Moore
Eine mit vielen Leben
[Hyperraum in Richtung Mando-Raum / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Sitzecke beim Cockpit] Dr. Ralena Anne Moore, C-06 „Mira“, Samin, Dany, Jake Relis und Sana; Naeva und die anderen Kinder im Aufenthaltsraum
Moore ließ Samins Einwand stehen.
Sie kannte das Imperium gut genug, um zu wissen, wie zuverlässig sich Staatsverbrechen hinter Zuständigkeiten, Befehlen, Notwendigkeiten und genügend bürokratischer Entfernung auflösen ließen, bis diejenigen innerhalb des Systems etwas vollkommen anderes darin sahen als jene, die von außen darauf blickten oder deren Sicherheitsfreigabe hoch genug war und deren Loyalität gefestigt genug das sie die Wahrheit kannte und ihnen diese schlicht und ergreifend egal war. Samin war darin aufgewachsen und hatte darin gedient. So etwas aufzubrechen dauerte und es war nicht an der Sephi die ehemalige Elitesoldatin zu belehren oder zu überzeugen.
Erst Sanas Frage ließ ihren Blick von den Karten auf die Dreizehnjährige wandern. Sana hatte einen vermeintlichen Widerspruch erkannt und danach gefragt, eine Frage die auch verlangte mit derselben Ernsthaftigkeit beantwortet zu werden mit der die Minderjährige sie gestellt hatte.
„Weil sie mir Möglichkeiten gibt. Ressourcen, Einfluss und vor allem den Freiraum, Dinge zu tun, bei denen andere sehr gern für mich entscheiden würden, welche Grenzen ich zu akzeptieren habe.“
Moore zog eine neue Karte.
„Das bedeutet nicht, dass ich deshalb alles gutheißen muss, was jemand unter derselben Flagge tut wie ich bereits sagte. Teil von etwas Größerem zu sein bedeutet auch, Verantwortung für das zu übernehmen, was ich selbst daraus mache und ebenso für die Menschen, auf die meine Entscheidungen Auswirkungen haben.“
Ihre Finger ordneten die Karte zwischen die übrigen.
„Niemand ist perfekt und kaum jemand ist nur gut oder böse. Die meisten versuchen einfach mit dem begrenzten Wissen, das sie haben, das aus ihrer Sicht Richtige zu tun. So ist nun einmal die Galaxis und in gewisser Weise bedeutet Erwachsensein auch, sich dessen bewusst zu sein und manchmal über den eigenen Tellerrand zu schauen.“
Dany nahm die Partie inzwischen mit einer Verbissenheit, die Moore durchaus amüsierte. Je weniger das Spiel der Mandalorianerin entgegenkam, desto persönlicher schien sie dessen Entscheidungen zu nehmen, während Mira auf der gegenüberliegenden Seite mit ungebrochener Ernsthaftigkeit an ihrer eigenen Vorstellung davon arbeitete, wie Corellian Spike gefälligst zu funktionieren hatte.
Als Dany schließlich alles in die Mitte schob, hob Moore kurz den Blick. Mira ging mit. Die Karten wechselten, wurden neu geordnet und schließlich offengelegt, bis Dany ihr Squadron vor sich liegen hatte und damit ziemlich gründlich alles zerlegte, was Mira bis dahin für den Verlauf dieser Partie berechnet hatte.
Dann traf Sie die Wut. Diese kam ohne Vorwarnung durch die Verbindung, roh genug, dass sich die Finger der Sephi unwillkürlich etwas fester um das eigene Blatt schlossen. Frustration, verletzter Ehrgeiz und blanke Empörung darüber, dass die Realität sich trotz aller Vorbereitung schlicht nicht an Miras Berechnungen gehalten hatte.
C-06 war bereits auf den Beinen. Der Stuhl schob sich hart hinter ihr zurück und beide gepanzerten Hände griffen an den Rand des Tisches. Vermutlich wollte Mira ihn lediglich umwerfen, nur dachte sie in diesem Augenblick nicht daran, wie viel Kraft ihre volle Kampfmontur aus einem wütenden Manöver herauszuholen vermochte. Ihre Inhibitoren wurden durch die Rüstung immerhin noch weiter vermindert. Der Tisch war leider im Boden verankert. Das Metall kreischte. Die ersten Schrauben rissen aus der Bodenplatte, eine der Befestigungen gab mit einem trockenen Knacken nach und im nächsten Augenblick kam der gesamte Tisch schräg nach oben. Karten, Würfel und Chips lösten sich von seiner Oberfläche und verteilten sich zwischen den Sitzen, noch bevor Mira ihn vollständig herumriss.
„FUCK! Was ein Scheißspiel!“
Die Platte schlug mit der Oberseite auf dem Boden auf. Ein Bolzen sprang über die Deckplatten und verschwand unter einem der Sitze. Ihre Tochter stand zwischen den verstreuten Karten, beide Hände zu Fäusten geschlossen und der ganze gepanzerte Körper noch von derselben Wut gespannt, die eben durch ihre Verbindung geschlagen war.
Dann drehte sie sich um. Der vertraute Datenstrom zwischen ihnen zog sich fast ebenso abrupt zurück wie Miras Beherrschung. Ihre Tochter zog die Verbindung so weit zu, wie sie konnte, und marschierte in voller Rüstung aus der Sitzecke, den Gang hinunter und in eines der Quartiere.
Das Schott schloss sich hinter ihr.
Dass Mira Dinge wusste und verstand, für die ihr die emotionale Erfahrung noch fehlte, war längst nichts Neues. Neu war, wie viel Schaden ein so banaler Wutanfall anrichten konnte, wenn Mira ihm in voller Montur folgte, ohne sich Gedanken um ihre eigene Integration in eine gewisse Tarnidentität zu machen. Ihr Blick wanderte über den umgedrehten Tisch, die verstreuten Karten und die die herausgerissenen Befestigungen und anschließend durch die Runde. Sie atmete langsam durch die Nase aus.
„Nun... ich denke, es gibt Erklärungsbedarf.“
[Hyperraum in Richtung Mando-Raum / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Sitzecke beim Cockpit] Dr. Ralena Anne Moore, Samin, Dany, Jake Relis und Sana; C-06 „Mira“ in einem der Quartiere, Naeva und die anderen Kinder im Aufenthaltsraum
Moore ließ Samins Einwand stehen.
Sie kannte das Imperium gut genug, um zu wissen, wie zuverlässig sich Staatsverbrechen hinter Zuständigkeiten, Befehlen, Notwendigkeiten und genügend bürokratischer Entfernung auflösen ließen, bis diejenigen innerhalb des Systems etwas vollkommen anderes darin sahen als jene, die von außen darauf blickten oder deren Sicherheitsfreigabe hoch genug war und deren Loyalität gefestigt genug das sie die Wahrheit kannte und ihnen diese schlicht und ergreifend egal war. Samin war darin aufgewachsen und hatte darin gedient. So etwas aufzubrechen dauerte und es war nicht an der Sephi die ehemalige Elitesoldatin zu belehren oder zu überzeugen.
Erst Sanas Frage ließ ihren Blick von den Karten auf die Dreizehnjährige wandern. Sana hatte einen vermeintlichen Widerspruch erkannt und danach gefragt, eine Frage die auch verlangte mit derselben Ernsthaftigkeit beantwortet zu werden mit der die Minderjährige sie gestellt hatte.
„Weil sie mir Möglichkeiten gibt. Ressourcen, Einfluss und vor allem den Freiraum, Dinge zu tun, bei denen andere sehr gern für mich entscheiden würden, welche Grenzen ich zu akzeptieren habe.“
Moore zog eine neue Karte.
„Das bedeutet nicht, dass ich deshalb alles gutheißen muss, was jemand unter derselben Flagge tut wie ich bereits sagte. Teil von etwas Größerem zu sein bedeutet auch, Verantwortung für das zu übernehmen, was ich selbst daraus mache und ebenso für die Menschen, auf die meine Entscheidungen Auswirkungen haben.“
Ihre Finger ordneten die Karte zwischen die übrigen.
„Niemand ist perfekt und kaum jemand ist nur gut oder böse. Die meisten versuchen einfach mit dem begrenzten Wissen, das sie haben, das aus ihrer Sicht Richtige zu tun. So ist nun einmal die Galaxis und in gewisser Weise bedeutet Erwachsensein auch, sich dessen bewusst zu sein und manchmal über den eigenen Tellerrand zu schauen.“
Dany nahm die Partie inzwischen mit einer Verbissenheit, die Moore durchaus amüsierte. Je weniger das Spiel der Mandalorianerin entgegenkam, desto persönlicher schien sie dessen Entscheidungen zu nehmen, während Mira auf der gegenüberliegenden Seite mit ungebrochener Ernsthaftigkeit an ihrer eigenen Vorstellung davon arbeitete, wie Corellian Spike gefälligst zu funktionieren hatte.
Als Dany schließlich alles in die Mitte schob, hob Moore kurz den Blick. Mira ging mit. Die Karten wechselten, wurden neu geordnet und schließlich offengelegt, bis Dany ihr Squadron vor sich liegen hatte und damit ziemlich gründlich alles zerlegte, was Mira bis dahin für den Verlauf dieser Partie berechnet hatte.
Dann traf Sie die Wut. Diese kam ohne Vorwarnung durch die Verbindung, roh genug, dass sich die Finger der Sephi unwillkürlich etwas fester um das eigene Blatt schlossen. Frustration, verletzter Ehrgeiz und blanke Empörung darüber, dass die Realität sich trotz aller Vorbereitung schlicht nicht an Miras Berechnungen gehalten hatte.
C-06 war bereits auf den Beinen. Der Stuhl schob sich hart hinter ihr zurück und beide gepanzerten Hände griffen an den Rand des Tisches. Vermutlich wollte Mira ihn lediglich umwerfen, nur dachte sie in diesem Augenblick nicht daran, wie viel Kraft ihre volle Kampfmontur aus einem wütenden Manöver herauszuholen vermochte. Ihre Inhibitoren wurden durch die Rüstung immerhin noch weiter vermindert. Der Tisch war leider im Boden verankert. Das Metall kreischte. Die ersten Schrauben rissen aus der Bodenplatte, eine der Befestigungen gab mit einem trockenen Knacken nach und im nächsten Augenblick kam der gesamte Tisch schräg nach oben. Karten, Würfel und Chips lösten sich von seiner Oberfläche und verteilten sich zwischen den Sitzen, noch bevor Mira ihn vollständig herumriss.
„FUCK! Was ein Scheißspiel!“
Die Platte schlug mit der Oberseite auf dem Boden auf. Ein Bolzen sprang über die Deckplatten und verschwand unter einem der Sitze. Ihre Tochter stand zwischen den verstreuten Karten, beide Hände zu Fäusten geschlossen und der ganze gepanzerte Körper noch von derselben Wut gespannt, die eben durch ihre Verbindung geschlagen war.
Dann drehte sie sich um. Der vertraute Datenstrom zwischen ihnen zog sich fast ebenso abrupt zurück wie Miras Beherrschung. Ihre Tochter zog die Verbindung so weit zu, wie sie konnte, und marschierte in voller Rüstung aus der Sitzecke, den Gang hinunter und in eines der Quartiere.
Das Schott schloss sich hinter ihr.
Dass Mira Dinge wusste und verstand, für die ihr die emotionale Erfahrung noch fehlte, war längst nichts Neues. Neu war, wie viel Schaden ein so banaler Wutanfall anrichten konnte, wenn Mira ihm in voller Montur folgte, ohne sich Gedanken um ihre eigene Integration in eine gewisse Tarnidentität zu machen. Ihr Blick wanderte über den umgedrehten Tisch, die verstreuten Karten und die die herausgerissenen Befestigungen und anschließend durch die Runde. Sie atmete langsam durch die Nase aus.
„Nun... ich denke, es gibt Erklärungsbedarf.“
[Hyperraum in Richtung Mando-Raum / SY-Condor-Yacht „Seastar“ / Sitzecke beim Cockpit] Dr. Ralena Anne Moore, Samin, Dany, Jake Relis und Sana; C-06 „Mira“ in einem der Quartiere, Naeva und die anderen Kinder im Aufenthaltsraum



