Umbara

In Absprache mit @Sahra Kenobi habe ich weitergemacht

Statt üblichen geschlechtsspezifischen Pronomen, werden in diesem Post experimentell geschlechtsneutrale Neopronomen verwendet. „Hen“ ist zu lesen wie „er/sie“ (Nominativ & Akkusativ). „Hens“ ist zu lesen wie „ihr/sein“ (Genitiv). „Hem“ ist Dativ. Beispiel: „Dies ist Ridley Solaris. Hen ist imperialer Gouverneur und hens Planet heißt Truuine. Legat Talzin ist hem zu Diensten.“ Von Außen spielt Ridley eine Person mit er/sein Pronomen vor, um im chauvinistischen Imperium nicht benachteiligt zu werden.
[ Expansionsregion / Ghost Nebula / Umbara-System / Umbara / Hauptstadt / Hotel "Schattenorchidee" / Verhandlungssuite ] Ridley, Wes und Aulona, sowie (NPCs) Rissa Vendon und weiteres Personal

Ridley versuchte hens erleichtertes Aufatmen zu unterdrücken, als Rat Janson mitteilte, dass auch die Republik den Bedingungen soweit zugestimmt hatte. Es war ein Erfolg, dem nun schon mehrere Stunden harter Verhandlungen zu Grunde lagen und ein Ergebnis, vor dem hen sich nicht zu verstecken brauchte. Mit diesen Zahlen konnte hen gut und gerne zur Sektorverwaltung zurückkehren und präsentieren, dass hen auch Diplomatie konnte. Ein neuer Kompetenzbereich, der hoffentlich auch nicht bei einer Entscheidung über eine etwaige Beförderung übersehen werden würde.

Auf die Vetragsunterlagen mussten sie nicht lange warten. Ein Vertreter der umbaranischen Regierung brachte sie herein, legte jedem Anwesenden eine Kopie vor und kehrte dann mit dem finalen Dokument zu Meisterin Vendon zurück. Diese setzte ihre Unterschrift, woraufhin der Vertrag zu Ridley zurückgetragen wurde. Kurz überflog hen das überschaubare Schriftstück und fügte dann, vom Unterzeichnen vieler Tausender Dokumente perfektioniert, in geschwungenen Lettern hens Namen hinzu. Ein letztes Mal wurde das Schriftstück herumgereicht und auch der Rat bekräftigte seine Zustimmung schriftlich.

Ein paar Sekunden verstrichen, in denen nur das Kratzen des Füllfederhalters den Raum erfüllte und nun gönnte Ridley sich wirklich das zuvor unterdrückte, erleichterte Aufatmen. Zum Abschluss bedankte Meisterin Vendon sich noch im Namen der Neuen Republik für konstruktive Verhandlungen und verbeugte sich leicht. Zur Antwort verbeugte sich auch Ridley, lächelte und erklärte:


„Auch ich danke herzlich. Diese Verhandlungen demonstrieren, dass unsere Seiten sich trotz aller Differenzen auch ohne Waffengeweilt einig werden können. Ich hoffe dies ist ein gutes Omen für die politische Situation.“

Wie aufs Stichwort öffnete die Tür hinter Ridley sich abrupt. Überrascht fuhr hen herum und erblickte zu hens Überraschung Botschafter Estan, der mit kontrollierten, aber schnellen Bewegungen den Raum betrat. Seinen Schattenmantel hatte er nicht angelegt, sondern trug schlicht die enganliegende, imperiale Uniform, die er auch in ihren Besprechungen zwischendurch getragen hatte. Doch noch eindrucksvoller als die unerwartete Kleidung, war die kalte Welle der Wut, in seinem Kielwasser in den Raum strömte. Sein Gesicht war eine eisige Maske der Professionalität.

„Gouverneur Solaris.“

Seine Stimme war ruhig, aber schneidend.

„Unterzeichnen sie diesen Vertrag nicht. Er wurde unter Voraussetzungen verhandelt, die sich in den letzten Minuten grundsätzlich geändert haben.“

In Richtung des umbaranischen Vertreters fügte er hinzu:

„Ich stelle hiermit den formellen Antrag, die Ratifizierung auszusetzen, bis das Imperium Zeit hatte die Situation neu zu bewerten.“

„Es tut mir leid, Botschafter.“

, antwortete der Angesprochene augenblicklich, das unterzeichnete Dokument noch immer fest in den Händen.

„Die Vereinbarung wurde bereits geschlossen, einen Rücktritt vom Vertrag müssen Wir als neutrale Partei der Fairness halber – allen Parteien gegenüber – streng ablehnen.“

„Botschafter Estan, was hat das zu bedeuten?“

, schaltete sich Ridley ein, über die Vorkommnisse höchst verirrt. Was hatte die Situation derart verändert? Vor keiner Viertelstunde waren sie sich noch einig gewesen, dass die verhandelten Parameter mehr als akzeptabel waren. Eine dunkle Ahnung machte sich in hens Geist breit. Für wenige Herzschläge stand Estan wie versteinert da, dann richtete er seinen Blick erst auf Ridley, dann auf die Jedi.

„Ich gratuliere Ihnen zu diesem perfekt eingefädelten Schachspiel, Jedi. Ihr Timing hätte besser abgestimmt nicht sein können.“

, sagte er, sein Tonfall eisig, nur wenige Grad über dem absoluten Nullpunkt.

„Sie werden von den sich in diesen Minuten entfaltenden Ereignissen sicherlich schon wissen, doch erlauben Sie mir für allgemeine Klarheit zu sorgen.“

Der Botschafter zog sein Datapad aus der Tasche, tippte für einen Moment darauf herum und ein blau Leuchtendes Hologramm baute sich in der Mitte des Tisches auf. Ridley brauchte einen Moment, erkannte dann jedoch das Gesicht des Kanzlers der Neuen Republik, Quún. Kurz verharrte das Konterfei des Mon Calamari reglos, dann begann es zu sprechen:

„-Während ich hier vor Ihnen stehe, landen unsere Soldaten bereits an den Stränden und in den Wäldern von Kashyyyk, um der Tyrannei Einhalt zu gebieten. Mein Dank gilt den mutigen Soldatinnen und Soldaten, die mit ihrem Leben für die Freiheit der Wookiees einstehen.

Ich fordere nun von diesem Senat die Unterstützung für den militärischen Einsatz zur Befreiung Kashyyyks. Nicht als Angriff – sondern als Antwort. Als Signal. Als Beginn einer neuen Ära, in der wir nicht mehr zulassen, dass Tyrannen über das Schicksal ganzer Völker entscheiden.“

Einen Moment lang verstummte das Hologramm, dann sagte eine neue Stimme:

„Herr Kanzler, die Befreiung Kashyyyks ist ein nobles Ziel. Aber sind wir bereit für die Konsequenzen? Das Imperium wird das als Kriegserklärung auffassen.“

Das Abbild des Kanzlers nickte.

„Senator, Krieg war bereits unvermeidlich, als das Imperium beschloss, unsere Bürger zu vergiften.-“

Erneut erstarrte der Kanzler und Totenstille legte sich über den Raum. Mit halb offenem Mund schaute Ridley von Botschafter Estan zu den Jedi und zurück. Sie befanden sich im Krieg. Wahrhaftig.

„Ein feiger Überfall auf Kashyyyk. Ohne Kriegserklärung. In die Wege geleitet bereits vor zwei Tagen.“

, fasste der Botschafter die ungeheuerliche Situation zusammen und bevor hen wusste, was hen tat, war auch Ridley auf den Beinen. Wie ein hungriges Tier an einer verschlossenen Tür kratzte die Dunkle Seite plötzlich an den Rändern von hens Geist und drohte hen mit der gleichen kalten Wut zu übermannen, die auch Botschafter Estan mitgebracht hatte. Tausend scharfe Verurteilungen lagen hem auf der Zunge. Der einzige Grund warum hen stumm blieb, war, dass hen sich nicht entscheiden konnte, wie hen die zur Schau gestellte Heimtücke am besten beschreiben sollte.

Wenige Herzschläge rang Ridley mit den Worten, dann besann hen sich darauf wer und wo hen war. Hastig unterdrückte hen den Impuls mit einem Peitschenhieb Machtmut. Hen war Ridley Solaris und hen verlor so leicht nicht die Beherrschung!


„Meine Herrschaften, ich bedaure diese Entwicklung zutiefst.“

, wandte hen sich nun mit ausdrucksloser, von jeder Emotion befreiter Stimme an die Jedi.

„Das Imperium hat in gutem Glauben verhandelt und das nachdem Jedikommandos Seine Majestät Darth Allegious ermordet haben. Wir haben bis zum Schluss auf eine friedliche Lösung gehofft, während der Rebellenstaat nur noch seinen Gewinn maximieren wollte, bevor der unvermeidliche Sturm losbricht. Unser Fehler war anzunehmen, dass Ehrlichkeit in den Reihen der Rebellen noch einen Stellenwert hat. Glaubt nicht, dass das Imperium vergessen wird, wie ihm in die zum Frieden ausgestreckte Hand gespuckt worden ist.“

„Wird das Galaktische Imperium den geschlossenen Vertrag einhalten?!“

, schaltete sich der Vertreter der umbaranischen Regierung aus dem Hintergrund ein. Auch in seiner Stimme schwang ein Cocktail aus Emotionen mit, in dem Ridley in erster Linie Schock und Bestürzung wirbeln sah. Mit eisigem Blick antwortete Estan:

„Wir werden den Vertrag einhalten. Der verräterische Rebellenstaat ist wohlberaten seine Geiseln rasch zu benennen.“

Eine kurze Pause, in der auch der Botschafter sich auf seine Profession zu besinnen schien. An den Regierungsvertreter gewandt sagte er:

„Ich verlange die vollständigen Aufzeichnungen dieser Verhandlungen. Sie werden zeigen, dass das Imperium in gutem Glauben verhandelt hat, während bereits Truppen auf Kashyyyk landeten. Die Zeitstempel werden dies beweisen."

[ Expansionsregion / Ghost Nebula / Umbara-System / Umbara / Hauptstadt / Hotel "Schattenorchidee" / Verhandlungssuite ] Ridley, Wes und Aulona, sowie (NPCs) Rissa Vendon, Botschafter Estan, ein Vertreter der umbaranischen Regierung und weiteres Personal
 
Umbara – Hauptstadt – Hotel ›Schattenorchidee‹ – Verhandlungssuite – Personal, umbaranischer Vertreter des Rootai, Rissa (NPCs), Ridley (Aster), Aulona und Wes

Geschafft. Es war ein hartes Stück Arbeit gewesen, dem Imperium einen Preis für Sturns Kopf abzuhandeln, mit dem der Jedi-Orden bei der Republik Gutwetter machen konnte. Einer, der auch das Bild der Öffentlichkeit wieder kitten konnte, beeinflusst auch von imperialer Propaganda. Seht her, die Jedi sind nicht nur Killer. Wir haben nicht nur das C-Virus besiegt, wir holen auch unsere Soldaten nach Hause und setzen uns für politisch Verfolgte überall in der Galaxis ein. Rornan würde sicherlich wissen, wie sich das Maximum an PR aus dem Verhandlungsergebnis herauszuholen. Wes für seinen Teil war jedenfalls zufrieden: die Schriftstücke wurden erst von Solaris und dann von den Jedi gegengezeichnet; ein erster kleiner Schritt zur Entschärfung der Krise war getan.

Es oblag Rissa als der Profi-Diplomatin hier, das Schlusswort im Namen der Republik zu sprechen, nachdem die eigentlich angekündigte Senatorin sich nicht hatte sehen lassen. Das war an sich ein schlechtes Zeichen, Wes wollte das aber nicht überbewerten, denn durch das Erreichte hatten sie ja jetzt die Chance, den Wind zu drehen und die Beziehungen wieder zu kitten. Irgendwann würde ohnehin auch der Kanzler einsehen müssen, dass die Tötung des Imperators alternativlos gewesen war. Gegebenenfalls würde er das freilich erst nach dem Studium der Berichte über Allegious' der Macht sei Dank vereitelten Pläne und den Daten, die auf Bastion und Kast erbeutet worden waren, aber besser spät als nie.

Entsprechend gut gelaunt war Wes, ein gutes Omen, wie Solaris es nannte, in der Tat. Bald, so die Macht wollte, würde sich die allgemeine Lage so weit beruhigt haben, dass Aulonas Ausbildung den Stellenwert bekommen konnte, den sie verdiente. Vielleicht konnten Firedevs und er sogar den Rest des Urlaubs nachholen, wenn auch vielleicht an einem anderen Ort als Alderaan.

Ein unerwartet ruppiges Aufreißen der Tür zum Verhandlungssaal, gefolgt von schnellen, stampfenden Schritten riss den Taanaber aus seinen Urlaubsgedanken. Als Wes sich umdrehte, sah er Botschafter Estan in seiner gewöhnlichen Uniform, die dem Anlass nicht unbedingt angemessen erschien, wo sich alle anderen doch herausgeputzt hatten. Was hatte das zu bedeuten? Solaris hatte doch fortwährend betont, ohne seine Zustimmung ginge bei den Verhandlungen nichts, obwohl die Tatsache von Estans Abwesenheit während der Unterzeichnung den lieben Sith-Diplomaten lügen strafte.

Entgeistert sah Wes den Botschafter an, als dieser Solaris riet, den Vertrag nicht zu unterschreiben, angeblich weil sich die Verhandlungsbedingungen geändert hätten. Kurz fragte der Jedi-Rat was passiert war, bevor ihm klar war, dass sie ein weiteres taktisches Manöver war. Scheinbar war die Gegenseite sehr daran interessiert, die Vereinbarung nochmals zu ihren Gunsten zu ändern, indem das Paket in letzter Sekunde nochmal aufgeschnürt werden sollte. Es bereitete Wes große Genugtuung, dass der unangenehme Estan seinen Einsatz verpasst hatte. Es war zu spät, die Unterschriften waren gesetzt.


»Ich bin – gelinde gesagt – irritiert,«

Setzte der Jedi an.

»Meiner Ansicht nach waren diese Verhandlungen trotz den sehr gegensätzlichen Standpunkten in vielerlei Dingen in der Sache stets sachlich und fair, was sollen also nun diese Spielchen?«

Estan ging aber gar nicht erst auf Wes ein, sondern wandte sich direkt an den Vertreter des Rootai, der als Schiedrichter genau diese Dinge zu gewährleisten suchte, die Wes etwas wohlwollend über die vorangegangenen, teils mir recht harten Bandagen geführten Verhandlungen befunden hatte. Der Macht sei Dank blieben die Umbaraner aber weiterhin fair und lehnten diese linke Aktion entschieden ab. Solaris spulte das Drehbuch allerdings weiter ab und gab den Stichwortgeber für den Imperialen, der ihnen ein vergiftetes Lob für das ›Schachspiel‹ aussprach und das ›Timing‹ lobte.

»Zu schade, dass Ihr Eure Timing leider total versemmelt habt, werter Botschafter Estan,

Entgegnete der Jedi-Rat in sarkastisch-säuerlichem Tonfall.

»Ihr habt den Vertreter des Rootai gehört, es ist zu spät. Ihr könnt diese Scharade jetzt einstellen. Unsere Bemühungen um Entspannung sind nicht mehr aufzuhalten.«

Die Beharrlichkeit, mit der Estan einfach weitermachte, war aber doch sehr irritierend. Wes fragte sich tatsächlich, ob doch irgendwas vorgefallen war. Scharfmacher im Senat, die gegen die neue Imperatorin wetterten? Die Galaxy Sun mit neuen angeblichen Enthüllungen über die Niedertracht der Jedi? Nein, es war ein Holo von Kanzler Quún im Senatssaal oder sah zumindest danach aus. Denn die Worte waren völlig unglaubwürdig, eine republikanische Invasion auf Kashyyyk? In der Lage, in der die Galaxis sich gerade befand? Dass der Senat plötzlich dermaßen von Hardlinern dominiert wäre, sah Wes einfach nicht. Gut, durch die völlige Funkstille aus Richtung Dac hatte er nicht die geringste Ahnung, in welche Richtung die Regierung der NR tendierte, aber das war sicher keine davon. Ein ›Überfall‹ auf Kashyyyk, wie Estan die Holoaufzeichnung zusammenfasste, also bitte!

»Fake News,«

Kommentierte Wes kalt.

»Gut gemacht zwar, aber trotzdem Fake

Er sah Rissa an, ob die Jedi-Meisterin das Machwerk doch nicht etwa baren Credit nahm. Wes war Meister der Illusionen, und wenn selbst er eine gefälschte Holoübertragung nicht als solche erkannte, dann…

Dann…

Oh verdammt, das konnte einfach nicht real sein! Nie im Leben konnte die NR-Regierung etwas so törichtes geplant haben, noch dazu ohne den Orden auch nur im Entferntesten einzubeziehen. Das konnte einfach nicht passiert sein! Wes wurde kalt und versuchte doch, sich nach außen nichts anmerken zu lassen. Er blieb bei seiner Haltung, als Solaris ihnen Vorwürfe machten, die auf's Neue den Mythos vom guten Imperium und der niederträchtigen Republik bediente. Während der Taanaber noch nicht wusste, was er sagen oder auch nur denken sollte, entwickelte sich um ihn herum die Situation rasend schnell weiter. Der umbaranische Vertreter kürzte die Vorwürfe des Sith ab, indem er kurz und direkt fragte, ob das Imperium den Vertrag einhalten würde, was Botschafter Estan sofort bejahte.

Und das bewies es. Das Imperium hatte keinen Grund, eine solche Show abzuziehen, wenn sie gar nicht erst versuchten, das Ergebnis zu kippen. Es war also wirklich passiert. Estan sprach die Wahrheit. Sie waren im Krieg.

Der Imperiale Vertreter verlangte die Herausgabe der Aufzeichnungen der Verhandlungen, wogegen wohl nichts sprach? Das Kind war eh schon in einen sehr, sehr tiefen Brunnen gefallen, nicht wahr?


»Meisterin Vendon, können wir dem zustimmen?«

Fragte er Rissa.

»Entschuldigt mich bitte einen Augenblick.«

Ohne die Antwort abzuwarten, entfernte Wes sich von der Jedi-Meisterin und den Verhandlungsführern der Gegenseite. In einiger Entfernung, aber nicht außer Hörweite, was in diesem Raum nicht möglich war, zückte er sein Kom. Im Jedi-Tempel war es später Vormittag, sehr gut. Er würde Mya also nicht aus der Meditation klingeln. Tatsächlich nahm die Twi'lek das Gespräch innerhalb einer gefühlten halben Sekunde entgegen.

»Hallo Mya, wie war dein Urlaub? Alles gut?

Oh, tut mir leid das zu hören. Meiner war prima, aber leider sehr kurz. Gute Besserung!

Nein, ich denke, du solltest die Heiler suchen, die müssten inzwischen ja mehr Zeit haben.

Ich bin bald zurück im Tempel. Kann dir T'nadah nicht zur Hand gehen?

Findest du nicht, dass du sie zu hart dran nimmst? Wie lange willst du sie denn noch im Jugendarrest schmoren lassen?

Naja, ich finde, du solltest ihr noch eine Chance geben. Aber weshalb ich eigentlich anrufe… wir hören hier verstörende Dinge über Kashyyyk…?


Es ist also wahr? Ich… ähm… melde mich bald wieder.«


Mya hatte es bestätigt. Die Imperialen hatten kein Schauspiel aufgeführt, es war wirklich passiert.

»Es stimmt leider wirklich!«

Rief er in Rissas Richtung. Die Republik hatten den ersten Schuss in diesem Krieg abgefeuert, ganz im wörtlichen Sinn. Es spielte nun keine Rolle mehr, ob die Tötung von Allegious oder das Freisetzung des C-Viruses ursächlich war. Die Hoffnung, das Imperium würde sich mit einen begrenzten Vergeltungsschlag benügen, was dann zweifellos perdu. Damit löste die Neue Republik sicherlich eine asymmetrische Reaktion aus. War Quún sich dessen wirklich bewusst? Hatte sich die Regierenden das wirklich gut überlegt? Dann spielte auch die harte Haltung des Ordens in Bezug auf eine Auslieferung von Eowyn und Brianna keine Rolle mehr, darauf konnte sich niemand berufen. Nicht, wenn man dermaßen viel Öl in's Feuer goss.

Das einzige, was einen solchen Erstschlag rechtfertigen würde war, wenn man sicher wäre, dass das Imperium auf jeden Fall zu einem großen Krieg bereit gewesen wäre und das sah Wes von seinem zugegebenermaßen subjektiven Eindruck von diesen Verhandlungen her einfach nicht. Aber sie wussten ja auch nicht, was das Kanzleramt vielleicht wusste!

Zurückgekehrt zur Mitte des Raumes beeilte Wes sich zu Estan und Solaris zu sagen:


»Ich möchte Euch versichern, dass wir unseren Teil des Vertrages ebenfalls einhalten werden. Der Jedi-Orden wird die diplomatische Immunität respektieren und keinerlei feindselige Handlungen gegenüber der imperialen Delegation und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern vornehmen. Im Namen des Ordens entschuldige ich mich bei unseren umbaranischen Gastgebern und dem Rootai für diesen Vorfall. Ich möchte allen Anwesenden versichern, dass der Jedi-Orden nicht die geringste Kenntnis über die Planung kriegerischer Handlungen oder der Vorbereitung dieser Invasion auf Kashyyyk hatte. Auch wir haben in gutem Glauben verhandelt.

Umbara – Hauptstadt – Hotel ›Schattenorchidee‹ – Verhandlungssuite – Personal, umbaranischer Vertreter des Rootai, Estan, Rissa (NPCs), Ridley (Aster), Aulona und Wes
 
Umbara - Hauptstadt - Hotel "Schattenorchidee" - Rissa Vendon (NPC), Wes Janson, Aulona Ralegree, Ridley Solaris, umbaranischer Vertreter des Rootai, Personal

Es war immer ein guter Moment, wenn endlich alle Unterschriften gesetzt waren. Es bedeutete in der Regel, dass die Mission ein Erfolg gewesen war. Meistens nicht so, wie man es erhofft oder erwartet hatte, aber als Diplomatin ging man selten mit seinen Forderungen aus Verhandlungen heraus.
Rissa war zufrieden mit dem, was sie erreicht hatten.
Solaris erwiderte ihre Worte mit ebenfalls höflichen Floskeln. Noch ein wenig Smalltalk, dann würden sie sich zurückziehen und das Thema ad acta legen können. Rissa musste vor sich selbst zugeben, dass sie nicht böse sein würde, Umbara zu verlassen - sie vermisste langsam doch natürliches Licht...

Die Tür öffnete sich auf dramatische Art und Weise, und Estan betrat - nein, vereinnahmte, den Raum. Seine Emotionen strahlten aus wie ein schlecht eingestellter Funksender, und seine Worte... Sanft wölbte Rissa ihre Augenbrauen. Abgesehen davon, dass es bereits zu spät war, weshalb sollte Estan nun so plötzlich seine Meinung geändert haben? Sie verfolgte das Gespräch, selbst Solaris
schien überrascht, was aber nicht zwingend eine Tatsache sein musste. Estan warf ihnen perfektes Timing vor, doch Rissa wusste noch immer nicht, wovon er sprach. Langsam aber beschlich sie das Gefühl, dass das alles vielleicht kein Schauspiel, sondern absolute Realität war. Was hatte Estan so erzürnt?
Wes schien das anders zu sehen, oder aber, er wollte sich keine Blöße geben. Gab es da etwas, von dem nur der Rat Bescheid wusste, sie aber nicht?

Estan startete eine Projektion. Der Kanzler... mit... klaren Worten. Worte, die ein diplomatisches Desaster darstellten. Rissa blieb trotz all ihrer Erfahrung ein wenig der Mund offen stehen. Jetzt war klar, weshalb die angekündigte Senatorin hier nie aufgeschlagen war, bemerkte ein kleiner Teil ihres Gehirns, vermutlich hatte auf Mon Calamari schon vorher absolutes Chaos geherrscht... Doch das war nur eine Randbemerkung in ihrem Kopf, der nun wie verrückt arbeitete.
Krieg.
Die Republik... befand sich im Krieg. Da konnte der Kanzler noch so nette Umschreibungen finden, es war, was es war.

Die Übertragung endete, und im Raum hätte man eine zu Boden fallende Beere hören können, so still war es. Selbst in Rissas Kopf war es gleichzeitig laut - aber auch totenstill. Natürlich, mit Krieg hatte man rechnen müssen, aber... so? Auf diese Art und Weise?
Estan brach das Schweigen, aber Wes ließ das alles nicht zu. Fake... Rissa war nicht auf die Idee gekommen, das hier könnte eine Fälschung sein, was hätte es für einen Nutzen? Schließlich war der Vertrag bereits unterschrieben, und das hier war ein neutraler Planet... Der Rat warf ihr einen Blick zu, welchen sie erwiderte, aber ausnahmsweise wusste sie nicht, was ihr Gesicht ausdrückte. Verwirrung vielleicht, denn das... das war das, was sie vor allem empfand. Was bei allen brennenden Sonnen war hier nur los?

Estan bestätigte zähneknirschend, den Vertrag einzuhalten und wollte die Aufzeichnungen ausgehändigt bekommen. Wes warf ihr den Ball zu, nur, um sich gleich darauf zu verabschieden und ein Komgespräch zu führen. Was... bedeutete... er hatte es vielleicht auch nicht gewusst? Wieso wusste der Rat nicht, was der Kanzler tat? Oder hatte man nur ihn im Dunkeln gelassen, eben weil er hier in den Verhandlungen steckte? Aber war das nicht... riskant?
Sie hatte ihm hinterhergesehen und besann sich erst wenige Sekunden später darauf, dass man auf ihre Antwort wartete. Sie verhielt sich aktuell wahnsinnig unprofessionell. Sie musste unbedingt wieder die Kurve kriegen - zusammenreißen. Los jetzt.


"Selbstverständlich",

wandte Rissa sich an die beiden imperialen, als wäre sie nicht gerade für ein paar Sekunden weggetreten gewesen. Ein kleiner Teil ihrer Aufmerksamkeit verfolgte das Komgespräch, welches erst einmal noch dahindümpelte. Was tat Wes da? Hier ging es um das Schicksal der Galaxis, und er quatschte über seinen Urlaub?


"Wir haben nichts zu verbergen, und auch wir verhandelten in gutem Glauben, auch, wenn ich nicht beeinflussen kann, ob Ihr uns dies abnehmt oder nicht. Ich bezweifle sehr, dass der Orden einen so geschätzten Jedi-Rat wie Rat Janson in eine solche Verhandlung geschickt hätte, wenn die Gefahr einer solchen Wendung bestünde. Mir ist bewusst, dass dies nun schwer zu glauben sein mag, doch wie Euch sicher bekannt ist, so besteht zwischen Jedi-Orden und Senat keine Auskunftspflicht. Ich nehme an, der Kanzler hatte seine Gründe..."

Beinahe wäre Rissa ins Stottern geraten, doch sie fing sich gerade noch. Sie schnappte die letzten Worte von Wes' Gespräch auf, und der letzte bisschen Zweifel, das letzte kleine bisschen Hoffnung... war dahin. Wie er ihr eine Sekunde später zurief.
Sie war kaum in der Lage, alle Folgen dieser Wendung zu prognostizieren; klar war, es würde
enorm viele Folgen geben und vor allem auch für sie hier vor Ort. Sie mussten schauen, dass sie hier wegkamen. Umbara war neutral, aber sie hatten immerhin gerade nebenbei einen Krieg begonnen. Also, nicht sie. Ihre Seite. Die sie nicht informiert hatte. Anscheinend. Das war...

Uff.

Katastrophal.

Und ein interner diplomatischer Super-GAU.

Der Rat wechselte von "Fake-News" wieder in den Diplomatenmodus und stieß in die gleiche Kerbe wie sie auch. Eine offizielle Entschuldigung schadete ganz bestimmt nicht, erst recht nicht, wenn sie von einem Rat kam. Sie nickte bestätigend.


"Ich bedauere sehr, dass diese eigentlich für beide Seiten so erfolgreichen Verhandlungen ein solches Ende finden mussten. Wenn dann alle Formalien geklärt sind..."

Rissa warf einen Blick in die Runde.

"...würde ich vorschlagen, diese Runde vorzeitig aufzulösen. Ich denke, wir alle haben das Bedürfnis, die Nachrichtenquellen zu überprüfen sowie unsere Vorgesetzten zu kontaktieren. Botschafter Estan, Gouverneur Solaris, es war mir eine Ehre. Ich hoffe sehr, unser nächstes Zusammentreffen steht unter einem besseren Stern."

Sie wandte sich an die Umbaraner.

"Ich danke sehr herzlich für die Gastfreundschaft und bitte ebenfalls für das Ende dieser Verhandlungen um Verzeihung."

Umbara - Hauptstadt - Hotel "Schattenorchidee" - Rissa Vendon (NPC), Wes Janson, Aulona Ralegree, Ridley Solaris, Botschafter Estan (NPC), umbaranischer Vertreter des Rootai, Personal
 
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Statt üblichen geschlechtsspezifischen Pronomen, werden in diesem Post experimentell geschlechtsneutrale Neopronomen verwendet. „Hen“ ist zu lesen wie „er/sie“ (Nominativ & Akkusativ). „Hens“ ist zu lesen wie „ihr/sein“ (Genitiv). „Hem“ ist Dativ. Beispiel: „Dies ist Ridley Solaris. Hen ist imperialer Gouverneur und hens Planet heißt Truuine. Legat Talzin ist hem zu Diensten.“ Von Außen spielt Ridley eine Person mit er/sein Pronomen vor, um im chauvinistischen Imperium nicht benachteiligt zu werden.
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Verwirrt schaute Ridley zwischen Botschafter Estan und Rat Janson hin und her. Der Jedi reagierte auf die unerwartete Unterbrechung gewohnt kaltschnäuzig, gab sich irritiert und warf der imperialen Seite Spielchen vor. Der Botschafter jedoch ging zu Ridleys Überraschung gar nicht erst darauf ein und wandte sich stattdessen an den Vertreter der umbaranischen Regierung, um ein Aussetzen des Vertrages zu beantragen. Erfolglos. Janson gab sich sarkastisch und bedauerte laut, dass Estan sein Timing ‚versemmelt‘ hatte und dass er die Charade jetzt einstellen konnte. Erneut ging Estan nicht darauf ein, sondern zog sein Datapad aus der Tasche.

Die Enthüllung traf Ridley wie ein Schlag ins Gesicht. Wut und Fassungslosigkeit mischten sich in hens Geist zu einem paralysierenden Cocktail, der auch von Rat Jansons eiligem Abtun als ‚Fake News‘ nicht besser gemacht wurde. Wie konnte dieser Clown es wagen?! Erst dann beherrschte hen sich mühsam und trug eine eisige Verurteilung vor, die den umbaranischen Vertreter veranlasste auf Einhaltung des Vertrags zu pochen. Estan stimmte zu, forderte jedoch seinerseits die Herausgabe der Verhandlungsaufzeichnungen. Der Jedi-Rat wälzte diese Entscheidung auf Meisterin Vendon ab und entfernte sich, wohl um ein kurzes Hologespräch zu führen. Diese stimmte zu, woraufhin Ridley sich augenblicklich straffte. Die Augen der Galaxis ruhten auf der imperialen Delegation.

Kurz flackerten hens Augen noch einmal zu Rat Janson hinüber. Die Worte waren leise, aber doch vernehmlich. Ganz sich selbst treu bleibend, quatschte er über Urlaub. Ein weiterer Stich Zorn fuhr durch Ridleys Magengegend, dann wurde hens Aufmerksamkeit jedoch von Meisterin Vendon vereinnahmt, die sich endlich selbst mit einem Statement an sie wandte. Die Frau betonte im guten Glauben verhandelt zu haben und dass der Orden einen ‚so geschätzten Jedi-Rat‘ wohl kaum unter solchen Umständen hierhergeschickt hätte. Und überhaupt habe der Senat dem Jedi-Orden gegenüber ja keine Auskunftspflicht. Der Kanzler hatte sicher seine Gründe, schloss sie lahm. Wie aufs Wort bestätigte Janson von der anderen Seite des Raumes die Ereignisse. Hatte sich sein Urlaubsgespräch wohl doch irgendwann wichtigen Dingen zugewandt.


Natürlich stimmt es wirklich.“

, kommentierte Botschafter Estan schneidend, die Arme vor der Brust verschränkt.

Unsere Ehrlichkeit stand nie zur Debatte.“

Ridley wandte sich jedoch mit eisiger Miene an Meisterin Vendon:

„Selbst wenn das alles so wahr sein sollte, was ihr sagt, weiß innerhalb Eures ‚Staates‘ offensichtlich die linke Hand nicht, was die Rechte tut. Oder es ist ihr schlicht egal. Selbst wenn der Jedi-Rat Euch komplett ahnungslos in diese Verhandlungen geschickt hat, wusste die Regierung der Neuen sogenannten Republik offensichtlich Bescheid. Oder waren Eure Aktionen hier nicht offiziell bewilligt?“

Ridleys heute eisblaue Augen bohrten sich in die Dunkelbraunen der Diplomatin.


„In diesem Fall müssten wir das Thema der Gültigkeit des Vertrages noch einmal zur Sprache bringen…“

, schaltete sich Botschafter Estan mit Blick auf den Vertreter der umbaranischen Regierung ein.

„Wir bedauern zutiefst, dass der gute Glaube des Rootai derart mit Füßen getreten worden ist. Von welcher Fraktion innerhalb des Rebellenstaates auch immer.“

Der umbaranische Vertreter hatte die Geistesgegenwart sich nicht zu einer Äußerung hinreißen zu lassen. Einen Moment später war Rat Janson auch schon zurückgekehrt und wandte seinerseits das Wort an Ridley und Botschafter Estan. Er versicherte, dass auch die Neue Republik den Vertrag einhalten würde und auch, dass der Jedi-Orden diplomatische Immunität respektieren und ihnen gegenüber keine feindseligen Handlungen durchführen würde. Das hatte im Raum gestanden?! Unwillkürlich zuckte Ridleys Rechte in Richtung von hens gebogenem Lichtschwertgriff – doch hen beherrschte sich, bevor es zum diplomatischen Eklat kommen konnte. Auch Botschafter Estan hatte reagiert, war einen Schritt zurückgewichen und warf mit empörtem Tonfall ein:

„Dass das betont werden muss, sagt auch alles!“

Unbeirrt fuhr Rat Janson fort, entschuldigte sich im Namen des Jedi-Ordens für den Vorfall und betonte noch einmal – diesmal auch in Richtung der imperialen Delegation – dass auch sie in gutem Glauben verhandelt hatten.

„Ich danke für die Klarstellung und nehme Ihre Entschuldigung zur Kenntnis. Einen offiziellen Protest behält sich der Rootai nach ausdrücklicher Prüfung der Zeitlinie zu einem späteren Zeitpunkt vor.“

, sagte nun schließlich auch der Vertreter der umbaranischen Regierung mit ausdruckslosem Gesichtsausdruck und Ridley musste den sprichwörtlichen Hut vor der Selbstkontrolle des Mannes ziehen. Erneut erhob Meisterin Vendon das Wort, sprach auch ihr Bedauern über die Vorkommnisse aus und schlug vor, die Gespräche nun offiziell zum Ende kommen zu lassen. Ihre Abschiedsworte an Ridley und Botschafter Estan waren fast schon versöhnlich zu nennen. Für einige Augenblicke zögerte Ridley, während hen überlegte, wie hen reagieren sollte. Versöhnlich, um zu zeigen, dass das Imperium noch immer auf Deeskalation setzte? Vermutlich weniger. Einmal die Wange hinhalten konnte man propagandistisch ausschlachten, bei zwei Mal musste man sich schon den Vorwurf des Prügelknaben gefallen lassen.

„Ich bin sicher, die Verhandlungen über die Kapitulation des Rebellenstaates auf Mon Calamari werden ebenso konstruktiv verlaufen wie die heutigen.“

, gab Ridley also mit einem stolzen Kopfnicken zurück, das schneidige Zitat bereits auf allen Titelseiten des Imperiums sehend.


„Auch wir danken ausdrücklich für die umbaranische Gastfreundschaft.“

, wandte Botschafter Estan sich ein letztes Mal an den umbaranischen Vertreter, nickte Meisterin Vendon und Rat Janson kaum merklich zu und wandte sich zum Gehen.

„Auf bald, Meisterin Vendon, Rat Janson.“

, fügte Ridley dem hinzu, drehte sich auf dem Absatz um und folgte dem Botschafter zur Tür. Erst, als diese hinter ihnen zu geschwungen war, erlaubte hen es sich durchzuatmen und die Tragweite der Ereignisse gänzlich zu erfassen. Sie befanden sich im Krieg. Endgültig, ohne Wenn und Aber. Und hen musste dringend nach Truuine zurück.


[ Expansionsregion / Ghost Nebula / Umbara-System / Umbara / Hauptstadt / Hotel "Schattenorchidee" / Vor der Verhandlungssuite ] Ridley, sowie (NPCs) Botschafter Estan
 
Statt üblichen geschlechtsspezifischen Pronomen, werden in diesem Post experimentell geschlechtsneutrale Neopronomen verwendet. „Hen“ ist zu lesen wie „er/sie“ (Nominativ & Akkusativ). „Hens“ ist zu lesen wie „ihr/sein“ (Genitiv). „Hem“ ist Dativ. Beispiel: „Dies ist Ridley Solaris. Hen ist imperialer Gouverneur und hens Planet heißt Truuine. Legat Talzin ist hem zu Diensten.“ Von Außen spielt Ridley eine Person mit er/sein Pronomen vor, um im chauvinistischen Imperium nicht benachteiligt zu werden.
[ Expansionsregion / Ghost Nebula / Umbara-System / Umbara / Hauptstadt / Hotel "Schattenorchidee" / Aufzug ] Ridley, sowie (NPCs) Botschafter Estan

„Der betrüblichen Ereignisse zu Trotz möchte ich die Gelegenheit nutzen und Ihnen zu Ihrem guten Verhandlungsgeschick gratulieren, Gouverneur.“

, sagte Botschafter Estan freundlich, während Ridley und er gemeinsam darauf warteten, dass der Aufzug sie endlich zurück zur Gleiterplattform des Hotels Schattenorchidee brachte. Die Stimmung war gelockert, auch nach den Enthüllungen der letzten halben Stunde. Dass der Krieg nun endlich über sie hereingebrochen war, hatte Ridley nicht überrascht, wohl aber, wie es letzten Endes gekommen war. Ein Überraschungsangriff der Rebellen – wahrlich, wer hatte soetwas erwartet? Und das hatte es mit Sicherheit zu einer tödlichen Attacke gemacht.

„Danke, Botschafter. Ich hoffe ich habe mich für mein erstes Mal auf dem politischen Parkett nicht allzu ungeschickt angestellt.“

, gab Ridley mit einem verlegenen Lächeln zurück.


„Ganz im Gegenteil. Die Ergebnisse sind – wie gesagt – mehr als akzeptabel und auch, was ich eben noch von Ihnen in Aktion gesehen habe, war gut. In Ihnen steckt das Potential eines erstklassigen Diplomaten. Schade, dass ich Sie schon wieder gehen lassen muss.“

Einen Moment lang breitete sich Stille im Aufzug aus, während Ridley ein weiteres Mal heute um Worte verlegen fand. Dankbar nickte hen einen Moment später.

„Ich nehme an Sie reisen sofort wieder ab?“

, setzte Estan schließlich nach.

„So schnell es geht, fürchte ich. Dies war eine bedeutsame Ablenkung, doch auch auf Truuine erwarten mich wichtige Geschäfte.“

Nun war es an dem Botschafter zu nicken und das Gespräch erstarb, als der Aufzug endlich sein Ziel erreicht hatte. Der Weg zurück zur Botschaft entpuppte sich als weitgehend schweigsame Angelegenheit. Sowohl Ridley als auch Estan verbrachten die Zeit an ihren Coms, während im Minutentakt neue Updates durch das Holonet liefen. Die Ereignisse überschlugen sich und jede Expertin intergalaktischer Politik beeilte sich ihre oder seine Interpretation der Ereignisse und Prognosen zukünftiger Entwicklungen hochzuladen.

Zurück in der Botschaft musste Ridley das unkontrollierte Scrollen zum Glück unterbrechen. Nachdem hem einen Diener damit beauftragt hatte der Seachange mittzuteilen sich bereitzuhalten, begab hen sich selbst in hens Zimmer zum Packen. Wirklich viel Chaos hatte hen in den Tagen von hens Anwesenheit auf Umbara nicht angerichtet, doch gab hem dies genug Zeit, um eine Sprachmemo Mata Timones abzuhören, die Updates zur politischen Lage auf Truuine bot. Im Großen und Ganzen war alles noch beim Alten, doch hatte Legat Kland erfolgreich einen lukrativen Vertrag vom Prefsbelt-System mit nachhause gebracht.

Zufrieden nickte Ridley, während die Aufnahme die Details durchging und wunderte sich nicht schlecht, wie gut und großzügig die Konditionen für Truuine geworden waren. Da hatte Kland wirklich ganze Arbeit geleistet Gouverneur Zesh über den Tisch zu ziehen – oder Zesh hatte sich wirklich außergewöhnlich großzügig gezeigt. Dies würde hen prüfen und eine entsprechende Antwort formulieren müssen. Besonders horchte hen jedoch auf, als Mata zu dem Punkt kam, an dem Gouverneur Zesh ihnen ein Bataillon Spezialtruppen übersandt hatte, um im Kampf gegen Port Ryloth zu helfen. Das war bei weitem über alle Erwartungen hinaus, die Ridley an die Entsendung Klands gestellt hatte!

Schließlich dann war da noch die Sache mit Alani Inc.. Grade hatte Ridley den Rest der Sprachmemo abgehört und hens Koffer zugeschlagen, als eine weitere Nachricht von Mata eintrudelte. Die Bitte, um Erlaubnis den Plan der Enteignung der truuiner Werften aus der Schublade nehmen und auszuführen zu dürfen. Ein weiteres Mal fühlte hen sich in hens Wahl bestätigt die Karkarodon zu hens persönlicher Assistentin gemacht zu haben. Die Frau war wahrlich auf Zack! Es ergab Sinn – Teil des Deals mit Gouverneur Zesh war es gewesen die enteigneten Anteile der Alani Inc. Fabrik an Prefsbelt zu verkaufen. Warum also warten? Mit einem diebischen Lächeln gab Ridley hens Autorisierung. Und dann war es auch schon an der Zeit zu gehen.

Schnellen Schrittes, hens Koffer hinter sich herziehend, verließ Ridley das Zimmer und machte sich auf den Weg zur Landeplattform. Auf dem Hinweg hatte hen zumindest das Gepäck dem Botschaftspersonal überlassen, doch wollte hen keine Zeit verlieren. Interessante Zeiten brachen über Truuine herein und die wollte hen nicht auf Umbara verbringen. Ob die Fabrik bei hens Ankunft wohl schon enteignet sein würde? Ob Major Cestus Varro schon von Prefsbelt IV angekommen war? Wenn es nach der Gouverneursperson ging, nicht.


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