Truuine

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Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed sowie weitere Gäste und zwei Leibwächter in Zivil


Lilivienne setzte ein durchaus überraschtes Lächeln auf. Ihr war nicht bewusst, dass sie sich den Bastioner Zungenschlag inzwischen derart zu eigen gemacht hatte. Offenbar erkannte man inzwischen selbst auf derart abgelegenen Welten wie Truuine sofort, woher der Wind wehte. Das war gut. Sehr gut sogar. Schließlich hatte sie unzählige Jahre damit zugebracht, sich den für die Zentralwelten ungewohnten Mix aus cygnischem und fondorianischem Akzent abzugewöhnen. Offenbar mit Erfolg. Noch während ihrer Tätigkeit als Schauspielerin hatte sie immer wieder Szenen neu drehen müssen, da ihr ursprünglicher Zungenschlag durchgerutscht war. Doch das war inzwischen auch bald 20 Jahre her. Als Gouverneurin von Bastion erwartete man nun naturgemäß, dass sie keinen fremden Eindruck vermittelte.

„Zwar hat uns der letzte Flug von Bastion hierhergeführt,“, begann Lily nun in dem melodischen Klang, den ihr muttergegebener, cygnischer Akzent mitbrachte, „aber die Galaxis ist groß und wir sind schon viel herumgekommen. Genau wie Sie, wenn Sie meinen Lebensmittelpunkt allein aus dem Klang von zwei Sätzen heraushören können.“

Die Gouverneurin warf einen genaueren Blick auf die Uniform. Gala-Uniform? Imperiale Armee. Die Rangabzeichen eines 2nd Lieutenant. Bandschnalle für die Teilnahme an der Koornacht-Offensive, wenn sie nicht alles täuschte.

„Wir sind auf Einladung des Gouverneurs hier“, lautete ihre Erklärung.
„Die Gala der Gesellschaft zur Förderung der schönen Künste und imperialer Kultur“, fügte sie pflichtgemäß an.


Der Chiss setzte mit dem Schwung seiner Finger eine Bestellung bei dem Barkeeper ab. Offenbar wusste er bereits, was er den beiden Damen vorsetzen konnte. Während er die mit klarbräunlicher Flüssigkeit gefüllten Gläser herüberreichte, nickten sowohl Lily als auch Alizée pflichtbewusst dankend. Ihre Majordomus hatte sich während des Gesprächs bisher auffällig unauffällig zurückgehalten, fühlte sich nun jedoch genötigt, die Vorstellung auf möglichst proklamatische Weise vorzunehmen.


„Sie sprechen mit Madame Lilivienne aus dem Hause Évarielle, Baronesse von Oridin und Gouverneurin von Bastion.“

Alizées schwungvoller, aber arroganter Ton klang beinahe, als wäre sie pikiert davon, dass ihr Gegenüber nicht wusste, wem er gegenübersaß. Sie besaß nicht einmal mehr den Ansatz eines Bastioner Akzents, schließlich war Cygnisch ihre Muttersprache.

Lily warf ihr einen leicht vorwurfsvollen Blick zu. Sie hatte geplant, mehr oder weniger undercover mit den Einwohnern von Truuine ins Gespräch zu kommen. Bei einer Begleiterin, die ihre Rolle mit der eines Herolds verwechselte, würde dies jedoch ein Ding der Unmöglichkeit bleiben.


„Da wir uns weder auf Cygnus, Fondor noch Bastion, sondern in einer ungezwungeneren Atmosphäre befinden, wird Lilivienne reichen, denke ich. Meine Freundin hört auf den Namen Alizée“, versuchte sie die hölzerne Vorstellung etwas aufzulockern. Anschließend führte sie ihr Kristallglas unter die Nase und versuchte die Note des Getränks auszumachen. Altes Holz, etwas leicht Florales und dahinter Vanille.

„Und wie dürfen wir Sie nennen, Lieutenant …?“

Sie erwiderte den Blick in die tiefroten Augen des blauhäutigen.

Dann nahm sie einen Schluck. Er war erstaunlich mild. Nichts, was einem sofort die Kehle herunterbrennt. Da war eine langsamere Wärme, die allmählich den Brustkorb herunterwanderte. Im Mund war er zunächst weich, fast süßlich. Erst danach breitete sich ein würzigerer Geschmack aus. Fast meinte sie, geröstete Nüsse und das Aroma alter Fässer wahrzunehmen. Außerdem hatte er eine ganz schwache mineralische Kühle, etwas von nassem Stein oder Metall. Nicht unangenehm, aber deutlich wahrnehmbar. Es handelte sich um einen alten Kernweltschnaps. Teuer, weich, traditionsbewusst und ein bisschen dekadent. Eine interessante Wahl. Aber keine, die den Geschmack von Truuine repräsentierte. Dank des Geschenkes, das sie von Gouverneur Solaris anlässlich ihrer Ernennung erhalten hatte, kannte Lily den Geschmack Truuines.

In diesem Moment traten weitere Personen an den Tresen und ließen sich auf den Barhockern in der Nähe nieder. Lily beachtete sie zunächst nicht.


„Das ist Ihre Idee davon, was die Leute von Moraband trinken?“ Lily hatte ein amüsiertes Lächeln aufgeschlagen.

Es wäre auch nicht die erste Wahl, die sie von einem einfachen Lieutenant der imperialen Streitkräfte erwartet hätte.


„Sie kommen nicht von hier“, sprach sie das offensichtliche aus. „Ein Chiss, der bei den imperialen Streitkräften dient und viel herumgekommen ist? Außerdem sind Sie offensichtlich nicht im Regeldienst“, stellte sie fest und nickte in Richtung seiner Gala-Uniform.

Sie war sich ziemlich sicher, dass es sich bei ihrem Gegenüber nicht um einen einfachen 2nd Lieutenant handelte.


| Truuine | Moraband | Unweit des Praxeum | Bar |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Theranos Zesh sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil


OP: Cygner haben einen französich klingenden Akzent
 
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Kael kam nicht umhin zu schmunzeln als Alizées Taktgefühl eines Rancors ihn ob der Galanz in dessen Gegenwart er sich befand zunächst auf die Formelle Anrede der Baronin hin zu weisen die auf einen dieser klassichen Melodischen Namen der Cygnier hörte. Dann auch noch gleich eine Gouverneurin, er ging in seinem Kopf die Dossiers der wesentlichen Gäste durch... keine ruhige Minute vergönnte man ihm. Sei es wie es sei, er hatte ja Alkohol um dieses ganze nervtötende Socialising durchzustehen und es gab weitaus schlechtere gesellschaft als zwei gut situierte Ladies des Imperialen Verwaltungsadels.

"Oh ich bitte vielmals um Verzeihung Gnädigste, wie hätte ich ob der Haltung auch verfehlen können mich in der Gesellschaft eines Kindes des Östlichen Galaktischen Adels zu befinden.", es war eine Weile her und selbstverständlich war dieser Melodische Schlag der Cygnier nichts was er blind beherrschte aber innerhalb der Reichen und Schönen aufzuwachsen hatte seine Vorteile die eine oder andere Mundart aufzuschnappen als er bewusst in die eher cygnischen Akzente des sprechens verfiel und Alizée zuzwinkerte um der Informalität eine kleine Pointe zu verleihen bevor er leicht den Kopf neigte. "Reed. Kael Reed, ich schließe mich ihnen da an Lilivienne, Kael reicht vollkommen, zumal ich so schade es ist auch nicht mit mehr Vornamen aufwarten kann. In meinem Elternhaus könnte man sagen ist alles mit mehr als sieben Buchstaben wahrscheinlich auch als zu kostenineffizient verschrien.", ein leichtes, mehr nach innen gewanntes lächeln umspielte seine Mundwinkel. "Wir teilen auch dasselbe Ziel der Reise will ich meinen, auch wenn ich hier bin weil der Gouverneur eingeladen hat und nicht weil ich eingeladen wurde.", ein wesentlicher Unterschied den es zu betonen galt bevor er sich wieder einem Schluck seines Mittelmäßigen Truuiner Brandes zuwandte und das Glas anschließend erneut in das Licht hielt damit er die Kirchenfenster sehen konnte. Viskosität, Alkoholgehalt... wenig aussagekräftig rein chemisch gesehen auch wenn es von stümpern und selbstverliebten Sommeliers immer hoch gehandelt wurde dieses kleine aber feine Detail. Nun wer konnte es ihnen verdenken wenn es ihnen an der mentalen Kapazität fehlte etwas das die tranken überhaupt soweit verstehen zu können das sie in der Lage gewesen wären es herzustellen... was bei den meisten definitiv nicht gegeben war. Viele, wenn nicht gar fast alle, waren Stümper und mehr Verkäufer mit einem glorifizierten Titel.

"Oh was ich ihnen habe bringen lassen ist definitiv nicht was hier getrunken wird. Es widerstrebt mir jedoch zutiefst ihnen etwas zu bestellen das in meinen Augen niemals die Schranken der Mittelmäßigkeit hinter sich lassen wird wie mir scheint. Ich möchte nicht alle Brenner des Planeten verurteilen aber alles bisherige das ich verkosten konnte ist von der Kunst und Vielfältigkeit echten Könnens leider noch weit entfernt.", er konnte die Fragezeichen in den Gesichtern der Frauen sehen, was verstand ein Soldat schon von den Annehmlichkeiten schönen Essens und herausragender Getränke. Ein offeneres lächeln schlich sich über sein Gesicht während er den feinen aufsteigenden Aromencocktail des Brandes erneut langsam einatmete. "Wissen sie was wirkliche Meister von einem Reinen Produkt unterscheidet? Das sie einen Stil pflegen, geboren aus Zufall und doch Kontrolle. Ein schmaler Grad daraus der Natur ihren Lauf zu lassen und doch niemals die Zügel aus der Hand zu geben. Nehmen wir den Esseles Archipelago Reserve den ich ihnen bestellt habe und vergleichen ihn einmal mit diesem Morab' Edition 1717.", er griff unbemerkt hinter die Theke und angelte sich ein Glas, teilte seinen Brand und offerierte ihn der Gouverneurin von Bastion. "Der Truuiner Brand ist Zweifelsohne fehlerlos, klar in seiner Struktierung von Kopfnote, Körper und Nachhall. Was ihn von ihrem Brand unterscheidet ist, dass er diese Qualitäten allesamt mit jedem anderen Brand hier teilt. Auf Esseles sind die Hallen der Trico-Familie dessen Meisterstück sie genießen mehrmals überschwemmt worden. Was man anfänglich für unverkäuflich hielt zeigte jedoch eine Komplexität die sich im Glas erst nach 30 bis 45 Minuten entfalten kann. Ein Fehler der schließlich zur Kunstform und einem einzigartigen Stil erhoben wurde. Die Höhlen in denen das Produkt heute gelagert wird überschwemmen nun jedes Jahr, jedoch nicht immer gleich- oder gar regelmäßig. Aus diesem Naturphänomen entwickelte sich eine Unverkennbare Handschrift, etwas was nicht zu kopieren ist und mit dem es jedes Jahr aufs neue etwas zu entdecken gibt. In der Arbeit und im Glas.", er nahm einen Schluck von ihrem Glas nachdem er still seine Hand zur Nachfrage ausgestreckt hatte und genoss jede einzelne Sekunde. "Das ist es was die Meister dieser Kunst von jenen Unterscheidet die ein Brennlabor niemals verlassen haben."

Während er also in etwas schwelgte was ihn so sehr an seine Erziehung denken ließ das er fast kotzen musste. bemerkte er durch Zufall das ihn ein nicht gänzlich unbekannter Mann von der anderen Seite der Theke kurz anstarrte. Aren Vayliuar. Mittlerweile Moff und einer der Namen auf der Gästeliste die er kannte und Personen die er Dank Bild und vormaligem Zusammentreffen definitiv wiedererkannte. Er hob sein Glas leicht zum Gruß während er zu Lilivienne schielte. "Ich darf doch annehmen Teuerste das sie zum Netzwerken hier sind? Dann sollten wir gleich informell damit anfangen."

Er sprach etwas lauter in Richtung des Moffs. "Mr. Vayliuar, keine falsche Scheu die Damen beißen nicht und ich färbe nicht ab, gesellen sie sich zu uns. Wenn man mir gesagt hätte das sie hier sind hätte ich diese Verpflichtung ja beinahe dankend ausschlagen können."

Vielleicht konnte er sich ja doch noch um zu viel Kommunikation herumdrücken.

[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / Bar am Praxeum] Kael, Lilivienne und Alizée, Aren und ein unbekannter Mann
 
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