Fazit: Maul - Shadow Lord Staffel 1

Wie hat dir die Staffel gefallen? (1 bis 10 Punkte)

  • 7

    Stimmen: 0 0,0%
  • 6

    Stimmen: 0 0,0%
  • 5

    Stimmen: 0 0,0%
  • 4

    Stimmen: 0 0,0%
  • 3

    Stimmen: 0 0,0%
  • 2

    Stimmen: 0 0,0%
  • 1 (am Schlechtesten)

    Stimmen: 0 0,0%

  • Umfrageteilnehmer
    6

Darth Mornabin

Botschafter
Ordentlicher Einstand in eine neue SW-Serie. Macht Spass, kann man drauf aufbauen.

Positiv:
- Figuren: Was ich nach den ersten Folgen aufgrund meines Hauptkritikpunktes weiter unten für fast unmöglich hielt, gelingt der Serie richtig gut: Sowohl die bekannten als auch die neuen Figuren kriegen Raum zur Entwicklung. Neuzugänge wie Brander Lawson, Eeko-Dio Daki und Devon Izarra bereichern das gerade diese frühe Dark Times-Epoche des Universums. Bei Maul war ich überrascht, dass man ihm noch was Neues geben konnte, was bislang maximal angedeutet wurde. (Ausführungen dazu beim Ersteindruck zu Folge 8.) Aber auch gerade beim Supporting Cast kriegt man es mit einzelnen kleinen Dialogen tatsächlich gut hin. Ein Beispiel dafür verknüpfe ich in meinem nächsten Punkt.

- Tonalität: Die Serie hat durch sein Setting generell einen sehr ernsten Unterton. Humor kommt eigentlich nur in maximal 2-3 Sätzen pro Folge durch Vario (der auch einen netten, kleinen Arc kriegt.) und Spybot (Wo ein Comic-Relief Droide „stirbt“!) auf. Ansonsten ist MSL ähnlich bierernst wie Andor tatsächlich. Und nicht nur im Bezug auf Tonalität bezüglich der Dialoge … Sondern auch hier wieder, wie mit den Figuren umgegangen wird:

Rook Kast fand ich die ganze Staffel über ganz nett … Aber nachdem ich heute auf die Staffel zurückgeblickt habe, ist mir Folgendes aufgefallen: In wenigen Minuten haben wir gesehen, wie Rook zwar eineseits loyal gegenüber Maul ist ihn wegen Sith-Wegen hinterfragt (Gerade im Bezug auf Devon.) … Dass die Frau einerseits fürsorglich für die restliche Bande (Siehe Scorn in Folge 8) aber auch ihren Kameraden auf die Finger haut falls nötig. (Siehe andere Mandalorianer). Die Frau hat definitiv ihre Ecken und Kanten und war die ganze Staffel lang dabei … Am Ende wird sie von Darth Vader in den Nebel gezogen, mittels Würgegriff getötet und ist damit ohne gross weitere Worte zu verlieren aus der Serie raus.

Das vergleichbarste Beispiel für sowas hatten wir bei SW höchstens mit Captain Heert in Andor. Dieser ist die ganze Serie lang der Möchtegern-Konkurrent von Dedra Meero … Nur um am Ende von K-2SO als menschlicher Schutzschild genommen zu werden, um dann in die Ecke geworfen zu werden. Dieses konsequente Töten von Figuren, die mit Nebensätzen und kleinen Aktionen die Welt halt doch lebendiger und reichhaltiger wirken lassen und man erst nach ihrem Tod merkt, dass die auch was zu erzählen hatten … Das hat mich sehr an Game of Thrones errinnert. Und ich würde sogar sagen, MSL hat es bei Kast besser gemacht als Andor bei Heert.

- Nochmal ein Punkt, wo man sich sehr gut was von Andor clever abgeschaut hat und was Eigenes daraus macht: Wie ein faschistisches Regime wie das Imperium droht nicht nur seine Gegner, sondern auch seine eigenen Kinder aufzufressen. Kaum ist ein Sternzerstörer über Ferrix, werden die Karten so neu gemischt, dass die Rivalen der ersten beiden Akte aus Verzweiflung eine verständliche Allianz schliessen müssen. Man hat diese Darstellung des Imperiums im Bezug auf die Handlung sehr schön vom Genre Polit Thriller auf Action-Abenteuer für mich umgemünzt.

- Die Serie hat in 10 Folgen mit Netto-Laufzeit die Hauptthemen diverser live action-Serien besser umgesetzt:
A) The book of Boba Fett: Sowohl inhaltich als auch tonal wurde der Aufbau einer Verbrecher-Organisation massiv besser umgesetzt.

B) Obi-Wan Kenobi: Man merkt in MSL gerade im Bezug auf die Inquisition deutlich besser, wie gefährlich es ist als überlebender Jeid in den Dark Times entdeckt zu werden.

C) The Acolyte: Verführung und Ausbildung eines potenziellen Schülers auf die dunkle Seite. Gerade was die Dialoge betrift ist Maul selbst einem Qimir (Sogar Palpatine in der Umsetzung, auch wenn in-universe anders etabliert) um Lichtjahre voraus.

Das ist eine Leistung, die ich den Autoren tatsächlich hoch anrechnen.


Negativ:
- Hauptkritikpunkt an der Serie ist für mich eindeutig das Pacing. Es ist mir zu viel Action auf eher wenig Plot. Weniger Plot, der oben drauf wie andere moderne Serien im Prinzip die Handlung eines Spielfilms auf eine ganze Staffel streckt. (Generelles Problem seit TBB-S3 eigentlich.) Mehr Struktur würde dem Ganzen gut tun. Als Vergleich würde ich Star Trek: Picard-Staffel 3 heranziehen, die es geschafft hat eine schöne 3 Akt-Struktur in 10 Folgen reinzubringen, wo die ersten beiden Folgen dazu noch in sich geschlossene Arcs waren. Ich denke, dass sich die Animationsserien für diese Art der Erzählung optimal anbieten würden.

=> Entsprechend würde ich mir für Staffel 2 generell mehr Folgen wünschen, wo auch evtl. einfach mal kein einziger Schuss fällt. Nur Dialoge. Klein, prägnant und auf den Punkt gebracht … Zeigt mal, dass es auch anders geht. Sowas geht auch in 20 Minuten.

- Auch wenn die Serie es sehr gut mit dem Zwischenmenschlichen kaschiert … Mehr Konflikte, wo es nicht nur ums Überleben geht, würde mich freuen. Gerade in einer Serie, wo derart viele Figuren auf beide Seiten mit Plot Armour. Die entsprechenden Themen sind ja defintiv da, wie es das Positive aufzeigt. Aber da sollte man sich für mich deutlich mehr reinknien.


Gemischtes / Neutrales:
- Die Staffel hat jetzt diverse Parteien aus Solo in Position gebracht und uns schon Vader im Finale gegeben … Wie will man das noch in Staffel 2 toppen?

- Laserschwert-Action dynamisch, akrobatisch aber doch glaubhaft … Gelegentlich mir dann doch zu over the top.

- Einerseits bin ich wie gesagt positiv überrascht, dass man es bei Maul doch geschafft hat noch was Neues zu finden … Aber ansonsten waren manche Plot Punkte doch sehr repetitiv, auch wenn die Umsetzung überzeugen konnte: Crime-Lords entthronen, Schüler anwerben: Man wird das Gefühl leider nie ganz los, dass man das Ganze schon mal gesehen hat.

=> Man merkt, dass die Serie dafür da ist, um die SW-Histografie im Bezug auf die Lücken in Mauls Leben aufzufüllen. Mir gefäll dieser Ansatz generell bei einer fiktiven Geschichte nicht. Man will eine spannende Geschichte erzählen & nicht ständig den eigenen Schwanz jagen. (Tatsächlich ist das auch einer meiner Hauptkritikpunkte an Andor.)
Entsprechend wirkt vieles in der Staffel zwangläufig verdammt berechenbar. Und damit ist es letztlich halt fast schon (böse gesagt) belanglos weil Fan-Nische Detail. Aber gut, das wollen die Animationsserien inzwischen sowieso sein. Also kann man das nur semi wirklich als Kritikpunkt auslegen. Das ist einfach ein Symptom davon, was bei ewig expandierenden Franchises immer ein Nachteil ist.

Wobei man sowohl Andor als auch Maul zu Gute halten muss, dass sie das Ganze so erzählen, dass auch Neueinsteiger in die Geschichte alle nötigen Infos kriegen.


Wenn ich die Punktebewertungen für die einzelnen Folgen zusammen nehme, komme ich auf 7,65 / 10 Punkten. Kann ich gut mit meinem Bauchgefühl zur Serie vereinbaren. Da die zweite Hälfte sich doch etwas steigern konnte, kann ich guten Gewissens aufrunden. Gebe MSL-Staffel 1…

8 von 10 roten Laserschwertern!
 
Zuletzt bearbeitet:
Das war also die erste Staffel von Maul Shadow Lord – eine Serie, die mich von ihrer guten Umsetzung und dem Storytelling sehr überzeugt und positiv überrascht hat.
  • Ich hatte viele grobe Erwartungen an die Serie im Vorhinein, auch wenn ich mich nicht zu sehr darauf festgelegt hatte, um mir nicht dann die Freude zu nehmen, wenn es anders kommt. Und die Serie hat diese Erwartungen auf jeden Fall übertroffen.
  • Ich finde den Rauskomm-Rhythmus der Folgen eigentlich ganz gut, auch wenn es mir persönlich auch gereicht hätte, wenn eine Folge pro Woche rausgekommen wäre.
  • Wenn ich schon bei den Folgen bin, kann ich auch gleich erwähnen, dass ich es ein bisschen schade finde, dass die Folgen „nur“ 30 Minuten andauern. Auch wenn das eigentlich schon Klagen auf hohem Niveau ist, weil schließlich die Klon-Wars-Folgen zumindest immer nur 20 Minuten gingen. Auch wenn ich bei den meisten Folgen nicht das Gefühl hatte, dass sie so relativ kurz dauern.
  • Zudem ist die Anzahl von 10 Folgen nicht gerade viel, aber trotzdem noch mehr als manche andere Serie, die wir in der Vergangenheit bekommen haben.
Jetzt zum Inhalt der Serie:
  • Also ich finde es gut, dass es so gut wie die ganze Zeit auf Janix spielt und man viel vom Planeten und dessen verschiedenen Orten sehen kann. Zum Beispiel, dass der Planet nicht ein weiterer purer Stadtplanet ist, sondern ein gemischter Planet mit großen Städten, aber dennoch auch interessanter Natur.
  • Ich finde es zudem interessant, dass Meister Daki bis zum Finale überlebt hat. Ich hätte im Vorhinein eher damit gerechnet, dass er in der 3. bis 6. Folge stirbt, aber ich finde es nicht schlimm, dass er am Ende erst stirbt und dann noch durch Vader und irgendwie auch indirekt durch Maul beziehungsweise seinen Verrat – ich finde, das haben sie gut gelöst beziehungsweise umgesetzt.
  • Die alten Charaktere wie Maul, Vader, Marrok, der 11. Bruder, Rook Kast und Dryden Voss finde ich alle eigentlich sehr gut. Ich finde es zudem sehr schön, dass Rook Kast hier wieder auftaucht.
  • Doch sonst gefallen mir die neuen Figuren eigentlich ganz gut. Die Lawsons, 2Bots, Meister Daki, Devon, Wario, Spybot, Icarus und Scorn finde ich auch ganz gut gemacht.
  • Bei diesen Charakteren finde ich die Verbindung zwischen Devon und Maul sehr interessant, wenn auch ein bisschen weniger die zwischen Rook Kast und Maul auch.
  • Ich finde es zudem auch noch sehr interessant, dass am Ende Dryden Voss und Crimson Dawn ins Spiel kommen. Ich hätte das ehrlich gesagt erst in der 2. Staffel erwartet, was jetzt aber auch nicht so schlimm ist.
  • Das Stärkeverhältnis an manchen Stellen finde ich ein bisschen störend, worüber ich aber hinwegsehen kann. Eigentlich ist es mir nur bei Maul aufgefallen, als er gegen die Inquisitoren so sehr unterliegt. Da finde ich die Erklärungen mit seinem Bein, seinen alten, neuen aufgerissenen psychischen Wunden und der Klärung, dass er gegen die Inquisitoren noch nie gekämpft hat, zu dünn.
Abschluss Meinung:
Ich finde die Serie im Großen und Ganzen gut. Sie hat das Imperium wieder bedrohlich wirken lassen und auch die Inquisitoren wie auch Vader waren wie Horror-Charaktere dargestellt, was ich sehr passend finde. Das Ende mit dem Verrat an Meister Daki von Maul, Lawsons Tod, dem Erscheinen von Dryden Voss beziehungsweise Crimson Dawn, Vaders Auftreten und Devans Fall auf die dunkle Seite finde ich sehr gut und das alles lässt mich sehr auf die zweite Staffel von Maul Shadow Lord freuen.

9 von 10 Inquisitoren
 
Ein konstant hohes Niveau. Liegt vermutlich daran, dass einerseits eine kontinuierliche Story erzählt wird, und andererseits die Staffel relativ kurz ist.

Ich muss sagen, teilweise habe ich mir schwer getan mit Maul als Protagonist, obwohl er einer meiner Lieblingscharaktere ist. Es ist ungewohnt, einen üblicherweise antagonistischen Charakter als Hauptfigur zu haben, mit dem man mitfiebert.
Dennoch konnte die Serie gut seine Persönlichkeit ausbauen, besonders in den letzten 3 Folgen.

Sehr gut umgesetzt war, wie schon von anderen erwähnt, die Besrohlichleit des Imperiums. Trotzdem gelang es dem Ensemble immer wieder, sich aus den misslichen Lagen zu befreien. Oftmals ging es mir einen Ticken zu einfach, aber Animationsserie halt...

Insgesamt würde ich der Staffel eine 8/10 geben.
 
Optisch ist die Serie einfach nur "grosses Kino". Nochmal ein Quantensprung zu den Animationstechniken von The Clone Wars und Bad Batch.

Auch gefällt die Charakterisierung Mauls als sehr verschlagener Schurke bzw Antiheld. Seine Argumente mit denen der die Padawan (die künftige Darth Talon?) auf seine Seite ziehen möchte sind durchaus plausibel.

Dazu gefallen die Nebenfiguren wie der Cop und dessen Droide, der sich vom feigen Verräter zur coolen Socken ähnlich K2-KSO aus Rogue One wandelt. Da sie sonst nicht mehr auftauchen, sind die Nebenfiguren eretmals auch nicht safe und können durchaus sterben.

Die Pykes als Schurken hätte es wohl weniger gebraucht, sind sie dank ihres ständiges Verlierens sowieso die Lachnummer des Star Wars Universums.

Viel bessere Schurken sind das Imperium dessen Schreckensherrschaft ähnlich spührbar wie in der Serie Andor wirkt. Ein besonderer Höhepunkt sind natürlich die letzten beiden Folgen mit Vader, wo es nicht nur zum lange erwarteten Duell gegen Maul kommt, sondern Vader auch eine ähnliche Horrorbedrohung wie die Killer in vielen Slasher Filmen ist.

Ein schönes Gimmick ist dazu die Verbindung zum Film Solo, nachdem man nun endlich Mauls Aufstieg zum Verbrecherlord sieht und sogar Dyden Vos eine Origin Geschichte spendiert bekommt. Schade nur, dass man Quirra noch nicht nicht gesehen hat.

Insgesamt trotz Actionlastigkeit eine der besten Star Wars Serien bisher. Einzig die Episodenaufteilung stört etwas, wirkt die Serie mehr wie ein 3,5-Stunden-Film und die Schnitte zwischen den einzelnen Episoden etwas willkührlich ohne eigenen Spannungsbogen

8 von 10 punkten
 
Zurück
Oben