Darth Mornabin
Botschafter
Ordentlicher Einstand in eine neue SW-Serie. Macht Spass, kann man drauf aufbauen.
Positiv:
- Figuren: Was ich nach den ersten Folgen aufgrund meines Hauptkritikpunktes weiter unten für fast unmöglich hielt, gelingt der Serie richtig gut: Sowohl die bekannten als auch die neuen Figuren kriegen Raum zur Entwicklung. Neuzugänge wie Brander Lawson, Eeko-Dio Daki und Devon Izarra bereichern das gerade diese frühe Dark Times-Epoche des Universums. Bei Maul war ich überrascht, dass man ihm noch was Neues geben konnte, was bislang maximal angedeutet wurde. (Ausführungen dazu beim Ersteindruck zu Folge 8.) Aber auch gerade beim Supporting Cast kriegt man es mit einzelnen kleinen Dialogen tatsächlich gut hin. Ein Beispiel dafür verknüpfe ich in meinem nächsten Punkt.
- Tonalität: Die Serie hat durch sein Setting generell einen sehr ernsten Unterton. Humor kommt eigentlich nur in maximal 2-3 Sätzen pro Folge durch Vario (der auch einen netten, kleinen Arc kriegt.) und Spybot (Wo ein Comic-Relief Droide „stirbt“!) auf. Ansonsten ist MSL ähnlich bierernst wie Andor tatsächlich. Und nicht nur im Bezug auf Tonalität bezüglich der Dialoge … Sondern auch hier wieder, wie mit den Figuren umgegangen wird:
Rook Kast fand ich die ganze Staffel über ganz nett … Aber nachdem ich heute auf die Staffel zurückgeblickt habe, ist mir Folgendes aufgefallen: In wenigen Minuten haben wir gesehen, wie Rook zwar eineseits loyal gegenüber Maul ist ihn wegen Sith-Wegen hinterfragt (Gerade im Bezug auf Devon.) … Dass die Frau einerseits fürsorglich für die restliche Bande (Siehe Scorn in Folge 8) aber auch ihren Kameraden auf die Finger haut falls nötig. (Siehe andere Mandalorianer). Die Frau hat definitiv ihre Ecken und Kanten und war die ganze Staffel lang dabei … Am Ende wird sie von Darth Vader in den Nebel gezogen, mittels Würgegriff getötet und ist damit ohne gross weitere Worte zu verlieren aus der Serie raus.
Das vergleichbarste Beispiel für sowas hatten wir bei SW höchstens mit Captain Heert in Andor. Dieser ist die ganze Serie lang der Möchtegern-Konkurrent von Dedra Meero … Nur um am Ende von K-2SO als menschlicher Schutzschild genommen zu werden, um dann in die Ecke geworfen zu werden. Dieses konsequente Töten von Figuren, die mit Nebensätzen und kleinen Aktionen die Welt halt doch lebendiger und reichhaltiger wirken lassen und man erst nach ihrem Tod merkt, dass die auch was zu erzählen hatten … Das hat mich sehr an Game of Thrones errinnert. Und ich würde sogar sagen, MSL hat es bei Kast besser gemacht als Andor bei Heert.
- Nochmal ein Punkt, wo man sich sehr gut was von Andor clever abgeschaut hat und was Eigenes daraus macht: Wie ein faschistisches Regime wie das Imperium droht nicht nur seine Gegner, sondern auch seine eigenen Kinder aufzufressen. Kaum ist ein Sternzerstörer über Ferrix, werden die Karten so neu gemischt, dass die Rivalen der ersten beiden Akte aus Verzweiflung eine verständliche Allianz schliessen müssen. Man hat diese Darstellung des Imperiums im Bezug auf die Handlung sehr schön vom Genre Polit Thriller auf Action-Abenteuer für mich umgemünzt.
- Die Serie hat in 10 Folgen mit Netto-Laufzeit die Hauptthemen diverser live action-Serien besser umgesetzt:
A) The book of Boba Fett: Sowohl inhaltich als auch tonal wurde der Aufbau einer Verbrecher-Organisation massiv besser umgesetzt.
B) Obi-Wan Kenobi: Man merkt in MSL gerade im Bezug auf die Inquisition deutlich besser, wie gefährlich es ist als überlebender Jeid in den Dark Times entdeckt zu werden.
C) The Acolyte: Verführung und Ausbildung eines potenziellen Schülers auf die dunkle Seite. Gerade was die Dialoge betrift ist Maul selbst einem Qimir (Sogar Palpatine in der Umsetzung, auch wenn in-universe anders etabliert) um Lichtjahre voraus.
Das ist eine Leistung, die ich den Autoren tatsächlich hoch anrechnen.
Negativ:
- Hauptkritikpunkt an der Serie ist für mich eindeutig das Pacing. Es ist mir zu viel Action auf eher wenig Plot. Weniger Plot, der oben drauf wie andere moderne Serien im Prinzip die Handlung eines Spielfilms auf eine ganze Staffel streckt. (Generelles Problem seit TBB-S3 eigentlich.) Mehr Struktur würde dem Ganzen gut tun. Als Vergleich würde ich Star Trek: Picard-Staffel 3 heranziehen, die es geschafft hat eine schöne 3 Akt-Struktur in 10 Folgen reinzubringen, wo die ersten beiden Folgen dazu noch in sich geschlossene Arcs waren. Ich denke, dass sich die Animationsserien für diese Art der Erzählung optimal anbieten würden.
=> Entsprechend würde ich mir für Staffel 2 generell mehr Folgen wünschen, wo auch evtl. einfach mal kein einziger Schuss fällt. Nur Dialoge. Klein, prägnant und auf den Punkt gebracht … Zeigt mal, dass es auch anders geht. Sowas geht auch in 20 Minuten.
- Auch wenn die Serie es sehr gut mit dem Zwischenmenschlichen kaschiert … Mehr Konflikte, wo es nicht nur ums Überleben geht, würde mich freuen. Gerade in einer Serie, wo derart viele Figuren auf beide Seiten mit Plot Armour. Die entsprechenden Themen sind ja defintiv da, wie es das Positive aufzeigt. Aber da sollte man sich für mich deutlich mehr reinknien.
Gemischtes / Neutrales:
- Die Staffel hat jetzt diverse Parteien aus Solo in Position gebracht und uns schon Vader im Finale gegeben … Wie will man das noch in Staffel 2 toppen?
- Laserschwert-Action dynamisch, akrobatisch aber doch glaubhaft … Gelegentlich mir dann doch zu over the top.
- Einerseits bin ich wie gesagt positiv überrascht, dass man es bei Maul doch geschafft hat noch was Neues zu finden … Aber ansonsten waren manche Plot Punkte doch sehr repetitiv, auch wenn die Umsetzung überzeugen konnte: Crime-Lords entthronen, Schüler anwerben: Man wird das Gefühl leider nie ganz los, dass man das Ganze schon mal gesehen hat.
=> Man merkt, dass die Serie dafür da ist, um die SW-Histografie im Bezug auf die Lücken in Mauls Leben aufzufüllen. Mir gefäll dieser Ansatz generell bei einer fiktiven Geschichte nicht. Man will eine spannende Geschichte erzählen & nicht ständig den eigenen Schwanz jagen. (Tatsächlich ist das auch einer meiner Hauptkritikpunkte an Andor.)
Entsprechend wirkt vieles in der Staffel zwangläufig verdammt berechenbar. Und damit ist es letztlich halt fast schon (böse gesagt) belanglos weil Fan-Nische Detail. Aber gut, das wollen die Animationsserien inzwischen sowieso sein. Also kann man das nur semi wirklich als Kritikpunkt auslegen. Das ist einfach ein Symptom davon, was bei ewig expandierenden Franchises immer ein Nachteil ist.
Wobei man sowohl Andor als auch Maul zu Gute halten muss, dass sie das Ganze so erzählen, dass auch Neueinsteiger in die Geschichte alle nötigen Infos kriegen.
Wenn ich die Punktebewertungen für die einzelnen Folgen zusammen nehme, komme ich auf 7,65 / 10 Punkten. Kann ich gut mit meinem Bauchgefühl zur Serie vereinbaren. Da die zweite Hälfte sich doch etwas steigern konnte, kann ich guten Gewissens aufrunden. Gebe MSL-Staffel 1…
8 von 10 roten Laserschwertern!
Positiv:
- Figuren: Was ich nach den ersten Folgen aufgrund meines Hauptkritikpunktes weiter unten für fast unmöglich hielt, gelingt der Serie richtig gut: Sowohl die bekannten als auch die neuen Figuren kriegen Raum zur Entwicklung. Neuzugänge wie Brander Lawson, Eeko-Dio Daki und Devon Izarra bereichern das gerade diese frühe Dark Times-Epoche des Universums. Bei Maul war ich überrascht, dass man ihm noch was Neues geben konnte, was bislang maximal angedeutet wurde. (Ausführungen dazu beim Ersteindruck zu Folge 8.) Aber auch gerade beim Supporting Cast kriegt man es mit einzelnen kleinen Dialogen tatsächlich gut hin. Ein Beispiel dafür verknüpfe ich in meinem nächsten Punkt.
- Tonalität: Die Serie hat durch sein Setting generell einen sehr ernsten Unterton. Humor kommt eigentlich nur in maximal 2-3 Sätzen pro Folge durch Vario (der auch einen netten, kleinen Arc kriegt.) und Spybot (Wo ein Comic-Relief Droide „stirbt“!) auf. Ansonsten ist MSL ähnlich bierernst wie Andor tatsächlich. Und nicht nur im Bezug auf Tonalität bezüglich der Dialoge … Sondern auch hier wieder, wie mit den Figuren umgegangen wird:
Rook Kast fand ich die ganze Staffel über ganz nett … Aber nachdem ich heute auf die Staffel zurückgeblickt habe, ist mir Folgendes aufgefallen: In wenigen Minuten haben wir gesehen, wie Rook zwar eineseits loyal gegenüber Maul ist ihn wegen Sith-Wegen hinterfragt (Gerade im Bezug auf Devon.) … Dass die Frau einerseits fürsorglich für die restliche Bande (Siehe Scorn in Folge 8) aber auch ihren Kameraden auf die Finger haut falls nötig. (Siehe andere Mandalorianer). Die Frau hat definitiv ihre Ecken und Kanten und war die ganze Staffel lang dabei … Am Ende wird sie von Darth Vader in den Nebel gezogen, mittels Würgegriff getötet und ist damit ohne gross weitere Worte zu verlieren aus der Serie raus.
Das vergleichbarste Beispiel für sowas hatten wir bei SW höchstens mit Captain Heert in Andor. Dieser ist die ganze Serie lang der Möchtegern-Konkurrent von Dedra Meero … Nur um am Ende von K-2SO als menschlicher Schutzschild genommen zu werden, um dann in die Ecke geworfen zu werden. Dieses konsequente Töten von Figuren, die mit Nebensätzen und kleinen Aktionen die Welt halt doch lebendiger und reichhaltiger wirken lassen und man erst nach ihrem Tod merkt, dass die auch was zu erzählen hatten … Das hat mich sehr an Game of Thrones errinnert. Und ich würde sogar sagen, MSL hat es bei Kast besser gemacht als Andor bei Heert.
- Nochmal ein Punkt, wo man sich sehr gut was von Andor clever abgeschaut hat und was Eigenes daraus macht: Wie ein faschistisches Regime wie das Imperium droht nicht nur seine Gegner, sondern auch seine eigenen Kinder aufzufressen. Kaum ist ein Sternzerstörer über Ferrix, werden die Karten so neu gemischt, dass die Rivalen der ersten beiden Akte aus Verzweiflung eine verständliche Allianz schliessen müssen. Man hat diese Darstellung des Imperiums im Bezug auf die Handlung sehr schön vom Genre Polit Thriller auf Action-Abenteuer für mich umgemünzt.
- Die Serie hat in 10 Folgen mit Netto-Laufzeit die Hauptthemen diverser live action-Serien besser umgesetzt:
A) The book of Boba Fett: Sowohl inhaltich als auch tonal wurde der Aufbau einer Verbrecher-Organisation massiv besser umgesetzt.
B) Obi-Wan Kenobi: Man merkt in MSL gerade im Bezug auf die Inquisition deutlich besser, wie gefährlich es ist als überlebender Jeid in den Dark Times entdeckt zu werden.
C) The Acolyte: Verführung und Ausbildung eines potenziellen Schülers auf die dunkle Seite. Gerade was die Dialoge betrift ist Maul selbst einem Qimir (Sogar Palpatine in der Umsetzung, auch wenn in-universe anders etabliert) um Lichtjahre voraus.
Das ist eine Leistung, die ich den Autoren tatsächlich hoch anrechnen.
Negativ:
- Hauptkritikpunkt an der Serie ist für mich eindeutig das Pacing. Es ist mir zu viel Action auf eher wenig Plot. Weniger Plot, der oben drauf wie andere moderne Serien im Prinzip die Handlung eines Spielfilms auf eine ganze Staffel streckt. (Generelles Problem seit TBB-S3 eigentlich.) Mehr Struktur würde dem Ganzen gut tun. Als Vergleich würde ich Star Trek: Picard-Staffel 3 heranziehen, die es geschafft hat eine schöne 3 Akt-Struktur in 10 Folgen reinzubringen, wo die ersten beiden Folgen dazu noch in sich geschlossene Arcs waren. Ich denke, dass sich die Animationsserien für diese Art der Erzählung optimal anbieten würden.
=> Entsprechend würde ich mir für Staffel 2 generell mehr Folgen wünschen, wo auch evtl. einfach mal kein einziger Schuss fällt. Nur Dialoge. Klein, prägnant und auf den Punkt gebracht … Zeigt mal, dass es auch anders geht. Sowas geht auch in 20 Minuten.
- Auch wenn die Serie es sehr gut mit dem Zwischenmenschlichen kaschiert … Mehr Konflikte, wo es nicht nur ums Überleben geht, würde mich freuen. Gerade in einer Serie, wo derart viele Figuren auf beide Seiten mit Plot Armour. Die entsprechenden Themen sind ja defintiv da, wie es das Positive aufzeigt. Aber da sollte man sich für mich deutlich mehr reinknien.
Gemischtes / Neutrales:
- Die Staffel hat jetzt diverse Parteien aus Solo in Position gebracht und uns schon Vader im Finale gegeben … Wie will man das noch in Staffel 2 toppen?
- Laserschwert-Action dynamisch, akrobatisch aber doch glaubhaft … Gelegentlich mir dann doch zu over the top.
- Einerseits bin ich wie gesagt positiv überrascht, dass man es bei Maul doch geschafft hat noch was Neues zu finden … Aber ansonsten waren manche Plot Punkte doch sehr repetitiv, auch wenn die Umsetzung überzeugen konnte: Crime-Lords entthronen, Schüler anwerben: Man wird das Gefühl leider nie ganz los, dass man das Ganze schon mal gesehen hat.
=> Man merkt, dass die Serie dafür da ist, um die SW-Histografie im Bezug auf die Lücken in Mauls Leben aufzufüllen. Mir gefäll dieser Ansatz generell bei einer fiktiven Geschichte nicht. Man will eine spannende Geschichte erzählen & nicht ständig den eigenen Schwanz jagen. (Tatsächlich ist das auch einer meiner Hauptkritikpunkte an Andor.)
Entsprechend wirkt vieles in der Staffel zwangläufig verdammt berechenbar. Und damit ist es letztlich halt fast schon (böse gesagt) belanglos weil Fan-Nische Detail. Aber gut, das wollen die Animationsserien inzwischen sowieso sein. Also kann man das nur semi wirklich als Kritikpunkt auslegen. Das ist einfach ein Symptom davon, was bei ewig expandierenden Franchises immer ein Nachteil ist.
Wobei man sowohl Andor als auch Maul zu Gute halten muss, dass sie das Ganze so erzählen, dass auch Neueinsteiger in die Geschichte alle nötigen Infos kriegen.
Wenn ich die Punktebewertungen für die einzelnen Folgen zusammen nehme, komme ich auf 7,65 / 10 Punkten. Kann ich gut mit meinem Bauchgefühl zur Serie vereinbaren. Da die zweite Hälfte sich doch etwas steigern konnte, kann ich guten Gewissens aufrunden. Gebe MSL-Staffel 1…
8 von 10 roten Laserschwertern!
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