Prefsbelt IV

[ Äußerer Rand | Prefsbelt-Sektor | Prefsbelt IV | Blue One | vor dem Gouverneurspalast | Gleiter ] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh


Theranos folgte dem Moff mit ruhiger, gleichmäßiger Bewegung aus der Limousine, während sich der Klang der jubelnden Menge noch einmal deutlich erhob. Theranos tat es dem Moff gleich und winkte nun ebenso den Massen zu und lies sich für das ein oder andere Bild ablichten.

Der Aufstieg über die ersten breiten Stufen vollzog sich in einem ruhigen Rhythmus, begleitet von der Präsenz der aufgereihten Einheiten, deren Haltung keinen Zweifel an Disziplin und Kontrolle ließ. Während sich die ersten Plateaus noch offen und zugänglich präsentierten und erst weiter oben die sichtbare Trennung begann, wo Wachen ihre Positionen bezogen hatten und den Übergang in den oberen Bereich klar definierten, ohne dass Worte nötig gewesen wären.

Theranos ließ den Blick für einen Moment über diese Struktur gleiten, nicht prüfend, sondern in jener stillen Selbstverständlichkeit, mit der er diesen Ort inzwischen wahrnahm, während sich in ihm eine ruhige Zufriedenheit zeigte, da sich Ordnung und Wirkung hier in einer Weise verbanden, die sich nicht aufdrängte, sondern aus sich selbst heraus bestand.


„Der öffentliche Bereich endet auf den ersten Ebenen“, sagte er in ruhigem Ton, während sie die nächste Stufe erreichten und sich der Eingang des Palastes unmittelbar vor ihnen öffnete, „darüber hinaus beginnt der gesicherte Abschnitt. Hier können Bürgerinnen und Bürger nur mit Termin oder mit zugelassener Kennung die Wachen passieren.“

Auf die letzten Metern stand noch ein Spalier der Garde des Gouverneurs, die eine Kolonne bildete und mit respektablen Abstand folgte, nachdem Theranos und Aren sie passiert hatten.

Mit dem Überschreiten der Schwelle in den Palast, veränderte sich die Atmosphäre spürbar, der Klang der Außenwelt fiel zurück und wurde durch ein gedämpftes, kontrolliertes Raumgefühl ersetzt, in dem jede Bewegung klar hörbar blieb, ohne laut zu wirken.
Während sich vor ihnen die große
Säulenhalle öffnete, deren Dimensionen sich erst nach wenigen Schritten vollständig erfassen ließen.
Hohe, graublaue Marmorsäulen trugen die Struktur des Raumes, während sich das Licht in klaren Linien über die Flächen legte und sich auf dem polierten Boden spiegelte. Im Zentrum die Verwaltungsbereiche lagen, in denen Beamte ruhig und strukturiert ihrer Arbeit nachgingen, begleitet von geordneten Wartesituationen, Holo-Terminals und den leisen Stimmen jener, die ihre Anliegen vorbrachten.

Theranos verlangsamte seinen Schritt leicht, ohne stehen zu bleiben, und ließ dem Moff Zeit, diesen ersten Eindruck aufzunehmen.


„Das ist das Herz des Palastes“, erklärte er ruhig, „hier laufen sämtliche Anträge, Anfragen und Verfahren sowie Registrierungen und Verwaltungsprozesse zusammen.“

Sein Blick glitt kurz über die zentralen Schalter hinweg, hinter denen die verschiedenen Abteilungen angesiedelt waren, bevor er sich leicht nach links wandte.

„Im linken Flügel befinden sich die zentralen Verwaltungs- und Sicherheitsbereiche“, fuhr er fort, während sie sich ein Stück in diese Richtung bewegten, dort werden Kommunikation, innere Sicherheit und operative Abläufe koordiniert.“

Sie passierten die Ehrenhalle, deren ruhige, fast sakrale Atmosphäre sich deutlich vom restlichen Raum abhob, während die in Stein gearbeiteten Inschriften und Porträts eine stille Präsenz ausstrahlten, die keinen Kommentar benötigte.

„Ein Ort der Erinnerung und Verpflichtung“, sagte er leise, ohne den Schritt zu verlangsamen.

Der Weg führte sie weiter entlang der funktionalen Bereiche, vorbei an abgeschirmten Räumen und Korridoren, in denen sich die Struktur der Verwaltung klar erkennen ließ, bevor Theranos die Richtung änderte und sie zurück in die zentrale Halle und von dort in den rechten Flügel führte.

Mit diesem Übergang veränderte sich die Atmosphäre erneut, weicher, offener, durchzogen von Licht, Kunst und bewusst gesetzter Eleganz, während sich vor ihnen die Galerie des Imperiums erstreckte, deren gewölbte Struktur und die eingelassenen Darstellungen eine andere Form von Präsenz vermittelten, eine, die weniger funktional war und stärker auf Wirkung und Darstellung ausgerichtet.


„Der repräsentative Bereich“, erklärte Theranos ruhig, als sie die Galerie durchquerten, begleitet von leiser Musik und dem gedämpften Licht, das sich entlang der Wände zog, „Empfänge, kulturelle Veranstaltungen und offizielle Anlässe finden hier statt.“

Sie erreichten den großen Salon, dessen offene Gestaltung den Blick in mehrere Richtungen zuließ, während die Einrichtung aus dunklen Materialien, hellen Flächen und gezielten Akzenten bestand, die sich zu einem ruhigen, eleganten Gesamtbild verbanden.

Theranos ließ den Blick kurz durch den Raum gleiten, bevor er sich wieder dem Moff zuwandte.
„Der zentrale Aufenthaltsbereich für Gäste“, sagte er, „von hier aus erschließen sich die weiteren Räume.“

Er führte ihn weiter, vorbei an der Bibliothek, deren zweistöckige Struktur sich in die Höhe zog und deren ruhige Ordnung sich deutlich von der lebendigeren Atmosphäre des Salons unterschied, bevor sich schließlich der großen Fest und Ballsaal vor ihnen öffnete, dessen Dimensionen und Gestaltung sofort die Aufmerksamkeit auf sich zogen.

„Hier wird der angekündigte Ball stattfinden“, sagte er mit offensichtlicher vorfreude. "Sehen sie selbst"


Als Theranos mit dem Moff an die Schwelle des Festsaals trat, öffnete sich vor ihnen nicht einfach nur ein großer Raum, sondern eine jener Hallen, die so entschieden auf Wirkung gebaut waren, dass selbst Stille in ihnen Gewicht bekam. Der Saal lag in voller Länge vor ihnen, gewaltig, symmetrisch und von einer Größe, die sich nicht in Schritten, sondern eher im langsamen Nachvollziehen der Blickachse erfassen ließ, da sich die Reihen der blauen Säulen mit ihren goldenen Kapitellen in strenger Ordnung nach hinten zogen, Arkade um Arkade, Galerie um Galerie, bis sich alles im hellen, beinahe überirdisch wirkenden Licht am fernen Ende verlor.

Über ihnen spannten sich hohe Gewölbe, reich verziert, aber mit jener gebändigten Eleganz, die nicht protzig wirkte, sondern kultiviert, fast feierlich, als hätte man den Prunk selbst in Vorschrift gebracht. Zwischen den Ornamenten liefen warme Goldtöne über cremefarbene Flächen, während entlang der Mittelachse mehrere große Kronleuchter hingen, deren Licht sich weich im polierten Steinboden brach und dem ganzen Raum einen stillen, bernsteinfarbenen Glanz verlieh. Gerade diese Beleuchtung gab dem Saal etwas Erhabenes; sie machte ihn nicht heller, sondern tiefer, ließ die Höhe der Decke, die Breite der Flächen und die Länge der Perspektive umso deutlicher hervortreten.

Wo bei einem Ball später hunderte Gäste tanzen, flanieren und sich in Gruppen verteilen würden, lag nun vor allem Raum, weiter, offener Raum, sauber und glänzend, mit genügend freier Fläche, dass jeder Schritt beinahe zu laut erschien. Nur vereinzelt waren Arbeiter zu sehen, klein gegen das Maß der Halle, beinahe verloren zwischen Säulen und Licht, während sie an Draperien, Blumenarrangements oder den letzten Vorbereitungen für den Abend arbeiteten. Gerade diese wenigen Gestalten machten die Dimension des Saales noch sichtbarer, weil sie ihn nicht füllten, sondern nur andeuteten, wie viel größer er war als der Mensch.

Zu beiden Seiten liefen die Galerien entlang der Wände empor, elegant in die Architektur eingebunden, nicht als bloße Zuschauerränge, sondern wie zusätzliche Ebenen eines Raumes, der gleichermaßen an Oper, Palast und Zeremonienhalle erinnerte. Alles daran sprach von Repräsentation, aber nicht von lauter Selbstgefälligkeit; vielmehr von Ordnung, von kultivierter Macht, von einem Herrschaftsanspruch, der Schönheit nicht als Luxus verstand, sondern als sichtbaren Ausdruck geistiger und politischer Disziplin.

Menschenleer hätte der Saal beinahe etwas Sakrales gehabt. Selbst jetzt, mit den letzten Vorbereitungen und dem leisen Arbeiten am Rande, wirkte er nicht wie ein gewöhnlicher Festort, sondern wie ein Raum, der Erinnerung schaffen sollte. Ein Saal, in dem Empfänge nicht nur stattfanden, sondern inszeniert wurden; in dem ein Gouverneur nicht einfach Gäste bewirtete, sondern seinem Planeten, seinem Stil und seinem Verständnis von imperialer Würde eine Form gab, die man nicht so schnell wieder vergaß.

Theranos blickte lächelnd zu Moff Vayliuar.
"Prächtig nicht war?" sagte er bevor er ihn zurück, zur zentrale Achse des Gebäudes führte.

Dort angekommen nahm Theranos seinen Codzylinder der ihnen den Zugang zum Lift zu den oberen Ebenen ermöglichte.

Die Fahrt nach oben verlief ruhig, nahezu lautlos, bis sich die Türen schließlich öffneten und den Zugang zu dem obersten Bereich freigaben.

Der Hauptflur, der sich vor ihnen erstreckte, war deutlich ruhiger gestaltet, das Licht gedämpfter und die Materialien wärmer. Entlang der Wände befanden sich vielerlei Kunstwerke und Büsten, die dem Raum eine fast meditative Qualität verliehen, während sich die Wege von hier aus in mehrere Richtungen verzweigten.


„Dies ist der private Bereich des Palastes“, sagte Theranos ruhig, während er den Gang entlangging, „Gouverneursresidenz und Gästebereich.“

Er führte den Moff in den westlichen Bereich, wo sich die Gästesuiten befanden, die in jeder Hinsicht einen hohen Anspruch an Qualität, Optik und Komfort erkennen ließen, während sich die Räume klar strukturierten und dennoch fließend ineinander übergingen.

Schließlich blieb Theranos vor einer großen Tür stehen, die das Wappen des Prefsbelt Sektors zierte, und öffnete diese.



"So werter Moff, dies wird Ihre Residenz sein solange sie bei uns weilen."
Theranos führte dann dem Moff durch die Suite, die weniger an ein Gästequartier erinnerte als an eine eigenständige Residenz innerhalb des Palastes, getragen von jener Mischung aus imperialer Klarheit und bewusst gesetzter Eleganz, die sich durch jeden Bereich zog.

Der erste Eindruck wurde von einem weitläufigen Empfangsraum bestimmt, dessen hohe Decke von dezenten, goldenen Linien durchzogen war, während großflächige Wandpaneele in tiefem Blau und warmen Elfenbeintönen miteinander spielten und halbtransparente Vorhänge aus feiner Gewebefaser das Licht weich filterten, sodass der Raum in einem ruhigen, gleichmäßigen Glanz lag, der weder blendete noch abdunkelte, sondern eine angenehme Balance hielt.

Daran anschließend öffnete sich ein großzügiger Loungebereich, in dem mehrere tief gehaltene Sitzgruppen um niedrige Marmortische angeordnet waren, deren Oberflächen das einfallende Licht in feinen Reflexen aufnahmen, während sich an einer Seite eine Bar aus dunklem Duraglas anschloss, deren klare Linien durch eingelassene Lichtstreifen betont wurden und die mit wenigen, sorgfältig ausgewählten Elementen eine zurückhaltende Form von Luxus vermittelte. Ein eingelassener Holo-Kamin an der gegenüberliegenden Wand erzeugte ein ruhige, und angenehme fließende Lichtbewegungen, die dem Raum eine zusätzliche Tiefe verliehen.

Seitlich davon öffnete sich ein Arbeitsbereich, der sich bewusst klarer und strukturierter präsentierte, ohne dabei an Eleganz zu verlieren, während ein langer Schreibtisch aus poliertem, dunklem Stein sich bis zur Fensterfront erstreckte und dort in eine breite Ablage überging, die den Blick nach draußen freigab. Mehrere Holoprojektoren und Kommunikationsstationen waren in die Oberfläche integriert worden um eine unmittelbare Verbindung zu den verschiedenen Ebenen der Verwaltung ermöglichten wenn gewünscht.

Eine kleinere Bibliothek schloss sich daran an, deren Regale in die Wände eingelassen waren und sowohl klassische Werke als auch aktuelle Datenarchive bereithielten, während ein separater, etwas abgeschirmter Raum als Tee- und Gesprächszimmer diente, ausgestattet mit niedrigen Tischen, fein gearbeiteten Sitzmöbeln und einer ruhigeren Lichtführung, die bewusst auf Entschleunigung ausgelegt war.

Weiter im Inneren der Suite öffnete sich der private Wohnbereich, der sich in seiner Gestaltung weicher und persönlicher zeigte, während sich das Schlafzimmer als zentraler Rückzugsort präsentierte, dominiert von einem großzügigen Bett, dessen Position so gewählt war, dass es den Blick in Richtung der Fenster freigab, während seitlich gesetzte Raumtrenner die angrenzenden Bereiche voneinander abgrenzten, ohne sie vollständig zu trennen.

Auf der einen Seite befand sich ein großzügiger Spa-Bereich, in dem dunkler Stein, eingelassene Lichtflächen und fließende Wasserstrukturen eine ruhige, fast meditative Atmosphäre erzeugten, ergänzt durch eine freistehende Wanne, eine weitläufige Dusche und mehrere funktionale Elemente, die sich nahtlos in die Gestaltung einfügten, während auf der anderen Seite ein Ankleidebereich lag, dessen klare Struktur und hochwertige Materialien eine ebenso funktionale wie ästhetische Ordnung vermittelten.

Die gesamte Rückseite der Suite wurde von einer durchgehenden Glasfront bestimmt, die sich zu einem weitläufigen Balkon öffnete, auf dem sich neben Sitz- und Liegebereichen auch eine eingelassene Wasserfläche befand, deren ruhige Oberfläche das Licht des Himmels und die ersten Reflexionen der Stadt einfing, des weiteren gab es eine separaten Bereich mit beheiztem Wasser zusätzlichen Komfort bot.

Von hier aus erstreckte sich der Blick über Blue One, über die geordneten Strukturen der Stadt, die sich bis zum Horizont zogen, und weiter hinaus bis zu den entfernten Linien des Nereus-Meeres, dessen silbriger Schimmer sich nur bei genauer Betrachtung vom restlichen Panorama abhob.

Theranos ließ diesen Eindruck für einen Moment wirken, bevor er sich wieder dem Moff zuwandte.


„Die Suite ist darauf ausgelegt, Euch während Eures Aufenthalts in allen belangen zufriedenzustellen, alle wesentlichen Bereiche sind integriert, sodass sowohl Arbeit als auch Rückzug und Empfang ohne Einschränkungen möglich ist und ich hoffe es fehlt Ihnen an nichts“, sagte Theranos ruhig, als sie wieder an der Tür angekommen waren.

"In etwa einer Stunde würde ich Euch wieder hier abholen, dann begeben wir uns zum Hangar und begegnen uns direkt zur Werft. Für ein Dinner auf dem Weg dorthin ist bereits gesorgt.“
Sein Blick blieb für einen Moment ruhig auf Moff Vayliuar gerichtet und wartete darauf, ob dieser noch etwas zu ergänzen hatte.


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[Äußerer Rand / Prefsbelt-Sektor / Prefsbelt IV / Unterkunft für Mitglieder des Beratungsstabs im Regierungsgebäude] - mit Dr. T'rsop und NSC
T'rsop starrte die Holokarte von Red One an. Er hatte sie sich schon sehr lange angeschaut - mit taktischen Informationen, ohne taktische Informationen, mit Hinweisen zur Infrastruktur und ohne, zusammen mit Schadensmeldungen und im Laufe der Jahrhunderte. Es war nie die Aushängestadt Prefsbelt IV. gewesen. Und nun haftete an ihr der modrige und alarmierende Geruch von Unzufriedenheit und Verrat. Hervorragende Bedingungen, um Aufstände auch in Zukunft zu gebären. Ein Ort der Märtyrer oder Verräter - wenn man ihn total verkommen lassen würde (was auf der oberflächlichen Ebene sowohl Wirtschaft als auch Ästhetik der Welt negativ treffen würde), dann würde man dieses Klima nur noch verstärken. Und würde man ihn andererseits herausputzen wie einen Preis-Varctyl in dem 'Großen Federfestival' von Utapau, würden die Bürger dort nicht offen meckern und frustriert sein - aber sie würden sich bevormundet vorkommen. Denn Red One ist seit unzähligen Generationen - selbst aus T'rsops Sicht eines Jahrhunderte lang lebenden Pau'aners - eine Mienenstadt. Und Miner und Bergbauer sind eine stolze, bodenständige und meist derbe Klasse. Das aus der Stadt herausdrängen zu wollen und mit einer anderen Art von Kultur zu ersetzen, würde Jahrhunderte dauern. Und einen Preis kosten, den der Gelehrte zum jetzigen Zeitpunkt von Welt- und galaktischer Politik nicht zu zahlen bereit war. Die Bevölkerung musste stabil bleiben, ja mehr noch: Sie musste florieren und erblühen. Nur dann würden sie langfristig eine bedeutsamere Stufe des Seins und Koexistierens erreichen.
Plötzlich sprang der Gelehrte auf und lief aufgebracht in seinem Wohnzimmer hin und her.
"Denk nach, du Idiot. Das ist doch wirklich keine schwere Aufgabe, die emotionalen Belange von Menschen in ihrer bemitleidenswerten Lebensspanne zu berücksichtigen und darauf kulturell-ästhetisch zu reagieren", rügte er sich kopfschüttelnd selbst. Er hasste es, wenn die Lösung sich nicht sofort erschloss. Und genauso sehr verachtete er Wesen, die auf dem ihnen zugedachten Posten nicht zumindest einmal das Erwartbare leisteten. Und sein Selbstanspruch an sich war, in seinen Aufgaben zu brillieren.
Nach einigen Minuten ließ er sich wieder seufzend auf sein Sofa fallen und wischte in der Holoprojektion die verschiedenen Darstellungsmodi durch.

"Minenstadt. Verräter. Historie der Arbeiter. Teilweise zerstört durch den jüngsten Aufstand. Weiterhin Teil von Prefsbelt IV. Leidet es, leidet der gesamte Planet. Minenstadt - derbe und gleichzeitig herzliche Wesen. Tunnel. Tunnel und bald eine ganz neue Tunnel- und Verkehrsanbindung..." So murmelte er vor sich hin, während er Darstellung um Darstellung durchging. Und schließlich: "Bäm! Das ist es!" Er sprang wieder auf und fuhr sich mit den Fingern durch seine tiefen Hautfurchen bevor er in die Hände klatschte. In ihm hatte eine Idee Gestalt angenommen. Eine Würdigung der Geschichte von Red One und seiner Bevölkerung mit zeitgleicher Integration in die höheren kulturellen Ebenen wie sie in der Hauptstadt gespflegt und durch Theranos gefördert wurden: Er würde ein großes Theater zwischen externen Hauptbahnhof und den kommerziellen Minenschächten errichten. Bei Bedarf könnten dort auch klassische Stücke aufgeführt werden und intellektuelle Veranstaltungen, wie die seiner Akademie Monspolis, stattfinden. Aber hauptsächlich sollten dort Spiele stattfinden, die das Leben der Miner erleichterten und deren Humor und Fragen ernst nahmen. Und natürlich - ein breites Pau'anischen Grinsen schlich sich auf sein Gesicht - könnte man dieses Gebäude wunderbar zu zwei Dritteln als Tunnel und Höhle bauen. Nach seinem eigens auf Prefsbelt etablierten Stil der 'Pau'schen Antibiose'. Zwar müsste er einige Anpassungen daran vornehmen, da dieser Stil vor allem für reiche und sehr extravagante Personen und deren Wohnpalais war... aber vom Prinzip her würde das wunderbar passen. Dieses Projekt sollte er vorantreiben.

Sein Datapad piepte.
"Wenn das jetzt wieder irgend so ein aufgeblasener Vater oder eine keifende Mutti ist, die sich über die Behandlung ihrer talentfreien Sprösslinge beschweren möchten, werde ich dafür sorgen, dass sie sich wünschen würden, im Boden zu verschwinden", murmelte T'rsop, erbost darüber, in seinem Gedankengang so rüde gestört worden zu sein. Doch als er seine Nachrichten öffnete, waren es keine sich beschwerenden Eltern. Aber etwas, was er mindestens als genauso zeitverschwendend ansah: Eine Einladung zum heutigen großen Ball im großen Festsaal. Ohne die ausgeschmückten" Einladungsfloskeln zu lesen, drückte der Berater auf 'ablehnen'. Er konnte bei Feiern erblühen - aber nicht bei so offiziellen Anlässen. Die Menschen würden ihn angaffen, sich unwohl in seiner Gegenwart fühlen und mehr oder weniger lästern, wenn er anfing, die kostbare Zeit wirklich zu genießen. Außerdem war so ein offizieller Ball eh nur Anlass, Honig ums Maul zu schmieren und höflich zu lügen, um in der Gunst dieses oder jenes Würde- und Verantwortungsträgers zu steigen. Mag sein, dass es da vielleicht - mit starker Betonung dieses Wortes - auch mal zu rhetorisch stimulierenden Intrigen und Ehrverletzungen im Mantel der Höflichkeit kam. Aber erstens hatte T'rsop keine persönlichen Fehden, die es auszukämpfen lohnte. Und zweitens wollte er das Privileg seiner feierlichen Anwesenheit nicht dadurch verwässern, dass er zu jedem offiziellen Anlass erschien. Auch wenn dieser vom Gouverneursbüro persönlich veranstaltet wurde.
So wollte er sich dann wieder seinem Projekt - oder zumindest einem seiner Projekte - widmen. Doch schon ertönte der Nachrichtenton erneut. Und diesmal war es ein Holoanruf. Von
Klaudi Merchod (NSC). Von ihr hatte er ja schon Monate nichts mehr gehört. Er ließ sich in sein Sofa fallen und aktivierte die Holo-Übertragung. "Klaudi, ich grüße dich. Und wie ich sehe, trotzt du deinem Alter erfolgreicher als viele andere", begrüßte er sie mit einem aufrichtig-warmen Lächeln. Die Frau, die in dem klassischen Holo-Blau erschien, war Ende fünfzig und hatte trotz ihres Alters noch etwas Verspieltes an sich. "T'rsop, ich grüße zurück. Und sehe, dass du trotz deines Alters kindischer bist als viele andere." Der Gelehrte gestattete sich ein humorvolles Glucksen zur Würdigung ihres rhetorischen Stoßes. "Deine Zunge schneidet tiefer als ein Laserschwert. Entweder bist du weiterhin in Übung, oder ein unverschämtes Naturtalent. Aber nun sag schon: Weshalb meldest du dich bei mir?", fragte T'rsop. Zeitgleich glitten seine Gedanken in die Vergangenheit. Klaudi war vor Jahrzehnten eine seiner Rhetorik- und Philosophiestudentinnen gewesen. Aus gutem Elternhaus - Banker, Großhändler oder so etwas in der Art - aufmüpfig, respektlos und doch verstandesgewandt. Sie war Teil dieses kleinen Klubs gewesen, 'Zirkel der Stifte'. Darin hatten sich ziemlich viele zynische oder desillusionierte Denker getroffen und debattiert. Und somit mal frischen Wind in die Akademie gebracht. Wenige Male war er selbst zu ihnen als Redner und Diskussionspartner gekommen. Er runzelte kurz die Stirn als er sich daran zu erinnern versuchte, was aus den Mitgliedern geworden war. Wenn er nicht irrte, waren die meisten gescheitert. Zynismus alleine war destruktiv - wenn man aber ein Ziel hatte und ein Sinn dafür, wie die anderen ticken, war er eine große Kraftquelle und starke Waffe. Was man gut an Klaudi sehen konnte, die Karriere im internationalen Immobiliengeschäft gemacht hatte. "Du hast vielleicht gesehen, dass heute Abend eine große Party geschmissen wird im Festsaal."
"Ja, wenn du den Ball meinst..." "Genau! Kommst du da auch hin?", fragte sie ihren alten Lehrer. Dessen Augen weiteten sich kurz: "Warum sollte ich das denn tun? Die Gesellschaft dort sind Snobs oder Hochwürden und ich bin nicht in der Stimmung für den Tanz der Höflichkeitsmasken. Außerdem habe ich Wichtigeres zu tun"
Sie wartete einen Moment, bis sie schließlich antwortete: "Soso, betrachtest du mich also als Snob und Hochwürden?" Dann seufzte sie, als sie bemerkte, dass T'rsop aus Höflichkeit schwieg. Denn sie hatte sich in den letzten Jahrzehnten trotz allem etwas verändert - wie der Pau'aner natürlich sofort festgestellt hatte. Also fuhr sie fort: "Ich muss wegen meiner Firma und zur Kundengewinnung dahin. Aber ich hätte gerne auch einen echten Gesprächspartner. Also: Kommst du mit?" T'rsop ließ das einen Moment auf sich wirken. Nur, um einer alten Freundin etwas Gesellschaft zu leisten auf einen Ball gehen? Noch war er von dem Nutzen nicht überzeugt. Er griff sein Datapad - halb bewusst, dass Klaudi das auch sehen würde. Er ging die offiziellen - und freigegebenen - Gäste durch. Ja, Legat Bayl war auch dabei. Ebenso einige wichtige Denker. Er seufzte. Dann musste er das wohl erledigen - und konnte es mit der Arbeit verbinden. Er lud noch schnell einige der besten Architekten ein und fällte schließlich seine Entscheidung.

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Prefsbelt IV | Trägerschiff im Standardorbit über dem Planeten | Besprechungsraum der Betastaffel | Kal Andrim, Reyan Vexler und der Rest der Betastaffel


Reyan saß während der Nachbesprechung ruhig auf seinem Platz, die Haltung aufrecht, die Hände locker ineinander gelegt, während sein Blick aufmerksam zwischen Captain Sunstrider und Kal hin und her wanderte. Die Zahlen, Auswertungen und taktischen Einschätzungen nahm er ohne große Mühe auf, doch was ihn mehr interessierte, war das Gesamtbild, das sich daraus ergab, denn unabhängig von einzelnen Manövern oder Treffern blieb am Ende vor allem eines hängen: Sie hatten sauber gearbeitet, sie hatten funktioniert, und sie hatten niemanden verloren.

Dass die Betastaffel dabei erneut die besten Ergebnisse geliefert hatte, überraschte ihn nicht wirklich, auch wenn er sich diese Zufriedenheit nicht offen anmerken ließ. Erst als Kal schließlich auf die Abschüsse zu sprechen kam und sein eigener Name fiel, hob Reyan den Blick.
Fünf Abschüsse bedeuteten nicht nur eine Zahl auf einem Datapad, sondern den Moment, in dem aus einem guten Piloten ein Ass wurde, und auch wenn Reyan sich bemühte, die Reaktion im Rahmen zu halten, ließ sich das leichte Grinsen nicht ganz vermeiden, das sich auf seinem Gesicht abzeichnete, als der Applaus einsetzte.
Er winkte knapp in die Runde, ließ den Blick über die anderen Piloten wandern und erwiderte Schulterklopfen und Glückwünsche mit einer Lässigkeit, die fast beiläufig wirkte, obwohl man ihm durchaus ansah, dass ihm dieser Moment etwas bedeutete.

Als Kal dann noch die Sache mit den Drinks aufgriff, zog Reyan eine Augenbraue leicht nach oben und schüttelte minimal den Kopf, während sich ein amüsiertes Lächeln hielt.
„Das entwickelt sich hier langsam zu einem ziemlich teuren Hobby Sir“, meinte er trocken in die Runde, ohne den Ton zu heben, was ihm ein paar Lacher einbrachte.

Als sich die Besprechung auflöste und die Piloten nach und nach aufstanden, verlagerte sich die Stimmung fast automatisch in Richtung Feier. Gespräche wurden lauter, Bewegungen entspannter, und irgendwo zwischen den Gruppen löste sich auch die letzte formelle Spannung, die während der Besprechung noch im Raum gelegen hatte.

Reyan blieb kurz stehen, als eine Pilotin aus der Staffel – dunkelhaarig, mit einem Blick, der irgendwo zwischen anerkennend und leicht herausfordernd lag – an ihm vorbeiging und ihm im Vorübergehen ein kurzes, schiefes Lächeln zuwarf.

Er erwiderte ihr Lächeln ganz selbstverständlich, ohne es groß hervorzuheben, und ließ seinen Blick einen Moment länger auf ihr ruhen, als es für eine flüchtige Begegnung notwendig gewesen wäre, bevor er leicht den Kopf zur Seite neigte und wieder das Gespräch mit seinen Kameraden suchte.




Am Abend verlagerte sich die Staffel geschlossen in die Offiziersmesse, und was zuvor noch kontrollierte Zufriedenheit gewesen war, wurde nun zu offener und gelassener Stimmung umgesprungen.

Stimmen erfüllten den Raum, Gläser wurden gehoben, und die Gespräche wechselten mühelos zwischen Fachsimpeleien über Flugmanöver und völlig belanglosen Themen.

Reyan stand zwischen einigen Piloten, ein Glas in der Hand, und ließ den Blick über die Szene schweifen, während er die Atmosphäre auf sich wirken ließ. Die Anspannung der letzten Einsätze war abgefallen, und für einen Moment war das hier einfach nur das, was es sein sollte: ein Abend unter Kameraden, die wussten, wie knapp es manchmal gewesen war.


„Also gut“, meinte er schließlich und hob das Glas ein Stück, „wenn ich das richtig verstanden habe, ist es heute meine Aufgabe, euch alle bei Laune zu halten.“

Ein zustimmender Ruf aus vielen Kehlen antwortete ihm, begleitet von einigen Lachern. Reyan hielt das Glas locker in der Hand, während er und die Reaktionen mit einem leichten, fast beiläufigen Schulterzucken quittierte. Immerhin hatte er auch nichts anderes erwartet.

„Ich gebe mein Bestes“, stieß er belustigt hervor, während sein Blick kurz über die Gesichter der anderen wanderte, „aber ich übernehme keine Garantie für morgen früh für keinen von Euch Bruchpiloten.“
Das Gelächter und Gejohle, das daraufhin durch die Gruppe ging, war ehrlich und ungezwungen, und für einen Moment ließ Reyan sich einfach darin treiben, ohne das Bedürfnis, noch etwas hinzufügen zu müssen, denn die Stimmung sprach für sich.

Noch bevor sich die Runde wieder vollständig auflösen konnte, trat Kal an ihn und Perlim heran und bedeutete ihnen mit einer kleinen Geste, ein Stück zur Seite zu gehen. Reyan folgte dem ohne Zögern, stellte sein Glas halb abgewandt auf eine nahe Ablage und richtete seine Aufmerksamkeit auf ihn, wobei sich seine Haltung unmerklich veränderte.

Als Kal die Einladung erwähnte, nahm er die Information auf, ließ sie gedanklich einmal durchlaufen, bevor sich das vertraute, leicht schiefe Grinsen wieder in seinem Gesicht zeigte.

Ein Ball im Gouverneurspalast war keine alltägliche Angelegenheit, und auch wenn er sich nach außen hin locker gab, war ihm sehr wohl bewusst, dass solche Einladungen selten ohne Bedeutung ausgesprochen wurden.


„Ein Ball also“, wiederholte er schließlich ruhig, fast nachdenklich, während sein Blick kurz zu Perlim glitt und dann wieder zu Kal zurückkehrte, „klingt nach einer deutlich angenehmeren Art, Eindruck zu hinterlassen.“

Er hob das Glas ein wenig an, als würde er die Situation damit fast beiläufig kommentieren, bevor er leicht mit den Schultern zuckte.

„Keine Sorge, Sir, ich krieg das hin“, fügte er hinzu, nun wieder mit diesem leichten Unterton, der irgendwo zwischen Selbstsicherheit und Charme lag. „Ich sehe in der Ausgehuniform sogar überraschend gut aus, hab ich mir sagen lassen.“

Ein Hauch von Amüsement lag in seinem Blick, doch es wirkte nicht überzogen oder gespielt, eher wie eine Selbstverständlichkeit, die er gar nicht groß erklären musste.
Der Ton blieb locker, doch es lag genug Klarheit darin, um keinen Zweifel daran zu lassen, dass er genau wusste, wann dieser Ton angebracht war und wann nicht.
“Wir werden Ihnen keine Schande machen Sir” fügte Vex noch mit einer ernsten Miene und Stimmlage hinzu um Kal zu signalisieren dass er verstanden hatte.

Als Kal das Gespräch schließlich beendete und sich wieder der restlichen Staffel zuwandte, griff Reyan sein Glas erneut auf und trat zurück in die Gruppe, die sich inzwischen wieder verteilt hatte, Gespräche aufgenommen hatte und langsam in den gewohnten Rhythmus eines Abends überging, der mehr mit Kameradschaft als mit Dienst zu tun hatte.

Er ließ den Blick noch einmal durch den Raum gleiten, nahm die Stimmen, das Lachen und die Bewegung um sich herum bewusst wahr und spürte dabei, wie sich ein Gefühl einstellte, das über bloße Zufriedenheit hinausging.



Prefsbelt IV | Trägerschiff im Standardorbit über dem Planeten | Offiziersmesse | Kal Andrim, Reyan Vexler und der Rest der Betastaffel
 
[ Äußerer Rand | Prefsbelt-Sektor | Prefsbelt IV | Blue One | Gouverneurspalast ] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh

Aren hatte bereits viele Gouverneurspaläste gesehen und trotz der Uniformität, die einem überall im Imperium begegnete, zeigte sich in vielen dieser Amtspaläste immer eine gewisse Individualität, ein gewisser Pinselstrich des Charakters des Planeten oder des Gouverneurs. Das alte Jedi Praxeum auf Truuine glich kaum der Zitadelle, welche der Gouverneur von Yaga-Minor bewohnte. Und so zeigte sich auch hier auf Prefsbelt ein ganz eigener Charakter. Aren wusste nicht genau, wie viel noch von Kern oder seinen Vorgängern stammte und wie viel Zesh selbst hatte hinzufügen lassen, doch es spiegelte sich in der Architektur des Gebäudes durchaus wieder, dass Prefsbelt IV eine gewichtige Bedeutung für den Sektor, ja für das ganze Imperium besaß. Die große Säulenhalle, die sie durchschritten wirkte durchaus überaus imposant und Aren meinte auch zu erkennen, dass sich hier die kunstvolle Architektur der Gebäude und Straßenzüge von außerhalb wiedererkennen ließ.

Sein Gastgeber schien durchaus Stolz auf seinen Verwaltungssitz zu sein und erklärte ausführlich, was wo getan wurde. Er führte ihn durch die Ehrenhalle und in den repräsentativen Bereich und gab einen durchaus kundigen Reiseführer ab. Aren konnte die ganze Szenerie in sich aufnehmen, ohne dabei mit zu vielen unnützen Fakten überschwemmt zu werden. Der Informationsfluss beschränkte sich auf das Wesentliche.

Das Highlight dieser Führung durch den Gouverneurspalast stellte ohne Frage der Festsaal da, in welchem später auch der Ball stattfinden würde. Dies hier hatte wenig von dem plumpen Protz, den man oft sonst in solchen Sälen, die Verwaltungssitzen angegliedert waren, fand, sondern wirkte beinahe filigran. Es schwirrten bereits, oder vielleicht besser noch, einige Arbeiter durch den Saal, welche mit letzten Vorbereitungen beschäftigt waren. Betrachtete man diese, wurde einem erst bewusst, über welche Größendimensionen man hier sprach. Die Menschen wirkten im Vergleich wirklich winzig. Auf die Frage seines Gastgebers nickte Aren anerkennt.


,,Durchaus. Ein wirklich beeindruckendes Stück Architektur. Wie oft nutzten Sie diesen Saal? Kommen auf Prefsbelt oft solch große Ansammlungen von Menschen zusammen, dass es sich lohnt den Saal zu nutzen?"

Es war durchaus von Interesse, ob es sich hier mehr um ein Projekt zur Selbstdarstellung handelte oder ob der Raum auch tatsächlich Früchte trug und genutzt wurde. Ersteres würde Aren aber keineswegs wundern, kannte er doch die Berichte über Gouverneur Kern, dem ein solches Projekt durchaus zuzutrauen wäre. Oder Zesh hatte noch etwas ganz anderes im Hinterkopf. Aren war gespannt, ließ sich davon aber nichts anmerken sondern ließ den Blick weiterhin durch den Saal schweifen.

Doch ewig gaben sie sich diesem Anblick nicht hin und der Weg führte sie über einen Turbolift tiefer in die Eingeweide des Gebäudes. Der private Bereich des Gouverneurs und seiner Gäste wirkte nicht weniger beeindruckend als der Rest des Gebäudes. Gouverneur Zesh führte ihn durch die Gänge und blieb schließlich vor einer großen Tür stehen, auf welcher das Wappen des Sektors prangte. Wie sich herausstellte seine Residenz für die Dauer seines Besuchs. Aren war durchaus beeindruckt von dem, was sich ihm zeigte. Ein Arbeitszimmer, eine Bibliothek, ein Spa-Bereich und ein großer Balkon würden diesen Ausflug mit Sicherheit nochmals deutlich angenehmer gestalten, auch, wenn er selbst den Bereich wohl nicht zu oft in Anspruch nehmen konnte. Aber Adriana würde sich hier ohne Frage sehr wohl fühlen. Gerade der private Wohnbereich wirkte sehr heimelig, was Aren aufgrund der Ausmaße fast etwas überraschte.

Als sein Gastgeber ihn herumgeführt hatte und sie wieder an der Tür ankamen, schilderte er den weiteren Tagesverlauf. Aren nickte zustimmend. So sehr er sich auch auf den Ball freute war der Besuch der Werft wohl das eigentliche Herzstück seines Besuchs. Auf Yaga-Minor liefen gerade die Gespräche mit den großen Rüstungsunternehmen auf Hochtouren und hier wurde zeitgleich ganz praktische Vorarbeit dafür geleistet, den Prefsbelt-Sektor zur Schmiede des Imperiums zu gestalten.


,,Vielen Dank, Gouverneur. Meine Verlobte wird, so denke ich zumindest, in der Zeit hier eintreffen, in der wir uns bei der Werft befinden, aber das dürfte ja kein Problem darstellen, korrekt? Ich freue mich darauf, mehr von Prefsbelt zu sehen."

Mit einem Lächeln verabschiedete Aren den Gouverneur und fand sich alleine in der prächtigen "Übergangsresidenz" wieder. Gemächlich schlenderte er zu der großen Fensterfront und ließ seinen Blick über Blue One schweifen, welches von so weit oben betrachtet immer noch äußerst beeindruckend wirkte. Dann zückte er sein Comlink und gab eine Nachricht an Adriana durch, die gerade wohl nicht an ihr Comlink gehen konnte.

,,Adriana, unsere Unterkunft hier auf Prefbelt ist wirklich wunderbar, du wirst dich hier sehr wohlfühlen. Mit dem Gouverneur ist bereits abgesprochen, dass du im Gouverneurspalast mit der Yacht landen kannst und dich in der Residenz noch weiter ausruhen und später für den Ball frisch machen kannst. Ich hoffe es geht dir wieder besser. Falls nicht, lass es mich wissen und ich informiere unseren Gastgeber. Du musst dir aber keine Gedanken um die Sicherheit hier machen, vertrau mir. Ich hoffe dich später zu sehen, ich werde in Kürze mit dem Gouverneur zur Besichtigung der Werft aufbrechen. Erhol dich dann gut."

Aren verschickte die Nachricht und ließ noch kurz seinen Blick über das Stadtpanorama ziehen, bevor er sich mit einem Datapad an den Schreibtisch setzte. Die Zeit, bis sie zur Werft aufbrachen, wollte er noch gut dafür nutzen, sich weiter mit dem Projekt der Prefsbelter-Rüstungswerke zu beschäftigen und einige Anfragen zu beantworten.

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Als der Moff an der Schwelle des großen Saales seine Bewunderung aussprach und über den Saal Fragen stellte, antwortete Theranos mit einem Lächeln.


„Dieser Saal gehört zu den ältesten Teilen des Palastes“, sagte er in einem gleichmäßigen Ton, während sein Blick kurz entlang der Säulenreihe glitt, „zumindest legen dies die vorhandenen Aufzeichnungen nahe, auch wenn sich deren Genauigkeit über die Jahrhunderte hinweg nicht in jedem Detail verifizieren lässt.“
Er trat einen halben Schritt weiter in den Raum, ließ den Blick kurz in die Höhe wandern, bevor er fortfuhr.

„Laut diesen Überlieferungen diente dieser Saal lange Zeit als zentraler Versammlungs- und Herrschaftsraum, noch bevor das Imperium auf Prefsbelt IV Fuß fasste. Es ist davon auszugehen, dass es sich hierbei ursprünglich um eine Form von Thronsaal handelte, in dem die damalige Führungsschicht ihre Macht zur Schau stellte und Entscheidungen traf.“

Seine Stimme blieb ruhig, beinahe sachlich, während er die historischen Aspekte einordnete, ohne ihnen mehr Gewicht zu geben, als sie im aktuellen Kontext verdienten.
„In den letzten Jahren wurde der Saal dann wieder regelmäßiger genutzt“, fuhr er fort, während sein Blick sich kurz zu Aren verlagerte, „mein Vorgänger ließ hier in vergleichsweise kurzen Abständen Veranstaltungen ausrichten, häufig in einem Rhythmus, der auf wöchentliche oder monatliche Intervalle hinauslief.“

Ein feiner, kaum merklicher Wechsel lag in seinem Ausdruck, während sich die Bewertung dieser Nutzung nicht in direkter Kritik äußerte, sondern eher in der Art, wie er den nächsten Satz setzte.
„Der Fokus lag dabei vor allem auf Repräsentation und zur Schausstellung seiner Macht zumindest war dies den Unterlagen zu entnehmen", ergänzte er ruhig

Ein kurzer Moment der Stille folgte, während sich die Dimension des Raumes erneut in den Vordergrund drängte.
„Der Saal selbst ist dafür ohne Zweifel geeignet“, sagte er schließlich, während seine Stimme wieder eine neutralere Linie annahm, „doch ich halte es für sinnvoll, ihn gezielter einzusetzen.“

Sein Blick glitt durch die Halle, bevor er sich wieder dem Moff zuwandte, als würde er das Thema damit bewusst abrunden und den Raum für die nächsten Eindrücke öffnen.
„Während meiner Amtszeit wurde der Saal in Teilen angepasst, ein Teil der ursprünglichen Gestaltung war… deutlich stärker auf reine Wirkung ausgelegt, als es aus meiner Sicht notwendig oder sinnvoll erschien.“

Theranos Blick glitt für einen Moment entlang der Galerie, als würde er dort noch Spuren dieser früheren Gestaltung erkennen, die inzwischen verschwunden waren.
„Es befanden sich hier einst mehrere großformatige Leuchter, die den Raum dominiert haben, ebenso wie verschiedene Skulpturen und Ausstellungsstücke, darunter auch Darstellungen meines Vorgängers sowie kunsthandwerkliche Arbeiten aus Kristall und Diamant, deren Bezug zur Geschichte oder Kultur dieses Planeten… nur schwer herzustellen war.“

Ein feiner Unterton lag in seinen Worten, nicht offen wertend, jedoch klar genug, um seine Haltung erkennen zu lassen, das er nichts als Verachtung für seinen Vorgänger übrig hatte. Aber es war nicht Art von Theranos über Leute, schlecht zu sprechen die nicht Anwesend waren, vor allem wenn Ihr Schicksal so gut wie besiegelt war. Generell fand er es nicht schicklich über Personen herzuziehen, außer es handle sich um Feinde des Imperiums.

„Somit habe Ich mich dazu entschlossen, diese Elemente zu reduzieren und die ursprüngliche architektonische Linie von Prefsbelt IV wieder stärker zur Geltung zu bringen“, fuhr er fort, während sich seine Stimme wieder in jene ruhige Klarheit zurückbewegte, die ihn auszeichnete, „da ich der Ansicht bin, dass ein Raum wie dieser seine Wirkung nicht durch Überladung, sondern durch Struktur und Proportion entfalten sollte.“

Für einen kurzen Moment ließ er diese Aussage stehen, bevor er fortfuhr.

„Bislang ergab sich jedoch noch keine Gelegenheit, diesen Saal im Rahmen einer eigenen Veranstaltung zu nutzen“, fügte er hinzu, während sich sein Blick wieder in die Tiefe des Raumes richtete, „die vergangenen Monate haben meine volle Aufmerksamkeit an anderer Stelle gebunden.“
Seine Worte blieben ruhig, doch die Aufzählung, die folgte, trug das Gewicht der vergangenen Zeit.
„Der Aufbau der Werft, die Sicherung der planetaren Ordnung nach den Ereignissen um Kern, die Neuorganisation der Sicherheitskräfte sowie die strukturelle und wirtschaftliche Stabilisierung des Planeten haben den Schwerpunkt meiner Arbeit bestimmt.“
Ein kaum merkliches, ruhiges Lächeln trat in seinen Ausdruck, als er fortfuhr.
„Umso mehr sehe ich in dem heutigen Abend einen ersten Schritt, diesem Raum wieder eine Funktion zu geben, die über reine Darstellung hinausgeht und ich erwäge, diesen Anlass zu einem festen Bestandteil des jährlichen Kalenders zu machen.“.
„Die klimatischen Bedingungen sind derzeit günstig“, ergänzte er ruhig, „und auf der Ostseite des Saales im Obergeschoss befindet sich ein vorgelagerter Bereich, der sich für einen Aufenthalt im Freien eignet. Es wäre naheliegend, diesen Aspekt künftig stärker einzubeziehen.“

Mit diesen Worten ließ er das Thema in einer offenen, aber klar gesetzten Linie ausklingen, bevor er den Moff weiter durch den Palast führte und die Führung in die ruhigeren, privateren Bereiche überging.

Nachdem Theranos dem Moff die Suit präsentiert hatte, schien dieser zufrieden zu sein.

„Sobald Ihre Gattin hier ankommt wir Miss Marris meine rechte Hand sie in Empfang nehmen und Sie in diese Suit geleiten und wird auch dafür sorgen, dass Ihr ein Dinner, wenn gewünscht, präsentiert wird, damit Sie für den restlichen Abend gewappnet ist.”

Als sich die Tür hinter ihm schloss und die gedämpfte Ruhe des oberen Bereichs ihn wieder umgab, setzte sich Theranos in Bewegung und kehrte mit gleichmäßigem Schritt in Richtung seiner eigenen Gemächer zurück, während sich seine Gedanken bereits wieder ordneten und den nächsten Abschnitt des Tages vorbereiteten.

Die Begegnung mit dem Moff hatte sich in einer Weise entwickelt, die er als durchweg positiv einordnete.
Der Moff wirkte zugänglich, aufmerksam, in seinen Entscheidungen klar und direkt, ohne dabei jene Form von Distanz zu wahren, die Theranos im Vorfeld erwartet hatte, und auch wenn ihm bewusst war, dass ein erster Eindruck nicht zwangsläufig das vollständige Bild darstellte, ließ sich nicht leugnen, dass sich daraus eine Grundlage ergab, auf der sich aufbauen ließ.

Mit einer ruhigen Bewegung hob er die Hand und aktivierte über das integrierte Comlink die Verbindung zu seiner Sekretärin.


„Miss Marris“, sagte er in gewohnt ruhigem Ton.

„Exzellenz“, antwortete sie unmittelbar.

„Überprüfen Sie den Status der Lambda-Fähre und stellen Sie sicher, dass alle Vorbereitungen für den Abflug zur Werft innerhalb der nächsten Dreiviertelstunde abgeschlossen sind“,
fuhr er fort, „sowie dass alles wie besprochen an Bord gebracht wird.“

„Bereits in Arbeit, Exzellenz“, kam die Antwort ohne Verzögerung, „die finalen Abstimmungen erfolgen aktuell.“

"Perfekt", antwortete Theranos. “Da wäre noch etwas, die Gattin des Moffs wird bald hier eintreffen, Sie werden sich um alle Wünsche der Gattin persönlich kümmern und werden auch für Sie ein Dinner organisieren, es darf ihr an nichts fehlen, haben Sie verstanden?”

“Die Gattin des Moffs nach allen Möglichkeiten verwöhnen, verstanden eure Exzellenz"
, fasste Miss Marris mit freundlicher Stimme zusammen.

“Ach ja, wir haben noch mehr als genug Reserve Blumen für die Saaldekoration, bringen Sie ein paar schöne Vasen und gut duftende Blumen in das Quartier des Moffs, vielleicht erfreut das seine Gattin. Aber das bitte kurz bevor ich den Moff in knapp einer Stunde hole, ich möchte nicht, dass er denkt, wir respektieren seine Privatsphäre nicht.” endete Theranos.

“Wird gemacht”. antwortete Miss Marris

Ein kaum merkliches Nicken folgte, bevor er die Verbindung beendete.

Zurück in seinen Gemächern angekommen, ließ Theranos sich einen kurzen Moment der Ruhe, bevor er sich mit ruhiger Effizienz umzog, die repräsentative Kleidung des Empfangs ablegte und durch eine funktionalere Uniform ersetzte, deren klarere Linien und reduzierte Gestaltung besser zu dem kommenden Abschnitt des Tages passten.

An seinem Schreibtisch nahm er für einige Minuten Platz, ließ die aktuellen Berichte zur Werft aufrufen und ging die wichtigsten Punkte erneut durch, Baufortschritt, Personalstruktur, Ressourcenflüsse und logistische Anbindung, während er sich darauf vorbereitete, jede mögliche Rückfrage ohne Zögern beantworten zu können.

Die Zeit verging dabei gleichmäßig und als der vereinbarte Zeitpunkt näher rückte, erhob er sich erneut, richtete mit einer kurzen, präzisen Bewegung seine Kleidung und verließ die Gemächer.



Wenig später stand er wieder vor der Suite des Moffs, klopfte ruhig an und wartete den Bruchteil eines Moments, bevor er eintrat.

„Ich hoffe, Ihr konntet Euch gut einrichten“, sagte er ruhig, während sich sein Blick auf den Moff richtete, „wenn Ihr bereit seid, begeben wir uns nun zum Hangar.“

Mit diesen Worten leitete er den nächsten Abschnitt ein, während sich beide erneut in Bewegung setzten und der Weg sie aus der Ruhe der oberen Etagen zurück in die klar strukturierte Dynamik des Palastes brachte.

Während Theranos den Moff mit ruhiger Selbstverständlichkeit aus dem privaten Bereich hinausführte und sie den Weg durch die oberen Korridore zurück zu den funktionalen Ebenen des Palastes nahmen, veränderte sich die Atmosphäre erneut, da die gedämpfte, beinahe intime Ruhe der Gästebereiche allmählich von jener klaren, strukturierten Betriebsamkeit abgelöst wurde, die die inneren Abläufe des Palastes prägte, bis sie schließlich den Zugang zu den internen Hangarbereichen erreichten, die tief in die Struktur des Gebäudes eingelassen waren.

Bereits beim Austreten aus dem Lift eröffnete sich ihnen das vorbereitete Bild, das sich in präziser Symmetrie entlang des Weges zur bereitstehenden Lambda-Fähre zog, während sich zu beiden Seiten eine doppelte Reihe der Blauen Legion aufgestellt hatte, jede Gestalt in der dunkelblauen Paradeuniform mit goldenen Epauletten und weißen Handschuhen, reglos, diszipliniert, in jener Haltung, die weniger Strenge ausstrahlte als vielmehr eine selbstverständliche Form von Kontrolle.

Erst auf den letzten Metern, kurz vor der Rampe der Fähre, änderte sich das Bild leicht, da dort eine kleinere Formation von Sturmtruppen Position bezogen hatte, ihre weiße Rüstung im Kontrast zu den dunklen Linien der Legion, während sich in dieser bewussten Staffelung jene Verbindung zeigte, die Theranos in den vergangenen Wochen gezielt hatte etablieren lassen, da die Präsenz der Sturmtruppen nicht nur militärische Stärke signalisierte, sondern zugleich jenes unverkennbare Symbol darstellte, das in den Augen der meisten Bewohner unmittelbar mit dem Imperium selbst verbunden war.

Theranos ließ den Blick einen kurzen Moment über diese Anordnung gleiten, nicht prüfend, sondern in ruhiger Bestätigung dessen, was hier geschaffen worden war, bevor er sich ohne Zögern in Bewegung setzte und gemeinsam mit dem Moff das Spalier entlangschritt, begleitet von der stillen Präsenz der aufgestellten Einheiten, deren Blick geradeaus gerichtet blieb, während sie den Weg freigaben.

Die Rampe der Lambda-Fähre war bereits ausgefahren, und als sie diese erreichten, trat ihnen im Inneren eine kleine Gruppe entgegen, bestehend aus mehreren Bediensteten in schlichten, aber sorgfältig gestalteten Uniformen, deren klare Linien durch feine blaue Akzente ergänzt wurden, während ihre Haltung eine Mischung aus Respekt und geübter Routine erkennen ließ.


Ein Mann trat einen Schritt vor, verneigte sich tief und hielt diese Position einen Moment länger, bevor er sich wieder aufrichtete.

„Eure Exzellenz, Moff Vayliuar“, begann er in ruhigem, professionellem Ton, „die Vorbereitungen sind abgeschlossen bitte folgen Sie mir.
Theranos erkannte ihn als einen der engeren Mitarbeiter aus dem Stab von Miss Marris, jemanden, der regelmäßig mit der Koordination interner Abläufe betraut war und dessen Zuverlässigkeit sich bereits mehrfach bestätigt hatte.

„Sehr gut“,
erwiderte Theranos knapp, bevor er mit einer leichten Handbewegung andeutete, dass sie weitergehen konnten.

Der Weg führte sie in den zentralen Bereich der Fähre, der sich deutlich von der üblichen funktionalen Gestaltung imperialer Transportmittel abhob, da sich hier kein nüchterner Einsatzraum befand, sondern eine bewusst gestaltete Umgebung, die eher an einen mobilen Empfangsraum erinnerte als an ein militärisches Transportmittel.

Anstelle eines standardisierten Besprechungstisches erstreckte sich eine lange, sorgfältig gearbeitete Tafel durch den Raum, deren Oberfläche aus dunklem, poliertem Material bestand und deren Linien durch eingelassene Elemente in Blau und Gold akzentuiert wurden, während die Sitzgelegenheiten darum herum in einer Weise angeordnet waren, die sowohl formelle Gespräche als auch ein ruhigeres, beinahe privates Zusammensitzen erlaubte.

Theranos ließ den Blick kurz durch den Raum gleiten, bevor er sich dem Moff zuwandte.

„Diese Fähre wurde ursprünglich durch meinen Vorgänger in Auftrag gegeben“, erklärte er ruhig, während sich in seiner Stimme eine sachliche Einordnung zeigte, „sie war weniger als Transportmittel gedacht, sondern vielmehr als repräsentativer Raum für Reisen innerhalb des Systems.“
Sein Blick glitt über die Innenverkleidung, in der sich feine Verzierungen aus dunklem Stein und metallischen Elementen erkennen ließen.
„Ein Großteil der ursprünglichen Gestaltung wurde beibehalten“, fuhr er fort, „auch wenn einige Anpassungen vorgenommen wurden, um die Funktionalität etwas zu verbessern.“

Ein kurzer Moment folgte, bevor er die Einschränkung klar formulierte.
„Der verfügbare Raum für Ausrüstung oder größere Transporte ist entsprechend begrenzt“, sagte er ruhig, „dafür wurde der Fokus auf Komfort, Versorgung und Gesprächsmöglichkeiten gelegt.“
Er deutete leicht in Richtung des hinteren Bereichs.
„Eine vollständige Küche ist integriert, ebenso wie die notwendigen Einrichtungen, um auch während längerer Flüge unabhängig agieren zu können.“

In diesem Moment wurden ihnen von den Bediensteten diskret mehrere Datapads gereicht, auf denen die vorbereiteten Menüs angezeigt wurden, deren Auswahl sich bewusst vielfältig gestaltete, von leichteren, pflanzenbasierten Gerichten über ausgewogene Zusammenstellungen mit Fisch und Meeresprodukten bis hin zu reichhaltigen Optionen von Steaks oder anderen Fleischgerichten, die sich stärker an klassischen imperialen Speisen orientierten. Alles wurde immer in Kombination mit Wein angepriesen und natürlich wurde auch immer wieder die beiden weine von "Imperials Sensus" der Weinmarke von Theranos Zesh immer wieder eingebaut.

Nachdem sich beide für Speis und Trank entschieden hatten und ein kaum spürbares Vibrieren durch den Raum ging das von dem Start der Fähre zeugte, hob Theranos schließlich ein kleines Datapad an, das bereits vorbereitet neben seinem Platz gelegen hatte.


„Solltet Ihr Euch vorab einen Überblick verschaffen wollen“, sagte er ruhig, während er das Gerät leicht in Richtung des Moffs schob, „findet Ihr hier die aktuellsten Daten zur Werft, einschließlich Baufortschritt, Personalstruktur und geplanter Erweiterungen.“
Sein Blick blieb ruhig und aufmerksam, während er wartete ob der Moff die Daten selbst lesen wollte, oder ob Theranos ihm diese präsentieren sollte.
„Sollten sich daraus Fragen ergeben, stehe ich selbstverständlich zur Verfügung, außer Ihr zieht eine verbale Auflistung vor“, fügte er hinzu, „ebenso, falls Ihr andere Aspekte vertiefen möchtet, bevor wir eintreffen.“

Für einen kurzen Moment ließ er die Worte stehen, während sich die Bewegung der Fähre stabilisierte und sich das Gespräch nun von der Inszenierung des Empfangs hin zu dem verlagerte, was den eigentlichen Kern dieses Besuchs ausmachte.


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