Prefsbelt IV

[ Äußerer Rand | Prefsbelt-Sektor | Prefsbelt IV | Blue One | vor dem Gouverneurspalast | Gleiter ] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh


Theranos folgte dem Moff mit ruhiger, gleichmäßiger Bewegung aus der Limousine, während sich der Klang der jubelnden Menge noch einmal deutlich erhob. Theranos tat es dem Moff gleich und winkte nun ebenso den Massen zu und lies sich für das ein oder andere Bild ablichten.

Der Aufstieg über die ersten breiten Stufen vollzog sich in einem ruhigen Rhythmus, begleitet von der Präsenz der aufgereihten Einheiten, deren Haltung keinen Zweifel an Disziplin und Kontrolle ließ. Während sich die ersten Plateaus noch offen und zugänglich präsentierten und erst weiter oben die sichtbare Trennung begann, wo Wachen ihre Positionen bezogen hatten und den Übergang in den oberen Bereich klar definierten, ohne dass Worte nötig gewesen wären.

Theranos ließ den Blick für einen Moment über diese Struktur gleiten, nicht prüfend, sondern in jener stillen Selbstverständlichkeit, mit der er diesen Ort inzwischen wahrnahm, während sich in ihm eine ruhige Zufriedenheit zeigte, da sich Ordnung und Wirkung hier in einer Weise verbanden, die sich nicht aufdrängte, sondern aus sich selbst heraus bestand.


„Der öffentliche Bereich endet auf den ersten Ebenen“, sagte er in ruhigem Ton, während sie die nächste Stufe erreichten und sich der Eingang des Palastes unmittelbar vor ihnen öffnete, „darüber hinaus beginnt der gesicherte Abschnitt. Hier können Bürgerinnen und Bürger nur mit Termin oder mit zugelassener Kennung die Wachen passieren.“

Auf die letzten Metern stand noch ein Spalier der Garde des Gouverneurs, die eine Kolonne bildete und mit respektablen Abstand folgte, nachdem Theranos und Aren sie passiert hatten.

Mit dem Überschreiten der Schwelle in den Palast, veränderte sich die Atmosphäre spürbar, der Klang der Außenwelt fiel zurück und wurde durch ein gedämpftes, kontrolliertes Raumgefühl ersetzt, in dem jede Bewegung klar hörbar blieb, ohne laut zu wirken.
Während sich vor ihnen die große
Säulenhalle öffnete, deren Dimensionen sich erst nach wenigen Schritten vollständig erfassen ließen.
Hohe, graublaue Marmorsäulen trugen die Struktur des Raumes, während sich das Licht in klaren Linien über die Flächen legte und sich auf dem polierten Boden spiegelte. Im Zentrum die Verwaltungsbereiche lagen, in denen Beamte ruhig und strukturiert ihrer Arbeit nachgingen, begleitet von geordneten Wartesituationen, Holo-Terminals und den leisen Stimmen jener, die ihre Anliegen vorbrachten.

Theranos verlangsamte seinen Schritt leicht, ohne stehen zu bleiben, und ließ dem Moff Zeit, diesen ersten Eindruck aufzunehmen.


„Das ist das Herz des Palastes“, erklärte er ruhig, „hier laufen sämtliche Anträge, Anfragen und Verfahren sowie Registrierungen und Verwaltungsprozesse zusammen.“

Sein Blick glitt kurz über die zentralen Schalter hinweg, hinter denen die verschiedenen Abteilungen angesiedelt waren, bevor er sich leicht nach links wandte.

„Im linken Flügel befinden sich die zentralen Verwaltungs- und Sicherheitsbereiche“, fuhr er fort, während sie sich ein Stück in diese Richtung bewegten, dort werden Kommunikation, innere Sicherheit und operative Abläufe koordiniert.“

Sie passierten die Ehrenhalle, deren ruhige, fast sakrale Atmosphäre sich deutlich vom restlichen Raum abhob, während die in Stein gearbeiteten Inschriften und Porträts eine stille Präsenz ausstrahlten, die keinen Kommentar benötigte.

„Ein Ort der Erinnerung und Verpflichtung“, sagte er leise, ohne den Schritt zu verlangsamen.

Der Weg führte sie weiter entlang der funktionalen Bereiche, vorbei an abgeschirmten Räumen und Korridoren, in denen sich die Struktur der Verwaltung klar erkennen ließ, bevor Theranos die Richtung änderte und sie zurück in die zentrale Halle und von dort in den rechten Flügel führte.

Mit diesem Übergang veränderte sich die Atmosphäre erneut, weicher, offener, durchzogen von Licht, Kunst und bewusst gesetzter Eleganz, während sich vor ihnen die Galerie des Imperiums erstreckte, deren gewölbte Struktur und die eingelassenen Darstellungen eine andere Form von Präsenz vermittelten, eine, die weniger funktional war und stärker auf Wirkung und Darstellung ausgerichtet.


„Der repräsentative Bereich“, erklärte Theranos ruhig, als sie die Galerie durchquerten, begleitet von leiser Musik und dem gedämpften Licht, das sich entlang der Wände zog, „Empfänge, kulturelle Veranstaltungen und offizielle Anlässe finden hier statt.“

Sie erreichten den großen Salon, dessen offene Gestaltung den Blick in mehrere Richtungen zuließ, während die Einrichtung aus dunklen Materialien, hellen Flächen und gezielten Akzenten bestand, die sich zu einem ruhigen, eleganten Gesamtbild verbanden.

Theranos ließ den Blick kurz durch den Raum gleiten, bevor er sich wieder dem Moff zuwandte.
„Der zentrale Aufenthaltsbereich für Gäste“, sagte er, „von hier aus erschließen sich die weiteren Räume.“

Er führte ihn weiter, vorbei an der Bibliothek, deren zweistöckige Struktur sich in die Höhe zog und deren ruhige Ordnung sich deutlich von der lebendigeren Atmosphäre des Salons unterschied, bevor sich schließlich der großen Fest und Ballsaal vor ihnen öffnete, dessen Dimensionen und Gestaltung sofort die Aufmerksamkeit auf sich zogen.

„Hier wird der angekündigte Ball stattfinden“, sagte er mit offensichtlicher vorfreude. "Sehen sie selbst"


Als Theranos mit dem Moff an die Schwelle des Festsaals trat, öffnete sich vor ihnen nicht einfach nur ein großer Raum, sondern eine jener Hallen, die so entschieden auf Wirkung gebaut waren, dass selbst Stille in ihnen Gewicht bekam. Der Saal lag in voller Länge vor ihnen, gewaltig, symmetrisch und von einer Größe, die sich nicht in Schritten, sondern eher im langsamen Nachvollziehen der Blickachse erfassen ließ, da sich die Reihen der blauen Säulen mit ihren goldenen Kapitellen in strenger Ordnung nach hinten zogen, Arkade um Arkade, Galerie um Galerie, bis sich alles im hellen, beinahe überirdisch wirkenden Licht am fernen Ende verlor.

Über ihnen spannten sich hohe Gewölbe, reich verziert, aber mit jener gebändigten Eleganz, die nicht protzig wirkte, sondern kultiviert, fast feierlich, als hätte man den Prunk selbst in Vorschrift gebracht. Zwischen den Ornamenten liefen warme Goldtöne über cremefarbene Flächen, während entlang der Mittelachse mehrere große Kronleuchter hingen, deren Licht sich weich im polierten Steinboden brach und dem ganzen Raum einen stillen, bernsteinfarbenen Glanz verlieh. Gerade diese Beleuchtung gab dem Saal etwas Erhabenes; sie machte ihn nicht heller, sondern tiefer, ließ die Höhe der Decke, die Breite der Flächen und die Länge der Perspektive umso deutlicher hervortreten.

Wo bei einem Ball später hunderte Gäste tanzen, flanieren und sich in Gruppen verteilen würden, lag nun vor allem Raum, weiter, offener Raum, sauber und glänzend, mit genügend freier Fläche, dass jeder Schritt beinahe zu laut erschien. Nur vereinzelt waren Arbeiter zu sehen, klein gegen das Maß der Halle, beinahe verloren zwischen Säulen und Licht, während sie an Draperien, Blumenarrangements oder den letzten Vorbereitungen für den Abend arbeiteten. Gerade diese wenigen Gestalten machten die Dimension des Saales noch sichtbarer, weil sie ihn nicht füllten, sondern nur andeuteten, wie viel größer er war als der Mensch.

Zu beiden Seiten liefen die Galerien entlang der Wände empor, elegant in die Architektur eingebunden, nicht als bloße Zuschauerränge, sondern wie zusätzliche Ebenen eines Raumes, der gleichermaßen an Oper, Palast und Zeremonienhalle erinnerte. Alles daran sprach von Repräsentation, aber nicht von lauter Selbstgefälligkeit; vielmehr von Ordnung, von kultivierter Macht, von einem Herrschaftsanspruch, der Schönheit nicht als Luxus verstand, sondern als sichtbaren Ausdruck geistiger und politischer Disziplin.

Menschenleer hätte der Saal beinahe etwas Sakrales gehabt. Selbst jetzt, mit den letzten Vorbereitungen und dem leisen Arbeiten am Rande, wirkte er nicht wie ein gewöhnlicher Festort, sondern wie ein Raum, der Erinnerung schaffen sollte. Ein Saal, in dem Empfänge nicht nur stattfanden, sondern inszeniert wurden; in dem ein Gouverneur nicht einfach Gäste bewirtete, sondern seinem Planeten, seinem Stil und seinem Verständnis von imperialer Würde eine Form gab, die man nicht so schnell wieder vergaß.

Theranos blickte lächelnd zu Moff Vayliuar.
"Prächtig nicht war?" sagte er bevor er ihn zurück, zur zentrale Achse des Gebäudes führte.

Dort angekommen nahm Theranos seinen Codzylinder der ihnen den Zugang zum Lift zu den oberen Ebenen ermöglichte.

Die Fahrt nach oben verlief ruhig, nahezu lautlos, bis sich die Türen schließlich öffneten und den Zugang zu dem obersten Bereich freigaben.

Der Hauptflur, der sich vor ihnen erstreckte, war deutlich ruhiger gestaltet, das Licht gedämpfter und die Materialien wärmer. Entlang der Wände befanden sich vielerlei Kunstwerke und Büsten, die dem Raum eine fast meditative Qualität verliehen, während sich die Wege von hier aus in mehrere Richtungen verzweigten.


„Dies ist der private Bereich des Palastes“, sagte Theranos ruhig, während er den Gang entlangging, „Gouverneursresidenz und Gästebereich.“

Er führte den Moff in den westlichen Bereich, wo sich die Gästesuiten befanden, die in jeder Hinsicht einen hohen Anspruch an Qualität, Optik und Komfort erkennen ließen, während sich die Räume klar strukturierten und dennoch fließend ineinander übergingen.

Schließlich blieb Theranos vor einer großen Tür stehen, die das Wappen des Prefsbelt Sektors zierte, und öffnete diese.



"So werter Moff, dies wird Ihre Residenz sein solange sie bei uns weilen."
Theranos führte dann dem Moff durch die Suite, die weniger an ein Gästequartier erinnerte als an eine eigenständige Residenz innerhalb des Palastes, getragen von jener Mischung aus imperialer Klarheit und bewusst gesetzter Eleganz, die sich durch jeden Bereich zog.

Der erste Eindruck wurde von einem weitläufigen Empfangsraum bestimmt, dessen hohe Decke von dezenten, goldenen Linien durchzogen war, während großflächige Wandpaneele in tiefem Blau und warmen Elfenbeintönen miteinander spielten und halbtransparente Vorhänge aus feiner Gewebefaser das Licht weich filterten, sodass der Raum in einem ruhigen, gleichmäßigen Glanz lag, der weder blendete noch abdunkelte, sondern eine angenehme Balance hielt.

Daran anschließend öffnete sich ein großzügiger Loungebereich, in dem mehrere tief gehaltene Sitzgruppen um niedrige Marmortische angeordnet waren, deren Oberflächen das einfallende Licht in feinen Reflexen aufnahmen, während sich an einer Seite eine Bar aus dunklem Duraglas anschloss, deren klare Linien durch eingelassene Lichtstreifen betont wurden und die mit wenigen, sorgfältig ausgewählten Elementen eine zurückhaltende Form von Luxus vermittelte. Ein eingelassener Holo-Kamin an der gegenüberliegenden Wand erzeugte ein ruhige, und angenehme fließende Lichtbewegungen, die dem Raum eine zusätzliche Tiefe verliehen.

Seitlich davon öffnete sich ein Arbeitsbereich, der sich bewusst klarer und strukturierter präsentierte, ohne dabei an Eleganz zu verlieren, während ein langer Schreibtisch aus poliertem, dunklem Stein sich bis zur Fensterfront erstreckte und dort in eine breite Ablage überging, die den Blick nach draußen freigab. Mehrere Holoprojektoren und Kommunikationsstationen waren in die Oberfläche integriert worden um eine unmittelbare Verbindung zu den verschiedenen Ebenen der Verwaltung ermöglichten wenn gewünscht.

Eine kleinere Bibliothek schloss sich daran an, deren Regale in die Wände eingelassen waren und sowohl klassische Werke als auch aktuelle Datenarchive bereithielten, während ein separater, etwas abgeschirmter Raum als Tee- und Gesprächszimmer diente, ausgestattet mit niedrigen Tischen, fein gearbeiteten Sitzmöbeln und einer ruhigeren Lichtführung, die bewusst auf Entschleunigung ausgelegt war.

Weiter im Inneren der Suite öffnete sich der private Wohnbereich, der sich in seiner Gestaltung weicher und persönlicher zeigte, während sich das Schlafzimmer als zentraler Rückzugsort präsentierte, dominiert von einem großzügigen Bett, dessen Position so gewählt war, dass es den Blick in Richtung der Fenster freigab, während seitlich gesetzte Raumtrenner die angrenzenden Bereiche voneinander abgrenzten, ohne sie vollständig zu trennen.

Auf der einen Seite befand sich ein großzügiger Spa-Bereich, in dem dunkler Stein, eingelassene Lichtflächen und fließende Wasserstrukturen eine ruhige, fast meditative Atmosphäre erzeugten, ergänzt durch eine freistehende Wanne, eine weitläufige Dusche und mehrere funktionale Elemente, die sich nahtlos in die Gestaltung einfügten, während auf der anderen Seite ein Ankleidebereich lag, dessen klare Struktur und hochwertige Materialien eine ebenso funktionale wie ästhetische Ordnung vermittelten.

Die gesamte Rückseite der Suite wurde von einer durchgehenden Glasfront bestimmt, die sich zu einem weitläufigen Balkon öffnete, auf dem sich neben Sitz- und Liegebereichen auch eine eingelassene Wasserfläche befand, deren ruhige Oberfläche das Licht des Himmels und die ersten Reflexionen der Stadt einfing, des weiteren gab es eine separaten Bereich mit beheiztem Wasser zusätzlichen Komfort bot.

Von hier aus erstreckte sich der Blick über Blue One, über die geordneten Strukturen der Stadt, die sich bis zum Horizont zogen, und weiter hinaus bis zu den entfernten Linien des Nereus-Meeres, dessen silbriger Schimmer sich nur bei genauer Betrachtung vom restlichen Panorama abhob.

Theranos ließ diesen Eindruck für einen Moment wirken, bevor er sich wieder dem Moff zuwandte.


„Die Suite ist darauf ausgelegt, Euch während Eures Aufenthalts in allen belangen zufriedenzustellen, alle wesentlichen Bereiche sind integriert, sodass sowohl Arbeit als auch Rückzug und Empfang ohne Einschränkungen möglich ist und ich hoffe es fehlt Ihnen an nichts“, sagte Theranos ruhig, als sie wieder an der Tür angekommen waren.

"In etwa einer Stunde würde ich Euch wieder hier abholen, dann begeben wir uns zum Hangar und begegnen uns direkt zur Werft. Für ein Dinner auf dem Weg dorthin ist bereits gesorgt.“
Sein Blick blieb für einen Moment ruhig auf Moff Vayliuar gerichtet und wartete darauf, ob dieser noch etwas zu ergänzen hatte.


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