Senatsdistrikt / In der Nähe des Jeditempels ] Jorti, sowie (NPCs) Passanten

Jorti konnte nicht sagen, ob man ihn beim Verlassen des Gleiters gestoßen hatte, oder ob er selbstständig gestürzt war. Vermutlich war es auch gar nicht mal so wichtig. Schmerzhaft kam er mit dem Gesicht voran auf dem Boden auf und hätte fast den kostbaren kleinen Holoprojektor verloren, den die Fischfrau ihm in die Hand gedrückt hatte.

Jorti fluchte, setzte sich auf und zog das kleine Gerät wieder schützend an seine Brust. Nein! Das durfte nicht kaputtgehen. Auf keinen Fall. Sie hatte sich klar ausgedrückt! Credits würde er von ihr nur bekommen, wenn er die Aufgabe ausgeführt hatte, die sie ihm aufgetragen hatte. Komische Fischfrau. Warum hatte sie ihm die Credits nicht gleich geben können? Dann hätte er sich vorher noch ein bisschen
Gold gönnen können und wäre schon viel entspannter an die Sache herangegangen. Verstand er nicht.

Langsam und übertrieben vorsichtig rappelte er sich auf. Tief atmete er durch, überprüfte, dass dem Holoprojektor auch wirklich nichts passiert war und atmete auf. Alles in Butter. Seine Gold-Credits waren sicher.

Neuen Mutes strich der
Zeltron sich mit der freien Hand die blauschwarzen Haare glatt und ging los.

Es war ungewohnt so weit oben zu sein. Die Sonne schmerzte in seinen Augen und verlieh seiner Haut einen ganz eigenartigen Rotton. Tief, fast schon ins Violette. So ganz anders als das kränkliche rot im Licht der Funzeln der tieferen Ebenen. Früher hatten ihn die Mädels auch gerne mal hübsch genannt. Vor allem, wenn er selbst interessiert gewesen war…

Aber warum dachte er denn jetzt DARAN? Das war grade wirklich nicht so wichtig.


„Fokus, Jorti!“, sagte er im Gehen zu sich selbst. „Je schneller du bist, desto schneller kriegst du Credits und desto schneller bist du high und desto schneller ist alles wieder gut!“

Nervös kratzte er mit der freien Hand die Stelle in seinem Nacken, die schon eine ganze Weile nicht mehr so wirklich verheilen wollte. Das Kratzen half natürlich genau gar nicht und jetzt tat es auch noch weh. Au…

Immerhin war es nicht schwer sein Ziel (Faith) auszumachen. Wie die Fischfrau im Vorbeifahren gesehen hatte, stand das Menschenmädchen noch immer in Gedanken auf einer Überführung. Von weitem hatte Jorti das nicht gesehen, aber eigentlich war sie echt hübsch. Vielleicht ein bisschen jünger als er, etwas kleiner. Aber auf jeden Fall mit mehr auf den Rippen. Das war aber auch echt nicht schwer. Wieder kratzte er sich im Nacken.

Früher einmal wäre es Jorti schwer gefallen einfach so jemanden Fremdes anzusprechen. Diese Tage waren vorbei.

Wie beiläufig trat er zu ihr auf die Überführung, schlenderte ein paar Schritte und tat so, als wäre sie ihm erst jetzt ins Auge gefallen. Nicht, dass sie das bemerkt hätte, sie starrte ja immer noch auf den Marktstand unter ihr. Aber ihrem Droiden fiel es auf. Was so ein kleines Ding wohl wert war? Er kannte sich nicht aus, aber Droiden waren Droiden…


„Hey, äh, Faith?“, nannte Jorti den Namen, den die Fischfrau ihm genannt hatte. Den hatte er sich eingeprägt. War ja auch wichtig! Im Stehenbleiben warf er seine Pheromone an. Er hatte gelernt, wie praktisch das war, um nicht sofort ignoriert zu werden. „Haha, witzig dich hier zu sehen… Ich bin ein Freund von, äh…, Arlen.“ Für den zweiten Namen hatte er etwas länger gebraucht. Waren ja auch zwei Silben und damit schwerer. Jorti kratzte sich im Nacken.

„Sag mal, hast du vielleicht ein paar Credits locker? Ganz blöde Geschichte, mir wurde eben mein Beutel abgezogen und ich hatte noch kein Tramticket für den Rückweg gekauft…“

Das war zwar nicht der Auftrag, aber fragen kostete ja nichts. Das war das Beste daran. Credits waren Credits und dem Gold war es egal, wer die beigesteuert hatte. Der Auftrag lief nicht weg…


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[ Coruscant I Tempel-Distrikt I Überführung über einem Marktstand ]
Faith, Zweibein & Jorti


Etwas überrumpelt drehte Faith sich herum, als sie plötzlich ihren Namen hörte. Für den Bruchteil einer Sekunde geschah dann etwas sehr Merkwürdiges. Das Gesicht vor ihr ließ ihr Herz einen kleinen Satz machen. Rote Haut, dunkles Haar, ein attraktives Gesicht und eine Präsenz, die ihr für einen vollkommen irrationalen Moment vertraut erschien. Ihr erster Gedanke galt Arlen. Nicht dem Arlen, den sie vor seiner Abreise zuletzt gesehen hatte. Dessen Gesicht Mariams Folter für immer verändert hatte, sondern dem unversehrten Sith aus der Zeit davor. Faith brauchte einen Moment zu lange, um den Gedanken als völligen Blödsinn zu erkennen. Dieser Mann, offensichtlich ein Zeltron, sah Arlen auf den zweiten Blick überhaupt nicht ähnlich. Und trotzdem reagierte ihr Körper mit einer Wärme auf seine Nähe, die überhaupt keinen Sinn ergab.

Zweibein schien weniger beeindruckt. Der Droide wackelte bereits an der Rückenhalterung herum und ließ ein paar misstrauische Töne hören, während Faith noch zu verwirrt war, um vollends begreifen zu können, was hier geschah. Dann stellte der Fremde sich als Freund Arlens vor und die seltsame Empfindung geriet in den Hinterrang.


„Freund von Arlen?“, fragte sie gutmütig.

Ihre Aufmerksamkeit galt nun vollständig dem rothäutigen Mann. Natürlich konnte Faith nicht jedes Wesen kennen, dem Arlen irgendwann mal begegnet war. Erst recht nicht nach der langen Zeit, die sie sich nicht gesehen hatten. Dass irgendein Fremder sie auf einer Überführung mitten auf Coruscant beim Namen ansprach und zufällig mit ihrem Freund bekannt war, schien trotzdem ein ausgesprochen großer Sprung zu sein. Sie wollte bereits fragen, woher sie sich kannten, als der Fremde seinerseits mit einer völlig anderen Frage vorpreschte. Credits. Sein Beutel war gestohlen worden und nun fehlte ihm das Geld für die Tram.

Faiths Gesicht entspannte sich etwas. Das war alles? Vielleicht hatte Arlen ihm irgendwann von ihr erzählt. Oder er hatte sie mal gemeinsam gesehen. Warum auch immer er gerade ausgerechnet sie um Hilfe bat, ein paar Credits würden sie nicht umbringen.


„Äh, klar. Moment.“

Die Padawan griff in das Innere ihrer Robe und zog ihren darin verstauten Credit-Chip heraus. Dabei bemerkte sie erneut dieses merkwürdige Ziehen, das von dem Zeltron ausging. Und dieses Mal erkannte sie, was daran so ungewöhnlich war. Die Attraktivität, die sie ihm gerade noch zugeschrieben hatte, fühlte sich nicht wie ein Gedanke von ihr selbst an. Irgendwas beeinflusste ihre Wahrnehmung. Faith kannte die besonderen Eigenschaften von Zeltrons gut genug, um eine naheliegende Erklärung dahinter zu sehen und warf ihm einen kurzen, nun deutlich skeptischeren Blick zu.

Das allein war noch kein Grund, ihm die Credits zu verweigern. Vielleicht war er einfach verzweifelt und nutzte alle Mittel, die er hatte. Dann aber regte sich etwas anderes. Die Macht.

Sie verriet Faith, dass hier was nicht stimmte. Die junge Frau folgte dem Gefühl zu seinem Ursprung. Sie nahm Nervosität wahr. Ein Ziel, das nicht zu dem passte, was er ihr gerade erzählte. Vor allem spürte sie aber den Bruch zwischen seinen Worten und seiner Absicht.

Er log.

Faith ließ die Hand langsam wieder aus der Robe gleiten. Ihre Haltung wurde nicht aggressiv, und auch Zweibein bekam kein Zeichen von ihr, irgendetwas zu unternehmen. Sie betrachtete den Fremden lediglich etwas genauer. Seine Erscheinung, die in Wahrheit viel weniger von der Attraktivität hatte, die sie ihm anfänglich zugeschrieben hatte, das Kratzen im Nacken. Wenn sie ihn geschickt hatten, um ihr Kopfgeld einzusacken, konnten sie nicht sehr viel von Faith halten.


„Okay“, sagte sie, während sich ihre Augenbrauen leicht zusammenzogen. „Bevor ich dir irgendwas gebe: Warum lügst du mich an?“

Sie ließ ihm kaum Gelegenheit, lange nach einer Ausrede zu suchen.

„Woher kennst du meinen Namen? Und Arlens?“

Faith verschränkte nun die Arme vor der Brust. Ihre Stimme blieb ruhig.

„Versuch’s doch diesmal mit der Wahrheit.“

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Faith, Zweibein & Jorti
 
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Ein breites Lächeln breitete sich auf Jortis roten Zügen aus, als Faith einen Creditchip aus ihrer Robe herausholte. Er war nicht besonders viel Wert, aber er war da nicht wählerisch. Jedes Bisschen half. Jorti schluckte, als ihm beim Anblick des Geldes das Wasser im Mund zusammenlief.

Und dann – oh, grausame Galaxis! – stockte die junge Frau. Der Creditchip wanderte wieder in die Robe und er biss sich auf die Lippe. Oh nein, warum, was hatte er falsch gemacht? Er spürte ihren Blick auf sich, kratzte sich nervös im Nacken.

Für einen Moment begegneten sich ihre Blicke, hastig schaute er weg. Dennoch schien diese Faith etwas gemerkt zu haben. Ihre Brauen zogen sich zusammen und sie fragte, warum er sie angelogen hatte.


„Ichabgarnigelogn…“, log er und verlagerte sein Gewicht von einem Bein aufs andere. Verdammt. Normalerweise war er doch besser in sowas! Normalerweise konfrontierten ihn Leute nicht so direkt mit dem Blödsinn, den er ihnen für Credits erzählte.

Faith fragte direkt woher Jorti ihren Namen kannte, und den Arlens. Ruhige Stimme, verschränkte Arme. Er solle es doch noch einmal mit der Wahrheit probieren. Unbehaglich kratzte Jorti sich im Nacken.

Dann fiel es ihm wieder ein! An sich gab es ja eigentlich gar kein Problem! Er war nur darin gescheitert ihr Credits aus den Rippen zu leiern. Natürlich! Der Auftrag! Verdammt, das hatte er ja schon wieder fast vergessen! Tief holte er Luft und leckte sich über die Lippen. Er würde schon noch seine Credits bekommen! Gleich. Er musste sich…nur daran erinnern was ihm aufgetragen worden war…


„Also, äh, ja. Also nein, ich kenn den Arlen jetzt nicht so direkt persönlich. Aber ‘n Freund bin ich trotzdem“, begann Jorti wieder. Wie schön, dass es auf einmal doch gar nicht mehr so warm auf der Überführung war, wie grade noch. „Äh, wie würdest du sonst jemanden nennen der ‘ne Nachricht von seinem Papa hat?“

Jorti biss sich auf die Lippe und grinste. Er kratzte sich im Nacken. Dann enthüllte er den kleinen Holoprojektor, den er bis grade in der anderen Hand verborgen gehalten hatte…und aktivierte das kleine Gerät mit einem Knopfdruck.

Das
holografische Standbild eines metallenen Tisches erschien, an dem ein kleines, geschupptes Alien saß. Erst auf den zweiten Blick sah Jorti die Handschellen, mit denen es an die Mitte des Tisches gefesselt worden war…und dann fiel ihm auch die Spezies wieder ein. Aleena. Ein männlicher Aleena, wenn ihn nicht alles täuschte. Langsam begann sich das Hologramm über dem kleinen Holoprojektor zu drehen.

„Also, äh, hat leider keinen Ton und ist glaube ich auch gar kein Video. Aber…ich soll sagen, äh, Arlen kann seinen Vater auf Truuine abholen. Dort, äh, soll er wohl für, irgendwie, Schäden aufkommen. Scheint, als hätte er da irgendwie was kaputt gemacht. Oder so.“ Jorti leckte sich über die Lippen und kratzte sich am Nacken, während er versuchte sich daran zu erinnern, ob er noch etwas hatte sagen sollen. „Äh, also du kannst das Ding hier haben, Faith. Ist ja irgendwie schon die Nachricht. Kannst du ihm ja, äh, dann geben, wenn du ihm siehst.“

Verlegen streckte er ihr den Holoprojektor hin. Nach kurzem Zögern fügte er hinzu: „Also ich glaube die Credits als, äh, Finderlohn wäre jetzt schon irgendwie korrekt…“


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Coruscant - Jedi-Tempel - Trainingsraum, Nikis und Sarina

Sarina lächelte Nikis an. Sie frage Nikis ob er Ian überhaupt kannte, er vermutete das sein bisheriges verhalten genug Beweis zur Annahme gewesen war, aber der Förmlichkeit darum antwortete er trotzdem “Nein leider” oder zum Glück “hatte ich noch nicht die Ehre ihn kennenzulernen.”. Sarina fing dann an ihm Ian‘s Perspektive zu erklären, doch betonte, dass sie seine genauen Beweggründe nicht kannte, Nikis hörte gespannt zu, auch wenn seine Meinung sich nicht ändern würde, waren die Worte einer Meisterin immer wichtig.

Dann erwähnte die Meisterin Zellen und Nikis verstand, wo ihre Meinungen auseinander gingen. Wenn es um die Natur der Macht geht, gibt es in großen zwei Denkschulen, einmal die biologische und die spirituelle, Sarinas Argument schien mehr von der biologischen Seite auszugehen, während Nikis’ mehr bei der spirituellen war. Mit dieser neuen Erkenntnis erwiderte er das lächeln der Meisterin
„Ich danke dass du dir die Zeit genommen hast mir deine Position zu erklären, viele verschiedene Meinungen sind wichtig um das Gesamtbild zu verstehen, und als Anwärter ist meine Ansicht noch etwas begrenzt“ Nikis versucht seinen höflichen Ton etwas zu unterdrücken da die Meisterin erneut etwas Frustration darüber geäußert hat.

Mit beiden in Zustimmung die Konferenz erstmals bleiben zu lassen und stattdessen zu trainieren, wurde das Thema dann ohne weiteren Kommentar beendet. Als Sarina fragte, was Nikis sich als Trainingseinheit vorstellen würde, gab er eine relativ offene Antwort, darauf antwortete Sarina, dass sie die Entscheidung ihm überlassen hat und das sie schon sagen würde, wenn sie mit etwas nicht in Ordnung wäre.
“Das würde ich natürlich nie anzweifeln, ich würde nur meinen das als Anwärter, auch wenn ich versucht habe möglichst viel zu lernen, so ziemlich bei jedem Thema bei null anzufangen und ihr deshalb eine bessere Aussicht habt wo man anfangen sollte.“ Nikis fiel auf das er etwas abgeschweift ist und schüttelte den Kopf „Naja das ist nicht mehr relevant, ich danke eu.. dir das du meinen Vorschlag angenommen hast“

Sarina stand auf und hielt ihn eine Hand hin, um beim Aufstehen zu helfen, welche er annahm. Sie schlug vor, dass sie sich zu einem der Gärten für das Training begeben und Nikis stimmte mit einem positiven Ton zu. Doch erst musste sie die Elektronik aufräumen, es sollte ja nicht am nächsten, der den Trainingsraum benutzen wollte hängenbleiben, Sarina fing an und Nikis unterstützte sie so gut wie möglich.

Als die Beiden am Aufräumen waren, öffnete sich die Tür zum Trainingsraum und hinein tretenden zwei Nicht-Menschen, deren Spezies er nicht genau zuordnen konnte. Nikis überlegte kurz was er sagen sollte, doch zum Glück übernahm eine der Neuankömmlinge und Sarina die Initiative. Sarina schien eine der Personen schon zu kennen, denn sie nannte diese beim Namen, Nebbra, Nikis wusste nicht genau wie und ob er sich einbringen sollte, also räumte er die letzten paar Sachen weg. Sein Ohren spitzen sich etwas als er seinen Namen hörte, es schien nicht um ihn zu gehen aber scheinbar war die andere Person ein Neuzugang, gut zu wissen das die angebliche Kontroverse die er mit Sarina bis grade eben durchgekaut hatte, ihre Rekrutierungszahlen scheinbar nicht in den Keller geschossen hatten. Mit allem Equipment ordnungsmäßig weggeräumt stellte Nikis sich etwas versetzt hinter Sarina und hörte dem Rest der Konversation zu.

Viel mehr gab es allerdings nicht zuzuhören, denn schon bald verabschiedete sich Nebbra und überließ ihren Schützling, scheinbar Tari genannt, an Sarina. Tari bestätigte kurz darauf nochmal seinen Namen mit einer formellen Vorstellung, erst Sarina, dann zu Nikis Überraschung ihm gegenüber. Um einen ersten Guten Eindruck zu machen erwiderte Nikis die Verbeugung von Tari
“Um die Wörter der Meisterin nochmal zu echoen, willkommen bei den Jedi, wie bereits erwähnt ist der Name Nikis, Nikis Gios, um genau zu sein. Es ist mir eine Ehre.” Vielleicht hatte er es etwas zu dick aufgetragen, besonders für einen Anwärter, doch in solchen Fällen glaubte Nikis an lieber zu viel als zu wenig.

Nach ein paar Worten, hauptsächlich darüber, was sie vorhatten, machten sie sich auf die Suche nach einem leeren Garten. Auf dem Weg sprach Tari Nikis an, er fragte ihn, ob er ein ‘richtiger Padawan’ sei. Nikis rieb sich den Hinterkopf mit einer Hand,
“Beim richtigen Padawan muss ich leider enttäuschen, ich bin nur ein Anwärter. Ihr müsst mich übrigens nicht siezen, es sei denn, ihr bevorzugt es so, wir sind ja alle Jedi hier.” sagte er mit einem Lächeln, das er sich versucht hatte, bei Sarina über ihre Zeit zusammen anzugucken. Nikis dachte, es wäre fair, eine Gegenfrage zu stellen, damit die Reise durch den Temple etwas schneller verging und aus eigener Neugier. “Sag was hat dich dazu getrieben, den Jedi beizutreten,” er addierte schnell, "wenn es nicht zu persönlich ist.” Die beiden unterhielten sich noch etwas, bis sie schließlich einen der Gärten erreichten.

Der Garten war eine Kulisse aus Farben, Pflanzen aus aus den mehreren dutzenden Ökosystemen der Galaxis, die Irgendwie durch die Grünen Daumen der Gärtner hier Harmonieren, Nikis betrachtete noch etwas das Farbenspiel bevor er sich entschloss mit guten Beispiel voran zu gehen und sich einen relativ angenehmen Platz zum hinsetzen, auf dem Boden, suchte.


Coruscant - Jedi-Tempel - in einen der Gärten, Nikis, Tari und Sarina
 
[ Coruscant I Tempel-Distrikt I Überführung über einem Marktstand ]
Faith, Zweibein & Jorti


Faith zeigte zunächst keine Regung, als der Zeltron zugab, dass er Arlen tatsächlich nicht persönlich kannte. Dann hatte sie also Recht. Doch kein Freund von Arlen. Seine erste Lüge war dabei fast beleidigend schlecht gewesen. Ohne die Macht wäre sie aber vielleicht sogar auf sie hereingefallen. Was danach kam, überraschte sie aber noch viel mehr. Der Fremde kannte Arlen zwar nicht persönlich, behauptete aber trotzdem weiterhin so etwas wie ein Freund zu sein, weil er eine Nachricht von dessen Vater hatte.

Faith löste die vor der Brust verschränkten Arme und richtete sich ein wenig gerader auf. Von der Familie ihres Freundes wusste sie so gut wie gar nichts. Zu ihrer Beschämung hatte sie bisher auch keinen Grund gesehen, ihn danach zu fragen. Sie dachte, dass er darüber sprechen würde, wenn es irgendetwas zu sagen gab. Dass nun ausgerechnet irgendein wildfremder Zeltron mitten auf Corsucant mit einer Nachricht seines Vaters vor ihr stand, war jedenfalls nicht die Art gewesen, wie sie mehr über sein Leben hatte erfahren wollen.

Als der Fremde dann einen kleinen Holoprojektor aktivierte, wanderte ihr Blick auf die darüber entstehende Projektion. Zunächst sah Faith nur einen metallenen Tisch und das kleine geschuppte Wesen, das daran saß. Es dauerte eine Sekunde, ehe sie die Handschellen bemerkte. Augenblicklich wurde ihr Blick ernster. Was sah sie sich da an? Das Wesen, augenscheinlich ein Aleena, war damit an den Tisch gefesselt worden. Während sie das sich drehende Hologramm beobachtete, hörte die Padawan der etwas wirren Erklärung möglichst aufmerksam zu. Truuine. Das war das System, zu dem ihr Gefangenentransporter von Kelada aus hatte aufbrechen sollen, ehe die Jedi ihn gekapert und nach Denon geführt hatten. Waren das die Schäden, von denen er sprach? Aber das erklärte noch lange nicht, warum man einen Aleena-Mann in Handschellen an einen Tisch fesselte und anschließend einen fremden Zeltron losschickte, um Arlen … oder Faith … diese Information zukommen zu lassen. Und was hatte das mit Arlens Vater zu tun? Dachte derjenige, der diesen Auftrag erteilt hatte, Faith wüsste nicht, zu welcher Spezies ihr eigener Freund gehörte? Jedenfalls glaubte sie nicht, dass dieser Zeltron sich das alles ausgedacht hatte. Die Macht gab ihr auch keinen Hinweis darauf. Er hatte zuvor zwar gelogen, doch in seinen neuerlichen Ausführungen erkannte Faith keine Unwahrheit mehr. Was bedeutete, dass er selbst glaubte, was er sagte.


„Wer hat dir das gegeben?“, fragte sie in neutralem Tonfall, während sie die Hand ausstreckte, um die Projektion entgegen zu nehmen. Arlen war nicht auf Coruscant. Faith wusste weder, wann seine Mission endete, noch wollte sie ihm währenddessen eine Nachricht schicken, falls sich das hier alles als schlechter Scherz oder absoluten Humbugs herausstellte. Sie wollte den Projektor mitnehmen. Danach würde sie herausfinden müssen, was sie damit anstellte. Vielleicht wusste der Fremde aber noch mehr, als er bisher erzählt hatte.

„Dir geht’s nicht gut. Lass mich mal sehen“, nur die Handbewegung kündigte den Gedankentrick an.

Danach umrundete sie den Zeltron und sah sich den Ausschlag im Nacken an, an dem er ständig und inzwischen wenig unauffällig herumkratzte.


„Wie ist dein Name?“

Schlechte Wundheilung. Mangelnde Hygiene. Sie hielt die Hand darüber, schloss für einige Sekunden die Augen und ließ ihre Machtsinne in die schroffe Haut hinabgleiten. Ein gestörtes Immunsystem. Irgendwas im Blut, was da nicht hingehörte.

„Du nimmst Drogen“, schloss sie. Das erklärte die anhaltende Nervosität. War das eine Erklärung? Ein halluzinierender Verschwörungstheoretiker? Hatte er irgendwie aus den Medien vom Kopfgeld auf Arlen und Faith erfahren und sich nun irgendeine Geschichte ersponnen, um an Credits zu kommen? Aber woher dann diese Projektion?

Was immer es war, der Mann brauchte selbst alle Hilfe, die er kriegen konnte.


„Ich kann dir hier und jetzt mit dem Ausschlag helfen“
, sagte sie, während sie bereits die heilende Energie der Macht auf seine Zellen übertrug. „Aber wenn du langfristige Hilfe benötigst, musst du mit mir in den Tempel kommen. Wir haben Heiler. Eine ganze Krankenstation. Wir können dir helfen.“

Der Ausschlag war keine Herausforderung für ihre Fähigkeiten. Chesara gebührte der Dank. Die langwierige Vergiftung in seinem Blut und die Drogensucht waren aber eine ganz andere Stufe.

„Wir helfen dir ganz unabhängig davon, ob du mir nun alles erzählst, woran du dich erinnerst. Aber ich muss es wissen: Wer hat dir das gegeben? Wer hat dich geschickt? Ohne Tram. Ohne angeblich gestohlenen Beutel. Arlen ist kein Aleena, also wer ist das auf der Projektion? Erzähl mir einfach das, was wirklich passiert ist.“

Nun trat sie wieder vor ihn, lenkte die Macht in die Überzeugungskraft ihrer Stimme und machte erneut die entsprechende Handbewegung. „Erzähle mir alles.“

Zweibein regte sich währenddessen auf ihrer Rückenhalterung und gab eine kurze Folge skeptischer Binärtöne von sich. Faith hieß ihm mittels Blick über die Schulter, still zu sein.


[ Coruscant I Tempel-Distrikt I Überführung über einem Marktstand ]
Faith, Zweibein & Jorti
 
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„Äh, ja, so ’ne komische Tante, ne?”, antwortete Jorti auf die Frage des Mädchens wer ihm den Holoprojektor gegeben hatte. Er händigte ihr das kleine Gerät aus, auch wenn sie seine Frage nach Finderlohn unbeantwortet ließ. Schon irgendwie etwas frech, so.

Aber jetzt auch klar, dass diese Faith nichts mehr rausrücken würde. Zeit zu gehen und sich wenigstens die sicheren Credits abzuholen…


‚Lass mich mal sehen’. Die Worte drangen mit einer Intensität in Jortis Geist, die nur von ihrer Sinnhaftigkeit überboten wurden. Ja, das war eine gute Idee! Faith klang, als wüsste sie, was sie tat, und er fühlte sich ja wirklich ein bisschen krümpelig. Wo sie nun schon einmal hier waren, war es doch nur logisch sich von ihr auch untersuchen zu lassen. Sollte er sich vielleicht etwas freimachen? Ach, das würde sie ihm schon sagen.

„Jorti Conoc“, erwiderte Jorti wahrheitsgemäß auf Faiths Frage nach seinem Namen. Er versuchte gleichzeitig sie im Blick zu behalten und ihrem offensichtlichen Wunsch nachzukommen, sie einen Blick auf seinen Nacken werfen zu lassen. Zweiteres gewann.

„Ahh, nee, was sind schon Drogen…“ Ihr Kommentar hatte für Jortis Ohren mehr nach Vorwurf als Frage geklungen. „Ab und an gönnt man sich eben ein kleines bisschen was…“

Die Klarstellung schien nicht geholfen zu haben. Jorti wand sich unter ihrem Hilfsangebot. Krankenstation, Heiler…im Jedi-Tempel mochte er zwar noch nicht gewesen sein, doch er kannte die Sorte. Die würden ihm nur wieder sein Gold wegnehmen, einmal sein Hirn auf links krempeln und in ein paar Wochen war er dann sowieso wieder hier. Den Aufwand konnte man sich sparen. Vor allem das mit dem Gold.

Während Faith nun auf einmal alles ganz genau wissen wollte, suchten Jortis Augen schon wieder nach dem Ausgang. Sie war eine Jedi, so viel hatte er begriffen, aber sie sah für ihn jetzt nicht so aus, als könne sie besonders schnell laufen…


‚Erzähle mir alles’. Ja gut, das war wiederum ein Argument, das Jorti nicht bedacht hatte. Warum weglaufen, wenn er ihr auch einfach alles erzählen konnte? Was hatte er schon zu verlieren und da war ja immer noch dieser Creditchip in ihrer Robe. Vielleicht, wenn er ganz besonders gründlich war, würde sie ihm ja das Geld doch noch geben…? Ja, das machte Sinn! Jedi halfen Bedürftigen, das hatte sie ja selbst gesagt! Wer konnte bedürftiger sein als Jorti?

Was hatte sie jetzt nochmal wissen wollen?


„Ja, so ‘ne Olle hat mir das eben gegeben, wie gesagt…“, begann Jorti nachdenklich. Wie beschrieb man so jemanden am besten? „Hat sich jetzt nicht unbedingt vorgestellt, irgendwie, äh, aber gut angezogen, blau, so ‘ne Fischfrau eben. Mit Kiemen am Hals.“ Reflexhaft kratzte er sich am Nacken, doch auf wundersame Weise, tat das gar nicht weh! Es juckte nicht einmal mehr! „Ich saß halt irgendwie so rum, ‘ne? Da kam die auf einmal, äh, so ran und fragte ob ich ein paar Credits verdienen will. Hab‘ ich natürlich, äh, ja gesagt und dann hat sie mich in ihrem Gleiter bis hier hoch mitge-äh-nommen und dann im Vorbeifahren auf dich gezeigt, ne? Hat dann erklärt du bist Faith und ich soll dir, äh, ne Nachricht von, äh, nein, an so nen Arlen mitgeben. Mit dem Holoprojektor und irgendwie so was ich grade erzählt habe, ne? Sicher, dass, äh, Arlen kein Aleena is, ich mein, ist ja sein Papa auf dem Projektor, äh, also sagte sie zumindest. Meinst du ich hab‘ dich verwechselt, also, äh, die falsche Faith und jetzt krieg ich doch die Credits nich?“

Oh, Scheiße, was ein Gedanke! Hastig sah Jorti sich um, auf der Suche nach irgendetwas, was ihn an mehr Details erinnern konnte. Faith ja darum gebeten ihr alles zu erzählen und ihn beschlich das Gefühl, dass er schon wieder die Hälfte vergessen hatte. Wenn sie nun die einzige war, die ihn am Ende bezahlen würde…

„Ähhh“, sagte er, und dann plötzlich: „Oh! Da, guck mal, da ist sie ja!“

Jorti streckte er die Hand aus und zeigte auf einen grauen Gleiter mit geschlossenem Cockpit und abgedunkelten Scheiben, der ein paar Stockwerke über ihnen an einer Halteplattform aufgesetzt hatte. Offensichtlich war die Bewegung nicht unbemerkt geblieben, denn just in diesem Moment setzte sich das Fahrzeug in Bewegung und reihte sich in den Nachmittagsverkehr ein…


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Faith, Zweibein & Jorti


Faiths Blick folgte dem ausgestreckten Arm des Zeltron, der offenbar Jorti hieß, und brauchte einen Augenblick, um zwischen den zahlreichen Ebenen, Plattformen und vorbeiziehenden Fahrzeugen überhaupt zu erkennen, worauf er zeigte. Ein grauer Gleiter stand einige Stockwerke über ihnen. Geschlossenes Cockpit, verdunkelte Scheiben. Viel mehr konnte sie auf der Schnelle und aus dieser Entfernung nicht erkennen. Allerdings machte der Umstand, dass der Gleiter sich ausgerechnet in diesem Moment in Bewegung setzte, es sehr verdächtig. Außerdem spürte sie abermals keine Lüge bei Jorti. Die Aufmerksamkeit der Padawan war vollends darauf gezogen. Der Gleiter hob ab, schob sich in eine Lücke des Nachmittagsverkehrs und drohte binnen weniger Sekunden zwischen Hunderten anderer Fahrzeuge zu verschwinden.

Faiths erster Impuls war vollkommen klar: Hinterher.

Sie kletterte bereits auf die Brüstung und suchte mit ihrem Blick den schnellsten Weg nach oben. Sie würde einige größere, in kurzer Abfolge aufeinander folgende Machtsprünge einsetzen müssen, aber sie hielt es für möglich. Dann holte ihr Verstand jedoch den Rest der Situation zurück. Sie konnte Jorti hier nicht einfach zurücklassen. Der Zeltron war offensichtlich drogenabhängig und für irgendwelche zwielichtigen Zwecke eingespannt worden. Er hatte ihr die Nachricht überbracht, seine Auftraggeberin offenbart und damit vermutlich mehr getan, als man von ihm verlangen konnte. Wenn diese ominöse Frau tatsächlich in diesem Gleiter gesessen und von dort oben das Gespräch beobachtet hatte, wusste sie das wahrscheinlich auch. Faith hatte keine Ahnung, mit wem sie es zu tun hatte. Vielleicht war Jorti nun in Gefahr. So oder so brauchte er ihre Hilfe.

Der graue Gleiter wurde unterdessen kleiner.


„Poodoo!“, stöhnte sie, als sie sich wieder vom Geländer fallen ließ. Aber ihr nächster Gedanke ließ ihren Kopf nach hinten über die Schulter schnellen.

„Zweibein! Hinterher! Bleib dran!“

Das war alles, was der kleine Droide brauchte, um vollends aufzuwachen. Er löste die Verriegelung der Rückenhalterung von selbst. Im nächsten Augenblick hörte man schon seine Repulsoren surren, als er über die Brüstung hinausschoss. Faith sah ihm nach und beobachtete, wie der Droide an der Außenkante der Überführung aufstieg, sich geschickt zwischen zwei vorbeiziehenden Fahrzeugen durchschob und schließlich in Richtung der höheren Verkehrsebene verschwand. Ob er mit dem Gleiter mithalten konnte, wusste sie nicht. Aber er konnte fliegen, war klein und unauffällig genug, dass man ihn vielleicht nicht direkt bemerken würde. Mehr konnte sie in diesem Moment gerade nicht tun.

Also wandte sie sich wieder Jorti zu.


„Okay, Jorti Conoc.“

Sie atmete einmal tief durch und nutzte die Macht, um die Adrenalindosis herunterzudrücken, die soeben durch ihren Körper gefahren war.

„Du hast deine Nachricht überbracht. Und danke, dass du mir die Wahrheit gesagt hast.“

Sie holte den Cred-Stick erneut heraus, drückte ihn den Zeltron in die Hand, schloss seine Finger darum und hielt sie noch einen Moment fest. Ihre Aufmerksamkeit galt dabei dem Mann selbst. Seine Geschichte war inzwischen zumindest in ihren Grundzügen nachvollziehbar.

„Und jetzt hör‘ mir bitte zu. Wer auch immer diese Frau ist, mir gefällt der Gedanke nicht, dass du jetzt einfach wieder irgendwohin verschwindest. Vor allem, nachdem du mir gerade von ihr erzählt hast.“

Sie wollte ihn nicht unnötig verängstigen. Andererseits wäre es verantwortungslos gewesen, ihm vorzumachen, dass die Sache auf jeden Fall für ihn erledigt war. Also hob sie beschwichtigend die Hände.

„Ich sperre dich nirgendwo ein. Du hast nichts verbrochen und kannst natürlich gehen, wenn du willst. Aber mein Angebot steht. Komm mit mir in den Tempel. Lass dich behandeln, iss was und bleib wenigstens so lange bei uns, bis ich weiß, mit wem wir es hier zu tun haben.“

Ihr Blick wanderte noch einmal zum Verkehr über ihnen. Hoffentlich hatte Zweibein Erfolg.

„Das kostet dich gar nichts. Die Jedi lassen sich für ihre Arbeit nicht bezahlen“, fügte sie an, in der Erwartung, dass es einen Unterschied machte.

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Faith & Jorti
 
Coruscant – Jedi-Tempel – Große Halle, Ahnas Trauerfeier – viele Jedi, Brianna

Wer war bereits da, wer fehlte noch? Welche von den ihr vertrauten Jedi ließ sich auf der Trauerfeier blicken? Von Eowyn war nichts zu sehen, vielleicht kam sie ja noch. Alexander stand in ihrer Nähe und sie begrüßten sich mit einer angedeuteten Verbeugung. Ein gewisses Maß an Höflichkeit musste ja wohl sein. So wenig es ihr gefiel, im Moment leitete er die Schatten anstatt der einen verbliebenen Jedi-Rätin – eine von vielen Entscheidungen des Rates, die sie schwerlich nachvollziehen konnte. Das wäre ja so wie wenn sie, Brianna, die oberste Heilerin würde als Nachfolgerin der verschollenen Chesara. Ob es für diese prominente Rätin ebenfalls einmal eine Trauerfeier geben würde? Wer so lange nicht von den unteren Ebenen zurückkam, galt gemeinhin als tot. Aber vielleicht betraute man im Orden nur bestätigte Tode? Tatsächlich war es das erste Mal, dass die Echani Teil einer solchen Veranstaltung war.

Ah, und da war Jeg auf der Empore. Aber keine Mya. Brianna hatte so halb erwartet, dass die beiden hier Händchen haltend ankamen. Auffallen würden sie damit nicht, bei so vielen Jedi-Beziehungen wie der Silberhaarigen bereits bekannt waren.
‚Phh, mein Ex ist ein Sith-Lord,‘ dachte sie und begann sich zu fragen, warum er sich so einen schlechten Platz gesucht hatte, obwohl es doch so viele bessere gegeben hätte. Hatte er sich nicht mit Ahna verstanden? Aber er hatte doch oft genug für sie gearbeitet…?

Wer sonst war gekommen? Immer noch keine Eowyn, keine Elise, kein JK. das war ein wenig überraschend, und enttäuschend. Aber Marrev kam gerade, unterhielt sich kurz mit Jeg und ging dann weiter. Nanu? Brianna hatte gedacht, die beiden wären so tolle Kumpels? Sie beobachtete den Rattataki verstohlen und was er machte. Schließlich suchte er sich einen ähnlich schlechten Platz wie der Zeltron, aber ganz woanders. Da hätten sie doch gleich zusammen bleiben können? Hmm… war es wegen der Aussicht? Jeg gab nach außen hin den Jedi-Wächter. Die beiden kümmerten sich wohl um die Sicherheit.

Oder? Plötzlich fiel es der Jedi-Ritterin wie Schuppen von den Augen.
‚Brianna, du bist dämlich!‘ schalt sie sich. Geheimbund und so. Sie hatten sich ja eine drollige Coverstory für Ahnas Tod ausgedacht, die ihr und ihrem Opfer nicht mal im Entferntesten gerecht wurde. Die war so einfallslos, das konnte ja eigentlich nur aus Alexanders Feder stammen. Ahna, ohne deren geniale Schachzüge es keine Bastion-Mission gegeben hätte. Ohne die der Imperator noch leben würde. Und ohne deren Selbstlosigkeit sie alle tot wären. Natürlich wäre es seltsam, wenn bei der Trauerfeier zu Ehren der verstorbenen ‚Diplomatin‘ die ganzen Schatten plus die Missionsteilnehmer alle auf einem Haufen ganz vorne stünden. Tarnung hin oder her, bei der Masse fiel das dann schon irgendwann auf – Mustererkennung und so. Von Alexander war klar, dass er hier vorne stand, dass er Ahnas Assistent war, war kein Geheimnis. Aber der Rest blieb auf Abstand, alle anderen außer ihr hatten es kapiert, nur sie nicht. Dabei sollte sie Brianna, doch ganz besonders vorsichtig sein. Als Schatten war sie wohl ein bisschen verbrannt, der öffentlichen Brandmarkung Imperatorin Vendars sei Dank. Also nichts wie weg hier. Der Fauxpas ärgerte sie.

Oh, weiter in der Richtung, in der sie unterwegs gegwesen war, stand Alvaba! Das war die Gelegenheit, ihr Missgeschick zu korrigieren. Brianna winkte der Mirialan und begann auf sie zuzulaufen, als wäre das von vornherein der Plan gewesen. Ja, Heilerin-Karte spielen. Sicher waren außer ihrer früherin Chefin noch mehr Heilerin gekommen, mit denen sie sich demonstrativ sehen lassen konnte. Das lenkte von den Scha…

Bam! So ein großer Typ (Ganner) lief geradewegs in sie hinein. Oder zerschellte an ihr, je nachdem wie frau das sehen wollte. Es schien jedenfalls, als geriet er in's Straucheln, weil er Halt an ihr suchte. Die Echani blieb stehen und musterte ihn unwirsch. Oder es war ein subtil unsubtiler Versuch, ihren Bizeps abzuchecken? Oder ein bemerkenswert dämlicher Annäherungsversuch?

Der Mensch, der fast einen Kopf größer war als sie, ließ sie fast augenblicklich wieder los, als er ihren verärgerten Blick auf sich ruhen spürte, und entschuldigte sich mehrfach.


„Passt doch auf!“

Zischte sie. Zugute halten musste sie ihm allerdings, dass er geschmackvoll gekleidet war, schwarz-silbern und anliegend anstatt viel zu weiter Braune-Knollen-Säcke in auch genau der Farbe. Er wirkte sportlich, auch das war positiv, aber seine Tollpatschigkeit und überhaupt die Tatsache, dass er ein Mann war sprach nicht gerade für ihn. Von seiner noch sehr diffusen Aura her nahm sie an, dass er noch in Ausbildung war.

„Wie ist dein Name, Padawan?“

Herrschte sie ihn folgerichtig an, die Hände in die Hüften gestemmt.

Coruscant – Jedi-Tempel – Große Halle, Ahnas Trauerfeier – viele Jedi, Ganner und Brianna
 
(Mya Donp & Jeg Harkness)​

Coruscant – Jedi-Tempel – Jegs Quartier – Mya und Jeg

Die Tür öffnete sich mit einem Zischen und Mya trat wieder ein. Die hochgewachsene, wunderschöne und völlig ahnungslose Mya. Selten wünschte Jeg sich mehr, dass ein Job nicht einfach nur ein Job wäre. Zumal seine Auftraggeberin nun leider tot war und eine riesige Lücke hinterließ. Ahna hatte ihre Finger überall drinnen gehabt, so dass ein Auftrag, ausgerechnet bei den Ermittlern herumzuschnüffeln, bei ihr nicht so absurd wirkte, als wenn jemand anderes ihm diesen erteilt hatte. Aber welchen Sinn hatte dieser Auftrag jetzt noch? Gut, diese Gerüchte, dass Myas Boss, Rat Janson, nicht ganz koscher war, gab es ja schon ewig, aber Jegs Riecher nach war da nichts dran. Irgendwas musste Janson aber richtig machen, wenn seine wunderschöne Verlobte Firedevs und seine wunderschöne Assistentin Mya miteinander auskamen, und das ohne Mord und Totschlag. Vor allem, weil Mya eine solche Auseinandersetzung ziemlich sicher verlieren würde und das wäre ein Jammer.

»Ist die Schreckschraube endlich weg?«

Fragte die Lethan und blieb gleich hinter der Türe stehen, so als erwartete sie, Brianna würde jeden Moment aus Jegs Kleiderschrank gesprungen kommen.

»Wen meinst du, Brianna?«

Fragte Jeg, der diese weiblichen Eifersüchteleien ziemlich irrational fand.

»Wen sonst!«

»Mach' mal locker. So schlimm ist sie nicht und sie macht gerade eine schwere Zeit durch,«


Beruhigte der Jedi-Meisterin seine bildhübsche Besucherin, enthielt ihr aber vor, wieso er so dachte. Brianna war sowas wie Ahnas besondere Protegee gewesen und das hatte irgendwie auf Gegenseitigkeit beruhigt. Es war hart, wenn ein Schüler seinen Meister verlor, auch wenn es bei sich bei den beiden nicht auf dem Padawanlevel abgespielt hatte. Eine angehende Schatten hatte ihre Ausbilderin verloren. Aber das sagte er nicht.

»Oder würdest du gern so weit oben auf Imperatorin Vendars Abschussliste – und der des proimperialen Holonetmobs – stehen?«

»Hmpf… nein,«


Entgegnete Mya, aber ohne viel Mitgefühl auszustrahlen. Sie kehrte zur Sitzgruppe zurück, nahm wieder neben Jeg Platz und legte ihre Hand auf die seine.

»Wo waren wir?«

»Dieser Alarm auf Ilum. Wächter-Geschäft. Wahrscheinlich wieder nur wieder ein Schmugglerschiff auf der Suche nach einem abgelegenen Landeplatz, oder Abenteurer die in die Kristallhöhlen eindringen wollen.«


Jeg seufzte. Seine Fassade als Jedi-Wächter fühlte sich manchmal eher wie ›Jedi-Hausmeister‹ an. Jemand hat im Kristalltempel das Licht brennen lassen. Jeg, flieg nach Ilum und knipse es aus. Und so weiter.

»Du musst das nicht tun,«

Entgegnete Mya sanft und streichelte seine Hand.

»Ich kann an deiner Stelle gehen.«

Jeg rückte mit dem Stuhl näher an die anmutige Ritterin heran, griff ihre freie Hand und spiegelte ihre Geste. Er verströmte Pheromone, die so etwas bedeuteten wie ›das ist lieb von dir‹. Seine unwillkürliche Reaktion wäre genau so gewesen. Der Zeltron hatte längst gelernt, diese Dinge ganz genau nach Schatten-Bedarf zu steuern, aber in Myas Fall ließ er sich einfach von der Natur treiben.

»Du musst das nicht tun. Du wirst hier gebraucht.«

»Du auch.«

»Ich mach' das schon.«

»Jeg…«


Mya atmete tief durch, löste sich mit beiden Händen und beugte sich nach vorne, über den Tisch ihm entgegen, die Arme verschränkt.

»T'nadah, meine Padawan, sitzt doch im Jugendarrest wegen wiederholten Diebstahls. Wes sagt, ich soll nicht so hart zu ihr sein und sie da rausholen, und vermutlich hat er recht. Da drinnen… kommt sie vielleicht vollends auf die schiefe Bahn. Aber einfach so weitermachen mit ihr wie bisher, das geht auch nicht.«

Der Schatten nickte erst verständnisvoll und aus dem Lächeln formte sich im Laufe der Zeit ein schelmisches Grinsen, als er sprach:

»Ich verstehe, deine Padawan muss raus aus dem Knast. Aber ist es nicht erst recht hart, wenn du sie nach Ilum karrst und dort in der Eiswüste aussetzt?«

Als Reaktion boxte ihn die Twi'lek auf den Oberarm. Aua. Für so ein dünnes Ding schlug Mya einen ganz schön harten linken Haken.

»Ich mein's ernst und du machst dich über mich lustig!«

Rief die Ritterin entrüstet aus, während Jeg sich den Oberarm rieb.

»Ich versteh' dich schon. Sie war zu lange auf Coruscant während der Pandemie und jetzt soll sie was erleben, damit sie keine krummen Dinger dreht aus Langweile.«

»Oder was auch immer sie antreibt. Du sagtest ›Schmuggler‹ und ›Abenteurer‹, da ist genau T'nadahs Ding. Wir fliegen hin, verscheuchen die Typen, wenn welche da sind und dann führe ich sie rum. Sie wird die Kristallhöhlen lieben! Wer weiß, vielleicht finden wir auch gleich ihren künftigen Lichtschwertkristall. Das wird sie hoffentlich motivieren, auf dem rechten Weg zu bleiben,«


Spekulierte die Lethan hoffnungsvoll.

»…falls sie ihn nicht auf dem Schwarzmarkt verhökert«

Warf Jeg ein.

»Falls sie ihn nicht auf dem Schwarzmarkt verhökert, ja, aber dann hat sie ihre Chance gehabt. Aber ich glaube nicht. Sie soll reisen, was von der Galaxis sehen, nicht nur einen alten Tempel in einer großen Stadt.«

»Ok, wenn du meinst, ich reiß' mich nicht um den Ausflug. Pack aber warme Roben für euch beide ein, und nimm ein paar Rangers mit, zur Sicherheit. Teile der Anlage sind immer noch beschädigt, sei besser vorsichtig.«

»Bin ich doch immer.«

»Auf Galantos warst du's nicht.«

»Woher willst du das wissen?«


Zischte sie und sah Jeg schon wieder grinsen.

»Dein großes ›Aua‹ hat es mir gesagt.«

»Jeg, Ilum ist doch kein Kriegsgebiet und es ist ja auch nicht so, als ob da irgendwelche Sith-Lords auf uns warten!«


Beide standen auf und hielten sich an den Händen. Er grinsend, sie gespielt empört.

»Pass' einfach auf dich auf, versprochen?«

»Versprochen,«


Erwiderte Mya, ihre Züge wurden dabei sanfte. Jeg zog sie zu sich heran und die beiden küssten sich.

Coruscant – Jedi-Tempel – Jegs Quartier – Mya und Jeg
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Trainingsraum, Nikis, Tari und Sarina

"Hi"
, gab Sarina Tari auf seine respektvolle Begrüßung lapidar zurück und hob grüßend die Hand. "Nein, du bringst rein gar nichts durcheinander. Und gerne 'du' und Sarina, ich bin noch nicht so alt oder weise. Spürübungen heißt einfach... ein bisschen die Macht austesten, die Gegend erspüren, Leute erspüren, schauen, was man so insgesamt erfühlen kann. Und ob man die Macht überhaupt fühlen kann. Nikis steht auch noch ganz am Anfang, da passt das ganz gut."

Sie machten sich gemeinsam auf den Weg, und Sarina ließ die beiden Anwärter unter sich quatschen, da störte sie selbst irgendwie nur. Aber das war ja gar nicht schlecht, dass die zwei sich kennenlernten, vielleicht konnten sie sich ein bisschen zusammentun und gemeinsam üben und Zeit verbringen, so lange sie noch keinen Meister hatten. Außer, sie verstanden sich nicht, aber gut, da konnte sie nun auch nichts für.
Sie führte die beiden aus einem Seitengang in die Gärten hinaus, die für einen Planeten wie Coruscant erstaunlich lebendig waren. Den meisten Jedi war eine gewisse Nähe zur Natur wichtig, so dass man versuchte, wenigstens ein kleines bisschen Leben in diese Betonwüste zu bringen. Außerdem war es einfach ein super Übungsplatz für Anfänger.

Nikis setzte sich, und Sarina folgte ihm. Das Gras war trocken, es hatte heute noch nicht geregnet, und Sarina fragte sich kurz, wann der nächste Regen angesetzt war, aber sie würden schon nicht das Pech haben, dass es sie erwischte. Und selbst wenn, na und.
Sie waren ja nicht aus Zucker.

"Macht's euch bequem!", wies sie Nikis und Tari an. "Das ist erst mal das wichtigste. Und entspannt euch. Jetzt nicht auf die 'Entspann dich unbedingt sofort!'-Art und Weise die nix bringt, sondern entspannt euch echt. Ich tu euch nichts, und hier ist es sicher, es krabbeln höchstens mal ein paar Käfer auf euch rum. Mehr ists erst mal gar nicht. Ihr könnt euch auch ruhig hinlegen, ist einfacher, wenn man liegt. Ich weck euch schon, wenn ihr einschlaft."

Immerhin würde das bedeuten, dass sie sich wirklich entspannt hatten. Denn es brachte rein gar nichts, wenn man irgendetwas erzwingen wollte. Die Macht funktionierte am besten, wenn man sich auf sie einließ und sie freundlich hineinbat, nicht, wenn man sie mit Gewalt zu sich zwang und unterwarf. Auch, wenn die Sith vermutlich anderes behaupteten.


"Macht ruhig die Augen zu", fuhr sie dann mit ungewohnt sanfter Stimme fort und wartete wieder ein paar Momente. "Und dann, langsam... spürt die Energie, die euch umgibt. Vielleicht ist sie ganz leise, ganz unscheinbar, aber sie ist da. Vielleicht ist es ein Summen für euch, oder eine Farbe, vielleicht eine Art Flüssigkeit oder ein Netz, aber da draußen ist eine Energie, die alles miteinander verbindet. Vielleicht könnt ihr es sehen, hören oder nur spüren, das ist bei allen anders. Findet euren Zugang zu dieser Energie." Wieder machte Sarina eine Pause und versuchte abzuschätzen, wie erfolgreich die beiden gewesen waren. "Genießt sie, wenn ihr sie gefunden habt. Badet darin, taucht darin ein. Lernt, sie zu erkennen und sie einzuladen..."

Sarina erinnerte sich noch gut an ihren ersten Moment, als sie die Macht das erste Mal wirklich aktiv gespürt hatte. Es war atemberaubend gewesen. Plötzlich hatte sie das Gefühl gehabt, ihr eröffnete sich eine ganz andere, weitere Welt; eine, die immer parallel existiert hatte, von der sie geahnt hatte, aber die sie nie hatte greifen können. Wenn die beiden heute diesen Moment haben konnten, wobei sie ja nicht wusste, ob Nikis ihn vielleicht schon gehabt hatte, er war da nicht so genau gewesen, dann hatte sie schon etwas geschafft mit ihnen.

Coruscant - Jedi-Tempel - Gärten, Nikis, Tari und Sarina
 
[Coruscant - abgelegener Raumhafen in einem ärmlichen Distrikt - lokales Büro des republikanischen Zolls] Palakwi Rha (P-Wee)

„Morgen, Lady. Was kann die Republik heute für Sie tun, hmm?“
Palakwi Rha zuckte unmerklich zusammen, als sie der ungepflegt aussehende Zollbeamte anlächelte. Irgendetwas an ihm sorgte für eine fast sofortige Gänsehaut in ihrem Nacken und ihre Muskeln versteiften sich. Hätte sie nicht etwas von ihm benötigt, dann wäre sie ohne Zweifel an dieser Stelle umgedreht. „Guten Morgen,“ begann sie in bemüht neutralen Ton und legte ihren Plasteelkoffer auf die stählerne Theke, die sie von dem Beamten trennte. Sie deutete auf das Zollsiegel am magnetischen Schloss des Gepäckstücks. „Bitte entfernen Sie das Siegel. Sie werden einen Blaster, Typ LW-896, darin finden. Daneben befindet sich darin ein ausfahrbarer Schockstab eigener Konstruktion. Beides ohne Energiezellen, also ungefährlich ...“ Eine weitere Bedingung des Jedi-Ermittlers, der sie eher zähneknirschend zugestimmt hatte. Sie hielt für die Dauern eines Blinzelns inne und schwieg. Es beunruhigte sie so wehrlos zu sein, denn alles, was ihr ein Gefühl von Sicherheit gab, ihre Waffen waren. Ohne sie hatte sie keine andere Verteidigung, als wegzulaufen. Sie war zu lange in unfeinen Milieus unterwegs gewesen, wo man unbewaffnet mit Beute gleichgesetzt wurde, um nur auf die Freundlichkeit ihres Gegenübers zu vertrauen. Gleichwohl hatte der Iktotchi darauf bestanden und ihr versichert, sobald sie offiziell im Tempel registriert wäre, man ihr Energiezellen zurückgeben würde. Jakiim Vex hatte darauf beharrt, dass er es als Zeichen sähe, dass er ihrem Willen zur Besserung glauben konnte, wenn sie lediglich auf seinen Geleitbrief und die ‚Macht‘ vertraute, um zum Tempel zu kommen. Natürlich würde sie sich hier auf Coruscant auch andere besorgen können, aber damit wäre ihr Deal natürlich hinfällig und P-Wee würde eher einen Rancor kitzeln als sich einen Jedi zum Feind machen. Noch dazu hatte etwas in ihrer Magengrube ihr zu verstehen gegeben, dass sie Vex vertrauen konnte. Davon abgesehen, dass sein Angebot schlicht zu gut war.

Der Ermittler wollte aber auch das letzte Ding in der schwarzen Plasteelkiste – den Jedi-Kubus, den Vex ‚Holocron‘ genannt hatte. Sie wollte gerade weiterreden und das wunderschöne Gebilde in dem kleinen Koffer erwähnen: den perfekten Würfel aus kupferfarbenem Kristallglas, gefasst in filigranen, fließenden geometrischen Metaldrähte aus grün schimmernder Metalllegierung, als ihr Blick abermals an dem Zollbeamten und seinem wenig vertrauenswürdigen Lächeln hängen blieb. P-Wee hatte keine Zweifel daran, dass er wertvoll war, auch wenn sie keinen Schimmer hatte, wozu der etwa handtellergroße Kubus gut war. Ihre Auftraggeber der letzten Jahre waren unfreundlich, gierig und rücksichtslos gewesen, aber nie hatte man sie mit Diebereien beauftragt, deren Zielobjekte nicht von besonderem Wert gewesen waren. Wenn der Ermittler den Würfel so dringend haben wollte – ebenso wie Talartha der Hutte – dann würde es gute Gründe dafür geben. Und war es dann wirklich eine gute Idee dem Kerl vor ihr damit zu vertrauen? „ ... und zu guter Letzt ein Familienerbstück von Ryloth, ein Glaswürfel mit altem Kupferbeschlag.“ Sie setzte ein zuckersüßes Lächeln auf und legte den Kopf ein wenig schief wie, als vertraute sie dem Zollbeamten ein Geheimnis an. „Mein Urgroßvater war Kunsthandwerker und das war sein Gesellenstück. Kein allzu großer Materialwert, aber es erinnert mich an ihn.“ Verlegen zuckte sie mit ihren Schultern. „Wenn ich mich nur mal dazu aufraffen könnte, die Patina des Kupfers abzuschrubben.“

Der Zollbeamte hörte ihr aufmerksam zu, wobei er sie aus seinen kleinen Schweinsäuglein intensiv musterte. „So, so, Miss ...“ Er nahm ihren Identichip entgegen. „Miss Rha.“ Seine Pupillen huschten mehrmals von links nach rechts auf seinem Datapad hin und her, wo er vermutlich die Angaben las, die sie bei ihrer Einreise gemacht hatte. Mit einem Mal wollte P-Wee sich am liebsten auf die Zunge beißen! „Auf dem Weg zu ‚persönlichen Angelegenheiten im Jedi-Tempel‘. Heiliger Hyperraum!“ Sein Gesicht wurde von einem amüsierten, schiefen Grinsen eingenommen. „Mir scheint, sie haben ja große Pläne, Miss Rha. Wer hätte gedacht, dass ich heute noch Prominenz an meinem bescheidenen Schalter empfange? Dann wollen wir doch mal sehen, was in ihrem versiegelten Gepäck so zu finden ist.“ Wie hatte sie so dumm sein können, derart offen vor dem Zolldroiden an der Einreisekontrolle zu plaudern? Natürlich hatte er vermerkt, was sie ihm erzählt hatte. Mit sinkenden Herzen beobachtete sie, wie der Beamte einen blinkenden Codezylinder von seinem Gürtel nahm und ihn locker vor das magnetische Siegel hielt, dass mit einem leisen Klicken aufsprang. Der Beamte drehte den kleinen Koffer zu sich und öffnete ihn, sodass der Deckel die Sicht auf das Innere des Koffers versperrte. Mit forschem Griff nahm der Zöllner das erste Objekt heraus und hob es kurz so, dass sie es sehen konnte. „Eine Blasterpistole, entladen, Typ LW-896.“ Er legte die Waffe vor sich auf den Tisch. „Ein entladener ... Schockstab haben sie gesagt?“ Seine Finger legten sich um den lederumwickelten Griff und auf einen Knopfdruck hin fuhr eine metallische Verlängerung aus dem Heft, doch die Energieemitter an entlang dem oberen Ende blieben stumm und kalt. „Beeindruckend. Sie haben das Ding selbstgebaut?“ P-Wee nickte und versuchte die kalte, schneidende Vorahnung in ihrem Bauch mit einem freundlichen Nicken zu überspielen, während er den Stab neben den Blaster ablegte. „Und als letztes ... ein echter Rylothi-Kunstgegenstand.“

Der Zolloffizier hob den Würfel für einen Moment ins kühle Licht des Büros. Gleißendes, orangenes Licht schimmerte durch den Kristall und die grünen, polierten Metalldrähte, die sich kunstvoll um den Würfel schwangen, reflektierten gedämpft das Licht. Nicht zum ersten Mal starrte Palakwi in das Zentrum des Kubus und hatte den Eindruck das in seinem Inneren ein Funke schwebte, der aufzuflammen schien, wenn ihre Augen ihn trafen. Sie unterdrückte ein nervöses Zittern und den Impuls dem Beamten das ‚Holocron‘ aus der Hand zu nehmen. „Ihr Urgroßvater muss ein großartiger Handwerker gewesen sein. Ich war noch nie auf Ryloth, aber wenn, dann würde ich sicherlich auch so etwas mitnehmen. Ich bin sicher, viele Leute würden dafür hier einen Haufen Credits zahlen ...“ Mit einem scheelen Seitenblick legte er den Würfel geradezu achtlos auf der Metalloberfläche des Tisches ab und hielt ihren Blick beinahe herausfordernd für einige Herzschläge. P-Wee erwartete, dass er jeden Moment eine absurde Regelung oder einen abstrusen Verdacht aus dem Ärmel schütteln und den Würfel beschlagnahmen würde. Doch es passierte – nichts! Ein ebenso überraschendes, wie genuin freundlich scheinendes Lächeln zog über das Gesicht des Beamten. „So wie ich das sehe, ist mit Ihrem Flimsikram alles in Ordnung und selbst wenn es irgendeinen Grund gäbe, Sie aufzuhalten, dann habe ich hier einen polizeilichen Vermerk der Verwaltung des Jedi-Tempels Sie unbehelligt einreisen zu lassen.“ Mit vier schnellen Handgriffen nahm er den Zollkoffer vom Tisch und schob ihr ihre Gepäckgegenstände zu. P-Wee griff sich als erstes ihr vermeintliches Familienerbstück und packte es in die größte ihrer Gürteltaschen, bevor sie die Hand nach dem Blaster ausstreckte.

Der Zöllner gebot ihr für einen Moment innezuhalten. Wie als hätte sie in ein offenes elektrisches Kabel gegriffen zuckte sie zusammen, was sein Lächeln breiter machte. „Bitte seien Sie sich bewusst, dass Sie diesen Blaster ohne eine gültige republikanische Waffenlizenz weder offen auf Coruscant führen dürfen noch ihn mit einer neuen Energiezelle versehen dürfen,“ erklärte er schmunzelnd. „Wenn Sie eine solche brauchen, wenden Sie sich an das lokale Bürgerbüro im Tempeldistrikt. Dasselbe gilt für den Schockstab.“ Erleichtert nickte sie und nahm ihren Seesack vom Rücken, wo sie beide Waffen verstaute. Es schien, sie hatte sich vom schäbigen, äußeren Eindruck des Mannes täuschen lassen. „Danke für den Hinweis,“ erwiderte sie freundlich und hob die Hand zum Abschied. „Einen schönen Tag noch!“ Der Beamte nickte. „Ebenfalls, Ma’am.“ Dann winkte er den nächsten in der ellenlangen Schlange hinter sich heran. Kaum fünf Minuten später schritt Palakwi Rha auf den kleinen, etwas schmuddeligen Vorplatz des Raumhafens mit einem fast euphorischen Gefühl in den Adern. Es war Zeit für einen Neuanfang! Ein elektrisch anmutendes Ziepen in ihren Muskeln erinnerte sie daran, dass sie viel zu lange herumgestanden und herumgesessen hatte. Mit einem Lächeln im Gesicht verfiel sie in einen straffen Laufschritt, eifrig den Überschuss an Energie abzuarbeiten. Der Jedi-Tempel würde auch noch stehen, wenn sie sich ein wenig umsah und frische Luft schnappte.

[Coruscant - abgelegener Raumhafen in einem ärmlichen Distrikt - Plaza vor dem Haupteingang] Palakwi Rha (P-Wee)​
 
[Coruscant, Jedi-Tempel, in einem Trainingsraum] - mit Tari Haako, Nikis Gios und Sarina Thorne

Tari blieb die Spucke weg und er musste zweimal zwinkern, bevor er wieder völlig bei sich war. Diese Jedi-Ritterin - Sarina - redete mit ihm, als ob sie sich in der Suburbia kennengelernt hätten. Nein, das stimmt nicht. Dazu war ihre Stimme zu freundlich und ihr Satz zu wenig mit Schimpfwörtern gewürzt. Sie redete mit ihm, als sei er ein Vertrauter.
Und gar nicht erhaben-weise. Dabei dachte
Tari, dass sich das für Jedi doch so gehörte. Aber scheinbar war das von den Legenden, die er so oft gehört hatte, etwas überhöht worden. Und der junge Neimoidianer war sich noch nicht sicher, wie er das finden sollte.
Beruhigt war er jedenfalls schon einmal dadurch, dass er keine Trainingsprogramme und Tagesstrukturen durcheinanderbrachte. Auf diese Bestätigung hin lächelte er
Sarina leicht zu.


"Okay, dann danke, Sarina. Ich bin der Tari", antwortete er zwischen ihrer Erklärung und neigte aus Reflex doch noch einmal demütig den Kopf.
Diese Spürübung hörte sich einfach - und wenn er ehrlich zu sich selbst war - schon langweilig an. Spüren, was und wer um einen herum ist... Was sollte das bringen?
Auf der anderen Seite hatte er in seiner Ausbildung zum Kämpfer auch zunächst nicht verstanden, was es bringen sollte, im Training in Unterzahl-Situation verprügelt (wenn auch nicht ernsthaft verletzt) zu werden. Bis er dann seine ersten Kämpfe hatte und etliches wegstecken konnte.
Und falls dieses Training hier einen ähnlichen Effekt hatte, hörte es sich jedenfalls wesentlich angenehmer an als das suburban'sche Trainingsprogramm einer halblegalen Kampfschule.

Auch
Nikis grüßte ihn. In einer Form, die Tari eher mit Jedi in Verbindung brachte.
Und schon machte sich das kleine Trio auf zu einem der Gärten - und der Neimoidianer konnte sich nicht so recht vorstellen, wie ein Garten in diesem Stadtplaneten wie Coruscant aussehen sollte.
Auf dem Weg bot ihm
Nikis das Du an. Erfreut stellte Tari fest, dass Nikis ebenfalls ein Anwärter war. So hatte er nun an seinem ersten Tag schon jemanden kennengelernt, der in einer ähnlichen Situation wie er selbst steckte. Auch wenn er natürlich nicht wusste, wie lange der Andere schon da war und was für einen Vorsprung er hatte. Aber dies würde sich sicherlich sehr schnell zeigen.

"Wie du magst, dann gerne 'Du'. Aber es gibt doch auch unterschiedliche Stellungen und Klassen bei den Jedi, oder? Oder duzt man sich als Jedi, egal welcher Stufe, generell?", fragte er im Gehen weiter, bevor er das Gespräch noch einmal in eine andere Richtung lenkte, "Ich hoffe jedenfalls, dass du schnell einen guten Meister findest. Bist du schon lange hier?"
Nach der Antwort fragte Nikis zurück, warum er Jedi werden wollte.
Das war natürlich eine lange Geschichte. Und ins Detail würde
Tari garantiert noch nicht gehen. Deshalb beließ er es bei einem kurzen: "Weil ich mehr Gerechtigkeit in der Galaxis haben möchte."

Wenig später waren sie dann auch schon bei dem Garten angekommen.
Und da konnte
Tari sein Staunen nicht verbergen. "Wow!" So eine Farbpracht und Exotik hätte er nicht auf einem Stadtplaneten vermutet. Und auch die spärlichen Gärten auf Cato Neimoidia - wenn man natürlich von den riesigen Paradies-Anlagen der Superreichen absah - konnten keineswegs mithalten mit diesem Garten.
Er wurde von einem Hauch von Frieden ergriffen und fühlte sich auf Anhieb wohler als in seiner Butze auf Cato oder seinem Zimmerchen hier im Jedi-Tempel. Hier ließ es sich aushalten.
"Das ist ja mega. Wunderschön."

Als die anderen beiden sich hinsetzten, ließ sich auch Tari locker zu Boden fallen. er hörte den Ausführungen der Jedi-Ritterin zu.
"Jetzt nicht auf die 'Entspann dich unbedingt sofort!'-Art und Weise die nix bringt, sondern entspannt euch echt. Ich tu euch nichts, und hier ist es sicher, es krabbeln höchstens mal ein paar Käfer auf euch rum", begann Sarina. Und der Neimoidianer konnte sich ein Lachen nicht verkneifen. So eine lockere Lehrerin hatte er niemals gehabt.
Er wechselte gefühlt zehnmal seine Positionierung, bis er das Gefühl hatte, dass er wirklich würde entspannen können - ohne dabei einzuschlafen. Diese Blöße würde er sich nicht geben. Denn bei aller Lockerheit würde das wahrscheinlich gar nicht gut ankommen. Und wahrscheinlich sehr schnell zum Tratsch mutieren.

Er atmete regelmäßig und tief - so wie er es auch im Training für die Kämpfe gelernt hatte - und nahm dabei die Vielfalt an Gerüchen wahr. Süß bis markant. Aber alle angenehm. Die Macht hatte mit der Natur schon etwas Wunderbares erschaffen.
Und schließlich fing
Sarina an, mit wunderbar sanfter Stimme zu erklären, was sie tun sollten. Spüren auf das, was da ist. Das könne völlig unterschiedlich gemacht werden. Und wenn sie die verbindende Energie spürten, sollten sie sie genießen.
Und... darinnen baden.
Taris Körper verspannte sich merklich - er fand das Bild, in etwas Unbekanntem zu baden - und sei es auch etwas Gutes - unangenehm.

Er brauchte einige Augenblicke, bis er wieder ruhig und entspannt war. Und dann versuchte er, entspannt die Macht einzuladen und sie zu fühlen. Seine Gedanken fuhren allerdings Karussell, wie er sie wohl spüren und wahrnehmen würde.
Sarinas Aufzählung hatte seine Phantasie angeregt. Wie wäre es wohl? Und was hätte er am Liebsten? Sehen, Hören oder etwas anderes?
Diese Neugierde sorgte aber auch dafür, dass er nicht wirklich entspannt war. Also rief er sich selbst zur Disziplin und atmete noch etwas ruhiger und noch etwas tiefer. Er fühlte sich wohl und sicher; was er schon lange nicht mehr getan hatte. Und das genoss er sehr - auch wenn ganz tief in ihm drinnen ein Splitter Angst war, dass er dieses Gefühl schnell wieder verlieren würde. Die Galaxis war schließlich ein harter Ort.

"Verdräng das. Und konzentrier dich auf das Spüren!", feuerte er sich selbst an. Oder war dieses Gefühl der Geborgenheit schon die Macht? Das würde ihn etwas enttäuschen - es war zwar angenehm, aber eben auch nichts Besonderes. Nein, das konnte nicht die Macht sein, die über weite Strecken hinweg Dinge bewegen konnte und den Geschichten nach Reflexe verschnellern, Gedanken beeinflussen und sogar Blitze schießen konnte.
Also spürte er weiter. Atmete weiter.

Er umgriff mit seinen Händen fester das Gras. Spürte es seine Handflächen kitzeln. Hörte das Summen von Insekten. Dinge, die er normalerweise mochte. Die ihm jetzt aber vom Spüren abhielten.

Tari blinzelte kurz zu Nikis. Konnte er die Macht schon spüren? Hatte er es schon geschafft? Und was wäre, wenn Nikis es schaffen würde und Tari nicht? Würden ihn die anderen zwei dann als talentlos oder schlimmer noch als zu schwach ansehen? Würde ihn dann vielleicht auch kein Meister als Padawan haben wollen?
Natürlich. Was wäre denn ein Jedi, der die Macht nicht spürte. Das wäre wie ein Kämpfer, der keine Reflexe hätte.

Es frustrierte ihn zunehmend, dass er die Macht nicht spüren konnte, dass nichts Besonderes geschah. Und dass er dadurch genau in die 'Du musst dich entspannen'-Haltung kam, die
Sarina doch eben nicht wollte.
Er versuchte, sich wieder zu entspannen. Öffnete seine Augen und schaute in den Himmel. Zählte bis zehn. Und schloss sie dann wieder. Atmete ruhig. Fühlte das Gras unter sich. Den weichen Boden. Die Geräusche, diese angenehmen leisen Nebengeräusche, die ihm momentan aber auf die Nerven gingen.

Vielleicht musste er sich anders, noch entspannter positionieren. Wäre es in Ordnung, wenn es sich hinlegte? Aber selbst, wenn nicht: Wenn er dadurch die Macht spüren könnte, wäre es bestimmt halb so wild.
Also legte er sich auf den Rücken und legte die Handflächen nach oben geöffnet neben sich. Ja, es war friedlich hier. Und jetzt kam die Wärme der Müdigkeit.
"Aufpassen! Nicht einschlafen. Vielleicht ist diese Schwelle der Ort, wo ich die Macht spüren kann." Und so horchte
Tari in sich hinein. Und auf die Welt um ihn. War dieses Geräusch die Macht? Oder diese Empfindung? Oder das Kribbeln - nein, das war jetzt ein Käfer auf seinem Bein.

Nach einer Weile, die dem jungen Mann wie eine Ewigkeit vorkam, hatte er die Faxen dicke. Es klappte nicht! Er war zu schlecht!
Seine Hände ballten sich und er riss etwas Gras aus dem Boden. So hatte diese Übung keinen Sinn mehr. Am liebsten wäre er aufgesprungen und hätte geflucht. Aber er wollte keine Szene machen - das wäre nicht jedi-gemäß.
Also stand er auf. Blickte einen Moment unschlüssig hin und her. Und hüstelte dann:

"Äh, Sarina. Sorry. Aber ich... müsste mich mal erleichtern. Wo ist das nächste Klo?"
Hoffentlich klang diese Frage nur für seine eigenen Ohren hölzern und war ansonsten eine passende Ausrede.

Sarina beschrieb ihm kurz und leise den Weg und er ging hin. Er wartete, bis er allein war und spritzte sich dann mehrmals Wasser ins Gesicht.
"Tari, behalt die Nerven. Bleib am Ball - der Kampfeswille bringt den Sieg und nicht die Perfektion von Schlägen und Tritten", versuchte er, sich zu motivieren und ließ etwas seine Muskeln spielen. Bevor er seine Stirn an den Spiegel drückte und nun doch fluchte: "Verdammt. Du Huttensohn. Du kannst dich doch nicht am ersten Tag so dumm anstellen..."
Erneut etwas Wasser ins Gesicht - glücklicherweise hatte er ja keine Haare, die das deutlich machen würden - und einen großen Schluck getrunken. Viel länger durfte er aber nicht bleiben. Ansonsten würden sich die anderen vielleicht noch Sorgen um ihn machen.
Also ging er zurück und ließ sich, diesmal schwerfällig, wieder auf dem Gras nieder und schloss seine Augen.

Hoffentlich würde es in Runde zwei klappen...


[Coruscant, Jedi-Tempel, in einem der Gärten] - mit Tari Haako, Nikis Gios und Sarina Thorne
 
[Coruscant / Jedi Tempel / Krankenstation / Krankenzimmer] mit Elise und Riuen

Es freute den Nautolaner, dass er Elise mit einer so einfachen Geste, das Auflegen seiner Hand, etwas Gutes tun konnte. In seinem Zustand gab es nicht viel, was er tun konnte, daher war es schön, dass das, was er tun konnte, eine so gute Auswirkung hatte.
Q’Tahem setzte sich vorsichtig und langsam auf den Stuhl direkt an Elises Bett. Seine Muskeln rebellierten und zitterten leicht, während er sich langsam auf die Sitzfläche herab bewegte. Die letzten Zentimeter fing er sich mit seinen Händen ab. Wenig elegant. Sein früheres Ich hätte ihn von weitem für einen gebrechlichen Greisen gehalten. Vermutlich noch nicht mal von weitem…

Er schaute betrübt und etwas angegriffen drein, als Elise aussprach, was mehr als offensichtlich war: Er sollte sie auf ihrer Mission nach Thearterra besser nicht begleiten. Q’Tahem wollte bereits ansetzen, sich wie ein trotziges Kind zu wehren, doch dann senkte er den Blick und schüttelte den Kopf.


Ja… Vermutlich hast du recht…

, meinte er und hob seinen Blick wieder, um in die Augen von Elise zu schauen.

Sonderlich schön sind die Broschüren aber nicht… Auf Thearterra ist damals viel passiert… in kurzer Zeit. Ich werde die Zahnräder anschmeißen…

Doch bevor die Zahnräder so richtig in Fahrt kamen, wurde das Gespräch erstmal auf ihn gelenkt.
Seine Frage, was ihn verraten hatte, löste bei dem Chiss eine heftige Reaktion aus. Der Gesichtsausdruck wurde steinern, die Haltung versteifte sich und die Machtaura um Riuen wurde schlagartig dunkler. Die Reaktion schien nicht nur ihm aufzufallen, denn auch Elise raunte leise den Namen des Blauhäutigen. Die Spannung nahm etwas ab, wie bei einem Luftballon, aus dem jemand langsam die Luft entweichen ließ. Daraufhin erklärte Riuen, dass er die Handschrift erkannte.


Das war nicht so gemeint, Riuen… Ich weiß, dass ich an all dem keine Schuld trage. Das war ein unangebrachter Anflug von Ironie.

Der Nautolaner nickte halb abwesend, als Elise feststellte, dass Zoey eine ziemlich hässliche Linie an vielen Orten hinterlassen hatte.

Nicht nur an Orten…

, murmelte er leise.

Ich fühle mich jetzt blöd es zu sagen, aber Zoey war für mich eine Freundin gewesen. Wir haben zusammen auf Thearterra die schrecklichsten Dinge erlebt… Es hat uns zusammengeschweißt… Ihr Verrat… Er tat weh…

, meinte er und man sah ihm an, dass der Gedanke an Zoeys Verrat ihn verletzte.
Q’Tahem presste seine Lippen zu einem schmalen Strich zusammen, als Elise ihn fragte, was auf Ziost passiert war. Vielleicht war es ja gut, darüber zu reden? Wie ein Pflaster: Schnell abreißen. Er brauchte dennoch ein paar Momente. Obwohl ihm Ziost nach Bastion wie eine halbe Ewigkeit vorkam, war es doch alles noch sehr frisch.


Zoey hatte aus dem Tempel hier auf Coruscant ein Holocron entwendet. Deswegen hatten wir sie überhaupt verfolgt… Bis nach Ziost. Unsere Hoffnung war, ihr dort das Holocron abnehmen zu können. Aber … Sie hatte das genauso geplant. Sie lockte uns in den alten Sith-Tempel, wo die Falle dann zu schnappte. Sturn und Kira samt ihrer Schüler warteten dort nur auf uns…

Er schluckte, als die Erinnerungen auf ihn einprasselten. Sein Gesichtsausdruck verdunkelte sich. Die Schmerzen von damals kamen wieder hoch, als ihm Ribanna seinen Tentakel abschnitt, der nun durch die Prothese ersetzt wurde.

Von da an waren wir den Sith ausgeliefert… Mussten perfide Spielchen spielen und wurden ausgequetscht, wo wir wie viele Holocrons aufbewahren…

Er umklammerte mit seinen Händen die Sitzfläche des Stuhls, auf dem er saß, bis seine Unterarme zitterten.

Danach… , ihm versagte die Stimme und er räusperte sich.

Danach…

, begann er nochmals aber die Bilder der Folter schossen wie Blasterschüsse durch seinen Kopf. Der Folterstuhl, auf dem er gesessen hatte. Der Kampf in der Arena zur Belustigung der Sith. Die Käfige in den Katakomben, in den sie eingesperrt worden waren. All diese Erinnerungen verdeutlichten ihm, was er noch vor Bastion oder dem Flug nach Bastion hatte alles erleiden müssen.

Entschuldigt…

Er atmete tief durch. Langsam löste er seinen Griff wieder von der Sitzfläche.

Das ist noch… näher, als ich dachte.

Ein schiefes Grinsen erschien auf seinem Gesicht über den flapsigen Spruch, aber er traf einen Nerv.

Ich finde nicht nur die Galaxis ist mir eine Entschuldigung fällig…

Er wollte mit Elise nicht weiter ins Detail gehen.
Hätte der Orden überhaupt jemand für sie geschickt? Sie kamen von Bastion nur herunter, weil Brianna gekommen war und diese war nur gekommen, weil Kestrel ihre Meisterin gewesen war. Ihn beschlich das Gefühl, dass er und Kestrel dem Orden egal gewesen war…
Er schüttelte den Kopf und sah Elise wieder in die Augen.


Aber zurück zu dir… Brianna hat nur gefragt, ob du Symptome zeigst. Nichts Konkretes. Aber sie klang… besorgt.

Er machte eine kurze Pause.

Sie klang skeptisch darüber, ein Gegenmittel für dieses Ghoul-Virus herzustellen. Sie meinte, das wäre nicht so einfach. Aber…

Ein schwaches Lächeln huschte über sein Gesicht.

…sie lässt dir gute Besserung ausrichten.

Riuens Gesichtsausdruck verdunkelte sich kurz, als Elise Brianna ins Spiel brachte. Q'Tahem bemerkte die Anspannung, sagte aber nichts dazu. Dann erzählte die Frau, wie es ihr erging, wenn sie ihre Form wandelte.
Er nickte ab und an bei ihren Ausführungen.


Das heißt, du hast keine Erinnerung daran, wenn du verwandelt bist…

, meinte er nachdenklich.

Hm, der Eistempel auf Thearterra… Ich erinnere mich an einen Wampa, Janus und Ar.. As… Arica… Eine solche Spritze hatte mir Zoey damals in den Arm gejagt mit den Worten, dass ich jetzt wieder die Macht verwenden könnte…

Er sah kurz zu Riuen.

Wir hatten damals ein merkwürdigen Virus gehabt, der uns von der Macht abgenabelt hatte…

, erklärte er ihm und sah dann wieder zu Elise, als ihm noch ein entscheidendes Detail einfiel:

Hinter einer Kuppel in diesem Tempel war ein Labor gewesen…

, kramte Q'Tahem in seiner Erinnerung. Ob es in diesem Labor auch etwas gegen das Ghoul Virus gab? Er lehnte sich etwas zurück, wobei seine Muskeln wieder leise protestierten.

Wenn es auf Thearterra irgendwo ein Mittel geben könnte, dann in diesem Labor…

Sein Blick wurde nachdenklich.

Aber Zoey hatte damals ziemlich geplündert. Kestrel hatte zu Beginn der Mission eine Karte mit allen Tempeln aufgetan und uns geschickt. Damit sollte es zumindest möglich sein, den Eistempel wieder zu finden… Habt ihr die Datei noch? Ich habe sie ….

, er verstummte, als er bemerkte, dass sein Comgerät bei den Sith auf Bastion lag und er damit die Daten nicht mehr lokal auf seinem Gerät hatte.

Ich hatte sie auf meinem Comgerät… Jetzt verstaubt es vermutlich auf Bastion… Zusammen mit allem anderen, was ich zurücklassen musste.

, verbesserte er sich daher.

[Coruscant / Jedi Tempel / Krankenstation / Krankenzimmer] mit Elise und Riuen
 
(Mya Donp & T'nadah Qua feat. Voye D'amiche)​

Coruscant – Jedi-Tempel, Gänge – Mya

Auch der schönste Kuss ging einmal zu Ende. Mya verabschiedete sich von Jeg und machte sich auf den Weg, ihre Padawan aus dem Jugendarrest zu holen. Dabei fragte sie sich, worauf der Zeltron-Jedi eigentlich abzielte. Ja, mit ihm zusammen zu sein war schön. Es war ein Highlight ihrer Tage im Tempel. Aber war es Liebe? Die gemeinsame Zeit war angenehm. Es machte Spaß, Nervenkitzel. Sie fühlte etwas. Eigentlich hatte Eleonore ihr lange eingebläut, weniger stark zu fühlen. Und was Jeg empfand, hatte sie keine Ahnung. Er gab es natürlich nicht zu, aber Mya hatte den starken Verdacht, dass er ein Schatten war. Trotzdem fragte er sich, was er mit seiner Ausfragerei eigentlich bezwecken wollte. Oder seinem Einsatz von Pheromonen. Sie war nicht blöd. Den Einfluss dieses chemischen Cocktails konnte sie sich nicht entziehen, aber sie konnte wahrnehmen, wann er ihn einsetzte, und sei es dadurch, dass sich ihre Stimmung plötzlich veränderte. Gerade deshalb wusste die Ritterin erst recht nicht, ob sie ihren Gefühlen trauen konnte. War es Liebe, oder einfach nur Biochemie?

Zum Glück hatte sich T'nadah nicht allzu weit weg vom Tempel erwischen lassen. Mya hatte keine Lust, Rätin Rigbys Trauerfeier zu verpassen, weil sie ihre Padawan aus dem Jugendknast herausboxen musste. Dementsprechend hielt sie sich auch nicht lange mit kleinen Fischen auf, sondern sprach direkt im Bezirkspräsidium der CSF vor. Im Büro des Polizeipräsidenten saß die Twi'lek auf dem Besucherstuhl, während dieser das Schreiben las, das sie verfasst hatte.


»Ein Gnadengesuch, verfasst von Rat Janson, Jedi-Ermittler, persönlich?«

Nein, Mya hatte kein schlechtes Gewissen. Janson hatte ihr gesagt, sie solle ihre Padawan aus dem Jugendarrest holen und das tat sie. Es war also ein direkter Auftrag von ihm. Sie schrieb sonst auch seine Korrespondenzen, dann konnte sie es in eigener Sache auch tun. Sie räusperte sich, wirkte respektvoll, geradezu demütig als sie sprach. Es sollte nicht wie die große Jedi-Keule wirken. Sie hätte auch weiter nach oben, in die Politik gehen können und dann wäre einfach eine Anordnung von oben gekommen. Aber es war immer besser, wenn jemand freiwillig koopierte, nicht durch Zwang. Die CSF taten den Ermittlern einen Gefallen, dafür würden diese sich revanchieren, allerdings hätten sie das so oder so getan, denn dafür waren sie Jedi.

»Ganz recht. Gesetz ist Gesetz, das ist ihm wohl bewusst. Wir Jedi nehmen nicht in Anspruch, über oder außerhalb des Rechts zu stehen. Doch ist es wichtig, die Verhältnismäßigkeit zu wahren. Wir haben hier eine junge Padawan – meine Padawan – die vom rechten Weg abgekommen ist. Wir verlangen nicht, dass ihr Vergehen ungesühnt bleiben soll und ich garantiere ihnen, dass T'nadah die Konsequenzen ihres Handelns zu spüren bekommen wird. Aber lassen Sie uns das machen. Meine Padawan… sie ist sensibler, als sie aussieht. Durch ihre Machtbegabung empfindet sie die psychischen Folgen der Haft stärker als gewöhnliche Leute. Außerdem ist sie klein und schwach und damit gefundenes Fressen für ihre Mithäftlinge. Bitte… ich will nicht, dass meiner Padawan etwas zustößt. Ich garantiere persönlich dafür, dass sie sich keine weiteren Straftaten zuschulden kommen lassen wird.«

Das war nicht allzu schwer zu garantieren, denn T'nadah ging mit ihr nach Ilum und danach vielleicht nach Lianna oder Haruun Kal. Und wenn sie da Leute beklaute, würde die CSF nie davon erfahren. Der Polizeichef, ein Halb-Mensch-Halb-Irgendwas, runzelte die Stirn, während er überlegte. Mya setzte ihre beste bittende Miene auf, bis er schließlich ja sagte.

»Na schön, Meisterin Jedi, ich lasse Eure Padawan frei. Richtet aber Eurem Rat Janson aus, das kostet ihn. Wir kommen darauf zurück.«

»Versprochen, Sie werden es nicht bereuen.«


Mya dachte überhaupt nicht daran, Janson überhaupt damit zu behelligen. Ein kleiner Polizeichef hatte ohnehin keinen Weg, einen Jedi-Rat direkt zu kontaktieren. Der Gefallen, den er einfordern würde, landete auch wieder bei ihr und sie würde irgendwen in Jansons Namen zu ihm beordern, ganz einfach. Wenig später flog sie mit der unterschriebenen Anordnung zum Jugendknast und ließ sich dort ihre Padawan aushändigen. Sie sprachen erst auf dem Rückflug zum Jedi-Tempel weil Mya befürchtete, dass T'nadah sie beide, wenn sie vor Zeugen redete, um Kopf und Kragen quasseln würde.

»Ich hoffe dir geht es gut, T'nadah? Keine Probleme mit anderen Gefangenen?«

Fragte Mya besorgt, während sie den Speeder lenkte.

»Iwo! Ich hab denen alle erzählt, wer mein Boss ist und dass, wenn sie mir nur ein Härchen krümmen wird, er kommen wird, um sie zu holen.«

»Du hast denen damit gedroht, dass Rat Janson kommt, wenn sie sich nicht benehmen? Und das hat funktioniert?«


Janson als Krampus, das passte jetzt so überhaupt nicht in Myas Weltbild.

»Klar! Ich hab denen erzählt, im besten Fall schneidet er ihnen nur mit dem Lichtschwert die Kehle durch. Im schlimmsten Fall benutzt er seine Brainfucker-Fähigkeiten, um sie alle in sabbernde hirnlose Idioten zu verwandeln! Ha! Ich hab ihnen gesagt, legt ihr euch mit mir an, legt ihr euch mit dem Boss an und dann endet ihr alle als Gemüse!«

Mya fasste sich an den Kopf. Bei der Macht…

»Und dann hab ich ihnen noch gesagt, wenn ihr mich auch nur schief anguckt, mit meinem Meister ist auch nicht zu spaßen!«

»Meisterin. Ich bin eine Frau.«


T'nadah sah sie von der Rückbank aus (vom Alter her durfte die Chadra-Fan zwar vorne sitzen, aber Mya ließ sie wegen ihrer Größe nicht) nur verständnislos an.

»Das wüsste ich aber. Du hast doch gar keine… keine… wie heißen diese runden Dinger?«

Rief die Padawan aus und gestikulierte mit ihren Händen vor der Brust herum. Mya seufzte. Das Mädel war echt hoffnungslos.

»Hör' jetzt mal gut zu. Rat Janson wird dich nicht lichtschwertschwingend raushauen, wenn du dich mit irgendwelchen halbstarken Kriminellen aus Coruscants Unterwelt anlegst. Zweitens: ich hab dich aus dem Knast geholt und versprochen, dass du von jetzt an eine blütenweiße Weste behältst. Wenn du wieder zu klauen anfängst, hänge ich da mit drin. Selbst wenn ich es dann noch könnte, werde ich kein zweites Mal mehr da rausboxen. Du bist machtsensitiv! Du bist eine Jedi-Padawan! Aber wenn du dich nochmal beim klauen erwischen lässt, bist du die längste Zeit eine gewesen!«

Mya sah ihrer Padawan durch den Rückmonitor fest in die Augen.

»Du könntest so viel mehr sein als eine Diebin. Wirf diese Chance nicht leichtfertig weg! Drittens, wir fliegen nach Ilum, also pack' deine Wintersachen. Es gibt einen Eindringlingsalarm in den Kristallhöhlen, die vertreiben wir und danach suchen wir einen schönen Kristall für dein eigenes Lichtschwert. Das wird lustig, du wirst schon sehen.«

T'nadahs Augen begannen zu leuchten.

»Ich bekomme ein Lichtschwert? Kommt der Boss auch mit?«

»Ja, am Ende deiner Ausbildung und nein, wir behelligen Rat Janson nicht wegen ein paar Strolchen, die Kristalle stehlen wollen. Er hat wichtigeres zu tun.«


Das versetzte dem Enthusiasmus der Padawan einen gehörigen Dämpfer.

»Macht vermutlich Sinn. Wir wollen schließlich keine Blutlachen und zerfetzte Gedärme in den Kristallhöhlen haben.«

Mya gefiel nicht, dass die Chadra-Fan kein Wort über ihre kleine Ansprache verloren hatte. Dass diese bedauerte, dass ihr die Live-Version eines Splatter-Holos auf Ilum entgehen würde, wunderte die Twi'lek schon gar nicht mehr.

»Aber hast du verstanden? Wenn sowas nochmal vorkommt, bist du nicht mehr meine Padawan. Im besten Fall kannst du auf Lianna schmoren oder im Hort auf Haruun Kal, falls der Orden dich nicht ganz rauswirft. Kein Klauen mehr!«

»Auch nicht von den ganz Reichen?«

»Dass jemand reich ist heißt nicht, dass er kein Recht hat, all diese Sache zu besitzen und dass es darum okay wäre, ihm diese einfach zu nehmen.«

»Und was ist mit den reichen bösen?«

»Wie gesagt – wenn sie dich nochmal erwischen, fliegst du. Verstehst du was ich sage?«


T'nadah wirkte kleinlaut.

»Ja, Meister.«



Später, auf der Trauerfeier. T'nadah war (hoffentlich) dabei, ihre Sachen zu packen. Die Rangers waren verständigt, eine Gruppe Pioniere würde sich abflugbereit machen. ihre Padawan und sie würden dann mit deren Transporter nach Ilum fliegen. Nun blieb nur noch eine Sache zu tun. Voye D'amiche war ebenfalls gekommen, was kein Wunder war, denn was machte eine meisterlose Padawan denn den ganzen Tag, wen sie nicht dabei war, Rat Janson zu verführen? Es war nicht schwer gewesen, sie zu entdecken, denn als Epicanthix überragte sie den Durchschnittsjedi deutlich. Jemand anderes war ebenfalls nicht schwer zu entdecken, denn diese Frau verstand es meisterlich, immer und bei jeder Gelegenheit im Mittelpunkt zu stehen. Da vorne, bei den Räten, wo sie ganz sicher nicht hingehörte.

»Da vorne, die muskulöse Silberhaarige. Sie wird dir sagen, dass ihr Padawanplatz schon vergeben ist, aber das stimmt nicht. Lass' dich nicht abwimmeln! Sag ihr, der Rat hat dich als ihre Padawan eingeteilt.«

Voye wirkte unsicher.

»Die kenne ich, das ist Ritterin Kae. Sie gibt immer die Lichtschwertkurse für Anfängerinnen, Anfänger unerwünscht. Ihr seid Euch sicher, dass sie das schluckt?«

»Meisterin Kae,«


Verbesserte Mya.

»Meisterin Kae. Das wird sie freuen, wenn du sie so nennst, dann klappt das. Du wirst sehen.«

Die Epicanthix trottete davon in Richtung ihres Opfers und Mya beobachtete die Begegnung gespannt. Entweder Voye wurde Kaes Meisterin oder sie starb bei dem Versuch. So oder so hatte Mya bald ein Problem weniger. Bald… bald… Aber was war das? Ein großer, kräftiger Mensch (Ganner) lief ihn sie hinein, prallte von ihr mehr oder weniger ab wenn man so wollte, und begann sie in ein Gespräch zu verwickeln. Und Voye? Blieb stehen, unschlüssig. Nach einer Denkpause (die Frau war so doof wie sie groß war, fand Mya), besann sie sich wieder auf ihr Standardziel und das war natürlich Rat Janson. Das musste sie unbedingt verhindern! Für Firedevs!

Coruscant – Jedi-Tempel – große Halle, Ahnas Trauerfeier – u.a. Mya
 
Coruscant - Jedi-Tempel - Gänge, Nikis, Tari und Sarina

Die Gruppe aus drei ging durch die Gänge des Tempels. Wie zuvor, als sie zu zweit waren, übernahm Sarina die inoffizielle Führung der Gruppe, in Nikis Meinung war dies zu erwarten, schließlich war sie die Ranghöchste unter ihnen.

Wie passend zu seinen Gedanken fragte Tari, Nikis während ihrer Konversation, nachdem er das du gewährt hatte, über die verschiedenen Ränge in dem Orden und wenn er duzen konnte. Nikis überlegte kurz
"Natürlich gibt es bei den Jedi wie in den meisten Organisationen Hierarchien aber generell werden diese relativ flach gehalten, wie du vielleicht schon an an Ritterin Sarina Thorne vielleicht schon gemerkt hast” Nikis warf Sarina einen kurzen, unauffälligen Blick zu. “Dies ist jedoch einen Daumenregel und es gibt gewiss Jedi die, die Ränge als wichtiger sehen. Ich würde einfach sagen man fängt man mit der höflichsten Form an, den meiner Meinung nach kann man nie genug davon haben”

Die beiden setzen ihre Konversation fort, Tari wünschte Nikis viel Erfolg bei der Meister-Suche "Danke, ich wünsche dir auch viel Erfolg bei deiner Suche” Tari furte fort, indem er ihn fragte, wie lang er schon hier war. “Hmm, kommt drauf an, was du mit hier meinst, bei den Jedi bin ich tatsächlich so weit, wie ich mich zurückerinnern kann. Hier in dem Tempel bin ich seit ungefähr den letzten Drei Standard Jahren" Nikis addiert “Aber ich bin tatsächlich noch nicht so lange auf Meister-Suche.” eine weiße Lüge, aber Nikis wollte seinen neuen Mit-Jedi nicht entmutigen, indem er ihm sagte, dass er bereits die letzten drei Jahre suchte, vielleicht hatte Tari ja mehr Glück und Verstand als er.

Auf Nikis Frage, warum Tari den Jedi beigetreten ist, erhielt er eine kurze Antwort, dass er mehr Gerechtigkeit in der Galaxis haben möchte. Nikis hatte das Gefühl, dass es mehr zu der Geschichte gab, doch er respektierte Taris Privatsphäre und antwortete kurz mit einem Lächeln.
“Ein gutes Ziel”

Kurz darauf hatten die Drei schlussendlich einen, zum Glück freien, Garten gefunden und einen losen Sitzkreis auf dem Gras gebildet. Nikis hörte gespannt zu, als Sarina die Lektion erklärte. Entspannung also, okay Entspannung konnte er, Nikis begab sich in einen Schneidersitz, legte die Hände auf seine beiden Knie und schloss die Augen, er versuchte sein bestes die Meditation Pose nachzumachen die er bei mehreren Jedi schonmal gesehen hatte, er begann, dann stark aber nicht laut ein und aus zu atmen.

Nikis versuchte sein Bestes, seinen Kopf zu leeren, doch mit der Konferenz noch so frisch in seinem Kopf, besonders dieser Sith Ian Dice, welcher sich wohl in diesem Moment irgendwo in diesem Tempel rumtreibt, machte dies nicht leicht. Nach einer Weile hörte er ein Rascheln von seiner Seite. Taris Gesicht war nicht leicht zu lesen, aber er schien Probleme beim Entspannen zu haben, Nikis mochte den Gedanken nicht, aber er freute sich etwas, dass er nicht der einzige mit Schwierigkeiten war. Taris Augen öffneten sich, doch bevor er bemerken konnte, dass Nikis ihn beobachtet, richtete dieser seine Augen wieder nach vorne und schloss diese wieder.

Nikis überlegte, was er bei Tari beobachtet hatte, dieser hatte das Gras umklammert, vielleicht musste man erst den Körper erschöpfen, um den Geist zu befreien. Nikis fing an, seine Muskeln kurz anspannen und dann wieder locker zu lassen, es war nur eine kleine Übung, doch indem er seinem Kopf und Körper etwas zu tun gab, wurde sein interner Monolog immerhin etwas leiser.

Nikis führte seine Übung weiter fort, doch er kam nicht wirklich weiter, seine Beine hatten angefangen, etwas zu schmerzen, da sie nicht an den Schneidersitz gewohnt waren. Nikis öffnete die Augen und schaute wieder zu Tari, dieser hatte sich inzwischen in das Gras gelegt, seinem Beispiel folgend lehnte sich auch Nikis zurück, das Gras prickelte kurz sein Körper, doch wurde dann sehr entspannt weich, fast weich genug um…

Nikis wäre fast eingedöst, doch als Tari aufstand und nach einer Toilette fragte, wurde er in die Realität zurück gerissen. Er schaute Tari nach, als er den Garten verließ und außer Sichtweite kam. Nikis saß im Gras wieder auf und richtete seinen Blick auf Sarina.
”Ich habe das Gefühl, dass einer von uns” er korrigierte sich als er sich erinnerte wo Tari hin wollte “Ich habe das Gefühl das ich vielleicht folgte und einmal mit ihm sprechen sollte.”

Coruscant - Jedi-Tempel - Gärten, Nikis, Tari und Sarina
 
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[ Kernwelten / Corusca-Sektor / Coruscant / Tempeldistrikt / In der Nähe des Jeditempels ] Jorti und Faith, sowie (NPCs) Passanten

Mit großen Augen verfolgte Jorti wie diese Faith erst unvermittelt auf die Brüstung der Überführung kletterte, ebenso plötzlich innehielt und dann ihrem Droiden befahl den Gleiter zu verfolgen. Die kleine Maschine piepte irgendetwas und machte sich von dannen. Von einem Moment zum anderen verschwand der Droide seinem Ziel hinterher im Verkehr.

Und dann war ihre Aufmerksamkeit wieder auf Jorti. Faith bedankte sich, dass er die Wahrheit gesagt hatte und holte ein weiteres Mal ihren Credstick heraus. Jackpot!

Die folgenden Worte waren dann jedoch wieder weniger positiv. Ihr gefiel der Gedanke nicht, dass er jetzt wieder einfach so verschwand. Vor allem nicht jetzt, da er ihr von der Fischfrau erzählt hatte. Was sollte das denn bitte heißen?

Grade wollte er nachfragen, da fügte sie hinzu, dass sie ihn schon nicht einsperren würde und dass er natürlich gehen konnte, wenn er wollte. Daran hatte Jorti gar nicht gedacht, aber jetzt wo sie es ansprach, erschien es ihm wie die denkbar unangenehmste Wendung der Ereignisse. Credits hin oder her.


„Äh, ich mein, also…“, begann er und versuchte gleichzeitig die Jedi im Blick zu behalten und nach einer Fluchtroute Ausschau zu halten, falls sie doch wieder ihr Geld zurückwollte. Alleine in ihrer Unterhaltung hatte sie sich jetzt schon verdammt oft umentschieden. Ganz schön flatterhaft, diese Jedi! Vorsichtshalber griff er schon einmal nach hinten und sicherte den Stick in seinem Hosenbund.

„Ich kann ja mal vorbei-äh-kommen. Essen klingt ja gar nicht mal so, äh, übel, eigentlich…“, murmelte er, während er nach einer guten Ausrede suchte, grade genau nicht jetzt mitkommen zu können. „Ich würd, äh, direkt hingehen aber ich, äh, muss mir ja noch vorher meine Credits von Frollein Fischfrau abholen. Ich mein, das war, äh, echt nett von dir, aber da kann ich mir noch kein Abendessen von kaufen…“

Ah, verdammt. Sie hatte ja gesagt, dass es Essen geben würde. Jorti verlagerte sein Gewicht von einem Bein aufs andere. Konnte er einfach weglaufen? Grade begann er sich – wie er dachte unauffällig – in eine bessere Position zu schieben, als plötzlich der Droide wieder auftauchte und irgendetwas piepte.

Jorti sprach zwar kein Binär, doch konnte er Tonfall und Piepsrhythmus entnehmen, dass die Mission wohl nicht erfolgreich gewesen war. Ihn wunderte das nicht. Als Droide einem Gleiter im Verkehr folgen zu wollen, erschien ihm mindestens abenteuerlich. Um einfacher würde es dafür aber jetzt sein, wenn Faith den Droiden auf ihn hetzen wollte… Ohje.

Da hatte er sich ja wieder was eingebrockt und es mit schlechtem Timing schlimmer gemacht. Hätte die Fischfrau die Maschine nicht wenigstens noch ein bisschen länger beschäftigen können?

Vielleicht war es das Einfachste da kein großes Ding draus zu machen und einfach zu gehen? Sie hatte gesagt, dass sie ihn nicht festhalten wollte, schien aber auch sehr daran interessiert daran zu sein, ihn in den Tempel zu bringen.


„Jaa, haha, wir sehen uns dann später…“, sagte Jorti und fügte nach einem Moment hinzu, um das ganze noch glaubhafter zu machen: „Wo, äh, muss ich denn dann hin? Einfach am Haupteingang und dann sagen Faith schickt mich?“


[ Kernwelten / Corusca-Sektor / Coruscant / Tempeldistrikt / In der Nähe des Jeditempels ] Jorti und Faith, sowie (NPCs) Passanten
 
[ Coruscant I Tempel-Distrikt I Überführung über einem Marktstand ]
Faith & Jorti


Faiths Blick suchte noch immer zwischen den schwebenden Verkehrsadern von Coruscant nach dem grauen Gleiter, als das vertraute Surren von Zweibein zurückkehrte. Noch bevor er sie erreichte, begann er aufgeregt zu zwitschern. Sie verstand bereits nach den ersten Tönen, dass seine Verfolgung nicht erfolgreich war. Er hatte den Gleiter im dichten Verkehr verloren. Die Padawan verzog enttäuscht den Mund, streckte aber trotzdem den Arm aus und half dem Droiden zurück auf seine Halterung zu gleiten.

„Schon gut. Den Versuch war’s wert.“

Seine Verriegelung rastete hinter ihrem Rücken ein, während sie noch einmal nach oben sah. Nur zu gern hätte sie der Frau ein paar Fragen gestellt. Wer auch immer sie war, sie kannte Faith zumindest gut genug, um sie mitten im Tempeldistrikt zu erkennen. Sie kannte Arlens Namen und ihre Verbindung, ging ja offenbar davon aus, dass eine Nachricht an Faith ihren Weg zu ihm finden würde. Darüber hinaus behauptete sie, dass irgendein gefesselter Aleena Arlens Vater war. Das war, was noch nicht so recht ins Bild passen wollte. Irgendeinen Grund musste es aber geben, ausgerechnet diese Geschichte zu erzählen.

Jorti riss sie aus ihren Gedanken, indem er sich für ihre Hilfe bedankte. Damit meinte er wohl eher den Cred-Stick. Anschließend erklärte er, dass er jetzt erst einmal die restlichen Credits bei der Fischfrau abholen musste. Faith wollte bereits widersprechen. Die Frau war gerade in einem Gleiter verschwunden. Wie wollte er sie überhaupt finden? Selbst wenn es einen vereinbarten Treffpunkt gab, warum sollte sie dort wirklich auftauchen?

Aber er schien tatsächlich zu glauben, seine Bezahlung noch irgendwo abholen zu können. Entweder musste es also wirklich eine Absprache geben, die er ihr bisher nicht offenbart hatte, oder er ging zumindest davon aus, die Frau wiederfinden zu können. Das waren die einzigen beiden Spuren, die verblieben. Sie musste sie zumindest bis zum Ende verfolgen.


„Na gut“, sagte sie deshalb und zwang sich, möglichst wenig Interesse in den Worten mitklingen zu lassen. „Dann hol dir deine Credits.“

Das fühlte sich aus zweierlei Gründen nicht besonders gut an. Jorti war in keinem Zustand, in dem Faith ihn guten Gewissens zu dieser ominösen Auftraggeberin zurückschicken wollte. Andererseits hatte sie ihm ausdrücklich gesagt, dass sie ihn nicht festhalten würde. Er hatte einen freien Willen. Wenn der Zeltron sich damit selbst in eine nicht abschätzbare Gefahr begab, musste Faith ihn irgendwie absichern. Andererseits blieb da ein einzelner Restzweifel zurück: Was, wenn das eine Falle war und sie geradewegs hineintappte? Die Padawan durfte nicht naiv werden und vergessen, dass auf sie ein Kopfgeld in einer Höhe ausgesetzt war, die so manchen guten Bürger der Neuen Republik zu Dummen Ideen verleiten konnte. Aber was blieb ihr? Wenn sie mit den bisherigen Erkenntnissen zum Tempel zurückkehrte, konnte sie Arlen dieses Bild schicken. Aber was sah er da überhaupt? Und wer wollte, dass er das sah? Warum?

„Das Angebot mit dem Tempel steht trotzdem. Wenn du später, oder egal wann, vorbeikommen willst, geh zum Haupteingang und frag nach Jedi-Padawan Faith Navalon. Die finden mich schon.“

Faith griff noch einmal nach seinem Arm, diesmal allerdings nur kurz, um seine Aufmerksamkeit bei ihr zu halten.

„Und pass auf dich auf, ja?“

Mehr sagte sie nicht. Sie ließ ihn gehen.

Dabei kostete es sie einiges an Selbstbeherrschung, ihm nicht sofort hinterherzusehen. Stattdessen blieb sie an der Brüstung stehen, zog den Holoprojektor hervor und tat einige Augenblicke so, als würde ihre Aufmerksamkeit ausschließlich dem Gerät gelten. Erst als Jorti sich weit genug entfernt hatte, hob sie den Blick. Zweibein gab hinter ihr einen fragenden Laut in Binär von sich.

„Nein, wir gehen noch nicht zurück.“

Faith wartete noch etwas länger. Der Zeltron sollte nicht einfach um die nächste Ecke biegen und sie direkt hinter sich entdecken. Gleichzeitig öffnete sie sich der Macht und konzentrierte sich auf seine Präsenz. Das war einfacher als gedacht, selbst an einem so belebten Ort. Seine angeschlagene Präsenz flackerte aufgeregt.

Dann setzte sie sich in Bewegung. Die Padawan ließ mehrere Dutzend Meter Abstand zwischen ihnen entstehen und zog sich ihre Kapuze tief über die Stirn. Sie versuchte nicht, sich unsichtbar zu machen. Das war auch gar nicht notwendig. Auf Coruscant ging man ohnehin unter. Also ließ sie sich nur in den Fußgängerstrom fallen und begann gleichzeitig, ihre eigene Präsenz in der Macht zurückzunehmen. Sie wusste nicht, mit wem sie es zu tun hatte. Verschleierung fiel ihr inzwischen leicht genug, dass sie dafür nicht stehenbleiben oder meditieren musste.

Dabei behielt sie Jorti die ganze Zeit im Auge.

Das schlechte Gefühl blieb trotzdem. Wenn diese Frau gefährlich war, schickte Faith gerade einen Mann ohne Selbstkontrolle voraus, um sie zu finden. Das war nicht besonders jedihaft. Sie wählte deshalb einen Abstand, der sie im Notfall recht schnell eingreifen ließ. Sollte er tatsächlich seine Auftraggeberin suchen, würde Faith dafür sorgen, dass er ihr nicht allein gegenüberstand. Und wenn er stattdessen direkt zum nächsten Spicehändler lief, was durchaus eine sehr wahrscheinliche Option war, dann hatte sie den Faden zumindest bis zum Ende verfolgt.



[ Coruscant I Tempel-Distrikt I Fußgängerebenen ]
Faith & Zweibein verfolgen Jorti
 
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