Wenn der Ölpreis wegen des Irankrieges längerfristig stark anzieht, bleibt das nicht beim Benzinpreis an der Tankstelle stehen. Öl steckt indirekt in sehr vielen Bereichen der Wirtschaft. Transporte werden teurer, weil LKW, Schiffe und Flugzeuge mehr für Treibstoff zahlen müssen. Das schlägt früher oder später auf die Preise im Supermarkt durch. Auch in der Landwirtschaft läuft fast alles mit Diesel. Traktoren, Erntemaschinen und der Transport der Produkte.
Viele industrielle Produkte hängen ebenfalls am Ölpreis. Kunststoffe, Verpackungen, Chemieprodukte oder auch Teile der Textilproduktion basieren direkt oder indirekt auf Erdöl. Wenn diese Grundstoffe teurer werden, steigen die Produktionskosten.
Am Ende bedeutet das für uns Verbraucher schlicht höhere Preise an vielen Stellen gleichzeitig. Tanken wird teurer. Lebensmittel ziehen an. Viele Alltagsprodukte ebenfalls.
Das treibt die Inflation wieder deutlich nach oben.
Und wenn Haushalte mehr Geld für Energie und Grundbedarf ausgeben müssen, bleibt weniger für andere Dinge übrig. Restaurants, Handel oder Dienstleistungen spüren das ziemlich schnell.
Genau an diesem Punkt beginnt die Wirtschaft zu bremsen. Nachfrage sinkt, Unternehmen investieren vorsichtiger und Produktion wird zurückgefahren. Wenn sich das verstärkt, rutschen wir ganz schnell wieder deutlich in eine Rezession. Solche Ölpreisschocks haben in der Vergangenheit schon öfter genau diese Wirkung gehabt.