Truuine

[Innerer Rand | Truuine-System | Truuine | Äquator | Abyston | Wasserbezirk | Rand des Festlandsockels | Schiffswerfthauptquartier ] Matthew, Nira, Major Cestus Varro, Captain Aurelian Korf, Leibwachen, und Lokale Sicherheitstruppen(NPCs)


Der Gang vor ihnen war noch immer ein Feuertrichter.

Major Cestus Varro hatte sich gerade erneut aus der Deckung gelöst, um den Korridor zu mustern und mit gezielten Schüssen Druck aufzubauen, als Bewegung in seinem peripheren Blickfeld seine Aufmerksamkeit band. Links, nahe der Abzweigung, sah er die rothäutige Frau nach vorne stoßen – entschlossen, schneller als es jeder taktische Lehrsatz vorgesehen hätte. Ihr Lichtschwert blitzte auf, fing Blasterschüsse ab, verschaffte Raum, wo eigentlich keiner war. Ein instinktiver, riskanter Vorstoß, aber wirkungsvoll.

Dann hörte er die Stimme des Vize-Gouverneurs.
Klar. Schneidend. Unmissverständlich.
Befahl der Vize-Gouverneur alle nicht Kämpfenden nach hinten.

Sofort griffen mehrere Hände nach Cestus ihm.
Nicht grob, aber bestimmt. Zwei der truuinischen Sicherheitskräfte packten ihn an den Schultern, zogen ihn rückwärts aus der Schusslinie, weg von der Kante, weg vom unmittelbaren Zugriff. Varro reagierte reflexhaft, spannte sich, wollte widersprechen, den Schritt nach vorne halten. Für einen Moment verstand er nicht, was geschah.


„Was zum—“, setzte er an, mehr aus Überraschung als aus Wut, denn er war doch hier um zu Kämpfen.
Doch ließ er fügte er sich den Sicherheitskräften und lies sich hinter die Deckung ziehen, offensichtlich hatte dies der Vize-Gouverneur angeordnet.

Befehle flogen über ihn hinweg, wurden aufgenommen, umgesetzt, noch bevor er sie vollständig erfasst hatte. Die aquatischen Soldaten bewegten sich, als hätten sie nur auf dieses Signal gewartet. Varro wurde weiter zurückgezogen, in den Schutz massiver Strukturelemente nahe der Schleuse gedrängt. Ein Teil von ihm protestierte dagegen dennoch Befehl kam von oben. Und er war nicht irrational war er doch der Leitende Offizier der Blauen Legion auf diesem Planeten.

In diesem Moment erstrahlte der Raum in rotem Licht.
Cestus sah, wie das doppelläufige Lichtschwert des Vize-Gouverneurs zündete und sich wie eine Mauer durch den Gang schob. Zwei rote Klingen, die den Korridor in pulsierendes Glühen tauchten und unaufhaltsam Vorwärts rückten. Er hatte Berichte über Sith gelesen. Aber das hier war etwas anderes. Die Art, wie Severide den Raum nahm, ohne ihn zu dominieren. Wie er das Feuer band, nicht für sich, sondern für andere. Wie sich die Bewegung hinter ihm formierte, geordnet, fließend.

Varro knirschte unwillkürlich mit den Zähnen und er sollte hier einfach nur rumstehen und warten.


Neben ihm rieb sich Korff die Augen, noch immer benommen, das Gesicht angespannt, die Augen gerötet vom Nachleuchten der Blendung. Varro wandte sich ihm zu, griff zu, zog ihn grob, aber kontrolliert auf die Beine.


„Stehen Sie auf, Captain“, sagte er leise, scharf. „Das hier ist kein Theater.“

Korff blinzelte, zwang sich in die Haltung zurück.
„Geht wieder, Major“, presste er hervor. „Verdammt… ich hab nichts gesehen. Dieses Pfeifen—“

Cestus mustere Captain Korf und ließ dann ein kaum hörbares Zungenschnalzen erklingen.
„Wissen Sie was Captain“, sagte er und trat einen halben Schritt näher, die Stimme nun niedriger, nüchterner. „Sie bleiben hier.“

Korf runzelte die Stirn, wollte gerade ansetzen zu protestieren, doch Varro war bereits dabei, seinen Gürtel zu lösen. Mit einer fließenden Bewegung nahm er den kürzeren Blaster aus der Hand, steckte ihn weg und löste stattdessen den Vibrosäbel aus der Scheide. Einen Augenblick hielt er ihn noch selbst, dann drückte er ihn Korff in die Hand.

„Passen Sie darauf auf, den will ich wiederhaben, haben Sie mich verstanden"
Cestus nickte um seine Aussage zu untermalen.

„Aber Major—“
sagte Aurelian beinahe gekränkt.

Varro unterbrach ihn mit einem Blick. Kein Zorn. Sondern nur Feststellung.


„Captain, Sie sehen es selbst. Sie sind noch immer von der Blendgranate beeinträchtigt.“ Er nickte kaum merklich in Richtung von Korffs Augen. „Wenn ich Sie jetzt mitnehme, sind Sie mir in diesem Moment mehr Klotz am Bein als Hilfe.“

Das missfiel Aurelian offensichtlich sehr – und er akzeptierte es dennoch.

„Sie bleiben hier. Sammeln sich.“ Eine kurze Pause. „Sie warten, bis ich zurückkomme – oder bis ich Sie rufe. Verstanden?“
Korff senkte den Blick, sichtlich geknickt, die Kiefer angespannt. Dann blickte er seinen Major an und nickte er einmal.
„Jawohl“, sagte er leise. „Verstanden.“

Varro wandte sich bereits wieder ab.
Er durschritt den Raum zurück zur Tür die in das Innere des Hauptquartiers und Blickte wieder den Gang entlang. Blasterfeuer blitzte auf, Schüsse prallten ab, rotes Licht schnitt durch den Raum. Der Vize-Gouverneur stand bereits weiter vorne, die doppelte Klinge in breitem Schutzbogen geführt, fing das Feuer ab, während seine Leute vorrückten. Es war beeindruckend.

Cestus schüttelte leicht den Kopf, er war nicht hier, um hinter einer Struktur zu warten. Er war nicht hier, um Zuschauer zu sein.
"Alle, die nicht kämpfen…"
Er fletschte kurz die Zähne.
Wenn der Vize-Gouverneur wollte, dass er zurückblieb, dann würde er ihm diesen Befehl schon selbst geben müssen.

Leicht Geduckt, den Blaster erhoben mit der Mündung nach oben, löste sich Varro aus der Deckung und begann, Schritt für Schritt wieder nach vorne aufzuschließen – hinein in den Lärm, in die Bewegung, dorthin, wo Entscheidungen nicht auf Datapads getroffen wurden, würde er in die nähe des Vize-Gouverneurs aufschließen.



[Innerer Rand | Truuine-System | Truuine | Äquator | Abyston | Wasserbezirk | Rand des Festlandsockels | Schiffswerft | Gang hinterm Schleusenbereich] Matthew, Nira, Major Cestus Varro, Leibwachen, Offiziere und Lokale Sicherheitstruppen sowie Republikanische Sicherheitskräfte(NPCs)
 
Kommend von Umbara
Statt üblichen geschlechtsspezifischen Pronomen, werden in diesem Post experimentell geschlechtsneutrale Neopronomen verwendet. „Hen“ ist zu lesen wie „er/sie“ (Nominativ & Akkusativ). „Hens“ ist zu lesen wie „ihr/sein“ (Genitiv). „Hem“ ist Dativ. Beispiel: „Dies ist Ridley Solaris. Hen ist imperialer Gouverneur und hens Planet heißt Truuine. Legat Talzin ist hem zu Diensten.“ Von Außen spielt Ridley eine Person mit er/sein Pronomen vor, um im chauvinistischen Imperium nicht benachteiligt zu werden.
[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Im Anflug auf Truuine / Seachange / Ridleys Büro ] Ridley

Die unverkennbare Erschütterung, als die Seachange aus dem Hyperraum fiel, erreichte Ridley in hens Büro. Seit dem Aufbruch von Umbara vor einigen Stunden, hatte hen die ruhige Zeit genutzt, um während der Reise liegengebliebene Verwaltungsangelegenheiten aufzuarbeiten. Viele wirklich dringende Dinge gab es nicht, da Matthew und Mata in hens Abwesenheit soweit alles abgefangen hatten, doch es war ein gutes Stück Arbeit gewesen sich wieder ins Tagesgeschäft einzulesen. Alles lief nach Plan. Die Bauprojekte waren angelaufen, die Temolak-Fabrikstation hatte ihre Arbeit aufgenommen und die Planetaren Sicherheitskräfte waren ausreichend für den Schlag gegen Port Ryloth aufgestockt. Alles wartete nur noch auf Ridley.

Schwungvoll stand hen auf und legte den Füllfederhalter zurück auf den Tisch, mit dem hen eben noch die Unterbringung der bald ankommenden yevethanischen Gefangenen abgesegnet hatte. Mit einem Blick in den Spiegel an der Wand vergewisserte Ridley sich noch einmal, ob hens Uniform richtig saß, strich ein paar Falten vom langen Sitzen glatt und verließ dann mit wehendem Cape das Büro. In der Zwischenzeit war die Seachange gelandet, sodass hen nicht auf die Laderampe warten musste und einfach hinaus in das heute taghelle Moraband schreiten konnte.

Auf dem Landefeld wartete Mata Timone bereits auf Ridley, ein Datapad in der Hand. In respektvollem Abstand hatte sich ein Squad planetarer Sicherheitskräfte postiert, die vor Ridley salutierten und den Aquatroopern in hens Schlepptau respektvoll zunickten. Ridley nutzte die Gelegenheiten allen Anwesenden ein Lächeln zu schenken, bevor hen sich auf den in Richtung des Regierungspalastes machte, der nur einen kurzen Fußmarsch entfernt lag.


„Hatten Sie eine gute Reise, Gouverneur?“

, fragte Mata, die sich an Ridleys Seite begeben hatte und in gleichmäßigem Tempo neben hem her rollte. In ihrem Rollstuhl war sie grundsätzlich schneller als eine Person zu Fuß, weshalb sie bei diesem Tempo entspannt mithalten konnte.

„Äußerst. Ich habe alle gesetzten Ziele erreichen können und bin auch, was den Papierkram angeht, schon wieder auf dem neusten Stand. Ist Lady Quiver nach unserer Reise schon wieder eingetroffen?“


„Schon vor einigen Tagen.“

, gab Mata zurück.

„Operative Yazhu hat seither drei Mal ihre Position verloren, aber keine außergewöhnlichen Maßnahmen ergriffen, um ihren Aufenthaltsort wieder festzustellen. Ihren Anweisungen entsprechend, Gouverneur.“

Ridley nickte nachdenklich. Einerseits war es wirklich merkwürdig was für verdeckte Projekte Quiver auf Truuine zu haben schien, andererseits war es besser, wenn der ISB generell nicht versuchte die Bewegungen der anwesenden Sith zu genau nachzuvollziehen. Operative Yazhu war zu nützlich, um ihn wie Operative Aghast an seine Neugier zu verlieren.

„Gut, ich sehe ich hatte mich klar ausgedrückt.“

Hen schenkte Mata ein dünnes Lächeln, bevor hen fortfuhr:

„Wie hat Vizegouverneur Severide die Dinge gehandhabt, während ich fort war?“


„Meiner Einschätzung nach exzellent.“

, erwiderte die Karkarodon.

„Seine Schülerin und er haben die Grundausbildung wenige Wochen nach Ihnen und den Akolythen abgeschlossen. Seither geht er unauffällig seinen Pflichten in der Verwaltung nach, seine einzigen Reisen vom Planeten waren orbital. Meistens Kontrollflüge zu den Akolythen.“

Bei diesen Worten musste Ridley schmunzeln. Sie erinnerten hen an das erste Gespräch, das hen mit Matthew damals geführt hatte und wie sehr er sich gegen eine verdeckte Überwachung gesträubt hatte. Wie sehr sich die Dinge doch änderten. Vielleicht lag es daran, dass Ridley dieser Tage kein verdecktes Überwachungskommando brauchte, um zu wissen, was hens Vizegouverneur so trieb. Oder aber, dass klar war, dass dieser ohne Probleme verschwinden konnte, wenn er das musste.

„Jetzt grade befindet er sich zusammen mit Nira Merash und Cestus Varro in Abyston, um die Alani Inc. Schiffsfabrik zu enteignen.“

Überrascht warf Ridley Mata einen Blick zu.

„Major Varro ist schon angekommen?“


„Nicht lange vor Ihnen, Gouverneur. Vizegouverneur Severide hat ihn persönlich empfangen. Die regulären Soldaten des Skybridge Bataillons sind in der Garnison der Planetaren Sicherheitskräfte in Osicia untergebracht, die Offiziere im Praxeum.“

„Gut. Das wäre auch meine Entscheidung gewesen.“

Auf Matthew war Verlass, auch wenn es Ridley wurmte, den Major nicht selbst begrüßt haben zu können. Die Verhandlungen auf Umbara hatten sich einfach zu lange hingezogen. Für ein persönliches Willkommen war aber auch sicher noch Zeit, wenn Matthew siegreich aus der Schiffsfabrik zurückgekehrt war. Ridley gefiel, wie rasch diese unangenehme Sache abgewickelt wurde.

„Haben Sie unser Willkommensgeschenk an Lord Sturn bereits in die Wege geleitet?“


„Sobald ich die Nachricht vom erfolgreich unterschriebenen Vertrag auf Umbara erhalten hatte, Gouverneur.“

Das lief ja alles wie am Schnürchen. Der inoffizielle Preis dafür, dass Truuine die Kontrolle über die Schiffsfabrik übernahm, war eine Geldwertauszahlung an Lord Janus Sturn, den Mehreitsanteilseigner der republikanischen Firma. Inoffiziell deswegen, da Alani Inc. natürlich auf der republikanischen Seite des Krieges auf möglichst hohe Versicherungssummen spielte. Es war eine Win-Win-Win Situation, bei die truuiner Verwaltung über lokale Produktionsstätten übernahm, dem Rebellenstaat schadete und dafür nicht einmal einen müden Credit Zahlen musste – Gouverneur Zeshs großzügigen Kaufes der Anteile sei Dank. Offiziell erhielt Lord Sturn anlässlich seiner Freilassung ein Geschenk der truuiner Verwaltung. Ganz legal war das sicher nicht, aber solange kein imperialer Bürger am Ende geprellt wurde…

„Wie ist der Status von 1st Private Meri und 1st Private Qowrow?“

, wechselte Ridley das Thema zum nächsten Tagesordnungspunkt.


„Beide Akolythen sind noch auf Kyyne, wo die geplante Militärübung sich dem Ende zuneigt. Sie sollten in ein oder zwei Tagen wieder auf Truuine sein.“

„Sehr gut. Teilen Sie Vizegouverneur Severide mit, dass er seine ‚Kontrollflüge‘ in den Orbit von nun an unterlassen soll.“

Während Ridleys Abwesenheit war es unter anderem Matthews Aufgabe gewesen Vorn und Qowrow regelmäßig in der Macht zu blenden. Das Seemannsgarn, dass Ridley den Akolythen in der Ausbildung erzählt hatte, besagte, dass beide ihre Macht sozusagen als Parasiten von Ridley stahlen. War hen nicht zugegen – oder im schlimmsten Fall tot – verloren sie ihre Kräfte. Glaubten die beiden zumindest und Ridleys Reise hatte als wunderbare Gelegenheit fungiert das Lügenkonstrukt mit stichhaltigen Beweisen zu untermauern. Mata machte sich eine Notiz auf dem Datapad.

„Wie sieht es bei Lieutenant Karvek aus?“

, fragte Ridley nach der letzten Person, die keinen eigenen Statusbericht an hen verfasst hatte.


„Lieutenant Karvek und sein Zug sind grade in den Südpolargewässern auf Mission. Dort wird in Zusammenarbeit mit der Bodenverteidigung eine unterseeische Rebellenbasis erobert.“

Ridley lachte und hob die Brauen. Belustigt fragte hen:

„Der alte Lauchlan hat dafür Truppen herausgerückt?“


„Die Basis ist in der Tiefsee. Missionsabschluss durch BZD ist nicht möglich, ohne Truuine unbewohnbar zu machen.“

„Pfft. Klassiker.“

, antwortete Ridley trocken und begann zu lachen. Auch Mata schmunzelte, hatte wohl aber noch etwas auf der Agenda:


„Eine Sache noch, Gouverneur. Die Systemverteidigung unter Commander Keznoi ist grade mit Routineübungen beschäftigt, um für den Ernstfall zu proben. Vielleicht haben Sie dies bei Ihrer Ankunft schon bemerkt, aber die Justica, Reconquista Yevetha und Greyhound weichen aktuell signifikant von ihren regulären Patrouillenrouten ab. Ich wurde darüber in Kenntnis gesetzt, dass sogar ein Eindringen der Schiffe in die truuiner Atmosphäre im Bereich des Möglichen liegt.“

Ridley nickte und brummte nachdenklich.

„Das hatte ich noch nicht bemerkt, der Pilot scheint es nicht als weiter wichtig deklariert zu haben. Ich danke für den Hinweis.“

In der Zwischenzeit hatten sie den Regierungspalast erreicht. Grau und klobig ragte er vor ihnen auf, im Tageslicht noch trister wirkend als in der warmen Beleuchtung der Nacht.

„Präfektin Timone,“

, sprach Ridley die Karkarodon nun wieder mit offiziellerem Tonfall an:

„ich möchte, dass die Vorbereitungen für einen Angriff auf Port Ryloth in die Wege geleitet werden. Wir haben uns genug Zeit gelassen; Zeit den Krebs der Rebellion ein für alle Mal aus unserem Fleisch zu schneiden. Binnen der nächsten Woche werde ich den Befehl zum Erstschlag geben – ich möchte, dass wir dafür bereit sind.“


„Sehr wohl, Gouverneur.“

Mata machte sich eine weitere Notiz auf ihrem Datapad und gemeinsam betraten sie das Gebäude.

[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Im Anflug auf Truuine / Nordpolarkreis / Moraband / Regierungspalast ] Ridley, sowie (NPCs) Mata Timone
 
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