Yaga Minor (Yaga-System)

Yaga Minor - Capital City - Regierungsviertel - Agustin, Aren, Abella, Adriana

Für einen Strippenzieher wie den Bastioner gab es kaum ein erhabeneres Gefühl, als zu erleben, wie alle Fäden an einem einzigen Punkt zusammenliefen – bis ins kleinste Detail perfekt orchestriert. Die Art und Weise, wie sich die Reden am gestrigen Nachmittag nahtlos ergänzt hatten, während die Kameras, die Presse und das imperiale Who’s Who – nicht nur aus dem Supersektor, sondern aus dem gesamten Imperium – auf sie gerichtet waren, war ein solcher unvergleichlicher Triumph. Der Zeitpunkt hätte nicht günstiger sein können: Angesichts der derzeit angespannten und unklaren Lage im Imperium war ihnen eine noch größere Aufmerksamkeit sicher gewesen. Zum ersten Mal seit seiner Beförderung hatte Agustin die volle Tragweite dieses Wandels wirklich verinnerlicht, als er Arens Rede aus der bestmöglichen Position aus verfolgt hatte – ein Moment der Klarheit, der ihn mit einer Mischung aus Stolz und kalter Genugtuung erfüllte. Er stand nun an der Spitze, als unangefochtener Herrscher über den Myto-Sektor, einen der strategisch entscheidenden Pfeiler des Supersektors der Thronwelt. Mit eiserner Entschlossenheit und präziser Planung hatte er sich nahezu aller seiner Feinde entledigt, ihre Pläne zerschlagen und ihre Machtbasen in Schutt und Asche gelegt. Der Bastioner, bis dato ein Mann im Schatten, war nun einer der Architekten der neuen Ordnung, dessen Name von nun an in allen Ecken des Imperiums mit Ehrfucht geflüstert werden würde. Nicht mehr aufgrund seines für viele zweifelhaften Ruhms als Schlächter von Dubrillion, sondern nun, da er an der Spitze stand. Die Reden wurden live auf turmhohen Bannern in allen Städten auf Yaga Minor, Borosk, Prefsbelt IV, Dubrillion, dessen Schwesterwelt Destrillion, Ahakista, Artorias und Critons Point vor einem Millionen, nein einem Milliardenpublikum übertragen. Dazu auf den Kreuzern der Verteidigungsflotten, in sämtlichen Stützpunkten, Nachrichtendienstzentralen. Jeder Mensch in den beiden Sektoren hatte es verfolgt.

Der gestrige Tag hatte einen turbulenten, aber kontrollierten Verlauf genommen, ein Beweis für die präzise Planung der beiden neuen Moffs. Nach der Pressekonferenz, die Agustin und
Aren ohne weitere Fragen der Presse entschlossen beendet hatten, wandten sie sich sofort den drängenden Geschäften ihrer erweiterten Machtbereiche zu. Die Konzepte und Beschlüsse der Sicherheitskonferenz durften keinesfalls im Chaos des Übergangs untergehen – im Gegenteil, sie mussten unverzüglich in das administrative Programm implementiert und mit höchster Priorität umgesetzt werden. Agustin hatte daher umgehend angeordnet, dass die Verwaltung auf Dubrillion unter der Führung des neuen Ressortleiters der Inneren Sicherheit auf Sektorebene Frank Clanton Kontakt mit dem Militär, dem MND und weiteren involvierten Parteien aufnehmen solle, um das Deathtrooper-Projekt zeitnah zu starten. Weitere Direktiven folgten: Die neu ernannten Statthalter erhielten Befehle, verstärkte Ressourcenzuflüsse für die Sektorverteidigung sowie die Gefechtsflotte des Supersektors sicherzustellen, um die militärische Präsenz zu stärken.

Dem PAD-Generalsstab, der als Delegation vor Ort anwesend war, wurde aufgetragen, Truppen und Versorgungslinien auf die übrigen Welten des Sektors zu verteilen, um deren Schutz zu gewährleisten und potenzielle Schwachstellen zu eliminieren. Darüber hinaus ordnete Agustin an, die Ressourcen des Myto-Sektors mit denen des Prefsbelt-Sektors zu bündeln, um die Produktivität der dortigen Werften zu maximieren und die industrielle Kapazität beider Sektoren zu steigern – ein strategischer Schachzug, der die wirtschaftliche und militärische Zusammenarbeit zwischen den beiden Moffs festigte. Jeder dieser Direktiven beinhaltete
Frank als Schlüsselfigur, dem nun eine besondere Verantwortung zukommen würde.

Governor
Khamzat Shartov wurde mit der Organisation der Feierlichkeiten zur Machtübernahme Agustins betraut. Eine gewaltige Militärparade in der Hauptstadt Dubrillions sollte die neue Ära einleiten und die unerschütterliche Autorität des frisch ernannten Moffs demonstrieren. Darüber hinaus veranlasste Agustin die Rückverlegung des Sektorkapitals von der verhassten Raumstation Klaasens zurück nach Dubrillion, genauer gesagt provisorisch in den historischen Verwaltungssitz in Crystal City im Süden der Hauptwelt. Diese Entscheidung war mehr als eine administrative Maßnahme – sie war ein starkes Symbol der Vereinigung eines durch innere Unruhen zerrütteten Dubrillions, ein Zeichen dafür, dass unter Agustins Herrschaft Stabilität und Einheit wiederhergestellt werden würden und es keine Spaltung zwischen Nord und Süd mehr geben würde. Ob der raubeinige, kompromisslose und zweifelsohne zur Korruption neigende Shartov hierfür die geeignete Führungskraft war, würde sich schon bald herauskristallisieren. Agustin jedenfalls hielt ihn für kontrollier- und berechenbar.

Spät nach Mitternacht war Agustin in seiner opulenten Suite im House of Reign eingetroffen und erwachte früh am nächsten Morgen an der Seite von
Abella, deren ruhige Präsenz ihm einen seltenen Moment der Entspannung und Ruhe schenkte. Gemeinsam machten sie sich auf den Weg zu einem privaten Frühstück mit Aren und Adriana, einem letzten Moment der Gemeinschaft, bevor sich ihre Wege vorübergehend trennen würden. Aren war nämlich nach Bastion eingeladen worden, vermutlich um der Krönung des neuen Herrschers nach dem Tod von Allegious beizuwohnen – ein Ereignis, dessen immense politische wie historische Bedeutung für sich sprach. Für den Bastioner kam dieser Umstand mehr als gelegen: Er musste dringend in den Myto-Sektor zurückkehren, um die Formierung seiner neuen Administration zu leiten und die Tribunale gegen die Verräter einzuleiten, eine Aufgabe, die seine ungeteilte Aufmerksamkeit erforderte. Aren hingegen, mit seinem charismatischen Auftreten, war die ideale Wahl, um ihre Allianz auf dem Parkett der höchsten imperialen Politik zu repräsentieren.

Agustin war sich bewusst, dass die kommenden Tage auf Dubrillion möglicherweise unschön werden könnten – ein rauer Übergang, den er
Abella als Einstand in ihr neues Leben ersparen wollte. Daher hatte er in einem vertraulichen Gespräch unter vier Augen kurz vor dem Frühstück Aren gebeten, das Model mit nach Bastion zu nehmen. Sie hatte die Neuigkeit mit einer Gelassenheit aufgenommen, die ihn erleichterte, als er ihr den Plan beim Servieren des Weins eröffnet hatte – ein vielversprechendes Zeichen dafür, dass sie sich möglicherweise mit Adriana anfreunden könnte, was den Pakt zwischen ihren Familien weiter festigen würde. Dieser Gedanke erinnerte Agustin an ein weiteres Vorhaben: Er plante, bald um Abellas Hand anzuhalten und sie zu seiner Frau zu machen. Der Zeitpunkt für diesen Schritt war kaum optimaler – seine Macht war gefestigt, seine Feinde besiegt, und eine solche Verbindung würde seine Position weiter stärken.

„Grüßt meine Heimatstadt von mir, sobald ihr angekommen seid“

Stimmte Agustin mit einer ungewohnt lockeren Miene an, während er Abellas Hand sanft berührte. Sie trug an diesem Morgen ein bezauberndes weißes Kleid, dessen Schnitt ihre elegante Ausstrahlung komplimentierte. Die Zeit drängte, denn Arens Yacht sollte noch vor Mittag ablegen. Agustin hob sein Glas, ein schmales, aber sichtlich zufriedenes Lächeln auf den Lippen, und setzte zu einem Trinkspruch an, der seinen tapanischen Familienwurzeln huldigte:

„Auf uns – salut!“


Yaga Minor - Capital City - Regierungsviertel - Agustin, Aren, Abella, Adriana
 
// Nachricht an Moff Agustin Prada \\
Absender:
Ridley Solaris, Gouverneur von Truuine
Verschlüsselte Übertragung, Direktkanal

Das Hologramm des Imperialen Wappens erscheint und dreht sich zwei Mal. Das Wappen erlischt und die androgyne Gestalt von Gouverneur Ridley Solaris erscheint als Hologramm, sitzend, von der Hüfte aufwärts. Gekleidet ist Solaris in eine schwarze Verwalteruniform samt dunklem Cape. Einem aufmerksamen Betrachter kann, halb verborgen, der gebogene Lichtschwertgriff an seinem Gürtel auffallen. Die Hände hält Solaris auf dem Tisch vor sich gefaltet; im Hintergrund steht ein Bücherregal mit teuer aussenden Einbänden.

Solaris schenkt der Kamera ein freundliches Lächeln.


Seien Sie gegrüßt, Moff Prada!

Es ist mir eine große Freude Sie nun mit diesem Titel ansprechen zu dürfen und gratuliere herzlich zu Ihrer Beförderung. Sie ist wohlverdient und ich brenne schon darauf Ihre Methoden auf Sektorebene in Aktion sehen zu können.

Zur Feier dieses außerordentlichen Anlasses habe ich mir erlaubt Ihnen eine kleine Rarität per Kurierdienst übersenden zu lassen. Es handelt sich dabei um eine zweihundert Jahre lang gereifte Flasche Delastiner Brandy. Sie wurde etwa zwei Monate vor der imperialen Machtdemonstration über Delastine exportiert und ist daher Teil eines endlichen Sets ähnlicher Produkte innerhalb des Reiches. Ich hoffe, der Geschmack wird seiner Geschichte gerecht.

Ich möchte die Gelegenheit auch nutzen, um mich noch einmal für die Entsendung von Material und Mannstärke zu bedanken. Auf Truuine wissen wir beides sehr zu schätzen und auch effektiv gegen subversive Kräfte einzusetzen. Ich gehe davon aus den Planeten schon sehr bald erfolgreich befriedet zu haben.

Wirtschaftlich sind wir von den Unruhen am Südpol jedoch unbeeinträchtigt. Wie Sie sicherlich bereits informiert wurden, haben Koltolieferungen in relevanten Mengen bereits vor einer Weile begonnen und auch die Schiffsproduktion ist erfolgreich angelaufen. Geplante Profitziele können erreicht werden und Sie können schon sehr bald mit ergiebigen Rückzahlungsraten der gewährten Kredite rechnen. Noch immer ist unsere geringe Bevölkerung das größte Hindernis für Wachstum, doch haben wir verschiedene Möglichkeiten gefunden dieses Problem anzugehen. Unter anderem findet aktuell eine Umsiedlung aquatischer Aliens von Kelada im Duluur-Sektor nach Truuine statt.

Sie sehen also, die Entwicklung ist in allen Bereichen positiv. Bitte lassen Sie es mich wissen, wie Truuine Ihnen auch in Ihrer neuen Position zu Diensten sein kann.

Ihnen entsende ich meine besten Wünsche in dieser – wie Sie in Ihrer Antrittsrede sagten – neuen Ära der Macht und Ordnung.

Ich hoffe ein weiteres Treffen zwischen uns lässt nicht allzu lange auf sich warten.

Heil dem Imperium!
Gezeichnet, Gouverneur Ridley Solaris

\\ Ende der Nachricht //





// Nachricht an Moff Aren Vayliuar \\
Absender:
Ridley Solaris, Gouverneur von Truuine
Verschlüsselte Übertragung, Direktkanal

Das Hologramm des Imperialen Wappens erscheint und dreht sich zwei Mal. Das Wappen erlischt und die androgyne Gestalt von Gouverneur Ridley Solaris erscheint als Hologramm, sitzend, von der Hüfte aufwärts. Gekleidet ist Solaris in eine schwarze Verwalteruniform samt dunklem Cape. Einem aufmerksamen Betrachter kann, halb verborgen, der gebogene Lichtschwertgriff an seinem Gürtel auffallen. Die Hände hält Solaris auf dem Tisch vor sich gefaltet; im Hintergrund steht ein Bücherregal mit teuer aussenden Einbänden.

Solaris schenkt der Kamera ein freundliches Lächeln.


Seien Sie gegrüßt, Moff Vayliuar!

Ich freue mich ausgesprochen Sie nun mit diesem neuen Titel ansprechen zu dürfen und gratuliere von Herzen zu Ihrer Beförderung. Ich kann mir keinen besseren Mann vorstellen den Prefsbelt-Sektor in die Zukunft zu führen und freue mich schon darauf die Früchte Ihrer harten Arbeit in Aktion erleben zu können. Ich bedauere die blinde Sturköpfigkeit Ihres Vorgängers, die so viel tapferes imperiales Blut gekostet hat. Allein dieser Umstand zeigt jedoch, dass der Wechsel notwendig war.

Zur Feier dieses außerordentlichen Anlasses habe ich mir erlaubt Ihnen eine kleine Rarität per Kurierdienst übersenden zu lassen. Es handelt sich dabei um eine Flasche Blauwein von Manaan, die die Selkath für ein Millennium am Boden des Ozeans in einem Fass aus lokalem Meer-Holz haben reifen lassen. Eintausend Jahre in der Tiefsee haben ihm eine leicht salzige Note verliehen, die unter Kennern äußerst beliebt sein soll. Ich hoffe, der Geschmack wird dieses außerordentlichen Entstehungsprozesses gerecht.

Ich möchte die Gelegenheit auch nutzen, um mich noch einmal für die kompetente und kooperative Zusammenarbeit mit Ihrer Fourb Gruppe zu bedanken. Die Koltoförderung ist erfolgreich angelaufen und liefert wie geplant raffiniertes Kolto in relevanten Mengen an unsere Vertragspartner. Die wirtschaftliche Lage ist inzwischen sogar so gut, dass ich mit dieser Nachricht in Erfahrung bringen möchte, ob Sie Interesse daran hätten unsere Kooperation über die Fourb Gruppe auszuweiten.

Truuines Salzmond Naar birgt etliche seltenen Erden und Metalle, die für den Schiffsbau benötigt werden, wie etwa Neutronium. Nähere Informationen habe ich in einem Dossier an diese Nachricht angehängt. Die Ausbeutung der Ressourcen ist jedoch nicht ganz einfach, weswegen ich mich an Sie wende. Naar wird von einer dicken Schicht halbsolider Salzsole bedeckt, die äußerst destruktiv mit technischem Gerät interagiert. Meine Experten sind der Meinung, dass ein unterirdischer Abbau im Bereich des Möglichen ist, sofern das geförderte Erz mit einem Weltraumaufzug abtransportiert wird.

Ich habe bereits mit Gouverneur Garison von Quarzite über die Entsendung von Experten zum Bau von solcher Infrastruktur verhandelt und bin nun auf der Suche nach einer Firma, die den durchaus nicht unkomplizierten Abbau vornehmen kann. Aufgrund unserer exzellenten Beziehungen und den positiven Erfahrungen, die wir mit Ihrer Fourb Gruppe gemacht haben, sind Sie der erste, dem ich dieses Angebot unterbreiten möchte. Wir hoffen dabei auf ähnliche Konditionen, wie wir sie von unserer bisherigen Kooperation erleben durften.

Ich hoffe auf Ihre Unterstützung in dieser Sache zählen zu können, denn ein wirtschaftlich prosperierendes Truuine ist sicher auch im Interesse des Prefsbelt-Sektors. Sämtliche relevanten Informationen und bereits erarbeiteten Pläne finden Sie im angehängten Dossier.

Bitte lassen Sie es mich des Weiteren wissen, wie Truuine Ihnen auch in Ihrer neuen Position zu Diensten sein kann.

Ihnen entsende ich meine besten Wünsche und ich hoffe ein weiteres Treffen zwischen uns lässt nicht allzu lange auf sich warten.

Heil dem Imperium!
Gezeichnet, Gouverneur Ridley Solaris

\\ Ende der Nachricht //
Anhang: Ein detailliertes Profil des Salzmondes Naar inklusive abbaubarer Ressourcen und ein Expertenbericht über Abbaumöglichkeiten unter der Oberfläche.
 
[Yaga Minor | Capital City | Regierungsviertel | House Of Reign | Park des Moffs ] - Aren Vayliuar, Agustin Prada, Abella, Adriana

Es war alles vorbereitet gewesen und so hatte der gestrige Tag eher dem Abarbeiten von Listen und dem Bestätigen längst gefasster Beschlüsse geglichen, als irgendein Tag in Arens Karriere zuvor. Und gleichzeitig war ihm selten ein Tag so erfrischend, so neu in dieser Karriere vorgekommen. Allein die Pressekonferenz, die ein voller Erfolg gewesen war, hatte seine Seele beflügelt, wenn man zu so poetischen Worten greifen wollte. Die Reden der beiden neuen, formenden Kräfte im imperialen Norden waren auf unzählige Geräte und Holoprojektoren übertragen worden, er konnte sich kaum vorstellen, wie viele unzähligen Maßen ihnen zugehört hatten. Allein der Gedanke daran hatte etwas erhabenes. Sobald sie unter begeistertem Jubel der Granden der Sektoren und der Presse den Plenarsaal ohne weitere Nachfragen verlassen hatten, hatten sie sich ohne weiteres an die Arbeit gemacht. Aren war in sein Büro zurückgekehrt, wo einige Büromitarbeiter im Auftrag von Julius bereits einiges vorbereitet hatten.

Er hatte sich hinter dem wuchtigen Schreibtisch niedergelassen und in die Gesichter seiner engsten Partner und Unterstützer innerhalb des Prefsbelt-Sektors geschaut. Sie alle waren auf Arens Befehl in dem prächtigen, ja beinahe opulenten Büro des Herrschers des Prefsbelt-Sektors zusammengekommen. Neugierig hatten sie gewartet, was Arens erste Amtshandlung sein würde. So hatte er sich die oben liegende Akte auf seinen Schreibtisch genommen, sie aufgeschlagen und mit einer einzigen Unterschrift Julius Kyram zu dem neuen Direktor der Staatkanzlei ernannt und damit in den Rang eines Sektor Adjutanten erhoben. Gleichzeitig hatte er ihm den Titel des Direktors der Vertretungen auf höheren Ebenen verliehen, da er nicht vorhatte, den Fehler seines Vorgängers fortzuführen, und ohne eine Vertretung auf Bastion auf direkte Lobbyarbeit am Hof des Grandmoffs und in der imperialen Hauptstadt zu verzichten. Über diese Ernennung hatte Julius selbstverständlich bereits im Vorhinein Bescheid gewusst und so hatte er sie selbstbewusst unter dem zustimmenden Jubel der wenigen Anwesenden angenommen. Überraschender war die darauf folgende Ernennung Gouverneurs de Fressco gekommen, der als Nachfolger Morliss Treckens zum neuen Sector Adjutanten des Prefsbelt-Sektors ernannt wurde. Dieser Mann war hier auf Yaga-Minor zu einer seiner wichtigsten und vertrauenswürdigsten Stützen geworden und bedachte man, was er nun alles vorhatte, brauchte er den Gouverneur in dieser Position, etwas, was auch de Fressco sehr schnell klar geworden war, da er die Position ohne weitere Umschweife annahm. Die nächste Unterschrift erklärte die Anwesenheit eines Mannes, der bisher wohl eher unbekannt den Meisten im Raum gewesen war; Crix Mannic. Der 46-jähige hatte zuvor unter Frinck im Ressort für Wirtschaft, Industrie und Handel gedient. Seine Pläne waren jedoch oft zu ambitioniert gewesen, sodass er und seine Pläne von Frinck klein gehalten worden waren. In Arens Augen hatten sie jedoch etwas visionäres, etwas, was gut zu seiner größeren Vision beitragen konnte. Als Teil von Arens Verschwörung hatte Mannic gewusst, was auf ihn zukam und wirkte so nun gefasst und vorbereitet. So blieben nur noch drei Sector-Adjutanten Ämter offen, bei allen drei waren bereits Personen gefunden, die die Ämter übernehmen sollten. Da man aber bisher noch nicht zu offen mit ihnen hatte reden können, wollte Aren dies zuerst nachholen, bevor er ihre Einsetzungsurkunden schließlich unterschrieb.

Der nächste Schritt war die Einsetzung einiger Gouverneure, da man im Zuge der Reinigung selbstverständlich auch diese Ebene nicht ausgespart hatte. Die wichtigsten hierbei waren wohl die Gouverneure von Yaga-Minor und Prefsbelt IV. Im Falle von Yaga-Minor konnte Aren sich einfach an die Empfehlung de Fresscos halten, der ohne zu zögern seinen Vize-Gouverneur vorschlug, welchem er fast uneingeschränkt vertraute und der sich wohl ohne Probleme von Arens Visionen überzeugen ließ. Im Falle von Prefsbelt IV war der Fall nicht ganz so eindeutig. Glücklicherweise war Aren bereits vor längerer Zeit auf den Sohn eines Mannes, welcher auf Naboo sich stark für die Interessen der Fourb-Gruppe eingesetzt hatte, aufmerksam geworden, dessen Akte ganz nach etwas klang, womit er gut arbeiten konnte. Die entsprechenden Papiere waren bereits vorbereitet und so genügte eine Unterschrift um Theranos Zesh als Gouverneur anzufordern.

Der restliche Tag war einem bunten Gemisch von Absprachen, Treffen und weiteren Arbeiten gewesen. Die Ergebnisse der Sicherheitskonferenz durften keinesfalls untergehen und so wurden sie sofort an die entsprechenden Abteilungen kommuniziert und in kleineren Meetings deren Implementierung vorbereitet. Seine offizielle Amtseinführung auf Yaga-Minor wurde angesetzt, die leider noch etwas auf sich warten lassen würde. Denn während seines Mittagessens war Julius zu ihm geeilt und hatte ihm mitgeteilt, dass er nach Bastion eingeladen worden war. Wie Agustin und er vermuteten, wohl zur Krönung des neuen Herrschers des Imperiums. Aren hatte sich zu diesem Zeitpunkt so in einem Höhenflug befunden, so elektrisiert von neuer Energie, dass er lediglich lachen konnte, bevor er es mit einem zustimmenden Nicken quittierte. Dieser Tag war spätestens jetzt die absolute Krönung seiner Karriere. Richtig realisieren konnte er es kaum, da er nach wie vor sich mit unzähligen Aufgaben herumschlagen musste. Glückwunschnachrichten trafen ein, die er alle beantworten musste. Besonders freute er sich unter ihnen über die Nachricht Gouverneur Solaris, welcher weitere Geschäftsmöglichkeiten für die Fourb-Gruppe eröffnete. Eine Kirsche nach der anderen, die auf dem Sahnehäubchen des heutigen Tages dazukam. Die Beantwortung dieser Nachricht bereitete ihm eine besondere Freude.

So war es kaum verwunderlich, dass er es an diesem Abend nicht mehr nach Hause schaffte, sondern in den ans Büro angrenzenden Räumlichkeiten schnell und alleine in einen traumlosen Schlaf fiel. Der nächste Morgen begann glücklicherweise entspannter und weniger aufgeregt, als der vorangegangene. Im privaten Park des Moffs, hinter dem House of Reign, hatten Aren, Agustin und ihre beiden besseren Hälften sich zu einem gemütlichen Frühstück getroffen. Die Atmosphäre war natürlich durch und durch von dem geschwängert, was gestern geschehen war. Allein der Ort, an dem sie frühstückten, sprach für den Wandel, durch den sie an quasi nur einem Tag gegangen waren. Kurz vor dem Frühstück hatte Agustin Aren noch gebeten, Adriana mit nach Bastion zu nehmen, was für den neuen Moff natürlich keinerlei Problematik darstellte. Im Gegenteil, er hoffte, dass Adriana und Abella sich so vielleicht näher kamen und die Verbindung zwischen Agustin und Aren dadurch noch wuchs. Und auch hoffte er so, dass Adriana vielleicht etwas abgelenkt wurde. Er hatte seine Entourage nach Bastion bereits zusammengestellt und es würde auf der Fahrt viele geschäftliche, für Adriana auf Dauer vielleicht langweilige Gespräche geben.

Schließlich, die Frühstücksteller waren geleert und die Kellner begannen bereits, leere Brotkörbe abzuräumen, kam der Moment zum vorläufigen Abschied nehmen. Seine Yacht war vorbereitet worden und er wollte so schnell wie möglich aufbrechen. Agustin stimmte die verabschiedenden Worte an.


,,Nichts lieber als das. Wir werden dich würdig vertreten."

Aren grinste seinem Freund entgegen, ein zwangloser Ausdruck, wie er sich nur selten in seine Miene schlich, und ergriff schließlich auch sein Sektglas um mit dem letzten Rest anzustoßen und sich in den Trinkspruch einzureihen. Die beiden Damen waren bereits bestens für die Reise vorbereitet, Abella in einem weißen Kleid und Adriana in einem Cremefarbenen. Auch ohne Agustin und Aren zu kennen wusste man, dass diese beiden an der Spitze der imperialen Nahrungskette standen. Zur Verabschiedung legte Aren seine Hand fast brüderlich auf die Schulter Agustins.

,,Alles Gute auf Dubrillion, ich kann mir vorstellen, dass deine Tage wohl etwas weniger angenehm sein werden, als unsere auf Bastion. Trotzdem, viel Glück dir. Ich halte dich auf dem Laufenden."

Er lächelte Agustin zu, bevor die letzten paar Worte gesprochen wurden, die diese bewegten Tage abschlossen. Ein Gleiter wartete bereits im hinteren Teil des Parks, der sie direkt zum Hangar bringen würde, wo die Yacht und seine Gäste warteten.

[Yaga Minor | Capital City | Regierungsviertel | House Of Reign | Park des Moffs ] - Aren Vayliuar, Agustin Prada, Abella, Adriana
 
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// Nachricht an Moff Agustin Prada \\
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Ridley Solaris, Gouverneur von Truuine
Verschlüsselte Übertragung, Direktkanal

Das Hologramm des Imperialen Wappens erscheint und dreht sich zwei Mal. Das Wappen erlischt und die androgyne Gestalt von Gouverneur Ridley Solaris erscheint als Hologramm, sitzend, von der Hüfte aufwärts. Gekleidet ist Solaris in eine weiße Verwalteruniform mit schwarzer Brust und Schultern. Einem aufmerksamen Betrachter kann, halb verborgen, der gebogene Lichtschwertgriff an seinem Gürtel auffallen. Die Hände hält Solaris auf dem Tisch vor sich gefaltet; im Hintergrund steht ein Bücherregal mit teuer aussenden Einbänden.

Solaris schenkt der Kamera ein freundliches Lächeln.


Seien Sie gegrüßt, Moff Prada!

Ich danke Ihnen aufrichtig für Ihre ermutigenden Worte und das weitere Hilfsangebot. Ich habe soeben einen Holoanruf mit Gouverneur Shartov absolviert, in dem wir weitere Details der Arbeiterüberführung gesprochen haben. Diese Hilfe wird nötige Infrastrukturprojekte deutlich verschnellern und den wirtschaftlichen Aufschwung noch weiter ankurbeln.

Es gäbe da noch weitere Angelegenheit, bei der ein gutes Wort Ihrerseits äußerst hilfreich wäre. Seit ich das Gouverneursamt auf Truuine übernommen habe, wurde die Systemverteidigung einmalig leicht aufgestockt, bleibt jedoch inzwischen wieder deutlich hinter unseren Bedürfnissen zurück. Die Armee steht uns mit einem einzelnen Regiment Soldaten bei und wird damit kaum in der Lage sein im Ernstfall auch nur eine einzige unserer wichtigen Städte zu verteidigen. Im Orbit sieht es wenig besser aus: Statt auch nur einer Eingreiftruppe schützt uns ein kleiner Verband aus einem Kreuzer und zwei Korvetten.

Sie sehen also, die Systemverteidigung ist im Vergleich zu Truuines Bedeutung auf der galaktischen Bühne mehr als ungenügend – vor allem als Grenzplanet. Sollten Sie die Möglichkeit haben, wäre ich sehr dankbar wenn Sie mit dem Moff des Manaan-Sektors, Asim Ranganathan, über eine Lösung beraten könnten. Auf planetarer Ebene halte ich eine Armee-Division für unabdingbar, um alle wichtigen Ziele, inklusive des Kolto-Tagebaus zu schützen. Orbital erachte ich eine übliche Kampfgruppe mit fünf Begleitschiffen für die Mindestanforderung, tendiere jedoch zu einer großen Kampfgruppe mit sieben Begleitschiffen.

Wie Sie selbst betonen, ist eine erneute Konfrontation mit den Rebellen wahrscheinlich und mit jedem Tag wird Truuine zu einem verlockenderen Ziel. Meine eigenen Verhandlungen mit Moff Ranganathan zwecks der Entsendung weiteren Materials sind leider bislang erfolglos geblieben.

Mit meinen besten Wünschen und ausgesprochener Dankbarkeit ob Ihrer großzügigen Hilfe verbleibe ich.

Heil dem Imperium!
Gezeichnet, Gouverneur Ridley Solaris

\\ Ende der Nachricht //
 
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[Yaga Minor | Capital City | Regierungsviertel | House Of Reign | Galerie ] - Aren Vayliuar

Mittlerweile glich ein Blick aus dem Fenster fast einem Blick in den Spiegel. Aren stand in einer der Galerien des House of Reign und blickte hinaus auf die Straßen des Regierungsdistriktes. Allein von hier aus konnte er zwei Mal sein Gesicht sehen. Reißerische Schlagzeilen daneben verkündeten die Stabilität, welche mit der neuen Herrschaft im Sektor und im Imperium einherging, wie verräterisch die Republik war, welche Rolle Prefsbelts Stärke in Zukunft spielen würde. Der ganze Planet war gefühlt mit einer solchen Propaganda zugepflastert oder stand zumindest kurz davor und auf anderen Planeten des Sektors waren bereits ähnliche Kampagnen gestartet worden. Treuten hatte seinen Plan schnell in die Tat umzusetzen begonnen, seitdem sie von Bastion zurückgekehrt waren. Es war ihm persönlich nicht zuwider, erkannte er doch den potentiellen Wert dahinter, wirklich mögen tat er es aber auch nicht. Die Aufmacher der Zeitungen waren die letzten Tage immer von seinem Namen und Konterfei geprägt gewesen, oder dem der neuen Imperatrix, die Nachrichten begannen mit einer kurzen Ansprache von ihm ... war dies nicht alles ein wenig zu viel? Vielleicht neigte Aren manchmal ein wenig zur Selbstdarstellung, aber an dieses neue Ausmaß musste er sich noch gewöhnen. Vielleicht würden sie nach einigen Wochen alles auch zurückschrauben. Sie würden sehen, wie sich alles entwickelte. Sie würden in viel zu vielen Fällen sehen, wie sich alles entwickelte.

Ein kleiner Droide schwebte vor ihm und projizierte verschiedene Datensätze, Akten und Nachrichten in die Luft, ein weiterer Droide stand neben ihm mit einem Tablett in den Händen, von welchem sich Aren nun sein Glas verdünnten Cognac mit zerstampften Kaffeebohnen nahm und daran nippte. Ohne ein wenig Alkohol und Koffein war das alles kaum noch auszuhalten. Nachdem er von der Pracht Bastions zurückgekehrt war, hatte ihn die Arbeit hier in viel zu stürmischer Art und Weise begrüßt. Die Spaziergänge durch die Galerie, die an sein Arbeitszimmer im House of Reign angrenzte, waren beinahe die einzige Art der Bewegung, die ihm geblieben war und sogar dabei ruhte die Arbeit nicht. Direkt nach seiner Ankunft hatte er zumindest noch den Sonnenuntergang etwas genießen können. Nun schien zwar immer noch das goldene Licht der verschwindenden Sonne durch die großen Fenster, der Ausblick wurde durch die Plakate die von seinem Gesicht geziert waren, aber doch etwas getrübt. Nunja, nur ein weiterer Grund sich erneut der Arbeit zuzuwenden. Er spazierte die Galerie entlang und der Droide vor ihm schwebte voran. Schnell überflog er eine Entschuldigung des Kollegiums der Förderer des Galaktischen Imperiums. Der Empfang, zu welchem Aren und Adriana kurz nach der Krönung eingeladen worden waren, hatte aufgrund der sich drastisch verändernden Ereignisse abgesagt werden müssen. Die Ereignisse, die sich zwischen Bastion und Mon Calamari abspielten hatten die führenden Köpfe des Kollegiums in wichtigen Sitzungen gefangen gehalten und zugegebermaßen hatte dies auch dafür gesorgt, dass Aren schnell zurück nach Yaga-Minor kehren musste.

Sie befanden sich wieder im Krieg. Nicht, dass dies für Aren in irgendeiner Weise überraschend kam, aber es war schon alles sehr plötzlich und in Momenten wie diesen konnte man sich nicht einfach zurücklehnen, an einer Gala teilnehmen und die Aufnahme in einen illustren Kreis genießen. So viele Pläne mussten in die Tat umgesetzt werden und es wurde kaum leichter dadurch, dass soviel schon vorformuliert war. Die Sektoren Prefsbelt und Mytho würden ihren Wert unter Beweis stellen, aber dafür brauchte es einiges an Arbeit. Fast beneidete Aren Agustin, welcher nach den Ereignissen auf Yaga-Minor nicht zur Krönung gerufen worden war, sondern sofort damit hatte beginnen können, in Mytho die wesentlichen Weichen zu stellen. Kashyyk würde fallen. Aren hatte gehofft, ja hatte eigentlich bei den Versprechungen, die ihm im Vorhinein zu dem Machtwechsel gemacht worden waren damit gerechnet, dass das Imperium besser vorbereitet sein würde. An dieser Flanke waren sie jedoch kalt erwischt worden, was Aren nur nochmals gezeigt hatte, dass nun vielleicht an einigen Stellen die richtigen Personen zu neuer Macht nach oben gespült worden waren, dass diese nun aber auch mit allem Einsatz tätig werden mussten, um das Imperium wieder in die richtige Spur zu lenken. Und Kashyyk war weit entfernt, aber die Republik würde sich damit nicht zufrieden geben. Er hat zu der Bevölkerung gesprochen, seine Gouverneure instruiert es ihm gleich zu tun, aber nur Worte würden nicht reichen.

,,Exzellenz! Entschuldigt bitte die Störung, aber das dürfte euch interessieren!"

Aren drehte sich um und blickte in das Gesicht von Sector Adjutant Mannics, welcher durch die Galerie auf ihn zueilte. Er nahm noch einen Schluck seines Gemisches, bevor er das Glas abstellte und sich ganz Mannics zuwandte. Eigentlich genoss er diese Momente der Ruhe in der Galerie zu sehr, um sich über die Störung zu freuen, aber da er wusste, woran Mannics gearbeitet hatte, war diese Störung leicht zu verzeihen. Er sagte kein Wort sondern blickte seinen Sector Adjutanten für Wirtschaft nur auffordernd an.

,,Die Mühlen drehen sich, und zwar nicht zu langsam."

Mannics reichte Aren ein Datapad, welches dieser sich interessiert anschaute.

,,Die ersten Gespräche mit den größeren Investoren sind wunderbar gestartet. Kuat Drive Yards bekundet großes Interesse und hat bereits sehr vielversprechende Vorschläge für eine Zusammenarbeit vorgelegt. Sowohl Blasstech-Industries als auch Sienar Fleet Systems scheinen ebenfalls interessiert zu sein, Rendili StarDrive bekundete ebenfalls Interesse, auch wenn wir hier gerade noch in der Verhandlungsphase stecken und - wenn ich ehrlich bin - es nicht so scheint, als würde ihr Angebot die der anderen ausstechen, sodass sie wahrscheinlich außen vor bleiben."

Aren nickte zustimmend, während Mannics fortfuhr und hin und wieder auf spezielle Details auf dem Datapad aufmerksam machte. Arens Pläne die Rüstungsindustrie im Prefsbelt-Sektor auf neue Höchstleistungen anzutreiben schien Gestalt anzunehmen. Neue Investoren, mehr Fabriken und Fertigungsanlagen - direkt neben der imperialen Thronwelt sollte hier die imperiale Schmiede entstehen, wenn man so wollte. Aren hatte bereits vor der Machtübernahme Pläne skizziert und als er schließlich auf dem Thron des Moffs Platz genommen hatte und schließlich Mannics seine Pläne vorgelegt hatte, war der Stein ins Rollen gekommen. Es war nicht einfach und viel stand ihnen noch bevor, doch das war Aren und seinen ausführenden Kräften nur zu gut bewusst.

,,Sehr gute Arbeit, ich werde mir ihre Unterlagen sehr genau durchsehen. Wie ist der Stand der Dinge mit der Einbindung der örtlichen, kleineren Rüstungsunternehmen in unsere Pläne?"

,,Sie könnte besser sein, muss ich zu geben."

Man merkte, dass Mannics dieser Punkt umtrieb. Bei seinem Plan die Rüstungsindustrie im Prefsbelt-Sektor unter seiner Herrschaft voranzubringen wollte er sich nicht nur auf die Giganten stützen, sondern auch die bereits etablierten, örtlichen Unternehmen mit einbeziehen. Aren wollte weg von dem klein klein und hin zu einer großen, gemeinsamen Anstrengung des Prefsbelt-Sektors. Er hatte befürchtet, dass dieser Schritt Probleme hervorbringen würde.

,,Einige Unternehmer scheinen nicht ganz abgeneigt zu sein, aber gerade um Hunter Bearen sammelt sich ein ziemlicher Widerstand gegen unsere Pläne ..."

Aren nickte vorsichtig.

,,Organisieren Sie ein Treffen der Vertreter der wichtigen Prefsbelter Rüstungsunternehmen in Absprache mit meinem Büro, ich will dabei sein und mir ein Bild von der Lage machen und ihnen persönlich die Tragweite unserer Pläne vorstellen. Sorgen Sie dafür, dass ich zur Vorbereitung bereits möglichst konkrete Pläne mit den großen Partnern habe. Das wäre es dann, machen wir uns an die Arbeit Mannics."

[Yaga Minor | Capital City | Regierungsviertel | House Of Reign | Galerie ] - Aren Vayliuar, Crix Mannics
 
[Yaga Minor | Capital City | Regierungsviertel | House Of Reign | Park des Moffs ] - Aren Vayliuar, Joseph Fourb

Über den Rand seiner Teetasse blicke Aren in das Gesicht seines Großvaters, welcher, ihn völlig ignorierend, den privaten Park betrachtete, der hinter dem House of Reign dem Moff allein zur Verfügung stand. Der Besuch seines Großvaters kam für Aren völlig ungelegen, befand er sich doch gerade mitten im Aufbau seines Machtapparates, um Prefsbelt regieren zu können. Dass sein Großvater es oft nicht für nötig hielt, seine Entscheidungen zu begründen oder großartig vorher anzukündigen war nicht neues und so hatte Aren sich nur darüber gewundert, dass sein Großvater wohl wieder körperlich in der Lage war zu reisen, als seine Yacht auf dem Landefeld hinter dem House of Reign aufsetzte. Der Umstand, dass er ohne Vorankündigung auf Yaga-Minor auftauchte war an sich nichts besonderes. Joseph Fourb war in seiner Selbstsicht so sehr Patriarch der Familie durch und durch, dass er davon ausging, dass die Mitglieder seiner Familie alles für ihn möglich machen würden, sobald er auf der Bildfläche erschien. Und obwohl Aren nun zu den höchsten Köpfen der Imperialen Verwaltung zählte, traf dies doch noch immer zu. Obwohl er so beschäftigt war, war ihm nichts anderes übrig geblieben, als seinen Großvater persönlich zu begrüßen. Und es hatte nur Sekunden gedauert, bis ihm klar wurde, dass dies kein einfacher Besuch seines Großvaters war, oder gar eine Gratulation zu seiner neuen Stellung. Auf Aren Bemerkungen, wie schön es sei, dass er körperlich wieder fit genug sei, um zu reisen, hatte Joseph Fourb nur mit knappen Bemerkungen reagiert. Nun saßen sie hier schon seit mindestens fünf Minuten auf der Terrasse, ohne, dass irgendeiner von den beiden etwas gesagt hatte. Joseph Fourb machte auch nicht den Anschein, als habe er es eilig oder als stände ihm der Wunsch danach, das Gespräch zu beginnen.

,,Großvater, es ist wirklich schön, dass du gekommen bist, aber ... ich bin derzeit, wie du dir vorstellen kannst sehr eingebunden. Was verschlägt dich also nach Yaga-Minor? Etwas besonders erfreuliches kann es ja wohl nicht sein..."

,ergriff Aren schließlich das Wort, bemüht, endlich auf den Punkt zu kommen und sich wieder den wirklich wichtigen Dingen widmen zu können. Arens Großvater nippte nochmals an seiner Tasse Tee, stellte diesen ab und fing an zu sprechen, ohne, dass er Aren anblickte. Seine Stimme troff nur so vor Vorwürfen, die er in diesem Moment aber noch zurückhielt.

,,Ohh, dass du beschäftigt bist, kann ich mir sehr wohl denken. Es muss eine ziemliche Überraschung für dich gewesen sein, in diese Position berufen worden zu sein, oder? Immerhin warst du gerade kaum Sector Adjutant geworden und auch das Amt des Gouverneurs hattest du nicht besonders lange inne."

Joseph Fourb drehte sich zu Aren, der ihn nur verständnislos entgegen blickte.

,,Ärgert es dich, dass ich zum Moff ernannt wurde, denkst du ich habe nicht mehr genügend Zeit für das Unternehmen, für die Familie? Erkennst du denn nicht, welche Vorteile das für unsere Unternehmungen bietet? Es ist noch nicht offiziell, aber Gradilis steht kurz davor von Prefsbelt geschluckt zu werden, ich kontrolliere dann den Zugang zu unserem Kolonieprojekt im Unbekannten Raum!"

Sein Großvater winkte nur ab, bevor er zornig das Wort ergriff.

,,Ach halt mich doch nicht zum Narren. Natürlich weiß ich, welche Vorteile sich dadurch für uns bieten! Das wir bessere Zugänge in die Unbekannten Regionen kontrollieren ist einer der Gründe schlechthin, warum ich mich damals für eine Versetzung deiner Position nach Borosk stark gemacht habe!"

Aren zuckte aufgrund zweier Tatsachen kurz zusammen. Zum einen war sein Großvater ihm gegenüber noch nie so erbost gewesen. Aren hatte seinen Großvater als liebenden und guten Menschen kennengelernt. Er hatte auch eine harte Seite, die Seite die man brauchte, um ein Unternehmen wie die Fourb-Gruppe zu führen, aber diese Seite war bisher noch nie ihm gegenüber zum Ausschlag gekommen. Und nun sprach sein Großvater mit ihm wie mit dem letzten Untergebenen, obwohl er doch eigentlich einen großen Erfolg zu verzeichnen hatte. Zum zweiten war der Umstand, dass sein Großvater für die Versetzung nach Borosk gesorgt hatte, mehr als nur eine kleine Neuigkeit. Er hatte gewusst, dass Joseph Fourb gute Kontakte besaß, aber dieses Ausmaß war ihm neu. Aber für den Moment würde er sich damit nicht beschäftigen können, er musste seinem Großvater weiter zuhören, der erneut das Wort ergriff.

,,Ich habe mich vor einiger Zeit bereits auf diese Reise vorbereitet, als ich mitbekam, was im Imperium vor sich ging. Die Abschließung des Regierungsviertels, die Nachrichtensperre ... das alles hat mich sehr an die Revolution damals auf Uyter erinnert, wenn auch mit anderen Zügen. In solchen Situation geht es darum als Unternehmer, entweder sein Unternehmen nur zu sichern, was oft Herausforderung genug ist, oder die Situation nach Möglichkeit für sich auszuschlachten. Damals hatte ich noch keine Ahnung, dass der Imperator tot ist, aber ich wusste, dass ich die Situation ausnutzen musste. Noch bevor ich mich überhaupt nach Bastion auf den Weg machen konnte, erreichte mich dann plötzlich die Nachricht, dass du zum Moff ernannt wurdest und in den Orden der Imperialen Ritter aufgenommen worden warst, was nur einen Schluss zuließ in Situation wie diesen. Du wusstest, was da vor sich ging, hast dich im sehr wahrscheinlichen Zweifelsfall sogar selbst an den Entwicklungen beteiligt. Das wiederum hieß, dass hier eine langfristige Intrige ihren Höhepunkt erfuhr, etwas, wo du lange mitgewirkt hast, da du sonst kaum so schnell zum Moff geworden wärst. Du hast diese Intrige gefördert und dich an ihr beteiligt, ohne Rücksicht darauf, was ein Scheitern einer solchen Entwicklung für die Familie und das Unternehmen bedeutet hätte. Du hast alles auf eine Karte gesetzt, ohne Rückversicherungen für die Familie zu treffen. Wärst du gefallen, wäre nicht nur deine Zukunft dahin gewesen, sondern die Besitzungen der Fourb-Gruppe auf imperialen Gebiet im besten Fall nur verstaatlicht worden. All die Investitionen ins Kolonie-Projekt und so weiter dahin, weil du eine Entscheidung, die deiner Karriere zuträglich war, für die ganze Familie getroffen hast. Ganz zu schweigen davon, welche Vorteile wir parallel für das Unternehmen hätten herausschlagen können, wenn wir uns noch frühzeitiger auf diese Situation eingestellt hätten."

Aha, in diese Richtung ging es also. Aren hätte es wissen müssen.

,,Als damals die Revolution auf Uyter ausbrach hast du aber doch auch die Revolutionäre unterstützt. Das hätte auch alles nach hinten losgehen können, man muss Risiken eingehen, um Gewinnen zu können."

Joseph Fourb lachte kurz auf, bevor sich sein Gesicht wieder verfinsterte.

,,Ein schwacher Vergleich, Aren. Sehr schwach... Die Situation war eine gänzlich andere, noch dazu habe ich sämtliche Sicherungen ergriffen, die mir möglich waren zu ergreifen. Du hast keine Ahnung von damals, ich weiß aber, wie die Karten hier liegen."

Über die letzten Worte hätte Aren nur lachen können, hätte das seinen Großvater nicht noch wütender gemacht. Joseph Fourb besaß einen schnellen Verstand, wusste viel und bekam viel mit, aber was hier passiert war, davon wusste er kaum etwas.

,,Du verstehst außerdem nicht den wesentlichen Punkt. Das du Moff bist, ist fantastisch. Aber ich habe dich nicht zum Vice-Generaldirektor unserer Gruppe ernannt um deine Karriere zu fördern. Ich wollte dich als meinen Erben heranbilden, wollte, dass du die Firma leitest und damit einhergehend die Familie führst."

Die Wut schien aus den Worten seines Großvaters zu schwinden und machte eher so etwas wie Enttäuschung Platz, was Aren mehr traf, als er gedacht hätte.

,,Die Kinder von Ismael und Albert sind gute Kinder, aber ihnen fehlt das, was ich habe, was auch du hast. Visionen, wie man die Zukunft gestalten kann und die Führungsstärke um sie durchzusetzen! Ich wusste, als ich dich zu meinem Nachfolger ernannt habe, dass die Politik dein Steckenpferd bleiben würde, aber wir hätten Mittel und Wege gefunden. Aber in meinem Eifer habe ich wohl übersehen, was dir fehlt. Der Blick für die Familie. Du hättest niemals ein solches Wagnis eingehen dürfen, ohne auch die Familie im Blick zu haben. Du kannst viel erzählen darüber, dass nur der der wagt gewinnt, aber am Ende hast du deine Familie und ihr Vermächtnis einem unkalkulierbaren Risiko ausgesetzt. Ja, es ist alles gut gegangen, aber wer sagt, dass das auch wieder passiert, wenn du das nächste Mal egozentrisch alles auf eine Karte setzt? Die Familie muss sicher sein, sie muss an erster Stelle stehen und das sehe ich jetzt nicht mehr bei dir."

Aren wollte einiges erwidern, doch es blieb ihm im Hals stecken. Die Worte seines Großvaters trafen ihn wie Nadeln und irgendwo in sich dachte Aren, dass sein Großvater nicht unrecht hatte.

,,Diese Reise wird die letzte ihrer Art sein, ich merke, wie kaputt ich bin, ich kann das nicht mehr. Wie du weißt feiere ich in nicht all zu ferner Zukunft meinen 100sten Geburtstag. Die ganze Familie und wichtige Geschäftskontakte werden dabei sein. Denk bis dahin darüber nach, wie du dir vorstellst die Familie und das Unternehmen mit deiner Position als Moff zu vereinen und wie du sie führen möchtest. Ich werde es auch tun. Wenn mir die Ergebnisse unserer beiden Gedankengänge nicht gefallen, ist es vielleicht das Beste, von der traditionellen Form der Führung unseres Unternehmens und der Familie abzuweichen und eine Familienstiftung oder ähnliches einzurichten, die die Geschäftsführung bestellt und im Konvolut die Familie in die Zukunft führt. Wir werden sehen."

Arens Mund fühlte sich trocken an. Diese Informationen warfen ihn völlig aus der Bahn. Nicht nur würden sie seine Machtposition in Familie und Unternehmen, seine finanzielle Situation und damit auch seine politische Situation enorm schwächen. Auch der Umstand, wie sehr sein Großvater wohl begonnen hatte an ihm zu zweifeln erschreckte ihn beinahe. Joseph Fourb erhob sich aus seinem Sessel und schritt, auf einen Stock gestützt, zu seiner Yacht, von der bereits Diener herbeieilten, um ihn zu stützen.


,,Ich bin müde, ich werde mich auf der Yacht schlafen legen bis wir auf Bastion ankommen. Denk gut darüber nach. Und achja, Castor Figg, der Großvater deiner Zukünftigen, bot mir an, einen Platz im Aufsichtsrat von "Figg Excavations" einzunehmen. Ich lehnte dankend wegen meiner körperlichen Verfassung ab, schlug ihm aber vor, über dich nachzudenken. Das war vor dieser ganzen Geschichte. Vielleicht besuchst du ihn mal auf Gerrenthum, um ihn kennenzulernen. Vielleicht ein gutes Zeichen bezüglich deiner Verbundenheit zu deiner Familie."

[Yaga Minor | Capital City | Regierungsviertel | House Of Reign | Park des Moffs ] - Aren Vayliuar, Joseph Fourb
 
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