So, habe das Buch jetzt durch. Hier mal ein paar lose Anmerkungen.
Grundsätzlich finde ich es gut, dass man hier Reys Eltern etwas näher kennenlernt, das und ihre verzweifelte Flucht gibt ihrem Schicksal in ROS einfach etwas mehr Gewicht. Zudem werden einige (wenn auch längst nicht alle) Dinge gklärt, die sonst nur schwer zusammenpassten (Warum sind sie in Ochis Schiff von Jakku weggeflogen? Warum ist das Schiff dann auf Pasaana und warum hat Ochi nicht auf Jakku nach Rey gesucht? Warum tötet Ochi sie bevor er eine Antwort zu Rey hat (gut dieser Punkt wird eher angedeutet, aber ich kann damit leben)? Wie kommt er an den Dolch?). Exegol und Dathans Flucht werden nur kurz angeschnitten, aber es gibt immerhin ein paar kleine Happen in diese Richtung, auch, warum Luke überhaupt nach Exegol und den Wegfindern forscht.
Insofern bringt der Roman durchaus etwas Fleisch an die Lore, was ich gutheiße.
Zudem greift der Roman einen Seitplot aus den Aftermathromanen wieder auf (Kiza und die Akolythen des Jenseits), was im Sinne der Verknüpfungen auch positiv zu erwähnen ist. Es gibt auch ein paar Hinweise auf Lukes frühere Aktivitäten (hauptsächlich mit Lor San Tekka aber auch bezüglich der Akolythen d.J.) Dieser Seitenplot um ein von einem Sith besessenes Artefakt und dessen Trägerin hat mich jetzt nicht über die Maßen gefesselt, aber wie gesagt, im Sinne der Verknüpfungen (und als Erklärungen für Lukes Visionen von Exegol (ohne dass man gleich Palpatine bemühen muss) ist das in Ordnung.
Die Jagd an sich ist natürlich insofern problematisch, weil man weiß, wie es ausgeht, das macht eine solche Geschichte immer etwas schwierig. Allerdings, mich hat es dann doch irgendwie mitgenommen. Zum einen, weil mir die Familie sympathisch genug war, damit es wehtat, immer wieder zu sehen, wie knapp sie immer wieder dann doch nicht die sichere Rettung (den Weg zu Luke und Lando) schaffen und man sich dabei ertappt, dass man denkt "hätten sie das nicht anders lösen können?", zum anderen weil Luke und Lando, obwohl sie dann doch scheitern, mit ihren Eingriffen an zwei Stellen zumindest dafür gesorgt haben, dass die Familie entkommt und damit dann doch mitverantwortlich dafür waren, dass sie Zeit genug bekammen, zumindest Rey zu verstecken.
Was mich tasächlich etwas stört - aber das hat es schon, seit das im Zuge von ROS veröffentlicht wurde - ist die Geschichte von Landos entführter Tochter, die ihn logischerweise immer noch verfolgt. Ich mag diesen Plotpunkt nicht. Aber auch diese Geschichte war ja im Prinzip vorgegeben, insofern macht der Autor nur das, was zwingend notwendig ist, wenn man Lando als Figur nutzen muss.
Ärgerlich ist für mich, dass man in den Erzählungen über die Akolythen d.J. ein Plothole kreiert, indem behauptet wird, dass Kiza Yupe Tahsu getötet habe, obwohl in "Aftermath: Das Ende de Imperiums" Tashus Ende anders dargestellt wird.
Das ist insofern ein etwas merkwürdiger Fehler, da Chrsitopher im Nachwort ausdrücklich dafür dankt, dass er sich Kiza als Figur aus eben diesem Roman "leihen" durfte und die anderen Punkte diesbezüglich korrekt umgesetzt wurden. Ich habe mal etwas gegoogelt und gelesen, dass Christopher auf Nachfrage wohl gesagt haben soll, dass das "noch nicht" aufegklärt ist und sich vermutlich "jemand irrt oder falsche Informationen habe" - klingt für mich nicht überzeugend.
Hier noch ein völlig sinnloses Highlight nur für mich:
In den frühen 80ern gab es in der Kenner-Spielzeugreihe zu SW eine Reihe kleiner Gefährte (Mini-Rigs), die Platz für eine Figur boten, in den Filmen aber soweit ich weiß nie zu sehen waren, was ich als Kind schade fand, da ich ein paar von diesen Teilen hatte (und in einer Schublade immer noch habe). Eines dieser Fahrzeuge war der CAP 2, ein ziemlich schräges Vehikel.....
... und tatsächlich: in dem Roman hat er einen kleinen Auftritt inklusive der Greiferfunktion, die auf dem Bild zu sehen ist

Das Kind in mir war schwer begeistert.
