Truuine

| Truuine | Moraband | Unweit des Praxeum | Bar |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed sowie weitere Gäste und zwei Leibwächter in Zivil


Lilivienne setzte ein durchaus überraschtes Lächeln auf. Ihr war nicht bewusst, dass sie sich den Bastioner Zungenschlag inzwischen derart zu eigen gemacht hatte. Offenbar erkannte man inzwischen selbst auf derart abgelegenen Welten wie Truuine sofort, woher der Wind wehte. Das war gut. Sehr gut sogar. Schließlich hatte sie unzählige Jahre damit zugebracht, sich den für die Zentralwelten ungewohnten Mix aus cygnischem und fondorianischem Akzent abzugewöhnen. Offenbar mit Erfolg. Noch während ihrer Tätigkeit als Schauspielerin hatte sie immer wieder Szenen neu drehen müssen, da ihr ursprünglicher Zungenschlag durchgerutscht war. Doch das war inzwischen auch bald 20 Jahre her. Als Gouverneurin von Bastion erwartete man nun naturgemäß, dass sie keinen fremden Eindruck vermittelte.

„Zwar hat uns der letzte Flug von Bastion hierhergeführt,“, begann Lily nun in dem melodischen Klang, den ihr muttergegebener, cygnischer Akzent mitbrachte, „aber die Galaxis ist groß und wir sind schon viel herumgekommen. Genau wie Sie, wenn Sie meinen Lebensmittelpunkt allein aus dem Klang von zwei Sätzen heraushören können.“

Die Gouverneurin warf einen genaueren Blick auf die Uniform. Gala-Uniform? Imperiale Armee. Die Rangabzeichen eines 2nd Lieutenant. Bandschnalle für die Teilnahme an der Koornacht-Offensive, wenn sie nicht alles täuschte.

„Wir sind auf Einladung des Gouverneurs hier“, lautete ihre Erklärung.
„Die Gala der Gesellschaft zur Förderung der schönen Künste und imperialer Kultur“, fügte sie pflichtgemäß an.


Der Chiss setzte mit dem Schwung seiner Finger eine Bestellung bei dem Barkeeper ab. Offenbar wusste er bereits, was er den beiden Damen vorsetzen konnte. Während er die mit klarbräunlicher Flüssigkeit gefüllten Gläser herüberreichte, nickten sowohl Lily als auch Alizée pflichtbewusst dankend. Ihre Majordomus hatte sich während des Gesprächs bisher auffällig unauffällig zurückgehalten, fühlte sich nun jedoch genötigt, die Vorstellung auf möglichst proklamatische Weise vorzunehmen.


„Sie sprechen mit Madame Lilivienne aus dem Hause Évarielle, Baronesse von Oridin und Gouverneurin von Bastion.“

Alizées schwungvoller, aber arroganter Ton klang beinahe, als wäre sie pikiert davon, dass ihr Gegenüber nicht wusste, wem er gegenübersaß. Sie besaß nicht einmal mehr den Ansatz eines Bastioner Akzents, schließlich war Cygnisch ihre Muttersprache.

Lily warf ihr einen leicht vorwurfsvollen Blick zu. Sie hatte geplant, mehr oder weniger undercover mit den Einwohnern von Truuine ins Gespräch zu kommen. Bei einer Begleiterin, die ihre Rolle mit der eines Herolds verwechselte, würde dies jedoch ein Ding der Unmöglichkeit bleiben.


„Da wir uns weder auf Cygnus, Fondor noch Bastion, sondern in einer ungezwungeneren Atmosphäre befinden, wird Lilivienne reichen, denke ich. Meine Freundin hört auf den Namen Alizée“, versuchte sie die hölzerne Vorstellung etwas aufzulockern. Anschließend führte sie ihr Kristallglas unter die Nase und versuchte die Note des Getränks auszumachen. Altes Holz, etwas leicht Florales und dahinter Vanille.

„Und wie dürfen wir Sie nennen, Lieutenant …?“

Sie erwiderte den Blick in die tiefroten Augen des blauhäutigen.

Dann nahm sie einen Schluck. Er war erstaunlich mild. Nichts, was einem sofort die Kehle herunterbrennt. Da war eine langsamere Wärme, die allmählich den Brustkorb herunterwanderte. Im Mund war er zunächst weich, fast süßlich. Erst danach breitete sich ein würzigerer Geschmack aus. Fast meinte sie, geröstete Nüsse und das Aroma alter Fässer wahrzunehmen. Außerdem hatte er eine ganz schwache mineralische Kühle, etwas von nassem Stein oder Metall. Nicht unangenehm, aber deutlich wahrnehmbar. Es handelte sich um einen alten Kernweltschnaps. Teuer, weich, traditionsbewusst und ein bisschen dekadent. Eine interessante Wahl. Aber keine, die den Geschmack von Truuine repräsentierte. Dank des Geschenkes, das sie von Gouverneur Solaris anlässlich ihrer Ernennung erhalten hatte, kannte Lily den Geschmack Truuines.

In diesem Moment traten weitere Personen an den Tresen und ließen sich auf den Barhockern in der Nähe nieder. Lily beachtete sie zunächst nicht.


„Das ist Ihre Idee davon, was die Leute von Moraband trinken?“ Lily hatte ein amüsiertes Lächeln aufgeschlagen.

Es wäre auch nicht die erste Wahl, die sie von einem einfachen Lieutenant der imperialen Streitkräfte erwartet hätte.


„Sie kommen nicht von hier“, sprach sie das offensichtliche aus. „Ein Chiss, der bei den imperialen Streitkräften dient und viel herumgekommen ist? Außerdem sind Sie offensichtlich nicht im Regeldienst“, stellte sie fest und nickte in Richtung seiner Gala-Uniform.

Sie war sich ziemlich sicher, dass es sich bei ihrem Gegenüber nicht um einen einfachen 2nd Lieutenant handelte.


| Truuine | Moraband | Unweit des Praxeum | Bar |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Theranos Zesh sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil


OP: Cygner haben einen französich klingenden Akzent
 
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[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / Bar am Praxeum] Kael, Lilivienne und Alizée

Kael kam nicht umhin zu schmunzeln als Alizées Taktgefühl eines Rancors ihn ob der Galanz in dessen Gegenwart er sich befand zunächst auf die Formelle Anrede der Baronin hin zu weisen die auf einen dieser klassichen Melodischen Namen der Cygnier hörte. Dann auch noch gleich eine Gouverneurin, er ging in seinem Kopf die Dossiers der wesentlichen Gäste durch... keine ruhige Minute vergönnte man ihm. Sei es wie es sei, er hatte ja Alkohol um dieses ganze nervtötende Socialising durchzustehen und es gab weitaus schlechtere gesellschaft als zwei gut situierte Ladies des Imperialen Verwaltungsadels.

"Oh ich bitte vielmals um Verzeihung Gnädigste, wie hätte ich ob der Haltung auch verfehlen können mich in der Gesellschaft eines Kindes des Östlichen Galaktischen Adels zu befinden.", es war eine Weile her und selbstverständlich war dieser Melodische Schlag der Cygnier nichts was er blind beherrschte aber innerhalb der Reichen und Schönen aufzuwachsen hatte seine Vorteile die eine oder andere Mundart aufzuschnappen als er bewusst in die eher cygnischen Akzente des sprechens verfiel und Alizée zuzwinkerte um der Informalität eine kleine Pointe zu verleihen bevor er leicht den Kopf neigte. "Reed. Kael Reed, ich schließe mich ihnen da an Lilivienne, Kael reicht vollkommen, zumal ich so schade es ist auch nicht mit mehr Vornamen aufwarten kann. In meinem Elternhaus könnte man sagen ist alles mit mehr als sieben Buchstaben wahrscheinlich auch als zu kostenineffizient verschrien.", ein leichtes, mehr nach innen gewanntes lächeln umspielte seine Mundwinkel. "Wir teilen auch dasselbe Ziel der Reise will ich meinen, auch wenn ich hier bin weil der Gouverneur eingeladen hat und nicht weil ich eingeladen wurde.", ein wesentlicher Unterschied den es zu betonen galt bevor er sich wieder einem Schluck seines Mittelmäßigen Truuiner Brandes zuwandte und das Glas anschließend erneut in das Licht hielt damit er die Kirchenfenster sehen konnte. Viskosität, Alkoholgehalt... wenig aussagekräftig rein chemisch gesehen auch wenn es von stümpern und selbstverliebten Sommeliers immer hoch gehandelt wurde dieses kleine aber feine Detail. Nun wer konnte es ihnen verdenken wenn es ihnen an der mentalen Kapazität fehlte etwas das die tranken überhaupt soweit verstehen zu können das sie in der Lage gewesen wären es herzustellen... was bei den meisten definitiv nicht gegeben war. Viele, wenn nicht gar fast alle, waren Stümper und mehr Verkäufer mit einem glorifizierten Titel.

"Oh was ich ihnen habe bringen lassen ist definitiv nicht was hier getrunken wird. Es widerstrebt mir jedoch zutiefst ihnen etwas zu bestellen das in meinen Augen niemals die Schranken der Mittelmäßigkeit hinter sich lassen wird wie mir scheint. Ich möchte nicht alle Brenner des Planeten verurteilen aber alles bisherige das ich verkosten konnte ist von der Kunst und Vielfältigkeit echten Könnens leider noch weit entfernt.", er konnte die Fragezeichen in den Gesichtern der Frauen sehen, was verstand ein Soldat schon von den Annehmlichkeiten schönen Essens und herausragender Getränke. Ein offeneres lächeln schlich sich über sein Gesicht während er den feinen aufsteigenden Aromencocktail des Brandes erneut langsam einatmete. "Wissen sie was wirkliche Meister von einem Reinen Produkt unterscheidet? Das sie einen Stil pflegen, geboren aus Zufall und doch Kontrolle. Ein schmaler Grad daraus der Natur ihren Lauf zu lassen und doch niemals die Zügel aus der Hand zu geben. Nehmen wir den Esseles Archipelago Reserve den ich ihnen bestellt habe und vergleichen ihn einmal mit diesem Morab' Edition 1717.", er griff unbemerkt hinter die Theke und angelte sich ein Glas, teilte seinen Brand und offerierte ihn der Gouverneurin von Bastion. "Der Truuiner Brand ist Zweifelsohne fehlerlos, klar in seiner Struktierung von Kopfnote, Körper und Nachhall. Was ihn von ihrem Brand unterscheidet ist, dass er diese Qualitäten allesamt mit jedem anderen Brand hier teilt. Auf Esseles sind die Hallen der Trico-Familie dessen Meisterstück sie genießen mehrmals überschwemmt worden. Was man anfänglich für unverkäuflich hielt zeigte jedoch eine Komplexität die sich im Glas erst nach 30 bis 45 Minuten entfalten kann. Ein Fehler der schließlich zur Kunstform und einem einzigartigen Stil erhoben wurde. Die Höhlen in denen das Produkt heute gelagert wird überschwemmen nun jedes Jahr, jedoch nicht immer gleich- oder gar regelmäßig. Aus diesem Naturphänomen entwickelte sich eine Unverkennbare Handschrift, etwas was nicht zu kopieren ist und mit dem es jedes Jahr aufs neue etwas zu entdecken gibt. In der Arbeit und im Glas.", er nahm einen Schluck von ihrem Glas nachdem er still seine Hand zur Nachfrage ausgestreckt hatte und genoss jede einzelne Sekunde. "Das ist es was die Meister dieser Kunst von jenen Unterscheidet die ein Brennlabor niemals verlassen haben."

Während er also in etwas schwelgte was ihn so sehr an seine Erziehung denken ließ das er fast kotzen musste. bemerkte er durch Zufall das ihn ein nicht gänzlich unbekannter Mann von der anderen Seite der Theke kurz anstarrte. Aren Vayliuar. Mittlerweile Moff und einer der Namen auf der Gästeliste die er kannte und Personen die er Dank Bild und vormaligem Zusammentreffen definitiv wiedererkannte. Er hob sein Glas leicht zum Gruß während er zu Lilivienne schielte. "Ich darf doch annehmen Teuerste das sie zum Netzwerken hier sind? Dann sollten wir gleich informell damit anfangen."

Er sprach etwas lauter in Richtung des Moffs. "Mr. Vayliuar, keine falsche Scheu die Damen beißen nicht und ich färbe nicht ab, gesellen sie sich zu uns. Wenn man mir gesagt hätte das sie hier sind hätte ich diese Verpflichtung ja beinahe dankend ausschlagen können."

Vielleicht konnte er sich ja doch noch um zu viel Kommunikation herumdrücken.

[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / Bar am Praxeum] Kael, Lilivienne und Alizée, Aren und ein unbekannter Mann
 
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[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, noch nicht erkannter Chiss (Kael Reed), unbekannte Damen

Auch nachdem er sich von dem seltsam vertrauten Chiss abgewendet hatte, konnte er nicht vermeiden, mit einem Ohr bei dem Gespräch der drei zuzuhören. Erst als Zesh ihm zuprostete griff Aren auch zu seinem Glas Cognac und stieß mit dem Sector Adjutanten.

,,Mit einem Cognac macht man in der Regel immer einen guten Griff, wenn sie mich fragen."

, erwiderte Aren mit einem Lächeln und gönnte sich einen Schluck. Genau in diesem Moment hörte er von der Nachbargruppe rund um den Chiss etwas, was ihn aufhorchen ließ. Wie der Zufall so spielte hatte er wohl nicht nur die gleiche Bar wie die Gouverneurin von Bastion ausgesucht, sondern noch dazu auch die Plätze direkt neben dieser. Hätte sie nicht mit dem Rücken zu ihnen gesessen, hätte er sie wahrscheinlich sofort erkannt. Es war wichtig die Gesichter der Männer und Frauen zu kennen, die neben ihm im Imperialen Norden Schlüsselpositionen in der Verwaltung einnahmen ... vor allem wenn sie genau so plötzlich in diese Schlüsselpositionen gekommen waren wie man selbst. Fast hätte er gedacht, mehr Zufall wäre nicht möglich, bis auch der Chiss seinen Namen von sich gab. Das Lächeln wich für einen Moment dem Ausdruck ehrlicher Überraschung. Wie lange mochte Nirauan mittlerweile her sein? Es fühlte sich für ihn beinahe wie ein ganz anderes Leben an.

Doch auch Zesh schien zu merken, dass seine Aufmerksamkeit nicht gänzlich ihm selbst galt, als er leicht amüsiert fragte, ob er ihre Sitznachbarn kennen würde. Aren setzte nicht direkt zur Antwort an, sondern lächelte zuerst etwas verlegen und entschuldigend in Richtung des Sector Adjutanten. Er genehmigte sich noch einen Schluck Cognac, den er genüsslich im Mund verkostete.


,,Nun, tatsächlich ist es so ..."

Weiter kam er nicht. Auch er war entdeckt worden. Lieutenant Reed prostete ihm zu, sprach kurz mit der Dame, die wohl die Gouverneurin von Bastion war und wandte sich dann ihm zu. Mit einem wohl leicht scherzenden Ansatz lud er Aren und seinen Begleiter ein, sich zu ihnen zu gesellen. Aren griff zu seinem Glas und lächelte in Richtung des Lieutenants, bevor er aufstand und sich in deren Richtung begab, sodass er die Gouverneurin von Bastion auch ansehen konnte, ohne dass sie sich gänzlich verdrehen musste. Mit einer kurzen Handgeste lud er Theranos ein, sich ebenfalls anzuschließen.

,,Wenn das kein Zufall ist. Diesmal auf einem etwas gastfreundlichen Planeten als zuletzt ... eine Verbesserung wenn man das so sagen kann. Meine Verlobte hat mich hierhergeschleppt und als Mitglied der ausrichtenden Gala kann man sich kaum entziehen."

Aren prostete dem Lieutenant erneut zu und lächelte ihm entgegen. Kurz versuchte Aren die Situation einzuordnen. War der Mann im Dienst für die Armee oder seine Mutter hier? Die Galauniform und der Anlass sprachen wohl für letzteres, doch es herrschte Krieg und Truuine war nicht all zu weit von der Front entfernt. Naja, für den Moment sollte es egal sein und Aren wusste ohnehin aus unguter Erfahrung, dass man nicht all zu sehr im Thema Familie bei Mr. Reed herumstochern sollte. Dann wandte er sich der Gouverneurin zu. Er wusste nicht, wer die andere Dame war, vielleicht eine Freundin, doch Ms. d'Oridin erkannte er sofort. Mit seiner Begrüßung wandte er sich an beide, wenn auch in erster Linie an die Gouverneurin von Bastion.

,,Ich hätte nicht gedacht, dass Truuine Gäste eines solchen Kalibers anziehen würde. Es ist mir eine wirkliche Freude, Lady d'Oridin, ich habe in letzter Zeit viel über sie gelesen und an ihrem Gesicht kommt man im Thronsektor ja ohnehin kaum vorbei. Mein Name ist Aren Vayliuar, wie sie ja jetzt durch unseren gemeinsamen Bekannten bereits wissen."

Er ließ Rang und Titel bewusst außen vor. Ein wenig wollte er seinen Inkognito Status doch auskosten - er war Mr. Reed sehr dankbar, dass er ihn nicht sofort gänzlich verraten hatte. Und auch die neue Gouverneurin wollte er eines kurzen Test unterziehen, mal schauen wie sie reagierte ohne direkt seinen Titel auf dem Silbertablett präsentiert zu bekommen. Dann wandte er sich Theranos zu um ein wenig die Vorstellungsrunde zu moderieren.

,,Das ist Theranos Zesh, Sector Adjutant des Prefsbelt Sectors für Wirtschaft, Bau, Industrie und Handel. Theranos, das ist Lieutenant Kael Reed ein ... Geschäftspartner von mir. Die Gouverneurin von Bastion werden Sie ja mit Sicherheit auch ohne mich erkannt haben. Ich muss nur leider gestehen, dass ich auch nicht weiß, wer ihre Begleitung ist."

Lächelnd blickte er in Richtung der beiden Damen und nahm noch einen weiteren Schluck Cognac. Er hielt sich bewusst etwas ruhiger, wirkte die Gouverneurin in ihrer privaten Kleidung doch eher so wie er, als wollte auch sie nicht unbedingt sofort erkannt werden. Es hatte doch alles hier das Potential, sich in eine noch angenehmere Richtung zu entwickeln, als ursprünglich ohnehin bereits gedacht.

[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, noch nicht erkannter Chiss (Kael Reed), unbekannte Damen
 
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[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kael Reed, Lilly Evarielle d'Ordin und (NPC´s - Majordomus Alizée sowie weitere Gäste und zwei Leibwächter in Zivil )


Theranos ließ seinen Blick kurz auf das Glas des Moffs sinken und musste bei dessen Antwort bezüglich des Cognac´s leicht schmunzeln.

„Gut zu wissen. Vielleicht können Sie mir bei Gelegenheit einen empfehlen. Ich muss gestehen, dass meine Erfahrung mit gutem Cognac deutlich überschaubarer ist als mit Wein.“

Er nahm einen kleinen Schluck aus seinem eigenen Glas und wollte sich gerade wieder dem eigentlichen Grund ihres Treffens widmen. Immerhin waren sie bei ihren Überlegungen zu seinem zukünftigen Stab, den Anforderungen rund um KP-1 und den zahlreichen Aufgaben seines neuen Ressorts noch lange nicht am Ende angelangt. Doch dazu kam es vorerst nicht.
Auf seine Frage hin, ob Aren jemanden unter den übrigen Gästen kannte, setzte der Moff gerade mit einem „Nun, tatsächlich ist es so …“ zu einer Erklärung an, als von eben jener Seite der Theke plötzlich eine Stimme zu ihnen herüberdrang.
Theranos wandte nun erstmals ganz offen den Blick in die entsprechende Richtung.

Ein Chiss hatte Aren angesprochen und hob sein Glas in dessen Richtung, wobei die Vertrautheit seiner Worte kaum Zweifel daran ließ, dass die beiden einander tatsächlich kannten. Wer der Mann war, oder wer die beiden Damen in seiner Gesellschaft waren, wusste Theranos dagegen nicht. Zumindest erklärte er das vorherige Verhalten seines Vorgesetzten.
Offenbar würde er die Antwort auf seine Frage nun ohnehin aus erster Hand erhalten.

Theranos war mit dem Gespräch über KP-1 und seinem neuen Ressort zwar noch lange nicht fertig gewesen, doch allem Anschein nach musste dieser Teil ihrer Unterhaltung für einige Zeit warten. Die Unterlagen in seiner Aktentasche liefen schließlich nicht davon, und seine Neugier darüber, mit wem Aren auf diese beinahe vertraute Weise bekannt war, überwog für den Augenblick deutlich.
Als der Moff schließlich aufstand und Theranos mit einer kurzen Handbewegung bedeutete, sich ebenfalls anzuschließen, nahm dieser daher sein Weinglas sowie die Aktentasche und folgte ihm die wenigen Schritte entlang der Theke, wo er die Tasche dann auch schon wieder abstellte.

Erst während Aren die kleine Runde begrüßte, begann sich für Theranos langsam ein Bild zusammenzusetzen. Der Chiss war offenbar ein Lieutenant Kael Reed und kannte Aren bereits von einer früheren Begegnung, über deren genauere Umstände Theranos vorerst ebenso wenig wusste wie über die Bedeutung der etwas eigenwilligen Bezeichnung als dessen Geschäftspartner.
Wesentlich vertrauter war ihm dagegen der Name der Dame, an die Aren sich anschließend wandte.

Lilivienne Évarielle d’Oridin Gouverneurin von Bastion und Baron von Oridin

Spätestens mit der Erwähnung Bastions hätte Theranos ohnehin gewusst, wen er vor sich hatte. Persönlich war er der Gouverneurin der imperialen Hauptstadt bislang nie begegnet, doch ihr Gesicht kannte er aus Holoberichten von offiziellen Aufzeichnungen ebenso wie aus ein paar spots ihrer früheren Propagandafilme und den politischen Unterlagen, mit denen er sich spätestens seit seiner Ernennung zum Sector Adjutant deutlich intensiver beschäftigte. Eine Gouverneurin von Bastion gehörte schließlich kaum zu jenen Persönlichkeiten innerhalb der imperialen Verwaltung, deren Namen man beiläufig übersehen konnte.

Als Aren schließlich auch ihn vorstellte, trat Theranos etwas näher. Da er nicht wusste wie er sie am besten begrüßen sollte und er erst wenig Erfahrung mit anderen Verwaltern oder Gouverneurinnen gesammelt hatte beschloss er Sie mit vollem Titel anzusprechen. Somit neigte er zunächst höflich und respektvoll den Kopf in Richtung der Gouverneurin und sprach mit einem freundlichen und ehrlichen lächeln auf den Lippen.

„Gouverneurin d’Oridin und Baron von Oridin, es freut mich außerordentlich, Sie persönlich kennenzulernen. Bislang kannte ich Sie tatsächlich nur aus Holoberichten und den üblichen Aufzeichnungen.“

Anschließend wandte er sich ebenso höflich ihrer Begleiterin zu, deren Identität offenbar selbst Aren nicht kannte, und begrüßte auch sie mit einem freundlichen Nicken.

„Ebenso freut es mich, Ihre Bekanntschaft zu machen, die Dame.“

Er beließ es bewusst dabei und gab ihr damit Gelegenheit, sich selbst vorzustellen, anstatt über Namen, Titel oder Stellung einer ihm unbekannten Person zu spekulieren.

Zuletzt richtete sich seine Aufmerksamkeit auf den Chiss.

„Lieutenant Reed.“

Theranos nickt nun auch ihm höflich und freundlich zu und prostete leicht in seine Richtung als er das Glas in seiner Hand sah, ehe er einen kleinen Schluck von seinem Wein trank. Für einen Augenblick ließ er seinen Blick über die unerwartet zusammengekommene Gesellschaft wandern. Aus dem ursprünglich geplanten ruhigen Gespräch zwischen Aren und ihm war innerhalb weniger Augenblicke eine bemerkenswert interessante Runde geworden.

„Darf ich fragen, ob Sie sich ebenfalls für eine kleine Unterredung hier getroffen haben, oder hat Sie der Zufall genauso zusammengeführt wie uns gerade?“

Sein Blick wanderte dabei zunächst zwischen Reed und den beiden Damen hin und her, bevor er mit sichtlicher Neugier wieder kurz zu Aren sah.
Dass ihr Gespräch über KP-1 und seinen zukünftigen Stab damit vorerst unterbrochen war, störte Theranos inzwischen kaum noch. Dafür würde sich später noch genügend Gelegenheit finden.

Für den Augenblick interessierte ihn wesentlich mehr, in welche Situation er und Aren hier gerade eher zufällig geraten waren und was sich daraus noch ergeben würde.



[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kael Reed, Lilly Evarielle d'Ordin und (NPC´s - Majordomus Alizée sowie weitere Gäste und zwei Leibwächter in Zivil )
 
[Innerer Rand - Manaan-Sektor - Truuine-System - Truuine - Südpolarkreis - in einem Kanonenboot auf dem Weg zum nächsten Einsatz - Akolyth Vorn, Cestus Varro und Soldaten des Skybridge Bataillons]

Vorn wurde sehr schnell wieder daran erinnert, wieso es klug war einfach mal die Fresse zu halten. Kaum hatte er angedeutet, dass die ihn umgebenden Männer halbwegs brauchbar waren, musste ihr kommandierender Offizier das gleich mal ausschmücken und ihn mit allerlei unwichtigen Scheiß zutexten. Glücklicherweise war er zu sehr mit dem Fressen beschäftigt, um – zumindest aus
Asters Sicht – unhöflich sein zu können. Die Stummheit des Akolythen änderte ohnehin nichts. Der Major redete und redete und redete. Klar, ein bisschen was von Wert war auch dabei, aber oh bei Magga, der Typ war wieder so einer. Einer der sich gerne selber reden hörte. Ob das wohl eine Eigenschaft von imperialen Offizieren war? Also eine Art Grundvoraussetzung?

Was auch immer. Der wichtigste Punkt war ihr nächstes Ziel, ein Bunker und die ihn umgebenden Gräben. Letztere erforderten eine andere Form des Kampfes. Technisch gesehen konnte man einfach drüber hinweg laufen, doch dagegen hatte man sich natürlich gewappnet und selbst Vorn würde eher früher als später aus zig Richtungen in die Mangel genommen und durchlöchert werden. Womit er dann eigentlich einen Vorteil hatte. Kleine Räume und Gänge waren wie ein Heimspiel. Andererseits kannte er es nur aus einer Welt, in der es nur Nahkampfwaffen und vielleicht mal ein paar brennbare Flüssigkeiten gab ... es blieb also abzuwarten.

„Verstehe.“ gab Vorn zurück, als es passend erschien und aß weiter. Zwei andere Soldaten schienen ermutigt worden zu sein es ihm nachzutun, denn auch sie hatten sich inzwischen eine der Feldrationen geschnappt. Ein paar andere tranken etwas, doch die meisten wirkten ruhig. Wie Puppen oder Droiden, weniger wie Menschen, die in einer fliegenden Blechdose steckten, welche sich ganz schnell in einen fliegenden bzw. dann eher abstürzenden Sark verwandeln konnte und es gab nichts, dass sie dagegen tun konnten. Vorn selbst hasste das Fliegen. Nicht einmal den Akt selber, also ihm wurde nicht schlecht oder so, sondern die mangelnde Kontrolle. Das war in der Grundausbildung schon so weit gegangen, dass er sich ernsthaft darüber informiert hatte, wie man selber flog oder WENIGSTENS an einem Geschütz saß und irgendetwas töten konnte, während man sonst nichts tun konnte. Es hatte sich jedoch herausgestellt, dass das nicht mal so eben erlernt werden konnte. Falls Aster es überhaupt zugelassen hätte. Doch selbst wenn: auf die paar Jahre in der Ausbildung konnte er gerne verzichten. Um zum Punkt zu kommen: auch deshalb futterte er gerade. Um den Körper und Geist beschäftigt zu halten.

Nachdem der
Major verschwunden war und sein Ding gemacht hatte, kam er zurück und informierte alle über den Plan. Schwer zu sagen, ob der einfache Soldat das alles verstehen und in seinem Kopf in eine Karte mit beweglichen „Spielern“ verwandeln konnte, doch Vorn war dazu nicht in der Lage. Das war nicht unbedingt seine Stärke. Seine Welten waren klein genug gewesen, um das nicht tun zu müssen und er hat diese Fähigkeit daher nie erlernt. Folglich gingen die Worte des Majors in ein Ohr rein und aus dem anderen wieder heraus und es blieben nur kleinste Details hängen.

Danach passierte erst einmal nichts mehr. Der Flug war ruhig, die paar geführten Gespräche so leise, dass nur der Nebenmann sie hören konnte. Vorn wurde irgendwann so langweilig, das sein Blick einen beliebigen Soldaten vor sich abtastete und seine Ausrüstung begutachtete.
Richtig. Die Schwerter. Sie würden selber in den Nahkampf gehen wollen. Das war ein Problem. Wieder so eine Sache, die er sich nie angeeignet hatte. Das MIT jemanden kämpfen. Er besaß ein Laserschwert und das schnitt durch die Imperialen, „seine“ Leute also, genau so leicht wie durch die Rebellen. Er konnte NICHT WIRKLICH mit ihnen kämpfen. Er war sowieso schon groß und breit und auffällig wie einer dieser hässlichen weißen Wookiee-Abarten … wobei es schon ein großes Lob war, dass etwas noch hässlicher sein konnte als diese stinkenden Affen. Er war also nicht in der Position sich wegen verbündeter Kräfte in seinem direkten Umfeld einzuschränken.

„Major.“
sagte er deshalb schließlich und das laut genug, damit es jeder hören konnte.
„Arbeiten sie lieber einen Plan aus, der ihre Leute von mir fern hält.“ Als der Offizier ihn ansah, klopfte der Hüne auf sein Schwertgriff.
„Ich werd mich nicht zurückhalten. Also sollte niemand neben mir stehen.“

Der Angesprochene antwortete erst einmal nicht, signalisierte aber verstanden zu haben. Das mochte auch daran liegen, dass er just in dem Augenblick durch seinen Com angesprochen wurde und er kurz darauf die Seitentür öffnen ließ. Er lehnte sich leicht heraus und benutzte eines dieser fantastischen imperialen Ferngläser, die für einen jüngeren Vorn wie Magie gewesen wären. Inzwischen war er Machtnutzer, also schwächte das solcherlei Gedanken ab, doch imperiale Technologie war immer noch faszinierend.
Nicht so faszinierend waren zum Beispiel jene Gedankenspiele, in denen Vorn aufstand und den Major aus dem Transporter trat und danach alle Anwesenden mit dem Schwert nieder mähte. Das war inzwischen Standard geworden. Sich auszumalen, ob er in der Position war um einen Raum zu säubern. Grob über den Daumen gepeilt hatte er bisher mehr verloren als gewonnen, doch hier und jetzt sah er gute Chancen.

Bevor sich der dunkle Machtnutzer zu sehr in diesen Phantasien verlieren konnte, trat der Major zurück, das Schott schloss sich und Gespräche wurden geführt. Dann bekam Vorn einen Comlink. Im Prinzip überflüssig, da sein Helm über alle nötige Technik verfügte, musste der Akolyth ihn dennoch annehmen. Er hatte sich nicht ausreichend damit beschäftigt, um mal so nebenbei irgendwelche Anpassungen vorzunehmen.

Der Major sprach wieder und die ohnehin schon kühle militärische Atmosphäre wurde frostig. Und Vorn erkannte, dass er militärische Führer mehr mochte als Politiker. Die kleine Ansprache von
Aster, vor kurzem noch auf dem Wasserschiff, war sehr viel... blumiger gewesen. Emotionaler, ausschweifender und der ganze Scheiß. Der Major konnte viel reden, ohne etwas zu sagen, aber er konnte auch anders. Vorn hätte sogar beinahe genickt, doch dann fiel ihm die Sache mit dem Comlink ein und er fummelte lieber an seinem Helm herum, während die anderen Soldaten sich und ihre Ausrüstung gegenseitig überprüften. Er war auch noch dabei, als der Offizier ihn erneut erwähnte und plötzlich löste sich all der Respekt auf, den er eben noch für diesen Mann empfunden hatte. Da waren sie ja. Die blumigen Worte über Ehre und die ganze Wi**se. Aber es schien funktioniert zu haben, denn die Männer um ihn herum starrten ihn an und reckten ihre Waffen. Vorn hatte das zuvor erlebt. Schon in der Kolonie. Und auch schon damals hatte er wenig mehr als Verachtung für diese Kreaturen übrig gehabt. Schwache Menschen verstanden das nicht. Sie sprachen ständig von wir und uns, doch es gab kein Wir. Sie kämpfen nicht ZUSAMMEN. Sie kämpften NEBENEINANDER, während sie in die selbe Richtung gingen. Das war NICHT dasselbe.

Doch darüber würde ein
Anhänger von Magga nicht mit Außenstehenden reden. Es war weder seine Aufgabe, noch sein Bedürfnis sie über diesen Unterschied aufzuklären. Sobald sie neben ihm starben und er ihnen höchstens beim Sterben zusah, würden sie es schon verstehen. Wenn schon nicht auf intellektuellem Level, dann wenigstens instinktiv. In größter Not nur Gleichgültigkeit zu erblicken, konnte nicht mehr ignoriert werden. Das war der Punkt, an dem man sich nichts mehr vormachen konnte. Und wenn sie diesen ohnehin erreichen würden, wozu es ihnen zuvor erklären?

Irgendwann wurden sie geradezu beiläufig und willkürlich beschossen. Niemand schien das groß zu interessieren. Es wurden sogar Witze darüber gemacht und tatsächlich hörte sich das auch gar nicht mal so bedrohlich an. Das unverkennbare Geräusch eines für ihre Sicherheit arbeitenden Schutzschildes war hier und da zu hören und es klang so seicht wie der Wind. Vorn kannte jene Einschläge auf Schutzschilde, die von einem drohenden Kollaps verkündeten. Die hörte er hier nicht, also machte er sich keine allzu großen Sorgen.
Und dann landeten sie schließlich und alle verließen schnell, aber geordnet den Transporter. Der Akolyth folgte wie gewünscht dem
Major, während um sie herum schon völlig wirkungslos Feindfeuer einschlug. Nun, nicht ganz wirkungslos, denn so konnte man relativ leicht sehen, bis wohin man gehen konnte, ohne abgeschossen zu werden. Na vielen dank, ihr scheiße dämlichen Rebellenwi**ser!

Weitere Befehle wurden gegeben und alles klang schon irgendwie sinnvoll. Soweit Vorn es verstand, hatte er aber vorerst nichts zu tun. Weshalb er sich eine Weile umsah, bis er jemanden mit einer interaktiven Karte des vor ihn liegenden Geländes fand. Natürlicherweise hatten sich bereits andere Entscheidungsträger darum versammelt, während die normalen Soldaten der körperlichen Arbeit nachgingen und das Fundament für den bevorstehenden Frontalangriff legten. Der Machtnutzer selber hatte ja nicht durch das Makrofernglas geschaut, weshalb er bis zu diesem Punkt nur die Information „Bunker“, „Hügel“ und „Grabennetz“ gehabt hatte. Nun sah er mehr. Noch immer nicht die echte Realität, sondern nur eine holographische Karte, doch es reichte. Die Proportionen waren zwar falsch, doch es schlich sich dennoch das unbestimmte Gefühl ein, dass sie morgen Mittag nicht schon wieder auf dem Weg zum nächsten Ziel sein würden...


[Innerer Rand - Manaan-Sektor - Truuine-System - Truuine - Südpolarkreis - vor den Gräben von Bunkerhügel T/02 - Akolyth Vorn, Cestus Varro und Soldaten des Skybridge Bataillons und sonstige Planetare Sicherheitskräfte]
 
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Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Theranos Zesh sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil

Kael Reed. Da klingelte erwartungsgemäß nichts bei ihr. Lily fiel lediglich auf, dass der Name nicht nach Chiss klang. Aber über die Normen Chiss-Namensgebung war ihr genau so viel bekannt wie über die Essgewohnheiten von Malastare-Ratten: Klischees.
Darüber hinaus fiel ihr lediglich auf, dass ihr Gegenüber Basic nicht nur fließend beherrschte, sondern auch in der Lage war, gewählte und teils gar gestelzte Formulierungen zu verwenden. Er schien also eine gute Ausbildung genossen zu haben oder aus gutem Hause zu sein. Vielleicht auch beides. Kael gab zudem zu verstehen, dass er ebenfalls als Gast der Gala auf Truuine verweilte. Der formelle Auftritt ergab also Sinn. Er fuhr fort, und das nicht ohne direkt alle Brennereien des Planeten zu verurteilen. Lilys Augenbrauen wanderten unwillkürlich ein Stück nach oben. So schlecht konnte der örtliche Geschmack doch sicher nicht sein. Übertrieb der Chiss also? Konnte er das überhaupt einschätzen? Vielleicht hatte seine … Art … andere Geschmacksnerven also normale Humanoide. Erneut stellte sie fest, dass sie nicht genug über die blauhäutigen Chiss wusste, um sich ein vernünftiges Bild machen zu können.
Dann begann Lieutenant Reed jedoch mit einem Monolog, der beweisen sollte, wie sehr er Mann von Kultur und Geschmack war. Es fiel Lily schwer, seinen Ausführungen zu folgen. Sie war nicht Feinschmecker genug, um aus dem Brand, den er nun mit ihr teilte, irgendeine Überschwemmung herauszuschmecken. Sie konnte wahrnehmen, dass dieses Getränk einen anderen Geschmack hatte. Das war es aber auch. Den Chiss jedoch schien sein Aroma fast zu betören. Es dauerte gefühlt ewig, bis er seinen Vortrag beendet hatte, zu dem Lily höflich schweigend lauschte und lediglich ab und zu Blicke mit Alizée austauschte.


„Ein Erlebnis, in der Tat“, war der einzige Kommentar, der ihr zu diesem Brand einfiel. Alles andere war ja schon gesagt.

Zu ihrem Glück schien der Lieutenant kurz darauf eine alte Bekanntschaft zu entdecken und entschloss sogleich, alle miteinander bekannt zu machen. Lily drehte sich auf ihrem Barschemel halb herum und erkannte die Personen, die kurz zuvor die Bar betreten hatten.
Und nun fiel ihr auf, dass sie zumindest einen von ihnen schon einmal gesehen hatte. Davon war sie überzeugt. Sie konnte nur nicht einordnen, wo das war. Lilivienne betrachtete ihn einen Moment länger, als es für einen vollkommen Fremden notwendig geworden wäre. Sie versuchte in ihrem Gedächtnis zu kramen. Bastion? Im Gouverneurspalast konnte sie ihn nicht verordnen. Es musste irgendwo anders gewesen sein. Sie entschied sich jedoch, ihrer Erinnerung nicht gewaltsam auf die Sprünge zu helfen. Wenn der Mann wichtig genug war, würde sich seine Identität schon ergeben.

Interessant war jedenfalls, dass er derjenige war, den Kael kannte. Der Blick der Gouverneurin wanderte für einen Moment zum Chiss zurück. Der rätselhafte Lieutenant sammelte langsam eine bemerkenswerte Zahl Auffälligkeiten an. Erst die Gala, dann sein Auftreten, sein gebildeter Hintergrund und nun eine Bekanntschaft, die Lily schon einmal gesehen hatte. Als er herantrat begrüßten sich die beiden mit einer gewissen Vertrautheit, ehe er sich ihr zuwandte. Als er sie mit Lady d’Oridin ansprach und anmerkte, in letzter Zeit einiges über sie gelesen zu haben, musste Lily unwillkürlich schmunzeln. Alizées Bemühungen, ihren gesellschaftlichen Rang allen Gesprächspartnern vorab klar zu machen, waren somit zumindest in diesem Fall überflüssig.


„Dann hoffe ich, dass wenigstens ein Teil davon schmeichelhaft war“, erwiderte sie. „Holomedien haben oftmals den Drang, aus einer gewöhnlichen Stechmücke einen gefährlichen Rancor zu machen.“

Er stellte sich als Aren Vayliuar vor. Der Name half ihr leider nicht weiter. Sie ließ sich davon jedoch nichts anmerken und neigte höflich den Kopf, ohne nach einem Titel zu suchen, den der Mann selbst offenbar nicht für erwähnenswert hielt. Er war also Mitglied der Gesellschaft. Vielleicht war er Künstler? Darsteller? War Lily ihm zuvor Mal bei Dreharbeiten über den Weg gelaufen?

„Es freut mich sehr, Mr. Vayliuar.“

Die Vorstellung des Mannes an seiner Seite brachte zumindest bei diesem wesentlich schneller Klarheit. Theranos Zesh, Sector Adjutant des Prefsbelt-Sektors. Irgendwas klingelte in ihrem Hinterkopf. Das Memo war mal über in ihrem Feed aufgetaucht. Ihr war zu diesem Zeitpunkt schon aufgefallen, dass es sich um ein bemerkenswert weit gefasstes Ressort handelte. Die Bemerkung, dass man ihm offenbar alles übertragen hatte, was sich entweder errichten oder verkaufen ließ, unterdrückte sie staatsmännisch. Stattdessen begrüßte sie auch ihn mit einem ebenso höflichen Nicken. Immerhin konnte sie bei ihm wissen, woran sie war.

Mister Zesh. Ebenfalls eine Freude. Ich hoffe, Sie finden noch Zeit zum Schlafen bei so viel Verantwortung.“

Nun doch ein Kommentar. Lily garnierte ihn jedoch mit einem charmanten Lachen, der kenntlich machen sollte, dass es sich dabei um einen Scherz handelte. Seine anschließende Begrüßung galt Alizée und erst jetzt wurde der Gouverneurin bewusst, dass sie ihre Begleiterin noch gar nicht vorgestellt hatte. Wie unhöflich. Sie wandte sich daher leicht zur Seite und öffnete mit einer kleinen Handbewegung die nun eher zufällig entstandene Gesprächsrunde für die andere Frau.

„Bevor meine Manieren vollkommen unter diesem vorzüglichen Brand leiden: Alizée Marre, Majordomus meines Hauses.“
Ein entschuldigendes Lächeln ihr gegenüber folgte.
„Die Person, der ich verdanke, dass ich pünktlich zu Terminen erscheine, dass mein Haushalt geregelt ist und, dass auch ja jeder meine vollständigen Namen und Titel erfährt.“

Wieder lachte sie und warf der Cygnerin einen Seitenblick zu, in dem Tadel und Belustigung die Waage hielten. Gerade heute Abend hatte Lilivienne ursprünglich gehofft, für ein paar Stunden nicht als Gouverneurin von Bastion oder Baroness durch Moraband zu laufen. Offenbar ein hilfloses Unterfangen. Zesh’s Frage, ob es sich bei ihrer Zusammenkunft um eine Verabredung handelte, brachte sie ebenfalls zum Glucksen. Sie sah zunächst zu Kael und dann zu Mr. Vayliuar, als müsste sie überprüfen, ob sich hier möglicherweise ohne ihr Wissen eine kleine imperiale Konferenz gebildet hatte.

„Nein, ganz und gar nicht. Kael war spontan so freundlich, sein Wissen über erlesene Brände mit uns zu teilen.“
Sie hob das kleine Glas etwas an und ließ den Rest des Getränkes darin kreisen.

„Unser Treffen war glücklicher Zufall. Alizée und ich wollten den Abend nutzen, um etwas von Moraband zu sehen, bevor morgen die Gala beginnt. Dabei sind wir hier gelandet und der Lieutenant hat uns offenbar davor bewahrt, Opfer eines nur zweitklassigen Truuiner-Brands zu werden. Zwar bin ich in derlei Dingen nicht qualifiziert genug, um sein Urteil zu bestätigen. Ich kann lediglich feststellen, dass der Vergleich zugunsten dieses Getränks ausfällt.“

Sie deutete mit der freien Hand auf ihr Glas.

Dass die beiden anderen Männer zur Gala eingeladen waren, machte die zufällige Begegnung weniger unwahrscheinlich, als sie zunächst erschienen war. Truuine war schließlich nicht Bastion oder Coruscant. Moraband war noch kein Ort, an dem sich die gesellschaftliche Elite des Imperiums auf unzählige Viertel verteilte. Zumal sie sich hier direkt gegenüber des Praxeum befanden. Wer wegen derselben Veranstaltung angereist war und am Vorabend nicht nur in seinem Quartier verbringen wollte, landete wahrscheinlich zwangsläufig irgendwann in denselben Straßen, Restaurants oder Bars. Trotzdem war die Ironie da, dass sie ausgerechnet beim Versuch, dem politischen Betrieb zu entkommen, innerhalb kürzester Zeit einen imperialen Offizier mit Alkoholexpertise, einen frisch ernannten Sector Adjutanten und einen Mann kennengelernt hatte, dessen Gesicht sie noch immer irgendwo in ihrem Gedächtnis herumtrug.

Aren Vayliuar.

Sie nahm einen kleinen Schluck und musterte ihn erneut über den Rand ihres Glases hinweg, ohne dabei zu offensichtlich zu wirken. Der Name sagte ihr noch immer nichts. Vielleicht lag es tatsächlich an ihrer früheren Arbeit. Als Schauspielerin hatte sie über Jahre eine kaum überschaubare Zahl von Personen getroffen: Produzenten, Regisseure, Investoren, Kulturfunktionäre und jene reichen Männer, die auf Premieren erschienen, ohne jemals einen Fuß in ein Holostudio gesetzt zu haben. Später war die Kriegsberichterstattung hinzugekommen, mitsamt Offizieren, Gouverneuren, Pressesprechern und Generälen, deren Gesichter irgendwann miteinander verschwammen. Es war durchaus möglich, dass er irgendeiner dieser Begegnungen entstammte und sie sich lediglich deshalb an ihn erinnerte, weil er damals eine Uniform getragen oder neben jemandem gestanden hatte, der wichtiger gewesen war.


„Moff Vayliuar?“

Lily erschrak fast. Es war nicht sie, die diesen Gedanken aus dem Nichts in dickem cygnischem Akzent äußerte, sondern ihre Untergebene Alizée, die in diesem Moment ein kleines Datapad, das sie ebenso aus dem Nichts gezaubert hatte, in einer Seitentasche ihrer Kluft verstaute.

„Verzeihung, Ihr Name kam mir so bekannt vor. Ein für mich ungewöhnlich klingender Nachname. Woher stammen Sie, wenn ich fragen darf?“

Das Bild fügte sich plötzlich zusammen. Nicht Moraband. Kein Holo-Filmset. Schwarzer Stein und ein Saal mit Reihen aus Uniformen. Der Sith-Tempel. Thronsaal. Natürlich! Sie hatte ihn bei der Krönung Ihrer neuen Imperatorin gesehen. Sie hatte nicht miteinander gesprochen und sich wahrscheinlich auch nicht länger als ein paar Sekunden in der Nähe von einander befunden. Doch irgendwo war dort dieses Gesicht gewesen. Es erklärte zumindest, warum die Erinnerung an seine Gesichtszüge so hartnäckig war und gleichzeitig keinerlei persönliche Beziehung dazu passen wollte.

Lilivienne nahm einen weiteren Schluck und wartete auf seine Bestätigung.


| Truuine | Moraband | Unweit des Praxeum | Bar |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Theranos Zesh sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil
 
[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / Bar am Praxeum] Kael, Lilivienne und Alizée, Aren und Theranos

Bewusst und glücklich konnte sich Kael ein wenig aus dem Kreise der Verwaltung zurückziehen und das Tänzchen beobachten das die Hohen Herrschaften hier miteinander aufführten und er musste beinahe süffisant lächeln als die beiden Damen den mittlerweile Moff als die Institution erkannten die er war. Ehrlicherweise musste Kael trotz seiner Abneigung gegenüber diesem geschachere Allgemein immerhin mit sich selbst so ehrlich sein das Aren Vayliuar für ihn der zunächst einzige integere in dieser Runde war. Was unter anderem seiner Geringschätzung dieses Spiels allgemein lag. Heute war er er jedoch weiser als noch vor einigen Jahren solche Treffen als nichts anderes als eine andere Art von Schlachtfeld zu betrachten in dem Verbündete noch weitaus seltener waren. Er war sich ziemlich sicher das sich die drei Verwalter allesamt gegenseitig in den Rücken schießen würden wenn es ihren Zielen diente, der Moff war dabei der einzige von dem Kael glaubte das er dass auch mit einer Agenda tat die dem Wohle des Imperiums mehr oder zumindest gleichwertig dem seinen diente.

"Dann gebührt mein Dank wohl ihrer Frau dass auch die Vernunft auf einem solchem Empfang Einzug halten darf."

Dem anderen Verwalter, Theranos Zesh reichte er die Hand wie es sich geziemte und lehnte sich in seinem Barstuhl zurück. Situation analysieren und lernen.

"Freut mich Mr. Zesh, Kael reicht vollkommen aus für einen so informellen Plausch."

Wenn Aren Vayliuar ihn nicht outete dann könnte er vielleicht ein wenig Spaß haben.

[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / Bar am Praxeum] Kael, Lilivienne und Alizée, Aren und Theranos
 
[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kael Reed, Lilivienne d'Oridin, Alizée

Aren lächelte ob der scherzhaften Bemerkung von Lieutenant Reeds. Er kannte den Mann nicht gut, doch sah er in ihm eine sehr sehr dankenswerte Ergänzung dieser Runde. So sehr er die Planungen und Gespräche unter Verwaltern auch mochte, heute war ihm nicht gänzlich der Sinn danach, er hatte Lust auf etwas lockereres. Ein Moff, ein Sector Adjutant und eine Gouverneurin kommen in eine Bar klang wie der Beginn eines schlechten, leicht regierungskritischen Witzes. Mit Mr. Reed allerdings würde es wohl deutlich lockerer zugehen. Er wusste, dass dieser Mann wohl kaum irgendjemandem hier nach der Schnauze reden würde. Eine Willkommene Abwechslung, wie Aren fand.

,,Meine Verlobte ist wohl der einzig vernünftige Part in unserer Beziehung. Und auf sie müssen Sie leider vorerst noch verzichten, sie ist gerade mit einer Freundin verabredet."

Aren lächelte gespielt entschuldigend und wandte sich dann der Begleitung der Gouverneurin zu. Ihr Majordomus, aha. So wie sie sich verhielten wohl in einer recht freundschaftlichen Beziehung. Aren begrüßte die junge Dame freundlich, konnte sich jedoch eine kleine Anknüpfung an den Kommentar ihrer Chefin im Bezug auf Zesh nicht verkneifen.

,,Ms. Marre, es ist mir eine Freude. Wenn Mister Zesh so viel Verantwortung trägt, dass er kaum noch zum Schlafen kommt, sorgen Sie wohl zumindest dafür, dass es Lady d'Oridin nicht genau so ergeht."

Mit einem Lächeln registrierte Aren, dass Ms. d'Oridin ihn nicht sofort als denjenigen erkannte hatte, der er tatsächlich war. Die Gouverneurin war wohl wirklich noch blutjung im Geschäft der Verwaltung, ein erfahrener Politiker im Dienste des Imperiums hätte die höherrangigen Verwalter seines Supersektors gekannt, doch Aren drehte der jungen Frau keinen Strick daraus. Sie war jung, frisch im Amt und er war ja sogar ein Stück weit glücklich darüber, sich ein wenig mehr in der Anonymität verbergen zu können.

Als die Gouverneurin erzählte, dass ihre Begegnung mit Kael ebenfalls rein zufällig war lachte Aren kurz auf. Dieser Planet hatte doch wirklich so einige Zufälle zu bieten. Ginge es so weiter, würde er gleich vermutlich Agustin am Tisch hinter ihnen entdecken. Er hörte der Dame aufmerksam zu und warf einen kurzen Blick in Richtung von Mr. Reed. Wie es schien, waren er und die Gouverneurin nicht die einzigen, die Inkognito unterwegs waren. Es klang bei der Gouverneurin nicht so, als ob sie wüsste, dass sie hier mit jemandem zusammensaß, der wohl anstatt Blut wirklich Spirituosen durch seine Adern fließen ließ.


,,Moraband ist auch wirklich eine faszinierende Stadt, da ist ein solch zweitklassiger Brand hoffentlich zu verzeihen. Ich kenne bisher nur Oscia, deutlich weiter im Süden. Das Fruchtbier ist dort der Geheimtipp, vielleicht müssen wir hier einmal den hiesigen Konterpart probieren, falls es so etwas gibt ... und uns Mr. Reed nicht eindringlich davon abrät."

Lächelnd prostete er Kael zu und nippte an seinem Cognac. Er verschluckte sich fast, als plötzlich die Begleitung der Gouverneurin das Wort an ihn richtete. Das war es dann wohl mit seiner Scharade gewesen. Aren hob seine Hände zu einer entschuldigenden Geste.

,,Ebenjener. Verzeihen Sie, ich wollte Sie keineswegs täuschen, aber es kam mir ganz interessant vor, einmal die Chance zu nutzen und Inkognito zu bleiben. Womit ich wohl nicht der einzige bin."

Er prostete der Gouverneurin zu, die wohl auch sich bewusst gegen eine Uniform entschieden hatte. Kael blickte er bewusst nicht an. Aren wusste um den schwierigen Stand, den er zu seiner Familie hatte und er würde wohl seine Gründe haben, hier Abseits von dieser sich zu entspannen - deutlich mehr noch als er selbst oder Lady d'Oridin.

,,Meine Familie väterlicherseits und damit auch der Name stammen aus dem mandalorianischen Raum, meine Großeltern ... emigrierten aber nach Bastion, noch bevor mein Vater geboren wurde."

Er wollte nicht näher auf die Umstände eingehen, die dazu geführt hatten, dass seine Großeltern damals Mandallia hatten verlassen müssen, beziehungsweise besser gesagt seine Großmutter alleine. Dies würde die Stimmung wohl ein wenig zu sehr trüben. Zudem wusste er selbst auch ohnehin nicht mehr als gewisse Grundzüge. Seine Großmutter hatte sich immer sehr bedeckt gehalten, für sie war die ganze Angelegenheit wohl Zeit ihres Lebens nur schwer zu ertragen gewesen. Er konnte sich nur schwer vorstellen, wie es für sie gewesen sein musste, als Botschafterin zurück in ihre Heimat zu kehren, nachdem die Zeiten sich etwas geändert hatten. Gleichzeitig brachte dieser Gedankengang in ihm selbst eine gewisse Beunruhigung in seinem Hinterkopf hervor. Als seine Cousine ihn vor einigen Tagen über die aktuelle Krise auf Uyter informiert hatte, war es ihm kalt den Rücken runtergelaufen. Tyria hatte Zuversicht ausgestrahlt, sonst wäre er vielleicht direkt nach Uyter gereist, aber dass die aktuelle galaktische Situation nun seine Heimat zu überschwemmen drohte, die für ihn immer ein gewisser Ruhepol gewesen war ... Aren gefiel dies definitiv nicht.

,,Meine restliche Familie stammt von Uyter, also auch nicht originär imperial. Ich selbst bin aber auf Bacrana geboren, in der damaligen Garnison meines Vaters. Quasi also ein Imperialer in zweiter Generation. Aber wenn ich die Akten richtig im Kopf habe und ihren Akzent richtig zuordne bin ich mit Wurzeln außerhalb des imperialen Raums ja nicht alleine. Ist es eine große Umstellung aus dem Cygnischen Sternenimperium in unser Imperium zu wechseln?"

Er blickte die beiden Damen erwartungsvoll an. Er war sich nicht mehr gänzlich sicher, meinte aber im Kopf zu haben, dass Lady d'Oridin nicht selbst im cygnischen Raum aufgewachsen war. Der Akzent ihrer Begleitung klang jedoch so stark durch, dass er sich nur schwer vorstellen konnte, dass diese Dame nicht den Großteil ihres Lebens im Cygnischen Sternenimperium verbracht hatte. Er selbst wusste nicht viel über diesen Flecken Weltraum, abgesehen von ein paar historischen Grundlagen, die er als Geschichtsinteressierter ohnehin zu zu vielen Dingen im Kopf hatte. Aber einen solch starken Akzent konnte sogar Aren heraushören.

[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kael Reed, Lilivienne d'Oridin, Alizée
 
| Truuine | Moraband | Unweit des Praxeum | Bar |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Theranos Zesh sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil


Dass Alizées Blitzrecherche richtig war, überraschte Lilivienne weit weniger als die Geschwindigkeit, mit der ihre Majordomus die Information – buchstäblich – aus dem Ärmel geschüttelt hatte. Ihrem handlichen Datapad gebührte Dank. Zwar hatte die oberste ihrer Hausdiener ein beunruhigendes Talent dafür, Informationen zu beschaffen, bevor Lily überhaupt entschieden hatte, ob sie diese haben wollte, in diesem Fall hatte sie ihr aber eindeutig eine mögliche Peinlichkeit erspart. Einen Moff des Imperiums noch eine weitere halbe Stunde lang für einen möglicherweise bekannten Schauspieler, Produzenten oder sonstigen Kunstschaffenden zu halten, hätte unangenehme Folgen haben können.

Die Erkenntnis veränderte zwangsläufig die Einordnung dieser kleinen Gesellschaft. Natürlich war
Moff Vayliuar derselbe Mann wie Aren Vayliuar, und Lily hatte sowieso wenig übrig für Leute, deren Persönlichkeit sich danach richtete, welchen Rang sie vor ihrem Namen trugen. Dennoch war ein Moff kein beliebiger Beamter. Die Männer und Frauen dieses Ranges konzentrierten die lokalen Machtverhältnisse der imperialen Sektoren auf sich. Als Gouverneurin Bastions hatte sie qua Amt ein Interesse daran, wer diese Macht ausübte, auf welche Weise er es tat und mit wem er sich umgab. Letztes sagte viel über eine Person aus.

Dieser Gedanke führte ihren Blick beinahe automatisch zurück zu Kael. Der Chiss-Lieutenant hatte die Enthüllung seines Bekannten mit einer Gelassenheit verfolgt. Schließlich schien er längst gewusst zu haben, wen er da zu ihnen an den Tresen gepfiffen hatte. Viel interessanter war, dass er selbst keine Anstalten machte, dem Beispiel zu folgen und zu offenbaren, welchen gesellschaftlichen Hintergrund er mit in durch sein Leben schleppte. Entweder war da tatsächlich nichts bedeutendes und Lily interpretierte zu viel in seine Manierismen, Kael war bescheiden, oder er hatte ein Interesse daran, dass man ihn für einen einfachen Lieutenant hielt. Sector Adjutant Zesh bekam einen Händedruck und dazu die ausdrückliche Erlaubnis, ihn schlicht Kael zu nennen. Angelegenheit erledigt.

Die Fondorianerin nahm einen weiteren Schluck aus ihrem Glas und ließ ihn für einen Moment die Kehle erwärmen, während sie den Chiss beobachtete. Die Bemerkung des Moffs riss sie jedoch raus.


„Oh, ohne Alizée wäre ich ganz gewiss aufgeschmissen“, betonte sie die scharfsinnige Antwort auf ihren eigenen Kommentar. Lily legte ihr lächelnd und sanft eine Hand auf die Schulter, ganz als wären sie tatsächlich Freundinnen. Während Mr. Vayliuar auf die Frage nach seiner Herkunft einging, drehte sich Alizée etwas weiter zu ihm. Das kleine Datapad war inzwischen wieder vollständig verschwunden und mit ihm auch jeder sichtbare Hinweis darauf, dass sie ihren Gesprächspartner noch vor wenigen Augenblicken mehr oder weniger heimlich überprüft hatte. Sie lauschte ihm mit unverstelltem Interesse. Anders als Lily war ihr die Politik fremd, die sie dazu zwang, aus beinahe jeder Information direkt mögliche Verbindungen, Interessen oder Abhängigkeiten abzuleiten. Reine, unschuldige Neugier. Wie erfrischend.

„Dann bitte ich um Verzeihung, Moff Vayliuar“, erwiderte Alizée schließlich mit ihrem unverkennbar cygnischen Zungenschlag und einem eleganten Lächeln. „Ich wollte Ihr Inkognito durch meine Überprüfung keinesfalls enttarnen, Ihr Name ist mir tatsächlich nur aufgefallen, weil ich ihn nicht zuordnen konnte.“

Lilivienne hob langsam eine Augenbraue und warf ihrer Majordomus einen Seitenblick zu, den sie sogleich auffing und lediglich zwei Sekunden standhielt.

„Aber so ist doch vorzüglich, dass sich heute keiner hinter einer Fassade verbirgt, non?“

Das antwortende Nicken der Gouverneurin war etwas zu gönnerhaft. Ob sich wirklich keiner hinter einer Fassade versteckte, würde sich noch zeugen müssen.

Alizée hier ist tatsächlich im Cygnischen Sternimperium aufgewachsen. Ihre Familie dient der Familie meiner Mutter und dem Haus Évarielle schon seit Generationen treu. Ich selbst habe meine Kindheit mit meinem Vater im Tapani-Sektor verbracht, hauptsächlich in einer planetaren Stadt auf Fondor, namens Oridin City.“

Sie öffnete beide Hände, als würde sie darin ein wissenschaftliches Ergebnis präsentieren.

„Daher mein Beisatz, ‚von Oridin‘ oder ‚d’Oridin‘. Die cygnischer Sprechart hat sich in der Öffentlichkeit durchgesetzt“.

Damit waren zumindest die Hintergründe von Mr. Vayliuar, Alizée und ihr selbst freies Wissen für die Cognac-Runde.

„Und wo kommen Sie her, Mr. Zesh? Und Kael?“

Auf ihre Hintergründe war Lily sehr gespannt.

„Wo zumindest wir beide“, sie deutete höflich zurückhaltend in Richtung des Moffs, „heute ohnehin inkognito bleiben wollten, wäre dies doch die perfekte Gelegenheit, darauf zu verzichten uns an diesem Abend gegenseitig mit unseren Ämtern zu erschlagen. Sonst sind wir in einer Stunde keine nette Barbekanntschaft mehr, sondern eine außerplanmäßige Sitzung.“

Sie räusperte sich kurz hinter hervorgehaltener Hand.

„Wie schon mit Kael hier vereinbart, darf natürlich auch der Rest der Runde mich liebendgern Lilivienne nennen.“

Sie schmunzelte und wartete darauf, ob sich der Moff und der Sektor Adjutant ebenso dazu bereiterklären würden.

| Truuine | Moraband | Unweit des Praxeum | Bar |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Theranos Zesh sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil
 
[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kael Reed, Lilly Evarielle d'Ordin und (NPC´s - Majordomus Alizée sowie weitere Gäste und zwei Leibwächter in Zivil )


Theranos nahm Liliviennes Bemerkung über die Größe seines neuen Verantwortungsbereiches mit einem amüsierten Lächeln auf. Ganz unrecht hatte die Gouverneurin damit schließlich nicht. Seit seiner Ernennung hatte er selbst mehr als einmal vor der Frage gestanden, wie viele unterschiedliche Aufgaben sich tatsächlich hinter den wenigen Begriffen verbargen, die nun sein Ressort bezeichneten. Wirtschaft, Industrie, Handel und Bau mochten auf einer offiziellen Ernennungsurkunde beinahe überschaubar wirken, bis man begann, darüber nachzudenken, wie viele Unternehmen, Produktionsstandorte, Handelswege und wirtschaftliche Entwicklungsprojekte eines ganzen Sektors davon zumindest mittelbar berührt wurden.

„Sie sprechen damit durchaus einen berechtigten Punkt an“, erwiderte Theranos mit einem leichten Schmunzeln. „Wobei mein Ressort auf den ersten Blick vermutlich noch etwas weitläufig wirkt, als es tatsächlich ist. Gerade Wirtschaft, Industrie, Handel und der damit verbundene wirtschaftliche Bau lassen sich nur schwer voneinander trennen. Wenn wir neue Produktionsstandorte schaffen oder wirtschaftliche Entwicklung fördern wollen, müssen die Gebäude und nötige Infrastruktur natürlich auch dafür errichtet werden. Für den Bereich des Wohnungsbaus sowie vergleichbare zivile oder kulturelle Bauprojekte werde ich glücklicherweise nicht zuständig sein.“

Er hob sein Weinglas leicht an, bevor er mit einem Seitenblick leicht grinsend zu Aren fortfuhr.
„Und tatsächlich haben Moff Vayliuar und ich uns gerade darüber unterhalten, wie ich verhindern kann, irgendwann nicht mehr zum Schlafen zu kommen.“

Dann nahm er einen kleinen Schluck aus seinem Weinglas, ehe Theranos wieder zur Gouverneurin sah und fortfuhr.
„Ich werde diese Aufgaben selbstverständlich nicht alleine bewältigen können und habe auch nicht vor, es zu versuchen, da dies äußerst unvernünftig wäre. Deshalb bin ich gerade dabei, mir für meine neue Aufgabe einen eigenen, kleinen Expertenstab aus Beratern zusammenzustellen.”
Genau darin hatte schließlich der eigentliche Grund für sein heutiges Treffen mit Aren gelegen. Was er benötigte, waren einige wenige Menschen, die auf ihren jeweiligen Gebieten tatsächlich mehr verstanden als er selbst und ihm dadurch erlaubten, Entscheidungen auf einer wesentlich besseren Grundlage zu treffen.


Dass Lilivienne anschließend ihre bislang unbekannte Begleiterin als Alizée Marre und Majordomus ihres Hauses vorstellte, beantwortete Theranos mit einem erneuten freundlichen Nicken. Damit war zumindest diese offene Frage geklärt, wobei die scherzhafte Beschreibung ihrer Aufgaben ebenso deutlich erkennen ließ, dass zwischen den beiden Frauen offenbar ein wesentlich vertrauteres Verhältnis bestand, als die nüchterne Bezeichnung Majordomus zunächst vermuten ließ.

Bei Liliviennes anschließender Erklärung, wie sie Kael kennengelernt hatten, wanderte Theranos’ Blick für einen Augenblick zu dem Chiss. Ein zufälliges Zusammentreffen also. Damit war zumindest seine vorherige Frage beantwortet, auch wenn die kleine Runde dadurch kaum gewöhnlicher wurde. Offenbar hatte ein Lieutenant der imperialen Streitkräfte zwei ihm bis dahin fremde Damen in einer Bar kennengelernt und innerhalb erstaunlich kurzer Zeit damit begonnen, ihnen die qualitativen Unterschiede verschiedener Brände näherzubringen.

Dass es sich bei einer der beiden Damen ausgerechnet um die Gouverneurin von Bastion handelte, machte die Geschichte noch besser.
„Dann scheint diese Bar heute ein bemerkenswertes Talent dafür zu besitzen, vollkommen unabhängig voneinander angereiste Personen zusammenzuführen“, stellte Theranos amüsiert fest und nahm einen weiteren Schluck seines Weines.

Dabei entging ihm keineswegs, dass Kael sich nach der Zusammenführung der beiden Gruppen wieder etwas zurückgenommen hatte. Der Lieutenant wirkte entspannt und schien wenig Bedürfnis zu verspüren, sich in den Mittelpunkt der inzwischen ziemlich verwaltungslastigen Runde zu stellen. Gleichzeitig passte seine bisherige Ausdrucksweise nur bedingt zu dem Bild, das Theranos spontan mit einem gewöhnlichen Lieutenant verbunden hätte. Der Chiss sprach gewählt, bewegte sich vollkommen selbstverständlich in dieser Gesellschaft und kannte Aren offenbar bereits aus einer früheren Angelegenheit.

Was genau hinter dessen Bezeichnung als Geschäftspartner steckte, interessierte Theranos durchaus. Danach zu fragen, kam ihm allerdings nicht in den Sinn.
Wenn Aren ihre frühere Verbindung mit einem derart allgemeinen Begriff beschrieb, würde es dafür vermutlich einen Grund geben. Theranos hatte nie verstanden, weshalb manche Menschen auf jede bewusst offengelassene Einzelheit sofort mit einer weiteren Frage reagieren mussten.

Als Kael ihm schließlich die Hand entgegenstreckte und erklärte, für einen derart informellen Plausch würde sein Vorname vollkommen genügen, sah Theranos für einen kurzen Augenblick auf die angebotene Hand, ehe sich ein leichtes Schmunzeln auf seinen Lippen zeigte. Gewöhnlich hätte er vermutlich etwas länger an der förmlichen Anrede festgehalten. Andererseits saßen sie in einer Bar, die Gala hatte noch nicht einmal begonnen und offenbar waren sämtliche Anwesenden ursprünglich mit der Absicht aufgebrochen, wenigstens einige Stunden nicht jede gesellschaftliche Konvention bis ins letzte Detail erfüllen zu müssen.

Warum also nicht? Theranos ergriff die Hand des Chiss und erwiderte dessen Händedruck.

„Nun gut Kael.“ Sein Schmunzeln wurde ein wenig deutlicher. „Dann reicht auch Theranos vollkommen.“

Vielleicht schadete ihm selbst ein wenig weniger Förmlichkeit tatsächlich nicht. Spätestens ab dem morgigen Tag würde es ohnehin wieder genügend Empfänge, Vorstellungen, offizielle Gespräche und Veranstaltungen geben, bei denen Rang, Amt und Titel nahezu zwangsläufig vor jeder eigentlichen Unterhaltung standen. Für den Augenblick konnte Theranos durchaus damit leben, lediglich Theranos zu sein und seinen Wein zu genießen. Immerhin konnte er solche unbeschwerte Momente seit seinem damaligen Antritt zum Gouverneur an einer Hand abzählen.

Des Weiteren schien Aren diese Auffassung ohnehin zu teilen.
Theranos hörte amüsiert zu, als der Moff zunächst seine Verlobte als den einzig vernünftigen Teil ihrer Beziehung bezeichnete und anschließend Ms. Marre mit einem scherzhaften Hinweis darauf begrüßte, dass sie offenbar dafür verantwortlich war, Ms. d'Oridin trotz ihrer Verpflichtungen zumindest gelegentlich zum Schlafen zu bringen.

Die Empfehlung des Moffs bezüglich des Fruchtbiers auf Osicia merkte er sich durchaus. Theranos war kein großer Bierkenner, doch gerade auf Reisen hatte er wenig dagegen, lokale Spezialitäten wenigstens einmal zu probieren. Vielleicht würde sich während der kommenden Tage noch eine Gelegenheit ergeben.

Wesentlich interessanter wurde für ihn allerdings die Reaktion der beiden Damen auf Aren. Als Alizée plötzlich den Titel des Moffs aussprach, wanderte Theranos’ Blick beinahe automatisch kurz zu Lilivienne. Erst jetzt schien endgültig klar zu werden, wen sie vor sich hatte.

Das überraschte ihn durchaus.

Theranos selbst hatte sich spätestens vor Übernahme seines ersten Amtes intensiv mit den maßgeblichen Personen innerhalb des Prefsbelt-Sektors sowie des Braxant-Sektors und der darüberliegenden imperialen Verwaltungsstrukturen beschäftigt. Einen Moff des eigenen imperialen Großraums hätte er zumindest dem Namen nach einordnen wollen. Andererseits musste er sich eingestehen, dass die Situation kaum gewöhnlich war. Aren trug keine Uniform, hatte seinen Titel bewusst verschwiegen und Lilivienne befand sich selbst erst vergleichsweise kurze Zeit in ihrer neuen Stellung. Dass sie ihm zudem offenbar schon einmal begegnet war, ohne damals tatsächlich mit ihm gesprochen zu haben, erklärte ihre sichtbare Suche nach der richtigen Erinnerung zusätzlich. Damit war die Angelegenheit für Theranos auch schon wieder erledigt.

Er lauschte stattdessen Aren, als dieser etwas ausführlicher über die Herkunft seiner Familie sprach. Einige der genannten Eckpunkte waren Theranos aus Unterlagen zumindest grob vertraut. Dennoch war es etwas vollkommen anderes, biographische Angaben in einer Akte zu lesen oder jemanden selbst darüber sprechen zu hören. Gerade bei der kurzen Pause, die Aren einlegte, als er die Emigration seiner Großeltern erwähnte, wurde Theranos erneut bewusst, wie wenig eine nüchterne Personalakte über die tatsächliche Bedeutung solcher Ereignisse verriet.
Theranos stellte dazu jedoch keine weiteren Fragen. Als Aren schließlich das Gespräch auf Liliviennes und Alizées cygnische Herkunft lenkte und wissen wollte, wie groß die Umstellung zwischen dem Cygnischen Sternenimperium und dem Galaktischen Imperium gewesen war, hielt Theranos sich zunächst zurück.

Die Frage war an die beiden Frauen gerichtet, und ihn interessierte die Antwort selbst genug, um sie nicht mit irgendeinem eigenen Gedanken zu unterbrechen. Er lehnte sich daher etwas entspannter an die Theke, nahm sein Glas wieder zur Hand und ließ den Blick für einen Moment über diese ungewöhnliche Runde wandern.



Theranos konnte sich weit schlechtere Entwicklungen für einen freien Nachmittag vorstellen. Und vielleicht würde sich später noch die Gelegenheit ergeben, die anderen zu fragen, was sie eigentlich persönlich von den kommenden Tagen erwarteten. Welche Ausstellungen sie besuchen wollten, welche Künstler ihr Interesse geweckt hatten oder ob sie bestimmte Personen auf der Gala treffen wollten.
Theranos selbst hatte schließlich ebenfalls einige Programmpunkte, auf die er neugierig war.

Bei einem davon wäre seine Meinung allerdings alles andere als unvoreingenommen. Imperialis Sensus würde während der Gala vertreten sein, und spätestens nachdem er gehört hatte, mit welcher Selbstverständlichkeit Kael über die Feinheiten verschiedener Brände sprach, war Theranos ausgesprochen neugierig darauf geworden, was der Chiss wohl über einen der Weine sagen würde, an deren Aufbau und Vermarktung er selbst beteiligt war.

Doch dafür war später noch genügend Zeit.

Theranos bestellte sich flott ein neues Glas Wein als er feststellte das er sein erstes bereits geleert hatte und lauschte dann aufmerksam, als Lilivienne schließlich erklärte, dass der cygnische Einfluss ihrer Familie zwar unverkennbar war, ihre eigene Kindheit jedoch keineswegs ausschließlich dort stattgefunden hatte. Während Alizée tatsächlich im Cygnischen Sternenimperium aufgewachsen war und einer Familie entstammte, die dem Haus Évarielle bereits seit Generationen verbunden war, hatte Lilivienne selbst einen erheblichen Teil ihrer frühen Jahre gemeinsam mit ihrem Vater im Tapani-Sektor und insbesondere in Oridin City auf Fondor verbracht.

Damit erklärte sich für Theranos zugleich der Namenszusatz, den die Gouverneurin führte, ebenso wie jene Mischung unterschiedlicher Einflüsse, die sich offenbar hinter ihrer Herkunft verbarg. Er hatte sich während seiner bisherigen Laufbahn oft genug mit politischen Biographien beschäftigt, um zu wissen, dass Herkunft in der Galaxis nur selten eine derart einfache Angelegenheit war, wie ein Geburtsort oder eine einzelne Welt auf einem Datenblatt vermuten ließen.

Als Lilivienne geendet hatte, zeigte sich auf Theranos’ Gesicht ein freundliches Lächeln.
„Dann darf man es wohl als eine ausgesprochen glückliche Fügung betrachten, dass das Imperium heute sowohl Ihre Familie als auch Sie selbst zu seinen Reihen zählen darf, Lilivienne.“

Die Worte waren keineswegs als bloße Höflichkeitsfloskel gemeint. Theranos kannte die Gouverneurin zwar erst seit wenigen Minuten persönlich, doch allein die Stellung, die sie inzwischen auf Bastion innehatte, machte deutlich, welches Vertrauen ihr innerhalb der imperialen Verwaltung entgegengebracht wurde. Dass Menschen und Familien unterschiedlichster Herkunft innerhalb desselben politischen Systems ihren Platz finden und letztlich Verantwortung für dessen Entwicklung übernehmen konnten, entsprach ohnehin ziemlich genau jener Vorstellung, die Theranos selbst mit einem funktionierenden Imperium verband.

Als Lilivienne die Frage anschließend an ihn weitergab und wissen wollte, woher er selbst stammte, ließ Theranos sein Weinglas langsam zwischen den Fingern kreisen.


„Geboren und aufgewachsen bin ich auf Naboo, genauer gesagt in Theed“, antwortete Theranos. Ein leichtes Lächeln huschte über sein Gesicht. Seine Jugend auf Naboo lag inzwischen weit genug zurück, dass manches davon beinahe zu einem anderen Leben gehörte, und dennoch hatte gerade diese Zeit viele jener Überzeugungen geprägt, die ihn später überhaupt erst ins Imperium geführt hatten.
„Mein Vater war selbst politisch tätig, entsprechend früh bin ich mit Verwaltung und Politik in Berührung gekommen. Mit zunehmendem Alter haben wir allerdings festgestellt, dass unsere Vorstellungen von einer funktionierenden galaktischen Ordnung immer weniger mit jenen der Republik übereinstimmen. Dies war dann auch der Grund warum ich Naboo verließ und die Imperiale Akademie auf Corulag besuchte.“

Dass sein Vater dabei über die richtigen Kontakte verfügt hatte, um Theranos in die Akademie zu bringen, wie zum Beispiel Aren Vayliuar, verschwieg Theranos aber lieber vorerst.

„In der Republik herrschen zu viele Einzelinteressen, politische Abhängigkeiten, Arroganz, sowie das gegenseitige Torpedieren bei unterschiedlichen Zielen und nicht zuletzt jene Korruption, die ein derartiges System meiner Ansicht nach zwangsläufig begünstigt. All dies macht das System der Republik in meinen Augen machtlos und untauglich. Gerade die Ereignisse der jüngeren Vergangenheit haben außerdem gezeigt, dass die Republik von jenem noblen und moralisch überlegenen Bild, das sie so gerne nach außen trägt, inzwischen Lichtjahre entfernt ist.“

Theranos hielt kurz inne. Eigentlich hatte Lilivienne lediglich wissen wollen, woher er kam.
Ein beinahe entschuldigendes Lächeln legte sich deshalb auf seine Lippen, als ihm selbst auffiel, wie weit er sich inzwischen von dieser ausgesprochen einfachen Frage entfernt hatte.

„Verzeihung. Sie haben mich lediglich gefragt, woher ich komme, und schon beginne ich beinahe, Ihnen meine politische Weltanschauung darzulegen.”


Liliviennes anschließender Vorschlag, sie beim Vornamen zu nennen, brachte Theranos erneut zum Schmunzeln.

Eigentlich entsprach eine derartige Vertraulichkeit nicht unbedingt seiner üblichen Art. Gerade gegenüber Personen, denen er erst seit wenigen Minuten gegenüberstand, hielt Theranos gewöhnlich eine gewisse höfliche Distanz aufrecht. Doch Kael hatte ihm bereits angeboten, auf den Rang zu verzichten, Lilivienne tat nun dasselbe und selbst Aren war ursprünglich mit der erklärten Absicht aufgebrochen, wenigstens für einige Stunden nicht als Moff durch Moraband zu laufen.

Vielleicht wäre es beinahe widersinnig gewesen, ausgerechnet jetzt als Einziger auf Förmlichkeiten zu bestehen.

Zudem musste Theranos sich eingestehen, dass ihm die Entwicklung des Abends gefiel. Morgen würden sie ohnehin wieder Gouverneure, Moffs, Offiziere und Sector Adjutanten sein, würden Hände schütteln, Termine wahrnehmen und vermutlich häufiger mit ihren vollständigen Titeln angesprochen werden, als ihnen lieb war. Wenn sämtliche Anwesenden damit einverstanden waren, durfte aus dieser zufällig entstandenen Runde für einige Stunden durchaus einfach eine Gruppe von Menschen werden, die gemeinsam an einer Bar saßen.

Theranos hob daher leicht sein Glas und ließ seinen Blick mit einem entspannten Lächeln durch die Runde wandern.
„Wenn wir uns darauf verständigen, unsere Ämter für diesen Abend wenigstens soweit möglich vor der Tür zu lassen, möchte ich kaum derjenige sein, der anschließend auf Förmlichkeiten besteht.“

Er prostete Lilivienne leicht zu.
„Also sehr gerne Lilivienne.“

Anschließend ließ er seinen Blick auch zu Alizée, Kael und schließlich Aren wandern.
„Und der Einfachheit halber gilt dasselbe selbstverständlich auch für mich somit für alle gerne Theranos.

Theranos wollte sein Glas bereits wieder ansetzen, hielt jedoch noch einmal kurz inne. Bei all den Gesprächen über Brände, Wein und die bevorstehende Gala wäre es beinahe fahrlässig gewesen, eine Kleinigkeit vollkommen unerwähnt zu lassen, die ihn selbst mit der Veranstaltung verband.


„Eine Sache in eigener Angelegenheit muss ich allerdings noch erwähnen, bevor ich das Wort endgültig weiterreiche.“
Ein leichtes, beinahe selbstironisches Schmunzeln zeigte sich auf seinen Lippen da er sich schon fast wie ein Verkäufer in diesem Moment fühlte.
„Ich darf mich seit meiner Akademiezeit zu den Mitbegründern von Imperialis Sensus zählen. Was damals mit Wein begonnen hat, ist inzwischen zu einer kleinen Marke herangewachsen, die neben unseren Weinen auch Gläser, Accessoires und einige andere Dinge umfasst. Wir dürfen uns damit ebenfalls auf der Gala präsentieren.“

Gerade nach Kaels beinahe wissenschaftlicher Betrachtung verschiedener Brände konnte Theranos nicht verhindern, dass sein Blick für einen kurzen Augenblick zu dem Chiss wanderte. Dessen Urteil über einen Wein von Imperialis Sensus würde ihn tatsächlich interessieren, selbst wenn es am Ende weniger schmeichelhaft ausfallen sollte, als Theranos hoffte.

„Sollten Sie während der kommenden Tage an unserem Bereich vorbeikommen, betrachten Sie sich jedenfalls allesamt als meine persönlichen Gäste. Probieren Sie sich gerne durch unser Sortiment, und falls Ihnen etwas davon zusagt, dürfen Sie sich auf meinen Namen auch die eine oder andere Flasche gerne mitnehmen.“

Theranos hob sein Glas leicht in die Runde. Er hatte nicht vor, aus der zufälligen Begegnung eine Verkaufsveranstaltung zu machen, und entsprechend beließ er es bei dieser Einladung.

Dann wanderte sein Blick wieder zu Kael.

„Doch damit habe ich nun wirklich lange genug gesprochen.“ Ein amüsiertes Lächeln begleitete die Worte. „Die ursprüngliche Frage galt schließlich nicht nur mir. Also, Kael, woher hat es dich eigentlich ins Imperium verschlagen?“

Damit nahm Theranos einen weiteren Schluck des Weines und lehnte sich etwas entspannter an die Theke, nun durchaus gespannt darauf, was der bislang vergleichsweise zurückhaltende Lieutenant über sich selbst erzählen würde.


[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kael Reed, Lilly Evarielle d'Ordin und (NPC´s - Majordomus Alizée sowie weitere Gäste und zwei Leibwächter in Zivil )
 
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