Zanbar

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Zanbar

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[ Infos zum Mond: Zanbar (dt.) | Zanbar (engl.) ]
[ Zugehörigkeit: Mandalorianische Welten ]

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Allgemeines​

Zanbar ist ein gemäßigter Mond im gleichnamigen System des Mandalore-Sektors im Äußeren Rand. Seine Oberfläche wird von ausgedehnten Sümpfen, Feuchtgebieten und dichter Vegetation geprägt, zwischen denen sich gewaltige, schroff geschichtete Felsplateaus erheben. Die größeren Siedlungen und Einrichtungen konzentrieren sich auf diese natürlichen Hochflächen, während weite Teile der Niederungen dünn besiedelt oder vollständig unerschlossen geblieben sind.

Der Mond gehört zum unmittelbaren mandalorianischen Kernraum und ist eng mit dem Haus A'kazz verbunden. Zanbar bildet dessen wichtigstes industriell-handwerkliches Zentrum und die Hauptreede seiner Hausphalanx. Zugleich befindet sich hier mit einer Außenstelle der Cabure-Akademie von Concord Dawn einer der wichtigsten Ausbildungsstandorte der mandalorianischen Protectors.

Region: Äußerer Rand
Sektor: Mandalore-Sektor
System: Zanbar-System
Planquadrat: O-7
Klima: gemäßigt
Terrain: Sümpfe, Feuchtgebiete, dichte Vegetation, Felsplateaus und Tafelberge
Bekannte Fauna: Anoobas, Momongs

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Namhafte Lokalitäten​

Watchpoint: Die Hauptstadt Zanbars und das politische wie wirtschaftliche Zentrum der A'kazz-Präsenz auf dem Mond. Watchpoint erhebt sich auf einem weitläufigen Felsplateau an der Stelle eines älteren mandalorianischen Militärstützpunktes, dessen befestigte Lage über den umliegenden Sümpfen bereits früher genutzt wurde. Aus den im Laufe der Zeit mehrfach erweiterten Anlagen entstand die heutige Stadt mit Wohnbezirken, Landeplätzen, Verwaltungsbereichen, Befestigungen und zentralen Einrichtungen des Clan A'kazz.

A'kazz-Schmiedebezirke: Zanbar zählt zu den wichtigsten Zentren mandalorianischer Metallverarbeitung. Die Schmieden des Clan A'kazz bilden keinen einzelnen Industriekomplex, sondern verteilen sich als spezialisierte Werkstätten und größere Fertigungsstätten über mehrere Plateaus. Neben gewöhnlichen metallurgischen Arbeiten gehört insbesondere die Verarbeitung und erneute Schmiedung von Beskar zu ihren bekanntesten Aufgaben. Das verwendete Rohmaterial stammt überwiegend aus anderen mandalorianischen Welten sowie aus alten Clanbeständen und zurückgewonnenem Material.

Cabure-Akademie Zanbar: Die Außenstelle der Protector-Akademie von Concord Dawn bildet angehende Angehörige der Mando Cabure und weiterer Protector-Laufbahnen aus. Während Concord Dawn das traditionelle Hauptzentrum der Institution geblieben ist, konzentriert sich Zanbar besonders auf kombinierte planetare und orbitale Einsatzprofile. Die Akademie untersteht den gemeinsamen mandalorianischen Institutionen. Haus A'kazz stellt Gelände, Infrastruktur, Sicherheit und Teile der logistischen Unterstützung bereit.

Sumpfgebiete: Große Teile der Niederungen sind bis heute kaum erschlossen. Neben Jagd und vereinzelter Ressourcennutzung dienen diese Regionen vor allem als Übungsräume für angehende Protectors. Orientierung, Aufklärung, Verfolgung, Überleben, verdeckte Annäherung und ausgedehnte Patrouillen werden zwischen Sümpfen, dichter Vegetation und heimischer Tierwelt unter realen Bedingungen trainiert. Jenseits der ausgewiesenen Übungsgebiete sind große Teile der Landschaft weitgehend naturbelassen.

Orbitalanlagen von Zanbar: Der Raum um den Mond beherbergt ein ausgedehntes Netz mandalorianischer Docks, Ankerplätze, Versorgungsstationen, Arsenale, Jägerhangars sowie kleinere und mittlere Reparatur- und Werftkapazitäten. Sie bilden den logistischen Mittelpunkt der A'kazz-Hausphalanx und versorgen sowohl deren Kriegsschiffe als auch zivile und militärische Transporte des Hauses. Ein erheblicher Teil der Phalanx befindet sich gewöhnlich im Zanbar-System oder operiert von hier aus auf Patrouillen und anderen Einsätzen.

Auch die Cabure-Akademie greift intensiv auf die Infrastruktur im Orbit zurück. Protector-Anwärter trainieren zwischen Stationen und Flottenverbänden Sternjägerkampf, Navigation, Boardingoperationen, Flottenkoordination und die Verteidigung orbitaler Einrichtungen. Übungen mit Fang-Jägern und Einheiten der Hausphalanx gehören daher zum alltäglichen Verkehr im System.

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Besonderheiten​

Zanbars Erscheinungsbild wird vom Gegensatz zwischen befestigten Hochflächen und weitgehend unberührten Niederungen bestimmt. Siedlungen, Schmieden, militärische Einrichtungen und Raumhäfen liegen überwiegend auf den Plateaus, während sich dazwischen kilometerweit Sümpfe und dichte Vegetation erstrecken. Auch die umfangreiche Infrastruktur im Orbit hat daran wenig geändert. Aus der Entfernung erscheint Zanbar weiterhin als grüne, von gewaltigen Felsformationen durchbrochene Welt. Erst beim näheren Anflug werden die befestigten Komplexe auf den Höhen und die zahlreichen mandalorianischen Stationen im Raum sichtbar.

Für Haus A'kazz ist der Mond eines seiner wichtigsten Machtzentren, zugleich reicht seine Bedeutung weit über die Interessen eines einzelnen Hauses hinaus. Angehörige verschiedenster Clans durchlaufen hier Teile ihrer Protector-Ausbildung, während Verbände der Mando Uvete und der A'kazz-Phalanx regelmäßig gemeinsame Übungen durchführen.

Die militärische Nutzung Zanbars reicht weit in die jüngere mandalorianische Geschichte zurück. Auf mehreren Plateaus bestanden bereits vor dem heutigen Ausbau befestigte Stellungen, darunter ein ehemaliger Stützpunkt der Death Watch, auf dessen Gelände später Watchpoint entstand. Von diesen älteren Befestigungen sind heute nur noch einzelne Fundamentstrukturen und in jüngere Anlagen integrierte Bereiche erhalten.
 
[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar-System | Jai’Galaar | Quartier] Etara, Ral A’kazz

Ein leichtes Lächeln blieb auf Rals Gesicht zurück, nachdem Etara geendet hatte. Er musterte die Chiss noch einen Augenblick und nahm schließlich wieder seine Tasse zur Hand. Erst einige Minuten später meldete sich die Bordkommunikation.

„Watchpoint in ungefähr dreißig Minuten.“

Der Alte Mann stellte die inzwischen beinahe leere Tasse ab und wandte den Blick wieder dem großen Transparistahlfenster zu, das nahezu die gesamte Außenwand des zusätzlichen Quartiertraktes einnahm.

Seit dem Sprung in das Zanbar-System hatte der Raum davor nie wirklich leer gewirkt. Der Planet, den Zanbar umkreiste, nahm einen beträchtlichen Teil des Sichtfeldes ein, eine gewaltige, halb beleuchtete Scheibe, deren Rand sich scharf gegen die Sterne abhob. Der Mond selbst lag vom gegenwärtigen Anflugvektor aus noch hinter ihm verborgen, doch rings um die sichtbare Flanke herrschte längst jener Verkehr, den Ral mit dieser Gegend verband.

Vier Fang-Jäger kamen von schräg unterhalb. Zunächst waren es kaum mehr als bewegte Lichtpunkte vor der fernen Planetenscheibe, dann wuchsen die Maschinen innerhalb weniger Herzschläge an, bis sich ihre kantigen Silhouetten deutlich vom Hintergrund lösten. Sie schossen quer über fast die gesamte Breite des Fensters, hielten ihre Formation nur bis kurz hinter der Jai’Galaar und brachen dort paarweise auseinander, ehe sie sich in steilen Bögen voneinander trennten und ebenso schnell wieder kleiner wurden, wie sie gekommen waren.

Weiter draußen bewegte sich bereits die nächste Formation, während unterhalb mehrere Kom’rk-Kampftransporter einen anderen Korridor hielten und eine Gruppe Crusader-Korvetten in weitem Abstand an der Jai’Galaar vorbeizog. Dazwischen arbeiteten sich Frachter, Tanker und Schlepper durch den Raum, manche kaum größer als Lichtpunkte, andere nahe genug, dass einzelne Positionslichter und Triebwerksfelder voneinander zu unterscheiden waren.

Der Raum vor ihnen verdichtete sich zunehmend. Aus vereinzelten künstlichen Lichtern entstanden Stationen. Lange Dockarme schoben sich vor den dunklen Hintergrund, dahinter lagen Tankkörper, Magazine, offene Reparaturgerüste und geschlossene Hangarkomplexe, manche für sich allein, andere über so viele Verbindungselemente und Versorgungsträger miteinander verschränkt, dass sie aus der Entfernung wie gewachsene Gebilde wirkten. Kleine Arbeitsfahrzeuge glitten an ihren Außenflächen entlang und verschwanden in Öffnungen, deren tatsächliche Größe erst dann deutlich wurde, wenn eine Korvette darin verschwand.

Eine Crusader hing mit geöffneten Wartungssektionen zwischen zwei Dockarmen. Helle Arbeitslichter wanderten entlang ihres Rumpfes, während auf der gegenüberliegenden Seite ein Schlepper langsam einen neuen Modulblock heranführte. Dahinter lag ein Jehavey’ir-Angriffsschiff an mehreren Versorgungsleitungen, schwerer gebaut und von sichtbar älterer Formensprache, seine Flanken jedoch von modernen Sensorfeldern und neueren Waffenständen durchbrochen.

Das zweite Jehavey’ir löste sich gerade von seiner Station. Seine Triebwerke erwachten zunächst als schwaches Glimmen, dann als mehrere immer heller werdende Felder, bis der schwere Rumpf sich merklich von seinem Liegeplatz entfernte. Zwei Crusader gingen beinahe gleichzeitig mit ihm auf Kurs und verloren sich gemeinsam zwischen den weiter außen liegenden Anlagen.

Der Anflug führte die Jai’Galaar inzwischen entlang des Randes des großen Planeten und mit der langsamen Veränderung ihrer Perspektive begann hinter dessen dunklerer Flanke weiterer Raum sichtbar zu werden. Zunächst erschien nur ein schmaler Streifen Sterne, durchzogen von Positionslichtern und den fernen Bewegungen kleiner Schiffe, ehe sich die Hauptreede mit jeder weiteren Kurskorrektur öffnete. Ein Keldabe-Schlachtschiff lag so nahe an ihrer Route, dass sein Rumpf für eine Weile einen beträchtlichen Teil des Fensters einnahm.

Die Jai’Galaar passierte nicht unmittelbar an ihm, doch die Entfernung genügte, um die Dimensionen des Schiffes mit etwas anderem als abstrakten Zahlen zu erfassen. Ein Dockarm, der aus größerer Entfernung noch wie eine eigenständige Station gewirkt hatte, lag nun an seiner Flanke wie ein angelegtes Werkzeug. Crusader bewegten sich unterhalb des massiven Bugs und erschienen dort plötzlich kaum größer als Beiboote, während aus einem geöffneten Hangar mehrere Fang-Jäger nacheinander hervorstießen, beschleunigten und binnen Sekunden auseinanderzogen. Er war nur einer von sechs.

Die übrigen Keldabes lagen über die Hauptreede verteilt, manche zwischen den ausgedehnten Versorgungsanlagen, andere in größerer Entfernung mit ihren Begleitschiffen im freien Raum. Zwischen ihnen liefen kleinere Verbände ein und aus, Jägerstaffeln kreuzten ihre Flugbahnen und Kom’rks bewegten sich zwischen den schweren Rümpfen, während Schlepper, Tanker und Versorgungsschiffe ihre Arbeit verrichteten.

Zwischen den jüngeren Schlachtschiffen lagen auch ältere Formen. Ein Kyramud stand teilweise hinter einem Versorgungsgerüst, breit und schwer, mit jenem gedrungenen Erscheinungsbild, das noch unverhohlener an die alten Basilisken erinnerte. Ein zweiter lag weiter oberhalb, seine Silhouette nur teilweise sichtbar zwischen mehreren kleineren Schiffen und den Ausläufern eines Docks. Beide trugen die Spuren zahlloser Umbauten offen zur Schau. Neue Sensorfelder lagen auf alten Panzersektionen, Waffenstände saßen dort, wo die ursprünglichen Konstrukteure andere Systeme vorgesehen hatten, und manche Teile des Rumpfes unterschieden sich in Material und Oberflächenstruktur deutlich von den angrenzenden Segmenten.

Jede Kurskorrektur der Jai'Galaar änderte auch die Szenerie vor dem Fenster. Ein großer orbitaler Komplex wanderte langsam seitlich aus dem Fenster und gab dahinter eine dunkle Fläche frei, die sich zunächst kaum von den massiven Gerüsten unterschied.

Während die Station vor ihr weiterzog, blieb diese Dunkelheit scheinbar unbewegt stehen, bis an ihrem oberen Rand eine gerade Linie sichtbar wurde und wenige Augenblicke später eine zweite. Erst mit der fortgesetzten Bewegung der Jai’Galaar löste sich daraus die gewaltige Staffelung eines Bugs. Der Kandosii lag mehrere Kilometer entfernt und füllte trotzdem einen erheblichen Teil des Blickfeldes.

Ein Keldabe stand weit dahinter auf einem anderen Vektor, groß genug, dass er noch kurz zuvor den gesamten Maßstab des Orbits bestimmt hatte, und wirkte nun neben dem alten Dreadnaught beinahe zurückgenommen. Über dem breiten Kandosii-Rumpf lagen Panzerflächen unterschiedlicher Generationen, manche glatt und dunkel, andere von zusätzlichen Segmenten, modernen Sensorfeldern und Waffenstellungen unterbrochen. Antennen und Kommunikationsmasten erhoben sich aus Bereichen, die bei seiner ursprünglichen Konstruktion für vollkommen andere Systeme ausgelegt worden waren, und entlang seiner Flanken glommen Positionslichter über Entfernungen hinweg, die den Rumpf beinahe wie eine eigene Landschaft erscheinen ließen.

Die Darasuum.

Ral kannte Stellen auf diesem Schiff, an denen die Panzerung jünger war als manche ihrer heutigen Besatzungsmitglieder, ebenso wie Sektionen, deren Grundstruktur bereits uralt gewesen war, als seine eigene Familie vor Generationen begonnen hatte, sie erneut umzubauen. Er erinnerte sich daran, wie das Heck einmal über Monate geöffnet dagelegen hatte, als Reaktorkomponenten ersetzt worden waren, und an die kahlen Ausschnitte in der Außenhaut, nachdem Waffenstände herausgeschnitten worden waren, deren Technik längst niemand mehr im Gefecht einsetzen wollte. Von der ursprünglichen technischen Ausstattung mochte kaum noch etwas übrig sein, doch unter all den Schichten aus Reparaturen, Verstärkungen und Erneuerungen trug die Darasuum noch immer denselben Kiel.

Aus einem ihrer Hangarbereiche löste sich gerade eine Staffel Fang-Jäger. Die Maschinen erschienen zunächst winzig vor der Flanke des Dreadnaughts, sammelten sich außerhalb des Rumpfes und kippten dann gemeinsam in einen neuen Vektor, während weiter hinten Transporter anlegten und mehrere Schlepper zwischen Darasuum und den angrenzenden Versorgungsanlagen arbeiteten.

Ral bemerkte das zweite Kandosii erst, als dessen Bug zwischen einem Keldabe und einem weit entfernten Dockkomplex sichtbar wurde. Der dritte lag tiefer, näher an der Umlaufbahn Zanbars, zunächst nur an einer Reihe heller Triebwerksfelder zu erkennen, bevor die Bewegung der Jai’Galaar auch dessen schwere Konturen aus dem Hintergrund löste. Währenddessen schob sich hinter den Schiffen etwas Helles über den Rand des Planeten.

Zunächst war es nur eine schmale, grünlich leuchtende Sichel. Mit jedem Grad, den die Jai’Galaar auf ihrem Anflug zurücklegte, wuchs sie weiter aus der Verdeckung hervor, bis aus dem hellen Rand eine Welt wurde und Zanbar sich hinter seiner eigenen Flotte in das Fenster schob.

Wo eben noch schwarze Leere zwischen Keldabes, Kandosii und Stationen gelegen hatte, breitete sich nun Oberfläche aus. Unter einem der Schlachtschiffe zogen sich dunkle Sumpflandschaften hinweg, durchzogen von breiten Wasserläufen und spiegelnden Seen, während weiter links gewaltige Felsplateaus aus dem Grün emporstiegen. Ihre Flanken lagen in breiten, horizontalen Gesteinsschichten übereinander, an manchen Stellen von Dunst verhangen, an anderen so steil abfallend, dass die Niederungen darunter schon aus dieser Höhe im Schatten verschwanden.

Befestigte Landeplätze und kompakte Siedlungsbereiche lagen wie scharf geschnittene geometrische Formen auf dem Fels, verbunden durch Straßen und schmale Verkehrsadern, während weiter draußen vereinzelte Einrichtungen beinahe vollständig zwischen Vegetation und Stein verschwanden. Über den Sümpfen bewegten sich kleine Punkte, zu weit entfernt, um einzelne Maschinen sicher zu erkennen, doch ihre Flugmuster verrieten Übungsbetrieb.

Die Phalanx, die eben noch vor den Sternen gelegen hatte, zeichnete sich nun dunkel gegen Zanbar ab. Keldabes schwebten über den Sumpfflächen, Crusader zogen als kleine bewegte Formen über hellere Regionen hinweg und selbst die Darasuum verlor für einen Augenblick etwas von ihrer überwältigenden Größe, als hinter ihr die Krümmung einer ganzen Welt sichtbar wurde.

Je weiter die Jai’Galaar sank, desto stärker löste sich die Oberfläche aus der Entfernung. Aus geschlossenen dunklen Flächen wurden Baumkronen, aus schmalen silbernen Linien Wasserläufe und aus den Plateaus gewaltige Mauern aus Stein, an deren oberen Rändern Nebel und Wolkenreste hängen blieben. Hier und dort blitzten Lichter von Anlagen durch den Dunst, während die orbitalen Stationen hinter ihnen langsam höher über den Horizont wanderten.

Dann zeichneten sich im Nebel Linien und Formen ab, die definitiv nicht natürlichen Ursprungs waren. Mit sinkender Höhe wurden daraus Mauern und befestigte Terrassen. Dahinter schoben sich Landefelder aus dem Stein, breite Hallen lagen halb in den Fels eingelassen und weitere Gebäude staffelten sich in mehreren Ebenen über die Hochfläche hinweg, bis schwer auszumachen war, wo das Plateau endete und Watchpoint begann. Teile der Bebauung lagen offen auf dem Fels, andere verschwanden in ihm, verbunden durch Verkehrsadern, die sich wie helle Schnitte zwischen dunklerem Gestein und den ersten Ausläufern der Sumpflandschaft hindurchzogen. Am äußeren Rand lag der Raumhafen.

Selbst aus dieser Höhe waren die großen geschlossenen Dockingbuchten zu erkennen, in denen eine schwere Crusader wie die Jai’Galaar vollständig verschwinden konnte. Dahinter lagen weitere Landeflächen, Versorgungsanlagen und die ersten hohen Strukturen der Stadt, während weiter entfernt über einem anderen Abschnitt des Plateaus der schwache Dunst industrieller Abwärme hing. Oft wehte der Wind diese durch den Hafen. Für einen Moment meinte er beinahe schon den Geruch in Erinnerung zu haben, der ihn unten erwarten würde. Warmes Metall und Schmiermittel, erhitzter Stein und die schwere Feuchtigkeit aus den Sumpfniederungen, wenn der Wind sie bis nach Watchpoint hinauftrug.

Die ersten dünnen Schleier der Atmosphäre begannen über das Transparistahl zu laufen. Hinter ihnen rückte die Hausphalanx höher über den Horizont, ihre Schiffe und Stationen mit jeder Minute kleiner werdend, während vor ihnen das Plateau anwuchs und die großen Dockanlagen des Raumhafens deutlicher hervortraten. Ral betrachtete Watchpoint noch einige Augenblicke und sah dann zu Etara.

Diesmal war das Lächeln nicht nur angedeutet.


„Willkommen auf Zanbar, Etara von der Schwarzen Sonne.“

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[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | im Anflug auf Watchpoint | Jai’Galaar | Quartier] Etara, Ral A’kazz

Immer näher kam Zanbar und damit der nächste Schritt dieser Reise und der Verhandlungen. Etara machte sich nicht die Mühe, ihre Neugier zu verbergen – was würden die Mandos auffahren, um sie zu beeindrucken und ihren Wert zu demonstrieren? Ral A’kazz machte bis jetzt einen recht soliden und geradlinigen Eindruck, mit so jemanden konnte die Chiss arbeiten. Aber man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben und es stand immer noch eine definitive Zusage aus, also war ihr Job keineswegs erledigt. Als sie schließlich begleitet von dem verräterischen leichten Zittern des Schiffs den Hyperraum verließen und Zanbar stetig größer und größer wurde, folgte die junge Chiss dem Blick ihres Gesprächspartners zu dem massiven Transparistahlfenster, das eine spektakuläre Aussicht nach draußen ermöglichte. Etaras rote Augen wurden eine Spur schmaler, als sie versuchte, möglichst viele Eindrücke und Details aufzunehmen, und es dauerte nicht lange, bis sie nicht mehr still sitzen konnte und wollte, die Piratin stand auf, trat an das Sichtfenster und lehnte sich leicht nach draußen, als sie ins All starrte.

Der Satz, dass dort rege Aktivität herrschte, wäre die Untertreibung des Jahres gewesen. Vor und um den Planeten Zanbar, der die Szenerie beherrschte, bewegte sich zahllose Lichter in verschiedenen Größen und Tempo. Etara war in dieser Hinsicht kein unbeschriebenes Blatt, sie hatte den Großteil ihres Lebens bei Raumhäfen verbracht und schon einiges gesehen, aber dennoch schaffte das Geschehen, sie zu beeindrucken. Ein Schwarm bedrohlich-kantiger Jäger näherte sich flink, raste knapp an der Außenhülle und teilte sich in zwei Rotten auf. Die Kriminelle pfiff leise – die Piloten waren auf Zack und schienen ihre Maschinen im Griff zu haben. Nun tauchten größere Schiffe, einzeln oder Gruppen, schwer bewaffnete Korvetten, deren Geschütze nicht zu übersehen waren, und allerhand Versorgungs- und Transportschiffe. Etaras Blick auf den schnittigen Raumfahrzeugen in Korvettengröße hängen und sie beugte sich etwas nach vorn.


„Ooooooh...Hallo, ihr Hübschen. Wo wart ihr mein ganzes Leben?“

In ihren kecken Worten lag eine gesunde Portion Respekt: Ihre Erfahrung als Schmugglerin und Piratin hatte sie gelehrt, ein genuines Kriegsschiff niemals zu unterschätzen. Es war eine Sache, einer Zollkorvette eine lange Nase zu drehen, und eine ganz andere, sich mit einem Schiff anzulegen, das spezifisch für den Kampfeinsatz konzipiert und gebaut worden war. Das Design gefiel Etara und sie sah noch eine ganze Weile hin, bis schließlich mehrere Raumstationen in Sicht kamen. Auch hier herrschte rege Aktivität – auf der faulen Haut lagen die Mandos eindeutig nicht. Und wo sie klotzen konnten, kleckerten sie nicht: Für einen Augenblick blieb Etara glatt die Spuck, als noch größere Schiffe enthüllt werden, einige neuerer Art, einige wahrscheinlich älter als ein guter Teil ihrer Besatzung zusammen. Hätten Etaras rote Augen funkeln können, beim Anblick dieser Giganten hätten sie es. Genüsslich studierte die Chiss jedes sichtbare Detail und malte sich den Rest aus, und als sie schließlich die Riesen passierten, drückte sich Etara gegen das Sichtfenster, hauchte auf das Glas und malte mit ihren Fingern ein Herz darauf. Ihr Atem ging ein wenig schneller und ihre Stimme klang eine Spur rauer, als sie Ral A’kazz einen langen, intensiven Blick über die Schulter zuwarf.


„Ich kann es nicht leugnen, ich mag große Schiffe.“

Falls ihr Gastgeber sie hatte beeindrucken wollen, war ihm das eindeutig gelungen, und mehr als das. Was warteten sonst noch für Überraschungen auf sie? Etara spürte ein wohliges Kribbeln und sie wiegte sich ganz leicht hin und her, als das Schiff in den Orbit und die Atmosphäre von Zanbar eindrang und sich eine atemberaubende Landschaft enthüllte, in die sich sorgfältig konstruierte Aspekte der Zivilisation gegraben hatten. Auch hier waren die Mandos fleißig gewesen, mehr als fleißig. Wenn es sich aus dieser Entfernung so sehen lassen konnte, war Etara gespannt, was sie am Boden erwartete, und als ihr Verhandlungspartner sie förmlich auf Zanbar willkommen hieß, schüttelte Etara lachend ihren Kopf, so dass ihr zuvor einigermaßen geordnetes schwarzes Haar wilder und freier herum flatterte, bevor sie mit vier großen Schritten vor dem Mandalorianer stand, zu ihm aufsah und dann feierlich eine Hand ausstreckte.


„Besten Dank. Ich weiß es zu schätzen, dass man mich hier so gastfreundlich empfängt. Nun – wie geht es weiter? Bekomme ich eine Stadtführung mit charmanter Begleitung, die mich vor sämtlichen Touristenfallen bewahrt?“


Irgendwie hatte Etara das Gefühl, dass Touristenfallen für ungebetene Gäste das geringste Problem sein würden. Aber sie war auch kein ungebetener Gast...und auch nicht irgendeiner.


[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | im Anflug auf Watchpoint | Jai’Galaar | Quartier] Etara, Ral A’kazz
 
[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Watchpoint | Jai’Galaar | Quartier] Ral A’kazz und Etara

Ral nahm Etaras ausgestreckte Hand, erwiderte ihren Händedruck und löste den Griff wieder. Unter ihnen hatte sich das tiefe Brummen der Jai’Galaar bereits verändert. Vor dem großen Transparistahlfenster waren die äußeren Mauern des Raumhafens weit genug angewachsen, dass von den Sumpfniederungen nur noch einzelne grüne und graue Streifen zwischen Landefeldern, Gebäuden und den in das Plateau eingelassenen Dockanlagen zu erkennen waren.

„Ich zeige Ihnen Watchpoint. Viel für Touristen gibt es hier allerdings nicht.“

Die Decke der vorgesehenen Dockingbucht schob sich über das Fenster. Arbeitslichter glitten über das Transparistahl und die letzten Reste offenen Himmels verschwanden zwischen Stahlstreben, Wartungsstegen und den dunklen Flächen der Hangartore. Das feine Zittern der Repulsoren ging durch den Boden, verlor sich für einen Moment und kehrte als kurzer tiefer Stoß zurück, als die Landestützen das Gewicht der Korvette aufnahmen.

„Zuerst gehen wir zu meiner Frau. Penelo nimmt Ihre Maße, damit wir Ihnen eine Beskar’gam anpassen können.“

Ral nahm seinen Helm von der Halterung und befestigte ihn seitlich an der Rüstung. Weiter hinten im Schiff liefen bereits Pumpen und Verriegelungen an, während irgendwo unterhalb des Quartiertraktes die Greifverbindung der Wild Hunt gelöst wurde und das Geräusch schwerer Mechanik gedämpft durch den Rumpf wanderte.

„Ralltir will meine Ramikade verpflichten. Ich kann Ihnen erzählen, was sie können, wie sie arbeiten und warum ich den meinen Blind vertraue, danach wissen Sie trotzdem nur, was ich über meine eigenen Leute sage. In den nächsten Tagen laufen hier einige Manöver für Cabure-Anwärter. Einige meiner Züge stellen die Gegenseite und Sie laufen bei einem davon mit. Wenn Sie später nach Ralltir zurückkehren, können Sie wenigstens aus eigener Erfahrung sagen, wen sie da eigentlich verpflichten wollen und wir haben eine gemeinsame Grundlage für ihr Rekrutierungspapier.“

Sie nahmen den Verbindungsgang zurück in den Hauptkörper der Korvette. Zwei Mandalorianer kamen ihnen mit schweren Werkzeugbehältern entgegen. Einer trug Teile seiner Beskar’gam über dunkler Arbeitskleidung, während der andere auf Mando’a mit ihm über eine der äußeren Sensorleisten der Korvette stritt. Beide grüßten Ral im Vorbeigehen. Von der bereits geöffneten Rampe drangen Stimmen, Schritte und das tiefe Echo der Dockhalle in den Gang.

Die Rampe führte in eine Halle, deren Decke hoch genug lag, dass selbst die schwere Korvette darin nur einen Teil des vorhandenen Raumes beanspruchte. Laufstege zogen sich mehrere Ebenen über den Boden und Kräne hingen zwischen breiten Stahlträgern, während bewegliche Arbeitsplattformen bereits an zwei Stellen zur Außenhaut der Jai’Galaar unterwegs waren. Seitlich wurde die Wild Hunt vom geöffneten Greifer weggezogen. Ein Schlepper führte den YT-2400 langsam in Richtung eines benachbarten Liegeplatzes, während zwei Bodenmannschaften unterhalb des Frachters mit Leuchtstäben die letzten Meter vorgaben. Hinter halb geöffneten Toren verschwand eine Rotte Fang-Jäger und weiter hinten rollte ein beladener Transporter über das Vorfeld.

Als sie die Rampe hinabgingen, schlug ihnen die Luft Watchpoints entgegen. Erhitztes Metall und Schmiermittel lagen darin, dazu die schwere Feuchtigkeit aus den Niederungen, die selbst die Filteranlagen des Raumhafens nie vollständig aus den Hallen hielten. Ein älterer Mandalorianer in Arbeitskleidung hob im Vorübergehen zwei Finger an die Stirn. Ral erwiderte den Gruß. Wenige Meter weiter schob eine Sullustanerin einen offenen Werkzeugwagen unter das Heck der Jai’Galaar, während von einem der oberen Arbeitsstege eine knappe Anweisung auf Mando’a heruntergerufen wurde. Hinter den offenen Hallentoren begann die Stadt selbst.

Die breiten Verkehrswege des Raumhafens liefen zunächst zwischen Lagerhäusern, Verwaltungsbauten und den älteren Mauern des Plateaus entlang, ehe sie sich zwischen später angesetzten Metallkonstruktionen und Häuserreihen verloren, deren Verlauf weniger nach einem einzigen Stadtplan als nach mehreren Generationen praktischer Entscheidungen aussah. Wo der dunkle Fels offenlag, glänzte Feuchtigkeit darauf. In schmalen Vertiefungen sammelte sich Wasser und über die äußeren Mauern hinweg war stellenweise das Grün der tieferliegenden Sümpfe zu erkennen. Die ersten Werkstätten begannen kaum einige Straßen vom Hafen entfernt. Vor einer offenen Halle lag die ausgebaute Antriebseinheit eines Frachtgleiters auf einem niedrigen Transportgestell. Von der gegenüberliegenden Straßenseite reichte der Geruch von gebratenem Fleisch und Gewürzen zwischen die Reparaturbetriebe, während darüber Wäsche von einem Balkon hing. Drei ältere Mandalorianer saßen vor einer Tür um eine eingeritzte Spielplatte und schoben kleine Metallsteine über deren Oberfläche. Zwei Kinder schossen zwischen ihnen hindurch, eines mit einem leichten Trainingshelm unter dem Arm, ehe eine Stimme aus einem oberen Fenster beide auf Mando’a zurückrief.

Wenig später kam ihnen eine Gruppe jüngerer Kinder und Jugendlicher entgegen. Einige trugen noch Trainingskleidung, andere Schutzpolster oder kleine Werkzeugtaschen. Zwei erkannten Ral und grüßten ihn im Vorübergehen, bevor die Gruppe in einer Seitengasse verschwand. Je näher die Schmiedebezirke rückten, desto stärker veränderte sich der Klang der Straße. Das Summen der Repulsoren trat zurück. An seine Stelle kamen die regelmäßigen Schläge mechanischer Hämmer, das hohe Kreischen von Schneidwerkzeugen und das tiefe Dröhnen schwerer Pressen, das sich über den Fels bis unter ihre Füße fortsetzte. Warme Luft drang aus den geöffneten Hallen und brachte Metallstaub, Öl und den schärferen Geruch erhitzter Werkstücke mit sich. Die erste Schmiede war kaum größer als ein gewöhnlicher Laden. Hinter der offenen Front bearbeitete ein Mann einen Satz Türbeschläge. Auf der Werkbank daneben lag der Brustpanzer einer Beskar’gam unmittelbar neben den auseinandergebauten Teilen einer landwirtschaftlichen Pumpe.

In der nächsten Halle stand ein Repulsoraggregat offen, groß genug, dass zwei Arbeiter darin verschwunden waren. Einige Schritte weiter lagen Messer, Werkzeuge, Gelenke und Panzerplatten auf denselben niedrigen Gestellen wie Teile von Schiffssystemen und kleinen Maschinen. Zwischen den Werkbänken bewegten sich Materialwagen. Über ihnen liefen Messfelder und moderne Fertigungsarme, während in einer kleineren Nische eine Frau mit Lederschürze an einer offenen Esse stand und ein glühendes Werkstück von Hand bearbeitete. Die Gebäude wurden größer, ohne dass sich der Bezirk an einer klaren Linie verändert hätte. Kleine Werkstätten gingen in lange Hallen über. Materiallager lagen hinter schweren Schotts und Laufstege verbanden die oberen Ebenen miteinander, während hohe Entlüftungsschächte zwischen den Dächern aufragten. An einem der Halleneingänge rief ein junger Schmied etwas auf Mando’a und hielt im Vorbeigehen eine beinahe fertige Schulterplatte hoch. Noch bevor Ral antworten konnte, kam von einer älteren Beskar’goran an der benachbarten Werkbank eine knappe Korrektur. Für einige Augenblicke lag die Platte in Rals Händen. Er drehte sie einmal, prüfte die rückwärtige Aufnahme und gab sie zurück.


„Elek.“

Der junge Mann zog eine Grimasse und ging wieder an seine Arbeit. Hinter ihm war die ältere Schmiedin bereits mit ihrem eigenen Werkstück beschäftigt. Einige Hallen später standen offene Gestelle mit Rüstungskomponenten entlang einer Wand. Helme verschiedener Bauformen lagen in tiefen Fächern, daneben Brustplatten, Rückenpanzer, Schulterstücke und Armschienen in unterschiedlichen Größen. Manche trugen Farbreste und Spuren älterer Reparaturen. Andere waren noch unbemalt oder warteten auf Polsterung und Befestigungen. Hinter den Gestellen waren versiegelte Schränke mit Unteranzügen in die Wand eingelassen.

„Penelo will deshalb zuerst Ihre Maße. Wenn Sie mit meinen Ramikade laufen, bekommen Sie eine Beskar’gam, die Ihnen auch passt. Penelo weiß besser als ich, was hier gerade herumliegt. Danach sehen wir, was ich für Sie ändern werden muss.“

Hinter den großen Hallen nahm der Lärm langsam ab. Auf die Schmiedebetriebe folgten kleinere Werkstätten und Lagerräume, dann Wohnblöcke, die direkt auf dem dunklen Fels des Plateaus standen. Mehrere Gebäude schlossen sich um einen offenen Innenhof, in dessen Mitte niedrige Bäume zwischen Sitzflächen wuchsen. Wäsche hing unter einem überdachten Gang. Auf einer Bank versuchte ein alter Mann, das beschädigte Leitwerk eines Spielzeuggleiters wieder einzusetzen, während zwei Stockwerke höher jemand aus einem geöffneten Fenster mit einer Frau auf der gegenüberliegenden Seite sprach. Vor einem der Wohnblöcke blieb Ral stehen. Drei Stockwerke aus dunklem Stein, spätere Metallverstärkungen um Fenster und Türen und ein schmaler überdachter Zugang unterschieden das Gebäude kaum von seinen Nachbarn. Hinter der Eingangstür führte eine einfache Treppe nach oben. Ein kurzer Gang folgte, an dessen beiden Seiten sich beinahe identische Türen reihten.

Ral betätigte den Summer an einer davon.

Seine Frau öffnete wenige Augenblicke später. Sie trug dunkle Trainingshosen und ein helles Oberteil, dessen Ärmel bis über die Ellenbogen hochgeschoben waren. Ein Teil ihrer langen goldenen Locken war lose im Nacken zusammengebunden, während sich mehrere Strähnen daraus gelöst hatten und über ihre Schultern fielen. Die feinen Linien um ihre Augen und den Mund waren über die Jahre zahlreicher geworden, ohne viel von jener Schönheit zu nehmen, die Ral seit Jahrzehnten kannte. Selbst im Stillstand ruhte ihr Gewicht leicht auf den Fußballen. An ihren Unterarmen zeichneten sich noch die Druckstellen leichter Trainingsschützer ab. Sie musste frisch aus der Dusche gestiegen sein und trainiert haben, anderenfalls hätten sie sie nie ohne Rüstung angetroffen.

Auf dem kleinen Tisch hinter ihr lagen mehrere Datapads neben einem geöffneten Trainingsheft und zwei leichten Helmen, die offensichtlich für jüngere Köpfe gedacht waren. Eine halb geleerte Tasse stand dazwischen. Bett und kleine Küchenzeile nahmen einen guten Teil des übrigen Raumes ein. Penelos Blick fand zuerst Ral. Sie trat zu ihm, legte eine Hand an seine Wange und küsste ihn. Seine linke Hand legte sich für einen Moment an ihre Taille, ehe sie sich wieder voneinander lösten. Dann sah sie zu Etara und musterte kurz ihre Statur, bevor ihr Blick wieder zu ihrem Gesicht zurückkehrte.


„Du musst Etara sein.“

Penelo trat zur Seite.

„Ral hat mir erzählt, was er vorhat. Komm rein, dann sehen wir, was wir dir anziehen.“

[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Watchpoint | Wohnkomplex nahe der A’kazz-Schmiedebezirke | Penelos Appartement] Ral A’kazz, Etara und Penelo Vhett
 
[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Sumpf | ???]



Es war ruhig über dem Sumpf. Hier und da ein wildes Tier, das seinem 'Alltag' nachging. Die Sonne, die gegen die Wolken eines vorigen Regenschauers ankämpfte tauchte die Umgebung in ein Zwielicht getaucht wurde, welchen den kommenden Sonnenuntergang ankündigte. In dieser Stille geschah es dann. Ein glühendes Licht am Firmament wie eine Sternschnuppe wandete über den Himmel, ehe der eine oder andere Sensor das Licht als Belbullab-22-Sternjäger mit imperialer Kennung registrieren würde. Während das Schiff immer tiefer in die Atmosphäre eindrang würde der merkwürdige Bogen auffallen. Als wäre es kein bemanntes Schiff, sondern ein Stein den ein wütendes Kind geworfen hätte würde die Flugbahn beschrieben werden. Nur die Atmosphäre bremste das Schiff und so raste das Schiff regelrecht auf den besagten Sumpf zu, welcher bis jetzt so friedlich da gelegen hätte. Und bereits wenige Minuten später verschwand das Signal des Jägers in jenem Sumpf. Mehrere Wildvögel stroben in den Himmel und kurz darauf stieg eine Rauchsäule auf.

Ihr Schädel dröhnte. Der Eintritt in die Atmosphäre hatte sie geschafft. Erst als die ersten Äste gegen den Jäger schlugen, kam Niphira kurz zu sich. Sie war erschöpft, fertig und noch schlimmer... sich nicht einmal bewusst, was die letzten Tage passiert war. Nur im letzten Moment konnte sie zumindest noch versuchen zu bremsen, doch war der Aufprall stark genug, um die Schwarzhaarige aus zu knocken. Wenige Minuten später öffnete sich die Pilotenkanzel des nun sehr ramponierten Jägers. Niphira löste die Gurte zitternd und zog sich aus ihr Cockpit. Langsam rutschte die Sith runter auf den sumpfigen Boden, während ihr Körper sie vor Schmerz aufschreien ließ.
“Verdammt!”
Sie schaute erst jetzt an sich runter und bemerkte die blutende Wunde in ihrer Flanke. Langsam wanderte der Blick an den Resten ihres Jägers entlang. Damit war wohl die letzte Erinnerung an diesen lästigen Meister Geschichte… Langsam wanderte der Blick der Sith über den Jungle. Alleine das reichte aus, damit ihre Sicht verschwamm und ihr Kopf schmerzte. Langsam tastete Niphira nach ihrem Com, doch dieser war nicht da. Was um alles in der Welt war passiert? Langsam versuchte Niphira aufzustehen, doch ließ es zugleich wegen der massiven Schmerzen. Langsam schloss sie ihre Augen. Zusammenhanglose Bilder zuckten an ihrem inneren Auge vorbei. Verdammt. Was war passiert, seit sie mit Marlis Bastion verlassen hatten?

Langsam tastete Niphira an die Stelle, wo ihre Waffen waren. Dort fand sie nur ihre beiden Lichtschwerter. Der Rest? Weg. Verdammt! Wo war ihre Sithkriegsklinge?! Wieder versuchte Niphira aufzustehen und zuckte wieder vor Schmerz zusammen. Sie tastete nach der Wunde und starrte dann auf ihre blutige Hand.
“Das ist Blut… das ist eine Menge… von meinem Blut…”
Keuchte Niphira leise. Vorsichtig versuchte sie mit der Macht die Gegend abzutasten, nur damit ihr Körper sie mit einem Schwindelgefühl daran erinnerte, dass dies wohl keine so gute Idee war. Und nun? Sie konnte doch nicht hier bleiben? Auf der anderen Seite… Sie wusste gerade nicht einmal, ob sie, egal in welche Richtung sie gehen würde, sich von der Zivilisation entfernen oder sich ihr nähern würde. Langsam schaute die Frau, die wie eine 18 Jährige Adelstochter aussah, zum Himmel und realisierte die Rauchwolke, die in den Himmel stieg.
“Immerhin wird mich jemand finden können”
Dachte Niphira bitter, während sie realisierte, dass sie weder wusste wo sie hin wollte, noch wo sie nun geendet war. Es war also bei zwei von drei Möglichkeiten besser, eine desillusionierte Anwärterin oder Schülerin zu mimen, anstatt die Vollstreckerin raushängen zu lassen. Denn Option eins war, sie war noch irgendwo im imperialen Raum und würde von imperialen Kräften aufgesammelt. Option zwei? Das hier war der Boden der Republik. Dann würde sie als Sithschülerin oder -anwärterin vermutlich weniger grob behandelt als wenn sie eben die Vollstreckerin raushängen lassen würde. Option drei… Diese Welt war neutral und auch hier wäre ein Vorspielen eine desillusionierte Schülerin oder Padawan zu sein die bessere Variante um zumindest unterschätzt zu werden. So oder so… So lange nicht das Imperium sie einsammeln würde, wäre es besser, mit der Vollstreckerin nicht an die große Glocke zu hängen.

So saß Niphira da und merkte nicht, dass sie langsam das Bewusstsein fürs Erste verlieren würde.




[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Sumpf | ???]
 
[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Watchpoint | Jai’Galaar | Quartier] Etara, Ral A’kazz

Stück für Stück wurde mehr von der Zivilisation sichtbar, die die Mandalorianer auf Zanbar aufgebaut hatten. Etara staunte nicht schlecht: Die Gefolgsleute ihres Gastgebers hatten tatsächlich richtige Siedlungen und Städte in die Landschaft getrieben, und zwar solche von beachtlicher Größe. Dass diese Leute etwas auf die Beine stellen konnten, überraschte Etara nicht, wohl aber das schiere Ausmaß. Es war gut zu wissen, denn das bedeutete, dass ihre Verhandlungspartner etwas hatten, das sich zu verteidigen lohnte und für das sie Ressourcen benötigten. Die Black Sun konnte ausgesprochen großzügig sein und hatte einiges zu bieten – die meisten Deals waren stabiler, wenn die eine Seite die andere nicht gnadenlos über den Tisch zog. Da fielen die fehlenden Amüsiermeilen gar nicht so sehr ins Gewicht, zumal die Chiss davon ausging, dass auch Mandos wussten, wie man Spaß haben konnte, vielleicht auf etwas ruppigere Art. Entsprechend trocken fiel ihre Antwort an Ral A’kazz aus, sie drehte sich halb zu dem älteren Mann um und neigte leicht den Kopf zur Seite.

„Ich lasse mich gerne positiv überraschen.“


Und tatsächlich registrierte Etara zufrieden, dass in den Siedlungen der Mandalorianer keineswegs tote Hose herrschte. Es war etwas los, es passierte etwas – herrlich! Wenn die Piratin eines genuin verabscheute, dann war es Langeweile und Gleichtrott. Ihr entging nicht, dass man ihren Gastgeber offenbar auch hier recht gut kannte und ihn mit dem selben dezenten, aber spürbaren Respekt behandelte wie auf seinem Schiff. Etara hielt sich demonstrativ an seiner Seite, musterte die Umgebung und die Bewohner aus roten Augen und hielt ab und an kurz inne, um etwas genauer zu betrachten oder eine neugierige Frage zu stellen. Je mehr sie über Zanbar und die Mandos wusste, desto besser – und offenbar würde sie bald Gelegenheit bekommen, sich wortwörtlich hautnah mit der Angelegenheit auseinanderzusetzen.

Als Ral A’kazz ihr das mit freundlicher Beihäufigkeit eröffnete, wölbte Etara eine Augenbraue und betrachtete ihren Gegenüber eindringlich. Nein, das war wohl kein Anflug von Blechbüchsi-Humor, er meinte es vollkommen ernst. Eine Feldübung mit seinen Leuten, und eine Rüstung gab es zum Ausprobieren gleich noch dazu, gestellt von niemand anderem als seiner Gattin. Kurz überlegte die junge Chiss, ob es sich um ein „Meine Frau hat Dich von der Bar aus gesehen und ihr gefallen Deine Vibes, wir würden Dich gerne auf einen Drink einladen“-Szenario handelte, aber falls das so war, ließ sich ihr Gastgeber nichts anmerken. Nun, sie konnte mit beidem recht gut leben, was tat man nicht alles für positive diplomatische Beziehungen. Etara grinste über beide Ohren, lachte kurz hell und nickte dann zustimmend.


„Hm-hm, in anderen Worten, ich bekomme am eigenen Leib zu spüren, wie Ihre Leute so unterwegs sind und was sie können. Bin dabei. Wurde ohnehin Zeit, mal wieder etwas die Gliedmaßen zu schütteln. Und zu einer Maßanfertigung habe ich noch nie Nein gesagt.“


Die Erwartungen waren also hoch, als sie schließlich das Zuhause von Ral A’kazz erreichten und von seiner Ehefrau Penlo, die gerade frisch vom Training zu kommen schien, herzlich in Empfang genommen wurden. Etara musterte sie wohlwollend, hielt sich aber zurück, um den beiden Zeit und Raum zu geben, sich zu begrüßen – wahrscheinlich war es schon eine Weile her, dass sie sich gesehen hatten. Als sich die Mando schließlich ihr zuwandte und verkündete, dass sie bereits im Bilde war und nun gleich ihre Maße nehmen wurde, stieg die Wahrscheinlichkeit für das Drink-Szenario, aber sicher war in dieser Galaxis nichts, also zeigte sich die Chiss für ihre Verhältnisse eher dezent, ergriff aber selbstverständlich die dargebotene Hand für eine ordentliche Begrüßung und blickte ihrer Gegenüber in die Augen, bevor sie sie noch einmal von oben nach unten musterte und sich ihre Mundwinkel zu einem Schmunzeln verzogen. Ihr Basic hatte wieder den melodisch-verspielten Hauch, als sie sich einmal um sich selbst drehte und ihre Schokoladenseiten – bewusste Pluralbildung – präsentierte, gefolgt von einem Zwinkern.


„So, hat er das? Dann wurde zumindest eine von uns vorgewarnt. Eben jene. Ist mir ein Vergnügen, Dich kennenzulernen, Penelo. Ich danke für die Gastfreundschaft und alles andere, was wohl noch folgt. Also...wo findet die Magie statt?“


Etara war hier, sie war genau hier und bereit...ja, nun, für was auch immer die Mandos genau im Sinn hatten.


[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Watchpoint | Wohnkomplex nahe der A’kazz-Schmiedebezirke | Penelos Appartement] Etara, Ral A’kazz und Penelo Vhett
 
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