Truuine

[Innerer Rand | Truuine-System | Truuine | Äquator | Abyston | Wasserbezirk | Rand des Festlandsockels | Schiffswerfthauptquartier ] Matthew, Nira, Major Cestus Varro, Captain Aurelian Korf, Leibwachen, und Lokale Sicherheitstruppen(NPCs)


Der Gang vor ihnen war noch immer ein Feuertrichter.

Major Cestus Varro hatte sich gerade erneut aus der Deckung gelöst, um den Korridor zu mustern und mit gezielten Schüssen Druck aufzubauen, als Bewegung in seinem peripheren Blickfeld seine Aufmerksamkeit band. Links, nahe der Abzweigung, sah er die rothäutige Frau nach vorne stoßen – entschlossen, schneller als es jeder taktische Lehrsatz vorgesehen hätte. Ihr Lichtschwert blitzte auf, fing Blasterschüsse ab, verschaffte Raum, wo eigentlich keiner war. Ein instinktiver, riskanter Vorstoß, aber wirkungsvoll.

Dann hörte er die Stimme des Vize-Gouverneurs.
Klar. Schneidend. Unmissverständlich.
Befahl der Vize-Gouverneur alle nicht Kämpfenden nach hinten.

Sofort griffen mehrere Hände nach Cestus ihm.
Nicht grob, aber bestimmt. Zwei der truuinischen Sicherheitskräfte packten ihn an den Schultern, zogen ihn rückwärts aus der Schusslinie, weg von der Kante, weg vom unmittelbaren Zugriff. Varro reagierte reflexhaft, spannte sich, wollte widersprechen, den Schritt nach vorne halten. Für einen Moment verstand er nicht, was geschah.


„Was zum—“, setzte er an, mehr aus Überraschung als aus Wut, denn er war doch hier um zu Kämpfen.
Doch ließ er fügte er sich den Sicherheitskräften und lies sich hinter die Deckung ziehen, offensichtlich hatte dies der Vize-Gouverneur angeordnet.

Befehle flogen über ihn hinweg, wurden aufgenommen, umgesetzt, noch bevor er sie vollständig erfasst hatte. Die aquatischen Soldaten bewegten sich, als hätten sie nur auf dieses Signal gewartet. Varro wurde weiter zurückgezogen, in den Schutz massiver Strukturelemente nahe der Schleuse gedrängt. Ein Teil von ihm protestierte dagegen dennoch Befehl kam von oben. Und er war nicht irrational war er doch der Leitende Offizier der Blauen Legion auf diesem Planeten.

In diesem Moment erstrahlte der Raum in rotem Licht.
Cestus sah, wie das doppelläufige Lichtschwert des Vize-Gouverneurs zündete und sich wie eine Mauer durch den Gang schob. Zwei rote Klingen, die den Korridor in pulsierendes Glühen tauchten und unaufhaltsam Vorwärts rückten. Er hatte Berichte über Sith gelesen. Aber das hier war etwas anderes. Die Art, wie Severide den Raum nahm, ohne ihn zu dominieren. Wie er das Feuer band, nicht für sich, sondern für andere. Wie sich die Bewegung hinter ihm formierte, geordnet, fließend.

Varro knirschte unwillkürlich mit den Zähnen und er sollte hier einfach nur rumstehen und warten.


Neben ihm rieb sich Korff die Augen, noch immer benommen, das Gesicht angespannt, die Augen gerötet vom Nachleuchten der Blendung. Varro wandte sich ihm zu, griff zu, zog ihn grob, aber kontrolliert auf die Beine.


„Stehen Sie auf, Captain“, sagte er leise, scharf. „Das hier ist kein Theater.“

Korff blinzelte, zwang sich in die Haltung zurück.
„Geht wieder, Major“, presste er hervor. „Verdammt… ich hab nichts gesehen. Dieses Pfeifen—“

Cestus mustere Captain Korf und ließ dann ein kaum hörbares Zungenschnalzen erklingen.
„Wissen Sie was Captain“, sagte er und trat einen halben Schritt näher, die Stimme nun niedriger, nüchterner. „Sie bleiben hier.“

Korf runzelte die Stirn, wollte gerade ansetzen zu protestieren, doch Varro war bereits dabei, seinen Gürtel zu lösen. Mit einer fließenden Bewegung nahm er den kürzeren Blaster aus der Hand, steckte ihn weg und löste stattdessen den Vibrosäbel aus der Scheide. Einen Augenblick hielt er ihn noch selbst, dann drückte er ihn Korff in die Hand.

„Passen Sie darauf auf, den will ich wiederhaben, haben Sie mich verstanden"
Cestus nickte um seine Aussage zu untermalen.

„Aber Major—“
sagte Aurelian beinahe gekränkt.

Varro unterbrach ihn mit einem Blick. Kein Zorn. Sondern nur Feststellung.


„Captain, Sie sehen es selbst. Sie sind noch immer von der Blendgranate beeinträchtigt.“ Er nickte kaum merklich in Richtung von Korffs Augen. „Wenn ich Sie jetzt mitnehme, sind Sie mir in diesem Moment mehr Klotz am Bein als Hilfe.“

Das missfiel Aurelian offensichtlich sehr – und er akzeptierte es dennoch.

„Sie bleiben hier. Sammeln sich.“ Eine kurze Pause. „Sie warten, bis ich zurückkomme – oder bis ich Sie rufe. Verstanden?“
Korff senkte den Blick, sichtlich geknickt, die Kiefer angespannt. Dann blickte er seinen Major an und nickte er einmal.
„Jawohl“, sagte er leise. „Verstanden.“

Varro wandte sich bereits wieder ab.
Er durschritt den Raum zurück zur Tür die in das Innere des Hauptquartiers und Blickte wieder den Gang entlang. Blasterfeuer blitzte auf, Schüsse prallten ab, rotes Licht schnitt durch den Raum. Der Vize-Gouverneur stand bereits weiter vorne, die doppelte Klinge in breitem Schutzbogen geführt, fing das Feuer ab, während seine Leute vorrückten. Es war beeindruckend.

Cestus schüttelte leicht den Kopf, er war nicht hier, um hinter einer Struktur zu warten. Er war nicht hier, um Zuschauer zu sein.
"Alle, die nicht kämpfen…"
Er fletschte kurz die Zähne.
Wenn der Vize-Gouverneur wollte, dass er zurückblieb, dann würde er ihm diesen Befehl schon selbst geben müssen.

Leicht Geduckt, den Blaster erhoben mit der Mündung nach oben, löste sich Varro aus der Deckung und begann, Schritt für Schritt wieder nach vorne aufzuschließen – hinein in den Lärm, in die Bewegung, dorthin, wo Entscheidungen nicht auf Datapads getroffen wurden, würde er in die nähe des Vize-Gouverneurs aufschließen.



[Innerer Rand | Truuine-System | Truuine | Äquator | Abyston | Wasserbezirk | Rand des Festlandsockels | Schiffswerft | Gang hinterm Schleusenbereich] Matthew, Nira, Major Cestus Varro, Leibwachen, Offiziere und Lokale Sicherheitstruppen sowie Republikanische Sicherheitskräfte(NPCs)
 
Kommend von Umbara
Statt üblichen geschlechtsspezifischen Pronomen, werden in diesem Post experimentell geschlechtsneutrale Neopronomen verwendet. „Hen“ ist zu lesen wie „er/sie“ (Nominativ & Akkusativ). „Hens“ ist zu lesen wie „ihr/sein“ (Genitiv). „Hem“ ist Dativ. Beispiel: „Dies ist Ridley Solaris. Hen ist imperialer Gouverneur und hens Planet heißt Truuine. Legat Talzin ist hem zu Diensten.“ Von Außen spielt Ridley eine Person mit er/sein Pronomen vor, um im chauvinistischen Imperium nicht benachteiligt zu werden.
[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Im Anflug auf Truuine / Seachange / Ridleys Büro ] Ridley

Die unverkennbare Erschütterung, als die Seachange aus dem Hyperraum fiel, erreichte Ridley in hens Büro. Seit dem Aufbruch von Umbara vor einigen Stunden, hatte hen die ruhige Zeit genutzt, um während der Reise liegengebliebene Verwaltungsangelegenheiten aufzuarbeiten. Viele wirklich dringende Dinge gab es nicht, da Matthew und Mata in hens Abwesenheit soweit alles abgefangen hatten, doch es war ein gutes Stück Arbeit gewesen sich wieder ins Tagesgeschäft einzulesen. Alles lief nach Plan. Die Bauprojekte waren angelaufen, die Temolak-Fabrikstation hatte ihre Arbeit aufgenommen und die Planetaren Sicherheitskräfte waren ausreichend für den Schlag gegen Port Ryloth aufgestockt. Alles wartete nur noch auf Ridley.

Schwungvoll stand hen auf und legte den Füllfederhalter zurück auf den Tisch, mit dem hen eben noch die Unterbringung der bald ankommenden yevethanischen Gefangenen abgesegnet hatte. Mit einem Blick in den Spiegel an der Wand vergewisserte Ridley sich noch einmal, ob hens Uniform richtig saß, strich ein paar Falten vom langen Sitzen glatt und verließ dann mit wehendem Cape das Büro. In der Zwischenzeit war die Seachange gelandet, sodass hen nicht auf die Laderampe warten musste und einfach hinaus in das heute taghelle Moraband schreiten konnte.

Auf dem Landefeld wartete Mata Timone bereits auf Ridley, ein Datapad in der Hand. In respektvollem Abstand hatte sich ein Squad planetarer Sicherheitskräfte postiert, die vor Ridley salutierten und den Aquatroopern in hens Schlepptau respektvoll zunickten. Ridley nutzte die Gelegenheiten allen Anwesenden ein Lächeln zu schenken, bevor hen sich auf den in Richtung des Regierungspalastes machte, der nur einen kurzen Fußmarsch entfernt lag.


„Hatten Sie eine gute Reise, Gouverneur?“

, fragte Mata, die sich an Ridleys Seite begeben hatte und in gleichmäßigem Tempo neben hem her rollte. In ihrem Rollstuhl war sie grundsätzlich schneller als eine Person zu Fuß, weshalb sie bei diesem Tempo entspannt mithalten konnte.

„Äußerst. Ich habe alle gesetzten Ziele erreichen können und bin auch, was den Papierkram angeht, schon wieder auf dem neusten Stand. Ist Lady Quiver nach unserer Reise schon wieder eingetroffen?“


„Schon vor einigen Tagen.“

, gab Mata zurück.

„Operative Yazhu hat seither drei Mal ihre Position verloren, aber keine außergewöhnlichen Maßnahmen ergriffen, um ihren Aufenthaltsort wieder festzustellen. Ihren Anweisungen entsprechend, Gouverneur.“

Ridley nickte nachdenklich. Einerseits war es wirklich merkwürdig was für verdeckte Projekte Quiver auf Truuine zu haben schien, andererseits war es besser, wenn der ISB generell nicht versuchte die Bewegungen der anwesenden Sith zu genau nachzuvollziehen. Operative Yazhu war zu nützlich, um ihn wie Operative Aghast an seine Neugier zu verlieren.

„Gut, ich sehe ich hatte mich klar ausgedrückt.“

Hen schenkte Mata ein dünnes Lächeln, bevor hen fortfuhr:

„Wie hat Vizegouverneur Severide die Dinge gehandhabt, während ich fort war?“


„Meiner Einschätzung nach exzellent.“

, erwiderte die Karkarodon.

„Seine Schülerin und er haben die Grundausbildung wenige Wochen nach Ihnen und den Akolythen abgeschlossen. Seither geht er unauffällig seinen Pflichten in der Verwaltung nach, seine einzigen Reisen vom Planeten waren orbital. Meistens Kontrollflüge zu den Akolythen.“

Bei diesen Worten musste Ridley schmunzeln. Sie erinnerten hen an das erste Gespräch, das hen mit Matthew damals geführt hatte und wie sehr er sich gegen eine verdeckte Überwachung gesträubt hatte. Wie sehr sich die Dinge doch änderten. Vielleicht lag es daran, dass Ridley dieser Tage kein verdecktes Überwachungskommando brauchte, um zu wissen, was hens Vizegouverneur so trieb. Oder aber, dass klar war, dass dieser ohne Probleme verschwinden konnte, wenn er das musste.

„Jetzt grade befindet er sich zusammen mit Nira Merash und Cestus Varro in Abyston, um die Alani Inc. Schiffsfabrik zu enteignen.“

Überrascht warf Ridley Mata einen Blick zu.

„Major Varro ist schon angekommen?“


„Nicht lange vor Ihnen, Gouverneur. Vizegouverneur Severide hat ihn persönlich empfangen. Die regulären Soldaten des Skybridge Bataillons sind in der Garnison der Planetaren Sicherheitskräfte in Osicia untergebracht, die Offiziere im Praxeum.“

„Gut. Das wäre auch meine Entscheidung gewesen.“

Auf Matthew war Verlass, auch wenn es Ridley wurmte, den Major nicht selbst begrüßt haben zu können. Die Verhandlungen auf Umbara hatten sich einfach zu lange hingezogen. Für ein persönliches Willkommen war aber auch sicher noch Zeit, wenn Matthew siegreich aus der Schiffsfabrik zurückgekehrt war. Ridley gefiel, wie rasch diese unangenehme Sache abgewickelt wurde.

„Haben Sie unser Willkommensgeschenk an Lord Sturn bereits in die Wege geleitet?“


„Sobald ich die Nachricht vom erfolgreich unterschriebenen Vertrag auf Umbara erhalten hatte, Gouverneur.“

Das lief ja alles wie am Schnürchen. Der inoffizielle Preis dafür, dass Truuine die Kontrolle über die Schiffsfabrik übernahm, war eine Geldwertauszahlung an Lord Janus Sturn, den Mehreitsanteilseigner der republikanischen Firma. Inoffiziell deswegen, da Alani Inc. natürlich auf der republikanischen Seite des Krieges auf möglichst hohe Versicherungssummen spielte. Es war eine Win-Win-Win Situation, bei die truuiner Verwaltung über lokale Produktionsstätten übernahm, dem Rebellenstaat schadete und dafür nicht einmal einen müden Credit Zahlen musste – Gouverneur Zeshs großzügigen Kaufes der Anteile sei Dank. Offiziell erhielt Lord Sturn anlässlich seiner Freilassung ein Geschenk der truuiner Verwaltung. Ganz legal war das sicher nicht, aber solange kein imperialer Bürger am Ende geprellt wurde…

„Wie ist der Status von 1st Private Meri und 1st Private Qowrow?“

, wechselte Ridley das Thema zum nächsten Tagesordnungspunkt.


„Beide Akolythen sind noch auf Kyyne, wo die geplante Militärübung sich dem Ende zuneigt. Sie sollten in ein oder zwei Tagen wieder auf Truuine sein.“

„Sehr gut. Teilen Sie Vizegouverneur Severide mit, dass er seine ‚Kontrollflüge‘ in den Orbit von nun an unterlassen soll.“

Während Ridleys Abwesenheit war es unter anderem Matthews Aufgabe gewesen Vorn und Qowrow regelmäßig in der Macht zu blenden. Das Seemannsgarn, dass Ridley den Akolythen in der Ausbildung erzählt hatte, besagte, dass beide ihre Macht sozusagen als Parasiten von Ridley stahlen. War hen nicht zugegen – oder im schlimmsten Fall tot – verloren sie ihre Kräfte. Glaubten die beiden zumindest und Ridleys Reise hatte als wunderbare Gelegenheit fungiert das Lügenkonstrukt mit stichhaltigen Beweisen zu untermauern. Mata machte sich eine Notiz auf dem Datapad.

„Wie sieht es bei Lieutenant Karvek aus?“

, fragte Ridley nach der letzten Person, die keinen eigenen Statusbericht an hen verfasst hatte.


„Lieutenant Karvek und sein Zug sind grade in den Südpolargewässern auf Mission. Dort wird in Zusammenarbeit mit der Bodenverteidigung eine unterseeische Rebellenbasis erobert.“

Ridley lachte und hob die Brauen. Belustigt fragte hen:

„Der alte Lauchlan hat dafür Truppen herausgerückt?“


„Die Basis ist in der Tiefsee. Missionsabschluss durch BZD ist nicht möglich, ohne Truuine unbewohnbar zu machen.“

„Pfft. Klassiker.“

, antwortete Ridley trocken und begann zu lachen. Auch Mata schmunzelte, hatte wohl aber noch etwas auf der Agenda:


„Eine Sache noch, Gouverneur. Die Systemverteidigung unter Commander Keznoi ist grade mit Routineübungen beschäftigt, um für den Ernstfall zu proben. Vielleicht haben Sie dies bei Ihrer Ankunft schon bemerkt, aber die Justica, Reconquista Yevetha und Greyhound weichen aktuell signifikant von ihren regulären Patrouillenrouten ab. Ich wurde darüber in Kenntnis gesetzt, dass sogar ein Eindringen der Schiffe in die truuiner Atmosphäre im Bereich des Möglichen liegt.“

Ridley nickte und brummte nachdenklich.

„Das hatte ich noch nicht bemerkt, der Pilot scheint es nicht als weiter wichtig deklariert zu haben. Ich danke für den Hinweis.“

In der Zwischenzeit hatten sie den Regierungspalast erreicht. Grau und klobig ragte er vor ihnen auf, im Tageslicht noch trister wirkend als in der warmen Beleuchtung der Nacht.

„Präfektin Timone,“

, sprach Ridley die Karkarodon nun wieder mit offiziellerem Tonfall an:

„ich möchte, dass die Vorbereitungen für einen Angriff auf Port Ryloth in die Wege geleitet werden. Wir haben uns genug Zeit gelassen; Zeit den Krebs der Rebellion ein für alle Mal aus unserem Fleisch zu schneiden. Binnen der nächsten Woche werde ich den Befehl zum Erstschlag geben – ich möchte, dass wir dafür bereit sind.“


„Sehr wohl, Gouverneur.“

Mata machte sich eine weitere Notiz auf ihrem Datapad und gemeinsam betraten sie das Gebäude.

[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Im Anflug auf Truuine / Nordpolarkreis / Moraband / Regierungspalast ] Ridley, sowie (NPCs) Mata Timone
 
Zuletzt bearbeitet:
Statt üblichen geschlechtsspezifischen Pronomen, werden in diesem Post experimentell geschlechtsneutrale Neopronomen verwendet. „Hen“ ist zu lesen wie „er/sie“ (Nominativ & Akkusativ). „Hens“ ist zu lesen wie „ihr/sein“ (Genitiv). „Hem“ ist Dativ. Beispiel: „Dies ist Ridley Solaris. Hen ist imperialer Gouverneur und hens Planet heißt Truuine. Legat Talzin ist hem zu Diensten.“ Von Außen spielt Ridley eine Person mit er/sein Pronomen vor, um im chauvinistischen Imperium nicht benachteiligt zu werden.
[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Im Anflug auf Truuine / Nordpolarkreis / Moraband / Restaurant 'Kulinarische Gipfel' ] Ridley, sowie (NPCs) Ridleys Garde vor dem Restaurant

Die Nachricht erreichte Ridley beim Mittagessen. Heute hatte hen darauf verzichtet sich privat im Praxeum bekochen zu lassen. Mit den vielen anwesenden Gästen von Prefsbelt IV war hens Residenz angenehm lebhaft, doch hatte hen heute einfach keine Lust gehabt sich auch noch zur Mittagszeit mit anderen Wesen zu beschäftigen. Dafür war der Morgen zu vollgestopft mit Meetings gewesen. Und so hatte hen sich zum Essen in das kleine alderaanische Restaurant ‚Kulinarische Gipfel‘ zurückgezogen, das hen seit hens Rückkehr von Umbara schon mehrfach zu ähnlichem Zweck besucht hatte.

Grade hatte hen damit begonnen den Hauptgang mit Heißhunger zu attackieren, als hen einen jungen Quarren in Uniform, das gelbe Rechteck eines Clerks auf der Brust, vor dem Schaufenster des Restaurants auftauchen sah. Natürlich wurde der Junge von hens Garde davon abgehalten das Restaurant zu betreten und Ridley hätte die Sache von da an vermutlich ignoriert, hätte sich in diesem Moment nicht ein kleiner Tumult im Freien entwickelt. Der Clerk hatte damit begonnen lautstark auf den befehlshabenden Offizier der Aquatrooper einzureden und mit einem Datapad in der Luft herumzufuchteln. Verwirrt verfolgte hen das Geschehen für einen Moment und zog dann – einer Eingebung folgend – hens Com aus der Tasche, das hen zumindest während des Mittagessens auf Stumm gestellt hatte. Gleich mehrere Nachrichten Matas blinkten rot.

Überrascht weiteten sich Ridleys Augen, dann stand hen auf. Das Essen vergessend schritt hen zur Tür und trat ins Freie, wo der diensthabende Command Sergeant grade prüfend das Datapad des Clerks studierte. Lieutenant Karveks Zug war noch immer für Operative Yazhu unterwegs, weshalb Ridley sich weiterhin auf die von Commander Keznoi gestellte Vertretung verließ.


„Was geht hier vor?“

, fragte Ridley und wischte sich einen Spritzer Soße mit einer Serviette aus dem Mundwinkel.

„Hm, Ihre Autorisierung scheint mir authentisch zu sein, Clerk.“

, sagte der Command Sergeant und der Quarren warf die Arme in die Luft.

„Das sag‘ ich doch die ganze Zeit!“

, an Ridley gewandt fuhr er fort:

„Gouverneur! Es gibt eine merkwürdige Situation am Haus der Ranganathans. Clerk Timone hat mich geschickt, um Sie aus der Mittagspause zu holen!“

Augenblicklich wurde Ridley hellhörig. Nach dem Putsch der Krath bewohnten die Ehefrau und Tochter des Moffs des Manaan-Sektors noch immer ein schickes Stadthaus ganz in der Nähe. Offiziell war der Grund ihrer Anwesenheit nie mit Ridley geteilt worden. Im Papierkram war von politischen Gefangenen die Rede gewesen, doch hatten die Dokumente nie direkt gesagt, dass es sich dabei wirklich um Marilla und Mirianda Ranganathan gehandelt hatte. Doch war es offensichtlich, dass man hen zum Halter eines Treuepfandes gegen hens Vorgesetzten gemacht hatte. Allem Anschein nach mit Erfolg, denn der Manaan-Sektor war über den Machtwechsel hinweg gänzlich ruhig geblieben. Dass in diesem Kontext nun ein offensichtlicher Notfall entstanden war…war beunruhigend.

„Das ist in Laufreichweite. Gehen wir. Berichten Sie, Clerk.“

, sagte Ridley knapp und setzte sich in Bewegung.

Der Quarren ließ sich dies nicht zwei Mal sagen, musste jedoch fast schon joggen, um mit den weiten Schritten von Ridleys langen Beinen mitzuhalten.


„Vor etwa fünfzehn Minuten ist ein Lambdashuttle mit Kennung der Sektorverwaltung auf dem Landefeld in Moraband aufgesetzt. An Bord waren einige Soldaten, die keine Auskunft zum Zweck ihrer Anwesenheit geben wollten. Die hatten alle nötigen Codes um sich nicht weiter ausweisen zu müssen, weshalb wir sie passieren ließen…“

Unwillkürlich verschnellerte Ridley hens Schritte.

„Und seitdem?“

„Wir haben ihre Bewegungen verfolgt und… sie halten direkt auf das Haus der Ranganathans zu. Präfektin Timone war sich nicht sicher, wie damit umzugehen ist. Haben Sie Befehle, Sir?“

Einen Moment stockte Ridley. Es war schwer die Situation von hier einzuschätzen, hen verstand, warum Mata hen aus der Mittagspause geholt hatte.

„Ich möchte, dass der Block außer Sichtweite abgeriegelt wird. Ansonsten nichts für den Moment. Wir sind gleich da.“

Der Clerk zog sein Com aus der Tasche, um die Befehle weiterzugeben, doch Ridley achtete nicht mehr darauf. Mit schnellen Schritten bog hen um eine Ecke und fand sich auch schon in der richtigen Straße wieder. Gepflegte Vorgärten umgaben hohe Vortreppen erst vor Kurzem errichteter Stadthäuser, alle mit ihrem eigenen, im Rahmen individuellen Charakter. Das Haus der Ranganathans war jedoch auch in der Masse imperial-teurer Monotonie sofort zu erkennen. Es war offensichtlich das größte und teuerste Haus auf der Straße und verfügte zu allen Tages- und Nachtzeiten über ein Squad Soldaten der Planetaren Sicherheitskräfte als Wachschutz. Heute jedoch schien die Zahl der Soldaten sich verdoppelt zu haben, denn eine weitere Gruppe weiß gerüsteter Sturmtruppen stand vor dem Haus. Ihre Haltung starr, ihre Auren kontrolliert in einer Weise, die nicht einmal Ridleys eigene Garde aus Aquatroopern an den Tag legte. Veteranen mit Kampferfahrung, die auch hinter feindlichen Linien die Fassung behielten. Ridley erkannte erst auf den zweiten Blick, dass die Trooper ihre Waffen direkt auf ihre Kollegen bei den Planetaren Sicherheitskräften gerichtet hatten.

„HEY, STOPP!“

, rief Ridley und spurtete los, doch es war zu spät. Neun Blastergewehre heulten auf und neun Truuiner starben unter kaum mehr als erstickten Schreien.

„HEY!“

, schrie Ridley erneut, schnellte von der Macht angetrieben vor und landete einen Moment später mit zischendem Lichtschwert zwischen den Leichen. Drohend richtete hen die weiß gleißende Klinge auf die Trooper, in deren polierten Helmen sie sich sauber widerspiegelte.

„Erklären Sie sich.“

, presste hen zwischen zusammengebissenen Zähnen hervor und entblößte hens Aura. Von einer Sekunde auf die andere schien die Temperatur auf der Straße um mehrere Grad abzufallen. Die Trooper rührten sich nicht. Einen Moment später jedoch drängte sich ein spindeldürrer Mensch in Verwalteruniform zwischen ihnen hindurch, in der Hand ein Datapad. Das Gesicht hatte der Mann zu einem Lächeln verzerrt, das seine Augen nicht erreichte. Die Haare auf seiner überkämmten Glatze klebten schweißnass und unregelmäßig auf der hell spiegelnden Haut. In der Macht spürte hen Nervosität – aber auch Selbstbewusstsein.

„Ah, Gouverneur Solaris. Ich dachte mir, dass wir Sie hier antreffen würden. Ich bitte die Umstände zu entschuldigen.“

, erklärte der Verwaltungsangestellte fast freundlich, als hätten seine Begleiter nicht eben ein Squad Planetarer Sicherheitskräfte über den Haufen geschossen.

„Die Umstände?!“

, fauchte Ridley und musste alle Mühe aufwenden nicht die Fassung zu verlieren.

„Sie werden mir erklären, wer Sie sind und weshalb hier ein Squad Toter auf diesen Stufen liegt.“

„Oh, ha, selbstverständlich.“

, sagte der Mann.

„Wir sind hier im Namen der Sektorverwaltung, Gouverneur. Diese…Wesen“

Er pausierte für einen Moment und warf einen verächtlichen Blick auf die toten Karkarodon, die unter dem Feuer der Sturmtruppen gefallen waren.

„haben nach ihren Waffen gegriffen. Pure Selbstverteidigung.“

Für einen Moment schaute er zur Seite, als das Aquastroopersquad von Ridleys Garde endlich aufschloss und seinerseits ihre Gewehre auf die Trooper richtete. Ridley bedeutete den Soldaten die Waffen zu senken, deaktivierte hens Lichtschwert jedoch nicht.

„Und Ihr Auftrag?“

, fragte Ridley mit knirschenden Zähnen, erkannte jedoch die Insignien des Manaan-Sektors auf dem Datapad in den Händen des Mannes.

„Aber Gouverneur Solaris, dass Sie das fragen müssen!“

Das Lächeln war noch eine Spur breiter geworden.

„Um Marilla und Mirianda Ranganathan aus dem Urlaub zurück nach Manaan zu eskortieren. Wie es von langer Hand für den heutigen Tag geplant war.“

Kaum merklich senkte die Spitze von Ridleys Lichtschwert sich, während hens Verstand fieberhaft arbeitete. Was ging hier vor?! Weshalb fühlte der Moff sich befähigt seine Familie einfach so wieder von Truuine runterzuholen, noch dazu mit grade mal einem Squad Soldaten und einem Angestellten seiner Verwaltung? Was war seit Kriegsausbruch anders als vorher?!

„Gouverneur…ich verstehe, wie es zu diesem Missverständnis gekommen ist – der Tod Ihrer“

Der Mann räusperte sich.

„Soldaten war bedauerlich. Aber wenn Sie nicht bald Ihre Waffe deaktivieren muss ich annehmen, dass Sie uns…hindern wollen?“

Hen öffnete den Mund, die Drohung bereits auf der Zunge. Dann jedoch begegnete hens Blick den kalten Augen von hens Gegenüber, erkannte die Selbstsicherheit auch in seiner Aura wieder. Die Herausforderung im richtigen Moment etwas Falsches zu sagen, ihm eine Entschuldigung zum Handeln zu liefern. Sich offen gegen Moff Ranganathan zu stellen. Zischend deaktivierte sich Ridleys Lichtschwert und der Verwalter nickte zufrieden. In aller Seelenruhe begann er die Vortreppe zu erklimmen, wobei er nicht einmal so tat, sich zu bemühen, nicht auf die Leichen zu treten. Geschlagen machte hen den Weg frei. Hier stimmte etwas ganz und gar nicht. Als der Verwalter Ridleys Höhe erreicht hatte, blieb er für einen Moment stehen und sagte so leise, dass nur hen ihn hören konnte:

„Die Dinge haben sich geändert, Gouverneur. Ihre Gastfreundschaft wird nicht weiter benötigt werden.“

Mit einem letzten Lächeln ging der Mann weiter, seine Soldaten folgten auf dem Fuß. Geschlagen ließ Ridley die Schultern sinken und richtete das Wort schließlich an den Quarren-Clerk, der halb zwischen den Aquatroopern hervorlugte.

„Heben Sie die Absperrung auf und lassen Sie diese Leute passieren.“


[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Im Anflug auf Truuine / Nordpolarkreis / Moraband / Vor dem Haus der Ranganathans ] Ridley, sowie (NPCs) Ridleys Garde, ein truuiner Clerk und Sektorpersonal
 
[Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine-System | Truuine | STR Justica | Brücke] Commander Keznoi, Brückencrew


Die Distanz zwischen der Justica und der Marauder schmolz nun in Sekunden.

„Atmosphärengrenze in fünf Sekunden!“

Die obere Schicht von Truuines Atmosphäre glühte bereits in den Sensoranzeigen auf. Beide Kreuzer hatten ihre Schilde auf maximale Belastung hochgefahren. Nicht nur das Waffenfeuer zerrte an den Reserven, sondern auch die brutale Reibung des Wiedereintritts.

„Schilde verstärken – Energiepriorität Verteidigung!“, befahl Resalis.

Ein gleißender Feuerkranz legte sich um die Justica, als sie in die Atmosphäre schnitt. Die Schilde flammten hell auf, Energie riss in sichtbaren Wellen über die Projektoren hinweg. Gleich daneben brach auch die Marauder durch die Grenzschicht, schwerer, massiver, ihr Schutzfeld unter enormem Stress.

Die zwei Kriegsschiffe rasten durch den Himmel Truuines.

„Zielerfassung stabil!“

„Feuer frei!“


Die Turbolaser der Justica entluden sich in konzentrierten Salven. Die Strahlen rissen durch die dichte Luft und krachten frontal auf die Schilde der Marauder. Dieses Mal hielt der Schild nicht sauber stand, große Energieströme liefen ungleichmäßig ab, Projektoren flackerten.

„Feindliche Schilde fallen rapide, jetzt bei fünfundsiebzig Prozent!“

Doch die Antwort kam sofort. Die Marauder feuerte mit all ihren verbliebenen Batterien. Schwere Salven schlugen gegen die Schutzfelder der Justica, ließen sie grell aufleuchten und vibrieren.

„Schilde auf zweiundachtzig Prozent! Lokale Durchbrüche!“

Ein Treffer glitt durch eine kurzzeitige Schwächung und detonierte an der äußeren Panzerung.

„Hüllentreffer an Steuerbordbug! Keine strukturelle Gefährdung aber Außenpanzerung beschädigt!“

Saku spürte die Anspannung auf der Brücke, sah aber zugleich, dass Resalis keinen Zentimeter weichen würde.

Die beiden Schiffe jagten nun parallel durch die Atmosphäre, tauschten auf kurze Distanz Salven aus, während der planetare Widerstand ihre Systeme zusätzlich belastete.

„Blindfold meldet erneuten Angriff, sie treffen auf starke Gegenwehr durch feindliche Jäger!“

Über der Marauder tobte das Gefecht zwischen den Staffeln. Die 31. Reservestaffel Widek hatte sich dicht an den Kreuzer gezogen und riss mehrere Bomber aus der Formation, doch Libra hielt den Raum offen.

„Taktik!“, befahl Resalis. „Konzentration auf die beschädigte Waffensektion, alles drauf!“

Die Justica bündelte ihr Feuer.

Mehrere Salven schlugen fast gleichzeitig ein. Die Schilde der Marauder brachen an einer Stelle sichtbar auf, Energie entlud sich unkontrolliert. Dahinter explodierte eine weitere Geschützbatterie.

„Feindliche Schilde jetzt bei etwa sechzig Prozent! Weitere Waffensysteme ausgefallen!“

Trotz der Schäden blieb die Marauder gefährlich, ein harter Gegenschlag traf die Justica frontal.

„Schilde fallen auf vierundsiebzig Prozent! Massive Belastung der Projektoren!“

Warnanzeigen flackerten über mehrere Konsolen. Es war offensichtlich, die Justica gewann den Schlagabtausch, aber sie zahlte dafür. Gleichzeitig begann die Atmosphäre ihren Tribut zu fordern.

„Thermische Belastung erreicht kritischen Bereich!“, warnte die Technik.

Resalis reagierte sofort. „Ausstieg vorbereiten! Noch eine Salve, dann raus!“

Die Justica feuerte ein letztes Mal in die geschwächten Schutzfelder der Marauder. Die Schilde des feindlichen Kreuzers brachen weiter ein, flackerten nur noch unregelmäßig.

„Feindliche Schilde bei etwa fünfundfünfzig Prozent!“

Beide Schiffe zogen nach oben. Triebwerke heulten auf, Schilde glühten ein letztes Mal grell auf, während sie aus der Atmosphäre hinausschossen und zurück in den offenen Raum brachen.

Sekunden später war der Himmel wieder schwarz.

Die Flugbahnprojektionen zeigten nun deutlich, dass die Marauder langsamer geworden war. Die Justica hatte Raum gewonnen und befand sich nun zwischen dem Angreifer und seinem Ziel.

Saku betrachtete die Lage ruhig. Noch war die Marauder nicht gebrochen. Aber sie war angeschlagen und zunehmend in der Defensive. Welche Option blieb dem Lieutenant Commander nun noch.

Der direkte Schlagabtausch hatte ein klares Bild geliefert: Die Justica war stärker, auch wenn dieser Sieg würde nicht ohne Preis bleiben sollte.


[Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine-System | Truuine-Orbit | STR Justica | Brücke] Commander Keznoi, Brückencrew

Kommando: Commander Saku Keznoi

[STR] „Justica“ [Schilde: 74% | Hülle: 95%]
[Ziel: Bindung und Ausschaltung des feindlichen Kreuzers nahe Truuine | Schäden: Außenpanzerung Steuerbordbug beschädigt, lokale Schildprojektoren überlastet | Zusätzliches: Systeme auf Simulation umgestellt]

Staffel "Blindfold" TIE/in Bomber [6/12 Maschinen] [eingesetzt, durch feindliche Jäger stark dezimiert, Systeme auf Simulation umgestellt]
Staffel "Libra" TIE/in Jäger [6/12 Maschinen] [im intensiven Nahgefecht mit feindlicher Staffel, Systeme auf Simulation umgestellt]
Staffel "Sword" TIE/IT [12/12 Maschinen] [außerhalb Einsatzbereich, scharfe Waffen]

[MAR] „Reconquista Yevetha“ [Schilde: 55% | Hülle: 93%]
[Ziel: Fortgesetzte Annäherung an Truuine | Schäden: mehrere Waffensysteme zerstört, strukturelle Treffer an Außenhülle, temporäre Systeminstabilitäten | Zusätzliches: Angriffsflug fortgesetzt, Systeme auf Simulation umgestellt]

Staffel "31.Reservestaffel Widek „Die Widder“" TIE/in [7/12 Maschinen] [im Gefecht mit imperialen Jägern und Bombern, Systeme auf Simulation umgestellt]

[TPC] „Greyhound“ [Schilde: 100% | Hülle: 100%]
[Ziel: Patroullienroute im System | Schäden: -| Zusätzliches: Systempatroullie, scharfe Waffen]
 
[Truuine System - Erweiterter Orbit von Truuine - Truuines Satellit (Mond) Kyyne - Schrottkrater - Dreadnought - In einem der Gänge vor der Brücke - Akolyth Vorn, ein Dutzend Meter entfernt Akolyth Qowrow (NPC), andere "Misfits" der "Letzten Verteidigung des Kommandopostens" inklusive zwei Offiziere]

Niemand folgte ihm. Natürlich nicht. Egal wie rational oder evolutionär begründet seine Meinung war, da keiner ihn leiden konnte, würde er immer alleine gehen. Das passte dem Akolythen jedoch nur allzu sehr. All die vielen Monate in der imperialen Grundausbildung hatten ihn nie zu einem Imperialen werden lassen. Er war das, was man einen Söldner nannte. Er diente einem fremden Zweck, ja, und er wurde dafür bezahlt, natürlich, doch Herz und Seele hingen keine Sekunde daran. Sein es nun Credits, Nahrung, Obdach oder sonst eine Vergünstigung, Vorn würde all das fallenlassen, sollte es seinen eigenen Prinzipien widersprechen.

Keine Simulation oder Übung würde ihn so tun lassen, als wäre ihm die Kameradschaft zu diesen jämmerlichen Imperialen auch nur den geringsten Fi** wert. Das Imperium besaß einige Schätze in Form von Söldnern, doch keine natürliche Form von... Wert. Ganz spontan überlegt, konnte sich der hünenhafte Mensch an keinen regulären imperialen Soldaten erinnern, den er für überlebenswert hielt. Die Soldatin mit ihrem Todeskult war nahe ran gekommen, doch offensichtlich nicht Standard genug, um als „normal“ zu gelten. Nein, sie alle konnten verrecken und das so langsam und grausam oder schnell und schmerzlos wie es ihnen beliebte. Scheiß auf sie alle. Vorn kämpfte lieber für sich, als für irgendein Übungsoberkommando. Welches sich ohnehin voller Angst in die Hosen schiss und völlig nutzlos war.

Darüber hinaus war das für sich alleine überleben auch schlicht einfacher. Du musstest für niemanden mitdenken, niemandes von Angst und Dummheit bestimmte Entscheidungen voraussagen und bedenken. Hobst du den Arm um zuzuschlagen, gab es keine zusätzliche Belastung in Form eines Verbündeten, den du dabei bedenken musstest. Kein ihn verteidigen oder ihn nicht selber treffen. Du konntest einfach zuschlagen, zustechen oder dich auf jemanden werfen. Vorn war nun wirklich niemand, den man in einer „Team vs. Team“-Auseinandersetzung als Verbündeten haben wollte. Warst du kein Anhänger der
Leeren von Magga, deine jämmerliche Existenz war so was von optional.

Also schaute der Akolyth nur ein einziges Mal hinter sich, um sich zu überzeugen. Er war der Klügste im Raum. Und alle anderen mochten jämmerlich verrecken. VOR ALLEM
Big Q. Möge er in seine hässliche haarige Fresse gefi**t werden! Vorn war alleine besser dran. Er griff sich also den erstbesten metallischen Schädelspalter (eine Art Durastahlstrebe) und lief danach zielgerichtet in die Richtung, aus der der Feind kommen würde. Aber nicht direkt den Hauptgang entlang, sondern die parallel verlaufenden Wege. Kein sogenannter Verbündeter aus Team Grün lief ihm entgegen und auch „Die Gelben“ ließen sich nicht blicken. Natürlich nicht. Sie alle waren Imperiale. Also meist hirnlose Stinker wie Wookiees, die immer nur an eine Sache gleichzeitig denken konnten. In dem Fall das Endziel. Folglich steuerten sie dieses auf kürzestem Wege an und dachten nicht an all die anderen Wege.

Vorns Vergangenheit hatte ihn gut vorbereitet. Nur dann hirnlos und brutal zu wüten, wenn es angebracht war. Und leise vorzugehen, wenn nicht. Dies war so ein Moment. Seine moralischen Prinzipien hinderten ihn nicht daran aus dem Hinterhalt anzugreifen, falls es sonst keinen Sieg zu erringen gab. Die
Lehren Maggas forderten einen überlebensfähigen Pragmatismus. Ehre und Respekt mussten geopfert werden, sollte ansonsten der Tod oder die absolute Niederlage erwartet werden. Ein nur allzu vorteilhaftes Prinzip. Vorn war ein großer Fan davon.

Die ersten paar
Gelben - welche die letzten Team Grün Nachzügler verfolgten -, die dem Akolythen in die Hände fielen, waren nicht auf ihn vorbereitet. Im Gegensatz zu den anderen sich laut äußernden Misfits war Vorn möglichst leise, als er sich ihnen näherte. Seine Feinde waren es nicht. Ihre Schritte waren so klar zu hören wie ihre vereinzelnden (Selbst)Gespräche. Ihre Überheblichkeit strahle förmlich aus jedem geäußerten Wort. Sie waren sich ihres Sieges sicher. Deshalb tauchte Vorn auch scheinbar aus dem Nichts auf, als er den letzten der Gruppe von hinten die improvisierte Brechstange gegen den linken Arm hämmerte. Es war sogar nur ein einhändig geführter Angriff, sodass er mit der anderen Hand eine Salve aus Betäubungsschüssen auf den Rest abgeben konnte. Sie alle waren zu langsam um zu reagieren. Der physisch getroffene Gelbe versuchte noch etwas, doch ein direkter Fausthieb (mit der Nahkampfwaffe in der Faust) schickte ihn zu Boden. Schnell noch die fallengelassene Waffe des Gegners mit dem Fuß hinter sich befördert, thronte Vorn vor seinem im Grunde besiegten Gegner.

In diesem Augenblick konnte er ihm alles antun. Schlagen, foltern, töten. Oder, und diese Option wählte der aktuell machtlose Machtnutzer, als Warnung für Nachfolgende bei Bewusstsein lassen. Das Endziel des hünenhaften Menschen war ja schließlich die Übung zu gewinnen. Ohne sich dabei für die nutzlosen Fo**en im Kommandostab zu opfern, versteht sich. Also presste er das Ende seiner Nahkampfwaffe auf die Brust des unterlegenden Feindes.

„Diese verfi**te Übung wird euch nicht retten!“

Vorn beugte sich etwas herab, als wolle er dem Gegner ein Geheimnis zuflüstern.

„Eure scheiß Befehlsgeber und Übungsleiter sind nicht hier um euch zu retten! Ich SCHEIßE auf eure verfi**ten Regeln! Der SIEGER entscheidet über das Ende. Ich werde euch alle ABSCHLACHTEN!“

Mit dem letzten Wort entblößte Vorn seine Zähne, die einen raubtierartigen Biss vortäuschten. Der Gelbe war angemessen eingeschüchtert und als wiederum sein grüner Feind ihn einfach laufen ließ, lief er hoffentlich in die Arme seiner Kameraden. Vorn verfolgte ihn nicht. Stattdessen sammelte er die paar Schockgranaten der betäubten Gelben ein und lief weiter in Richtung gelber Angriffsstreitmacht...

[Truuine System - Erweiterter Orbit von Truuine - Truuines Satellit (Mond) Kyyne - Schrottkrater - Dreadnought - Gang in Richtung Brücke- Akolyth Vorn alleine, Mitglieder von Team Gelb in der Nähe]
 
[Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine-System | Truuine | STR Justica | Brücke] Commander Keznoi, Brückencrew


Die Projektionen auf dem Holotisch verschoben sich abrupt.

„Kontakt verändert Kurs!“, meldete die Navigation. „Die Marauder dreht vom Planeten weg. Beschleunigung sinkt.“

Für einen kurzen Moment lag eine spürbare Erleichterung auf der Brücke. Nach dem harten Schlagabtausch wirkte es, als hätte der gegnerische Kreuzer genug.

Saku jedoch blieb reglos. Seine Wahrnehmung verriet ihm keine Resignation auf der anderen Seite – eher gespannte Entschlossenheit.

„Sie zieht sich nicht sauber zurück…“, murmelte Panaka, der Sensoroffizier. „Triebwerksprofil passt nicht zu einem vollen Abbruch.“

Resalis runzelte die Stirn. „Er hält uns auf Distanz, ohne wirklich zu fliehen.“

Fast gleichzeitig flackerte eine neue Anzeige auf.

„Kleine Signaturen gelöst vom Feindkontakt! Zwei Stück! Sehr geringe Emissionen – vermutlich Shuttles!“

Der Holotisch zoomte heran. Zwei winzige Punkte hatten sich aus der Flugbahn der Marauder gelöst und tauchten flach in Richtung Truuines Atmosphäre ab.

Sakus Augen verengten sich.

„Sie waren vorbereitet…“

„Kursanalyse!“
, befahl Resalis scharf.

„Beide Kontakte gehen auf polaren Eintritt! Richtung Nordregion – Vektor deckt sich mit dem Trainingslagergebiet!“

Für einen Herzschlag herrschte Stille.

Dann wurde klar, was geschehen war.

Der Raumkampf war nie das eigentliche Ziel gewesen.

„Shuttles beladen mit Masseobjekten“, meldete Sensorik nach schneller Auswertung. „Hohe Dichte… vermutlich schwere Fahrzeuge oder Sprengladungen.“

Saku nickte langsam. Improvisierte Bomben. Brutal effektiv.

„Und das Sentinel-Shuttle führt zusätzliche Bewaffnung“, fügte der Panaka hinzu. „Erschütterungsraketen – volle Ladung.“

Resalis presste die Lippen zusammen.

„Verdammt.“

Noch ehe er einen neuen Befehl geben konnte, flammte die Marauder wieder auf den Anzeigen auf.

„Feind dreht erneut ein! Volle Leistung!“

Die Reconquista Yevetha brach ihre Täuschung ab und stürmte frontal auf die Justica zu. Ihre verbliebenen Batterien eröffneten sofort das Feuer.

„Sie bindet uns!“, rief Mobis von der taktischen Station. „Maximale Feuerkraft auf unsere Schilde!“

Schwere Salven krachten in die Schutzfelder der Justica.

„Schilde fallen auf fünfundsechzig Prozent! Projektoren überlastet!“

Warnanzeigen blinkten auf.

„Libra meldet erneute Angriffe durch feindliche Jäger! Die Widder gehen aggressiv vor!“

Über dem Schlachtfeld tobte der Raumkampf nun erneut mit voller Härte, während tief unter ihnen zwei kleine Schiffe durch die oberen Atmosphärenschichten rasten.

„Blindfold kann die Shuttles nicht erreichen!“, kam die Meldung. „Zu schnell und zu niedrig!“

Saku erkannte die Brillanz des Manövers. Gargatosh opferte seine eigene Position im Raumkampf, um seinen eigentlichen Schlag zu ermöglichen.

„Lieutenant Commander“, sagte Saku ruhig, „er wird alles daransetzen, uns hier festzunageln. Jeder Treffer, den wir jetzt austeilen, kostet ihn nichts – solange seine Shuttles durchkommen.“

Resalis atmete einmal tief ein.

„Er spielt auf Zeit.“

„Ja“
, bestätigte Saku. „Und auf Wirkung.“

Die Marauder feuerte erneut, diesmal konzentriert auf die bereits belasteten Schildbereiche der Justica.

„Schilde auf neunundfünfzig Prozent! Lokale Durchbrüche nehmen zu!“

Ein weiterer Treffer schlug nahe genug ein, dass die Hülle spürbar vibrierte.

„Keine strukturellen Schäden – aber Außenplatten lösen sich!“

Resalis hob die Stimme. „Taktik! Gegenfeuer bündeln! Wir brechen ihn jetzt!“

Die Justica antwortete mit einer massiven Salve. Mehrere Treffer rissen durch die ohnehin geschwächten Schutzfelder der Marauder, ließen sie grell aufleuchten.

„Feindliche Schilde fallen weiter – jetzt bei etwa fünfundvierzig Prozent!“

Doch der Kreuzer wich nicht.

Er blieb auf Kollisionskurs, tauschte Schlag um Schlag.

Er zahlte mit seiner eigenen Überlebensfähigkeit für jede Sekunde, die seine Shuttles gewannen.

Saku sah auf die Anzeige der planetaren Kontakte.

Die beiden kleinen Signaturen näherten sich rasend schnell der dichten Atmosphäre.

Noch Minuten.

Vielleicht weniger.

„Sie haben Hyperraumantriebe“, meldete die Sensorik. „Falls sie abwerfen und hochziehen, könnten sie fliehen.“

„Wenn sie vorher nicht gestoppt werden“, sagte Resalis leise.

Der Raumkampf erreichte nun seinen Höhepunkt.

Beide Großkampfschiffe feuerten nahezu ununterbrochen.

Die Justica gewann langsam die Oberhand – doch nicht schnell genug, um das andere Problem sofort zu lösen.

Saku verschränkte die Hände hinter dem Rücken.

Gargatosh hatte verloren.

Aber er hatte noch immer die Chance, seine Mission zu erfüllen.

Und nun lag es an Resalis zu entscheiden, ob er den Sieg im Raum erzwang – oder den Schlag auf dem Boden verhinderte.


[Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine-System | Truuine-Orbit | STR Justica | Brücke] Commander Keznoi, Brückencrew

Kommando: Commander Saku Keznoi

[STR] „Justica“ [Schilde: 59% | Hülle: 95%]
[Ziel: Bindung und Ausschaltung des feindlichen Kreuzers nahe Truuine | Schäden: Außenpanzerung Steuerbordbug beschädigt, mehrere Schildprojektoren stark überlastet | Zusätzliches: Systeme auf Simulation umgestellt]

Staffel "Blindfold" TIE/in Bomber [6/12 Maschinen] [eingesetzt, derzeit durch feindliche Jäger gebunden, Systeme auf Simulation umgestellt]
Staffel "Libra" TIE/in Jäger [6/12 Maschinen] [intensiver Raumkampf mit feindlicher Staffel, Systeme auf Simulation umgestellt]
Staffel "Sword" TIE/IT [12/12 Maschinen] [außerhalb Einsatzbereich, scharfe Waffen]

[MAR] „Reconquista Yevetha“ [Schilde: 45% | Hülle: 93%]
[Ziel: Verzögerung der imperialen Kräfte, Schutz der ausgeschleusten Shuttles | Schäden: schwere Verluste an Waffensystemen, strukturelle Treffer an Außenhülle | Zusätzliches: erneute Gefechtseskalation, Systeme auf Simulation umgestellt]

Staffel "31.Reservestaffel Widek „Die Widder“" TIE/in [7/12 Maschinen] [aggressiver Einsatz zur Bindung imperialer Jäger, Systeme auf Simulation umgestellt]

[TPC] „Greyhound“ [Schilde: 100% | Hülle: 100%]
[Ziel: Patroullienroute im System | Schäden: - | Zusätzliches: Systempatroullie, scharfe Waffen]
 
[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Kyyne / Schrottkrater / Dreadnought / Vor der Brücke ] Qowrow, sowie der Rest von Team Grün

Während Qowrow rannte, konnte er nicht umhin, sich die schlimmsten Horrorszenarien auszumalen, wie der Feind ihnen direkt auf den Fersen war. Er hatte quasi aus einem Sitz in der ersten Reihe verfolgen können, wie die letzten Verteidiger Team Grüns noch im Lauf gnadenlos niedergemäht worden waren und fand sich nun in derselben Position wieder. Jeden Moment rechnete er damit, einen Betäubungsbolzen in den Rücken zu bekommen und irgendwann später entweder im falschen Team oder als siegreicher Toter wieder aufzuwachen. Doch zu seiner maßlosen Überraschung erreichten die überlebenden Misfits und er ein paar Herzschläge später die eigentliche Frontlinie und warfen sich hinter die Barrikaden.

Ein Blick über die Deckung verriet Qowrow, dass es nicht einmal knapp gewesen war. Team Gelb ließ auf sich warten und hatte die heillose Flucht kurioserweise nicht zu seinem Vorteil ausgenutzt. Was zur Hölle?! Verwirrt schaute der Wookiee von einem Misfit zum anderen. Ihr Sergeant hatte sich schon für neue Befehle zu seinem Vorgesetzten zurückgezogen, doch ansonsten waren alle noch da, die er zuvor nicht hatte fallen sehen. Alle, bis auf das rote Stück Dreck, das er schon seit Beginn der letzten Mission nicht mehr gesehen hatte! Verwirrt schaute Qowrow sich um, konnte Vorn jedoch nirgendwo entdecken. Hatte der etwa eigenhändig ihren Rückzug gedeckt? Sofort verwarf er den Gedanken wieder als komplett abwegig. Vermutlich hatte der Typ einfach irgendwo außer Sicht einen Betäubungsbolzen abbekommen, oder er versteckte sich in einer dunklen Ecke, wie die armselige Kreatur, die er war. Qowrow hatte keine Zeit, diesen Gedankengang weiterzuverfolgen, da in diesem Moment ihr Sergeant zurückkehrte.


“Squad zu mir!”,

, befahl er und bedeutete den überlebenden Misfits ihm zu folgen.

“Man hat uns als letzte Verteidigungslinie eingeteilt. Team Grün hat eine reale Chance die Übung zu gewinnen, also strengt euch an!”

Geschlossen begab sich das Squad hinter ihre Linien und betrat einen Moment schließlich die Brücke, in der das Team Grün Oberkommando sich grade über ein Holomodell der eigenen Situation beugte. Mit Interesse erkannte Qowrow, das man wohl durch schiffsinterne Holokameras ziemlich genau nachvollziehen konnte wie es um den Schlachtverlauf stand. Ein großes Digitalchrono am Kopfende des Raumes gab an, dass sie noch etwa zwanzig Minuten durchhalten mussten.

“Zugangsschott versiegeln!”

, befahl ein Patrolianer mit den Abzeichen eines Majors, nachdem die Misfits den Raum betreten hatten und entsicherte seine Blasterpistole. Auch der Rest der Führungsriege wandte den Blick vom näherkommenden Feind ab und begann nun damit, sich zu bewaffnen und in einer von der Tür schlecht einsehbaren Ecke zu verschanzen. Die Misfits selbst positionierten sich der Tür gegenüber zwischen den Terminals und legten ihre eigenen Blaster an. Während sie warteten, begannen die rot leuchtenden Ziffern des Chronos sich langsam, viel zu langsam abzusenken. Minuten verstrichen, während draußen vor dem Schott die Schlachtgeräusche lauter wurden. Nervös beäugte Qowrow das Überwachungsholo, auf dem die letzten Soldaten vor der Tür sich wacker hielten, aber nach und nach überrannt wurden. Schließlich erlosch der Feed flackernd und auch die Geräusche erstarben. ‘00:10:41’, zeigte das gnadenlose Chronometer an der Wand und der Wookiee packte seine Waffe fester.

Weitere Minuten verstrichen und mit einem Zischen öffnete sich schließlich das Schott wieder. Wie ein Mann begannen die Misfits zu brüllen und eröffneten das Feuer auf die hereinstürmenden Soldaten. Mit einem jähen Schock erkannte Qowrow bekannte Gesichter die nun versuchten ihre Position einzunehmen. Offensichtlich hatte das gegnerische Oberkommando die frisch betäubten Verteidiger umgepolt zu Kanonenfutter degradiert. Plötzlich musste der Wookiee seine Wut auf Team Gelb garnicht mehr simulieren. Das war doch gequirlte Scheiße sowas, wer kam darauf sie auf ihre eigenen Kameraden schießen zu lassen?!

Von allen bei der Übung bisher geschlagenen Schlachten war der Kampf um die Brücke der bitterste. Im Hintergrund tickte die Zeit und die Misfits fanden sich mit dem Rücken zur Wand wieder, was sie ein letztes Mal zu Höchstleistungen antrieb. Vergeblich hielt Qowrow nach Vorn Ausschau, darauf hoffend dem roten Hünen noch ein letztes Mal in seine dumme Fresse ballern zu können. Doch das Ende kam, ohne dass Vorn sich blicken ließ.

Erneut wurden ihnen Granaten zum Verhängnis. Nachdem der Feind den Eingang genommen hatte, war es nur noch eine Frage der Zeit gewesen. Das Chrono zeigte ‘00:04:04’ an, als die ersten Granaten flogen. Die Misfits schafften es sogar, zwei von ihnen zurückzuwerfen, doch schließlich landete eine dritte perfekt hinter ihnen. Binnen eines Herzschlags entschied Qowrow, dass die Granate außer seiner Reichweite war und ihr Radius die gesamte Deckung betraf. Mit einem Hechtsprung brachte er sich in Sicherheit, doch Team Gelb hatte nur darauf gewartet, dass er aus seiner Deckung getrieben wurde. Ein weiteres Mal an diesem Tag richteten sich dunkle Blasterläufe auf ihn und schickten ihn ins Reich der Träume. Er sah nicht mehr welches Team gewann, dafür schieden er und die restlichen Misfits dreieinhalb Minuten zu früh aus der Übung aus…


[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Kyyne / Schrottkrater / Dreadnought / Brücke ] Qowrow, sowie der klägliche Rest von Team Grün
 
Statt üblichen geschlechtsspezifischen Pronomen, werden in diesem Post experimentell geschlechtsneutrale Neopronomen verwendet. „Hen“ ist zu lesen wie „er/sie“ (Nominativ & Akkusativ). „Hens“ ist zu lesen wie „ihr/sein“ (Genitiv). „Hem“ ist Dativ. Beispiel: „Dies ist Ridley Solaris. Hen ist imperialer Gouverneur und hens Planet heißt Truuine. Legat Talzin ist hem zu Diensten.“ Von Außen spielt Ridley eine Person mit er/sein Pronomen vor, um im chauvinistischen Imperium nicht benachteiligt zu werden.
[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Im Anflug auf Truuine / Nordpolarkreis / Moraband / Praxeum ] Ridley

An diesem Abend hatte Ridley mehr als genug aufgestaute Energie, die hen sich im Training abreagieren wollte. Wie befohlen waren die Soldaten der Sektorverwaltung unbehelligt mit der Familie des Moffs abgereist und hatten die Gouverneursperson wütend und besorgt zurückgelassen. Es war ungeheuerlich, dass Planetare Sicherheitskräfte vor hens Augen niedergeschossen worden waren und hen die Täter einfach so hatte ziehen lassen. Doch es war die einzige Möglichkeit gewesen, ohne sich offen gegen die imperiale Hierarchie zu stellen. Zweifelsohne genau das Dilemma, in das man hen hatte zwingen wollen. Und dass es so geendet hatte, ließ nichts Gutes über hens Stand in den Augen des Moffs vermuten. Heute mochte hens Position als Gouverneur von Truuine gesichert sein, aber ob dies auch morgen noch so sein würde stand wortwörtlich in den Sternen.

Also war ein wenig körperliche und geistige Verausgabung nach Feierabend genau das Richtige gewesen, um sich aus der Spirale düsterer Gedanken zu befreien. Während hen erst ins Delastine-System und dann nach Umbara gereist war, hatte hen nicht viel Gelegenheit gehabt den Lichtschwertkampf zu trainieren. Die Seachange mochte ein exzellentes Schiff sein, doch war ein enger Laderaum alles, was sie einer ambitionierten Fechterin an Möglichkeiten zum Training bot. Für limitierte Trockenübungen mochte das reichen, doch hatte die Gouverneursperson ja auch den Anspruch, im Wasser eine tödliche Bedrohung darzustellen.

Diesen Misstand aufzuholen war dann auch genau Ridleys Anliegen. Im Keller des Praxeums hatte hen schon vor einer Weile einen geräumigen Pool anlegen lassen, den hen nun endlich wieder in Gebrauch nahm. Zunächst stand hens Leidenschaft, Makashi, auf dem Programm. Nur zu gerne hätte hen hens Fähigkeiten mal wieder in einem Trainingsduell mit Matthew gemessen, doch hatte der Vizegouverneur heute mal wieder bezüglich der Ausbildung seiner eigenen Schülerin andere Pläne. Also musste hen sich mit ‘Trockenübungen’ im Wasser zufriedengeben. Erst langsam, dann immer schneller durchlief hen komplexe Makashi-Katas und wirbelte durch das kühle Nass des Pools wie ein Raubfisch. Wasser zischte und verdampfte um die glühendweiße Klinge von hens Lichtschwert und erst als der Pool seine Temperatur um mehrere Grad erhöht hatte, ging hen zur nächsten Übung über.

Nun war Soresu an der Reihe. Ein guter Fechter zu sein war Ridleys Passionsprojekt, doch mit dem hereinbrechenden Krieg am Südpol würde die Fähigkeit Blasterbolzen abzuwehren überlebensnotwendig sein. Noch immer war die Gouverneursperson fest entschlossen sich wenigstens Zeitweise an der Front wiederzufinden. Einerseits versprach es exzellentes Propagandamaterial die eigenen Sicherheitskräfte aus der ersten Reihe heraus anzuführen, andererseits war Krieg ein unschlagbares Trainingsgelände, mit dem hen hens Potential als Sith schärfen konnte. Imperator Allegious’ Tod hatte ein weiteres Mal eindrucksvoll bewiesen, welches Schicksal selbst die mächtigsten Sith erwartete, die sich in ihren Elfenbeintürmen einschlossen. Sicher, ein echter Kampfeinsatz brachte nicht zu verachtende Risiken mit sich, doch glaubte Ridley fest daran, dass hens durch Kampferfahrung geschärftes Potential hem bei hens Aufstieg als Sith helfen würde. Und anschließend auch diesen neuen Status zu überleben. Zunächst musste hen jedoch darauf achtgeben, dass hen die Aktion nicht das Leben kostete.

Also trainierte hen Blasterabwehr und das sogar anders als während hens Makashi-Katas mit echten Zielen. Immer wieder nahmen hen in die Poolwände eingebaute Trainingsblaster unter Beschuss. Mal nur von vorne, mal aus allen Richtungen. Erneut brodelte das Wasser, während hen das System anwies, immer höhere Schwierigkeitsgrade anzuschlagen. Natürlich wurde Ridley dabei immer wieder getroffen, doch nahm hen jeden neuen Schmerzimpuls als Anreiz, sich noch mehr zu fordern. Jeder Treffer war eine neue Erinnerung daran, wie verwundbar hen war. Sei es auf dem Schlachtfeld, oder auch nur als Politiker. Hen hatte damals den Weg einer Sith überhaupt erst als Reaktion auf einen Mordversuch durch die Rebellen eingeschlagen. Das war wirklich eine Aktion gewesen, die sich für die neue Republik nicht gelohnt hatte.

Nachdem Ridley das Training abgeschlossen hatte, fühlte hen sich gut. Hens Glieder schmerzten und auch ein leichter Kopfschmerz hatte sich zwischen hens Schläfen eingenistet. Es war ein unverkennbares Zeichen dafür, dass sich der heutige Tag trotz des politischen Rückschlags mehr als gelohnt hatte. Es war wirklich verlockend in diesem Zustand müde ins Bett zu fallen, doch hatte die Gouverneursperson für solch einen Luxus einfach nicht die Zeit. In fünf Stunden stand bereits das nächste Meeting an und so bestand das gebotene Vorgehen in einer Runde Tiefschlaftrance. Kurz duschte hen sich also ab, zog sich um und begab sich dann in hens Quartier, um mittels des meditativen Zustandes wieder rasch zu Kräften zu kommen.

Das erste Meeting des Morgens involvierte Mata Timone, sowie die Legaten Belin und Di Ghuta. Ridley hatte schon gehört, dass es wohl schlechte Nachrichten gab, war jedoch besonders besorgt, dass diese wohl die Bereiche Finanzen und Innere Sicherheit betrafen. Alle Teilnehmer des Meetings waren pünktlich und so nickte Ridley Mata schließlich zu, dass sie beginnen durfte. Auch die Karkarodon nickte und wechselte einen unbehaglichen Blick mit den Legaten.


“Gouverneur, wie Sie wissen, befinden wir uns im letzten Drittel der Ausführung von unserem Vertrag mit Kelada. Unglücklicherweise gab es bei der vorletzten Lieferung einen Zwischenfall. Es geht um das Schiff ‘New Tide.’”

Nachdenklich brummte Ridley. Bei der New Tide handelte es sich um einen der wenigen Gozanti-Kreuzer, dessen Namen hen sich merken konnte. Sie war sozusagen das Flaggschiff der Flotte, auch wenn sie eigentlich baugleich mit den anderen Schiffen war. Dennoch wurde sie von einer besonders fähigen Kapitänin kommandiert und hatte sogar schon einmal den jetzigen Legaten Teldor Kland zu einem Staatsbesuch nach Kelada gebracht.

“Gestern ist die New Tide auf dem Weg nach Truuine verschwunden. Die letzte bekannte Position liegt auf der Nanth’ri Route zwischen Tholoth und Antar, wo das Schiff ein Notsignal absetzte und dann spurlos verschwand. Da sie nach Truuine unterwegs war, war sie voll beladen.”

Eisig lief es Ridley bei diesen Worten den Rücken hinab. Hyperraumunglücke waren selten, aber kam es manchmal auch auf verzeichneten Routen zu Unfällen. Wenn das Schiff vollbeladen war, dann hatten sich mindestens 750 Lebensformen an Bord befunden. Und das zusätzlich zu 32 regulären Crewmitgliedern.

“Wissen wir, was passiert sein könnte?”

, fragte Ridley und verschränkte unbehaglich die Arme vor der Brust.

“Es gibt konkrete Hinweise darauf, dass das Schiff von Elementen der Neuen Republik entführt wurde.”

, erwiderte Mata und verzog das Gesicht.

“Das Notsignal war ein Piratenalarm. Dazu haben die keladanischen Behörden uns auf Nachfrage über ein Jedi-Problem auf dem Planeten informiert. Vor geraumer Zeit scheint eine Jedi mit Hilfe von Komplizen aus dem dortigen Gefängnis geflohen zu sein. Man vermutet, dass die Jedi-Gruppe die New Tide als Fluchtweg benutzt haben könnte.”

Mit einem Nicken schaltete sich Legat Di Ghuta ein:

“Diese Theorie würde auch mit dem Ort übereinstimmen, an dem die New Tide verschwunden ist. Zwischen Kelada und Truuine ist es der beste Ort, um auf kürzestem Wege das Imperium zu verlassen. In diesem Fall hätte man das Schiff einfach in Richtung Süden, nach Denon, umlenken müssen.”

Ridley musste an sich halten, nicht mit der geballten Faust auf den Tisch zu schlagen. Verdammte Jedi! Dass sie in Friedenszeiten auf imperialem Gebiet operiert hatten, war klar, doch nun war Truuine Opfer ihrer Machenschaften geworden. Und mit diesen Leuten hatte hen noch vor wenigen Tagen in gutem Glauben verhandelt!

“Was wäre in diesem Fall mit der Crew passiert?”

, erkundigte Ridley sich in Di Ghutas Richtung.

“Sofern es Überlebende gibt, sind sie vermutlich in Kriegsgefangenschaft geraten.”

, gab der Aqualish zurück.

“Wenn Sie möchten, können wir bei den Rebellen über den Verbleib unserer Leute anfragen. Sind sie wirklich in Gefangenschaft, kann es jedoch bis zum nächsten Gefangenenaustausch dauern.”

Wissend nickte Ridley. Die Verhandlungen hatten einen genau solchen Austausch betroffen und manche von ihnen hatten schon das Ende des letzten großen Krieges in Gefangenschaft miterlebt.

“Sollte es Tote gegeben haben, besteht jedoch eine gute Chance, die Körper zurückzuerhalten.”

“Leiten Sie alles dafür Nötige in die Wege, Legat.”

, sagte die Gouverneursperson und wandte sich an Belin:

“Ist absehbar, welcher finanzielle Schaden uns bei dieser Sache entstanden ist?”


“Bisher kann ich nur grobe Zahlen nennen.”

, erwiderte der Chiss.

“Unmittelbar beträgt der Schaden etwas über einer Millionen Credits. 750 Tausend beträgt alleine die bereits an Kelada gezahlte Summe, dazu kommt der Preis für das Schiff und durch den Verlust unserer Crew entstandene Kosten. Langfristig ist der Schaden kaum abzuschätzen. Jeder der entführten Xenos hätte seinen Kaufpreis ohne weiteres zehnfach oder höher wieder eingefahren.”

“Ist Kelada bereit, uns den Kaufpreis zurückzuerstatten?”

, fragte Ridley.

“Immerhin scheint es in Antares’ Verantwortung zu liegen, dem Jedi-Problem nicht Herr geworden zu sein.”

Legat Belin schüttelte den Kopf.

“Die keladanische Verwaltung lehnt diese Interpretation der Situation strikt ab. Unsere Justizexperten halten es für möglich, dass wir bei einem Rechtsstreit gewinnen könnten, jedoch raten sie uns aufgrund der Kosten und Erfolgsaussichten von einer Klage ab.”

“Was ist mit einer Auszahlung durch die Versicherungen? Gegen den Verlust von Schiffen haben wir teure Policen abgeschlossen.”

Nachdenklich lehnte Belin sich in seinem Stuhl zurück.

“Das kommt darauf an. Sollte die New Tide wirklich durch Jedi entführt worden sein, sehe ich nur geringe Erfolgsaussichten. Da die Ereignisse nach Ausbruch des Krieges geschehen sind, wird die Versicherung diese sicherlich als Kriegsschäden deklarieren. Und dagegen haben wir keine Police, fürchte ich.”

Nun schlug Ridley wirklich mit der Hand auf den Tisch. Da war ja wirklich schiefgegangen, was hatte schiefgehen können!

“Gut. Ich möchte, dass Legat Kland sich mit Kelada in Verbindung setzt und über Ersatz verhandelt. Es ist in Ordnung, wenn man uns die Kosten nicht erstattet, aber ich will den Vertrag um mindestens 750 weitere Xenos erweitert sehen. Und ich denke, es ist nicht zu viel verlangt, wenn es für diese einen Preisnachlass gibt.”

In Richtung von Legat Di Ghuta fuhr hen fort:

“Ich möchte eine offizielle Untersuchung darüber, was genau passiert ist und wie genau Jedi an Bord unserer Schiffe gekommen sind. Nur weil Kelada offensichtlich mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen getroffen hat, werden wir etwaige Fehler nicht fortführen. Mir scheint hier etwas auf gleich mehreren Ebenen falschgelaufen zu sein. Für den Moment will ich bei allen weiteren Transporten erhöhte Kontrollen!”

Der Aqualish nickte und Ridley wandte sich an Mata:

“Setzen Sie Schreiben für die Familien der Crew auf. Ich möchte unser herzliches Beileid bekunden und ihnen garantieren, dass wir alles tun werden ihre Lieben wieder zurück nach Truuine zu holen.”

Für einen Moment hielt Ridley inne und überlegte, ob hen etwas vergessen hatte.

“Sollten es wirklich Jedi gewesen sein, möchte ich, dass ein Kopfgeld auf die Schuldigen ausgesetzt wird. Was wäre im Lichte unserer Verluste ein angemessener Pool? Ich möchte diese Leute dingfest gemacht sehen, Krieg hin oder her.”

“Ich denke ein Preisgeld von 10 Millionen Credits, verteilt auf alle Beteiligten, ist ein guter Startpunkt.”

, gab Belin zurück, nachdem er für einige Momente auf seinem Datapad hin und hergetippt hatte.

“Gut. Ich möchte Informiert werden, sobald es neue Entwicklungen in dieser Sache gibt!”

, sagte Ridley abschließend und erhob sich. Innerlich kochte die Gouverneursperson schon wieder. Das war schon die zweite Sache in zwei Tagen, die dramatisch schiefgelaufen war. Wer auch immer die besagten Jedi waren, gnade ihnen die Macht, wenn hen sie in die Finger bekam.


[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Im Anflug auf Truuine / Nordpolarkreis / Moraband / Regierungspalast / Konferenzraum ] Ridley, sowie (NPCs) Mata, Legat Belin und Legat Di Ghuta
 
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