Kashyyyk, Trandosha (Kashyyyk-System)

Orbit über Kashyyyk | Pilotenbereitschaftsraum an Bord der Challenger | Lieutenants Fayr Ced und Neelyn Vandrik, Besatzungsmitglieder (NSCs)

Fayr hörte Neelyns Ausführungen aufmerksam zu. Der Angriff auf das Kommunikationsrelais klang nach einem vergleichsweise simplen, wenn auch nicht unbedingt einfacheren Auftrag. Es hatte keine bösen Überraschungen wie eine Staffel TIE Defender oder ähnliches gegeben und die Gegenwehr war scheinbar händelbar gewesen. Auch wenn es den Corellianer schmerzte, dass er nicht dabei hatte sein können, so überwog doch die Freude, dass sein Kollege und was von der Mynockstaffel noch übrig war scheinbar ohne größere Verluste ihren Auftrag hatte erledigen können. Entsprechend nickte Fayr die Ausführungen seines Kollegen zufrieden ab, bis dieser die Frage nach etwas Essbarem in den Raum stellte.

Der Corellianer klopfte die Taschen seiner Uniform ab, musste aber feststellen, keine Energieriegel einstecken zu haben. “Ich habe leider nichts dabei. Aber wir können gerne zur Kantine wechseln. Irgendetwas werden sie uns da sicher servieren können.” Für den Weg brauchten sie tatsächlich länger als üblich. Nicht, weil der Weg allzu weit war und auch nicht, weil die Turbolifte nicht funktionierten, sondern einfach, weil Fayr auch nach der Tasse Kaf noch immer nicht ganz auf der Höhe und deswegen nicht allzu schnell unterwegs war. In der Kantine selbst aber musste sie zumindest nicht lange anstehen. Sie war praktisch komplett verwaist und der Servierdroide überreichte beiden Piloten eine Schüssel mit einem breiigen Eintopf. Nahrhaft, aber nicht sonderlich schmackhaft. Dafür würde er aber nicht aus den Schüsseln entkommen, sollte die künstliche Schwerkraft ausfallen. Damit stellte er das perfekte Gefechtsessen also dar.

Nachdem die beiden Platz genommen hatten, machte Fayr sich trotzdem über seine Portion her, als wäre es die best bereitete Mahlzeit seit Erfindung des Hyperantriebs. Sein geschwächter Gesundheitszustand schien also zumindest nicht den Appetit des Correllianers zu schmälern. Nachdem er seinen Magen mit den ersten Löffeln Breis ein wenig beruhigt hatte, kniff Fayr die Augen zusammen und musterte Neelyn kritisch. “Spürst du das? Die Geschütze der Challenger haben aufgehört zu feuern.” Und tatsächlich hatten irgendwann die kaum spürbaren Vibrationen der Deckplatten aufgehört, seitdem sie die Kantine betreten hatten. Es brauchte nur einen gewissen Feinsinn, um das zu bemerken. Der Gefechtsalarm wurde jedoch nicht aufgehoben, also waren sie noch nicht aus dem Schneider.

“Also, erzähl weiter. Die Erschütterungsraketen haben die Y-Flügler bedroht, meintest du? Wieviele der Raketen konntest du abschießen? Gab es Verluste bei den Bombern?” Fayr hing Neelyn förmlich an den Lippen, während er nebenher seinen Brei löffelte.

Orbit über Kashyyyk | Pilotenkantine an Bord der Challenger | Lieutenants Fayr Ced und Neelyn Vandrik, Besatzungsmitglieder (NSCs)
 
[Kashyyyk | Wawaatt-Archipel | auf einem Katamaran kurz vor Kachirho] - Agentin Chi-Maia Chonda ("Glyph"), Tarpekk (NPC) & zwei Wookiee-Krieger

Es war erstaunlicherweise schwerer gewesen Sequoia von Glyphs Idee zu überzeugen, als Tarrokk. Der alte Kriegshäuptling war vollgepumpt mit Adrenalin und beschäftigt damit, die Akklamation seiner Krieger zu genießen, während wenigstens einige der Wookiee-Partisanen mitdachten und dementsprechend die befreiten Schnellboote mit allem, was brauchbar war, beluden und den Rückzug vorbereiteten. Tarrokk war am Kommunikator kurz angebunden und desinteressiert gewesen, hatte aber genehmigt, dass Glyph zusammen mit Tarpekk Unruhe in Kachirho stiften ging. Ihr direkter Vorgesetzter wiederum hatte gezögert, als sie ihren Plan erklärt hatte. Sequoia hatte nur durch ihr Beharren auf den möglichen Vorteilen einer schnellen Aktion sein Einverständnis gegeben und war besorgt, dass zu viel Aufmerksamkeit auf Kachirho ihr Safehouse im ‚Green Excelsior Inn‘ gefährdete. Zweifelsfrei eine richtige Einschätzung, wie sie zugab, nichtsdestotrotz aber war der Lieutenant kein Schläferagent mehr und Glyph nicht hier, um schlicht Informationen zu sammeln, sondern um die Invasion zu unterstützen – eine Invasion, die schneller und mit geringerem Blutzoll ablaufen konnte, wenn die Bevölkerung einen Aufstand probte.

So saß sie in einem kleinen Katamaran aus dunklem Holz zusammen mit Tarrokks rechter Hand, Tarpekk und zwei weiteren, jungen Wookiees, die jeweils mit Messern, Vibroklingen, Bowcastern und einigen gestohlenen imperialen Waffen ausgerüstet waren. Schocktruppen, so wie es der Kriegshäuptling wollte. Glyph hoffte jedoch, dass Tarpekk und seine junge Garde noch nicht in dem engen Netz an Wookiee-Traditionen und Ehrenvorstellungen verfangen waren wie der alte Pelzberg. [„Was ist dein Plan, Cho Malichi,“] brummte der Wookiee-Hauptmann fragend, die Augen nachdenklich auf die Skyline von Kachirho mit seinen großen Wohnbäumen gerichtet. Der Ansatz eines Wolfsgrinsens umspielte ihre Lippen. „Unterhalb der großen Bäume von Kachirho, im Nordwesten, gibt es ein enges, dreckiges Ghetto aus Containern und Hütten, in dem der größte Teil der Familien eurer Zwangsarbeiter zusammengepfercht lebt. Die Imperialen bewachen die Zugänge und haben Patrouillen im Inneren, seit republikanische Agenten dort Graffiti anbrachten. Diese werden aber abgelenkt und ausgedünnt sein, seit die Invasion begonnen hat,“ begann sie die Situation beschreiben. „Wir müssen den unterdrückten Wookiees zeigen, dass sie sich gegen das Imperium wehren können. Dass das Imperium nicht überall sein kann. Wir werden ein Zeichen setzen, dass die Befreiung naht.“ Tarpekk hörte ihr aufmerksam zu, ohne eine Reaktion zu zeigen. Seine dunklen Augen bohrten sich in die Seinen. [„Wir sind vier Krieger, die sich in die Höhle des Gundarks begeben. Ich vermute, dass du nicht planst einen ehrenvollen Kampf im Sinne Tarrokks zu führen.“] Sein Statement war ehrlich und direkt, aber nicht ablehnend.

Die zwei weiteren Waldbewohner murrten unsicher und ruckten auf ihren Sitzen herum, wobei sie sich unbehagliche Blicke zuwarfen. Glyph spürte, dass sie die richtigen Worte finden musste, um ihre Begleitung bei Laune zu halten. Sie ließ sich einen kurzen Augenblick Zeit bevor sie antwortete, um sicherzustellen, dass sie die Worte richtig aussprach: [„Selbst der Katarn jagt aus den Schatten des Wroshyr. Warum also sollte die Klinge des Wookiees dem Feind ihren Weg verraten?“] Die kehligen Laute waren rau in Chi-Maias Kehle und das gutturale Vibrieren ihrer Stimmbänder schmerzte, aber trotzdem gab sie sich alle Mühe ihre Aussprache möglichst korrekt zu halten. Die zwei Krieger waren für einen Moment still, tauschten dann einen Blick aus und knurrten zustimmend. In Tarpekks Augen blitzte für einen Moment Belustigung auf. [„Der Häuptling hatte Recht. Du knurrst fast wie einer von uns,“] kommentierte der Wookiee. [„Wir werden uns an deine Anweisungen halten. Und Lernen.“] Glyph nickte. Es schien, sie hatte Tarrokks zweiten Mann richtig eingeschätzt, aber wichtig war nicht nur lernen zu wollen, sondern auch zu zeigen, dass man fähig dazu war. "Es gibt einen Plan, Tarpekk," versicherte sie. "Wir werden geschwächte Posten überfallen und damit eine Botschaft hinterlassen: das das Imperium verwundbar ist." In ihrem Kopf ging sie den Lageplan des Slums durch, den sie vor einigen Tagen im Safehouse gesehen hatte. Eingänge, Überwachungsposten, wahrscheinliche Patrouillenrouten. All das würde in den wenigen Stunden vor dem Aufgang der Sonne noch entscheidend sein. Ein schneller Blick auf ihren Handchronometer zeigte ihr, dass sie schnell sein mussten. Der Macht sei Dank hatten sie das Ufer etwas außerhalb von Kachirho fast erreicht.

Der weiße Sandstrand hob sich im Dunkeln von den tieferen Schwarztönen der großen Bäume und des Dickichts ab. Glyph hörte das Holz des Katamarans leise unter sich knirschen, als sich das Gefährt mit einer letzten Anstrengung seiner Bootsbesatzung auf Sand schob. Chi-Maia schob sich eine Strähne ihres Haars aus dem Gesicht und zog eine zu ihrem Feldanzug passende Sturmmaske über das Gesicht. Zwar plante sie nicht, jemandem die Chance zu geben, sie wiederzuerkennen, aber Vorsicht war besser als Nachsicht. Kaum eine Minute später legte der Katamaran wieder ab, während vier Schemen im Dickicht um Kachirho verschwanden.

[Kashyyyk | Wawaatt-Archipel | Sandstrand außerhalb von Kachirho] - Agentin Chi-Maia Chonda ("Glyph"), Tarpekk (NPC) & zwei Wookiee-Krieger
 
[Orbit über Kashyyyk | Trägerkampfgruppe abseits des Hauptgefechts | LTK Challenger | Pilotenkantine] Lieutenants Neelyn Vandrik & Fayr Ced, Besatzungsmitglieder (NPCs)

Ced schlug einen Wechsel ihres Standortes vor, als Neelyns Magen donnernd Nahrung einforderte, ein Vorschlag, den er ohne Widerspruch annahm. Neelyn ging ein wenig hinter dem vergleichsweise langsam voranschreitenden Corellianer her und beobachtete nicht ohne eine gewisse Sorge, wie langsam der sonst so energische Pilot lief. Die Strahlenvergiftung und ihre Behandlung machten ihm offensichtlich mehr zu schaffen, als er im ersten Moment zugab. Als sie dann in der Einsamkeit der leeren Messe angekommen waren, servierte ein Droide ihnen das allseits beliebte ‚Gefechtsgulasch‘, einen Eintopf, in dem man entgegen des Namens wenig einzelne Bestandteile erkennen konnte und der im Wesentlichen aus einem ockerfarbenen, klebrigen Brei bestand. Ein Marine hatte ihm während seiner Offiziersausbildung einmal erzählt, Kameraden hätten das Zeug unter Gefechtsbedingungen benutzt, um Haftladungen zu produzieren, indem sie es auf in Flottensocken verpackte Thermitladungen geschmiert hatten. Als Neelyn einmal mehr einen Löffel von dem Zeug aß, war er ein kleines Stückchen näher dran, diesen Blödsinn tatsächlich zu glauben. Dann hielt Fayr vor ihm für einen Moment inne. “Spürst du das? Die Geschütze der Challenger haben aufgehört zu feuern.”

Tatsächlich spürte auch Neelyn, jetzt wo sein Gegenüber es sagte, keine der rhythmisch vibrierenden Stöße, die die Hauptgeschütze durch die Schiffsstruktur jagten, unter seinen Füßen mehr. „Jetzt wo du es sagst ...,“ brummte er überrascht. Trotz alledem leuchten die Alarmlichter knapp unterhalb der Decke immer noch regelmäßig in rot auf, was bedeutete, dass der Gefechtsalarm weiterbestand. Bevor er jedoch weiter darüber nachsinnen konnte, ob die Schlacht außerhalb nun endlich beendet war, bat ihn Ced mit seinem Bericht fortzufahren: “Also, erzähl weiter. Die Erschütterungsraketen haben die Y-Flügler bedroht, meintest du? Wieviele der Raketen konntest du abschießen? Gab es Verluste bei den Bombern?” Neelyn schob sich einen Löffel des Eintopfs in den Mund und dachte kurz nach. Trotz des Kafs spürte er wie eine Wolke aus Müdigkeit sich langsam über seinen Kopf zu legen schien. Beinahe verschluckte er sich am lauwarmen Brei in seinem Mund. „Zwei mit den Kanonen. Drei? Nein, vier durch Gegenmaßnahmen. Die Droidengehirne in den Plattformen waren zwar nicht sonderlich schlau, aber die ausreichend gefährlich. Zusammen eine Salve von vier Erschütterungsraketen. 115 MGLT, Gefechtskopf für Korvettenziele. Nicht sehr wendig, aber genug Sprengstoff um unsere Maschinen dreimal in Raumstaub zu verwandeln,“ berichtete Neelyn langsam, bemüht die Details richtig auf die Reihe zu bekommen.Ravka und ich haben uns exponiert, um als Beute für die Raketen zu dienen. Wir haben den Reaktor des Relais aufgeschaltet, um angemessen bedrohlich zu wirken, dann haben wir zur Verteidigung einen Wirbel aus Düppeln angelegt, in den wir vor den Raketen geflohen sind. Die Bomber waren dementsprechend intakt, als ich meinen Rückflug begonnen habe.“

Vandrik hustete kurz, weil ein wenig des faden Gemüsetopfs beim Reden in den falschen Hals geraten war. „Eine der letzten Raketen hat durch die Druckwelle einen Defekt in meinem Kühlsystemen ausgelöst. Oder verschlimmert. Das muss ich mit Snubb noch abklären. Deshalb sieht mein Antrieb auch aus wie ein verkohlter nubischer Kohlkopf,“ sagte Neelyn und schob sich gierig einen weiteren Bissen Eintopf in den Mund, bevor er den Löffel für einen Moment beiseitelegte und stirnrunzelnd Ced anschaute. „Wo wir gerade von Ravka reden. Was ist sein verdammtes Problem? Er war kurz davor meine Befehle zu missachten, hat jede meiner Entscheidungen kommentiert und fast die Nerven verloren. Tut er das bei dir auch?“

[Orbit über Kashyyyk | Trägerkampfgruppe abseits des Hauptgefechts | LTK Challenger | Pilotenkantine] Lieutenants Neelyn Vandrik & Fayr Ced, Besatzungsmitglieder (NPCs)
 
Orbit über Kashyyyk | Pilotenkantine an Bord der Challenger | Lieutenants Fayr Ced und Neelyn Vandrik, Besatzungsmitglieder (NSCs)

Fayr hörte Neelyn still zu, während er seine Geschichte zu Ende brachte und nickte zustimmend über das überaus erfolgreiche Ergebnis. Keine eigenen Verluste, die Bomber konnten unbehelligt ihr Ziel angreifen und die Plattformen waren ausgeschaltet, was wollte man mehr als Kampfpilot? “Das klingt nach guter Arbeit, verdammt guter Arbeit.” Anschließend hatte sein Staffelkollege aber noch einiges negative über den letzten überlebenden Formationspiloten des Corellianers zu sagen. Naturgemäß wollte Fayr seinen Untergebenen instinktiv verteidigen, allerdings fehlte ihm gerade einfach die Energie, mit der sonstigen schnippischen Leichtigkeit zu antworten. “Vergiss mal nicht, dass Ravka kurz davor nicht nur seinen Flügelmann verloren hat, sondern auch den Kontakt zu mir und meinem Flügelmann abgebrochen war. Die Begegnung mit der Fregatte und den TIE Defendern wird uns alle wohl noch eine Weile in den Knochen stecken und das Oberkommando hatte nichts besseres zu tun, als uns erneut in die Schlacht zu werfen, statt uns auszutauschen.”

Allein bei dem Gedanken an das Erlebte erschauerte Fayr unwillkürlich. Sie hatten mehr durch Glück als Verstand beide Situationen überlebt und der Corellianer konnte sich ziemlich gut vorstellen, was durch Ravkas Kopf gegangen war. “Ich würde das erstmal auf den Stress von wiederholten Nahtoderfahrungen innerhalb kürzester Zeit schieben, bis ich mir die Funkaufzeichnungen abgehört habe.” Fayr hob die Schultern, die Sache war nicht seinen Händen, jedenfalls nicht ausschließlich, also versuchte er es mit Beschwichtigungen. “Wir alle haben uns in Friedenszeiten verpflichtet haben und ausgebildet wurden. Auch die gründlichste Ausbildung und ein paar leichte Gefechte gegen Pirateneinheiten können Soldaten nicht auf die harte, kalte Realität des Krieges vorbereiten.” Es war einfach eine Sache, von Dingen zu lesen oder Bildmaterial zu Gesicht zu bekommen oder einem Zeitzeugen zuzuhören. Es war aber ganz etwas anderes, selbst mitten durch die Hölle zu gehen und den eigenen Angstschweiß in Strömen den Körper runterfließen zu spüren.

Abschließend machte Fayr eine abwinkende Geste, um das Thema zu beenden. “Wir werden alle durch eine psychologische Evaluation gehen. Sollte er sich als untauglich für den Frontdienst erweisen, wird man ihn auf irgendeinen ruhigen Randposten an einen Schreibtisch versetzen.” Tatsächlich täte es dem Corellianer in der Seele weh, wenn es dazu kommen sollte. Das war aber dann doch die bessere Alternative, als den Mann erneut ins Gefecht zu treiben, wo er dann nicht nur sich selbst, sondern auch alle um sich herum gefährdete. “Für den Moment aber rate ich dir, dir mehr Sorgen um dich selbst zu machen. Dir geht es ja so wie mir, ohne funktionsfähigen X-Flügler sind wir hier an Bord insgesamt ziemlich unnütz und das wird die Geschwaderleitung nur dazu veranlassen, uns allerlei Verwaltungsarbeiten aufzuhalsen.” Allein der Gedanke daran machte Fayr schon Kopfschmerzen und ließ ihn spontan unglaublich müde werden. Er war wahrlich ein Mann der Tat und nicht für einen Schreibtischjob gebaut.

Noch während die beiden so redeten, wurde der Gefechtsalarm der Challenger beendet und der Status des Schiffes auf erhöhte Alarmbereitschaft zurückgestuft. Damit war ihr Teil der Eroberung Kashyyyks jetzt auch offiziell beendet.

Orbit über Kashyyyk | Pilotenkantine an Bord der Challenger | Lieutenants Fayr Ced und Neelyn Vandrik, Besatzungsmitglieder (NSCs)
 
[Kashyyyk | Wawaatt-Archipel | Kachirho | Baum am Rand des Ghettos für Zwangsarbeiter] - Agentin Chi-Maia Chonda ("Glyph")/Cho Malichi, Tarpekk (NPC) & zwei Wookiee-Krieger (NPCs)

Die Infiltration des Zielgebiets lief erstaunlich gut. Zum einen bewegten sich die Wookiees mit einer geradezu beeindruckenden Eleganz durch das Unterholz, lautlos und präzise. Auch als sie sich von Westen aus dem eingezäunten Bereich näherten, in dem die Imperialen zahlreiche Zwangsarbeiter und ihre Familien eingesperrt hatten, bewiesen die drei muskulösen Pelzberge, dass sie nicht nur im tropischen Unterholz gefährliche Jäger waren. Zudem sah Glyph von den Ästen eines der Bäume im Zwangsarbeiterghetto aus lediglich eine einzelne Patrouille aus fünf Armeesoldaten, die sich langsam um das Gebiet bewegte. Es schien, als haben die Imperialen einige ihrer Wachposten abgezogen und sie vermutete, dass das etwas mit ihrem Überfall auf die Dockstation vor Kachirho zu tun hatte, oder zumindest mit der imminenten Invasion. Ansonsten gab es vereinzelte Wachtposten an den Eingängen des Ghettos, sowie im Zentrum des Gebiets, wo ein einzelner Brunnen und einige verwaiste Marktstände von einem kleinen Posten aus einem Wachturm und Sandsäcken dominiert wurden. Sie sah darin eine einzelne Wache im Ausguck, zwei, die an einem Tisch saßen und zwei, die Wache standen. Die Agentin hielt für einen Moment die Luft an und legte sich einen Schlachtplan zurecht. Was die Lage verkomplizierte, war das Paar Suchscheinwerfer, die automatisch gesteuert, langsame Kreise um den Rand des beleuchteten Bereiches des Platzes zogen, bis wohin die Lichter des Vorpostens nicht mehr reichten. Es würde schwierig werden, sich der Stellung anzunähern. Es sei denn, etwas lenkte die Aufmerksamkeit der Wachposten ab. Es müsste sich doch zwischen den ganzen windschiefen Hütten und rostigen Wohncontainern irgendetwas Brennbares befinden?

Behände stieg sie die Äste wieder hinab, darauf bedacht trotz – oder gerade wegen – der nächtlichen Ruhe möglichst wenig Geräusche zu machen. Schließlich sprang sie von einem dicken, unteren Ast in das Dunkel unterhalb des Baumes. Kaum hatte sie sich gefangen, tauchte ein breiter Schatten aus der Nacht vor ihr auf: Tarpekk. [„Was hast du gesehen, Cho Malichi?“] fragte der Wookiee leise. Sie grinste unter ihrer Sturmmaske. „Der Posten auf dem kleinen Marktplatz ist ein ideales Ziel, aber es wird kein einfacher Kampf werden. Wenn deine Krieger meinen Anweisungen folgen, kann es funktionieren ...,“ antwortete sie flüsternd. Tarpekk nickte und ein tiefes, langgezogenes Brummen hieß seine Männer näher zu kommen. Für einen Moment versuchte Glyph im tiefen Schwarz um den Baum herum eine etwas geschütztere Position auszumachen. Der Baum stand in einer Art Hinterhof zwischen zwei Sperrholzhütten und der äußeren Perimetermauer, die sie mit einem Enterhaken und Seil überwunden hatten. Glyph konnte im Zwielicht einige eckige, dunklere Formen an einer der Wände erkennen: sie vermutete Kisten oder Regale, die hoffentlich die Lichtabstrahlung weitesgehend blockieren würden. Sanfte Schritte kamen näher: ihre Begleiter schlossen zu ihnen auf. Sie leitete sie durch stille Gesten zwischen die Kisten, wo sie eine kleine Taschenlampe von ihrem Gürtel nahm und auf den Boden richtete. Das Licht war schmerzhaft und würde sie für eine Weile im Dunkel blind machen, aber noch waren sie unentdeckt und, soweit sie es beurteilen konnte, gänzlich alleine, es gab also wenig zu verlieren. „Hier ist der Plan“, flüsterte sie in Basic, denn sie wusste in Shyriiwook konnte sie angesichts ihrer Anatomie entweder gerade so verständlich oder leise sprechen. Tarpekk, bitte übersetze, damit deine Krieger verstehen.“

Sie zeichnete mit ihren behandschuhten Fingern die Umrisse des Marktplatzes, des Außenpostens und der umstehenden Container und Hütten in den sandigen Boden. „Der imperiale Posten ist hier,“ begann sie und deutete mit zwei Fingern auf die groben Linien der Befestigungen und den kleinen Kreis, der den Wachturm symbolisierte. Glyph zeichnete fünf Kreuze für die ungefähre Position der imperialen Soldaten im Außenposten ein. „Fünf Armeesoldaten,“ erklärte sie, dann deutete sie auf drei der Wohncontainer. „Je ein Wookieekrieger pro Position. Haltet euch im Dunkeln und in Deckung und wenn mein Signal kommt, erledigt ihr die Imperialen. Einzelne, gezielte Schüsse, kein Dauerfeuer!“ Sie stoppte ihre Instruktionen für einen Moment und ließ ihren letzten Befehl sinken, während Tarpekk übersetzte. Dieser Kampf würde nur dann ein Erfolg werden, wenn sie das Überraschungsmoment hatten und präzise vorgingen. Wildes Anstürmen würde sie Leben kosten. Als der Wookiee-Partisan mit seiner Übersetzung am Ende war, fuhr sie fort: „Ich werde versuchen zwischen den Hütten im Norden eine Ablenkung zu starten und einige der Posten wegzulocken. Tarpekk hat einen meiner Kommunikatoren bekommen. Sobald er ein dreimaliges Klopfen durch den Kommunikator hört, schießt er und ihr anderen steigt ebenfalls mit ein. Wenn die imperialen tot sind, treffen wir uns am Posten und bringen unsere Botschaften für die Bevölkerung an, bevor wir uns zurückziehen.“ Sie wartete für einen Moment bis der dunkelhaarige Wookiee aufgeholt hatte, sodass die Krieger die Gelegenheit hatten Fragen zu stellen.

Als keine Nachfragen kamen, grinste sie ihre Schattenkrieger unter der Sturmmaske an. [„Wir haben unsere Beute isoliert und werden zuschlagen, wenn sie am schwächsten ist. Aber wir müssen uns nach unserem finalen Schlag zurückziehen, bevor das Pack zur Hilfe kommt,“] knurrte sie in Shyriiwook und klopfte Tarpekk dabei kräftig auf die muskulöse Schulter. [„Gute Jagd, Krieger!“] Sie räusperte sich trocken, wie so oft nach längeren Sätzen in der Sprache der Baumbewohner von Kashyyyk, denn ihre Stimmbänder fühlten sich schmerzhaft überdehnt an. Ein schneller Blick auf ihre Handchronometer mahnte sie zur Eile. Sie hatten nicht mehr viel Dunkelheit als Spielraum. Es war Zeit, ihren Plan in die Tat umzusetzen.

[Kashyyyk | Wawaatt-Archipel | Kachirho | dunkler Hinterhof im Zwangsarbeiter-Ghetto] - Agentin Chi-Maia Chonda ("Glyph")/Cho Malichi, Tarpekk (NPC) & zwei Wookiee-Krieger (NPCs)
 
[Orbit über Kashyyyk | LTK Challenger | Pilotenkantine] Lieutenants Neelyn Vandrik & Fayr Ced, Besatzungsmitglieder (NPCs)
Der Ansatz eines Lächeln huschte über Neelyns immer noch etwas bleiches Gesicht, als er Ceds Lob hörte. Sicherlich war es eine keine ähnlich halsbrecherische Aufgabe gewesen, die Verteidigungsplattformen auszuschalten, wie in den Nahkampf mit TIE-Defendern zu gehen. Gefährlich war es aber trotzdem gewesen, gerade weil Flugkörper dieser Größe eine nicht zu verachtende Sprengkraft hatten und insbesondere für die Y-Wings brandgefährlich gewesen waren. Deshalb erfreute ihn Fayrs Zuspruch durchaus. Kooperation war der Schlüssel zum Erfolg: die Beute zu spielen, während der Rest der Staffel in den Angriff geht, war zweifellos effizient gewesen, wenn auch eine ausgesprochen unbequeme Erfahrung für ihn und Ravka. Taktisch klug oder strategisch notwendig war schließlich nicht gleichbedeutend mit ungefährlich für das eigene Leben und das der Staffelkameraden. Selbst einem Fliegerass wie Ced wurde sichtbar anders, wenn er an den Nahkampf mit den Defendern und ihren verzweifelten Anflug auf die Lancer-Fregatte zurückdachte. Neelyn konnte es ihm nicht verdenken.

Und genau deshalb regte sich Widerstand in ihm, als er hörte wir Ced seinen Untergebenen verteidigte, auch wenn er den Impuls oder das Chaos an Adrenalin und starken Gefühlen, welche man als Pilot in dieser Situation empfand, nachvollziehen konnte. Zwei seiner Untergebenen waren aus dem Gefecht nicht zurückgekommen. Einer davon, Lya’Sei, weil Neelyn selbst einen hochgefährlichen Angriff auf eine Fregatte zur Jagdabwehr befohlen hatte. Der Bothaner war also gestorben, weil er seinen Anordnungen gehorcht hatte und der Gedanke versetzte ihm einen schmerzhaften Schlag in der Magengrube, der fast dafür sorgte, dass das Gefechtsgulasch wieder hochkam. Am Ende des Tages hatte er überlebt, weil er mehr Glück gehabt hatte und im richtigen Moment die richtigen Manöver geflogen war. War er zur hart mit Ravka? Oder mit sich selbst? Neelyn seufzte und atmete tief durch, bevor er zu einer Antwort ansetzte. Am Ende des Tages ging es um Resilienz und Professionalität. „Glaub mir, ich verstehe Ravkas Situation gut. Vor nicht allzu langer Zeit habe ich meinen Gefechtsstress mit Elan zwischen zwei von Sergeant Snubbs Materialkisten im Hangar ausgekotzt. Wortwörtlich. Du warst dabei. Zwei meiner Piloten sind aus der Schlacht nicht zurückgekehrt, die Hälfte meiner Rotte. Einer davon als Konsequenz meines Befehls, einen Anflug auf die Lancer zu starten. Ich fühle die kalte Realität des Krieges also ganz konkret an mir selbst und ich behaupte nicht, dass ich sie sonderliche genieße.“

Dann wurde Vandriks Gesicht hart und sein Ausdruck kühl. „Aber im Endeffekt ist unsere beste Überlebensversicherung da draußen, dass wir kooperieren. Dass wir Befehle ausführen. Dass wir uns auf den Flügelmann verlassen können. Wenn ich als Pilot nicht die Disziplin wahre, dann leiden andere darunter. Ganz einfach. Ganz praktisch. Wenn sich andere nicht auf mich verlassen können, dann bin ich eine Belastung, kein Teammitglied.“ Er legte den Löffel beiseite und kratzte sich langsam an den drei lang gezogenen Narben an seiner Backe. Ihm war der Appetit vergangen. Mit einem müden Knurren schob Neelyn die Schüssel von sich und starrte für einen Moment wortlos auf sein Spiegelbild im matten Metall des Löffels. Es fühlte sich falsch an, Ced irgendwelche Vorträge zur Professionalität und Disziplin zu halten. Schließlich wusste der Corellianer vermutlich selbst gut genug, wovon er sprach, und es stand Neelyn nicht zu, ihm sein Geschäft zu erklären. Dann winkte sein Gegenüber ab, um das unliebsame Thema zu beenden, wofür Neelyn nicht undankbar war. “Wir werden alle durch eine psychologische Evaluation gehen. Sollte er sich als untauglich für den Frontdienst erweisen, wird man ihn auf irgendeinen ruhigen Randposten an einen Schreibtisch versetzen,“ antwortete Ced. “Für den Moment aber rate ich dir, dir mehr Sorgen um dich selbst zu machen. Dir geht es ja so wie mir, ohne funktionsfähigen X-Flügler sind wir hier an Bord insgesamt ziemlich unnütz und das wird die Geschwaderleitung nur dazu veranlassen, uns allerlei Verwaltungsarbeiten aufzuhalsen.”

Vandrik zuckte mit den Schultern. „Im Endeffekt kann Ravka auch als Pilot beim Nachschub oder in einem Truppentransporter kriegswichtige Beiträge leisten und ich werde mich nicht anmaßen ihn dafür zu verurteilen.“ Dann kam ein dünnes Lächeln zurück in sein Gesicht und verlieh ihm einen schurkischen, amüsierten Ausdruck. „Du hast doch wahrscheinlich nachts Alpträume davon, wie dir Chonda mit einem Satz Datapads mit Einsatzberichten, Ersatzteilanfragen und Personalbeurteilungen im Anschlag durch die Gänge der ‚Challenger‘ hinweg hinterherrennt,“ sagte Neelyn schnippisch. „Wobei ich ...“ Seine nächsten Worte erstarben als blechern eine Durchsage aus dem Interkom des Kreuzers drang.

Lieutenants Ced und Vandrik in Besprechungsraum Drei zum Einsatzdebriefing! Ich wiederhole ...“ Neelyn seufzte abermals, dieses Mal aber weniger traurig als entnervt. Es schien ihre Pause war zu Ende und der Rest der Staffel war zurück auf dem Träger. Mit wenig Elan stand er auf und bedeutete dem Servierdroiden noch einmal ihre Kaf-Tassen nachzufüllen, bevor sie sich auf den Weg machten.

[Orbit über Kashyyyk | LTK Challenger | Pilotenkantine] Lieutenants Neelyn Vandrik & Fayr Ced, Besatzungsmitglieder (NPCs)
 
| Kashyyyk | Wawaatt-Archipel | Wald nördlich Kachirho | Nahe einer Astkreuzung | Lieutenant Tarkus & andere Imperiale sowie Brako und andere Republikaner in der Nähe |

Von allen Seiten flogen Holzsplitter, abgerissene Rinde, ganze Äste durch die Luft. Nicht wenige davon schlugen gegen die weiße Rüstung oder gar den Helm des Sturmtruppen-Lieutenants. Ein besonders großer Ast drosch seinen Kopf derart heftig zur Seite, dass sich der Wald von Kashyyyk für einen Moment drehte, während ein elendig langes, hohes Piepen das Hörvermögen ersetzte. Einer seiner Leute eilte herbei, um Tarkus wieder aufzuhelfen. Er konnte nicht sagen, wer es war. Seine Gedanken fokussierten sich darauf, sein Blastergewehr erneut auf Anschlag zu heben und der Rebellenbrut die Hölle in Form von tödlichen Energiebolzen entgegen zu senden.


“Wir brauchen Unterstützungsfeuer!”, brüllte er in das Helm-Com, als er einen Teil seiner Fassung zurückgewonnen hatte.

“Die Verbindung ist tot, Sir!”, kam die Antwort vom Funker.

Ohne auch nur eine Sekunde das unablässige Feuern seines Blasters zu unterbrechen, sah er sich über die Schulter nach dem Trooper um. Er entdeckte Gokovic auf den Knien hinter nicht mehr als einem riesigen, völlig durchlöcherten Blatt hocken. Seinen Blaster hielt er mit beiden Händen fest an die Brust gepresst. Auf dem Rücken trug er den großen Rucksack mit der Funkausstattung und herausragender Antenne.


“Versuch es trotzdem!”, brüllte Tarkus ihm zu.

Es dauerte einige Sekunden, ehe Gokovic sich ein Herz fassen und seine kauernde Körperhaltung auflockern konnte, um mit dem Feldfunk Koordinaten und Situation durchzugeben. Mit etwas Glück würde jemand - irgendjemand - sie hören und mit Entlastungsfeuer aus einer Artilleriestellung aushelfen können. Bevor es dazu kam, musste Tarkus jedoch mit ansehen, wie der Funker, während der Dritten Wiederholung seines Funkspruchs, von einem republikanischen Blasterbolzen in die Brust getroffen wurde. Augenblicklich verstummte er und sackte in sich zusammen. Das Kinn fiel ihm auf die Brust. Fast sah es aus, als würde Senior Trooper Gokovic sich noch einen letzten Moment lang das qualmende Loch in seiner Brust ansehen, bevor er letztendlich zur Seite kippte und völlig leblos liegen blieb. Ein 40 jähriges, erfülltes Leben, von jetzt auf gleich ausgelöscht. Immerhin würde man seiner Frau und den drei Kindern mitteilen können, dass er bis zu seinem letzten Atemzug dem Imperium nützlich war. Sie würden stolz auf ihn sein.

Tarkus biss sich unter seinem Helm auf die Lippe. Die Situation schien aussichtslos. Sie waren von drei Seiten eingekesselt. Der einzige mögliche Weg führte zurück zum abgestürzten Wrack des LAAT. Doch selbst diesen Ausweg konnten sie jedoch nicht wählen, solange das unablässige Sperrfeuer der zahlenmäßig überlegenen Rebellen sie hier festpinnte.


Rennak!”

Er sah sich nach dem Sergeant des Aurek-Squads um.

“Hier!”, kam die Antwort durch das Helm-Kom geschallt. Tarkus konnte jedoch nicht sehen, wo er war. “Hinter dem Ast auf drei Uhr. Hab die Legaten und ihre Familien hier!”

Der Sturmtruppen-Lieutenant sah in die entsprechende Richtung. Auf drei Uhr befanden sich mehr dicke Wroshyr-Äste, als er zählen konnte.

“Sind die Zivilisten in sicherer Deckung?”

“Ja, Sir.”

Nun unterbrach Tarkus sein eigenes Feuer für einen Moment, duckte sich vollständig hinter seine Deckung und sah sich um. Außer ihm schienen noch sechs seiner Männer am Leben zu sein. Dazu einer der überlebenden Bordschützen des LAATs.

“Ich habe die beste Position. Ich schnappe mir Mondal und wir versuchen, uns auf neun Uhr durchzuschlagen. Wir verschaffen euch Ablenkung. Führ’ den restlichen Trupp und die Zivilisten zurück zum Wrack und verbarrikadiert euch in der Stellung.”

Er hielt kurz inne, als ein Blasterschuss den deckungsgebenden Ast hinter ihm durchschlug und knapp an seinem Kopf vorbei zischte.

“Wir schließen auf, sobald wir können. Die Rebellen werden diesen Angriff nicht lange überstehen. Irgendjemand wird uns rausholen.”

“Aye, Sir, verstanden.”

Tarkus warf sich bäuchlings auf den Boden und robbte zu der Sturmtrupplerin, die ihm am nächsten war. Neben ihr angekommen, ging er in die Hocke, packte sie an der gepanzerten Schulter und zog sie herunter, sodass sie neben ihm hockte.

“Hast du mitgehört, Mondal?”

“WAS?!”, kam die Antwort durch den Helm gebrüllt. Im Kom war sie nicht zu hören.

“WIR BEIDE FALLEN NACH RECHTS AUS”, began er unter dem Gefechtslärm zurück zu brüllen. Er untermauerte seine Worte durch entsprechend verständliche Handbewegungen für die Soldatin. “FLANKIEREN! GRANATE!” Er deutete auf den Thermaldetonator, der sich an ihrem weißen Mehrzweckgürtel befand und machte eine Wurfbewegung. Trooper Mondal nickte heftig. Offenbar hatte sie den Plan verstanden.

“MEIN KOM IST IM ARSCH!”

“LOS JETZT!”, war Tarkus’ einzige Reaktion. Er erhob sich vornübergebeugt und zog sie mit sich auf die Beine. Dann sprinteten sie gemeinsam ins dichte Unterholz.

| Kashyyyk | Wawaatt-Archipel | Wald nördlich Kachirho | Im Dickicht einer Astkreuzung | Lieutenant Tarkus & Trooper Mondal in Flankierungsbewegung , andere Imperiale sowie Brako und andere Republikaner in der Nähe |
 
[Kashyyyk | Wawaatt-Archipel | Kachirho | Gasse zwischen einigen Behausungen im Zwangsarbeiter-Ghetto] - Agentin Chi-Maia Chonda ("Glyph")/Cho Malichi

Mit kalten Augen und sicheren Fingern wischte Glyph ihr Kampfmesser an der Uniform des toten Imperialen ab und blickte mit einem kühlen Lächeln in das Zwielicht der kleinen Gasse zwischen den windschiefen Hütten und in der feuchten Luft rostenden Wohncontainern. Ihr Plan war soweit aufgegangen: sie hatte einen kleinen Korb neben einer der Türen zu einem Wohncontainer angezündet und der Rauch hatte einen der Imperialen vom Außenposten angelockt, der nachschauen wollte, was Sache ist. Sie hatte in den Schatten gelauert und dem Soldaten mit einem präzisen, brutalen Schnitt die Kehle aufgeschlitzt. Jetzt galt es, so schnell sie nur konnte selbst in Position zu kommen und mit dem eigentlichen Hinterhalt zu beginnen, bevor der Armeesoldat vermisst wurde und Verstärkungen gerufen werden konnten. Sie fuhr sanft mit dem behandschuhten Finger über die Klinge und rieb dann die Finger aneinander: kaum mehr Blut, sodass das Messer nicht in der Scheide kleben würde, sollte sie es noch brauchen. Sie nickte und lief eilig zu einigen Holzkisten hinüber, die sie im flackernden Feuerschein des brennenden Korbs erkennen konnte und begann darauf zu klettern. Vorsichtig zog sie sich auf das Dach des Containers und kroch durch das Dunkel an den Rand, hin zur anderen Seite, darauf bedacht möglichst wenig Silhouette zu bieten, die sie verraten könnte.

Noch während sie sich an die Dachkante des Containers annäherte, sah sie, wie einer der Imperialen im Außenposten ein wenig nervös in ihre Richtung schaute. Für den Hauch eines Augenblicks dachte sie, ihre Bewegung im Dunkel wäre gesehen worden und hielt angespannt den Atem an. Doch dann erkannte Glyph, dass er an ihr vorbei, der Straße entlang schaute und versuchte zu verstehen, wo sein Kamerad abgeblieben war. Ihr rechter Mundwinkel unter der Sturmmaske zog sich ernst nach unten. Sie hatte nicht mehr viel Zeit. In einer fließenden, nicht zu schnellen Bewegung griff sie über ihre Schulter und zog ihren A300 Blasterkarabiner von ihrem Rücken. Hektische, erratische Bewegungen waren viel eher zu sehen als bedächtige, selbst wenn sie unter Zeitdruck stand und jetzt gesehen zu werden, würde die ganze Aktion verraten. Chi-Maia positionierte das Gewehr und griff in eine der kleinen Taschen an ihrem Feldanzug unterhalb des Ponchos. Es blieb nur zu hoffen, dass die Wookiees in Position waren. Sie schob ihre Bedenken beiseite. Tarpekk und seine Krieger mochten vielleicht diese Art des Krieges nicht gewohnt sein, aber sie schienen ihr verlässlich und bereit ihr zu folgen. Glyph nahm den Karabiner in Anschlag, wobei sie den Lauf vorsichtig auf der Dachkante ablegte, sodass sie ihre linke Hand für den Moment frei hatte. Dann aktivierte sie ihren Kommunikator und klopfte dreimal mit ihrem Daumen auf das kleine metallische Gerät. Sie wartete nicht auf eine Antwort, sondern packte das Gerät eilig zurück in die erstbeste Tasche und griff ihre Waffe fester. Nun würde sie wohl herausfinden, ob der Wookiee-Hauptmann und seine Männer etwas taugten oder nicht.

Für einen sich in die Länge ziehenden, fast schmerzhaften Augenblick passierte nichts. Sie hörte das gedämpfte Knistern und Zischen des ausbrennenden Feuers hinter ihr, hörte das Zirpen von Insekten und dann ein vertrautes Fauchen vom anderen Ende des offenen Platzes: ein roter Blasterbolzen zischte durch die Luft und bohrte sich in die Brust des Armeesoldaten in dem kleinen Wachturm, dicht gefolgt von einem grünen Blitz eines Bowcasters aus einer anderen Richtung, der einen weiteren Soldaten knapp verfehlte. Der Imperiale hob den Blaster und wurde einen Bruchteil einer Sekunde später von einem weiten grünen Lichtblitz tödlich getroffen. Die Mundwinkel der Agentin zogen sich erneut zu einem kalten Lächeln nach oben, bevor sie selbst auf einen weiteren Imperialen anlegte, ausatmete, um die Waffe zu stabilisieren und abdrückte. Der vorletzte feindliche Soldat in seiner dunkelgrauen Uniform fiel leblos zu Boden, bevor sein verbliebener Kamerad auch nur einen Schuss abgeben konnte: der Imperiale wirkte geschockt, schaute sich mit wilden Augen gehetzt um und ließ seinen Blaster fallen, rannte davon. Zwei weitere Schüsse fauchten durch das dämmerige Halblicht über dem Platz und trafen ihn in den Rücken. Ein Rausch an Adrenalin fegte durch Chi-Maias Venen und jubilierend hämmerte sie ihre linke Faust einmal auf das metallene Dach. Sie hatten es geschafft! Dann richtete sie sich eiligst auf, schwang das Gewehr wieder auf ihren Rücken und machte sich daran vom Dach herabzukommen.

Noch war ihr Plan nicht in Gänze erfüllt. Während sie zum Militärposten sprintete, sah Glyph aus dem Augenwinkel wie Tarpekk behände angesichts seiner massigen Körpergröße von einem Container heruntersprang und sich zu ihr gesellte. Der Wookiee schien zu verstehen, dass es jetzt auf Schnelligkeit ankam, denn die Schüsse würden Aufmerksamkeit erregt haben, selbst wenn sie zweifelte, dass die toten Imps um sie herum die Gelegenheit gehabt hatten auch nur einen Notruf abzusetzen. Seine beiden Krieger tauchten ebenfalls an unterschiedlichen Ecken des Platzes aus dem Dunkel auf. „Großartige Arbeit,“ rief die Agentin ermutigend, bevor sie leiser mehr zu sich selbst sprach. „Zeit ein Signal zu setzen.“ Sie lächelte zufrieden unter der Sturmmaske, als sie sah, wie einer der Wookiees direkt begann die Waffen der Toten aufzusammeln. Tarpekk trat zu ihr heran, zog einen der kleinen knorrigen Holzstöcke aus seinem Gürtel, den sie auf dem Weg hierher eingesammelt hatten und biss dann herzhaft das obige Ende ab. Sofort begann eine zähes, blutrotes Harz aus dem Holz zu tropfen. Glyph nahm das improvisierte Schreibmaterial und machte sich an die Arbeit.

[Kashyyyk | Wawaatt-Archipel | Kachirho | kleiner imperialer Militärposten mitten im Ghetto] - Agentin Chi-Maia Chonda ("Glyph")/Cho Malichi, Tarpekk (NPC) & zwei Wookiee-Krieger (NPCs)
 
| Kashyyyk | Wawaatt-Archipel | Wald nördlich Kachirho | Im Dickicht einer Astkreuzung | Lieutenant Tarkus & Trooper Mondal in Flankierungsbewegung , andere Imperiale sowie Brako und andere Republikaner in der Nähe |

Selbst in ihren weißen Sturmtruppen-Rüstungen wurden sie beinahe augenblicklich vom dichten Unterholz Kashyyyks verschluckt. Schon nach wenigen Metern konnte Tarkus die Stellung, in der sie sich eben noch eingegraben hatten, nicht mehr sehen. Zwischen ihnen und dem Rest der Wookieetreiber lagen nun mehrere Schichten aus dicken Farnen, herabhängenden Lianen, schlingenden Wurzeln und mannshohen Blättern, die zwischen den Turmhohen Bäumen ein Geflecht ergaben, durch das sie sich bewegen konnten. In dem wenigen Licht wirkte alles hier beinahe schwarz. Lediglich das durch die Lücken erkennbare Blasterfeuer beider Seiten ließ noch erkennen, wo sich Imperiale und Rebellen befanden. Lichtblitze zuckten immer wieder durch das Dickicht und erleuchteten die Umgebung für Sekundenbruchteile, ehe alles wieder in Dunkelheit verschwand.

Tarkus lief geduckt, sein E-11 eng vor der Brust, während kreuz und quer hängende Äste Kratzer auf seinen Schulterplatten hinterließen und sich die Ranken des Waldes immer wieder an seinen Füßen verfingen. Hinter sich hörte er Mondal, die ihm dicht folgte. Sie mussten weit genug rauskommen, um nicht einfach in die vorderste republikanische Stellung zu laufen. Gleichzeitig durften sie sich nicht zu viel Zeit lassen. Der Lieutenant konnte nicht wahrnehmen, ob seine Leute den Rückzug bereits begonnen hatten, oder auf ihre Entlastung warteten.

Als er, nach einer Weile, zum ersten Mal wieder Bewegung und Teile des Gefechtsfeldes erkannte, hob er abrupt die Faust. Mondal reagierte sofort und ging hinter einem breiten Ast in Deckung. Er selbst ging langsam in die Knie und schob mit dem Lauf seines Blasters ein größeres Blatt zur Seite. Dahinter waren sie. Republikaner.

Ein Soldat lag hinter einem umgestürzten Ast und feuerte hektisch in Richtung von Tarkus‘ Leuten. Weiter hinten konnte er mehr Bewegung erkennen. Einzelne Gestalten, die zwischen den Bäumen die Positionen wechselten. Andere waren für ihn kaum mehr als Schemen oder in ihrer Deckung gar nicht zu erkennen. Es war unmöglich zu sagen, wie viele Rebellen es tatsächlich waren, aber das war nun auch zweitranging. Sie mussten sie nicht vernichten. Er musste sie lediglich so sehr beschäftigen, seine Leute unten in der Stellung die Chance hatten, sich zurückzuziehen.

Der Lieutenant sah zunächst zu seiner Untergebenen und deutete erst auf sie, dann einige Meter weiter rechts. Anschließend zeigte er mit zwei Fingern auf sein Visier und schließlich auf die Rebellenstellung. Die Trooperin nickte und verschwand geduckt zwischen Blättern. Tarkus wartete, bis er ihr weiße Rüstung nicht mehr erkennen konnte, ehe er seinen Blick wieder nach vorne richtete. Das Gegenfeuer aus Richtung der imperialen Stellung hatte merklich nachgelassen. Für einen Augenblick nahm er die Möglichkeit in Betracht, dass da unten bereits niemand mehr übrig war, doch dann antworteten wieder mehrere Blasterschüsse auf die Republikaner.

Ein großkatzenförmiger republikanischer Soldat erhob sich in diesem Moment halb aus seiner Deckung, um seine Position zu wechseln.
Tarkus legte an. Der erste Schuss traf das Viech seitlich am Oberkörper und riss es herum, noch bevor es begriffen hatte, aus welcher Richtung es angegriffen wurde. Sofort schwenkte der Imperiale seinen Lauf weiter und feuerte eine schnelle Folge seiner Blasterbolzen in die nächste Stellung. Wroshyr-Holz stob auf, Blätter schmolzen, aber einer der Schüsse traf auch eine Gestalt, die sich gerade hinter einer Wurzel vorgebeugt hatte. Im selben Moment eröffnete Mondal von weiter rechts ihr Feuer.

Unmittelbar trat die Wirkung ein. Das republikanische Feuer, das bislang ausschließlich auf die anderen Imperialen gerichtet war, brach auseinander. Einige Schützen reagierten auf Tarkus, andere auf Mondal, aber man konnte direkt erkennen, dass sie nicht wussten, was vor sich ging. Für einige wenige Sekunden waren sie im absoluten Vorteil, ehe die Republikaner auch nur ahnen konnten, woher der eigentliche Angriff kam. Das waren genau die Sekunden, die er brauchte. Seine linke Hand löste den länglichen Thermaldetonator vom Gürtel. Mit dem Daumen aktivierte er den Zünder und schleuderte die Granate dann mit aller Kraft durch die freigeschossene Lücke in der Vegetation. Er sah nicht, wo der Detonator landete. Er hörte lediglich das dumpfe Geräusch, als sie irgendwo gegen Holz schlug. In diesem Moment hatte er sich bereits flach auf den Bauch gelegt.

Ein gewaltiger Knall ließ selbst ihn zusammenzucken. Die Detonation fraß sich durch das Unterholz, zerfetzte alles in seinem Weg und schleuderte Holz sowie Pflanzenreste in alle Richtungen. Tarkus bildete sich ein, einen Arm über sich hinwegfliegen zu sehen. Für einen Augenblick wurde die gesamte republikanische Stellung in einen grellen Lichtball getaucht. Als das erste Knalltrauma verflogen war, hob der Sturmtruppen-Offizier seinen behelmten Kopf. Zwischen Rauch und Trümmern erkannte er ein großes Loch im Boden, der aus verzweigten Ästen und Wurzeln bestand. Ob tatsächlich jemand in die Dunkelheit des Waldes gestürzt war, interessierte ihn nicht. Wichtig war, dass die Republikaner nun mit einer offenen Flanke rechneten. Wenige Sekunden später flog auch Mondals Granate aus dem Dickicht. Dieses Mal konnte Tarkus die Flugbahn nachverfolgen. Der Thermaldetonator verschwand hinter einem dicken Ast, der unmittelbar darauf von der Explosion auseinandergefetzt wurde. Es folgten Schreie und viel zu hektische Bewegungen. Die durcheinanderlaufenden Republikaner waren nun leichte Ziele für die E-11 der beiden Wookieetreiber. Einen der Hunde erwischte er bei dem Versuch, sich zwischen zwei dicken Stämmen zurückzuziehen. Der Mann stürzte, getroffen von einem Blasterbolzen in die Hüfte, hinter einem Ast durch eine Lücke im Boden.

Der Feind hatte zuvor gewusst, wo sich sein Gegner befand. Nun wurden sie flankiert und die Sicht zusätzlich durch Explosionen genommen. Tarkus konnte wahrnehmen, wie sich das Verhalten der Rebellen änderte. Sie konzentrierten sich nicht mehr nach vorne. Einzelne Soldaten lösten sich aus ihren Positionen und verschwanden tiefer in den Bäumen. Andere gaben dem Rückzug Deckungsfeuer.

Tarkus setzte nach, allerdings weder blind noch weit. Er sprintete von Deckung zu Deckung und gab punktuell wirkungsvolles Feuer ab, bis die Gegenwehr schwächer wurde. Zuletzt feuerte er noch auf Bewegungen zwischen den Ästen, eher den Finger vom Abzug nahm. Der heiße Lauf verdampfte die feuchte Umgebungsluft. Sein Atem im Helm ging schwer. Unter der Rüstung klebte die Uniform am Körper und irgendwo an der linken Schulter spürte er einen ziehenden Schmerz. Erst jetzt bemerkte er das hohe Pfeifen in seinem Ohr.

Er hob die Faust. Auch Mondal stellte ihr Feuer ein. Zwar bewegte sich vor ihnen noch etwas im Dickicht, doch es entfernte sich. Den Republikanern jetzt tiefer in den Wald hinein nachzusetzen, wäre blanker Wahnsinn gewesen. Wenn sie Glück hatten, waren noch genug seiner Männer und Frauen am Leben, um tatsächlich den Rückzug zur Absturzstelle geschafft zu haben. Der Lieutenant robbte zur Trooperin herüber.


„Zurück zum LAAT.“

| Kashyyyk | Wawaatt-Archipel | Wald nördlich Kachirho | Im Dickicht einer Astkreuzung | Lieutenant Tarkus & Trooper Mondal in Flankierungsbewegung , andere Imperiale sowie Brako und andere Republikaner in der Nähe |
 
Zurück
Oben