The Wheel (Besh-Gorgon-System)

[Mittlerer Rand / Besh-Gorgon-System / Weltraum nahe The Wheel / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Hauptschlafzimmer] Dr. Ralena Anne Moore, C-06 „Mira“ und Jake Relis; Dany auf dem Weg zum Cockpit, Samin im Cockpit, Gonk in der Nasszelle, Sana, Naeva und die anderen Kinder im Aufenthaltsbereich

Danys Entscheidung, Jake seinen Blaster mit dem Griff voran zurückzugeben und ihn im selben Atemzug im Team willkommen zu heißen, quittierte Moore lediglich mit einem leichten Heben der Mundwinkel. Wenig später verschwand die Mandalorianerin in Richtung Cockpit und ließ Jake bei den beiden Frauen zurück, über deren Ähnlichkeit er sich augenscheinlich noch immer mehr Gedanken machte als über den Umstand, dass er vor wenigen Minuten beim Versuch erwischt worden war, ihre Yacht zu stehlen.

Sein Blick wechselte noch einmal zwischen ihnen. Miras eisblaue Augen verengten sich ein wenig.


„Ich bin kein Klon.“

Sie ließ ihm gerade lange genug Zeit, die Information einzuordnen.

„Und Klone könnten mir ohnehin nicht das Wasser reichen.“

Irgendwo in den vergangenen Monaten musste bei all den Lektionen über soziale Zurückhaltung, persönliche Grenzen und die gelegentlichen Vorteile von Bescheidenheit ein schwerwiegender didaktischer Fehler unterlaufen sein, dessen Ursprung Moore bei Gelegenheit zweifellos gründlich untersuchen würde, sofern sie bis dahin eine Möglichkeit fand, sich selbst überzeugend von der Liste möglicher Ursachen zu streichen.

„Sie haben übrigens Recht Jake, wir sollten zu Zivilisierten Umgangsformen wechseln.“

Die Sephi deutete mit zwei Fingern knapp auf sich selbst.

„Dr. Ralena Moore.“

Ihr Blick glitt zu ihrer Tochter.

„Mira.“

Mira löste sich daraufhin von der Wand, warf Jake noch einen letzten Blick zu und verschwand in Richtung Aufenthaltsbereich, während zwischen ihr und Moore lediglich jener vertraute Datenstrom zurückblieb, der längst zum Hintergrund ihres Alltags gehörte und kaum mehr bewusste Aufmerksamkeit erforderte.

Die Wissenschaftlerin wandte sich wieder Jake zu. Er hatte nach einer Verhandlungsposition gefragt und sie war durchaus bereit, ihm eine einzuräumen, nur bedeutete das in ihrem Gewerbe keineswegs, dass beide Seiten deshalb über dieselbe Menge an Informationen verfügen mussten. Sie rezitierte die Informationen vor ihrem inneren Auge mit einer Selbstverständlichkeit, als hätte sie die ganze Zeit gewusst mit wem sie das Vergnügen hatte.


„Flight Officer Jake Relis vom 152., auch WolveSquad genannt, Rufzeichen Wolve Fünf, TIE/D Defender auf der Intimidator...“

Sie ließ den Blick noch einmal kurz von oben nach unten über den Ex-Offizier wandern, beinahe gedankenverloren und mit jener Spur spielerischer Aufmerksamkeit, die er bereits im Gang kennengelernt hatte.

„Sie haben einen erstaunlich langen Weg zurückgelegt, nur um irgendwann mit einem Panzertape-Schild in meiner Nasszelle zu landen.“

Dass sie sich dabei einen Blick in Richtung Cockpit verkneifen musste, amüsierte sie mehr, als vernünftig gewesen wäre. Jake würde noch früh genug herausfinden, weshalb sie vorhin behauptet hatte, dass er sich bei ihnen wohlfühlen würde, und manche Versuchsreihen verloren erheblich an Reiz, wenn man dem Probanden das erwartbare Ergebnis bereits vor Beginn offenbarte.

„Ihre Verhandlungsposition ist besser, als Sie glauben.“

Moore lehnte sich leicht gegen die Kante eines niedrigen Schrankes und verschränkte die Arme locker vor der Brust.

„Wenn mein Interesse darin bestünde, Sie nach diesem Gespräch erschießen zu lassen, wären zweihundertfünfzigtausend Credits Vorschuss ein ausgesprochen verschwenderischer Zwischenschritt. Außerdem hätte ich dafür kaum Ihre Zustimmung gebraucht.“

Der Ton blieb beinahe freundlich. Dass Jake nach Ziel, Risiko und Bedingungen fragte, sprach in Moores Augen eher für ihn als gegen ihn, denn Leute, die gefährliche Arbeit billig genug annahmen, ohne wissen zu wollen, worauf sie sich einließen, waren selten besonders professionell und wurden früher oder später gerade deshalb zum Toten Äquivalent eines Nassen Sackes den alle anderen mit schleppen mussten.

„Unser nächster Halt ist Zanbar. Dort erledigen wir einige notwendige Einkäufe. Danach fliegen wir nach Bakura.“

Moore richtete sich etwas auf.

„An der Technischen Universität von Salis D’aar befindet sich innerhalb eines militärisch abgeschirmten Forschungsbereichs ein Hyperwave Inertial Momentum Sustainer.“

Ein leichtes Lächeln kehrte zurück.

„Das einzige freie verfügbare und funktionsfähige HIMS der Galaxis. Genau das stehlen wir.“

Sie hätte ohne besondere Mühe eine halbe Stunde damit verbringen können, Jake auseinanderzusetzen, weshalb ein funktionsfähiger HIMS wissenschaftlich derart reizvoll war und welche Möglichkeiten sich aus seinem Besitz ergaben, nur hatte der Mann bislang keinerlei Anzeichen gezeigt, dass eine Vorlesung seine Fähigkeiten beim Einbrechen verbessern würde, geschweige denn das er in der Lage gewesen wäre ihr überhaupt zwei Sätze lang folgen zu können ohne sie mit den Augen auf diese wirklich seltsame Mittvierziger-Art zu mustern.

"Es ist eine Universität mit angeschlossenem Militärischem Sicherheitskomplex. Ich werde Ihnen also nicht vormachen, das Risiko sei gering, mit guter Planung sollten wir da aber rein und wieder raus kommen ohne das es jemandem auffällt.“

Ihre Finger strichen einmal über die Kante des Schranks.

„Falls es sie beruhigt, ich gehöre nicht zu den Personen die ihre eigenen Leute ans Messer liefert. Das wäre ausgesprochen schlecht fürs Geschäft und auf Dauer noch schlechter für die Personalbeschaffung. Wenn sie sich clever anstellen haben wir bestimmt noch öfter Arbeit für sie.“

Wer nach erledigter Arbeit ohnehin mit seiner Beseitigung rechnete, begann Sicherheiten anzulegen, Informationen zu kopieren oder sich rechtzeitig nach einem anderen Käufer umzusehen und Moore hatte lange genug mit Menschen dieser Art gearbeitet, um eine ordentliche Bezahlung für erheblich günstiger zu halten als den anschließenden Aufwand, den eigenes Misstrauen verursachte. Credits waren einfacher und nach ihrer Erfahrung galt das für erstaunlich viele Probleme, sobald man bereit war, den richtigen Preis zu bezahlen.

Ihr Blick glitt erneut über Jake, den Maulhelden in Einklang mit seiner erstaunlich respektablen Karriere zu bringen erschien ihr noch immer unmöglich. Manchmal täuschten Berichte halt auch.


„Zweihundertfünfzigtausend waren meine voller Ernst. Diese erhalten Sie als Vorschuss, sobald Sie zusagen. Weitere zweihundertfünfzigtausend nach erfolgreichem Abschluss.“

Die Sephi streckte ihm die Hand mit der selbstverständlichen Erwartung einer Frau entgegen, für die eine halbe Million Credits weniger bemerkenswert waren als die Frage, ob damit ein brauchbares Talent zuverlässig in die gewünschte Richtung gelenkt werden konnte.

„Dafür brauche ich Ihre Kontodaten.“

Eine halbe Million Credits war viel Geld für die meisten. Gemessen an dem was sie stehlen würden jedoch lächerlich wenig, wenn man wusste wie man es einbaute, nutzte und vervielfältigte.

„Sie können ablehnen.“ Die Sephi uckte mit den Schultern. "Dann bringen wir Sie auf Zanbar unter und meine Freunde dort sorgen dafür, dass Sie dort bleiben, bis wir von Bakura zurück sind. Nicht weil ich Ihnen Ihre Entscheidung übelnehmen würde, sondern weil ich Ihnen gerade genug erzählt habe, dass ich Sie währenddessen ungern wieder frei durch die Galaxis laufen ließe und eventuell meine Operation kompromittieren lassen würde."

Moore legte den Kopf ein wenig zur Seite und betrachtete ihn mit einem Ausdruck, in den sich wieder etwas von jener körperlichen Neugier mischte, die schon im Gang nicht vollständig gespielt gewesen war. Sie hatte ihm das Ziel genannt, das Risiko nicht beschönigt, eine halbe Million Credits auf den Tisch gelegt und ihm sogar eine Alternative gelassen, was nach den Maßstäben ihres Geschäfts bereits beinahe verschwenderisch fair war.

Dann stieß sie sich vom Schrank ab und öffnete die Tür zum Gang, blieb jedoch noch im Übergang stehen.


„Kommen Sie.“

[Mittlerer Rand / Besh-Gorgon-System / Weltraum nahe The Wheel / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Hauptschlafzimmer / Zugang zum Gang] Dr. Ralena Anne Moore und Jake Relis; Mira, Sana, Naeva und die anderen Kinder im Aufenthaltsbereich, Dany auf dem Weg zum Cockpit, Samin im Cockpit, Gonk in der Nasszelle
 
[Mittlerer Rand / Besh-Gorgon-System / Weltraum nahe The Wheel / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Hauptschlafzimmer] Dr. Ralena Anne Moore, C-06 „Mira“, Dany Valthor und Jake Relis; Samin im Cockpit, Gonk in der Nasszelle, Sana, Naeva und die anderen Kinder im Aufenthaltsbereich

Versteh einer die Frauenwelt. Irgendwie schien Jake die Tochter namens Mira beleidigt zu haben, ohne es zu beabsichtigen. Er nahm sich vor bei Gelegenheit zu entschuldigen. Die Mum hieß Ralena.
„Unser Start war ein bisschen holprig, aber irgendwie isses mir ein aufrichtiges Vergnügen.“ Irgendwie war die Sache das wirklich, was auch immer kommen würde, es wäre ganz bestimmt nicht langweilig.
Sie sah nicht aus wie ne Ralena. Was Jake ihr auch sagte.
„Sie sehen irgendwie nicht aus wie ne Ralena, eher wie ne Jolene. Aber ich schätze, unsere Namen können wir uns nicht aussuchen. Ich vermute mal sie sind auch kein Doktor der Medizin?“ Dann wurde sie wieder unheimlich, woher wusste sie soviel? Jakes Bullshitinstinkt antwortete wieder mit einer Geschichte die wahr sein konnte, oder auch nicht. „Ich habe auch schonmal nackt in der Wohnung eines Freundes auf Nar Shaada gestanden, der zu dem Zeitpunkt nicht da war und die Nachbarin reingeplatzt ist, weil sie ne Tasse Zucker wollte. Man kann ja Vieles sagen, aber die Galaxie hat einen Sinn für Humor.“

Zanbar, Einkäufe, Bakura. Würde ne kleine Rundreise werden. Hyperwave Inertial Momentum Sunstainer. Das würde man klauen, ein Unikat. Jetzt machten die 250000 Credits Sinn.

„Hyperwellen haben keine Masse, warum sollten die ne Art Trägheitsdämpfer brauchen?“, fragte der Blondschopf verwirrt. „Außer sie verwenden den Begriff anders und meinen nicht sowas wie Hyperwellentransceiver- und Sender, wo der Begriff üblicherweise verwendet wird, sondern gehen in Richtung Astrogation, wie in Bugwelle beim Ein- und Austritt in und aus dem Hyperraum, sie wissen schon Kronaustrahlung, Wirbelrotation, der ganze Mist. Wenn sie da den Masseschatten von Planeten, Gravitationspulsminen und künstliche Schwerkraftfelder durch ihr HIMS kontern, kann man nen Haufen lästigen Mist umgehen und gibt sich dabei gleichzeitig auch ganz neue Möglichkeiten unfreiwillig das Innere von Sonnen und schwarzen Löchern zu erkunden. Ich weiß nicht, ob man dabei genug Zeit hätte das Getane zu bereuen. Sie haben es bestimmt schonmal gehört, aber der Hyperantriebinhibitor ist unser Freund.“ Er nickte begeistert und hoffte, dass sie vielleicht mitmachen oder wenigstens lächeln würde. Vergebens. „Zugegeben wenn sie jemanden finden, der sich auf sowas einlässt kann man nicht nur lästige Abfangkreuzer alt aussehen lassen, sondern bestimmt auch jede Menge Blockaden brechen…“ Der Alderaaner stockte kurz, bevor er mit der Schulter zuckte und fortfuhr. „... oder stanzt richtig große Löcher in Planeten. So oder so hinterlässt man damit nen bleibenden Eindruck.“ Der Alderaaner wusste, dass er ein guter Idiot war, aber er war eben nicht immer ein Idiot, und wer ohne Navicomputer den Kesselrun absolvieren konnte - zugegeben kurz danach würde er mit Sicherheit an Altersschwäche sterben -, musste Ahnung von Astrogation haben. Dazu gehörte auch die Theorie. Denn eines wusste Jake Relis mit Sicherheit: Mit schwarzen Löchern spielt man nicht.

Jake kannte Ralena nicht lange, aber sie war mit Sicherheit sehr gewissenhaft und die Art wie sie von ihrem Heist erzählte ließ bei ihm nicht den Zweifel aufkommen, dass er fehlschlagen könnte. Sie schien sich sogar ein wenig darauf zu freuen. Und am Ende der ganzen Geschichte sollte es nochmal zweihundertfünfzigtausend Credits geben, sie stellte sogar weitere Aufträge in Aussicht. Der Alderaaner fuhr sich nachdenklich durch die Bartstoppeln. Soviel Geld konnte nicht gut für ihn sein.


„Ablehnen wäre wie gesagt, schlicht und ergreifend doof. Dennoch habe ich nen Gegenvorschlag. Die Anzahlung passt, die nehme ich gerne, aber ich brauche keine halbe Million, damit mache ich mir nur mehr Ärger als es gut für mich wäre.“ Er schüttelte den Kopf. „Ich will ein Date, nicht sowas wie im Gang, das war zwar angenehm, aber es war nicht echt. Dennoch glaube ich, dass wir einen echten Moment hatten.“ Er blickte nachdenklich in ihre braunen Augen. „Der Moment, wo du entschieden hast mir den Arsch aufzureißen, der Moment wo die Supernova durchgeblitzt ist, die so gar nicht zu einer Ralena passt.“ Während Jake neben Moore herging machte er eine beschwichtigende Geste mit den Händen. „Ich will auch gar keine Geheimnisse erfahren, die Geheimnisse bleiben sollte, aber ich will das Inferno nochmal sehen, und vielleicht ein Stückchen mehr von der Person von der es ausging.“ Seine blauen Augen suchten nochmal ihren Blick, musterte die Augen die nun doch von Sanftmut sprechen konnten. „Aber wenn das zu riskant für dich ist, muss ich mir wohl was anderes überlegen.“

Dann stockte Jake, kratzte sich am Hinterkopf und grinste verlegen. „Ich hab kein Konto üblicherweise Laufen die Sachen mit harten Credits. Die Randgebiete haben nicht unbedingt ne gute Filialdeckung. Oder gibts da irgendwelche Optionen die ich nicht kenne?“
Man passierte auch die Tür der Nasszelle. „Und was hast du eigentlich mit meinem Droiden gemacht? Der kleine Mistkerl würde mich nie so im Stich lassen.“

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[Mittlerer Rand / Besh-Gorgon-System / Weltraum nahe The Wheel / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Gangbereich] Dr. Ralena Anne Moore und Jake Relis; C-06 „Mira“, Sana, Naeva und die anderen Kinder im Aufenthaltsbereich, Samin und Dany im Cockpit, Gonk in der Nasszelle

Kaum hatten sie das Hauptschlafzimmer hinter sich gelassen, schien Jake beschlossen zu haben, zunächst einmal die Person zu sortieren, die ihn eben noch für eine halbe Million Credits angeworben hatte, wobei sein erster Versuch ausgerechnet an ihrem Namen hängenblieb.

Moore sah zu ihm hinüber.


„Moore. Einfach Moore. Niemand nennt mich Ralena oder Anne.“

Ihre Mundwinkel hoben sich ein wenig.

„Falls Sie darauf stehen, auch gern Dr. Moore.“

Seine anschließende Vermutung über die Medizin ließ sie den Kopf schütteln.

„Nein, ich bin eher ein Doktor für Computer.“

Eine Formulierung, mit der vermutlich weder ihre ehemalige Hochschule noch ihre Dissertation über erweiterte Strukturen des Holonets sonderlich glücklich geworden wären, die ihren beruflichen Schwerpunkt für Jakes gegenwärtigen Informationsbedarf aber ausreichend präzise zusammenfasste..

Jake nutzte die neu gewonnene Ruhe nicht lange, er war definitiv kein Freund davon sich nicht reden zu hören, sondern wandte sich dem HIMS zu und entwickelte dabei eine Theorie über Interdiktionsfelder, Gravitation und Masseschatten, die technisch an einigen Stellen schief lag, dem eigentlichen Prinzip aber nahe genug kam, dass Moore ihm aufmerksamer zuhörte. Sie musterte ihn von der Seite.


„Nicht so ganz. Es überrascht mich positiv, dass Sie nur treudoof aussehen.“

Sie gab ihm ein kurzes Augenzwinkern.

„Das HIMS hebt keinen Masseschatten vollständig auf und es lässt Sie auch nicht einfach so innerhalb eines Interdiktionsfeldes in den Hyperraum springen, also nicht ohne ein apar Tweaks. Wenn Sie bereits im Hyperraum sind und ein Gravitationsfeld den Antrieb zum Ausstieg zwingen würde, hält das System den bestehenden Zustand in einer statischen Blase aufrecht und trägt das Schiff mit seinem vorhandenen Impuls weiter.“

Sie hob einen Finger.

„Durch ein Interdiktionsfeld hindurch, nicht aus jedem x-beliebigen heraus. Ein Stern bleibt auch mit HIMS ein Stern. Falls Sie also irgendwann auf die Idee kommen, einen zu rammen weil sie glauben das Ding macht sie zu Mr. Galaxy, würde ich vorher gern aussteigen.“

Seine nächste Verhandlungsrunde hatte mit Technik erheblich weniger zu tun und brachte Moore tatsächlich zu einem kurzen unterdrückten Lachen. Eine Viertelmillion Credits gegen einen gemeinsamen Abend einzutauschen war selbst nach den Standards ihres üblichen Bekanntenkreises eine bemerkenswert eigenwillige Entscheidung, wobei seine Annahme, der Moment vor der Nasszelle sei ohnehin nur gespielt gewesen, ihr fast noch besser gefiel.

„Und was bringt Sie auf die Idee, dass ich so gut schauspielern kann?“

Ihre Augen blieben einen Moment auf seinen, bevor die Sephi den Blick wieder nach vorn wandern ließ.

„Passen Sie auf, was Sie sich wünschen, Mr. Relis.“

Erst beim Geschäft wurde ihre Stimme wieder nüchterner.

„Die zweite Hälfte bekommen Sie nach Abschluss trotzdem. Ich bezahle meine Leute lieber mit Credits als mit Abendessen.“

Dass Jake kein Konto besaß, stellte dabei kaum ein Hindernis dar.

„Dann bekommen Sie auf Zanbar Credsticks. Zweihundertfünfzigtausend bei unserer Ankunft und den Rest nach Bakura.“

Sie waren inzwischen wieder an der Nasszelle angelangt, womit Jake sich offenbar auch an den zweiten Teilnehmer seines kleinen Ausflugs erinnerte. Moore ließ das Schott über ihr HNAI entriegeln und aufgleiten.

Gonk stand noch immer dort, wo sie ihn zurückgelassen hatten.


„Ich habe überhaupt nichts mit ihm gemacht.“

Moore sah zu dem Droiden und anschließend wieder zu Jake.

„Wissen Sie, ich bin so etwas wie eine Königin unter Droiden und Befehlen einer Königin gehorcht man selbstverständlich.“

Sie ließ das Schott offen und setzte ihren Weg fort.

Aus Richtung Cockpit näherten sich Stimmen und Schritte, bis Dany schließlich in der leichten Krümmung des Korridors erschien und unmittelbar hinter ihr Samin in den Gang trat.


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| Besh-Gorgon-System | Weltraum in der Nähe von The Wheel | Seastar | Cockpit
Samin, Dany, Moore, Mira, Sana, Jake, Gonk und die anderen Kinder

Samin hatte kaum die Schritte hinter sich im Gang gehört, da erschien Dany bereits im Zugang zum Cockpit und blieb dort stehen, während die Chiss gerade den Autopiloten kalibrierte. Auf die knappe Begrüßung der Mandalorianerin, die wohl gleichzeitig auch als irgendeine Art Frage gemeint war, reagierte sie zunächst nur mit einem zufriedenen Grinsen. Sie sprach nun seit über dreizehn Jahren Basic. Alle Feinheiten hatte sie trotzdem noch nicht raus. Erst als Dany auf die Ansammlung von Kampfschiffen vor ihnen reagierte, nickte sie bestätigend.


„Ja, oder?“

Die Pilotin deutete mit dem Finger durch die Scheibe.

„Über dreißig kapitale Schiffe. Dazu Fregatten, Korvetten, Frachter und noch einiges mehr. Victorys, eine Venator, sogar ein Mon-Cal-Kreuzer.“

Samin schüttelte leicht den Kopf. Für so bedeutend hätte sie The Wheel nie gehalten. Klar, eine neutrale Raumstation dieser Größe musste sich irgendwie schützen können, aber das? Das übertraf selbst die Kapazität von Systemverteidigungskräften der beiden galaktischen Supermächte.

„Ich hätte gedacht, du könntest mir erklären, wem die gehören. Aber offensichtlich nicht“, kommentierte die Chiss die Reaktion der blonden Frau. Derweil wanderte ihr Blick zurück auf die Instrumente. Der Kurs zum naheliegendsten Sprungpunkt stand, die Seastar hielt ihn sauber und das Rad lag mittlerweile weit genug hinter ihnen, dass Samin für einige Minuten nichts anderes tun musste, als dem Autopiloten bei der Arbeit zuzusehen. Das war ihr eigentlich zu langweilig. Außerdem hatte sie gerade angekündigt, dass sich alle anschnallen sollten und wollte sich persönlich davon überzeugen, ob der gewisse Grad der Verbindlichkeit in ihrer Empfehlung aufgeschnappt worden war.

„Ich wollte gerade nach hinten. Wenn alle sitzen, können wir mal sehen, ob das Baby nur teuer aussieht oder auch entsprechend fliegt.“

Sie warf noch einen letzten überprüfenden Blick auf den Kurs und ging an Dany vorbei aus dem Cockpit, wobei sie ihr eine Hand auf die Schulter legte. Ein weiterer Grund war, dass sie nach Sana sehen wollte. Vielleiht konnte sie ihre Tochter dazu überreden, den Rest bis zum Sprungpunkt vorne mit ihr zu verbringen. Und wenn Dany auch noch dabei war, lag die Hemmschwelle vielleicht geringer, als wenn sie mit Samin alleine sein musste. Nach dem Gespräch der vergangenen Nacht wusste Samin nämlich nicht, ob ihre Tochter große Lust darauf hatte, mit ihr allein zu sein.

Weit kam sie mit diesem Gedanken nicht.

Kaum hatte sie gemeinsam mit Dany die leichte Krümmung des Ganges genommen, kam ihr Moore entgegen. Neben ihr stand ein aus heiterem Nichts aufgetauchter Mann in einem Arbeitsoverall und noch etwas weiter hinten befand sich ein unbekannter Droide. Samin blieb mitten im Schritt stehen und stolperte dabei fast. Für einen Augenblick versuchte ihr Verstand noch, das Bild, das sich ihr bot, vernünftig einzuordnen. Es gelang ihm nicht. Warum war da ein Mann auf diesem Schiff? Und warum kannte sie sein Gesicht? Warum …?

Das Gesicht war um wenige Jahre älter geworden. Natürlich, es hatte ja auch in eine vollkommen andere Zeit ihres Lebens gehört, an einen vollkommen anderen Ort und ganz bestimmt nicht auf diese Luxusyacht, die gerade The Wheel verlassen hatte. Ganz bestimmt nicht zu Moore und erst recht nicht in die Nähe von Samin.


„Jake?“

Die Chiss starrte den Mann an. Verflucht, sie war letztendendes doch in dieser verdammten Relativitätsschleife gelandet. Das war die einzige vernünftige Erklärung, die sich ihr bot.

Langsam, ganz langsam, ging ihr Blick zu Moore, dann zu Dany neben sich. Die beiden schienen nicht überrascht, dass plötzlich eine Illusion zwischen ihnen aufgetaucht war. Was für eine Art Realität war das hier? Also wanderten ihre Augen wieder zurück zu dem Mann im Techniker-Overall. Die Kleidung machte die Sache nicht besser. Ganz im Gegenteil. Wenn Samin sich jemanden vorstellen sollte, der Jahre nach seinem Dienst bei den Wolves plötzlich in einem Wartungsoverall irgendwo auftauchte, wo er vermutlich nichts verloren hatte war Jake Relis ... erschreckenderweise genau der richtige Kandidat.

Langsam trat sie näher, während ihre Augen öfter zwinkerten, als sie es bei einer Elite-Pilotin vielleicht sollten. Dafür gab es nun endgültig keinen Zweifel mehr. Das war Jake. Fucking. Relis.

Die Hand holte aus, bevor sie wusste, was sie tat. Die flache Innenfläche verursachte ein lautes, klatschendes Geräusch, als sie auf die provokant offene Fläche traf, die sich menschliche Wange nannte. Anschließend formte sich dieselbe Hand zu einer Faust, wobei nur der Zeigefinger in gerader Linie herausstach und mitten auf die Nase des blonden Mannes deutete.


„Das ist dafür, dass du Kyra und mich allein gelassen hast.“

Die andere Hand sauste heran.

Ein weiteres Klatschen.


„Das ist für das Imperium.“

Anschließend packte sie mit beiden Händen den Kragen des Overalls und zog ihn, mit einer erstaunlichen Kraft für ein so zierliches Wesen, näher zu sich, nur um den Bruchteil einer Sekunde später beide Arme um ihn zu schlingen. Sie hatte diesen Idioten vermisst. Aber was bei allen Sonnen tat er hier? Von allen Personen, denen sie irgendwo in dieser unfassbar riesigen Galaxis hätte über den Weg laufen können, stand ausgerechnet Jake vor ihr. Nicht auf Bastion. Nicht auf der Intimidator. Nicht auf irgendeinem imperialen Stützpunkt. Nicht einmal in einer halbwegs nachvollziehbaren Umgebung. Die Umarmung dauerte einen Moment länger, als sie unter normalen Umständen gedauert hätte.

Als sie sich voneinander lösten, scannten Samins Augen erneut seine Erscheinung. Inzwischen hatte sich ein großes Grinsen auf ihr Gesicht gelegt. Er war gewiss älter geworden. Aber auf seinen Zügen lag noch immer derselbe Schelm.


„Jack Erlis?“, fragte sie, und ihre Augen verengten sich etwas, als sie das Namensschild auf seinem Overall bemerkte. Dann blitzte vor ihrem inneren Auge der Anblick der abgesperrten Tür zur Nasszelle auf. Das Panzertape. Die hochgefahrenen Systeme. Das Wartungslog.

„Bitte sag mir nicht, dass du versucht hast, dieses Schiff zu klauen.“

"Gonk", kommentierte der Droide.

| Besh-Gorgon-System | Weltraum in der Nähe von The Wheel | Seastar | Gang
Samin, Dany, Moore, Mira, Sana, Jake, Gonk und die anderen Kinder
 
// Mittlerer Rand // Besh-Gorgon-System // Weltraum nahe The Wheel // SY-Condor-Yacht „Seastar“ // Cockpit // Dany und Samin //

"Shab“

Mehr brachte sie nach der eindrucksvollen Aufzählung der Schiffe zunächst nicht heraus. Die einzelnen Schiffsklassen sagten ihr nicht sonderlich viel, aber die Größenordnung verstand sie auch ohne militärische Ausbildung gut genug, um zu begreifen, dass dort draußen ein verdammt beeindruckendes Kontingent versammelt war.

Dany war schließlich gemeinsam mit
Samin aus dem Cockpit getreten und musste sich eingestehen, dass es später garantiert schlimmere Dinge geben würde, als mit der Chiss im Cockpit einer sündhaft teuren Luxusyacht zu sitzen und dabei zuzusehen, wie eine ehemalige imperiale Elitepilotin dieses Teil steuerte.

Doch dann sah Samin
Jake und fiel aus den Wolken. Sicher – das ganze Schauspiel von vorhin war schließlich an ihr vorbeigegangen. Dany blieb ein Stück zurück und beobachtete, wie sich in ihrem Gesicht erst völliges Unverständnis und anschließend Erkenntnis abzeichnete. Bei der ersten Schelle hob Dany leicht eine Braue. Bei der zweiten verschränkte sie beobachtend die Arme.

Doch dann umarmte
Samin ihn. Dany ließ die Arme vor der Brust verschränkt und beobachtete das Ganze mit einem Ausdruck, der möglichst wenig darüber verraten sollte, was ihr gerade durch den Kopf ging. Interessant. Was zum Shab musste sie eigentlich anstellen, um von dieser Frau eine Umarmung zu bekommen? Vier Millionen Credits in den Wind schießen? Ihr Schiff von ihren Kindern hochjagen lassen?

Als
Samin schließlich fragte, ob Jake ernsthaft versucht hatte, die Seastar zu stehlen, meldete sich die Mandalorianerin aus dem Hintergrund.

"Doch, genau das hat er"

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[ Mid-Rim | Besh Gorgon System | The Wheel | Blue Cantina ] Lin Kwan, Amos Triskal


Kwan ließ seinen Blick, aus seiner Ecke der Cantina, durch den Raum schweifen. Der gesamte Laden, war in blau gehüllt. Für seinen Geschmack war die ganze Thema-Cantina völlig drüber, da er sich aber nun einmal auf The Wheel befand überraschte den ehemaligen Soldaten nichts mehr. Der Drink auf dem Tisch war unberührt und stand genau auf dem dunklen Fleck auf dem Kwan ihn bei seiner Ankunft gestellt hatte.

Ein schlaksiger Mensch, der gerade von der Bar aufgestanden war, pflanzte sich ungeniert und ohne Einladung einfach ihm gegenüber auf die Bank. Kwans Hand lag bereits seitdem der Mensch die halbe Cantina durchquert hatte auf der Stelle an seinem Gürtel wo er üblicherweise sein Holster trug.

„Mr. Triskal. Ich gebe zu Sie sind nicht, was ich erwartet habe. Da die Familie sie aber geschickt hat werden sie wohl meinen Anforderungen entsprechen? Lin Kwan ist mein Name und ich habe bedarf an einem Slicer von gewissem Talent. Ich nehme an, dass sie über diese Fähigkeiten verfügen?“

Kwans stimme war ruhig und sachlich, seine tiefe Stimme trug jedoch nicht weiter als sie musste und seine Augen waren unverwandt auf den Menschen ihm gegenüber gerichtet. Durch seinen Sitzplatz konnte er auch die restliche Cantina im Blick behalten, doch abgesehen von Amos hatte sich seit mehreren Minuten kein Gast durch das Etablissement bewegt.

Kwan nahm an, dass gerade auf The Wheel niemand sich als Mitglied der Black Sun ausgeben würde, ohne es zu sein. Trotzdem würde er sich die Zeit nehmen Amos zu prüfen, ehe sie die Station verließen. Also hieß es zunächst seinem neuen Gesprächspartner ein paar Infos zu entnehmen und ihn einer biometrischen Prüfung zu unterziehen. Die notwendige Hardware befand sich in einer kleinen Tasche neben ihm auf der Sitzbank.

„Der Auftrag, den ich für Sie habe, erfordert eine längerfristige Anwesenheit sowie professionelles Auftreten und Arbeiten. Sehen sie sich dazu im Stande?“, Kwan ließ seinen Blick absichtlich deutlich auf die zittrigen Hände seines Gegenübers wandern.

Der Gesamteindruck des jungen Mannes der sich ihm als Slicer angeboten hatte ließ ihn auf Substanzmissbrauch tippen. Solches Verhalten würde sich auf Christophsis potenziell als problematisch herausstellen. Vielleicht sollten sie Triskal von einem Arzt durchchecken lassen?

„Nicht meine Baustelle“, dachte Kwan sich. Ich mag für Triskal im Feld verantwortlich sein, aber ob wir einen Drogensüchtigen Slicer anstellen, werde ich definitiv Geonosian entscheiden lassen.

Kwans blick klebte erneut auf dem Gesicht seines Gegenübers während er den Antworten des jungen Menschen lauschte.


[ Mid-Rim | Besh Gorgon System | The Wheel | Blue Cantina ] Lin Kwan, Amos Triskal
 
// Mittlerer Rand // Besh-Gorgon-System // Weltraum nahe The Wheel // SY-Condor-Yacht „Seastar“ // Gang // Dany, Samin Moore, Mira, Sana, Jake, Gonk und die anderen Kinder

Jake wusste was ihm gefiel, oft waren das auch die Dinge im Universum die nicht unbedingt gut für ihn waren. In eine dieser beiden Kategorien fiel Moore aber auf jeden Fall schonmal. Sie konnte ihm so richtig schön kontra geben und tat es mit Vergnügen. Man musste es einfach lieben. „Ich geb mir auch alle Mühe.“, quittierte er Moores Eingeständnis, dass vielleicht mehr an ihm sei, als nur der optische Eindruck.

„Naja, so wie es bisher beschrieben wurde hört es sich so an als würde das HIMS ein Schiff immun gegen Schwerkraftquellen machen… nicht immun gegen jegliche restliche Physik. Oder eigentlich nur immun gegen künstliche Schwerkraftquellen? Aber ist vermutlich auch stark simplifiziert, ist ja eigentlich absolut notwenig, dass die Entwickler sich da Gedanken um das Zusammenspiel mit dem Hyperantriebinhibitor gemacht haben.“ Schließlich zuckte er mit den Schultern und gab das Rätselraten auf. „Die sind die Wissenschaftler, ich bin keiner. Ich überlasse das gerne klügeren Köpfen.“ Sein Lächeln wurde breiter. „Immerhin wurde ich zum Stehlen angeheuert, nicht zum Denken. Ist vielleicht besser so.“

„Moore.“, testete Jake den Namen den sie bevorzugte, er rollte angenehm von der Zunge. Das passte deutlich besser zu ihr. Dann wippte er einmal mit den Augenbrauen, beugte sich ein wenig zu ihr rüber und raunte in sonorem Tonfall. „Dr. Moore.“ Den begehrlichen Blick und die Mimik - dass es genau in diesem Moment nur zwei Dinge von Bedeutung in dieser großen, weiten und einsamen Galaxie gab, Moore und ihn - konnte Jake gerade so lange halten bis das e ausgeklungen war, bevor er leise lachen musste. „Glaube es bleibt bei Moore.“ ,untermauerte der Blondschopf seine Entscheidung mit den Jake Relis Fingerpistolen™ und einem nicht weniger eindrucksvollen, selbstsicheren Lächeln. Und kehrte zurück zu seinem üblichen, ruhigen, rauen und langgezogener Sprechweise, der eines selbstbewussten Mannes, oft assoziiert mit einem Weltraum-Cowboy. Zumindest in Jakes Vorstellung, wie andere seine Stimme wahrnahmen hatte er noch nie hinterfragt.

Für einen Moment, von den Ereignissen überrumpelt, musste Jake innehalten. Besah nicht weniger ungläubig Samin als sie ihn, bevor er seine Stimme und Fassung wieder fand.
„Hey Blue…“ murmelte der Alderaaner leise, vertraut und sanft, bevor sich seine Arme bedächtig um die Halbchiss legten, als habe er Angst, dass eine hastige Berührung die Erscheinung Samins auflösen könnte, wie Nebelschwaden die einem durch die Finger glitten.

Manche Dinge fühlten sich an wie nach Hause kommen. Samins Wärme, die ihn auffing, ohne zu wissen, dass er je am Fallen war, das war eines dieser Dinge.


„...ich schätze die Ohrfeigen habe ich verdient. Vielleicht nicht die fürs Imperium, aber die Andere definitiv.“ Das tiefe Blau seiner Augen glitzerte verräterisch einen nassen Glanz. Hier war eine Person, die Jake zutiefst viel bedeutete und er hatte nicht geglaubt, sie jemals wieder zu sehen. Die Wolves waren für eine Weile zu einem Heim geworden, wegen Wesen wie Samin, Kyra, Jules und Janson. Wegen ihnen war er mit der strikten Hierarchie der imperialen Streitkräfte nicht verrückt geworden, trotz seiner Vergangenheit und doch hatte er es irgendwann nicht mehr ertragen. „Ich hatte ernsthaft in Erwägung gezogen einen Kuchen mit einer Botschaft für alle von euch die ich gemocht habe im Inneren zu backen, aber dann habe ich mich an den einen Kochversuch erinnert, du weißt schon und war mir sicher, dass Nahrung aus meiner Hand ohne Umwege in den Müllschlucker wandern würde.“ Ein Schmunzeln zuckte an seinen Mundwinkeln, während man sich voneinander löst, wuchs das Grinsen. Er warf einen Blick zurück zu Moore und nickte dankbar, bevor das blaue Wunder wieder in den Fokus seiner Aufmerksamkeit geriet.

„Alias.“, erklärte er den Aufnäher. „Eh.“, tat er Samins weitere Frage spielerisch ab. „Wir wollen uns nicht mit der Vergangenheit aufhalten.“ Aber da waren zwei (Dany und Gonk), die ihn gar nicht schnell genug verraten konnten. Er wandte sich zu Dany und dem GNK-Droiden um. „Niemand mag Petzen. Ich bin schwer enttäuscht von euch Beiden.“ Den Schalk in seiner Stimme konnte er nicht verbannen, also drehte er sich weg und wiederholte langsam die letzten Worte laut und einzeln betont. „Schwer. Enttäuscht. Und nur um das Gedankenspiel mal fortzuführen: Fünfzehn Minuten später und Gonk und ich wären weg gewesen.“ Er stockte kurz. „Und hätten all das hier verpasst.“ Er stockte nochmal, blickte nachdenklich von Moore zu Dany. „Und würde vermutlich von euch gejagt werden. Also ist es schon besser so wie es gekommen ist.“

Jake zwinkerte der kleinen Halbchiss zu und schmunzelte. „Aber sag mal, jetzt wo ich hier bin, was wird dann deine Aufgabe sein? Bisher war es vermutlich das Fliegen.“ Die Schwarzhaarige knuffte ihn auf die Schulter, was ein gespieltes „Owwww.“ aus Jake hervorbrachte, lachte und sich vergewisserte, dass das hier wirklich passierte, indem er Samin noch einmal wie die alte Freundin, Vertraute, schlicht Wahlfamilie, die sie für ihn war, in den Arm nahm, hochhob einmal lachend um sich herum wirbelte und wieder dort abstellte, wo es angefangen hatte. „Hätte nie gedacht dich mal so angekommen in Zivil zu sehen. Steht dir aber gut. Richtig erwachsen.“, er zupfte Samin den Kragen der stilsicheren Fliegerjacke zurecht, klopfte ihr nickend auf die linke Schulter und stellte dann, noch immer breit grinsend, mehrere wichtige Fragen. „Was willst du wissen, wie geht es den Anderen, wie geht es dir und was habe ich verpasst? Reihenfolge Dealer's Coice.“

// Mittlerer Rand // Besh-Gorgon-System // Weltraum nahe The Wheel // SY-Condor-Yacht „Seastar“ // Gang // Dany, Samin Moore, Mira, Sana, Jake, Gonk und die anderen Kinder
 
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Samin, Dany, Moore, Mira, Sana, Jake, Gonk und die anderen Kinder

Irgendwie hatte Samin erwartet, dass Jake sich aus der Sache rausreden würde. Stattdessen erklärte er mit einer bemerkenswerten Selbstzufriedenheit, dass er und sein Droide nur wenige Minuten davon entfernt gewesen waren, mit der Superyacht zu verschwinden. Sie starrte ihn einige Sekunden an, ehe ihr Blick über Dany zu Moore wanderte.


„Und ihr habt ihn nicht aus der Luftschleuse geschmissen?“

Etwas ungläubig schüttelte die Chiss den Kopf, wobei das Grinsen aber weiter durchbrach. Natürlich hatten sie das nicht getan. Inzwischen überraschte Samin bei den anderen beiden Frauen vermutlich gar nichts mehr. Aber irgendwas fehlte hier. Jake hatte versucht, der Frau eine sechzig Meter lange Luxusyacht unter den Augen wegzustehlen, war dabei erwischt worden und stand jetzt vollkommen unbehelligt neben ihr im Korridor. Weder war er gefesselt, noch saß Dany auf ihm, um ihn an Ort und Stelle zu fixieren. Nein, sie war sogar noch ins Cockpit gekommen und hatte das Ganze mit keiner Silbe erwähnt.

„Moment mal.“

Sie deutete erst auf Jake und dann auf die anderen beiden Erwachsenen … war Mira erwachsen? Jedenfalls deutete sie auf Jake, Dany und Moore.

„Er versucht das Schiff zu klauen, ihr erwischt ihn dabei und jetzt spaziert er mit Ihnen durch den Gang, als hättet ihr euch zum Caf verabredet?“

Samins Augen verengten sich. Dafür gab es nur eine logische Schlussfolgerung.

„Dr. Moore, auch wenn ich diesen einen … diesen dritten Fall begrüße, sollten Sie nun damit aufhören, jeden zu rekrutieren, der uns über den Weg läuft!“

Sie lenkte ihren Blick zurück zu Jake und spätestens als er sie erneut umarmte, bemerkte sie, dass die Jahre an ihm nicht einfach vorbeigegangen waren. Der feuchte Glanz in seinen Augen war schwer zu übersehen gewesen. Dieses Mal erwiderte sie die Umarmung ohne vorherige Zuneigungsbekundung gegenüber seiner Wangen. Das ermutigte ihn offensichtlich dazu, dass gewöhnliche Wiedersehensgesten nicht ausreichend waren. Kurzerhand hob er sie in die Luft und wirbelte sie ein Mal durch den Gang. Überrascht stieß die Pilotin Luft aus und nahm die Schulterklopfer dann auch noch hin.

„Die nächste Ohrfeige für das Imperium wird sogar kräftiger, wenn du das nochmal machst.“

Doch sie zwinkerte.

Seine Bemerkung über ihr ziviles Aussehen ließ sie an sich hinuntersehen. Abgerockte Fliegerjacke, Hose, Stiefel. Das war schon etwas anderes als die Dienstuniform oder der Fliegeroverall. Außerdem fehlte die Batterie an Orden und Bandschnallen, die sich inzwischen in einer Seitentasche bei den Cred-Sticks befanden.


„Richtig erwachsen? Ich bin Mitte Dreißig!“

Sie lachte.

„Du Idiot.“

Er hatte sich wirklich kaum verändert. Das Lachen darüber hielt jedoch nicht lange an. Jakes Fragen waren einfach gestellt, ihre Antworten dagegen nicht. Also atmete sie durch und lehnte sich mit der Schulter gegen die Wand des Korridors. Was mit den Wolves war, wollte sie zunächst offenlassen. Das war vielleicht nicht das richtige Thema für diesen Gang. Jedenfalls hatte Jake sie gekannt, bevor ihr Leben auseinandergebrochen war. Oder neu zusammengewachsen? Sie dachte an Sana. Ja, definitiv neu zusammengewachsen.

„Ich bin desertiert.“

Ihr Blick glitt unwillkürlich in Richtung Aufenthaltsbereich, wo ihre Tochter ausgerechnet in diesem Moment den Kopf herausstreckte.

„Aus dem wichtigsten Grund, den ich mir jemals vorstellen könnte. Darf ich vorstellen: Meine Tochter, Sana.“

Samin ging an Dany, Jake, Moore, Mira und dem Droiden vorbei und machte ein paar Schritte auf den Durchgang zu, während sie Sana mit einem Handwinken ermutigte, herauszutreten.

„Das ist ein alter Freund von mir. Jake“, vervollständigte sie die Bekanntmachungen, um einerseits Sana, aber auch Dany mit ins Boot zu holen. Samin wusste schließlich gar nicht, wie viel die Mandalorianerin bereits über ihre Verbindung wusste. Verflucht war das alles komisch hier.

„Du hast einiges verpasst“, sagte sie an ihren ehemaligen Staffelkameraden gewandt.

„Erstmal bringen wir uns nach Zanbar. ANSCHNALLEN BITTE“, rief sie schließlich durch das Schiff.

„Auf dem Weg haben wir genug Zeit zu reden. Wer kommt mit ins Cockpit? Ich brauche noch Co-Pilot, Navigator und der Ingenieur-Sitz ist auch noch unbesetzt.“

Samin sah nun ihrer Tochter in die roten Augen.

„Hast du Lust, noch ein bisschen was über Schiffstechnik zu lernen?“

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Samin, Dany, Moore, Mira, Sana, Jake, Gonk und die anderen Kinder
 
[ The Wheel | Vergnügungssektor | Blue Cantina ] Amos Triskal, Lin Kwan


„Mr. Triskal. Ich gebe zu Sie sind nicht, was ich erwartet habe.“


Was zum Henker sollte das denn heißen? Was hatte er denn erwartet? Einen beschissenen Astromech?

„Ich nehme an, dass sie über diese Fähigkeiten verfügen?“

Der Schnösel im Anzug war Amos jetzt schon unsympathisch. Auch wenn der Anzug womöglich nur Tarnung war. Er biss die Zähne zusammen und entschied, die Frage einfach unbeantwortet stehen zu lassen. Sie war ohnehin wohl rhetorisch gemeint, oder?
Stattdessen atmete er einmal ruhig durch, als sein Gegenüber begann, über den Auftrag zu sprechen. Aber da war schon wieder dieses überhebliche Infragestellen!

„… professionelles Auftreten und Arbeiten. Sehen sie sich dazu im Stande?“

Kurz fiel der Blick des Mannes auf Amos' Hände, die leicht zitterten. Natürlich zitterten die, verflucht nochmal, schließlich war er gerade wieder mal auf Entzug! Und das Kraut, dass ihm der Apotheker gegeben hatte, half da auch nur bedingt.
Er erwiderte den Blick des Mannes herausfordernd und schloss seine Hände um das Glas. Dann lehnte er sich zurück, wobei er versuchte, möglichst lässig zu wirken und antwortete:


„Die Black Sun hat mich für diesen Auftrag ausgewählt. Ob sie das Urteilsvermögen der Familie anzweifeln, ist Ihre Sache, Herr Kwan.“

Dann nahm er langsam einen Schluck vom Cocktail.

„Ich kann Ihnen sagen, was ich für den Auftrag mitbringe, und dann können Sie mir sagen, was genau ich tun soll.
Ich habe ein Schiff, eine Waffe, mein Slicer-Equipment, ein Mindestmaß an persönlicher Militärausrüstung sowie Sprengstoffe und Zünder um bis zu mittelgroße Sabotageakte durchzuführen“
, sagte er ohne Umschweife, auch um zu sehen, wie Kwan darauf reagierte.

„Und dann habe ich noch ein paar Fragen.“ Langsam wurde Amos warm und das Selbstbewusstsein, das Lin Kwan mit seinen Fragen torpediert hatte, kehrte zurück. Mit einem schiefen Grinsen begann er, wobei er die Fragen an den Fingern abzählte:
„Wohin geht’s? Was ist der Kontext? Was sind meine Aufgaben – ein grober Überblick genügt. Mit wem arbeite ich zusammen? Brauche ich noch zusätzliche Ausrüstung? Und gibt es irgendwelche Details, die ich wissen sollte?“

Mit jeder Frage fühlte Amos seine Gute Laune Stück für Stück zurückkommen. Nicht er war hier der Bittsteller, sondern Kwan! Er war der Spezialist, den der Typ brauchte.


[ The Wheel | Vergnügungssektor | Blue Cantina ] Amos Triskal, Lin Kwan
 
[Mittlerer Rand / Besh-Gorgon-System / Weltraum nahe The Wheel / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Aufenthaltsraum] Sana, Naeva und die anderen Kinder; Mira bei ihnen, Samin, Dany, Moore und Jake weiter vorn

Einige der großen Kriegsschiffe lagen noch immer vor den Panoramafenstern, wenn auch inzwischen weiter entfernt, und während Tavin mit zwei der Jungen darüber stritt, welcher der Zerstörer wohl der größte gewesen war, meldete sich Samin aus dem Cockpit und erklärte ihnen, dass jetzt alle auf ihre Plätze gehörten und sich anschnallen sollten.

Natürlich wollten sofort mehrere Kinder wissen, warum.

Einer fragte, ob gleich etwas passieren würde, ein anderer, weshalb sie sich überhaupt anschnallen mussten, wenn die Seastar so ruhig flog, doch Mira begann bereits damit, die Kinder von den Fenstern weg und auf die Sitzgruppen zu verteilen. Naeva bekam wegen ihrer Schiene etwas mehr Platz, Sana zog ihre Tasche unter dem Sitz hervor und stellte sie auf die andere Seite, damit das ausgestreckte Bein nirgendwo dagegenstieß.


„Geht's?“

Naeva bewegte den Fuß ein wenig.

„Ja Ich glaube schon... Du weißt schon das sowas ein paar Tage dauert oder, jede Stunde fragen hilft nur bedingt."

Mira arbeitete sich währenddessen von den Kleineren aus durch die Gruppe, zog Gurte nach, erklärte einem Jungen zum zweiten Mal, dass der Verschluss nicht zum Spielen gedacht war, und hatte bereits eines der Fächer geöffnet, in denen seit ihrem ersten Besuch Teile ihrer Rüstung lagen. Während zwei Kinder gleichzeitig auf sie einredeten und ein drittes wissen wollte, ob Samin gleich schnell fliegen würde, tauchten nach und nach dunkle Gelenke und glatte Panzerplatten aus dem Fach auf.

Sana saß zunächst neben Naeva, doch aus dem Gang kamen inzwischen Stimmen, die dort vorher nicht gewesen waren. Als sie erneut hinsah, kniete Mira gerade vor einem der kleineren Kinder, zog dessen Gurt über die Schulter und griff gleichzeitig nach einer der Panzerplatten neben sich, während Sana bereits aufstand.

Naeva hob den Blick.


„Wo willst du hin?“

„Nur gucken.“

Sana hielt sich am Rand der Sitzgruppen und ging bis zum Zugang, wo sie nicht in den Gang trat, sondern sich lediglich so weit an das Schott stellte, dass sie daran vorbeisehen konnte.

Moore stand ein Stück weiter vorn, Dany ebenfalls, und zwischen ihnen befand sich ein Mann, den Sana noch nie gesehen hatte. Er trug einen Arbeitsoverall, hatte blondes Haar und war vermutlich ungefähr so alt wie Samin. Auf seiner Brust saß ein Namensschild, das aus dieser Entfernung nicht zu lesen war, und etwas weiter hinten stand ein Droide, dem Sana kaum Beachtung schenkte, weil in diesem Moment Samin aus Richtung des Cockpits kam.

Sie machte noch einige Schritte, sah den Fremden und blieb stehen.

Für ein paar Sekunden bewegte sie sich überhaupt nicht.


„Jake?“

Sana schob sich ein kleines Stück näher an die Kante des Schotts.

Samin ging auf ihn zu, und die Ohrfeige kam so unvermittelt, dass Sana zusammenzuckte. Das Geräusch war selbst vom Aufenthaltsraum aus deutlich zu hören, und Samins Hand sank danach nicht sofort wieder herunter.


„Das ist dafür, dass du Kyra und mich allein gelassen hast.“

Sana kannte keine Kyra, doch bevor sie länger über den Namen nachdenken konnte, traf Jakes andere Wange bereits die zweite Ohrfeige.

„Das ist für das Imperium.“

Diesmal blieb Sana einfach stehen und sah zu.

Was Jake mit dem Imperium zu tun gehabt hatte, wusste sie nicht, nur dass Samin ihn offensichtlich von früher kannte. Noch bevor daraus in ihrem Kopf mehr werden konnte, griff Samin nach ihm und zog ihn an sich.

Nach zwei Ohrfeigen hatte Sana damit nun wirklich nicht gerechnet.

Die Umarmung war auch nicht besonders kurz. Samin hielt ihn einfach fest, während Sana den Fremden jetzt noch einmal genauer betrachtete. Ein Freund von früher also, vielleicht sogar einer von diesen festen Freunden von denen Naeva manchmal redete und für einen kurzen Moment schoss ihr dabei sogar ihr Vater durch den Kopf, weshalb sie Jake unwillkürlich noch etwas genauer musterte.

Dann ließ Samin ihn schon wieder los.


„Jack Erlis?“

Ihr Blick lag nun auf dem Namensschild an seinem Overall und wanderte anschließend in Richtung jener Nasszelle, über deren Tür vorhin das Stück Panzertape geklebt hatte. Kurz darauf fragte sie ihn, ob er tatsächlich versucht hatte, die Seastar zu stehlen.

Sana sah ebenfalls kurz zur Tür. Die war also gar nicht kaputt gewesen. Der Droide gab irgendein Geräusch von sich, mit dem Sana nichts anfangen konnte, bevor Dany die Frage beantwortete.


„Doch, genau das hat er.“

Hinter Sana klickte Metall auf Metall. Als sie sich kurz umdrehte, trug Mira bereits einen guten Teil ihrer Rüstung und war noch immer damit beschäftigt, die letzten Kinder richtig anzuschnallen. Fast alle saßen inzwischen auf ihren Plätzen, manche sahen weiter aus den Fenstern, andere redeten miteinander, und als Sana zu Naeva sah, blickte diese bereits zu ihr herüber.

Sana wandte sich wieder dem Gang zu. Jake kannte Samin von früher und offenbar ziemlich gut. Mehr musste Sana darüber im Augenblick gar nicht wissen, um weiterzusehen.

Sie blieb noch einen Moment am Schott, bis Moore und Dany ihre Aufmerksamkeit wieder auf Jake und den Droiden richteten, und trat dann ein kleines Stück weiter aus dem Aufenthaltsraum. Nicht mitten zwischen die Erwachsenen, nur weit genug, dass sie Samin nicht durch den ganzen Gang ansprechen musste.


„Samin?“

Ihre Mutter war nah genug, um sie zu hören. Sana warf noch einmal einen Blick zu Jake.

„Kennst du den vom Militär?“

[Mittlerer Rand / Besh-Gorgon-System / Weltraum nahe The Wheel / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Übergang Aufenthaltsraum zum Gang] Sana; Samin, Dany, Moore und Jake im Gang, Mira, Naeva und die anderen Kinder im Aufenthaltsraum
 
[ Mid-Rim | Besh Gorgon System | The Wheel | Blue Cantina ] Lin Kwan, Amos Triskal


Interessiert musterte Kwan sein gegenüber. Er hatte den jungen Slicer mit seinen Fragen augenscheinlich auf dem falschen Fuß erwischt. Als er dann jedoch zu antworten begann wuchs sein Selbstbewusstsein mit jedem gefallenen Wort. Seine Position bei „der Familie“ schien ihm wichtig zu sein. Das heftete der Agent sich mental direkt ab.

„Zunächst Mr. Triskal, kann ich mich nicht entsinnen ihnen das „Du“ angeboten zu haben. Mein Familienname ist Lin, also sprechen sie mich auch damit an.“, die Stimme des Epicantix war weiterhin ruhig und leise, er lehnte sich jedoch vor, um seinen Punkt rüberzubringen.

„Aber sie haben Recht, ich will der Familie nicht sagen wie sie ihre Arbeit zu machen hat, schließlich sagen sie mir nicht wie ich die meinige zu erledigen habe.“

Die Liste an ausrüstung die Triskal von Haus aus mitbrachte fand Kwan dann jedoch durchaus beachtlich. Trotz des schlaksigen Eindruck, den er von dem jungen Mann bekommen hatte, sagte seine Hardware definitiv „Profi“.

„Ausrüstung mach ich dann wohl einen Haken dran, damit kommen wir auch gleich zu ihrer vorletzten Frage. Falls zusätzliche Ausrüstung von Nöten ist, wird diese gestellt. Bevor wir jetzt jedoch zu den Einzelheiten kommen und ich ihnen mehr erzähle, habe ich noch ein paar Dinge, die wir vorab erledigen sollten.“

Damit zog er die Tasche auf den Tisch und zog den Biometrik Scanner aus der Tasche.

„Ich bin selbst von jemandem Beauftragt, daher möchte mein Auftraggeber ein paar Dinge über Sie wissen und wir müssen für Sie ein paar Dokumente anlegen. Wenn sie also einmal Fingerabdruck und Retina Scan hier und hier abnehmen lassen.“, er deutete auf ein kleines Scanner Feld und eine Kamera.

Nachdem Triskal ihn zunächst zweifelnd angesehen hatte gab er schließlich die gewünschten Scans ab. Kwan wartete einen Moment, während er auf die Bestätigung wartete das er dem Mann von seinem Auftrag erzählen konnte.

„Sehr gut, jetzt wo das aus der Welt ist. Zeigen sie mir doch bitte Ihr Schiff und dann gebe ich ihnen die Details.“, mit einem freundlichen Lächeln, das seine Augen absolut nicht erreichte, deutete er mit einer Hand in vom Tisch weg in Richtung Tür.

Kwan wartete bis Triskal aufgestanden war, dem Slicer gefiel es offensichtlich nicht das er keinerlei weitere Informationen bekommen hatte, aber Kwan war der Auftraggeber und wenn der Mann bezahlt werden wollte, dann würde er tun was auch immer von ihm verlangt wurde. Außerdem ging es ja auch in Richtung seines eigenen Schiffes und nicht in irgendeinen Hangar von dem er nicht wusste was ihn dort erwartete.


[ Mid-Rim | Besh Gorgon System | The Wheel | Blue Cantina ] Lin Kwan, Amos Triskal
 
[Mittlerer Rand / Besh-Gorgon-System / Weltraum nahe The Wheel / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Gangbereich] Dr. Ralena Anne Moore, Samin, Dany, Jake Relis und Sana; C-06 „Mira“, Naeva und die anderen Kinder im Aufenthaltsbereich, Gonk im Gang

Den kurzen Knicks, mit dem Jake ihre selbstverliehene Königswürde unter Droiden quittiert hatte, nahm Moore mit jener vollkommen selbstverständlichen Miene entgegen, die nahelegte, dass alles andere vermutlich eine unangemessene Verletzung des Protokolls gewesen wäre. Unmittelbar danach verpasste Samin ihm zwei Ohrfeigen.

Moore beobachtete das Wiedersehen gemeinsam mit Dany aus angenehmer Entfernung und beugte sich ein wenig zu der Mandalorianerin hinüber.


„Ich glaube nicht, dass Ohrfeigen bei dem Mann den gewünschten Effekt haben. Der wird durch ein bisschen Haue wahrscheinlich eher ermuntert.“

Danach hielt sie sich aus dem Wiedersehen heraus und blieb bei Dany, während Samin und Jake ihre Angelegenheiten selbst sortierten. Auf Samins Einwand hob Moore lediglich die Schultern.

„Na ja, warum ein funktionierendes System unnötig anpassen? Seine Bewerbung hat mir zugesagt.“

Sie blieb neben Dany stehen und überließ den Rest zunächst den beiden ehemaligen Piloten, bis Bewegung am Zugang zum Aufenthaltsbereich ihren Blick dorthin zog.

Sana war herausgekommen. Wenig später öffnete sich das Schott erneut und Mira trat in voller Rüstung in den Gang. Von dem Mädchen, das zuvor zwischen den Kindern verschwunden gewesen war, blieb im ersten Eindruck wenig übrig. Der Kampfanzug umschloss ihren Körper vollständig, die Segmente sauber verriegelt, und über die Verbindung ihrer HNAIs erreichte Moore lediglich der knappe Hinweis, dass hinten alle Kinder gesichert waren, mit Ausnahme der Dreizehnjährigen, die gerade vor ihnen stand.

Moores Blick glitt kurz von Mira zu Sana und zurück. Mira blieb beim Zugang zum Aufenthaltsbereich zurück, während Moore sich von der Wand löste und der allgemeinen Bewegung zum Cockpit anschloss. Samin und Dany gingen voran, Jake und Sana mit ihnen, während hinter ihnen der gerüstete weiße Schatten ihrer Tochter bei den Kindern zurückblieb.


[Mittlerer Rand / Besh-Gorgon-System / Weltraum nahe The Wheel / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Cockpit] Dr. Ralena Anne Moore, Samin, Dany, Jake Relis und Sana; C-06 „Mira“, Naeva und die anderen Kinder im Aufenthaltsbereich, Gonk im Gang
 
// Mittlerer Rand // Besh-Gorgon-System // Weltraum nahe The Wheel // SY-Condor-Yacht „Seastar“ // Gang // Dany, Samin, Moore, Jake, Sana und Gonk; Mira, Naeva und die anderen Kinder im Aufenthaltsbereich //

Dany verzog leicht den Mund, als
Moore sich zu ihr beugte und ihre Einschätzung über Jakes Verhältnis zu Ohrfeigen mit ihr teilte. Nach allem, was sie in den letzten Minuten von dem Mann gesehen hatte, war sie sogar geneigt, ihr zuzustimmen. Besonders nachhaltig schien Samins Methode jedenfalls nicht zu wirken. Spätestens als Jake die Chiss noch einmal in die Arme schloss, hochhob und einmal durch den Gang wirbelte, war für Dany jedoch klar, dass die durch ihre gemeinsame Vergangenheit noch mehr miteinander verbunden waren, als zunächst vermutet.

Als
Samin schließlich wissen wollte, warum sie ihn weder gefesselt noch aus der nächsten Luftschleuse befördert hatten und Moore daraufhin ihre inzwischen bewährte Rekrutierungsstrategie verteidigte, wanderte Danys Blick zu Jake. So vollkommen absurd die Situation auch war: Irgendwie wollte sie nicht, dass die Chiss ihn für einen nutzlosen Idioten hielt. Warum genau, wusste sie selbst nicht. Vielleicht lag es an diesem leicht verlorenen Eindruck, den er trotz seiner großen Klappe machte. Vielleicht an dem Blaster auf Betäubung. Oder schlicht daran, dass Dany in der kurzen Zeit, in der sie sich gekannt hatten, das Gefühl hatte, Jake würde ernsthaft Hilfe brauchen, wenn niemand darauf achtete, dass er sich nicht selbst in irgendeine Katastrophe hineinredete. Sie zuckte also mit den Schultern.

"Er hat es immerhin geschafft, sich Zugang zu einem privaten VIP-Terminal zu verschaffen und in die Seastar einzubrechen"

Dany deutete knapp mit dem Kinn in
Jakes Richtung.

"Das ist schon eine Leistung"

Dann sah sie wieder zu
Samin.

"Und Moore wird schon wissen, welches Fachwissen uns noch fehlt"

Eine kurze Pause, bei der sie ihrer
Auftraggeberin zunickte. Die silberhaarige Frau mit den spitzförmigen Ohren wirkte so ziemlich wie die kompetenteste Person, der Dany jemals über den Weg gelaufen ist. Irgendwo musste das ganze Geld schließlich herkommen.

"Offensichtlich gehören Einbruch und Schiffsdiebstahl jetzt dazu"

Dass
Jake gerade noch behauptet hatte, fünfzehn Minuten später mit der Yacht verschwunden zu sein, machte den Punkt eigentlich nur überzeugender. Dany hätte jedenfalls gern gesehen, wie weit er gekommen wäre. Vermutlich nicht besonders weit, sobald Moore festgestellt hätte, dass ihre sündhaft teure Yacht fehlte. Aber der Versuch allein verdiente irgendwo zwischen völliger Idiotie und bemerkenswerter Dreistigkeit zumindest ein kleines bisschen Respekt. Die Stimmung änderte sich, als Sana am Zugang zum Aufenthaltsbereich auftauchte. Danys Blick glitt kurz zu dem Mädchen, dann zurück zu Samin. Der Gegensatz zwischen der Chiss, die Jake eben noch mit zwei Ohrfeigen begrüßt hatte und jener, die Sana jetzt beinahe vorsichtig zu sich rief, war schwer zu übersehen. Als Samin ihre Tochter schließlich vorstellte, hielt Dany sich bewusst im Hintergrund. Das ging sie nichts an.

Erst als
Samin anschließend verkündete, dass sie endlich Richtung Zanbar weiterwollte und nach Co-Pilot, Navigator und Ingenieur fragte, löste Dany die Arme wieder vor der Brust. Bei der Aufforderung, sich anzuschnallen, hob sie kurz eine Braue. Shab, na endlich.

Ihr Blick ging in Richtung Cockpit. Wenn
Samin tatsächlich ausprobieren wollte, was die Seastar konnte, würde Dany sich das ganz bestimmt nicht entgehen lassen. Dany setzte sich in Bewegung und ging an Samin vorbei in Richtung Cockpit.

"Ich komm mit"

Nach zwei Schritten blickte sie über die Schulter.

"Mal sehen, ob Du am Steuer mehr drauf hast als an der Waffe"

Ein leichtes Grinsen erschien auf ihrem Gesicht, während sie weiterging.

// Mittlerer Rand // Besh-Gorgon-System // Weltraum nahe The Wheel // SY-Condor-Yacht „Seastar“ // auf dem Weg zum Cockpit // Dany, Samin, Sana, Jake und Moore, restliche Kinder //
 
[Besh-Gorgon-System | Weltraum in der Nähe von The Wheel | Seastar | Cockpit]
Samin, Dany, Moore, Mira, Sana, Jake, Gonk und die anderen Kinder

Samin hatte schon immer einen Beschützerinstinkt bei ihm ausgelöst, das wusste sie doch, auch wenn sie den Grund nicht kannte. Fahnenflucht also. „Du?“, fragte Jake verwirrt, aber der Grund war einleuchtend und wurde ihm dann auch sogleich vorgestellt. „Hey, Kleines“, meinte der Alderaaner mit einem freundlichen Lächeln, dann blickte er von der Tochter zur Mutter. Die Kleine (Sana) war fast genauso groß wie die erwachsene Kleine (Samin). „Deine Mum hat’s zwar schon gesagt, aber ich bin Jake. Freut mich, mal jemanden aus Samins Familie kennenzulernen. Sonst hat sie nie was von zu Hause erzählt. Und das ist Gonk, der beste GNK-Droide, den man sich wünschen kann.“ Der kleine Verräter. „Gonk.“ Der auch noch sehr zufrieden mit sich war. „Und wenn du was wissen willst, einfach fragen. Ich habe wenige Geheimnisse, und vor quasi Familie schon mal gar nicht.“
Dany wurde Jake immer sympathischer, sie brachte da einen Haufen guter Punkte ein. Aber er konnte noch mehr als Einbruch und Schiffsdiebstahl. „Ich kann alles Mögliche klauen“, pflichtete er ihr bei. „Overalls, Werkzeug, Droiden.“ Damit die Aufzählung nicht nur nach einer Liste von Dingen aussah, die er in den letzten Minuten noch gesehen hatte, musste noch was Passendes her. „… Herzen.“

'Smooth, Jake, richtig smooth.'
„Aber wo ich schon dabei bin, ist es vielleicht tatsächlich sinnvoll, mal die Karten auf den Tisch zu legen. Damit wir alle mehr übereinander lernen und einschätzen können, was für eine Fertigkeitspalette wir mitbringen, wo wir uns ergänzen und wo unsere tatsächliche Stärke und Schlagkraft liegt. Blue wird das Meiste über mich bestätigen können.“ Es war eine gute Idee, und das nicht nur, weil sie aus seinem Mund kam – auch wenn das schon ein bisschen Grund war.

„Ich bin ein brauchbarer Spieler, Betrüger, Mechaniker, Schütze, ich kann Kleidung und Wunden nähen, verstehe mich auf scansichere Frachträume, gefälschte IDs und das Bestechen von Zollbeamten. Simple Einbruchswerkzeuge kann ich auch bauen. Zudem bin ich ein passabler Tänzer und der mit großer Wahrscheinlichkeit beste Pilot in diesem Sektor. Ein Meister der Verwirrung, und ich sehe in so ziemlich jedem Licht gut aus, was in unserer Branche ein unterschätzter Vorteil ist. Bescheiden bin ich natürlich auch. Und eine gute Bar finde ich an jedem Ort.“ Er grinste, stockte kurz und überlegte, ob ihm auf die Schnelle noch was einfiel, denn wirklich überdacht hatte er seine Aufzählung nicht, aber es waren alles Dinge die sich für ihn richtig anhörten. „Quasi ein Jake of all Trades, Master of Some.“

Ein Seitenblick zu Samin erinnerte ihn daran, dass er ihre Flugkünste sehr schätzte und das auch für erwähnenswert hielt.
„Blue ist vermutlich die zweitbeste Pilotin in diesem Sektor, aber definitiv die beste Schützin, wenn es um Raumjägerartillerie geht – die senst einem Mynock glatt die Locken ab, wenn ihr wisst, was ich meine. Oh, und sie hat eine große Leidenschaft für Handbücher und Regularien. Es ist immer gut, jemanden zu haben, der weiß, wann man was nicht machen sollte. Und sie hat ein großes Herz, auch wenn sie manchmal zu sehr auf tough tut. Und da ich mir für heute genug Ohrfeigen eingefangen habe, höre ich jetzt erst mal auf zu reden.“ Er tippte sich mit dem Zeigefinger der rechten Hand an die Schläfe. „Manchmal muss man schweigen, um an anderen Tagen zu siegen.“

Dann fiel ihm Mira auf. Gerüstet, schwer gerüstet. So ein Ding hatte Jake noch nie gesehen. Es wirkte sehr bedrohlich – also die Rüstung, und dadurch auch irgendwie Mira. Sein Blick wanderte zu Moore. Würde sie in dem Ding genauso bedrohlich wirken? Irgendwie bezweifelte er, dass das wirklich nur an der Rüstung lag. Ihre (Myras) Haltung hatte sich auch irgendwie verändert, oder? Seine Augen wanderten noch mal zu der Mandalorianerin, welche im Cockpit angekommen war und sich auf dem Co-Pilotensitz niederließ. Von dort aus konnte sie am besten beobachten, wie Samin die Sportyacht zum Schnurren brachte.
Zunächst hatte er Dany für die gefährlichste Frau an Bord gehalten – also wenn es darum ging, dass ihn wer verprügelte. Vielleicht musste er seine Meinung korrigieren? Moore war seiner Meinung nach eher die „Ich finde deinen Heimatplaneten, verwüste ihn und danach streue ich so lange Salz drauf, bis er aussieht wie ein Eisplanet“-Art von gefährlich. Und Samin war im Cockpit eine Gefahr – meist für andere, ganz selten für sich selbst. 'Crash'. Heh. Er ließ den Damen den Vortritt bei der Platzwahl. Er konnte mit jeder Station etwas anfangen.


„Hast du Lust, noch ein bisschen was über Schiffstechnik zu lernen?“

Oh nein, Jake sah schon das Unheil seinen Lauf nehmen. Sie würde Sana das Bordhandbuch in die Hand drücken, empfehlen, es zweimal zu lesen, Notizen zu machen und danach mit Fragen zu ihr zu kommen.
„Blue, wehe du drückst ihr das Bordhandbuch in die Finger! Erklär es ihr, zeig es ihr oder besser noch: Beschreib es ihr und lass sie selbst fliegen. Du weißt schon: Learning by Doing, nicht Snoring weil Boring!“

Das musste raus – für den Seelenfrieden. Samin war die Göttin der Theorie. Sie konnte im Schlaf herunterbeten, welche Jagdmaschine im Atmosphärenflug was für eine Kurvenrate hatte und ob es bei welcher Geschwindigkeit sinnvoll war, einen Two-Circle-Fight oder einen One-Circle-Fight gegen den jeweiligen Gegner zu suchen. Jake machte einfach, hörte auf seine Maschine und seinen Instinkt. Er war fest davon überzeugt, dass er spürte, wenn ein Manöver drohte, ihm die Stabilisatoren oder Flügel abzureißen – mit genug Zeit zum Kompensieren. Bisher hatte er eine fast 100%ige Erfolgsquote. Außerdem konnte man fast immer irgendwie tricksen.

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Auf Sanas Nachfrage nickte Samin.


„Ja. Wir waren zusammen bei derselben Einheit...“

Weiter kam sie mit ihrer Erklärung gar nicht, bevor Jake die Gelegenheit nutzte, sich einfach selbst vorzustellen. Samin ließ ihn machen und beobachtete dabei vor allem Sana. Samin lächelte leicht. Vielleicht war es gar nicht schlecht, dass es nun jemanden hier gab, der die Chiss schon lange kannte. Die echte Samin. Nicht die Version, die auf Propagandaplakaten und in den Holo-Net-News existiert hatte. Das Lächeln erstarb jedoch, als Jake behauptete, sie habe nie etwas von zu Hause erzählt. Fast hätte sie aus einem Automatismus heraus protestiert. Doch er hatte Recht. Zuhause war ein Konzept, das sie jahrelang erfolgreich verdrängt hatte. Verdammt, Samin hatte nicht einmal eine eigene Wohnung. Die Wolves waren ihr Zuhause.

Bevor sie darauf irgendwas Sinnvolles erwidern konnte, setzte sich die Gruppe Richtung Cockpit in Bewegung. Das Ganze nicht ohne Kommentar von Dany über Samins Fähigkeiten mit dem Scharfschützenblaster, die sich anschließend offenbar auf dem Co-Pilotensitz hockte, um die Show aus der ersten Reihe bestaunen zu können. Auch sie hatte nicht Unrecht. Der Schießstand war nicht gerade der Aufenthaltsort ihrer Träume gewesen. Noch nie. Hinter ihr nutzte Jake die Gelegenheit, alle Anwesenden darüber aufzuklären, was für ein außergewöhnlich vielseitiger Mann ihnen offenbar gerade zugelaufen war. Bei der Behauptung, er sei der beste Pilot des Sektors, drehte Samin langsam den Kopf. Als er ihr anschließend äußerst großzügig Platz zwei zuerkannte, starrte sie ihn an.


„Du bist keine zehn Minuten hier und arbeitest schon an der nächsten Ohrfeige.“

Trotzdem ließ sich ein Grinsen über seinen Scherz nicht unterdrücken. Jeder wusste, dass Samin die beste Pilotin der Galaxis war. Übertroffen höchstens noch von Aiden. Bei Jakes anschließender Beschreibung ihrer angeblichen Vorliebe für Handbücher wollte sie gerade widersprechen, als ihr Blick auf das Datenpad fiel, mit dem sie sich vor dem Start durch die Bedienung der Seastar gearbeitet hatte.

„Ich wollte dir überhaupt kein Handbuch geben“,
behauptete sie, während sie Sana auf den Ingenieur-Sitz half, der schräg hinter Samin platziert war. Das Ganze war etwas witzlos, gerade, als Samin unbeholfen versuchte, ihrer Tochter beim Anschnallen zu helfen. Sana war inzwischen kaum einen halben Kopf kleiner als sie selbst. Also hielt sie einen Moment inne und sah zu, wie das Mädchen das sehr gut allein hinbekam.

Immerhin hatte Jake ihr ein großes Herz zugesprochen. Das tat gut.


„Der beste Pilot des Sektors sucht sich jetzt besser einen Platz, an dem seine Finger möglichst weit weg von meinen Flugkontrollen sind.“

Sie grinste Sana vorsichtig an und ließ sie sich im Pilotensitz nieder. Der Autopilot hatte die Seastar derweil weiter sauber auf Kurs gehalten und der berechnete Sprungpunkt rückte näher. Bevor sie irgendetwas weiteres tat, öffnete Samin den schiffsinternen Kanal.

„Hinten alle angeschnallt?“

Sie wartete die Bestätigung durch Mira ab und ließ sich zusätzlich die entsprechenden Anzeigen auf ihr Display legen. Eine weitere Funktion, die sie nicht gekannt hätte, wenn sie nicht das Handbuch gelesen hätte. Von wegen unnütze Theorie. Erst als sämtliche belegten Plätze als gesichert gemeldet wurden, schloss sie den Kanal wieder und nahm die Steuerung in die linke Hand, während die Rechte über die Instrumente flitzte. Ein paar Eingaben später verschwand die Markierung des Autopiloten aus dem HUD. Der Nav-Com hatte ihnen einen vollkommen vernünftigen, direkten Kurs zum Sprungpunkt berechnet. Samin betrachtete die Linie einen Augenblick und entschied, dass vernünftig nicht der richtige Weg war, um zu beweisen, dass sie die beste Pilotin der Galaxis war.

Als nächstes wanderten ihre Finger ganz wie von selbst zur Kompensationssteuerung der Trägheitsdämpfer. Samin reduzierte deren Leistung genug, um endlich zu bemerken, dass sie sich in einem verdammt schnellen Schiff befand, aber auch nicht weit genug, dass ihr plötzlich zwölf ohnmächtige Kinder in den Gurten hängen würden.


„Die Trägheitsdämpfer sorgen dafür, dass die Beschleunigungskräfte, die im und auf das Schiff wirken, neutralisiert werden“, erklärte sie in Richtung Sana. „Deshalb spüren wir von der Geschwindigkeit im Normalfall kaum etwas“, fügte sie an.

„Aber jetzt festhalten“
, war ihre letzte Warnung.

Dann schob sie den Leistungsregler nach vorn.

Die Seastar reagierte unmittelbar. Samin wurde spürbar in den Sitz gedrückt, während draußen alles plötzlich schneller vorbeizog und die Geschwindigkeitsanzeige nach oben schoss. Sie ließ die Yacht nicht einfach nur geradeaus beschleunigen. Bei 100 MGLT drehte sie sich erneut erklärend in Richtung Sana um.


„Siehst du die Geschwindigkeit und die Beschleunigung auf der Anzeige rechts von dir? Da, wo MGLT und MGLT/s steht? Jetzt sind wir so schnell wie ein TIE-Jäger.“

Ein gezielter Impuls am Steuerelement drückte sie alle gegen die seitliche Sitzlehne, während die Seastar sich in eine steile Kurve begab. Die Masse des langen Schiffes war nun deutlich zu spüren, aber genau das machte den Reiz aus. Samin korrigierte etwas, gab mehr Schub und ließ die Yacht anschließend in die Gegenrichtung kippen.

Das Grinsen wurde breiter.


„Und fast so wendig. Dany, kannst du mir mal die Seitenrepulsoren zuschalten?“

Die Seastar war kein Sternjäger und Samin machte nicht den Fehler, sie wie einen zu behandeln. Trotzdem konnte sie deutlich mehr, als ihre luxuriöse Innenausstattung vermuten ließ. Die Elite-Pilotin brauchte kaum Zeit, um sich mit jedem Manöver dem Maximum anzunähern, was sie ein paar raumunerprobten Kindern zumuten konnte. Als sie die 155 MGLT überschritten, konnte sie es jedoch kaum fassen. Das war schneller als ein TIE-Defender und damit das Schnellste, was sie jemals an Unterlichtgeschwindigkeit geflogen war. Sie zog ein paar Achten, rollte das Schiff sogar. Fast wäre sie noch weitergegangen, meinte dann aber jemanden hinter sich röcheln zu hören. Und auf keinen Fall wollte sie den Rest der Reise in einem vollgekotzten Cockpit verbringen. Also beließ sie es nun dabei, steuerte das Schiff letztlich in gerader Linie die letzten Klicks auf den Sprungpunkt zu und ließ es beim Überschreiten in den Hyperraum springen.

Zufrieden mit sich selbst, aber vor allem mit dem Schiff, drehte sie sich in ihrem Stuhl um und sah in ein paar ziemlich bleiche Gesichter.


„Wir haben bis zum nächsten Sprungpunkt etwas Zeit. Ich zeige dir ein paar Trockenübungen, und DANN, darfst du beim nächsten Mal selbst ein paar Kurven fliegen, wenn du magst“, sagte sie in Richtung Sana, wobei sie Jake einen kurzen tadelnden Seitenblick zuwarf, und hoffte auf eine positive Reaktion. „Du kannst das.“


| Hyperraum in Richtung Mando-Raum | Seastar | Cockpit |

Samin, Dany, Moore, Mira, Sana, Jake, Gonk und die anderen Kinder
 
// Hyperraumroute Richtung Mando-Raum // SY-Condor-Yacht „Seastar“ // Cockpit // Dany, Samin, Sana, Jake und Moore; Mira, Naeva und die anderen Kinder weiter hinten //

Dany verfolgte das Geplänkel zwischen Samin und Jake zunächst mit einem leichten Schmunzeln. Offenbar hatte sich in all den Jahren nicht sonderlich viel an ihrer Dynamik geändert. Jake erklärte sich kurzerhand zum besten Piloten des Sektors, gewährte Samin großzügig den zweiten Platz und schaffte es damit innerhalb weniger Minuten erneut, sich eine Ohrfeige anzudrohen. Dany lehnte sich etwas in ihrem Sitz zurück und musterte ihn von der Seite.

"Ich würde an deiner Stelle aufpassen...außer natürlich, du genießt das Ganze“

Spätestens als Samin jedoch den Autopiloten deaktivierte, verging Dany das Grinsen ein Stück. Nicht aus Sorge vor der Chiss. sondern vor sich selbst. Vor ihr lagen mehr Schalter, Anzeigen und Bedienelemente, als die Dawn Chaser in ihrem gesamten Cockpit besessen hatte. Zumindest fühlte es sich so an. Dany hatte Schiffe geflogen, aber das hier war eine vollkommen andere Gewichtsklasse und sie hatte nicht vor, sich ausgerechnet neben der Chiss dadurch zu blamieren, dass sie den falschen Hebel zog und irgendetwas Dummes auslöste. Also konzentrierte sie sich.

Als
Samin sie schließlich aufforderte, die Seitenrepulsoren zuzuschalten, wanderte Danys Blick über die Konsole. Einen kurzen Moment länger, als ihr lieb war. Da! Sie betätigte die entsprechende Kontrolle und hoffte inständig, dass das Aufleuchten der Anzeige bedeutete, dass sie tatsächlich die Seitenrepulsoren erwischt hatte. Dann beschleunigte die Seastar.

Dany wurde in den Sitz gedrückt und zwar ordentlich. Noch bevor sie sich daran gewöhnt hatte, verlagerte sich die Kraft seitlich und drückte sie gegen die Lehne. Dann in die andere Richtung. Die Chaser hätte bei einem solchen Manöver vermutlich angefangen zu klappern, irgendwo hätte eine Warnleuchte aufgeleuchtet und Dany hätte sich gefragt, ob sie das Geräusch aus dem Maschinenraum schon immer gemacht hatte. Die Seastar dagegen blieb erschreckend ruhig. Der Sitz war weich, die Gurte saßen vernünftig und selbst die Kräfte, die trotz reduzierter Trägheitsdämpfer auf sie wirkten, wurden von der Yacht erstaunlich sauber abgefangen.

Komfortabler war es allemal. Samins Manöver allerdings...

Die Yacht kippte in die nächste Kurve, rollte und wechselte kurz darauf wieder die Richtung. Dany spannte unwillkürlich den Bauch an und versuchte, ihren Blick möglichst konsequent vor sich zu richten. Das half nur bedingt. Irgendwo zwischen der nächsten Acht und einer weiteren Rolle meldete sich ihr Magen. Bitte, Samin...keine weiteren Kapriolen mehr.

Shab! Nein, auf gar keinen Fall. Nicht hier. Nicht vor
Samin und ganz bestimmt nicht vor Jake, den Kindern und Moore.

Dany schluckte einmal und setzte eine Miene auf, die hoffentlich vermittelte, dass sie vollkommen entspannt in ihrem Sitz saß und solche Manöver selbstverständlich jeden zweiten Nachmittag zum Zeitvertreib machte. Ihre Finger hielten den Rand der Konsole vielleicht etwas fester als notwendig, aber das musste niemand wissen. Dann richtete sich die Seastar endlich wieder aus.

Dany löste ihren Griff ein wenig. Als sich vor den Cockpitfenstern die Sterne zu langen Linien verzogen und die Yacht in den Hyperraum sprang, atmete sie einmal langsam durch. Möglichst unauffällig. Sie lehnte sich etwas zurück und wartete einen Moment, bis ihr Magen ebenfalls begriffen hatte, dass die Veranstaltung fürs Erste beendet war. Im Hyperraum gab es ohnehin nicht viel zu tun. Der Kurs stand. Die Yacht flog praktisch von selbst. Dany sah zu den anderen.


"Und nun?"

Sie hob leicht die Braue, ihre noch etwas angestrengte Stimme kaschierend.

"Womit vertreiben wir uns jetzt die Zeit? Etwas sportliche Ertüchtigung? Karten?"

// Hyperraum Richtung Mando-Raum // SY-Condor-Yacht „Seastar“ // Cockpit // Dany, Samin, Sana, Jake und Moore //
 
| Besh-Gorgon-System | Weltraum in der Nähe von The Wheel | Seastar | Cockpit
Samin, Dany, Moore, Mira, Sana, Jake, Gonk und die anderen Kinder

„Weißt du, Samin, es hat vier Jahre, zwei Desertionen und schätzungsweise 700.000 Parsecs gebraucht, aber du hast es dir endlich eingestanden. Ich bin stolz auf dich, du hast wahre Größe bewiesen.“ Und genau deshalb setzte sich der verdammt beste Pilot des Schiffes und des Sektors in einen der Passagiersitze im Cockpitabteil, schnallte sich sogar an - es waren schließlich Kinder anwesend - und entschied, dass er erst einmal eine Pause verdiente, immerhin war er ja seit Stunden im Dienst.

Er drehte sich zu Gonk um, der sich mit seinen elektromagnetischen Füßen einfach festgehaftet hatte, wie ein Mynock an enem Raumschiff.
„Sag mir, dass du das hast.“, meinte er bedächtig, als könne er das Schicksal sonst herausfordern, zu dem GNK-Droiden. „Gonk.“ „Oh, du süße Herrin des Glücks…“, brabbelte der Alderaaner grinsend in seine Siegerfaust hinein. Er würde es Samin nicht reinreiben - also nicht mehr, als er es schon getan hatte. Zumindest nicht vor Sana, ihrer Tochter. Es war schon irgendwie goldig mit anzusehen, wie Blue ihrer Tochter einige der elementarsten Dinge der Kunst erläuterte - und Fliegen war eine Kunst, keine Wissenschaft. Das war ein stiller, schöner und friedlicher Moment.

Und dann kam man wieder auf das Thema Ohrfeigen zu sprechen, statt wie er, schon mental auf die Mission fokussiert, mal an den Tag zu fördern, wer was beitragen konnte. Von Samin kannte er vermutlich das Meiste, so wie sie von ihm. Aber Dany war mit Sicherheit mehr als einfach ein stumpfer Hammer. Sie wirkte ja sogar aufrichtig sympathisch, wenn auch ein bisschen wortkarg – eben mehr so der stille, starke Typ von Frau. Mental und physisch. Von Mira wusste er nur, dass sie schnell eingeschnappt und die Tochter von Moore war, und von Moore kannte er nicht einmal ein Tausendstel von dem, was er wissen wollte. Warum war er der einzige, der bereit war, seine Karten auf den Tisch zu legen? Er hatte ein bisschen Kameradschaft anstoßen wollen.

Während Samin versuchte, die letzte Mahlzeit aus den Mägen der Mitreisenden hervorzukitzeln, lehnte sich Jake entspannt in seinem Sitz zurück und schloss für einen Moment die Augen. Das half oft beim Nachdenken, alles andere ausblenden, um sich nicht ablenken zu lassen.

Vielleicht wurde es Zeit, sich wirklich einmal hinzusetzen und sein Leben zu überdenken. Anscheinend hielten ihn die meisten Ladies an Bord für einen Ohrfeigen-Connoisseur, aber das war nichts was Jake für sich beanspruchte. Warum also war das eine Reaktion die Frauen ihm gegenüber an den Tag legten. Wenn er für jede Ohrfeige einen Credit bekommen hätte, wäre die Zahl überraschenderweise im niedrigen dreistelligen Bereich angesiedelt. Selbst Samin, die sonst so friedliebende Samin – außer sie saß in einem TIE, dann verwandelte sie sich in eine Nexu-Raubkatze, schien ein Faible dafür zu haben ihre Hand mit seiner Wange zu vereinen. Hatte er das wirklich verdient? Zugegeben, zu desertieren und die anderen damit die Aufmerksamkeit irgendeines Loyalitätsoffiziers zu überantworten war nicht die feine Art gewesen, aber sonst hätte er sie zu Mitwissern gemacht. Klar hatte Jake eine große Klappe, aber er redete einfach viel wenn er nervös war und warf mit Bullshit um sich, um Leute zu verwirren und aus dem Konzept zu bringen, aber überschritt er dabei pausenlos irgendwelche Grenzen?

Nah. Es musste Teil seines spitzbübischen Charmes sein und genau genommen hatten an Bord dieses Schiffs bisher nur Samin ihn geohrfeigt. Und da waren noch drei weitere Damen im Spiel, aber von ‚geohrfeigt werden wollen‘, davon konnte nicht die Rede sein. Vielleicht war es Samins Art sich gegen seinen männlichen Charme zu erwehren, sie hatte da ja wirklich kein einfaches Schicksal, sah er in ihr doch eher so etwas wie eine kleine Schwester und bestimmt wollte sie sich nicht verschmäht fühlen. Das musste es sein. Vielleicht sollte er sie nicht so neckend herausfordern, auch wenn er das sehr gut konnte und Blue meistens danach mit einem Lächeln entspannter wirkte. Eine gewisse Weichheit stand ihr auch wirklich gut zu Gesicht, passte sogar gut zu ihrer Mutterschaft. Dazu hatte Jake auch ungefähr eine Million Fragen. Er öffnete die Augen wieder und starrte einen Moment nachdenklich auf die Cockpitdecke.


„Meine Karten sind auf dem Wheel. Ich reise heute mit noch leichterem Gepäck als sonst. Meist reicht ´ne Zahnbürste und Wechselkleidung, an unserem ersten Ziel werde ich wohl ein bisschen shoppen gehen müssen. Und hat Samin nicht vorhin schonmal sowas wie ‚Auf den Gängen wird nicht gerannt!‘ verlauten lassen?“ Er suchte schmunzelnd Danys Blick, die übliche Gelassenheit und die entsprechende Menge an Schalk war wieder darin aufgeblitzt.
„Wenn du Karten hast, lass uns gerne ne Runde spielen, Sabbacc, Pazzak, was spielen wir? Wir müssen uns nur auf die Regeln einigen. Nar Shadaa-Art oder nur das wo man nicht bescheißt?“
Jake setzte sich wieder aufrecht hin und schnallte sich in dem Moment los, als sich die Sterne zu Linien zogen, um schließlich im Wirbel des Hyperraums zu enden.
„Ich bin auch immer noch neugierig, was es mit den ganzen Kids auf sich hat, oder was uns – einen jeden von uns einzeln betrachtet - hier an diesen Ort brachte, damit dass Schicksal uns einen konnte in dem noblen Bestreben die Galaxie ein bisschen besser zu machen und auf die Suche nach noch mehr Credits zu gehen?“

| Hyperraum | Weltraum (neutral) | Seastar | Cockpit
Samin, Dany, Moore, Mira, Sana, Jake, Gonk und die anderen Kinder
 
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