Truuine

[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / Bar am Praxeum] Kael Reed, T'rsop, Lilivienne Évarielle d'Oridin, Alizée Marre, Theranos Zesh, Aren Vayliuar, Kal Andrim und weitere Gäste

T'rsops Antwort bestätigte ziemlich genau jene Vermutung, die Kael mit seiner Frage überhaupt erst verfolgt hatte, brachte allerdings einen Aspekt hinein, den er selbst zunächst weniger bedacht hatte. Wer Übergänge und Unsauberkeiten deutlicher wahrnahm als die meisten anderen Spezies, bekam schließlich nicht nur mehr von einer gelungenen Darbietung mit, sondern ebenso zuverlässig jeden Fehler und die ohnehin anspruchsvolle Akustik einer Gletscherhöhle würde in diesem Fall entweder einiges belohnen oder ebenso gnadenlos offenlegen. Die Aussicht auf eine beinahe transzendente Erfahrung hätte aus dem Mund manch anderer Menschen vermutlich etwas groß geklungen, nach den letzten Minuten traute Kael dem Pau'aner allerdings durchaus zu, den Begriff genauso zu meinen wie er ihn verwendete. Dann sollten wir uns nach der Aufführung noch einmal unterhalten.Kael hob den Rum ein wenig in dessen Richtung.Mich würde interessieren, ob die Aufführung diesem Anspruch tatsächlich standhält oder dein Gehör dir am Ende vor allem eine krude Darbietung voller Misstöne zeigt.Auch T'rsops anschließende Einschätzung seiner Haltung als Soldat nahm Kael mit einem kleinen Nicken entgegen, dieses ganze Socialising war wirklich nicht sein Fall aber er war bedacht darauf jeden Satz definitiv so klingen zu lassen als sei er keine Floskel. Jahrelangem Drill sei Dank. Das nehme ich tatsächlich als Kompliment.

Dass der Pau'aner selbst erheblich lieber auf Prefsbelt IV wäre und sich dort jener Arbeit widmen würde, für die man ihn zum Gouverneur gemacht hatte, konnte Kael dann tatsächlich nachvollziehen. Gesellschaftliche Verpflichtungen machten die eigentliche Aufgabe schließlich nicht automatisch interessanter und T'rsop schien wenig Bedürfnis zu besitzen so zu tun, als wäre es bei ihm anders. Liliviennes Antwort führte das Gespräch anschließend noch einmal auf Kaels eigene Haltung zur Gala zurück und gerade ihre Zustimmung dazu, dass die Streitkräfte auch außerhalb von Gefechten sichtbar bleiben sollten, konnte er durchaus nachvollziehen. Weniger begeistert war er von dem Vergleich, mit dem sie endete.

Sein Blick wanderte beinahe automatisch zu Kal Andrim.

Kael verstand ohne größere Schwierigkeiten, worauf sie hinauswollte und nach allem, was er inzwischen über den Captain gehört hatte, zweifelte er auch nicht daran, dass Andrim lieber in einem Cockpit als bei gesellschaftlichen Veranstaltungen stand. Dass ausgerechnet der Mann, der bei einer offiziellen imperialen Gala auf die Galauniform seines Dienstzweiges verzichtete, als Vergleich für Kaels eigenes Verhältnis zum Militär herhalten sollte, musste ihm deshalb trotzdem nicht gefallen. Tat es auch nicht. Es war eine Frechheit... aber gut was verstand eine Propagandistin schon von der wirklichen Schwere der Uniform. Er ließ den Gedanken liegen, nicht auf den letzten Metern noch den Abend versauen lassen. Als Lilivienne kurz darauf erklärte, dass sie und Alizée sich für den Abend zurückziehen würden, stellte Kael das Glas etwas tiefer und wandte sich den beiden Frauen wieder vollständig zu.


Es hat mich ebenfalls gefreut. Schlafen Sie gut und so es die Galaxis möchte vielleicht bis morgen.

Alizée verabschiedete er mit einem ebenso freundlichen Nicken, dann ließ Kael die beiden ziehen. Mit ihrem Aufbruch begann sich die zwischenzeitlich erstaunlich große Runde ohnehin wieder aufzulösen, Aren stand erneut bei Prada und dessen Begleitung, Andrim blieb anderweitig beschäftigt und die Combo hatte längst zu ihrem regulären Programm zurückgefunden. T'rsops zuvor gestellte Frage, ob daraus auch für Kael ein Abschied werden sollte, ließ ihn kurz auf das Glas in seiner Hand blicken. Von dem Rum war kaum noch etwas übrig und bevor er antworten konnte, löste sich Theranos aus seinem Gespräch und trat ein letztes Mal zu ihnen, bedankte sich für die musikalische Darbietung und erinnerte Kael daran, dass dessen angekündigtes Urteil über Imperialis Sensus weiterhin ausstand. Kael nahm die angebotene Hand an.

Das Versprechen steht. Wenn Sie eine ehrliche Meinung wollen, bekommen Sie sie auch.

Ein leichtes Lächeln blieb auf seinen Zügen.

Eine angenehme Nachtruhe wünsche ich, Theranos. Wir sehen uns morgen.

Nachdem sich der Sector Adjutant verabschiedet hatte, trank Kael den Rest des Rums aus und stellte das leere Glas auf dem Tresen ab.

Ich werde mich ebenfalls auf den Weg machen. Morgen dürfte lang genug werden und ich bin heute ohnehin deutlich länger geblieben als vorgesehen.Er reichte T'rsop die Hand. Es hat mich gefreut, Gouverneur. Spätestens nach Zhirios Aufführung setzen wir das Gespräch fort.

Auf dem Weg zum Ausgang nahm Kael noch die notwendigen Abschiede mit, ohne daraus eine weitere Gesprächsrunde entstehen zu lassen, verabschiedete sich von Aren mit einem kurzen persönlichen Gruß und auch von den übrigen Anwesenden mit der gebotenen Höflichkeit. Andrim bekam beim Vorbeigehen ein knappes, korrektes Nicken. Die kalte Luft vor der Bar traf ihn nach der Wärme des Lokals deutlich genug, dass Kael für einen Moment unter dem Vordach stehen blieb und den Kragen seiner Galauniform etwas höher schloss. Danach bestellte er einen Gleiter zum Hotel und zog während der kurzen Wartezeit sein Datapad hervor. Die von Imperial Spirits zusammengestellte Übersicht lag noch immer dort, wo er sie während des Anfluges mit begrenzter Begeisterung geschlossen hatte. Diesmal öffnete er sie und ließ den Blick über einige der Namen wandern, hinter denen am Nachmittag nicht viel mehr als Ämter, Titel und mögliche geschäftliche Interessen gestanden hatten. Mehrere davon besaßen inzwischen Gesichter und Stimmen, bei einigen wusste er mittlerweile deutlich mehr, als ihm irgendeine vorbereitete Notiz hätte verraten können.

Kaels Mundwinkel hoben sich leicht, ehe er die Datei wieder schloss. Der Gleiter traf wenig später ein und die Rückfahrt zum Hotel war kurz genug, dass Kael Moraband diesmal weitgehend an sich vorbeiziehen ließ. Wenig später schloss sich die Tür seiner Suite hinter ihm und zum ersten Mal seit der Landung gab es nichts mehr, das noch am selben Abend seine Aufmerksamkeit verlangte. Kael zog die Handschuhe aus, legte sie auf der Kommode ab und hing anschließend die Jacke seiner Galauniform sorgfältig in den Schrank. Nachdem er ein Glas Wasser geleert hatte, warf er noch einmal einen Blick auf das Datapad, fand keine dienstliche Nachricht, die eine unmittelbare Reaktion verlangte und legte es wieder auf den Tisch.


[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / Luxushotel nahe dem Regierungsviertel / Suite] Kael Reed
 
[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / eine Bar unweit des Praxeums] - mit Gouverneur Dr. T'rsop, Moff Aren Vayliuar, Sektor-Adjutant Theranos Zesh, Gouverneurin Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Moff Agustin Prada, Cpt. Kal Andrim und andere

T'rsops innere Wut köchelte hoch. Nicht primär Wut über die doch sehr spezizistische Gouverneurin Bastions. Sondern Wut über sich selbst. Während diese Lili ihm erklärte, was der eigentliche Sinn und Zweck der Gesellschaft zur Förderung schöner Künste sei, wurde ihm bewusst, wie leicht angreifbar er sich mit seiner Ignoranz gemacht hatte.
Wäre dieser Fehler einem seiner Mitarbeiter oder Untergebenen passiert, hätte er sie verbal auf die Größe eines Jawas zurechtgestutzt. Dummheit war nervtötend und zeitverschwendend - aber sie war besser als Ignoranz. Denn Dummheit konnte recht wenig für sich selbst, während Ignoranz leicht zu bewältigen war. Diesen Sieg musste er der Gouverneurin überlassen - er hatte es schlicht nicht für nötig gehalten, sich über alle hintergründigen Vereine und Gesellschaften des Galaktischen Imperiums zu informieren.

Nach außen hin sah man ihm seine punktuelle Selbstverachtung nicht an.
T'rsop stand weiterhin locker und offen da, lächelte aufmerksam und antwortete der Menschenfrau, als diese fertig mit ihren Ausführungen war. Sehr wohl in dem Wissen, dass sie definitiv darum wusste, ihm hier überlegen gewesen zu sein, versuchte der Gelehrte, das Beste daraus zu machen, ohne ganz lächerlich zu wirken:

"Werte Gouverneurin, natürlich haben Sie Recht. Jedes vernunftbegabte Wesen sollte zur Förderung der Kultur und Kunst beitragen. Beide sind Beweise dafür, dass wir einen Geist in uns tragen und nicht komplett bestimmt sind von rein körperlich-chemischen Abläufen. Mit der Begründung alleine wegen meines Gehörs Teil der Gesellschaft werden zu sollen, kam ich auf die Irrbahn, Ihre Begleiterin spräche von den internen Gremien der Kritiker und Auswähler der geförderten Kunst. Mein Fehler - gut, dass Sie ihn korrigiert haben.
Es freut mich, dass Kultur und Verstand Ihnen gleichermaßen am Herzen liegen. Für das Imperium."


So, genug mit dieser Schleimerei, die fast schon Heuchelei gewesen war, dachte sich der Gouverneur von Prefsbelt IV und ging nun auf das Lob seiner von Lili ein, welches wieder durch spezizistische Betonungen durchzogen war. Seine mit einem höflichen Seitenhieb diesbezüglich verpackte Antwort erkannte die Gouverneurin, wie er an ihrem Blick und ihrer sich minimal verhärtenden Haltung absah.
"Ihr Angebot werde ich im Gedächtnis behalten", war ihre Antwort auf sein darauffolgendes Friedensangebot einer Zusammenarbeit zwischen Prefsbelt IV und Bastion. "Sie ist wirklich gut in diesem Spiel", zollte T'rsop seiner Kollegin innerlich Respekt. Ihre Körpersprache, ihr Lächeln und selbst das Glänzen in ihren Augen stellten zurückhaltende aber freundliche Zugewandtheit dar. Doch die leichte Betonungsänderung des ersten Wortes sowie die Millisekunde, die die Gouverneurin brauchte, um ihre Augen in dieses Schauspiel miteinzubeziehen, verrieten dem gelehrten Pau'aner, dass sie im Inneren vor Abscheu brodelte und kein Interesse an einer Zusammenarbeit mit ihm hatte.
"Nicht nur verklemmt, sondern auch noch engstirnig", stellte er für sich fest. Für ihn wäre es kein Problem gewesen, etwas Fruchtbares für beide Planeten anzustreben, auch wenn er Bastions Hauptverwalterin mehr und mehr unsympathisch fand.
Er hätte jetzt gerne etwas weiteres Angreifendes erwidert, aber das wäre ihrem bisherigem intellektuell-darstellerischen Tanz nicht gerecht geworden. Stattdessen verbeugte er sich leicht und so überzeugend wie möglich.

"Vielen Dank. Kontaktieren Sie mich oder mein Büro, wenn unsere beiden Planeten zusammen dem Imperium helfen können."
Fast wäre er versucht gewesen, Lili beim Aufrichten zuzuzwinkern, beließ es dann aber bei einem dezenten und dennoch bestimmten Nicken, das ihr zeigte, dass er ihre Antwort hinter den Worten durchaus verstanden hatte.

Das Gespräch wandte sich wieder leichteren und unbedenklicheren Themen zu und ging noch ein wenig hin und her und landete schließlich bei seinen Wünschen für die Gala. Seine Ausführungen endeten bei der Schwärmerei über das Kunstwerk im Prxeum nahe seines Gästezimmers. Die menschliche Gouverneurin fragte ihn nun hier wieder direkt, wo sie das Bild finden könne.
Diesmal gab sich
T'rsop Mühe, nicht philosophisch abzuschweifen - er hatte den Eindruck, dass Lili davon genervt gewesen wäre und sie beiden hatten heute schon nahe genug an den Grenzen der Beleidigung herumgetänzelt - und beschrieb ihr kurz und kompakt den Weg zu dem Bild. Beteuerte zum Schluss noch einmal, dass es sich wirklich lohnen würde.

Kurz darauf verabschiedete sich die Gouverneurin und ihre Majordumus mit Verweis auf ihre Imperiale Pflicht.
T'rsop seufzte unmerklich. Sie könnten hier viel besser Politik machen und Verwaltungsentscheidungen treffen als bei diesem offiziellen Anlass morgen. Aber nein, der Etikette und der Erwartung der meisten Bürger wegen wurde die morgige Präsenz und die dortigen Reden als wichtiger angesehen.
"Es hat mich gefreut, Sie kennenzulernen", leitete die Gouverneurin den Abschied ein - und log damit zumindest ihrem Kollegen ins Gesicht. Und er verwebte in seiner Antwort Wahrheit und Interpretationsspielraum miteinander:
"Majordomus Alizee. Gouverneurin d'Oridin. Es wäre eine Lüge, wenn ich sagen würde, Sie hätten unseren Abend nicht bereichert. Eine angenehme Nachtruhe. Und vielleicht läuft man sich bei der Gala nochmal über den Weg."

Kurz nachdem die beiden Damen aufgebrochen waren und sich der Gelehrte wieder dem Soldaten zuwenden wollte, trat Theranos herzu und verabschiedete sich dankend ebenfalls von dem Abend.
Als er
T'rsop die Hand schüttelte, breitete sich ein ehrliches Lächeln auf dessen Gesicht aus. Er erwiderte den Händedruck und verabschiedete seinen Amtsvorgänger mit den Worten:
"Ich hoffe, du hattest insgesamt einen guten Abend - und dass wir im Laufe der Gala auch nochmal ins Gespräch kommen. Vielleicht ja wie in alten Zeiten. Wenn du nicht 'zufällig' diesmal den Rat der Moffs anziehst."
Er ließ die Hand des Sektor-Adjutanten los: "Und auch ernsthaft: Wir haben lange nicht mehr über Kunst geredet."

Als Theranos gegangen war, wandte sich der Pau'aner sich sein Kinn umschließend Kael zu und konnte sich eines ehrlichen Schmunzeln nicht erwehren.
"Natürlich. Nicht nur Soldat, nicht nur Musiker, sondern auch noch Weinkenner. Ab einem gewissen Punkt des Engagements, gepaart mit Gaben und Bedeutung, wird man wohl zu einem Tausendsasser."
Eine kurze angenehme Pause entstand zwischen den beiden, in denen jeder seinen Gedanken noch einen Moment nachhing. Dann trank auch Kael aus und verabschiedete sich: "Es hat mich gefreut, Gouverneur. Spätestens nach Zhirios Aufführung setzen wir das Gespräch fort."

Einem Impuls folgend schnippte
T'rsop und zog so noch einmal die Aufmerksamkeit seines Gegenübers auf sich.
"Kael. Wir sind heute ja immer wieder mal oberflächlich in die Gewässer von Kunst, Kultur und Förderung eingetaucht und...", begann er und griff dabei in eine seiner Taschen. Von dort holte er eine Kontaktkarte heraus, flippte sie einmal in die Luft, fing sie auf und drückte sie dem Chiss in die Hand, "leider nur oberflächlich. Ich freue mich, wenn wir das nach dem großen Konzert vertiefen können. Und falls du mal einen verwalterischen Gefallen und Förderung brauchst: Hier ist meine dienstliche Direktverbindung."
T'rsop verfolgte ein Doppeltes: Zum Einen fand er Kael geistreich und sah die Chance zur Bedeutsamkeit für ihn - und zum Anderen hatte er noch keine wirklichen Kontakte in der Imperialen Armee. Es schadete sicher auch nicht, dies direkt am heutigen Abend zu ändern.

Nachdem auch dieser Gesprächspartner gegangen war, fiel
T'rsop wieder ein, dass er noch immer nichts Neues auf seinem Teller hatte. Er ging zu seinem Tablett, goss den inzwischen kaltgewordenen Tee-Rest in sein Wasserglas und trank es in einem Zug aus. Danach ging er nochmal zu der Bedienung und orderte sich einen weiteren Tee sowie ein Abendessen.
Mit diesem Tablett schlenderte er dann, sich nebenbei von
Kal verabschiedend und ihm einen Chip des Essens anbietend, zu den beiden Moffs und ihren Herzensdamen.
Je einmal den Kopf höflich neigend wandte er sich noch einmal an sie:
"Moff Vayliuar. Moff Prada. Die Damen. Entschuldigen Sie, dass ich mich in Ihr Gespräch reindränge."
Auch den hiesigen Anwesenden bot er etwas von seinem Essen an, nahm dann einen kleinen Schluck Tee und einen Bissen des Fleischs.
"Moff Vayliuar, gehe ich recht in der Annahme, dass es nun zu spät und zu unangemessen ist, noch etwas Dienstliches anzusprechen? Die Tage jedenfalls wäre es mir wichtig, wenn wir nochmal ein-zwei Themen Prefsbelt IV betreffend besprechen könnten."
Sein Blick wanderte zu den markanten Gesichtszügen von Moff Prada: "Moff Prada, wir konnten uns ja heute nicht wirklich kennenlernen. Vielleicht findet sich ja ein andern Mal eine Gelegenheit dazu - in jedem Fall wünsche ich Ihnen und Ihrer Begleitung aber eine beeindruckende Gala."

Dann blickte er die Vier noch einmal an, danach schaute er zu Kal, und sprach so, dass alle fünf mit einbezogen waren: "Ich werde hier noch in Ruhe mein Abendbrot essen - wenn jemand noch Gesellschaft pflegen will, sei herzlich willkommen. Und ansonsten allen eine gute Nacht."
er nickte noch einmal in die Runde - für einen Handschlag war er mit den restlichen Anwesenden zu wenig bekannt und war sich außerdem bewusst, dass da mit einem Tablet auf der anderen Hand für viele die Grenze des Ertragbaren an Konventionsbrüchen überschreiten würde - und setzte sich dann in eine etwas dunklere Ecke der Bar.
Noch bevor er saß, hatte er sein dienstliches Datapad hervorgeholt.

Und ein kleines Lachen platzte aus dem Pau'aner heraus. Sie hatten so viel über Gesellschaften und Mitgliedschaft heute geredet und war dabei voll in ein Fettnäppchen getreten. Und nun war eine seiner ersten Nachrichten, dass er nun offiziell in die Imperiale Gesellschaft aufgenommen worden war.
Vor zweieinhalb Jahren hatte er dort einmal als Gastredner vorbeigeschaut... über das Thema 'Gesellschaftsanalyse als Vorsorgeuntersuchung für das Staatssystem'. Vor einigen Monaten hatte er sich dann für sie offiziell beworben - er brauchte Fördergelder für seine privaten Projekte und Forschungen - und nun war er offiziell aufgenommen.
Vorweg war eine tiefe Prüfung seiner Schriftwerke und Veröffentlichungen gegangen, sowie mehrere Anhörungen (bei denen er nicht immer ganz ruhig geblieben war). Ob seine Aufnahme zum jetzigen Zeitpunkt seinem neuen Amt zu verdanken war.
Er war zwar brilliant in der Philosophie, Gesellschaftsanalyse und Propaganda - aber die Geisteswissenschaften standen traditionell bei der Imperialen Gesellschaft im Ansehen hinter den Naturwissenschaften; und er selbst war ja auch Anhänger von Grenzwissenschaften, was seine Aufnahme noch einmal etwas erschwert haben dürfte.
Aber ob es nun zurecht an seinem Intellekt oder zu unrecht an seinem Amt als Gouverneur lag, war ihm egal. Er dankte in Gedanken noch einmal
Theranos und gönnte sich einen großen Schluck Tee.

Dann weiteten sich seine Augen und während er auf seinem Datapad eine Nachricht an seine Sekretärin
Liena auf Prefsbelt IV schrieb, aß er genüsslich sein Abendbrot weiter. Er gab die Anweisung weiter, dass das neu gefundene Gestein in Red One von nun an unter erhöhter Geheimhaltung abgebaut und erforscht werden sollte.
Das Ergebnis war noch offen, aber falls dieses Gestein tatsächlich besonders wertvoll war, sah
T'rsop nun noch weitere Möglichkeiten, wie er es noch besser nutzen könnte.

Er arbeitete und aß weiter, bis er irgendwann der Sperrstunde wegen aufgefordert wurde, die Bar zu verlassen.
Dem kam er nach dem Bezahlen bereitwillig nach - eilte jedoch noch einmal zurück, um sich die Kontaktdaten der Band geben zu lassen. Dann fluchte er erneut wegen der Kälte im Außenbereich und schlenderte zurück zum Praxeum.
Doch statt schlafen zu gehen, nutzte er die Nachtstunden noch einmal, um möglichst privat und ohne Verpflichtungen die Kunstwerke und Architektur dieses Gebäudes zu bewundern. Und in die Tiefen seiner Gedanken und Überlegungen zu gehen.

Zweimal wurde er von Wachpersonal angesprochen und ermahnt, nach Hause zu gehen. Bis er ihnen seine Gouverneursplakette zeigte und sie ihn gewähren ließen.
Die erste Wache gab ihm jedoch den Rat mit:
"Passen Sie auf sich auf, Gouverneur. Es ist dunkel und man kann nie wissen."
T'rsop nickte dankbar: "Danke, ich passe auf - Sie haben hier aber einfach ein zu fabelhaftes Arrangement aus Architektur und Kunst, als dass ich es unbedacht sein lassen will."
Und außerdem, so dachte er weiter, war er zu kurz im Amt, als dass sein Tod das System zum Zusammensturz bringen würde... es sei denn natürlich, dass das gesamte Universum nur aus seinem Unterbewusstsein entsprang. Das glaubte er zwar nicht, würde er aber wahrscheinlich auch nie erfahren können.

So verbrachte er die Nacht staunend, bewundernd, kopfschüttelnd und sich Gedanken machend, bevor er dann fast schon im Morgengrauen in sein Bett fiel.

"Ich bin noch jung und verkrafte das", dachte der Pau'aner zufrieden und erhaben. Bis ihn sein Wecker rief, es sei Zeit, aufzustehen.
Wenigstens fallen Augenringe bei Pau'anern nicht so auf. Und wozu gab es kalte Duschen? Und das hiesige verdammt kalte Wetter?


[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / Praxeum / Gästezimmer für T'rsop] - mit Gouverneur Dr. T'rsop
 
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Cestus ließ den Gouverneur ausreden.
Die erneute Entschuldigung nahm er zunächst mit einem langsamen Nicken entgegen. Der Ärger der vergangenen Minuten war noch nicht vollständig verschwunden, doch Cestus hatte ebenso wenig vor, sich länger als notwendig daran festzuhalten. Solaris hatte seine Worte bereits zuvor bedauert und tat es nun ein weiteres Mal. Irgendwann musste eine Entschuldigung auch angenommen werden können.

Dass der Gouverneur erschöpft war, ließ sich ohnehin kaum übersehen. Cestus hatte bislang wenig darüber nachgedacht, wie die vergangenen Wochen aus Solaris' Perspektive ausgesehen haben mussten. Während er selbst einen vergleichsweise klar umrissenen militärischen Auftrag besaß, liefen beim Gouverneur sämtliche Probleme dieses Planeten zusammen. Die Kämpfe am Südpol waren nur eines davon. Die medizinischen Zelte und Masken hatten eindrucksvoll genug gezeigt, dass Truuine gegenwärtig an mehr als einer Front kämpfte.

Das entschuldigte nicht jede Formulierung. Aber es erklärte allerdings einiges.

Als Solaris schließlich zusammenfasste, was er aus Cestus' Worten mitgenommen hatte, entspannte sich dessen Haltung merklich. Vor allem bei der Feststellung, ein guter Befehlshaber lasse seine Truppen nicht im Stich, kehrte ein Hauch des vorherigen Schmunzelns zurück.
„Dann sind wir uns zumindest darin einig.“

Damit konnte Cestus die Angelegenheit für den Augenblick ruhen lassen. Zumindest glaubte er das.
Denn als Solaris anschließend erklärte, ihm eine Möglichkeit vorschlagen zu wollen, seine gegenwärtigen Verpflichtungen mit seinen offenbar wiederentdeckten Ambitionen zu vereinbaren, hielt Cestus mitten in der Bewegung inne. Eigentlich hatte er gerade wieder nach seinem Besteck greifen wollen.

Stattdessen richtete sich seine Aufmerksamkeit erneut vollständig auf sein Gegenüber.
Nun wurde es interessant.
Cestus hörte schweigend zu, als Solaris von den drei Einheiten der truuiner Planetenverteidigung sprach, denen Lieutenant Colonel Lauchlan die offizielle Teilnahme an den Kampfhandlungen gegen Port Ryloth gestattet hatte. Bei Karveks Namen dachte Cestus einen Augenblick nach. Die Storm Commandos waren ihm zumindest ein Begriff und ihre Anwesenheit auf Truuine ohnehin kaum zu übersehen gewesen.
Noch immer verstand er allerdings nicht vollständig, worauf Solaris hinauswollte.

Dann sagte der Gouverneur es.

Cestus sollte das Kommando über seine Garde übernehmen.
Für einige Sekunden blieb der Major vollkommen still.
Sein Blick ruhte auf Solaris, während dessen dieser weitersprach.
Wechsel zu den Sturmtruppen das wäre mal etwas anderes. Genauer gesagt zu den Aquatroopern. Weiterhin Dienst auf Truuine und damit die Möglichkeit, den laufenden Feldzug gegen Port Ryloth zu Ende zu führen. Anschließend stünde ihm der Weg offen, sich wieder dem größeren Krieg zuzuwenden oder innerhalb der Spezialtruppen eine andere Verwendung anzustreben.

Cestus senkte kurz den Blick auf den Tisch. Damit hatte er nun wirklich nicht gerechnet.

Solaris hatte ihn nach Osicia fliegen lassen, um mit ihm über seine Vergangenheit zu philosophieren. Dann eine bemerkenswert direkte Predigt über Patriotismus, Berufung und verschwendetes Potenzial gehalten und nun wollte er Ihn in seiner Garde habe.
Also so ganz verstand Cestus das nicht.

Aber das Angebot selbst war grundsätzlich keineswegs uninteressant.
Ganz im Gegenteil.
Die regulären Streitkräfte waren Cestus vertraut. Mehr als vertraut. Einen beträchtlichen Teil seines Lebens hatte er dort verbracht und wenn er ehrlich mit sich selbst war, hatten die vergangenen Jahre vor allem eines gezeigt. Vollständig hatte er dieses Leben niemals hinter sich gelassen.

Die Aquatrooper waren wiederum eine andere Angelegenheit.
Cestus verfügte über amphibische Ausbildung und ausreichend Erfahrung, um zumindest zu wissen, welche Anforderungen ein solcher Verband an seine Soldaten stellte. Dass Solaris ausgerechnet dort Verwendung für ihn sah, war daher nicht vollkommen aus der Luft gegriffen. Ebenso wenig störte ihn der Gedanke, wieder Teil der regulären imperialen Streitkräfte zu sein, vor allem wenn er nicht jetzt einen Karriere anstrebte wann dann? Immerhin war er schon 34 Jahre alt und besser würde seine körperliche Verfassung nicht unbedingt werden.

Somit war das eigentlich die Gelegenheit für Cestus, denn so einfach kam man dann doch nicht zu den Sturmtruppen.
Wahrscheinlich wäre es für Ihn nach all seinem Dienstjahren möglich gewesen sich mal dorthin zu melden.
Aber ein Platz in der Garde eines Gouverneurs mit weiteren Bildung und Spezialisierungsmöglichkeiten war etwas anderes.

Selbst der Rang beschäftigte ihn nur am Rande.
Cestus hatte nie gedient, weil ihm die Rangabzeichen auf seiner Uniform besonders gut gefielen.
Trotzdem blieb ein Punkt, der für ihn schwerer wog als alle anderen.


Das Skybridgebatallion.
„Ich gebe zu, das Angebot kommt unerwartet.“

Cestus verschränkte die Hände locker vor sich.
„Vor einer halben Stunde war ich noch der Meinung, Sie wollten einen Frontbericht. Vor zehn Minuten dachte ich, Sie wollten mir erklären, dass ich meine militärische Laufbahn falsch geführt habe.“

Ein Mundwinkel hob sich leicht.
„Und jetzt bieten Sie mir Ihre Garde an. Das ist eine bemerkenswerte Entwicklung für ein Frühstück das muss ich sagen.“

Der Humor verschwand jedoch wieder etwas, als er zum eigentlichen Problem kam.
„Mein erster Gedanke gilt trotzdem meinen Leuten. Sie haben gerade selbst gesagt, ein guter Befehlshaber lässt seine Truppen nicht im Stich. Daran würde ich Sie gerne festhalten.“

Skybridge stand mitten in einer laufenden Operation. Cestus hatte dieses Bataillon nach Truuine geführt, hatte mit seinen Männern am Südpol gekämpft und noch vor wenigen Stunden gemeinsam mit ihnen vor dem Bunkerhügel gestanden. Dass ihm nun eine interessante neue Verwendung angeboten wurde, änderte daran nichts.
„Ich werde nicht bei einem Frühstück beschließen, dass jemand anderes den Rest erledigen darf, während ich mir eine neue Uniform anziehe.“

Er hob leicht eine Hand.
„Allerdings haben Sie genau dafür offenbar bereits eine Lösung angeboten. Wenn ich den laufenden Einsatz gemeinsam mit Skybridge ordnungsgemäß zu Ende führen kann, verändert das die Sache erheblich.“


Damit wäre zumindest gewährleistet, dass er seine Männer nicht mitten in der entscheidenden Phase dieses Feldzuges verließ. Danach jedoch musste jemand anderes das Bataillon übernehmen.
Vielleicht konnte er hier den Gouverneur darzubringen Ihm zu helfen seine Nachfolge so einzufädeln wie er es wollte.
„Damit kommen wir allerdings zu meiner Nachfolge.“

Seine Stimme wurde wieder etwas sachlicher.
„Ich kann nicht bestimmen, wer nach mir das Kommando über Skybridge erhält. Das steht mir weder dienstrechtlich zu, noch würde ich mir anmaßen, eine solche Entscheidung vorwegzunehmen.“

Cestus legte seine Hände wieder locker auf den Tisch.
„Aber sollte mein Posten tatsächlich frei werden, werde ich mich mit allem Nachdruck für Captain Aurelian Korff aussprechen.“

Daran bestand für ihn kein Zweifel.
Korff führte die erste Kompanie, war sein Stellvertreter und kannte Skybridge nicht aus Personalakten oder Lageberichten, sondern aus dem gemeinsamen Einsatz. Die Offiziere kannten ihn, die Mannschaften kannten ihn und Cestus selbst hatte oft genug erlebt, wie der Captain unter Druck funktionierte.
„Er ist mein Stellvertreter, kennt das Bataillon und hat mein Vertrauen. Ob meine Empfehlung angenommen und Korff tatsächlich zum Major befördert wird, müssen andere entscheiden. Aber wenn man meine Einschätzung hören möchte, halte ich ihn für den richtigen Mann.“

Für einen kurzen Moment musterte Cestus Solaris, ehe wieder ein schmales Schmunzeln auf seinen Lippen erschien.
„Und da Sie derjenige sind, der gerade versucht, Prefsbelt IV einen Major abzuwerben, würde ich Sie dabei ebenfalls gerne ein wenig in die Pflicht nehmen.“

Die Worte waren humorvoll gesprochen, die dahinterstehende Bitte meinte Cestus allerdings vollkommen ernst.
„Wenn Sie mit Korffs Leistung während unseres Einsatzes zufrieden sind, würde ich es begrüßen, wenn Sie das gegenüber Gouverneur T’rsop und Sektoradjutant Zesh ebenfalls zum Ausdruck bringen und meine Empfehlung unterstützen. Entscheiden sollen jene, die dazu befugt sind. Aber Ihre Einschätzung als Gouverneur von Truuine dürfte bei dieser Entscheidung zumindest Gewicht besitzen.


Damit konnte Cestus leben.
Er verlangte keine Garantie für Korffs Beförderung und ebenso wenig erwartete er, dass Solaris sich in die Kommandostrukturen Prefsbelt IVs einmischte. Aber wenn der Gouverneur schon ausgerechnet den Kommandeur von Skybridge für seine eigene Garde gewinnen wollte, konnte er durchaus dabei helfen, dessen bisherige Einheit anschließend in vernünftige Hände zu übergeben.

Eine weitere Sache war für Cestus ohnehin selbstverständlich.
„Bevor irgendetwas davon endgültig wird, möchte ich außerdem mit Theranos Zesh sprechen.“

Er ließ keinen Zweifel daran, dass dieser Punkt für ihn persönlich wichtig war.
„Mir ist bewusst, dass er inzwischen Sektoradjutant ist und Prefsbelt IV einen neuen Gouverneur hat. Trotzdem war Herr Zesh derjenige, der mich und meine Männer hierhergeschickt hat. Des weiteren war ich ja auch einst in seiner Leibwache.“

Cestus lehnte sich wieder etwas zurück.
„Formal bin ich außerdem weiterhin Angehöriger der Planetarenkräfte. Ich möchte nicht morgens als deren Major aufstehen und abends feststellen, dass ich inzwischen Offizier der Sturmtruppen bin, weil zwei Männer beim Frühstück eine interessante Idee hatten.“

Diesmal war das Schmunzeln deutlicher zu erkennen.
„Wenn ich wechsle, dann ordentlich. Ich werde um meine Versetzung ersuchen und die Angelegenheit über den vorgesehenen Dienstweg klären. Und wenn ich Herrn Zesh richtig einschätze, wird er uns keine Steine in den Weg legen.“

Cestus konnte sich jedenfalls nur schwer vorstellen, dass Zesh ihm ausgerechnet jene Rückkehr in die regulären Streitkräfte verwehren würde, die Solaris ihm nun anbot. Trotzdem war es für ihn eine Frage des Respekts, zuerst persönlich mit ihm darüber zu sprechen.
Er wollte nicht, dass Theranos irgendwann eine Mitteilung auf seinem Schreibtisch fand und auf diesem Weg erfuhr, dass einer seiner Bataillonskommandeure während eines Frühstücks auf Truuine beschlossen hatte, Aquatrooper zu werden.

Damit waren für Cestus die wesentlichen Punkte ausgesprochen.
„Der Rang wäre für mich übrigens kein Hindernis.
Ein kleines Schmunzeln folgte.
„Und was die Aquatrooper betrifft, habe ich schon schlechtere Verwendungsmöglichkeiten für meine Ausbildung gesehen.“

Danach schwieg Cestus einige Augenblicke.
So beiläufig Solaris das Angebot ausgesprochen hatte, so wenig beiläufig war die Entscheidung dahinter.

Die Blaue Legion war über lange Zeit zu Cestus' militärischer Heimat geworden. Dort dienten Männer und Frauen, mit denen er gekämpft hatte, manche bereits seit Prefsbelt IV. Er kannte ihre Stärken und Schwächen, kannte ihre Eigenheiten und wusste, wem er im Gefecht blind vertrauen konnte. Skybridge wiederum war sein Bataillon. Verantwortung für diese Menschen ließ sich nicht einfach gemeinsam mit einem Rangabzeichen ablegen.

Aber genau das verlangte Solaris auch nicht von ihm.

Cestus konnte den Kampf auf Truuine mit seinen Männern zu Ende führen. Er konnte eine ordentliche Übergabe vorbereiten. Er konnte sich für Korff starkmachen und dafür sorgen, dass Prefsbelt IV nicht aus irgendeiner Meldung von seiner Entscheidung erfuhr.

Und anschließend?
Anschließend bot Solaris ihm ziemlich genau jene Möglichkeit an, die Cestus selbst vor wenigen Minuten noch in den Raum gestellt hatte.
Eine Rückkehr.

Nicht irgendwann vielleicht, nachdem er nach Prefsbelt IV zurückgekehrt war und sich gefragt hatte, ob er noch einmal den Schritt wagen sollte. Solaris legte ihm diesen Weg gerade unmittelbar vor die Füße.
Cestus atmete langsam aus.
„Wenn wir es also so gestalten können, dass ich den Einsatz mit Skybridge zu Ende führe, anschließend eine ordentliche Übergabe erfolgt und meine Versetzung mit Prefsbelt IV geregelt wird, sehe ich keinen Grund, Ihr Angebot abzulehnen.“

Sein Blick blieb fest auf Solaris gerichtet.
Dann erschien wieder ein kleines, diesmal ehrliches Schmunzeln.
„Wenn Sie mit diesen Punkten leben können und alles andere passt Gouverneur, dann können Sie Colonel Lauchlan ausrichten, dass Major Varro grundsätzlich bereit ist und das Angebot annimmt.“

Er schenkte sich dann etwas Caff nach griff nach seiner Tasse und nahm einen weiteren Schluck, während er den Gedanken noch einmal auf sich wirken ließ.

Aquatrooper.

Vor einer Stunde hatte Cestus noch darüber nachgedacht, welche Verstärkungen Korff inzwischen für den nächsten Angriff zusammengezogen hatte. Nun saß er beim Frühstück und besprach seine Rückkehr in die regulären Streitkräfte.

Manchmal entwickelte sich ein Morgen offenbar schneller als eine Offensive. Nur diesmal hatte Cestus das Glück gehabt das Ihm dieser "Einsatz" nur gutes für Ihn gebracht hatte.



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[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Eisige Weiten ] Qowrow und Vorn

Der Machtstoß erwischte Qowrow kalt. Grade noch hatte er auf den roten Idioten eingedroschen, als sei dieser sein ganz persönlicher Boxsack, da flog er plötzlich rückwärts. Schlitterte, wankte…doch so einfach war er nicht zu besiegen! Aster hatte ihn perfektionierte Körperbeherrschung gelernt und in diesem Zustand schien es sogar noch leichter die Kontrolle zu behalten.

Der Wookiee brüllte und stürmte wieder heran. Mit neu angefachter Wut prügelte er auf Vorn ein – bevor etwas unvorhergesehenes geschah. Plötzlich sackte der rote Mensch ab, sank mit einem Bein ins Eis und nutzte Qowrows kurzen Moment der Desorientierung zum Konter.

Es war nicht schwer dem plumpen Schlag auszuweichen und plötzlich sah der Wookiee selbst eine Gelegenheit den Kampf zu beenden. Blitzartig – schnell, aber dafür ungezielt – stach er zu, was Vorn im letzten Moment erlaubte, den Kopf beiseitezureißen. Und diesen dann mit voller Wucht ins Gesicht seines Kontrahenten zu stoßen. Der Wookiee stolperte rückwärts.


“[Süß]”, grollte Qowrow während er spürte, wie das aus seiner Nase rinnende Blut bereits in seinem Pelz gefror. Noch immer glühte die Stelle an Vorns Helm, wo Qowrow den Kampf grade fast beendet hatte. Oh, wie gern hätte er das dumme Gesicht jetzt gesehen. Diesen Ausdruck von ‚Oh, Scheiße‘, das sich auf den idiotischen Zügen abzeichnen musste.

Qowrow hatte keine Erfahrung im Aurenlesen und wurde deswegen aus seiner Wahrnehmung des Menschen im Machtsinn auch nicht schlau. Aber das musste doch bedeuten, was er wahrnahm?

Er grinste, zeigte seine Zähne, während die beiden Akolythen sich ein paar Herzschläge lang umkreisten.


„[Wie fühlt es sich an, zu wissen, dass man in den Arsch gef*ckt ist?]“, grollte der Wookiee. Natürlich wusste er, dass der Mensch nichts verstand, doch was Qowrow gesagt hatte, war auch in erster Linie für ihn selbst gedacht. „[Sie’s ein. Gib doch einfach auf. Oder kannst du dich gegen das hier verteidigen?]“

Gleichzeitig mit der Linken und seinem Geist griff Qowrow zu. Schloss unsichtbare Finger um den Lichtschwertgriff seines Rivalen und riss.

„[Ohoo!]“, lobte er, als Vorn es doch tatsächlich schaffte seinem Willen zu widerstehen. Die Kontrahenten drehten eine weitere Runde. „[Warum denn so defensiv? Angst, Meri?]“

Ach, wie schön wäre es gewesen, wäre der Mensch nicht zu dumm gewesen wenigstens die Provokationen zu verstehen. Da machte es ja gar keinen Spaß ein bisschen mit seinem Essen zu spielen!

„[Dann stirb halt endlich!]“, befahl er und setzte ein weiteres Mal zum Angriff an.

Dieses Mal schlug Qowrow weniger wild zu. Seinen ersten Tsunami der Emotion hatte er im ersten Ansturm abgearbeitet. Noch immer ritt er die Welle seines Hasses, doch diesmal ließ er sich nicht von ihr blenden. Eine weitere wortwörtliche blutige Nase brauchte er nicht.

Die Katas, die er unter den wachsamen Augen Asters bis zum Erbrechen geübt hatte, steckten ihm noch immer in den Knochen. Die Macht erlaubte es ihm sie schneller auszuführen, stärker. Wie ein Wirbelwind drang er auf seinen Kontrahenten, gelangweilt davon, wie wenig der ihm bisher entgegengesetzt hatte.

Vorn würde sterben und damit zum Beweis für die Macht seines Rivalen werden. Und zu einem letzten Mittelfinger, den Qowrow Aster in dessen A****hloch schieben würde.


[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Eisige Weiten ] Qowrow und Vorn
 
[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Kal Andrim, Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kael Reed, Lilivienne Évarielle d’Oridin, Agustin Prada, T'rsop und (NSC´s - Majordomus Alizée, Abella Sorovkin, sowie weitere Gäste und diverse Leibwächter in Zivil )

Der Abend neigte sich seinem natürlichen Ende zu. Nachdem Lilivienne und Alizée sich verabschiedet hatten, nahm auch Theranos seinen Abschied, kurz bevor Kael Reed dasselbe tat. Damit blieben von der illustren Gesellschaft noch Gouverneur T’rsop mit dem der Kuati nicht wirklich bekannt war und daher lehnte Kal es auch mit einem freundlichen Lächeln ab, gemeinsam zu Abend zu essen. Die Moffs Prada und Vayliuar wollte Kal auch nicht großartig bei ihrem freudigen Wiedersehen stören. Also verabschiedete der Kuati sich bei den beiden Männern und ihrer jeweiligen Damenbegleitung, ohne sie länger als unbedingt nötig zu unterbrechen und trat hinaus in die kühle Abendluft Morabands.

Die frische Luft tat jetzt wirklich gut, nun so frisch eine aufbereitete Atmosphäre eben sein konnte. Also entschloss
Kal sich, zu Fuß zurück zum Praxeum zu gehen. Sorgen um seine Sicherheit machte sich der Kuati dabei nicht. Er kannte den hiesigen Gouverneur zwar weder persönlich noch vom Ruf her, aber er konnte sich nicht vorstellen, dass Gouverneur Solaris für so ein gesellschaftliches Großereignis auch nur die kleinsten Abstriche bei der Sicherheit des Veranstaltungsorts gemacht hätte. Der Gedanke kam Kal also gar nicht erst, dass die nächtlichen Straßen Morabands dieser Tage unsicher sein könnten.

Keine drei Straßen von der Bar entfernt kam es trotzdem zu einem Überfall. Zwei gepanzerte Gleiterlimousinen landeten am Straßenrand, dessen Bürgersteig
Kal entlang ging und noch bevor sich der Kuati versah, stieg eine ganze Reihe von Muskelpaketen in Maßanzügen aus, um ihn abzufangen. Kal versuchte gar nicht erst zu entkommen. Er hatte mit dieser Begegnung früher oder später gerechnet, aber offensichtlich hatte er vergeblich darauf gehofft, dass sie erst während der Gala erfolgen würde. Eines der Kraftpakete öffnete die hintere Tür auf der Beifahrerseite der zweiten Limousine, woraufhin eine Frau im maßgeschneideten Hosenanzug ausstieg. Zog man die hochhackigen Schuhe ab, war sie wahrscheinlich genau 170 Zentimeter groß. Der taillierte Hosenanzug schmiegte sich fast wie eine zweite Haut an ihre dem goldenen Schnitt entsprechenden Figur an, das dunkle Haar fiel wie Seide auf ihre Schultern hinab, ihre Haut wirkte wie aus dem Ei gepellt und das dezente Make-Up akzentuierte ihr perfekt ebenmäßiges Gesicht.

Die Frau schien in jeder Hinsicht absolut perfekt, zu perfekt, zu sein, sah man einmal von einem professionellen, diplomatischen Lächeln ab, das nicht ihre Augen erreichte.
Kal kannte ihren Typ. Dieses spezielle Exemplar war ihm bisher zwar noch nicht über den Weg gelaufen, aber die Zeichen waren mehr als eindeutig. Für ein Modemagazin abgelichtet wäre sie wahrscheinlich der Stoff, aus dem unzählige (Alp-)Träume gemacht wurden. Tatsächlich aber war so gar nichts echt an ihr. Sie wirkte wie irgend etwas zwischen Mitte und Ende 20, konnte aber genauso gut 50 oder 60 Jahre alt sein. Es hätte den Kuati nicht gewundert, hätte diese Frau mehr Geld für plastische Chirurgie und Genbehandlungen ausgegeben, um diesen Körper zu erhalten, als der Durchschnittsverdiener in den Kernwelten in zehn Jahren erwirtschaftete. Und es hatte sie unglaublich bitter gemacht, was das falsche Lächeln nur bewies. Kal konnte sie auf den Tod nicht ausstehen, noch bevor sie ihn überhaupt begrüßt hatte.

“Guten Abend, Mr. Andrim. Es ist mir eine Ehre, Sie auf Truuine begrüßen zu dürfen. Mein Name ist…” Kal machte eine abwinkende Geste, als sie ihm grüßend die Hand reichte. Es war spät und er war nicht mehr ganz nüchtern, also wollte er dieses Gespräch nicht unnötig in die Länge ziehen. “Sie sind die örtliche Repräsentantin von Kuat Drive Yards.” Ihr Name war für ihn nicht von geringstem Interesse und er wollte auch nicht mit einer so unbedeutenden Person gut Freund spielen. Die Augen der KDY-Managerin verengten sich für einen Herzschlag merklich, bevor sie ihr aufgesetztes Lächeln etwas breiter zog. Die Antipathie beruhte offensichtlich auf Gegenseitigkeit, nur konnte sie das nicht so offen zeigen wie Kal. “Ihr…Besuch ist uns leider nicht angekündigt worden. Ich muss mich daher persönlich bei Ihnen entschuldigen, dass wir Sie nicht Ihrer Stellung entsprechend begrüßen konnten…” Der Kuati fiel der Frau wieder ins Wort, da sie seine Zeit mit seiner Meinung nach unnötigen Plattitüden verschwendete. “Ich bin nicht wegen Ihnen oder der Firma nach Truuine gekommen, sondern um Sektor Adjutant Zesh einen persönlichen Gefallen zu erweisen.”

Die Frau stockte und atmete tief durch. Sie schien es ziemlich offensichtlich, weder gewohnt zu sein, so geringschätzig behandelt zu werden, noch diese Behandlung sonderlich zu schätzen. “Natürlich Mr. Andrim. Es ist nur so, dass ich Ihnen eine Nachricht…” Wieder unterbrach Kal die Frau, die zunehmend Schwierigkeiten hatte, die Beherrschung zu verlieren. “Kein Interesse, schönen Abend noch.” Kal wandte sich um, um den Weg weiter zum Praxeum zu gehen. Auf einen Handwink der Managerin hin versperrten die Muskelpakete dem Kuati aber den Weg. “Ich fürchte, ich muss darauf bestehen Mr. Andrim.” Ihrem Ton nach schien es ihr jedoch ganz gut zu gefallen, Kal gegenüber insistieren zu können. “Die Anweisungen der Vizepräsidentin waren sehr spezifisch und diese Angelegenheit duldet keinen Aufschub.” Kal seufzte entnervt und versuchte gar nicht erst, sein Missfallen zu verstecken.

Mit zusammen gekniffenen Augen massierte
Kal sich den Nasenrücken. Er bekam Kopfschmerzen und der Kuati glaubte nicht, dass das am Alkohol lag. “Natürlich, das hat meine Mutter so an sich.” Ohne die Managerin eines weiteren Blickes zu würdigen, ging er auf die offen stehende Limousinentür zu, aus der sie gestiegen war. “Kommen Sie, ich habe nicht den ganzen Abend Zeit.”

[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Straße auf dem Weg zum Praxeum] - Kal Andrim, KDY-Mitarbeiter (NSCs)
 
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