Tagespolitik allgemein

@Ben
Also ich hab da kein Mitleid mit. Wenn jemand seine Angestellten nicht bezahlen kann, hat er eben Pech gehabt und sollte kein Geschäft leiten. Man kann sich auch seine Materialien und Rohstoffe nicht klauen, wenn man nicht das Geld hat sie zu bezahlen oder nur den Betrag hinlegen, den man gerne bezahlen würde. Jetzt darf man sich eben auch keine Arbeitskraft stehlen, wenn man sie nicht bezahlen kann.. also mal abgesehen von Langzeitarbeitslosen und Praktikanten und Minderjährigen, die darf man weiter ausbeuten.
 
Weißt du, wenn ich auf jede Frage 'ne gute Antwort parat hätte... eine angemessene Entlohnung ist für mich eine Entlohnung nach Tarifvertrag. Gibt es den nicht, dann eben ein branchenüblicher Lohn. Und ja, wenn der eben nur bei 5,50 Euro oder weniger liegt, dann ist das halt so. Meiner Meinung nach regulieren sich die Märkte selbst - und es wird schon seinen Grund haben, warum das so ist.
 
Wenn die Märkte sich selbst regulieren könnten, dann bräuchte es keine eingreifenden Gesätze aber das fänd dann wohl auch noch der hinterletzte Hungerlöhnende Arbeitgeber doof, immerhin profitiert er von Regulierung selbst, weil er dann jemanden zur Rechenschaft ziehen kann, der ihn verarscht. Jetzt ist es halt so, dass derjenige Pleite geht, der es nicht fertig bringt seine Arbeitnehmer zu bezahlen, solange sie nicht Minderjährig, Praktikant oder Langzeitarbeitslos sind versteht sich. Wie ich oben schrieb, bei Materialien und Rohstoffe kann man auch nicht den Preis zahlen, den man gerne zahlen würde, sondern der gegeben ist. Nun sind eben bald 8,50 für Arbeitnehmer gegeben. Selbstregulierung funktioniert halt nicht überall. Ohne Jugendschutz würde der Markt auch Zigaretten und Alkohol an Kinder verkaufen, ja ohne entsprechende Gesetze hätten wir noch Leibeigenschaft oder sogar Sklaverei. Da reguliert sich gar nichts selbst.
 
Und ist der gesetzliche Mindestlohn dann die Lösung? Nein, ist er nicht. Der Friseurmeister, der seinen Mitarbeitern nur Hungerlöhne zahlen kann, der wird sich mit Sicherheit keine 8,50 Euro leisten können. Dann schmeißt der eben drei von vier Angestellten raus - oder geht in den Bankrott.

Natürlich gibt's solche Probleme, das habe ich ja auch mit den Bäckereien und den Backfabriken angerissen. Und wenn es solche Schwierigkeiten im Haarpflege-Sektor gibt, ja, dann sollte man sich vielleicht wirklich überlegen, ob man diesen Beruf ergreifen bzw. erlernen möchte. Dann gibt es womöglich einfach auch ein Überangebot an gelernten Friseuren. Und das ist auch bei weitem kein Problem, dass nur die Ausbildungsberufe betrifft - unter Akademikern gibt es bspw. viel zu viele Gymnasiallehrer für Deutsch, Geschichte, Politik; ob all die Studenten, die momentan diese Fächer belegen, später überhaupt in ihrem Beruf arbeiten können, steht momentan auf der Kippe.

Das würde nur so passen, wenn man unterstellt, dass jeder Friseurmeister seinen Angestellten wirklich nicht mehr zahlen kann, aber gerne möchte, wenn es ihm möglich wäre. Da vergisst man aber die ganzen Ketten, die absichtlich Discount und Dumpingpreise raushauen und Haarschnitte für 6-7€ anbieten. Und da wird kein armer Einzelunternehmer hinterstecken, der über die Runden kommen will, hier sind Niedriglöhne volle Absicht und wir müssen das wie schon beschrieben auch noch subventionieren durch unsere Abgaben.

Der seriöse Friseurmeister um die Ecke hat dann halt Haarschnitte für vielleicht 16€, von denen er seinen Angestellten einen anständigen Lohn zahlt. Da habe ich überhaupt kein Problem mit und der wird von einem Mindestlohn nicht beeinträchtigt werden. Wenn der Mindestlohn allerdings ein paar Ausbeuterketten von der Marktlandschaft fegt, immer her damit, die haben sicherlich mehr Meisterbetriebe auf dem Gewissen als ein Mindestlohn je in die Insolvenz treiben könnte.

Zur Berufswahl: Ich denke ein "dann such halt nen anderen Job" kann eigentlich nicht der richtige Ansatz sein. Wenn jetzt alle einigermaßen gescheiten und arbeitswilligen Leute in die höhergestellten Berufe wechseln haben wir dort ein Überangebot und im unteren Lohnbereich gleichzeitig nur noch Arbeitnehmer die wohl wirklich nicht die arbeitswilligsten und oder gescheitesten sind. Da scheint es mir erstmal gar nicht verkehrt den weniger gut vergüteten Lohnbereich interessanter zu gestalten.
 
Weißt du, wenn ich auf jede Frage 'ne gute Antwort parat hätte... eine angemessene Entlohnung ist für mich eine Entlohnung nach Tarifvertrag. Gibt es den nicht, dann eben ein branchenüblicher Lohn. Und ja, wenn der eben nur bei 5,50 Euro oder weniger liegt, dann ist das halt so. Meiner Meinung nach regulieren sich die Märkte selbst - und es wird schon seinen Grund haben, warum das so ist.

Diese sich selbst regulierenden Märkte haben uns die größte Finanzkrise der letzten Jahrzehnte eingebrockt.

C.
 
@Ben:
Mein Pc hat gerade meinen ganzen Post vernichtet und mir fehlt gerade die Zeit ausführlich auf alles zu Antworten, ich weiß auch nicht ob ich es heut Abend oder über Tag schaffe, daher versuch ich es kurz zu machen bzw. nur schnell auf deine Fragen einzugehen.

Meine Güte, nun bleib' aber mal beim Punkt und schweif nicht ständig in Richtungen ab, die ich nicht gegangen bin, sonst werd' ich schlichtweg nicht mehr mit dir diskutieren. Wenn ich schreibe, dass ich vor allem die Umverteilung der Groko-SPD meine, dann sollte doch offensichtlich sein, dass ich besonders zwei Dinge meine: die abschlagsfreie Rente mit 63 und den gesetzlichen Mindestlohn. Warum kloppst du also direkt wieder irgendwelche Statistiken von 2010 raus, die gar nichts mit dem Thema zu tun haben?

Und das die Armen immer ärmer werden und die Reichen immer reicher, spielt in dieser Diskussion bestenfalls eine untergeordnete Rolle, denn hier sind weder die richtig Armen, noch die richtig Reichen betroffen - hier geht es um den Mittelstand, der das Maultier dieses Staats ist und immer mehr und mehr aufgebürdet bekommt.

Weil das alles zusammen hängt.
Die Lohnpolitik der Unternehmen, die mit für den Mindestlohn verantwortlich ist, hat zu diesen Statistiken geführt. Man kann nicht über Löhne reden ohne deren Auswirkungen in allen Bereichen zu beachten.
Du führst gern die "negativen" Folgen des Mindestlohn auf, ich hab einfach mal aufgeführt wohin uns die Wirtschaftspolitik Gesellschaftlich gebracht hat und wenn es so weiter geht wird es schlimmer.

Warum, aber vor allem wie, sollte das passieren?

Da gibts mehrere Gründe. Eine neue Finanzkrise, eine Weltwirschaftskrise, wichtige Handelspartner die Wegfallen können. Jeder Schüler einer Wirtschaftsschule lernt in den ersten 4 Wochen im Fach VWL wie fatal es ist wenn der Export oder der Binnenmarkt zu stark ist, wie fatal es ist wenn man sich nur auf eine der beiden stützt. Der Export ist keine heilige Kuh die uns unendlich zur Verfügung steht, auch ein starker Binnenmarkt kann keine 100%Lösung sein wenn der Export mal wegbricht - aber er kann helfen die Folgen zu mindern bis der Export wieder zum laufen kommt.

Und inwiefern ist diese Situation momentan eine andere?

Wie schon erwähnt, und von dir ignoriert: die hohe Zahl an niedriglöhnern und Aufstockern - trotz Vollzeit...

Zur Krankenkasse: mir wäre es lieber wenn jeder Mensch unabhängig seines Geldbeutels die bestmögliche Versorgung bekommt. Weltweite Vergleiche sind mir egal da mich nicht die Lebensrealität in Afrika oder den USA interessiert sondern sich Löhne und Sozialleistungen an dem Land orentieren müssen in dem sie gezahlt werden.

Zur sozialen Marktwirtschaft kann ich auf meine obige Antwort verweißen. Damals wurden gerechte Löhne gezahlt, es war nicht nötig für einen Mindestlohn sein zu müssen damit jeder von seiner Arbeit leben kann.
Bei Erhard stand der Mensch im Mittelpunkt, ich bezweifel das er in der heutige Situation noch genauso denken würde.
Die Wirtschaft ist nicht der Zweck des Menschen, die Wirtschaft ist das Mittel das es den Menschen gut geht.

Diese sich selbst regulierenden Märkte haben uns die größte Finanzkrise der letzten Jahrzehnte eingebrockt.

Eben und ich finde es verdammt Naiv an die Märkte zu glauben und von ihnen zu erwarten das sie alles richtig machen.
Wie man sieht und gesehen hat ist dies nicht der Fall.
 
Zuletzt bearbeitet:
Wenn man den Meldungen glauben darf überschlagen sich im Osten der Ukraine die Ereignisse.
Einige Angehörige der ukrainischen Sicherheitskräfte welche den den Aufstand niederschlagen sollten sind mit ihrem Kriegsgerät zu den Aufständischen übergelaufen.
 
Einige Angehörige der ukrainischen Sicherheitskräfte welche den den Aufstand niederschlagen sollten sind mit ihrem Kriegsgerät zu den Aufständischen übergelaufen.

Um es beim Namen zu nennen:

Die Situation ist damit eskaliert. Ein Bürgerkrieg steht nun unmittelbar bevor. Und da wir mittlerweile wissen, dass sich Russland einen Dreck um Staatssouveränitäten kümmert, kann man den Schriftzug "Ukraine" demnächst auch von allen Landkarten entfernen.

Putin ist ein sehr gefährlicher, absolutistischer und machtbesessener Mann und es ist nur eine Frage des "Wann" und nicht des "Ob", bis die Situation auch auf internationaler Ebene vollends ausartet...
 
Du hast von Ägypten gesprochen, nicht von Saudi-Arabien. Wenn wäre es schon nett zu wissen inwiefern wir Einfluss auf die Region durch den Verkauf hunderter Panzer haben. Wobei auch bei Ägypten das nach einer Ausrede klingt, denn auch wenn die Wartung von anderen nett ist, verhindert es nicht den "Missbrauch". Wenn diese Panzer und Flugzeuge auf Knopfdruck abgeschaltet werden könnten, wäre das ein besseres Argument, dann könnte man wirklich von einem sehr eindeutigen Einfluss auf das Land sprechen, weil wenn jemand die Waffen zur Niederschlagung von Aufständen einsetzen will, man einfach "nö" sagen könnte.
Das wirtschaftliche Argument gilt hier nicht, weil von Panzern reden. Wir reden hier nicht von Apfelsaft und nicht mal von Drogen. Cannabis ist harmloser als jeder Panzer, harmloser als Alkohol und Zigaretten und würde wahnswinnig viel Geld einbringen aber darf man damit handeln? Aus irgendeinem Grund darf man es nicht. Wenn also nicht mal etwas derart harmloses reguliert gehandelt werden darf, sollten Dinge die nur dazu existieren andere Menschen umzubringen erst recht nicht gehandelt werden am wenigsten an Leute mit eingeschränkter Urteilsfähigkeit.

Es ging mir um den generellen Einfluss auf den Nahen Ost, da geben sich Ägypten und Saudi-Arabien nur insofern viel, dass bei dem einen Staat die Ressourcen-Vorkommen, bei dem anderen die unmittelbare Nähe zu Israel im Vordergrund steht.

Natürlich darf man solche Deals nicht isoliert betrachten, in der Regel gehören sie zu einem außenpolitischen Konzept, das mehr umfasst als die Lieferung von Rüstungsgütern. Fakt ist aber beispielsweise, dass europäische Firmen/Streitkräfte die Wartung und Ausbildung in Saudi-Arabien bzw. Ägypten in nicht unwesentlichen Teilen stützen. Definitiv könnte bspw. Ägypten im Falle einen plötzlichen Angriffs hohen Schaden in benachbarten Staaten anrichten, aber da man nicht in der Lage ist, seine Ausrüstung ordentlich instandzuhalten, wäre da relativ schnell Ende im Gelände. Die Turbinen arabischer Tornados werden hauptsächlich hier in Deutschland gereinigt, und Nexter freut sich sicherlich auch über die lukrativen Wartungsverträge über die Leclercs in den VAE. Sicherlich spielt da Geld eine sehr, sehr große Rolle, aber die Staaten im Mittleren haben sich in den letzten Dekaden nicht unbedingt als Massenmörder am eignen Volk erwiesen; dafür aber als militärischer und politischer Verbündeter vielerlei Fragen.

Nochmal: ich habe nie gesagt, dass man es vollkommen frei und für jedermann erhältlich kaufen können soll, trotzdem ist es m.E. legitim, bei solchen Geschäften eigene volkswirtschaftliche Interessen zu berücksichtigen, sofern sie nicht auf unsere rechtlichen Schranken prallen.


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Der seriöse Friseurmeister um die Ecke hat dann halt Haarschnitte für vielleicht 16€, von denen er seinen Angestellten einen anständigen Lohn zahlt. Da habe ich überhaupt kein Problem mit und der wird von einem Mindestlohn nicht beeinträchtigt werden. Wenn der Mindestlohn allerdings ein paar Ausbeuterketten von der Marktlandschaft fegt, immer her damit, die haben sicherlich mehr Meisterbetriebe auf dem Gewissen als ein Mindestlohn je in die Insolvenz treiben könnte.

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Wobei man auch sagen muss, dass selbst in Westdeutschland bei "seriösen Friseurmeistern" der Stundenlohn bei Halbtagskräften und solchen auf 450 €-Basis nicht gerade selten unter 8,50 € liegt, um einen kosteneffizienten Personaleinsatz zu haben; und die fahren sicherlich keinen Porsche. Dass in der Branche darüber hinaus noch viel schwarz bezahlt und nebenbei verdient wird (was bei Studienergebnissen ja nicht ins Einkommen einfließt), muss ich dir sicher nicht erzählen.

Selbst bei Einführung eines ML muss man sich damit abfinden, dass die Branche nur ganz punktuell Gutverdiener hervorbringt, dafür haben die kleinen Unternehmungen einfach zu wenig finanziellen Spielraum in puncto Preisgestaltung und Wachstum.
 
Was vielleicht mal ganz interessant ist im Bezug auf Mindestlohn und desen auswirkungen Hartz bei IV "Aufstockern" und Bundeshaushalt :
Ich hab einen Artikel gefunden der sich damit beschäftigt wieviele Aufstocker von dem Mindestlohn überhaupt profitieren und wie sich das alles auswirkt.

"Durch den geplanten Mindestlohn in Höhe von 8,50 Euro werden etwa 60.000 Aufstocker nicht mehr auf Hartz IV angewiesen sein. Das geht aus einer am Mittwoch veröffentlichten Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Von den insgesamt 1,3 Millionen Aufstockern wird demnach nur ein vergleichsweise kleiner Teil den Hartz-IV-Bezug aufgrund des Mindestlohns beenden können.

Da die Aufstocker mehrheitlich weniger als 22 Stunden in der Woche arbeiten, werden die meisten von ihnen auch nach der Einführung des Mindestlohns von 8,50 Euro weiter Hartz IV benötigen. Der durchschnittliche Stundenlohn der Aufstocker liegt mit rund 6,20 Euro zwar deutlich unter dem geplanten Mindestlohn, der Einkommenszuwachs reicht aber bei den meisten Aufstockern nicht aus, um von Hartz IV unabhängig zu werden. Hinzu kommt: Der überwiegende Teil des Lohnzuwachses wird auf die Hartz-IV-Bezüge angerechnet, das verfügbare Nettoeinkommen der Aufstocker steigt im Durchschnitt lediglich um zehn bis zwölf Euro.

Der Staat wird durch den Mindestlohn dagegen deutliche Minderausgaben an Hartz IV und Mehreinnahmen an Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen erzielen, soweit keine größeren Arbeitsplatzverluste durch den Mindestlohn eintreten. Geht man davon aus, dass die Beschäftigung unverändert bleibt, senkt der Mindestlohn die Ausgaben für Hartz IV um jährlich 700 bis 900 Millionen Euro. Mehr Ausgaben bei Wohngeld und Kinderzuschlag reduzieren die Einsparungen, sodass die Transferausgaben insgesamt um 500 bis 650 Millionen Euro zurückgehen. Hinzu kommen Mehreinnahmen bei den Sozialversicherungsbeiträgen und der Einkommenssteuer in Höhe von vier bis sechs Milliarden Euro, denen allerdings Mindereinnahmen bei den Unternehmenssteuern entgegenstehen. Unterm Strich ergibt sich eine Entlastung der öffentlichen Haushalte zwischen knapp 2,2 und gut drei Milliarden Euro. (iab)"

Ich finde es zeigt sehr gut wer für die verfehlte Lohnpolitik der Wirtschaft bisher die Rechnung getragen hat: der Staat.
 
@Aurelian
Als ein Faktor sind volkswirtschaftliche Interessen ja auch okay aber nicht als mehr als das. Wo sind denn jetzt die großen Argumente für Saudi-Arabien? Wofür brauchen sie hunderte von Panzer? Welchen Nutzen haben wir davon, wenn unsere Panzer in der Wüste stehen? Wie gesagt, Wartung ist ja ganz nett aber letztendlich werden diese ganzen Waffen missbraucht werden können, schließlich fallen Panzer und Flugzeuge ja nicht wöchentlich aus und müssen erst Mal zurück ins Heimatland. Auch kurzfristig sind sie einsetzbar. Wenn in Saudi-Arabien mal doch ein Aufstand losbricht, kann doch keiner es daran hindern, die Panzer zum Niederschlagen einzusetzen. Und danach? Man verdient durch die Wartung ja auch gutes Geld, nehme ich jedenfalls mal an, man steht dann also vor der Wahl ob man darauf verzichten möchte oder nicht. Wobei diese Wahl ja nicht wir haben, sondern irgendein Klüngel, der wohl niemanden Rechenschaft schuldig ist. Da verkommt dieser Einfluss doch am Ende zur Illusion und Verschleierung der Tatsache, dass man über das Geschäft hinaus noch weiter Geld verdient.
Und in Anbetracht der Menschenrechtssituation in Kleinasien, fehlt zum Massenmord am eigenen Volk nicht viel. Das kann jederzeit passieren und ist schon passiert, sei es Syrien, sei es Irak, sei es Iran.

Rechtliche Schranken klingt natürlich gut aber die muss es erst Mal geben...
 
@Aurelian
Als ein Faktor sind volkswirtschaftliche Interessen ja auch okay aber nicht als mehr als das. Wo sind denn jetzt die großen Argumente für Saudi-Arabien? Wofür brauchen sie hunderte von Panzer? Welchen Nutzen haben wir davon, wenn unsere Panzer in der Wüste stehen? Wie gesagt, Wartung ist ja ganz nett aber letztendlich werden diese ganzen Waffen missbraucht werden können, schließlich fallen Panzer und Flugzeuge ja nicht wöchentlich aus und müssen erst Mal zurück ins Heimatland. Auch kurzfristig sind sie einsetzbar. Wenn in Saudi-Arabien mal doch ein Aufstand losbricht, kann doch keiner es daran hindern, die Panzer zum Niederschlagen einzusetzen. Und danach? Man verdient durch die Wartung ja auch gutes Geld, nehme ich jedenfalls mal an, man steht dann also vor der Wahl ob man darauf verzichten möchte oder nicht. Wobei diese Wahl ja nicht wir haben, sondern irgendein Klüngel, der wohl niemanden Rechenschaft schuldig ist. Da verkommt dieser Einfluss doch am Ende zur Illusion und Verschleierung der Tatsache, dass man über das Geschäft hinaus noch weiter Geld verdient.
Und in Anbetracht der Menschenrechtssituation in Kleinasien, fehlt zum Massenmord am eigenen Volk nicht viel. Das kann jederzeit passieren und ist schon passiert, sei es Syrien, sei es Irak, sei es Iran.

Rechtliche Schranken klingt natürlich gut aber die muss es erst Mal geben...

Ich habe doch schon mehrere Argumente dafür genannt (und da liegt auch unser Vorteil), und brauchen tun sie diese Länder aus dem gleichen Grund wie wir, zzgl. der Abschreckungs- und Prestigeaspekte.

Dem Rest des Beitrages kann ich nicht so richtig folgen; der Sicherheitsrat kam in dieser Debatte ja schon mal vor.
 
Um es beim Namen zu nennen:

Die Situation ist damit eskaliert. Ein Bürgerkrieg steht nun unmittelbar bevor.

Ich weiß nicht ob dies richtig ist.
Das sich die Soldaten weigern auf das eigene Volk zu schiessen läßt doch eher hoffen daß es nicht zu einem Bürgerkrieg kommen wird.


Und da wir mittlerweile wissen, dass sich Russland einen Dreck um Staatssouveränitäten kümmert, kann man den Schriftzug "Ukraine" demnächst auch von allen Landkarten entfernen.

Ob der Staat Ukraine in der jetzigen Form überlebt ist wirklich nicht vorher zu sagen.
Aber die gesamte Ukraine wird sich Russland eher nicht vereinleiben wollen da die Menschen in der Westukraine eher mit Russland nichts am Hut haben. Das würde mehr Ärger als nutzen bringen.
Aber das von der heutigen Ukraine nur noch ein Rumpfstaat übrig bleibt halte ich zumindest nicht für unmöglich.


Putin ist ein sehr gefährlicher, absolutistischer und machtbesessener Mann und es ist nur eine Frage des "Wann" und nicht des "Ob", bis die Situation auch auf internationaler Ebene vollends ausartet...

Gerade weil er so ist wie Du es hier beschreibst glaube ich nicht daß er es auf internationaler Ebene zum Äussersten treiben wird.
Bei einem militärischen Konflikt mit dem Westen kann auch er nur verlieren. Und das weiß er.
Das wäre das Ende seiner Macht.
 
@ Jedihammer:

wie ist Deine persönliche Meinung: wie weit ist Putin bereit zu gehen in Sachen Konfrontation? Wie schätzt Du ihn da ein?

Zu Putin als Mensch und Politiker :
Ich schätze Putin in etwa so sein wie Eicbär ihn beschrieben hat.
Machtbessen,absolutistisch und in gewißer Art auch sehr gefährlich.
Er glaubt wirklich Russland,das sei er. Hier ist in meinen Augen eine gewiße Ähnlichkeit mit Charles de Gaulle zu erkennen.
Vorallem aber ist bei Putin zu erkennen daß er Komplexe hat weil man aus seiner Sicht Russland nicht den Platz in der Welt zugesteht dem ihm seiner Meinung nach zusteht.Hier erkenne ich eine Ähnlichkeit mit den Führen des II.Reichs,allen vorran Wilhelm II.
Auf der anderen Seite ist er aber auch aufgrund seiner Erziehung,Ausbildung und Karriere ein kühler und logischer Rechner. Diese Mischung,zusammen mit der immer noch starken militärischen Macht Russlands macht ihn zu einem sehr gefährlichen Mann.


Zur Ukraine :
Es ist im Moment sehr schwer da eine Prognose zu wagen.
Er weiß natürlich daß es eine rote Linie gibt,die er keines Falls überschreiten darf. Wo diese Linie für ihn liegt vermag ich nicht zu beurteilen.Fakt ist das er es wegen der Ukraine nicht auf einen militärischen Konflikt mit dem Westen ankommen lassen wird.
Aber ich bin überzeugt daß er,sollte die ukrainische Führung den Aufstand in der Ost-Ukraine niederschlagen,militärisch eingreifen wird.Das ist in meinen Augen sicher. Die Frage ist was danach kommt. Wird er den Osten ähnlich wie die Krim Russland einverleiben oder wird er versuchen aus der Ukraie einen Vasallenstaat Russlands machen ?
An einem nicht lebensfähigen Rumpfstaat kann er kein Interesse haben.Die ganze Ukraine wird er sich auch nicht holen wollen.Die anti-russische Bevölkerung im Westen würde ihm keine Freude bereiten.
Wenn er könnte würde er wohl gerne den Großteil der Ukraine "heimholen". Städte wie Odessa,Nikolajew,Saporoschje und vorallem Kiew sind für ihn wohl unverzichtbare Stätten Russlands die er nur unter Zwang in einem anderen Staat sieht. Vorallem der Verlust Kiews sitzt tief in der russischen Seele.Denn in Kiew begann das Herz Russlands zu schlagen.Und nicht nur Putin sondern sehr viele Russen leiten daraus einen Anspruch Russlands auf Kiew ab. Auch wenn es über 1000 Jahre her ist,der Verlust Kiews ist ein Stachel in der russischen Seele.Das ist u.a. auch daran zu erkennen daß Putin im Moment für seine Politik der Stärke gegenüber der Ukraine und des Westen den Großteil der Bevölkerung wohl hinter sich hat.

Der langen Rede kurzer Sinn :
Wie weit wird er gehen ? Diese Frage stellt man sich im Moment wohl in allen Haupstädten des Westens und der Ukraine auch und dort weiß man es wahrscheinlich auch nicht.
Meine Meinung : Militärisches Eingreifen im Osten der Ukraine im Falle einer ukrainischen Militäraktion ,ja.
Was danach kommt wage ich keine Prognose.
 
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