Zanbar

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Zanbar

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[ Infos zum Mond: Zanbar (dt.) | Zanbar (engl.) ]
[ Zugehörigkeit: Mandalorianische Welten ]

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Allgemeines​

Zanbar ist ein gemäßigter Mond im gleichnamigen System des Mandalore-Sektors im Äußeren Rand. Seine Oberfläche wird von ausgedehnten Sümpfen, Feuchtgebieten und dichter Vegetation geprägt, zwischen denen sich gewaltige, schroff geschichtete Felsplateaus erheben. Die größeren Siedlungen und Einrichtungen konzentrieren sich auf diese natürlichen Hochflächen, während weite Teile der Niederungen dünn besiedelt oder vollständig unerschlossen geblieben sind.

Der Mond gehört zum unmittelbaren mandalorianischen Kernraum und ist eng mit dem Haus A'kazz verbunden. Zanbar bildet dessen wichtigstes industriell-handwerkliches Zentrum und die Hauptreede seiner Hausphalanx. Zugleich befindet sich hier mit einer Außenstelle der Cabure-Akademie von Concord Dawn einer der wichtigsten Ausbildungsstandorte der mandalorianischen Protectors.

Region: Äußerer Rand
Sektor: Mandalore-Sektor
System: Zanbar-System
Planquadrat: O-7
Klima: gemäßigt
Terrain: Sümpfe, Feuchtgebiete, dichte Vegetation, Felsplateaus und Tafelberge
Bekannte Fauna: Anoobas, Momongs

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Namhafte Lokalitäten​

Watchpoint: Die Hauptstadt Zanbars und das politische wie wirtschaftliche Zentrum der A'kazz-Präsenz auf dem Mond. Watchpoint erhebt sich auf einem weitläufigen Felsplateau an der Stelle eines älteren mandalorianischen Militärstützpunktes, dessen befestigte Lage über den umliegenden Sümpfen bereits früher genutzt wurde. Aus den im Laufe der Zeit mehrfach erweiterten Anlagen entstand die heutige Stadt mit Wohnbezirken, Landeplätzen, Verwaltungsbereichen, Befestigungen und zentralen Einrichtungen des Clan A'kazz.

A'kazz-Schmiedebezirke: Zanbar zählt zu den wichtigsten Zentren mandalorianischer Metallverarbeitung. Die Schmieden des Clan A'kazz bilden keinen einzelnen Industriekomplex, sondern verteilen sich als spezialisierte Werkstätten und größere Fertigungsstätten über mehrere Plateaus. Neben gewöhnlichen metallurgischen Arbeiten gehört insbesondere die Verarbeitung und erneute Schmiedung von Beskar zu ihren bekanntesten Aufgaben. Das verwendete Rohmaterial stammt überwiegend aus anderen mandalorianischen Welten sowie aus alten Clanbeständen und zurückgewonnenem Material.

Cabure-Akademie Zanbar: Die Außenstelle der Protector-Akademie von Concord Dawn bildet angehende Angehörige der Mando Cabure und weiterer Protector-Laufbahnen aus. Während Concord Dawn das traditionelle Hauptzentrum der Institution geblieben ist, konzentriert sich Zanbar besonders auf kombinierte planetare und orbitale Einsatzprofile. Die Akademie untersteht den gemeinsamen mandalorianischen Institutionen. Haus A'kazz stellt Gelände, Infrastruktur, Sicherheit und Teile der logistischen Unterstützung bereit.

Sumpfgebiete: Große Teile der Niederungen sind bis heute kaum erschlossen. Neben Jagd und vereinzelter Ressourcennutzung dienen diese Regionen vor allem als Übungsräume für angehende Protectors. Orientierung, Aufklärung, Verfolgung, Überleben, verdeckte Annäherung und ausgedehnte Patrouillen werden zwischen Sümpfen, dichter Vegetation und heimischer Tierwelt unter realen Bedingungen trainiert. Jenseits der ausgewiesenen Übungsgebiete sind große Teile der Landschaft weitgehend naturbelassen.

Orbitalanlagen von Zanbar: Der Raum um den Mond beherbergt ein ausgedehntes Netz mandalorianischer Docks, Ankerplätze, Versorgungsstationen, Arsenale, Jägerhangars sowie kleinere und mittlere Reparatur- und Werftkapazitäten. Sie bilden den logistischen Mittelpunkt der A'kazz-Hausphalanx und versorgen sowohl deren Kriegsschiffe als auch zivile und militärische Transporte des Hauses. Ein erheblicher Teil der Phalanx befindet sich gewöhnlich im Zanbar-System oder operiert von hier aus auf Patrouillen und anderen Einsätzen.

Auch die Cabure-Akademie greift intensiv auf die Infrastruktur im Orbit zurück. Protector-Anwärter trainieren zwischen Stationen und Flottenverbänden Sternjägerkampf, Navigation, Boardingoperationen, Flottenkoordination und die Verteidigung orbitaler Einrichtungen. Übungen mit Fang-Jägern und Einheiten der Hausphalanx gehören daher zum alltäglichen Verkehr im System.

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Besonderheiten​

Zanbars Erscheinungsbild wird vom Gegensatz zwischen befestigten Hochflächen und weitgehend unberührten Niederungen bestimmt. Siedlungen, Schmieden, militärische Einrichtungen und Raumhäfen liegen überwiegend auf den Plateaus, während sich dazwischen kilometerweit Sümpfe und dichte Vegetation erstrecken. Auch die umfangreiche Infrastruktur im Orbit hat daran wenig geändert. Aus der Entfernung erscheint Zanbar weiterhin als grüne, von gewaltigen Felsformationen durchbrochene Welt. Erst beim näheren Anflug werden die befestigten Komplexe auf den Höhen und die zahlreichen mandalorianischen Stationen im Raum sichtbar.

Für Haus A'kazz ist der Mond eines seiner wichtigsten Machtzentren, zugleich reicht seine Bedeutung weit über die Interessen eines einzelnen Hauses hinaus. Angehörige verschiedenster Clans durchlaufen hier Teile ihrer Protector-Ausbildung, während Verbände der Mando Uvete und der A'kazz-Phalanx regelmäßig gemeinsame Übungen durchführen.

Die militärische Nutzung Zanbars reicht weit in die jüngere mandalorianische Geschichte zurück. Auf mehreren Plateaus bestanden bereits vor dem heutigen Ausbau befestigte Stellungen, darunter ein ehemaliger Stützpunkt der Death Watch, auf dessen Gelände später Watchpoint entstand. Von diesen älteren Befestigungen sind heute nur noch einzelne Fundamentstrukturen und in jüngere Anlagen integrierte Bereiche erhalten.
 
[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar-System | Jai’Galaar | Quartier] Etara, Ral A’kazz

Ein leichtes Lächeln blieb auf Rals Gesicht zurück, nachdem Etara geendet hatte. Er musterte die Chiss noch einen Augenblick und nahm schließlich wieder seine Tasse zur Hand. Erst einige Minuten später meldete sich die Bordkommunikation.

„Watchpoint in ungefähr dreißig Minuten.“

Der Alte Mann stellte die inzwischen beinahe leere Tasse ab und wandte den Blick wieder dem großen Transparistahlfenster zu, das nahezu die gesamte Außenwand des zusätzlichen Quartiertraktes einnahm.

Seit dem Sprung in das Zanbar-System hatte der Raum davor nie wirklich leer gewirkt. Der Planet, den Zanbar umkreiste, nahm einen beträchtlichen Teil des Sichtfeldes ein, eine gewaltige, halb beleuchtete Scheibe, deren Rand sich scharf gegen die Sterne abhob. Der Mond selbst lag vom gegenwärtigen Anflugvektor aus noch hinter ihm verborgen, doch rings um die sichtbare Flanke herrschte längst jener Verkehr, den Ral mit dieser Gegend verband.

Vier Fang-Jäger kamen von schräg unterhalb. Zunächst waren es kaum mehr als bewegte Lichtpunkte vor der fernen Planetenscheibe, dann wuchsen die Maschinen innerhalb weniger Herzschläge an, bis sich ihre kantigen Silhouetten deutlich vom Hintergrund lösten. Sie schossen quer über fast die gesamte Breite des Fensters, hielten ihre Formation nur bis kurz hinter der Jai’Galaar und brachen dort paarweise auseinander, ehe sie sich in steilen Bögen voneinander trennten und ebenso schnell wieder kleiner wurden, wie sie gekommen waren.

Weiter draußen bewegte sich bereits die nächste Formation, während unterhalb mehrere Kom’rk-Kampftransporter einen anderen Korridor hielten und eine Gruppe Crusader-Korvetten in weitem Abstand an der Jai’Galaar vorbeizog. Dazwischen arbeiteten sich Frachter, Tanker und Schlepper durch den Raum, manche kaum größer als Lichtpunkte, andere nahe genug, dass einzelne Positionslichter und Triebwerksfelder voneinander zu unterscheiden waren.

Der Raum vor ihnen verdichtete sich zunehmend. Aus vereinzelten künstlichen Lichtern entstanden Stationen. Lange Dockarme schoben sich vor den dunklen Hintergrund, dahinter lagen Tankkörper, Magazine, offene Reparaturgerüste und geschlossene Hangarkomplexe, manche für sich allein, andere über so viele Verbindungselemente und Versorgungsträger miteinander verschränkt, dass sie aus der Entfernung wie gewachsene Gebilde wirkten. Kleine Arbeitsfahrzeuge glitten an ihren Außenflächen entlang und verschwanden in Öffnungen, deren tatsächliche Größe erst dann deutlich wurde, wenn eine Korvette darin verschwand.

Eine Crusader hing mit geöffneten Wartungssektionen zwischen zwei Dockarmen. Helle Arbeitslichter wanderten entlang ihres Rumpfes, während auf der gegenüberliegenden Seite ein Schlepper langsam einen neuen Modulblock heranführte. Dahinter lag ein Jehavey’ir-Angriffsschiff an mehreren Versorgungsleitungen, schwerer gebaut und von sichtbar älterer Formensprache, seine Flanken jedoch von modernen Sensorfeldern und neueren Waffenständen durchbrochen.

Das zweite Jehavey’ir löste sich gerade von seiner Station. Seine Triebwerke erwachten zunächst als schwaches Glimmen, dann als mehrere immer heller werdende Felder, bis der schwere Rumpf sich merklich von seinem Liegeplatz entfernte. Zwei Crusader gingen beinahe gleichzeitig mit ihm auf Kurs und verloren sich gemeinsam zwischen den weiter außen liegenden Anlagen.

Der Anflug führte die Jai’Galaar inzwischen entlang des Randes des großen Planeten und mit der langsamen Veränderung ihrer Perspektive begann hinter dessen dunklerer Flanke weiterer Raum sichtbar zu werden. Zunächst erschien nur ein schmaler Streifen Sterne, durchzogen von Positionslichtern und den fernen Bewegungen kleiner Schiffe, ehe sich die Hauptreede mit jeder weiteren Kurskorrektur öffnete. Ein Keldabe-Schlachtschiff lag so nahe an ihrer Route, dass sein Rumpf für eine Weile einen beträchtlichen Teil des Fensters einnahm.

Die Jai’Galaar passierte nicht unmittelbar an ihm, doch die Entfernung genügte, um die Dimensionen des Schiffes mit etwas anderem als abstrakten Zahlen zu erfassen. Ein Dockarm, der aus größerer Entfernung noch wie eine eigenständige Station gewirkt hatte, lag nun an seiner Flanke wie ein angelegtes Werkzeug. Crusader bewegten sich unterhalb des massiven Bugs und erschienen dort plötzlich kaum größer als Beiboote, während aus einem geöffneten Hangar mehrere Fang-Jäger nacheinander hervorstießen, beschleunigten und binnen Sekunden auseinanderzogen. Er war nur einer von sechs.

Die übrigen Keldabes lagen über die Hauptreede verteilt, manche zwischen den ausgedehnten Versorgungsanlagen, andere in größerer Entfernung mit ihren Begleitschiffen im freien Raum. Zwischen ihnen liefen kleinere Verbände ein und aus, Jägerstaffeln kreuzten ihre Flugbahnen und Kom’rks bewegten sich zwischen den schweren Rümpfen, während Schlepper, Tanker und Versorgungsschiffe ihre Arbeit verrichteten.

Zwischen den jüngeren Schlachtschiffen lagen auch ältere Formen. Ein Kyramud stand teilweise hinter einem Versorgungsgerüst, breit und schwer, mit jenem gedrungenen Erscheinungsbild, das noch unverhohlener an die alten Basilisken erinnerte. Ein zweiter lag weiter oberhalb, seine Silhouette nur teilweise sichtbar zwischen mehreren kleineren Schiffen und den Ausläufern eines Docks. Beide trugen die Spuren zahlloser Umbauten offen zur Schau. Neue Sensorfelder lagen auf alten Panzersektionen, Waffenstände saßen dort, wo die ursprünglichen Konstrukteure andere Systeme vorgesehen hatten, und manche Teile des Rumpfes unterschieden sich in Material und Oberflächenstruktur deutlich von den angrenzenden Segmenten.

Jede Kurskorrektur der Jai'Galaar änderte auch die Szenerie vor dem Fenster. Ein großer orbitaler Komplex wanderte langsam seitlich aus dem Fenster und gab dahinter eine dunkle Fläche frei, die sich zunächst kaum von den massiven Gerüsten unterschied.

Während die Station vor ihr weiterzog, blieb diese Dunkelheit scheinbar unbewegt stehen, bis an ihrem oberen Rand eine gerade Linie sichtbar wurde und wenige Augenblicke später eine zweite. Erst mit der fortgesetzten Bewegung der Jai’Galaar löste sich daraus die gewaltige Staffelung eines Bugs. Der Kandosii lag mehrere Kilometer entfernt und füllte trotzdem einen erheblichen Teil des Blickfeldes.

Ein Keldabe stand weit dahinter auf einem anderen Vektor, groß genug, dass er noch kurz zuvor den gesamten Maßstab des Orbits bestimmt hatte, und wirkte nun neben dem alten Dreadnaught beinahe zurückgenommen. Über dem breiten Kandosii-Rumpf lagen Panzerflächen unterschiedlicher Generationen, manche glatt und dunkel, andere von zusätzlichen Segmenten, modernen Sensorfeldern und Waffenstellungen unterbrochen. Antennen und Kommunikationsmasten erhoben sich aus Bereichen, die bei seiner ursprünglichen Konstruktion für vollkommen andere Systeme ausgelegt worden waren, und entlang seiner Flanken glommen Positionslichter über Entfernungen hinweg, die den Rumpf beinahe wie eine eigene Landschaft erscheinen ließen.

Die Darasuum.

Ral kannte Stellen auf diesem Schiff, an denen die Panzerung jünger war als manche ihrer heutigen Besatzungsmitglieder, ebenso wie Sektionen, deren Grundstruktur bereits uralt gewesen war, als seine eigene Familie vor Generationen begonnen hatte, sie erneut umzubauen. Er erinnerte sich daran, wie das Heck einmal über Monate geöffnet dagelegen hatte, als Reaktorkomponenten ersetzt worden waren, und an die kahlen Ausschnitte in der Außenhaut, nachdem Waffenstände herausgeschnitten worden waren, deren Technik längst niemand mehr im Gefecht einsetzen wollte. Von der ursprünglichen technischen Ausstattung mochte kaum noch etwas übrig sein, doch unter all den Schichten aus Reparaturen, Verstärkungen und Erneuerungen trug die Darasuum noch immer denselben Kiel.

Aus einem ihrer Hangarbereiche löste sich gerade eine Staffel Fang-Jäger. Die Maschinen erschienen zunächst winzig vor der Flanke des Dreadnaughts, sammelten sich außerhalb des Rumpfes und kippten dann gemeinsam in einen neuen Vektor, während weiter hinten Transporter anlegten und mehrere Schlepper zwischen Darasuum und den angrenzenden Versorgungsanlagen arbeiteten.

Ral bemerkte das zweite Kandosii erst, als dessen Bug zwischen einem Keldabe und einem weit entfernten Dockkomplex sichtbar wurde. Der dritte lag tiefer, näher an der Umlaufbahn Zanbars, zunächst nur an einer Reihe heller Triebwerksfelder zu erkennen, bevor die Bewegung der Jai’Galaar auch dessen schwere Konturen aus dem Hintergrund löste. Währenddessen schob sich hinter den Schiffen etwas Helles über den Rand des Planeten.

Zunächst war es nur eine schmale, grünlich leuchtende Sichel. Mit jedem Grad, den die Jai’Galaar auf ihrem Anflug zurücklegte, wuchs sie weiter aus der Verdeckung hervor, bis aus dem hellen Rand eine Welt wurde und Zanbar sich hinter seiner eigenen Flotte in das Fenster schob.

Wo eben noch schwarze Leere zwischen Keldabes, Kandosii und Stationen gelegen hatte, breitete sich nun Oberfläche aus. Unter einem der Schlachtschiffe zogen sich dunkle Sumpflandschaften hinweg, durchzogen von breiten Wasserläufen und spiegelnden Seen, während weiter links gewaltige Felsplateaus aus dem Grün emporstiegen. Ihre Flanken lagen in breiten, horizontalen Gesteinsschichten übereinander, an manchen Stellen von Dunst verhangen, an anderen so steil abfallend, dass die Niederungen darunter schon aus dieser Höhe im Schatten verschwanden.

Befestigte Landeplätze und kompakte Siedlungsbereiche lagen wie scharf geschnittene geometrische Formen auf dem Fels, verbunden durch Straßen und schmale Verkehrsadern, während weiter draußen vereinzelte Einrichtungen beinahe vollständig zwischen Vegetation und Stein verschwanden. Über den Sümpfen bewegten sich kleine Punkte, zu weit entfernt, um einzelne Maschinen sicher zu erkennen, doch ihre Flugmuster verrieten Übungsbetrieb.

Die Phalanx, die eben noch vor den Sternen gelegen hatte, zeichnete sich nun dunkel gegen Zanbar ab. Keldabes schwebten über den Sumpfflächen, Crusader zogen als kleine bewegte Formen über hellere Regionen hinweg und selbst die Darasuum verlor für einen Augenblick etwas von ihrer überwältigenden Größe, als hinter ihr die Krümmung einer ganzen Welt sichtbar wurde.

Je weiter die Jai’Galaar sank, desto stärker löste sich die Oberfläche aus der Entfernung. Aus geschlossenen dunklen Flächen wurden Baumkronen, aus schmalen silbernen Linien Wasserläufe und aus den Plateaus gewaltige Mauern aus Stein, an deren oberen Rändern Nebel und Wolkenreste hängen blieben. Hier und dort blitzten Lichter von Anlagen durch den Dunst, während die orbitalen Stationen hinter ihnen langsam höher über den Horizont wanderten.

Dann zeichneten sich im Nebel Linien und Formen ab, die definitiv nicht natürlichen Ursprungs waren. Mit sinkender Höhe wurden daraus Mauern und befestigte Terrassen. Dahinter schoben sich Landefelder aus dem Stein, breite Hallen lagen halb in den Fels eingelassen und weitere Gebäude staffelten sich in mehreren Ebenen über die Hochfläche hinweg, bis schwer auszumachen war, wo das Plateau endete und Watchpoint begann. Teile der Bebauung lagen offen auf dem Fels, andere verschwanden in ihm, verbunden durch Verkehrsadern, die sich wie helle Schnitte zwischen dunklerem Gestein und den ersten Ausläufern der Sumpflandschaft hindurchzogen. Am äußeren Rand lag der Raumhafen.

Selbst aus dieser Höhe waren die großen geschlossenen Dockingbuchten zu erkennen, in denen eine schwere Crusader wie die Jai’Galaar vollständig verschwinden konnte. Dahinter lagen weitere Landeflächen, Versorgungsanlagen und die ersten hohen Strukturen der Stadt, während weiter entfernt über einem anderen Abschnitt des Plateaus der schwache Dunst industrieller Abwärme hing. Oft wehte der Wind diese durch den Hafen. Für einen Moment meinte er beinahe schon den Geruch in Erinnerung zu haben, der ihn unten erwarten würde. Warmes Metall und Schmiermittel, erhitzter Stein und die schwere Feuchtigkeit aus den Sumpfniederungen, wenn der Wind sie bis nach Watchpoint hinauftrug.

Die ersten dünnen Schleier der Atmosphäre begannen über das Transparistahl zu laufen. Hinter ihnen rückte die Hausphalanx höher über den Horizont, ihre Schiffe und Stationen mit jeder Minute kleiner werdend, während vor ihnen das Plateau anwuchs und die großen Dockanlagen des Raumhafens deutlicher hervortraten. Ral betrachtete Watchpoint noch einige Augenblicke und sah dann zu Etara.

Diesmal war das Lächeln nicht nur angedeutet.


„Willkommen auf Zanbar, Etara von der Schwarzen Sonne.“

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[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | im Anflug auf Watchpoint | Jai’Galaar | Quartier] Etara, Ral A’kazz

Immer näher kam Zanbar und damit der nächste Schritt dieser Reise und der Verhandlungen. Etara machte sich nicht die Mühe, ihre Neugier zu verbergen – was würden die Mandos auffahren, um sie zu beeindrucken und ihren Wert zu demonstrieren? Ral A’kazz machte bis jetzt einen recht soliden und geradlinigen Eindruck, mit so jemanden konnte die Chiss arbeiten. Aber man sollte den Tag nicht vor dem Abend loben und es stand immer noch eine definitive Zusage aus, also war ihr Job keineswegs erledigt. Als sie schließlich begleitet von dem verräterischen leichten Zittern des Schiffs den Hyperraum verließen und Zanbar stetig größer und größer wurde, folgte die junge Chiss dem Blick ihres Gesprächspartners zu dem massiven Transparistahlfenster, das eine spektakuläre Aussicht nach draußen ermöglichte. Etaras rote Augen wurden eine Spur schmaler, als sie versuchte, möglichst viele Eindrücke und Details aufzunehmen, und es dauerte nicht lange, bis sie nicht mehr still sitzen konnte und wollte, die Piratin stand auf, trat an das Sichtfenster und lehnte sich leicht nach draußen, als sie ins All starrte.

Der Satz, dass dort rege Aktivität herrschte, wäre die Untertreibung des Jahres gewesen. Vor und um den Planeten Zanbar, der die Szenerie beherrschte, bewegte sich zahllose Lichter in verschiedenen Größen und Tempo. Etara war in dieser Hinsicht kein unbeschriebenes Blatt, sie hatte den Großteil ihres Lebens bei Raumhäfen verbracht und schon einiges gesehen, aber dennoch schaffte das Geschehen, sie zu beeindrucken. Ein Schwarm bedrohlich-kantiger Jäger näherte sich flink, raste knapp an der Außenhülle und teilte sich in zwei Rotten auf. Die Kriminelle pfiff leise – die Piloten waren auf Zack und schienen ihre Maschinen im Griff zu haben. Nun tauchten größere Schiffe, einzeln oder Gruppen, schwer bewaffnete Korvetten, deren Geschütze nicht zu übersehen waren, und allerhand Versorgungs- und Transportschiffe. Etaras Blick auf den schnittigen Raumfahrzeugen in Korvettengröße hängen und sie beugte sich etwas nach vorn.


„Ooooooh...Hallo, ihr Hübschen. Wo wart ihr mein ganzes Leben?“

In ihren kecken Worten lag eine gesunde Portion Respekt: Ihre Erfahrung als Schmugglerin und Piratin hatte sie gelehrt, ein genuines Kriegsschiff niemals zu unterschätzen. Es war eine Sache, einer Zollkorvette eine lange Nase zu drehen, und eine ganz andere, sich mit einem Schiff anzulegen, das spezifisch für den Kampfeinsatz konzipiert und gebaut worden war. Das Design gefiel Etara und sie sah noch eine ganze Weile hin, bis schließlich mehrere Raumstationen in Sicht kamen. Auch hier herrschte rege Aktivität – auf der faulen Haut lagen die Mandos eindeutig nicht. Und wo sie klotzen konnten, kleckerten sie nicht: Für einen Augenblick blieb Etara glatt die Spuck, als noch größere Schiffe enthüllt werden, einige neuerer Art, einige wahrscheinlich älter als ein guter Teil ihrer Besatzung zusammen. Hätten Etaras rote Augen funkeln können, beim Anblick dieser Giganten hätten sie es. Genüsslich studierte die Chiss jedes sichtbare Detail und malte sich den Rest aus, und als sie schließlich die Riesen passierten, drückte sich Etara gegen das Sichtfenster, hauchte auf das Glas und malte mit ihren Fingern ein Herz darauf. Ihr Atem ging ein wenig schneller und ihre Stimme klang eine Spur rauer, als sie Ral A’kazz einen langen, intensiven Blick über die Schulter zuwarf.


„Ich kann es nicht leugnen, ich mag große Schiffe.“

Falls ihr Gastgeber sie hatte beeindrucken wollen, war ihm das eindeutig gelungen, und mehr als das. Was warteten sonst noch für Überraschungen auf sie? Etara spürte ein wohliges Kribbeln und sie wiegte sich ganz leicht hin und her, als das Schiff in den Orbit und die Atmosphäre von Zanbar eindrang und sich eine atemberaubende Landschaft enthüllte, in die sich sorgfältig konstruierte Aspekte der Zivilisation gegraben hatten. Auch hier waren die Mandos fleißig gewesen, mehr als fleißig. Wenn es sich aus dieser Entfernung so sehen lassen konnte, war Etara gespannt, was sie am Boden erwartete, und als ihr Verhandlungspartner sie förmlich auf Zanbar willkommen hieß, schüttelte Etara lachend ihren Kopf, so dass ihr zuvor einigermaßen geordnetes schwarzes Haar wilder und freier herum flatterte, bevor sie mit vier großen Schritten vor dem Mandalorianer stand, zu ihm aufsah und dann feierlich eine Hand ausstreckte.


„Besten Dank. Ich weiß es zu schätzen, dass man mich hier so gastfreundlich empfängt. Nun – wie geht es weiter? Bekomme ich eine Stadtführung mit charmanter Begleitung, die mich vor sämtlichen Touristenfallen bewahrt?“


Irgendwie hatte Etara das Gefühl, dass Touristenfallen für ungebetene Gäste das geringste Problem sein würden. Aber sie war auch kein ungebetener Gast...und auch nicht irgendeiner.


[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | im Anflug auf Watchpoint | Jai’Galaar | Quartier] Etara, Ral A’kazz
 
[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Watchpoint | Jai’Galaar | Quartier] Ral A’kazz und Etara

Ral nahm Etaras ausgestreckte Hand, erwiderte ihren Händedruck und löste den Griff wieder. Unter ihnen hatte sich das tiefe Brummen der Jai’Galaar bereits verändert. Vor dem großen Transparistahlfenster waren die äußeren Mauern des Raumhafens weit genug angewachsen, dass von den Sumpfniederungen nur noch einzelne grüne und graue Streifen zwischen Landefeldern, Gebäuden und den in das Plateau eingelassenen Dockanlagen zu erkennen waren.

„Ich zeige Ihnen Watchpoint. Viel für Touristen gibt es hier allerdings nicht.“

Die Decke der vorgesehenen Dockingbucht schob sich über das Fenster. Arbeitslichter glitten über das Transparistahl und die letzten Reste offenen Himmels verschwanden zwischen Stahlstreben, Wartungsstegen und den dunklen Flächen der Hangartore. Das feine Zittern der Repulsoren ging durch den Boden, verlor sich für einen Moment und kehrte als kurzer tiefer Stoß zurück, als die Landestützen das Gewicht der Korvette aufnahmen.

„Zuerst gehen wir zu meiner Frau. Penelo nimmt Ihre Maße, damit wir Ihnen eine Beskar’gam anpassen können.“

Ral nahm seinen Helm von der Halterung und befestigte ihn seitlich an der Rüstung. Weiter hinten im Schiff liefen bereits Pumpen und Verriegelungen an, während irgendwo unterhalb des Quartiertraktes die Greifverbindung der Wild Hunt gelöst wurde und das Geräusch schwerer Mechanik gedämpft durch den Rumpf wanderte.

„Ralltir will meine Ramikade verpflichten. Ich kann Ihnen erzählen, was sie können, wie sie arbeiten und warum ich den meinen Blind vertraue, danach wissen Sie trotzdem nur, was ich über meine eigenen Leute sage. In den nächsten Tagen laufen hier einige Manöver für Cabure-Anwärter. Einige meiner Züge stellen die Gegenseite und Sie laufen bei einem davon mit. Wenn Sie später nach Ralltir zurückkehren, können Sie wenigstens aus eigener Erfahrung sagen, wen sie da eigentlich verpflichten wollen und wir haben eine gemeinsame Grundlage für ihr Rekrutierungspapier.“

Sie nahmen den Verbindungsgang zurück in den Hauptkörper der Korvette. Zwei Mandalorianer kamen ihnen mit schweren Werkzeugbehältern entgegen. Einer trug Teile seiner Beskar’gam über dunkler Arbeitskleidung, während der andere auf Mando’a mit ihm über eine der äußeren Sensorleisten der Korvette stritt. Beide grüßten Ral im Vorbeigehen. Von der bereits geöffneten Rampe drangen Stimmen, Schritte und das tiefe Echo der Dockhalle in den Gang.

Die Rampe führte in eine Halle, deren Decke hoch genug lag, dass selbst die schwere Korvette darin nur einen Teil des vorhandenen Raumes beanspruchte. Laufstege zogen sich mehrere Ebenen über den Boden und Kräne hingen zwischen breiten Stahlträgern, während bewegliche Arbeitsplattformen bereits an zwei Stellen zur Außenhaut der Jai’Galaar unterwegs waren. Seitlich wurde die Wild Hunt vom geöffneten Greifer weggezogen. Ein Schlepper führte den YT-2400 langsam in Richtung eines benachbarten Liegeplatzes, während zwei Bodenmannschaften unterhalb des Frachters mit Leuchtstäben die letzten Meter vorgaben. Hinter halb geöffneten Toren verschwand eine Rotte Fang-Jäger und weiter hinten rollte ein beladener Transporter über das Vorfeld.

Als sie die Rampe hinabgingen, schlug ihnen die Luft Watchpoints entgegen. Erhitztes Metall und Schmiermittel lagen darin, dazu die schwere Feuchtigkeit aus den Niederungen, die selbst die Filteranlagen des Raumhafens nie vollständig aus den Hallen hielten. Ein älterer Mandalorianer in Arbeitskleidung hob im Vorübergehen zwei Finger an die Stirn. Ral erwiderte den Gruß. Wenige Meter weiter schob eine Sullustanerin einen offenen Werkzeugwagen unter das Heck der Jai’Galaar, während von einem der oberen Arbeitsstege eine knappe Anweisung auf Mando’a heruntergerufen wurde. Hinter den offenen Hallentoren begann die Stadt selbst.

Die breiten Verkehrswege des Raumhafens liefen zunächst zwischen Lagerhäusern, Verwaltungsbauten und den älteren Mauern des Plateaus entlang, ehe sie sich zwischen später angesetzten Metallkonstruktionen und Häuserreihen verloren, deren Verlauf weniger nach einem einzigen Stadtplan als nach mehreren Generationen praktischer Entscheidungen aussah. Wo der dunkle Fels offenlag, glänzte Feuchtigkeit darauf. In schmalen Vertiefungen sammelte sich Wasser und über die äußeren Mauern hinweg war stellenweise das Grün der tieferliegenden Sümpfe zu erkennen. Die ersten Werkstätten begannen kaum einige Straßen vom Hafen entfernt. Vor einer offenen Halle lag die ausgebaute Antriebseinheit eines Frachtgleiters auf einem niedrigen Transportgestell. Von der gegenüberliegenden Straßenseite reichte der Geruch von gebratenem Fleisch und Gewürzen zwischen die Reparaturbetriebe, während darüber Wäsche von einem Balkon hing. Drei ältere Mandalorianer saßen vor einer Tür um eine eingeritzte Spielplatte und schoben kleine Metallsteine über deren Oberfläche. Zwei Kinder schossen zwischen ihnen hindurch, eines mit einem leichten Trainingshelm unter dem Arm, ehe eine Stimme aus einem oberen Fenster beide auf Mando’a zurückrief.

Wenig später kam ihnen eine Gruppe jüngerer Kinder und Jugendlicher entgegen. Einige trugen noch Trainingskleidung, andere Schutzpolster oder kleine Werkzeugtaschen. Zwei erkannten Ral und grüßten ihn im Vorübergehen, bevor die Gruppe in einer Seitengasse verschwand. Je näher die Schmiedebezirke rückten, desto stärker veränderte sich der Klang der Straße. Das Summen der Repulsoren trat zurück. An seine Stelle kamen die regelmäßigen Schläge mechanischer Hämmer, das hohe Kreischen von Schneidwerkzeugen und das tiefe Dröhnen schwerer Pressen, das sich über den Fels bis unter ihre Füße fortsetzte. Warme Luft drang aus den geöffneten Hallen und brachte Metallstaub, Öl und den schärferen Geruch erhitzter Werkstücke mit sich. Die erste Schmiede war kaum größer als ein gewöhnlicher Laden. Hinter der offenen Front bearbeitete ein Mann einen Satz Türbeschläge. Auf der Werkbank daneben lag der Brustpanzer einer Beskar’gam unmittelbar neben den auseinandergebauten Teilen einer landwirtschaftlichen Pumpe.

In der nächsten Halle stand ein Repulsoraggregat offen, groß genug, dass zwei Arbeiter darin verschwunden waren. Einige Schritte weiter lagen Messer, Werkzeuge, Gelenke und Panzerplatten auf denselben niedrigen Gestellen wie Teile von Schiffssystemen und kleinen Maschinen. Zwischen den Werkbänken bewegten sich Materialwagen. Über ihnen liefen Messfelder und moderne Fertigungsarme, während in einer kleineren Nische eine Frau mit Lederschürze an einer offenen Esse stand und ein glühendes Werkstück von Hand bearbeitete. Die Gebäude wurden größer, ohne dass sich der Bezirk an einer klaren Linie verändert hätte. Kleine Werkstätten gingen in lange Hallen über. Materiallager lagen hinter schweren Schotts und Laufstege verbanden die oberen Ebenen miteinander, während hohe Entlüftungsschächte zwischen den Dächern aufragten. An einem der Halleneingänge rief ein junger Schmied etwas auf Mando’a und hielt im Vorbeigehen eine beinahe fertige Schulterplatte hoch. Noch bevor Ral antworten konnte, kam von einer älteren Beskar’goran an der benachbarten Werkbank eine knappe Korrektur. Für einige Augenblicke lag die Platte in Rals Händen. Er drehte sie einmal, prüfte die rückwärtige Aufnahme und gab sie zurück.


„Elek.“

Der junge Mann zog eine Grimasse und ging wieder an seine Arbeit. Hinter ihm war die ältere Schmiedin bereits mit ihrem eigenen Werkstück beschäftigt. Einige Hallen später standen offene Gestelle mit Rüstungskomponenten entlang einer Wand. Helme verschiedener Bauformen lagen in tiefen Fächern, daneben Brustplatten, Rückenpanzer, Schulterstücke und Armschienen in unterschiedlichen Größen. Manche trugen Farbreste und Spuren älterer Reparaturen. Andere waren noch unbemalt oder warteten auf Polsterung und Befestigungen. Hinter den Gestellen waren versiegelte Schränke mit Unteranzügen in die Wand eingelassen.

„Penelo will deshalb zuerst Ihre Maße. Wenn Sie mit meinen Ramikade laufen, bekommen Sie eine Beskar’gam, die Ihnen auch passt. Penelo weiß besser als ich, was hier gerade herumliegt. Danach sehen wir, was ich für Sie ändern werden muss.“

Hinter den großen Hallen nahm der Lärm langsam ab. Auf die Schmiedebetriebe folgten kleinere Werkstätten und Lagerräume, dann Wohnblöcke, die direkt auf dem dunklen Fels des Plateaus standen. Mehrere Gebäude schlossen sich um einen offenen Innenhof, in dessen Mitte niedrige Bäume zwischen Sitzflächen wuchsen. Wäsche hing unter einem überdachten Gang. Auf einer Bank versuchte ein alter Mann, das beschädigte Leitwerk eines Spielzeuggleiters wieder einzusetzen, während zwei Stockwerke höher jemand aus einem geöffneten Fenster mit einer Frau auf der gegenüberliegenden Seite sprach. Vor einem der Wohnblöcke blieb Ral stehen. Drei Stockwerke aus dunklem Stein, spätere Metallverstärkungen um Fenster und Türen und ein schmaler überdachter Zugang unterschieden das Gebäude kaum von seinen Nachbarn. Hinter der Eingangstür führte eine einfache Treppe nach oben. Ein kurzer Gang folgte, an dessen beiden Seiten sich beinahe identische Türen reihten.

Ral betätigte den Summer an einer davon.

Seine Frau öffnete wenige Augenblicke später. Sie trug dunkle Trainingshosen und ein helles Oberteil, dessen Ärmel bis über die Ellenbogen hochgeschoben waren. Ein Teil ihrer langen goldenen Locken war lose im Nacken zusammengebunden, während sich mehrere Strähnen daraus gelöst hatten und über ihre Schultern fielen. Die feinen Linien um ihre Augen und den Mund waren über die Jahre zahlreicher geworden, ohne viel von jener Schönheit zu nehmen, die Ral seit Jahrzehnten kannte. Selbst im Stillstand ruhte ihr Gewicht leicht auf den Fußballen. An ihren Unterarmen zeichneten sich noch die Druckstellen leichter Trainingsschützer ab. Sie musste frisch aus der Dusche gestiegen sein und trainiert haben, anderenfalls hätten sie sie nie ohne Rüstung angetroffen.

Auf dem kleinen Tisch hinter ihr lagen mehrere Datapads neben einem geöffneten Trainingsheft und zwei leichten Helmen, die offensichtlich für jüngere Köpfe gedacht waren. Eine halb geleerte Tasse stand dazwischen. Bett und kleine Küchenzeile nahmen einen guten Teil des übrigen Raumes ein. Penelos Blick fand zuerst Ral. Sie trat zu ihm, legte eine Hand an seine Wange und küsste ihn. Seine linke Hand legte sich für einen Moment an ihre Taille, ehe sie sich wieder voneinander lösten. Dann sah sie zu Etara und musterte kurz ihre Statur, bevor ihr Blick wieder zu ihrem Gesicht zurückkehrte.


„Du musst Etara sein.“

Penelo trat zur Seite.

„Ral hat mir erzählt, was er vorhat. Komm rein, dann sehen wir, was wir dir anziehen.“

[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Watchpoint | Wohnkomplex nahe der A’kazz-Schmiedebezirke | Penelos Appartement] Ral A’kazz, Etara und Penelo Vhett
 
[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Sumpf | ???]



Es war ruhig über dem Sumpf. Hier und da ein wildes Tier, das seinem 'Alltag' nachging. Die Sonne, die gegen die Wolken eines vorigen Regenschauers ankämpfte tauchte die Umgebung in ein Zwielicht getaucht wurde, welchen den kommenden Sonnenuntergang ankündigte. In dieser Stille geschah es dann. Ein glühendes Licht am Firmament wie eine Sternschnuppe wandete über den Himmel, ehe der eine oder andere Sensor das Licht als Belbullab-22-Sternjäger mit imperialer Kennung registrieren würde. Während das Schiff immer tiefer in die Atmosphäre eindrang würde der merkwürdige Bogen auffallen. Als wäre es kein bemanntes Schiff, sondern ein Stein den ein wütendes Kind geworfen hätte würde die Flugbahn beschrieben werden. Nur die Atmosphäre bremste das Schiff und so raste das Schiff regelrecht auf den besagten Sumpf zu, welcher bis jetzt so friedlich da gelegen hätte. Und bereits wenige Minuten später verschwand das Signal des Jägers in jenem Sumpf. Mehrere Wildvögel stroben in den Himmel und kurz darauf stieg eine Rauchsäule auf.

Ihr Schädel dröhnte. Der Eintritt in die Atmosphäre hatte sie geschafft. Erst als die ersten Äste gegen den Jäger schlugen, kam Niphira kurz zu sich. Sie war erschöpft, fertig und noch schlimmer... sich nicht einmal bewusst, was die letzten Tage passiert war. Nur im letzten Moment konnte sie zumindest noch versuchen zu bremsen, doch war der Aufprall stark genug, um die Schwarzhaarige aus zu knocken. Wenige Minuten später öffnete sich die Pilotenkanzel des nun sehr ramponierten Jägers. Niphira löste die Gurte zitternd und zog sich aus ihr Cockpit. Langsam rutschte die Sith runter auf den sumpfigen Boden, während ihr Körper sie vor Schmerz aufschreien ließ.
“Verdammt!”
Sie schaute erst jetzt an sich runter und bemerkte die blutende Wunde in ihrer Flanke. Langsam wanderte der Blick an den Resten ihres Jägers entlang. Damit war wohl die letzte Erinnerung an diesen lästigen Meister Geschichte… Langsam wanderte der Blick der Sith über den Jungle. Alleine das reichte aus, damit ihre Sicht verschwamm und ihr Kopf schmerzte. Langsam tastete Niphira nach ihrem Com, doch dieser war nicht da. Was um alles in der Welt war passiert? Langsam versuchte Niphira aufzustehen, doch ließ es zugleich wegen der massiven Schmerzen. Langsam schloss sie ihre Augen. Zusammenhanglose Bilder zuckten an ihrem inneren Auge vorbei. Verdammt. Was war passiert, seit sie mit Marlis Bastion verlassen hatten?

Langsam tastete Niphira an die Stelle, wo ihre Waffen waren. Dort fand sie nur ihre beiden Lichtschwerter. Der Rest? Weg. Verdammt! Wo war ihre Sithkriegsklinge?! Wieder versuchte Niphira aufzustehen und zuckte wieder vor Schmerz zusammen. Sie tastete nach der Wunde und starrte dann auf ihre blutige Hand.
“Das ist Blut… das ist eine Menge… von meinem Blut…”
Keuchte Niphira leise. Vorsichtig versuchte sie mit der Macht die Gegend abzutasten, nur damit ihr Körper sie mit einem Schwindelgefühl daran erinnerte, dass dies wohl keine so gute Idee war. Und nun? Sie konnte doch nicht hier bleiben? Auf der anderen Seite… Sie wusste gerade nicht einmal, ob sie, egal in welche Richtung sie gehen würde, sich von der Zivilisation entfernen oder sich ihr nähern würde. Langsam schaute die Frau, die wie eine 18 Jährige Adelstochter aussah, zum Himmel und realisierte die Rauchwolke, die in den Himmel stieg.
“Immerhin wird mich jemand finden können”
Dachte Niphira bitter, während sie realisierte, dass sie weder wusste wo sie hin wollte, noch wo sie nun geendet war. Es war also bei zwei von drei Möglichkeiten besser, eine desillusionierte Anwärterin oder Schülerin zu mimen, anstatt die Vollstreckerin raushängen zu lassen. Denn Option eins war, sie war noch irgendwo im imperialen Raum und würde von imperialen Kräften aufgesammelt. Option zwei? Das hier war der Boden der Republik. Dann würde sie als Sithschülerin oder -anwärterin vermutlich weniger grob behandelt als wenn sie eben die Vollstreckerin raushängen lassen würde. Option drei… Diese Welt war neutral und auch hier wäre ein Vorspielen eine desillusionierte Schülerin oder Padawan zu sein die bessere Variante um zumindest unterschätzt zu werden. So oder so… So lange nicht das Imperium sie einsammeln würde, wäre es besser, mit der Vollstreckerin nicht an die große Glocke zu hängen.

So saß Niphira da und merkte nicht, dass sie langsam das Bewusstsein fürs Erste verlieren würde.




[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Sumpf | ???]
 
[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Watchpoint | Jai’Galaar | Quartier] Etara, Ral A’kazz

Stück für Stück wurde mehr von der Zivilisation sichtbar, die die Mandalorianer auf Zanbar aufgebaut hatten. Etara staunte nicht schlecht: Die Gefolgsleute ihres Gastgebers hatten tatsächlich richtige Siedlungen und Städte in die Landschaft getrieben, und zwar solche von beachtlicher Größe. Dass diese Leute etwas auf die Beine stellen konnten, überraschte Etara nicht, wohl aber das schiere Ausmaß. Es war gut zu wissen, denn das bedeutete, dass ihre Verhandlungspartner etwas hatten, das sich zu verteidigen lohnte und für das sie Ressourcen benötigten. Die Black Sun konnte ausgesprochen großzügig sein und hatte einiges zu bieten – die meisten Deals waren stabiler, wenn die eine Seite die andere nicht gnadenlos über den Tisch zog. Da fielen die fehlenden Amüsiermeilen gar nicht so sehr ins Gewicht, zumal die Chiss davon ausging, dass auch Mandos wussten, wie man Spaß haben konnte, vielleicht auf etwas ruppigere Art. Entsprechend trocken fiel ihre Antwort an Ral A’kazz aus, sie drehte sich halb zu dem älteren Mann um und neigte leicht den Kopf zur Seite.

„Ich lasse mich gerne positiv überraschen.“


Und tatsächlich registrierte Etara zufrieden, dass in den Siedlungen der Mandalorianer keineswegs tote Hose herrschte. Es war etwas los, es passierte etwas – herrlich! Wenn die Piratin eines genuin verabscheute, dann war es Langeweile und Gleichtrott. Ihr entging nicht, dass man ihren Gastgeber offenbar auch hier recht gut kannte und ihn mit dem selben dezenten, aber spürbaren Respekt behandelte wie auf seinem Schiff. Etara hielt sich demonstrativ an seiner Seite, musterte die Umgebung und die Bewohner aus roten Augen und hielt ab und an kurz inne, um etwas genauer zu betrachten oder eine neugierige Frage zu stellen. Je mehr sie über Zanbar und die Mandos wusste, desto besser – und offenbar würde sie bald Gelegenheit bekommen, sich wortwörtlich hautnah mit der Angelegenheit auseinanderzusetzen.

Als Ral A’kazz ihr das mit freundlicher Beihäufigkeit eröffnete, wölbte Etara eine Augenbraue und betrachtete ihren Gegenüber eindringlich. Nein, das war wohl kein Anflug von Blechbüchsi-Humor, er meinte es vollkommen ernst. Eine Feldübung mit seinen Leuten, und eine Rüstung gab es zum Ausprobieren gleich noch dazu, gestellt von niemand anderem als seiner Gattin. Kurz überlegte die junge Chiss, ob es sich um ein „Meine Frau hat Dich von der Bar aus gesehen und ihr gefallen Deine Vibes, wir würden Dich gerne auf einen Drink einladen“-Szenario handelte, aber falls das so war, ließ sich ihr Gastgeber nichts anmerken. Nun, sie konnte mit beidem recht gut leben, was tat man nicht alles für positive diplomatische Beziehungen. Etara grinste über beide Ohren, lachte kurz hell und nickte dann zustimmend.


„Hm-hm, in anderen Worten, ich bekomme am eigenen Leib zu spüren, wie Ihre Leute so unterwegs sind und was sie können. Bin dabei. Wurde ohnehin Zeit, mal wieder etwas die Gliedmaßen zu schütteln. Und zu einer Maßanfertigung habe ich noch nie Nein gesagt.“


Die Erwartungen waren also hoch, als sie schließlich das Zuhause von Ral A’kazz erreichten und von seiner Ehefrau Penlo, die gerade frisch vom Training zu kommen schien, herzlich in Empfang genommen wurden. Etara musterte sie wohlwollend, hielt sich aber zurück, um den beiden Zeit und Raum zu geben, sich zu begrüßen – wahrscheinlich war es schon eine Weile her, dass sie sich gesehen hatten. Als sich die Mando schließlich ihr zuwandte und verkündete, dass sie bereits im Bilde war und nun gleich ihre Maße nehmen wurde, stieg die Wahrscheinlichkeit für das Drink-Szenario, aber sicher war in dieser Galaxis nichts, also zeigte sich die Chiss für ihre Verhältnisse eher dezent, ergriff aber selbstverständlich die dargebotene Hand für eine ordentliche Begrüßung und blickte ihrer Gegenüber in die Augen, bevor sie sie noch einmal von oben nach unten musterte und sich ihre Mundwinkel zu einem Schmunzeln verzogen. Ihr Basic hatte wieder den melodisch-verspielten Hauch, als sie sich einmal um sich selbst drehte und ihre Schokoladenseiten – bewusste Pluralbildung – präsentierte, gefolgt von einem Zwinkern.


„So, hat er das? Dann wurde zumindest eine von uns vorgewarnt. Eben jene. Ist mir ein Vergnügen, Dich kennenzulernen, Penelo. Ich danke für die Gastfreundschaft und alles andere, was wohl noch folgt. Also...wo findet die Magie statt?“


Etara war hier, sie war genau hier und bereit...ja, nun, für was auch immer die Mandos genau im Sinn hatten.


[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Watchpoint | Wohnkomplex nahe der A’kazz-Schmiedebezirke | Penelos Appartement] Etara, Ral A’kazz und Penelo Vhett
 
[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Watchpoint | Wohnkomplex nahe der A’kazz-Schmiedebezirke | Penelos Appartement] Etara, Ral A’kazz und Penelo Vhett

Penelo nahm Etaras Hand mit festem Griff und ließ sie wieder los, nachdem die Chiss sich vorgestellt hatte. Die kleine Drehung und die Frage nach der Magie brachten ihre Mundwinkel etwas weiter nach oben.

„Die kommt später. Erst brauche ich Maße.“

Sie trat zur Seite und schloss die Tür, sobald genug Platz dafür war. Mit drei Personen war das Appartement endgültig klein genug, dass jede Bewegung durch den Raum automatisch die beiden anderen berührte. Die Trainingsunterlagen und leichten Helme verschwanden vom Tisch auf das Bett, mehrere Datapads wurden übereinandergelegt und aus dem unteren Teil des schmalen Schranks kam eine flache Stofftasche zum Vorschein.

Darin lagen mehrere dunkle Kleidungsstücke sauber zusammengefaltet. Kurze Hosen, unterschiedlich geschnittene Oberteile und weitere eng anliegende Teile aus glattem Stoff, kaum sichtbare Nähte dort, wo später der Bodyglove darüberliegen würde.

Penelo nahm zwei Stück heraus und drückte sie Etara in die Arme.


„Die zuerst. Wenn etwas drückt, scheuert oder Falten schlägt, sagst du es. Im Bodyglove wird es später nur schlimmer.“

Mit dem Kinn deutete sie auf die schmale Tür neben der Küchenzeile.

„Nasszelle ist dort. Du kannst dich auch hier umziehen, wie du willst.“

Ral löste währenddessen den rechten Handschuh und zog eines der Datapads zu sich. Eine neue Datei öffnete sich über der Tischplatte, während Penelo bereits ein flexibles Maßband und einen kleinen Messbügel aus derselben Tasche nahm.

Sobald Etara bereit war, begann sie bei den Schultern.

Das Band lief vom Ansatz des einen Oberarms über den Rücken zum anderen. Zwei Finger tasteten nach dem Schultergelenk, der Anfangspunkt wanderte etwas nach innen und der erste Wert wurde noch einmal genommen.


„Gerade stehen. Nicht militärisch gerade. So, wie du normalerweise stehst.“

Die Zahl landete auf dem Datapad.

Halsumfang und Schulteransatz folgten, danach Rücken und Arme. Penelo hob Etaras rechten Arm an, ließ ihn wieder etwas sinken und legte die Fingerspitzen dorthin, wo später die obere Kante einer Brustplatte enden musste.


„Schulter links.“

Ral trat näher, prüfte die Höhe auf beiden Seiten und legte zwei Finger an die betreffende Stelle.

„Sitzt tiefer. Nicht mit Polster ausgleichen.“

Penelo kontrollierte den Winkel selbst.

„Nein. Aufnahme ändern.“

Der entsprechende Vermerk kam zu den Maßen.

Das Band verschwand unter Etaras Achsel und wurde eng um den Brustkorb geführt.


„Atmen.“

Penelo wartete einen Moment.

„Normal.“

Der Wert veränderte sich geringfügig. Beim nächsten Durchgang lag eine Hand zwischen Etaras Schulterblättern, während vorne der Verlauf der späteren Brustplatte geprüft wurde. Zahlen wanderten auf das Datapad und das Maßband wechselte zwischen beiden Händen, sobald der nächste Ansatzpunkt erreicht war.

Taille und Hüfte folgten.

Das Band zog sich eng um Etaras Körper. Ein Daumen tastete den Beckenkamm ab, die Linie rutschte ein Stück tiefer und Penelos freie Hand korrigierte die Stellung der Hüfte.


„Nicht einziehen.“

Ihr Blick ging kurz nach oben.

„Macht fast jeder. Verfälscht nur das Maß.“

Für die Beine musste der Abstand zwischen Etaras Füßen verändert werden. Penelo ging vor ihr in die Hocke und führte das Band von der Hüfte über Knie und Wade bis zum Knöchel. Danach lief es an der Innenseite wieder nach oben. Wo später die Hüftplatte auf Bodyglove und Oberschenkel treffen würde, prüfte sie den freien Winkel mit der Hand und strich den Stoff glatt.

„Knie höher als ich dachte.“

„Dann die kürzere Hüftplatte.“

„Ja.“

Das zweite Bein folgte, danach Oberschenkel und Wade. An den Armen wurden nur noch die Maße ergänzt, die für Armschienen und Handschuhe fehlten. Schließlich nahm Ral Etaras Hand, spreizte die Finger etwas und maß Handfläche und Länge.

Penelo sah auf die Werte.


„Schmale Hand. Kein schwerer Handschuh.“

„Links passt aus dem Bestand.“

Sie prüfte noch einmal den rechten Unterarm.

„Rechts versetze ich die Aufnahme.“

Für den Helm kam der Messbügel zum Einsatz. Penelo nahm Etaras schwarzes Haar soweit aus dem Weg, wie es nötig war und legte das Instrument zunächst über Stirn und Hinterkopf, danach seitlich über die Schläfen. Die Höhe vom Kinn bis zum Scheitel kam zuletzt.

„Helm haben wir.“

Ral sah kurz von den Daten auf.

„Nacken?“

„Passt. Polster neu.“

Zwischendurch hatte Penelo einen zweiten Satz Unterkleidung aus der Tasche genommen, diesmal ein etwas länger geschnittenes Oberteil und eine andere kurze Hose. Beide landeten auf der freien Bettkante neben einem zusammengerollten dunklen Bodyglove.

„Das Oberteil probierst du nachher noch. Das erste sitzt an den Rippen nicht sauber.“

Etara bekam den neuen Satz in die Arme gedrückt.

„Darüber kommt der Bodyglove. Morgen sehen wir dich mit den ersten Platten darin, bevor jemand anfängt, Metall umzubauen.“

Der Blick ging noch einmal über die gespeicherten Maße.

„Brust und Schultern aus dem Bestand. Hüfte müssen wir ändern. Rechts am Unterarm auch.“

Penelo legte das Datapad für einen Moment ab und sah Etara direkt an.

„Beim Manöver hältst du dich zuerst an deinen Zugführer. Die anderen wissen, dass du mit Beskar’gam keine Erfahrung hast und fangen auf, was dir fehlt.“

Sie griff nach dem Maßband und rollte es zwischen den Fingern zusammen.

„Das heißt nicht, dass sie dich tragen. Wenn du etwas nicht kannst, sagst du es. Wenn du etwas nicht verstanden hast, fragst du. Wenn du denselben Fehler zweimal machst, erklärt ihn dir jemand wahrscheinlich weniger freundlich.“

Die Arbeit war beinahe abgeschlossen, als Penelos Holokommunikator auf dem Tisch ein Signal gab.

Sie schob zwei Datapads beiseite und stellte das Gerät frei. Blaues Rauschen flackerte über der Projektionsfläche, verdichtete sich und ließ die Gestalt eines Mannes entstehen.

Breite Stirn, schwerer Kiefer und dieselbe massive Grundform wie bei Ral zeichneten sich im bläulichen Licht ab. Shahir war deutlich jünger als sein Großvater und noch breiter über Schultern und Brust gebaut, selbst in der verkleinerten Projektion eher ein Block als eine schlanke Gestalt.


„Ba’buir.“

Ral war bereits näher an den Tisch getreten.

„Shahir.“

Der Jüngere kam unmittelbar zur Sache.

„Auf der anderen Seite Zanbars ist ein Schiff runtergekommen. Belbullab-zweiundzwanzig, imperiale Kennung. Kein gültiger Auth-Code. Der Eintritt war nicht kontrolliert. Das Signal ist im Sumpf verschwunden und kurz danach ist Rauch aufgestiegen.“

Neben seinem Hologramm erschienen die aufgezeichneten Koordinaten und eine grobe Markierung des betreffenden Gebietes.

Ral betrachtete die Position einige Augenblicke.


„Schick mir Koordinaten und Sensordaten auf den Helm.“

„Elek.“

„Ich komme.“

Das Hologramm brach zusammen.

Nur das kleine blaue Bereitschaftslicht des Kommunikators blieb auf dem Tisch zurück.

Penelo hatte das Datapad mit Etaras Maßen noch in der Hand. Als Ral zu ihr sah, blickte sie ihn bereits an.


„Geh.“

Er trat zu ihr und küsste sie kurz. Seine Hand blieb einen Moment an ihrer Hüfte liegen, ehe er sich Etara zuwandte.

„Ich muss mir das ansehen. Penelo macht mit Ihnen weiter.“

Der Helm löste sich von seiner Rüstung und glitt in seine Hände.

„Wir sehen uns später.“

Wenige Augenblicke später schloss sich die Tür hinter ihm.

Penelo legte das Datapad zurück auf den Tisch, nahm den neuen Satz Unterkleidung vom Bett und rollte den Bodyglove daneben aus.


„Das hier noch einmal.“

Sie hielt Etara das längere Oberteil hin.

„Danach sehen wir, ob ich mit der Hüfte recht hatte.“

[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Watchpoint | Wohnkomplex nahe der A’kazz-Schmiedebezirke | Penelos Appartement] Etara und Penelo Vhett
 
[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Watchpoint | Raumhafen] Ral A’kazz, Vessa Kordaan und weitere Mandalorianer

Shahirs Daten lagen bereits in Rals Sichtfeld, als er den Raumhafen erreichte. Auf einem der äußeren Felder liefen drei Kom’rk-Kampftransporter warm, die erste Rampe stand bereits offen und unter der zweiten kniete Vessa Kordaan über zwei medizinischen Behältern, deren Inhalt sie ein letztes Mal durchging, ehe sie einen davon schloss und sich erhob. Das Zeichen ihres Clans lag klein auf ihrer Schulterplatte.

Ral ging an ihr vorbei in den Transporter. Rys Dorran saß bereits im Cockpit und brachte die Systeme hoch, während hinter ihnen die letzten Halterungen des medizinischen Bereichs verriegelten. Wenige Augenblicke später hob die Kom’rk vom Feld ab, die beiden anderen Maschinen folgten und gemeinsam schoben sie sich über die äußeren Anlagen Watchpoints hinweg, bis das Plateau unter ihnen abbrach und die Sumpfniederungen den Blick füllten.

Die letzten Regenschauer standen noch in flachen Senken und breiten Wasserarmen zwischen dichter Vegetation. Wo die Wolkendecke aufriss, spiegelte sich das Licht für einige Sekunden auf dem Wasser, während die drei Transporter tiefer gingen und die befestigten Außenanlagen hinter ihnen kleiner wurden. Ein Übungsgelände verschwand unter dem linken Flügel, wenig später auch die letzte Station auf einem niedrigen Felssporn und danach blieb über viele Kilometer kaum etwas, das von oben nach Besiedlung aussah.

Weit vor ihnen stand schließlich die Rauchfahne dunkel über dem Grün und wurde vom Wind langsam auseinandergezogen. Rys korrigierte den Kurs nur wenig, während mit jedem Kilometer deutlicher wurde, was der Belbullab auf seinem Weg zum Boden hinterlassen hatte. Gebrochene Baumkronen zeichneten eine breite unregelmäßige Linie durch die Vegetation, tiefer im Sumpf waren ganze Stämme niedergerissen worden und zwischen ihnen verliefen lange dunkle Furchen aus Erde und Schlamm, in die bereits wieder Wasser zurücklief.

Der Jäger lag am Ende dieser Schneise schräg zwischen zwei flachen Wasserarmen. Eine Tragfläche hatte sich tief in den weichen Untergrund gegraben, die andere stand beschädigt über dem Sumpf und der Rumpf hatte auf den letzten Metern eine breite Spur durch Wurzeln, Schlamm und niedrige Vegetation gezogen. Die Kanzel war offen.

Rys brachte den ersten Kom’rk auf einer etwas festeren Erhebung südlich des Wracks herunter. Eine zweite Maschine setzte weiter östlich auf, während die dritte noch einige Augenblicke über dem Gelände blieb und erst tiefer ging, nachdem Kelan Saren mit vier Cabure aus den beiden gelandeten Transportern ausgeschwärmt war.

Feuchte Hitze drang durch die offene Rampe. Der Boden gab unter Rals Stiefeln nach und dort, wo keine Wurzeln oder kleinen Inseln den Untergrund hielten, stand dunkles Wasser zwischen den Pflanzen. Vor ihnen teilte sich Kelans Gruppe ohne weiteren Zuruf, zwei gingen in Richtung des Jägers und die übrigen verschwanden weiter außen zwischen Baumstämmen und dichtem Bewuchs. Über Rals Visier wanderten ihre Markierungen auseinander.

Wenig später meldete sich Kelan über den internen Kanal.


„Yustarud morut’yc.“
(Perimeter sicher.)

Aus der Nähe zeigte der Belbullab, wie viel von seiner Geschwindigkeit der Sumpf aufgenommen hatte. Mehrere Verkleidungen waren eingedrückt oder vollständig aufgerissen, Erde und Pflanzenreste hingen zwischen geöffneten Rumpfsegmenten und von einer Seite des Fahrwerks war kaum noch etwas übrig. Der untere Teil des Rumpfes lag tief genug im Boden, dass dunkles Wasser bis an beschädigte Paneele reichte.

Torak Veylan kam von der anderen Seite der Maschine, kniete unter einer offenen Verkleidung nieder und verschwand mit einem Arm beinahe bis zur Schulter darin. Als er wieder hervorkam, deutete er kurz zum Heck.


„Karbakar shuk’yc.“
(Hyperantrieb außer Funktion.)

Ral ging weiter zur offenen Kanzel und fand sie leer. Einige Meter unterhalb hob einer von Kelans Cabure die Hand.

Die Frau lag dort auf dem feuchten Untergrund. Schwarzes Haar klebte stellenweise an ihrem Gesicht und im Schlamm. An ihrer Flanke hatte Blut einen großen Teil der Kleidung dunkel gefärbt und sich weiter über Haut und Stoff gezogen. Sie wirkte sehr jung, zumindest auf den ersten Blick.

Vessa ging an Ral vorbei und war auf einem Knie, bevor er selbst den Abstand vollständig geschlossen hatte. Zwei Finger lagen kurz am Hals der Fremden, danach wanderte ihre Hand zur verletzten Seite.


„Kadala. Tal’galar.“
(Verwundet. Sie blutet.)

Der medizinische Behälter stand Sekunden später offen neben ihr. Vessa legte einen Druckverband auf die sichtbare Wunde, danach folgten Sensoren und ein Zugang, während einer der Cabure ihr reichte, was sie verlangte. Ral blieb außerhalb ihres Arbeitsbereichs und ließ den Blick zwischen der Verletzten und dem beschädigten Jäger wandern.

Kelan bewegte sich unterdessen zwischen der offenen Kanzel und den wenigen Gegenständen, die sich im Schlamm verteilt hatten. Etwas Metallisches zwischen Schlamm und Pflanzenresten ließ ihn innehalten. Er nahm den ersten Griff auf, fand den zweiten kaum eine Handbreit weiter und hielt beide hoch.


„T’ad jetii’kade.“
(Zwei Lichtschwerter.)

Ral streckte die Hand aus und nahm sie entgegen. Unterschiedliche Bauweisen und deutliche Gebrauchsspuren waren im ersten Moment alles, was sich daran erkennen ließ. Er aktivierte keine der Waffen.

Ob die Fremde damit tatsächlich eine Sith war, wusste Ral nicht, doch zusammen mit der imperialen Kennung und dem fehlenden Auth-Code genügten ihm zwei Lichtschwerter vollkommen, um Watchpoint als Ziel auszuschließen. Beide Griffe verschwanden getrennt voneinander in gesicherten Halterungen an seiner Rüstung.

Er sah zu Vessa.

„At jahaal’yaim be Cabure.“
(Zur Krankenstation der Cabure.)

„Elek.“
(Verstanden.)

Die Repulsortrage kam aus dem Transporter. Vessa und einer der Cabure brachten die Verletzte darauf und sicherten sie nur so weit, wie es für den Flug nötig war, während Ral sich zu Torak wandte.


„Ke’hiibi can’gal at Ja'hail'yaim. Ulyc.“
(Bringt den Jäger nach Watchpoint. Vorsichtig.)

„Elek.“
(Verstanden.)

Hinter ihnen senkte einer der verbliebenen Kom’rks den zusammengelegten Bergungsrahmen ab. Torak stand bald bis über die Knöchel im dunklen Wasser und ließ die ersten schweren Gurte unter den Rumpf führen. Eine Leitung spannte sich, Schlamm quoll an der eingegrabenen Tragfläche hervor und der Belbullab bewegte sich zunächst kaum. Torak hob die Hand, die Spannung fiel wieder aus der Leitung und zwei Anschlagpunkte wurden versetzt.

Dann schloss sich die Rampe des medizinischen Kom’rk.

Im Frachtraum lag die Fremde inzwischen auf der verriegelten Trage. Vessa arbeitete weiter an ihrer Seite, kontrollierte den Zugang und den Verband und veränderte etwas an einem der kleinen medizinischen Geräte, als Rys die Maschine wieder in die Luft brachte. Unter ihnen sank der Sumpf zurück. Durch eine der seitlichen Sichtflächen war noch für einige Augenblicke der Bergungsrahmen über dem Belbullab zu erkennen, während die beiden anderen Kom’rks ihre Position zueinander veränderten. Dann schob sich Vegetation dazwischen. Ral nahm gegenüber der Trage Platz. Die beiden Lichtschwerter blieben an seiner Rüstung gesichert, während Vessa einmal die Lage des Verbandes korrigierte und anschließend die Anzeigen neben der Schulter ihrer Patientin beobachtete.

Der Kurs führte zur Cabure-Akademie. Ihre ersten Anlagen erschienen zwischen einem höheren Plateau und den angrenzenden Sumpfflächen als gerade Linien im Fels, aus denen niedrige Hallen, Landeplätze und Trainingsfelder wurden, später größere Gebäudekomplexe, von denen mehrere teilweise in den Stein eingelassen waren. Auf einem der äußeren Plätze bewegte sich eine Gruppe in voller Beskar’gam zwischen niedrigen Deckungselementen und weiter hinten ging ein Fang-Jäger über einem anderen Feld in die Schwebe. Rys setzte unmittelbar beim medizinischen Trakt auf.

Als die Rampe den Boden berührte, warteten dort bereits zwei Baar’ure. Vessa übergab ihnen die Anzeigen noch während die Trage aus dem Transporter glitt und gemeinsam verschwanden sie durch den nächsten Zugang.

Die Wege im medizinischen Bereich waren kurz. Türen öffneten sich vor dem Transport und schlossen sich dahinter wieder. Drei Cabure-Anwärter in leichter Trainingsausrüstung kamen ihnen in einem Seitengang entgegen, wichen an die Wand und gingen weiter, sobald die Trage passiert hatte. Hinter einer breiten Scheibe auf der anderen Seite des Korridors arbeitete ein Baar’ur an einem geöffneten Medidroiden.

Das Krankenzimmer lag am Ende eines kurzen Seitenflures. Ein medizinisches Bett stand zwischen zwei Wandelementen mit Monitoren und Versorgungsanschlüssen. Daneben befanden sich geschlossene Schränke und ein kleiner Arbeitsbereich. Vessa hielt ihre Kennung an das Feld neben der Tür und gab den Weg frei.

Sie und die beiden Baar’ure übernahmen die weitere Versorgung. Der provisorische Verband aus dem Sumpf wurde entfernt, die Wunde gereinigt und neu verbunden. Die Sensoren wurden neu gesetzt und die gröbsten Spuren aus Schlamm und getrocknetem Blut von der Haut entfernt, bis die Bewegungen im Raum allmählich ruhiger wurden.

Ral blieb währenddessen nahe der Wand, den Helm weiterhin auf dem Kopf. Ein Signal erschien auf seinem Visier. Torak.


„Can’gal morut’yc sha Ja'hail'yaim.“
(Der Jäger ist in Watchpoint gesichert.)

„Elek.“
(Okay.)

Die Verbindung endete.

Erst jetzt nahm Ral den Helm ab und setzte sich auf einen der einfachen Stühle nahe der Wand. Die beiden Lichtschwerter blieben an seiner Rüstung gesichert.

Einer der Baar’ure verließ den Raum, der zweite wenig später. Vessa blieb noch einige Zeit bei den Anzeigen, kontrollierte den Zugang ein letztes Mal und sprach kurz mit einer Kollegin im angrenzenden medizinischen Bereich, bevor auch sie ihre Ausrüstung aufnahm und hinausging. Hinter der breiten Sichtfläche in der Wand arbeitete weiterhin eine Baar’ur.

Von draußen drang der Betrieb der Akademie nur gedämpft durch die Wände, gelegentlich Schritte im Korridor und weiter entfernt das tiefe Aufheulen eines startenden Transporters. Die medizinischen Anzeigen liefen weiter.

Ral wartete.

Irgendwann öffnete die junge Frau die Augen.


[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Cabure-Akademie | medizinischer Trakt | Krankenzimmer] Ral A’kazz und Fremde Ordensangehörige
 
[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Sumpf | ???]




Es war eine unangenehme Dunkelheit. Während die scheinbar junge Frau bewusstlos war, war ihr Geist mit den Schatten der Vergangenheit konfrontiert. Bilder der letzten Jahre. Ihr Meister. Ihre Liebe. Ihre Familie. Alles flog an ihr vorbei. Komplett chaotisch und ungeordnet. Bis sie ihrem alten Gesicht in die Augen starrte und es sie auslachte. Erst dann kam sie langsam zu sich.

Das Erwachen aus einer Ohnmacht war nicht wirklich wie das Aufstehen nach einem schönen Traum. Eher das genaue Gegenteil. Langsam öffnete Niphira ihre Augen. Ihr Kopf dröhnte, als wäre eine Horde Rancors über ihren Schädel zu einem all you can eat Buffet gestürmt. Ihr Blick hatte erst einmal Schwierigkeiten, sich zu fokussieren. Wieder tat sich ihr Kopf schwer, sich an Details zu erinnern. Wieder nur lose Fetzen, die keinen Sinn machten. Ihr schwarzes Kleid war viel zu edel für das, was sie war. Fetzen… Alleine der Versuch, sich aufzurichten, war ein klares Zeichen dafür, dass sie lieber liegen blieb. Wieder einmal eine Erinnerung daran, dass dieser Körper… dieser verdammte neue Körper so zerbrechlich war. Das war nicht mehr IHR Körper. Langsam wanderte ihr Blick durch den Raum. Eine Krankenstation oder sowas… aber nicht… ihre Krankenstation… Erst dann fiel ihr Blick auf die andere Person im Raum.
“Wo…”
Setzte sie an, kam aber im ersten Anlauf wegen der Schmerzen nicht weiter.
“Wo bin ich hier?”
Fragte Niphira geschwächt. Wieder diese Stimme, die ihr fremd vorkam. Viel zu hoch. Viel zu… Mädchenhaft. Verdammt… Warum hatte sie sich auf diesen Deal eingelassen?! Sie war eine erwachsene Frau im Körper eines Teenagers. Verdammt! Das durfte doch wohl nciht wahr sein.
“Wer sind Sie?”
War dann die nächste Frage. Wieder war Niphiras Sicht zu verschwommen, als mehr als einen mutmaßlichen Mann in Rüstung zu erkennen. Dann aber schärfte sich ihre Sicht, als ihr Blick auf die beiden Lichtschwerter wanderte, die der Mann an seiner Rüstung befestigt hatte.
“Moment…”
Sie versuchte den Mann genauer zu betrachten und erkannte dann die Lichtschwerter.
“Das sind meine…”
Es kam dann erstaunter, als es Niphira lieb war. Vor den Augen Rals lag da eine etwa 1,56m kleine Frau, die unterernährt wirkte. Das Kleid war aus einem recht feinen Stoff gearbeitet. Usi und Amo… schossen Niphira durch den Kopf. Sie würden sie töten wegen dem Kleid.
Unweigerlich musste die Sith glucksen. Die Zwillinge hatten sich gerade eingelebt und trauten sich auch langsam den Mund auf zu machen… Ob es ihnen wenigstens gut ging? Das sie nicht einmal wusste, was aus ihnen geworden war, ließ sie ein schweres Gefühl von Schmerz spüren. Erst dann wanderte ihr Blick wieder zu dem Mann.
“Darf ich aufstehen?”
Fragte sie dann leise. Die Rüstung… etwas sagte Niphira, dass sie etwas übersah. Auch der Helm. Aber was? Verdammt! Wieder zuckten Bilder vor Niphiras Augen vorbei. Schüsse, Blut, jemand schrie etwas… Marlis? Wieder schmerzte ihr Schädel. Verdammt! Was war passiert? Warum war sie nicht bei ihnen?! Warum konnte Niphira nicht einmal ansatzweise eine Erinnerung mit Bezug auf eine Zeit greifen, die nach dem Start von Bastion war? Blinzend ließ sie ihren Kopf sinken. Erst einmal musste sie überhaupt herausbekommen, ob diese Einrichtung neutral, feindlich oder freundlich war. Und dann? Dann würde sie planen.




[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Cabure-Akademie | medizinischer Trakt | Krankenzimmer] Darth Makhaira (Niphira) und Fremde Person
 
[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Watchpoint | Wohnkomplex nahe der A’kazz-Schmiedebezirke | Penelos Appartement] Etara, Ral A’kazz und Penelo Vhett

Ihre Gastgeber ließen sich definitiv nicht lumpen und Etara fühlte sich vom ersten Augenblick auf eine charmante und ehrliche Art durchaus willkommen, das Auftreten von Ral A’kazz und seiner Gattin Penelo wirkte so geerdet wie aufrichtig. Als das Thema Rüstung nach der Begrüßung schließlich konkret wurde, setzte eine gewisse ernsthafte, beinah sakral angehauchte Betriebsamkeit ein. Nach allem, was die Piratin über die Mandalorianer wusste, war die gepanzerte Hülle ein wichtiger Teil ihrer Kultur, aber es war eine Sache, davon zu lesen, und eine andere, es wortwörtlich am eigenen Leib zu erleben. Bestrebt, die diplomatischen Beziehungen zu stärken, präsentierte Etara ein Lächeln und gab sich nach einem kurzen Schulterzucken und einen flinken Spruch von ihrer kooperativen und unkomplizierten Seite.

„Erst die Arbeit, dann das Vergnügen, huh? Hier ist gut.“


Auch beim Thema Umziehen machte die Chiss keine Anstalten, die Sache schwieriger oder langwieriger als nötig zu gestalten, ohne irgendwelche Umschweife oder falsche Scham zog sich die Kriminelle an Ort und Stelle aus und um und ließ dann in aller Ruhe die gründliche Ausmessung mit sich geschehen, wobei sie folgsam auf die Instruktionen ihrer Gastgeber hörte. Es war bemerkenswert, auf was es offenbar alles zu achten galt, so eine Mando-Rüstung, ihre einzelnen Bestandteile und die korrekte Zusammenstellung hatten etwas von einem Kunstwerk. Bis jetzt hatte Etara eher leichten Schutz bevorzugt, bei dem man natürlich auch darauf achten sollte, dass er soweit passte, und sie fragte sich, wie es wohl sein würde, als genuine Blechbüchse durch die Gegend zu stampfen. Angesichts der detaillierten Kommentare der beiden Mandos mit ihr im doch eher engem Raum wölbte die Chiss schließlich doch eine Augenbraue und konnte sich ein Grinsen nicht verkneifen.

„Ich sehe schon, ihr zwei macht so was öfter.“


Ergänzend zu der gründlichen Ausmessung gab ihr Penelo noch einen guten Rat mit auf dem Weg, was Etara mit einem freundlichen Nicken und einem kurzen Zwinkern honorierte, nach einem kurzen amüsierten Exkurs wurde ihre Stimme auch etwas ernster und sie hob feierlich eine Hand, um ihre Worte zu untermauern. Sie war eine Fremde auf dieser Welt und unter diesen Leuten, und in einer so kämpferisch geprägten Gesellschaft Seite an Seite mit anderen in die Übungsschlacht zu ziehen, hatte sicher eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. Wie ernst gingen die Mandos solche Manöver wohl an? Falls es sich ähnlich verhielt wie mit ihren Rüstungen, rechnete Etara mit einer happigen, aber spannenden Zeit.


„Schade, ich hatte schon vor, mit einem spitzen Schrei auf starke Arme zu springen, die mich durch die Gegend schleppen. Nein, Scherz beiseite: Ich weiß sowohl den Aufwand bezüglich der Rüstung als auch die Gelegenheit für eine solche Übung wirklich zu schätzen und freue mich darauf. Ist mir...eine Ehre.“


Etara führte ihre erhobene Hand ans Herz in einer demonstrativen Geste des Respekts, da wurde die Abmessung jäh unterbrochen, als eine Botschaft für ihre Gastgeber eintraf. Die hübsche Kriminelle räusperte sich dezent und hielt sich zurück, hörte aber trotzdem aufmerksam zu. Ein abgestürztes Schiff in einer entlegenen Gegend – gab es Probleme? So etwas konnte alles und nichts bedeuten, also entschied die blauhäutige Frau, sich höflich zu verhalten und darauf zu vertrauen, dass ihr Gastgeber das regeln würde. Seine Welt, seine Sache, und offenbar eine, die er persönlich angehen wollte. Etara nickte ihm knapp zu und tippte sich in einem formlosen Salut kurz gegen die Stirn, dann sah sie dem älteren Mandalorianer noch kurz nach, als er sich auf den Weg machte.


„Gute Jagd, Ral A’kazz.“


Die Piratin war gespannt, was es mit der Sache auf sich hatte, zügelte ihre Neugier diesbezüglich aber vorerst. Wenn ihre Gastgeber Informationen teilen wollten, war das erst mal ihre Sache – solange es nicht die Verhandlungen tangierte. Da Penelo nonchalant die Abmessung fortsetzte, entschied Etara, sich an ihr ein Beispiel zu nehmen, sie schenkte der anderen Frau ein schiefes Grinsen, als diese auf ihre Hüften zu sprechen kam, und taxierte sie nun ihrerseits eingehend.


„Das will ich hoffen, sonst muss ich das Knabberzeug reduzieren! Apropos, eine kleine Essens- und Plauderpause käme mir gelegen. Außer natürlich, wir zwei ziehen das jetzt durch. Dafür bin ich auch zu haben. Dann ist aber mit Zwischenfragen im Stil von „Wie lange seid ihr eigentlich schon verheiratet“ zu rechnen.“


Etara lachte hell, dann legte sie den Kopf schief und wartete gespannt auf eine Reaktion ihrer Gastgeberin. Wie sah eigentlich mandalorianische Freizeitgestaltung aus?


[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Watchpoint | Wohnkomplex nahe der A’kazz-Schmiedebezirke | Penelos Appartement] Etara und Penelo Vhett
 
[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Cabure-Akademie | medizinischer Trakt | Krankenzimmer] Ral A’kazz und Niphira

Seit Vessa den Raum verlassen hatte, war nicht viel geschehen. Der Betrieb der Akademie drang nur gedämpft durch die Wände und die medizinischen Anzeigen liefen mit gleichmäßiger Beharrlichkeit weiter. Ral hatte den Helm auf dem zweiten Stuhl neben sich abgelegt und saß mit dem Rücken nahe der Wand, weit genug vom Bett entfernt, um der Fremden nach dem Erwachen nicht unmittelbar über ihr zu stehen. Die beiden Lichtschwerter hingen noch immer getrennt voneinander an den gesicherten Halterungen seiner Beskar’gam.

Als ihre Lider sich öffneten, bewegte er sich zunächst nicht.

Der Blick der jungen Frau brauchte einige Zeit, um sich im Zimmer zurechtzufinden. Er wanderte über Decke, medizinische Geräte und Wände, verlor sich zwischendurch wieder und blieb schließlich bei ihm hängen. Beim Versuch, den Oberkörper anzuheben, kam sie kaum weit, ehe die Bewegung wieder abbrach.

Ral ließ ihr die Zeit. Er hatte genug Verwundete nach Gefechten und Abstürzen wieder zu Bewusstsein kommen sehen, um den ersten verwirrten Augenblicken nicht zu viel Bedeutung beizumessen.

Ihre erste Frage beantwortete er ohne Umweg.


„Auf Zanbar. Sie liegen in der Krankenstation der Cabure-Akademie.“

„Der Jäger, mit dem Sie heruntergekommen sind, ist im Sumpf abgestürzt. Wir haben Sie einige Meter von der offenen Kanzel entfernt gefunden und hierhergebracht.“


Bei der nächsten Frage ließ er sich nicht mehr Zeit.

„Ral A’kazz.“

Wenn ihr der Name etwas sagte, würde sie es zeigen.

Das kurze Glucksen, das wenig später von ihr kam, passte für ihn nicht recht zu dem Zustand, in dem sie auf dem Bett lag. Er ließ es unkommentiert.

Dann fanden ihre Augen die Waffen an seiner Rüstung.

Diesmal folgte Ral ihrem Blick.

Die Überraschung in ihrer Stimme war schwer zu überhören, als sie die beiden Griffe als ihre erkannte. Einen Moment sah er selbst hinunter und danach wieder zu ihr.


„Das hatte ich vermutet.“

Seine Hände blieben, wo sie waren.

„Die beiden bleiben vorerst bei mir.“

Als sie fragte, ob sie aufstehen dürfe, hoben sich seine Mundwinkel ein kleines Stück.

„Ich würde es noch nicht versuchen. Beim Aufrichten eben sahen Sie nicht besonders überzeugt aus.“

Er deutete mit zwei Fingern auf die Steuerung an der Seite des Bettes.

„Wenn Sie sitzen wollen, kann das Bett einen Teil der Arbeit übernehmen. Stehen würde ich warten lassen. Wir haben Sie nicht aus einem Sumpf geholt, damit Sie sich hier gleich wieder auf den Boden legen.“

Auf dem kleinen Tisch neben dem Bett stand Wasser. Ral zog den Becher etwas näher an die Kante und lehnte sich anschließend wieder zurück.

Das feine schwarze Kleid hatte Absturz und Sumpf schlecht überstanden und passte ebenso wenig zu ihrem ausgezehrten Körper wie zwei Lichtschwerter zu der beinahe mädchenhaften Stimme, mit der sie eben gesprochen hatte.


„Der Belbullab, in dem Sie heruntergekommen sind, steht inzwischen in Watchpoint. Wir haben ihn aus dem Sumpf gezogen.“

Er ließ die Information einen Moment stehen.

„Imperiale Kennung. Kein gültiger Auth-Code.“

Sein Blick blieb auf ihrem Gesicht.

Ral hatte in langen Jahren unter Aruetii genug Menschen lügen hören, verletzt oder unverletzt. Ob die Fremde tatsächlich so wenig wusste, wie es im Augenblick schien, brauchte er noch nicht zu entscheiden.


„Wie heißen Sie?“

Ral wartete einige Augenblicke, bevor er fortfuhr.

„Und wenn Sie sich dazu in der Lage fühlen, würde mich interessieren, wie Sie mit einem imperialen Jäger ohne Auth-Code auf Zanbar gekommen sind.“

Schließlich neigte er den Kopf etwas.

„Oder fangen wir noch einfacher an. Was ist das Letzte, woran Sie sich sicher erinnern?“

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Penelo quittierte die Bemerkung ihrer Gästin mit einem herzhaften Lachen, während sie den Scanner ein letztes Mal über deren Schultern führte und anschließend die holografische Darstellung der vorgesehenen Panzerung aufrief, deren einzelne Komponenten sich nun maßstabsgetreu um die Silhouette der Chiss legten. Die letzten Messwerte waren schnell ergänzt und nachdem sie die Befestigungspunkte für den Rückenpanzer und das Jetpack kontrolliert hatte, ließ die blonde Mandalorianerin die Darstellung noch einmal um ihre Achse rotieren, bevor sie sich zufrieden den abschließenden Einstellungen widmete.

„Wegen des Knabberzeugs müssen Sie sich keine Sorgen machen. Wenn Sie nach einem Stück Uj'ayali nicht mehr in Ihre Rüstung passen, haben wir bei der Vermessung etwas falsch gemacht und das wäre mir ausgesprochen unangenehm.“

Mit einigen geübten Handgriffen schloss sie den Datensatz ab und übermittelte ihn an die zuständige Schmiede, wo man die benötigten Komponenten aus den vorhandenen Beständen zusammenstellen und für die anschließende Anpassung vorbereiten würde. Die vorgesehene Standardausführung der Beskar'gam bot dafür eine gute Grundlage, wenngleich Penelo gerade bei der Verbindung zwischen Rückenpanzer und Jetpack etwas genauer hinsehen wollte, schließlich verlangten die geplanten Absprünge aus großer Höhe eine entsprechend zuverlässige Befestigung und sie hatte während ihrer Dienstzeit genügend schlecht angepasste Ausrüstung gesehen, um die damit verbundenen Schwierigkeiten zu kennen.

„So, das hätten wir. Sobald die Teile da sind, probieren wir alles an und sehen nach, wo noch etwas geändert werden muss. Gerade beim Jetpack möchte ich, dass Sie die Befestigungen einmal unter Belastung ausprobieren. Jetzt können Sie sich aber erst einmal wieder anziehen.“

Sie schaltete den Scanner aus, räumte die benutzten Messinstrumente in den dafür vorgesehenen Schrank und reichte ihrer Gästin die abgelegten Kleidungsstücke, wobei sie auch mit ihrer rechten Hand die feinen Verschlüsse und Bedienelemente so selbstverständlich betätigte, dass die hochwertige Prothese unter ihrer künstlichen Haut kaum auffiel. Nachdem sie den Arbeitsplatz wieder in Ordnung gebracht hatte, wandte sie sich Etara zu, deren zuvor angekündigte Zwischenfragen ihr offenbar im Gedächtnis geblieben waren.

„Und was die Fragen angeht, können Sie ruhig anfangen. Wie lange wir verheiratet sind? Hm, lange genug, dass ich erst einmal nachrechnen müsste, wenn Sie es auf das Jahr genau wissen wollen.“

Penelo überlegte tatsächlich einen Augenblick, ehe sie mit einem amüsierten Kopfschütteln auf eine genauere Auskunft verzichtete.

„Jedenfalls länger, als die meisten unserer jüngeren Schüler überhaupt auf der Welt sind. Ich kenne ihn inzwischen ziemlich gut, auch wenn er es gelegentlich noch immer fertigbringt, mich zu überraschen. Meistens allerdings dann, wenn ich ihn irgendwo abholen soll und feststelle, dass er längst wieder mit einem Stück Metall beschäftigt ist, das er unbedingt noch fertigbekommen möchte.“

„Er kann stundenlang über irgendeine Legierung reden, wenn man ihn lässt. Und wenn er erst einmal anfängt, einem zu zeigen, wie er sie verarbeitet, sollte man besser nichts anderes mehr vorhaben. Ich bin schon mehr als einmal in eine Schmiede gegangen, um ihn zum Essen zu holen, und habe anschließend selbst dort herumgestanden, weil ich unbedingt sehen wollte, wie er mit seiner Arbeit fertig wird.“


Die blonde Mandalorianerin strich sich eine verirrte Strähne hinter das Ohr.

„Andererseits bin ich kaum besser. Wenn ich eigentlich frei habe und einer der anderen Ausbilder mich bittet, kurz bei einer Übung auszuhelfen, kann Ral gewöhnlich damit rechnen, dass er mich frühestens ein paar Stunden später wiedersieht. Wir haben beide unsere Beschäftigungen und ich glaube, anders würde es uns auf Dauer auch ziemlich langweilig werden.“

„Außerdem habe ich Ral vor langer Zeit Sera Plinck beigebracht. Er war damals schon ein hervorragender Kämpfer, aber ich kann Ihnen versichern, dass er sich nicht immer besonders leicht damit getan hat, wenn ich ihm etwas Neues zeigen wollte. Mittlerweile bekomme ich ihn im Übungskampf meistens auf die Matte, auch wenn er natürlich behauptet, dass ich dabei seine alten Knie ausnutze.“


Mit einem zufriedenen Grinsen deutete sie zur Tür des angrenzenden Wohnbereichs.

„Aber kommen Sie, Sie wollten doch etwas essen und ich habe ebenfalls Hunger. Sonst stehen wir noch hier, bis die Schmiede ihre Arbeit erledigt hat.“

Der angrenzende Wohnbereich war ähnlich zweckmäßig eingerichtet wie der Raum, den sie gerade verlassen hatten. Einige stabile Möbel, eine niedrige Sitzgruppe und ein größerer Tisch bestimmten das Bild, während sich an einer Wand mehrere Schränke und ein schmales Regal mit persönlichen Gegenständen befanden. Die wenigen Dekorationen wirkten eher beiläufig zusammengestellt, dazwischen lagen einige Trainingsutensilien und Ersatzteile, die Penelo bei ihren letzten Aufenthalten hier zurückgelassen hatte. Das Appartement diente ihr vor allem als Unterkunft während jener Tage, an denen ihre Verpflichtungen sie länger in Watchpoint festhielten, während sich das eigentliche gemeinsame Zuhause des Paares an Bord der Jai'Galaar befand und sich die Einrichtung auf Zanbar entsprechend auf das beschränkte, was sie für ihre Aufenthalte benötigte.

Penelo bedeutete ihrer Gästin, sich einen Platz am Tisch zu suchen, während sie in der kleinen Küchenzeile die Vorräte durchging und nach kurzem Überlegen ein dunkles Brot, etwas würzigen Käse und kalten Braten hervorholte. Dazu gesellte sich ein kleines Gefäß mit Uj'ayali, von dem offenbar bereits einige Stücke fehlten, ehe sie zwei Becher aus dem Schrank nahm und die Cafmaschine einschaltete. Nachdem sie einige großzügige Scheiben Brot abgeschnitten und die übrigen Lebensmittel auf einem großen Brett angerichtet hatte, stellte sie alles in die Mitte des Tisches und setzte sich ebenfalls.


„Bedienen Sie sich ruhig. Das Uj'ayali sollten Sie übrigens probieren, das hat mir eine Bekannte mitgegeben, die grundsätzlich mehr davon backt, als ihre eigene Familie essen kann. Wenn Sie Caf möchten, ist der auch gleich fertig.“

Durch die geschlossenen Fenster drang das gedämpfte Dröhnen der nahe gelegenen Schmiedebezirke, in denen zahlreiche Produktionsanlagen arbeiteten und Transportfahrzeuge zwischen den Werkstätten und Lagerhäusern verkehrten. Penelo hatte sich längst an die gleichmäßige Geräuschkulisse gewöhnt, die zum geschäftigen Treiben Watchpoints ebenso gehörte wie die zahlreichen Angehörigen der Hausphalanx, denen sie auf ihrem Weg zu den Ausbildungseinrichtungen begegnete. Während sie sich etwas Brot und Käse nahm, beendete die Cafmaschine ihren Brühvorgang und die Mandalorianerin erhob sich noch einmal, um zwei Becher einzuschenken und sie zusammen mit einer Karaffe gekühlten Wassers auf den Tisch zu stellen.

„Ich war übrigens schon einmal auf Csilla. Ist eine ganze Weile her, aber ich erinnere mich noch ziemlich gut an eine Frau, mit der ich damals zu tun hatte. Eine ausgesprochen eigensinnige Person, obwohl sie das von mir wahrscheinlich ebenfalls behauptet hätte.“

Sie ließ sich auf ihrem Stuhl nieder und nahm einen Schluck Caf, wobei sie sich bei der Erinnerung bereits ein kleines Lächeln erlaubte.

„Wir waren dort, um eine Lieferung abzuholen, und ich hatte mich bereit erklärt, bei der Verladung mitzuhelfen. Eigentlich eine ziemlich einfache Angelegenheit, dachte ich jedenfalls, bis wir vor dem Lagerhaus standen und eine Chiss uns erklärte, dass wir mit unseren Rüstungen so nicht hineinkämen. Wir hatten noch Schnee und Eis an den Stiefeln und sie wollte unter allen Umständen verhindern, dass wir ihr den ganzen Schnee ins Lagerhaus schleppten.“

Penelo schüttelte amüsiert den Kopf.

„Ich habe zunächst gedacht, es gäbe irgendwelche Probleme mit unseren Frachtpapieren. Die interessierten sie allerdings herzlich wenig, solange wir uns weigerten, unsere Stiefel zu reinigen. Also habe ich ihr erklärt, dass wir eigentlich nur ein paar Kisten holen wollten und dass sie sich um den Boden wohl kaum Sorgen machen müsste. Daraufhin hat sie mir eine Bürste in die Hand gedrückt und sich wieder ihrer Arbeit gewidmet.“

Die Vorstellung, ihre Rüstung vor dem Betreten eines Lagerhauses säubern zu müssen, hatte Penelo damals wenig begeistert, zumal die bereitgestellten Bürsten eher für gewöhnliche Arbeitsstiefel ausgelegt waren und sie einige Mühe hatte, damit zwischen die Verstärkungen ihrer eigenen Ausrüstung zu gelangen. Nachdem sich die Lagerverwalterin auch von den zunehmend ungehaltenen Bemerkungen ihrer Besucher unbeeindruckt gezeigt hatte, war die Mandalorianerin schließlich in die Knie gegangen und hatte sich an die Arbeit gemacht, während die Chiss mit verschränkten Armen danebenstand und gelegentlich auf eine Stelle deutete, die ihrer Aufmerksamkeit entgangen war. Besonders die sorgfältige Kontrolle der Stiefelsohlen hatte Penelo einiges an Geduld abverlangt, denn die Frau schien fest entschlossen, den Zustand des Lagerhauses persönlich gegen sämtliche Unbilden des galaktischen Frachtverkehrs zu verteidigen.

„Als wir endlich fertig waren, hat sie uns sogar noch geholfen, die Kisten aufzuladen. Ihre Leute hatten die ganze Lieferung schon vorbereitet und wir waren schneller fertig, als ich gedacht hätte. Besonders freundlich war sie dabei allerdings noch immer nicht und ich glaube, sie hätte mir am liebsten gleich eine zweite Bürste mitgegeben, damit ich beim nächsten Mal vorbereitet wäre.“

Bei dem Gedanken daran lachte sie offen auf.

„Wir haben uns später tatsächlich noch einmal getroffen und da wusste sie natürlich sofort wieder, wer ich war. Diesmal hatte ich wenigstens saubere Stiefel und sie musste sich etwas anderes suchen, worüber sie sich beschweren konnte.“

Penelo nahm einen Schluck Caf, ehe sie das Thema mit einem kleinen Schaudern angesichts der Erinnerung an die dortigen Temperaturen abschloss.

„Wobei ich froh war, als wir wieder auf unserem Schiff waren. Csilla ist mir auf Dauer einfach zu kalt. Ich mag es, wenn ich meine Rüstung ablegen kann, ohne mich vorher in drei Schichten Kleidung einwickeln zu müssen.“

Sie nahm sich ein Stück Uj'ayali und probierte davon, wobei sie zufrieden feststellte, dass ihre Bekannte wieder einmal ausgesprochen großzügig mit dem Honig gewesen war. Gerade nach einem langen Ausbildungstag war das süße Gebäck bei den jüngeren Angehörigen des Hauses beliebt und Penelo hatte mehr als einmal erlebt, wie schnell eine größere Portion verschwand, sobald einige ihrer Schützlinge darum versammelt waren.

„Bei unseren Jüngeren wäre das hier jedenfalls schneller weg, als Sie schauen könnten. Die haben nach dem Training manchmal einen Appetit, als hätten sie seit Tagen nichts mehr bekommen. Besonders die Älteren, die inzwischen glauben, sie müssten grundsätzlich mehr essen als ihre Ausbilder.“

Bei der Erinnerung an ihre letzten Unterrichtstage musste sie schmunzeln.

„Neulich hatte ich einen Jungen, der unbedingt beweisen wollte, dass er einen unserer Hindernisparcours schneller schafft, wenn er eine der Begrenzungen einfach überspringt. Wir hatten die Strecke erst kurz zuvor umgebaut und er war fest davon überzeugt, eine Abkürzung entdeckt zu haben, die sonst niemandem aufgefallen war.“

Die Mandalorianerin lehnte sich etwas zurück, wobei sich das Bild des übermütigen Jugendlichen offenbar noch recht lebhaft vor ihrem inneren Auge abspielte.

„Hinter der Begrenzung war allerdings eine gesicherte Auffangzone mit einem unserer Fangnetze. Eigentlich sollte das verhindern, dass sich jemand bei einem missglückten Sprung verletzt, aber unser junger Freund hielt es offenbar für eine hervorragende Gelegenheit, sich ein Stück des Weges zu sparen. Er kam auch tatsächlich über die Begrenzung, nur landete er anschließend mitten im Netz und hing dort wie ein Fisch in einer Fangreuse, bis ich ihn wieder herausgeholt hatte.“

Sie lachte bei der Erinnerung an das verdutzte Gesicht des Jungen, den sie nach seinem unfreiwilligen Ausflug aus dem Netz befreit und auf mögliche Verletzungen untersucht hatte. Seine Kameraden waren inzwischen nähergekommen und einige hatten bereits damit begonnen, sich über seinen missglückten Versuch zu amüsieren, als der Jugendliche eine Frage stellte, mit der Penelo selbst nach all den Jahren als Ausbilderin kaum gerechnet hatte.

„Wissen Sie, was er als Erstes wissen wollte, als er wieder auf den Beinen stand? Ob seine Zeit trotzdem gezählt würde. Ich habe ihn gefragt, ob er denn schon am Ziel angekommen sei, woraufhin er tatsächlich einen Moment überlegt hat, bevor er zugeben musste, dass das wohl nicht ganz der Fall gewesen wäre.“

Penelo schüttelte den Kopf.

„Er durfte den Parcours anschließend noch einmal laufen, diesmal auf dem vorgesehenen Weg. Ich glaube, am meisten hat ihn geärgert, dass seine Kameraden dabei zusehen durften. Die haben sich natürlich köstlich amüsiert, obwohl ich von einigen ziemlich genau weiß, dass sie selbst nicht viel vernünftiger gewesen wären.“

Sie ließ ihre Erzählung mit einem letzten amüsierten Kopfschütteln ausklingen.

„Ich mag die Arbeit mit den Jüngeren. Manchmal treiben sie einen beinahe in den Wahnsinn, aber wenn man sie eine Weile unterrichtet und sieht, was aus ihnen wird, lohnt sich das schon. Einige der heutigen Anwärter habe ich noch gekannt, als sie kaum groß genug waren, um ihre ersten Trainingswaffen vernünftig zu halten. Inzwischen stehen sie mit einer Beskar'gam vor einem und wollen wissen, wann sie endlich gegen die erfahrenen Cabure antreten dürfen.“

„Auf das Manöver freue ich mich jedenfalls schon sehr. Unsere Commandos haben sich in den vergangenen Jahren einiges erarbeitet und ich möchte sehen, wie gut sie ihre Abläufe noch beherrschen, wenn ihnen ein paar erfahrene Cabure dazwischenfunken. Die sind schließlich nicht gerade dafür bekannt, dass sie einem Gegner zuliebe Rücksicht auf dessen schöne Pläne nehmen.“


Sie rückte sich auf ihrem Stuhl etwas zurecht, ehe sie fortfuhr.

„Die A'kazz haben den Vorteil, dass ihre Leute viel miteinander trainieren und sich ziemlich gut aufeinander verlassen können. Bei den Cabure kommt dafür eine Menge Erfahrung aus ganz unterschiedlichen Einsätzen zusammen und sie sind es gewohnt, auch dann weiterzumachen, wenn plötzlich etwas ganz anders läuft als vorgesehen. Ich würde mich nicht darauf festlegen wollen, wer am Ende die Nase vorn hat, aber ich möchte schon wissen, wie unsere Leute reagieren, wenn ihre eingespielten Abläufe einmal nicht so funktionieren, wie sie es gewohnt sind.“

„Und wenn ich mir Ihren bisherigen Umgang mit der Sache so ansehe, werden Sie vermutlich Ihren Spaß haben. Sie scheinen jedenfalls weder vor einer ordentlichen Rüstung noch vor ein bisschen Aufregung zurückzuschrecken. Ich würde Ihnen allerdings empfehlen, bei dem Manöver die Augen offen zu halten. Einige der Dinge, die unsere Leute dort vorführen werden, sieht man selbst als erfahrener Kämpfer nicht jeden Tag.“


Die Mandalorianerin ließ den Blick über den Tisch wandern, auf dem noch immer genügend Brot, Käse und Uj'ayali für eine weitere kleine Mahlzeit bereitstanden, und schob das Brett ein wenig näher zu ihrer Gästin. Aus den Schmiedebezirken drang weiterhin das gedämpfte Dröhnen der Produktionsanlagen herüber, während gelegentlich ein Transporter vor den Fenstern vorüberzog und für einen kurzen Augenblick seinen Schatten über die Einrichtung des Appartements warf. Penelo verfolgte einen dieser Gleiter mit den Augen, dessen Flugbahn in Richtung der weiter entfernten Industriekomplexe führte, bevor sie sich wieder Etara zuwandte.

„Sagen Sie mal, Etara, wie gefällt Ihnen Zanbar eigentlich bisher? Ral hat Ihnen auf dem Anflug sicher schon einiges gezeigt und wenn ich ihn kenne, hat er sich dabei bestimmt nicht gerade kurzgefasst.“

Sie deutete mit einer kleinen Bewegung ihres Bechers in Richtung der Fenster, hinter denen sich die weitläufigen Schmiedebezirke Watchpoints erstreckten.

„Mich würde interessieren, ob Sie sich eine mandalorianische Welt ungefähr so vorgestellt haben. Bislang haben Sie schließlich hauptsächlich Kriegsschiffe, Raumhäfen und unsere Schmieden kennengelernt.“

[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Watchpoint | Wohnkomplex nahe der A’kazz-Schmiedebezirke | Penelos Appartement] Etara und Penelo Vhett
 
[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Watchpoint | Wohnkomplex nahe der A’kazz-Schmiedebezirke | Penelos Appartement] Etara, Ral A’kazz und Penelo Vhett

Was die Rüstung anging, schien ihre Gastgeberin keine Mühen zu scheuen, und Etara kam nicht umhin, sich zu fragen, wie viel Kalkül in dem freundlichen Umgang mit ihr steckte. Penelo wirkte so ehrlich und direkt wie ihr Gatte, aber das war kein Grund, sämtliche Vorsicht aufzugeben. Man konnte jemanden mit einem Lächeln genauso gut hinters Licht führen wie mit einem drohend erhobenen Blaster, und eines stand fest: So simpel gestrickt, wie manche wohl dachten, waren die Mandos keineswegs. Die Chiss entschied sich also, offen zu bleiben, aber nicht so sehr, dass man sie als nicht ganz dicht bezeichnen musste. Zumindest waren offenbar die lokalen Köstlichkeiten ohne Gefahr, auf Huttengröße anzuwachsen, zu genießen, und also von einem Jetpack die Rede war, wölbte die junge Kriminelle eine Augenbraue und ließ zu, dass sich ein Grinsen auf ihr Gesicht stahl.

„Beruhigend. Ein Jetpack, huh? Nun, ich freue mich schon darauf, die ganze Sache nochmal von oben zu betrachten.“

Eine erhöhte Position war in vielerlei Hinsicht von Vorteil und daher jene, die Etara bevorzugte. Auf dem Schmugglermond hätte sie früher für ein ordentliches Jetpack gemordet – die Dinger waren verdammt praktisch, aber gar nicht so billig oder leicht zu beschaffen und man sollte besser Ahnung von der Wartung haben, damit einem die ganze Sache nicht wortwörtlich auf die Füße fiel. Als Penelo auf Etaras Frage bezüglich ihrer Ehe antwortete, schob die blauhäutige Frau die anderen Überlegungen erst einmal beiseite und hörte aufmerksam zu, das Kinn auf den Arm gestützt. Die beiden wirkten in dieser Erzählung wie ein eingespieltes Team, trotz oder gerade wegen ihrer Macken. Etara wurde bewusst, dass ihre Beziehung mit Spectre wahrscheinlich die längste war, die diese Bezeichnung verdiente. So etwas konnte also funktionieren...aber war es das, was sie wollte?

„Klingt...nett. Ich schätze, ihr zwei macht etwas richtig. Sogar sehr viel, wenn es schon so lange funktioniert.“

Ihre Erwiderung fiel höflich aus, flankiert von einem Lächeln und einem dezenten Nicken, aber eher neutral. Zu neugierig wollte sie auch nicht unbedingt wirken und wer wusste schon, wie sehr es Penelo wirklich mochte, wenn man zu sehr in ihrem Privatleben stocherte. Glücklicherweise kam ihre redselige Gastgeberin auf ein anderes Thema zu sprechen und berichtete von einem Ausflug nach Csilla. Etara spitzte die Ohren, denn diese Region kannte sie nur aus Erzählungen ihrer Eltern, und entsprechend gespannt war sie, was die Mando zu erzählen hatte, und tatsächlich brachte sie die Chiss zum Lachen, gefolgt von einem leichten Kopfschütteln.

„Tatsache? Da hast Du mir etwas voraus. War noch nie dort, und ich schätze, nach der Geschichte ist das auch besser so. Tochter von Nar Shaddaa, durch und durch. Da wird es nicht nur mit der Bürste schwierig.“

Mit frostigen Temperaturen konnte man ja zurecht kommen, aber ein unterkühltes Temperament war Etaras Sache nun mal nicht. Die nächste Geschichte drehte sich um eine heitere Angelegenheit und dieses Mal prustete die Blauhäutige auch prompt los, als sie versuchte, sich die Szene bildlich vorzustellen. Gut zu wissen, dass die Mandos bei aller Ernsthaftigkeit im Training auch ein Händchen für amüsante Momente hatten. Etaras Miene wurde etwas ernster, als es darum ging, warum ausgerechnet die Mandos auf der Anwerbungsliste der Black Sun standen, und die Chiss tippte sanft auf den Tisch, um ihre Worte zu unterstreichen.

„Zugegeben, das ist auch saukomisch. Klingt auf jeden Fall vielversprechend, und ich muss sagen, ich schätze es, dass ihr euch diese Mühe macht. Ich bin gebeten worden, die Besten anzuheuern. Nur die Besten.“

Ein kleiner Ansporn in Richtung ihrer Gastgeber. Schließlich hatte das Syndikat ebenfalls einiges zu bieten und wollte für seine Ressourcen Ergebnisse sehen. Wer wusste schon, wenn die Mandos sich als tauglich erweisen würden, stand vielleicht sogar langfristig wieder eine Aktion auf dem Schmugglermond im Raum. Die Demütigung durch die Hutten war weder vergeben noch vergessen, und Etara brannte darauf, ihre Position in der Black Sun wieder zu stärken. Das hier war der erste Schritt dazu, und viele weitere mussten und würden folgen. Penelos Frage bezüglich Zanbar riss Etara aus ihren Überlegungen, und sie verschaffte sich ein bisschen Zeit, indem sie an einer Köstlichkeit knabberte, dann sah sie der anderen Frau in die Augen und richtete sich ein wenig auf.

„Das hat er. Also, um der Wahrheit die Ehre zu geben, mir gefällt es. Ich hatte es mir noch ein bisschen...hm, martialischer vorgestellt, aber wie Dein Mann schon meinte, das kommt daher, dass man Mandalorianer am ehesten als Söldner oder Kopfgeldjäger kennenlernt. Aber auch die müssen essen und schlafen, haben Familien, bauen etwas auf oder amüsieren sich. Von daher ist Zanbar wohl wie sehr viele Welten, aber deutlich...charmanter. Eigener. Besonders.“

Etara schmunzelte, legte den Kopf schief und pustete sich eine Strähne ihres schwarzen Haars aus dem Gesicht, so dass die Narben auf der einen Seite ihres Gesichts gut zu erkennen war. Der Blick ihrer roten Augen taxierte eindringlich ihre Gegenüber. Ja, die Mandos waren Krieger, verdammt gute Krieger wahrscheinlich. Aber auch mehr als das. Und sie war nicht bloß ein hübsches Gesicht und diplomatische Beziehungen, sondern auch bereit, sich die Hände schmutzig zu machen und zu sehen, wie es hinter den Kulissen zur Sache ging.

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[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Watchpoint | Wohnkomplex nahe der A’kazz-Schmiedebezirke | Penelos und Rals Appartement] Etara und Penelo

Penelo nahm das Kompliment über ihre Ehe mit einem zufriedenen Lächeln entgegen, wobei ihr durchaus bewusst war, dass ihr Gatte die vergangenen Jahre möglicherweise etwas anders zusammengefasst hätte. Gerade in Angelegenheiten, in denen sie beide eine feste Vorstellung davon besaßen, wie etwas erledigt werden sollte, konnte es zwischen ihnen noch immer recht lebhaft zugehen. Das hielt sie allerdings kaum davon ab, sich bei der nächsten Gelegenheit wieder in seine Arbeit einzumischen, ebenso wie Ral es sich gelegentlich herausnahm, ihre Ausbildungsmethoden zu kommentieren, obwohl sie es war die IHM vor langer Zeit beigebracht hatte, wie man sich auf einer Übungsmatte vernünftig bewegte.

„Wir haben jedenfalls irgendwann gelernt, wann wir den anderen besser einfach machen lassen. Wobei Ral wahrscheinlich behaupten würde, dass ich das noch immer nicht besonders gut beherrsche.“

Bei Etaras Bemerkung über Csilla hob sie überrascht die Brauen. Dass die Chiss selbst noch nie dort gewesen war, hatte Penelo zunächst kaum erwartet, doch Nar Shaddaa schien ihr nach allem, was sie bislang von ihrer Gästin erfahren hatte, als Heimat durchaus passend. Den Schmugglermond kannte sie von mehreren Aufenthalten und obwohl sie dort selbst stets lieber auf ihre Habseligkeiten achtete, konnte sie sich vorstellen, dass jemand, der dort aufgewachsen war, die eigentümlichen Gepflogenheiten seiner Bewohner längst zu schätzen wusste.

„Sie waren tatsächlich noch nie auf Csilla? Das hätte ich jetzt nicht gedacht. Nar Shaddaa kenne ich allerdings auch und dort sind mir schon einige Leute begegnet, die es mit ihren dubiosen Geschäftsbedingungen mindestens so genau nehmen wie meine Lagerverwalterin mit Munitionsentnahme. Wobei das Wetter auf Nar Shadaa eindeutig angenehmer ist... und das Temperament der Einwohner auch. Nicht so unterkühlt.“

Die Ankündigung, dass Etara nur die besten Kämpfer anwerben sollte, quittierte Penelo mit einem kurzen Nicken. Die Ramikade des Hauses A'kazz verfügten über eine beträchtliche Erfahrung und die Commandos, die das bevorstehende Manöver begleiten würden, waren mit ihrem Handwerk vertraut. Penelos besonderes Interesse galt allerdings den vier angehenden Cabure, wirkliche Frischlinge kamen selten nach Zanbar, meistens erst Anwärter im Dritten oder vierten Jahr. Sie würden den ihnen übergebenen Auftrag im Gelände erfüllen müssen, während ein erfahrener Commandozug versuchte, sie aufzuspüren und vorher auszuschalten. Eine Aufgabe, bei der ihnen die Kenntnisse aus den bisherigen Übungseinheiten zugutekommen sollten, die ihnen aber auch einiges an eigener Entscheidungsfähigkeit abverlangen würde. Die Blonde hatte die Brutale Ausbildung immerhin selbst durchlaufen, kannte die Anforderungen an ihre Anwärter und war entsprechend neugierig darauf, wie sich die vier sehr Grünen unter diesen Bedingungen verhalten würden.

„Was unsere Commandos angeht, werden Sie sich bei der Jagd selbst ein Bild machen können. Normalerweise schicken wir kein Frischfleisch in eine Feldübung auf Zanbar, sie haben also sogar die Möglichkeit einen Erfolg für sich zu verbuchen Etara.“, sie lachte. „Wenn sie einen Rat wollen dann denken sie auch wenn ich Frischfleisch sage daran das ein Cabure-Team auf der einen und ein Zug Ramikade auf der anderen Seite bei uns als ausgeglichen gilt."

Etaras Einschätzung von Zanbar hatte sie dagegen auf eine andere Weise überrascht. Besonders das Wort charmant wäre Penelo kaum eingefallen, wenn sie jemandem die gewaltigen Schmiedebezirke Watchpoints hätte beschreiben sollen, deren Maschinen an manchen Tagen selbst durch die geschlossenen Fenster ihres Appartements zu hören waren. Dass ihre Gästin den Mond inzwischen als mehr denn eine Ansammlung bewaffneter Krieger und militärischer Einrichtungen wahrnahm, freute sie allerdings. Bei dem Gedanken an die zahlreichen Familien, die hier lebten und an die Kinder, mit denen sie beinahe täglich zu tun hatte, musste sie schmunzeln.

„Charmant ist eine Beschreibung, die ich hier nicht besonders häufig höre. Die meisten Besucher beschweren sich erst einmal über den Lärm unserer Schmieden. Wenn Sie morgens zur falschen Zeit unterwegs sind, kommen Sie außerdem kaum durch die Stadt, weil irgendein Meister unbedingt seine nächste Lieferung quer durch Watchpoint schicken lassen muss.“

Sie deutete zum Fenster hinaus, hinter dem gerade mehrere Frachtgleiter die breite Verkehrsstraße entlangzogen. Zwischen den größeren Transportfahrzeugen waren kleinere zivile Gleiter unterwegs und an einer der gegenüberliegenden Zufahrten warteten einige Arbeiter darauf, dass ein schwer beladener Lastentransporter die Einfahrt zu einem Lagerkomplex freigab. Die Mandalorianerin kannte diese Straßen gut genug, um sich an einige Morgen zu erinnern, an denen sie wegen solcher Transporte beinahe zu spät zu ihren Unterrichtsstunden gekommen wäre.

„Aber natürlich haben Sie recht. Die meisten unserer Leute verbringen einen ziemlich gewöhnlichen Alltag hier, zumindest solange sie nicht gerade im Einsatz sind. Unsere Jüngsten sind nach dem Training jedenfalls mit ganz anderen Dingen beschäftigt als mit Krieg und Waffen auch wenn sie die ersten Rüstungen tragen. Einige wollen unbedingt noch irgendwo etwas essen gehen, andere treffen sich mit ihren Freunden und wieder andere müssen nach Hause, weil ihre Eltern darauf bestehen, dass sie bei der Arbeit helfen. Dieser Mythos eines Volkes im Immerwährenden Krieg ist nicht gerade hilfreich um auf Besucher einladend zu wirken auch wenn sich das Leben der meisten hier wahrscheinlich nicht groß von dem eines Großteils der Galaxis unterscheidet."

Penelo nahm sich noch etwas von dem Brot und warf einen Blick auf die verbliebenen Speisen. Neben ihren Verpflichtungen an der Cabure-Akademie unterrichtete sie die jüngeren Angehörigen des Hauses, wobei sie gerade bei den Zehn- bis Sechzehnjährigen einen beträchtlichen Teil ihrer Zeit mit den Grundlagen des bewaffneten und unbewaffneten Kampfes verbrachte. Im Gegensatz zu den bereits erfahrenen Kriegern, die für die Ausbildung bei den Cabure ausgewählt wurden, standen diese Kinder noch am Anfang ihrer Entwicklung. Manche von ihnen hatte Penelo bereits unterrichtet, als sie ihre ersten Übungswaffen kaum vernünftig halten konnten. Inzwischen begegnete sie gelegentlich ehemaligen Schützlingen, die längst erwachsen waren und selbst militärische Aufgaben übernommen hatten.

„Wenn Sie noch etwas von Zanbar sehen möchten, sollten Sie sich bei Gelegenheit auch einmal außerhalb der Stadt umschauen. Die Landschaft dort unten ist stellenweise wirklich schön, solange man weiß, wo man hintritt. Wir haben einige Übungsgebiete in den Sümpfen und den Urwäldern und die Rohe Gewalt der Natur hier hat seinen ganz eigenen Reiz, auch außerhalb ihrer Verwendung als perfektes unbarmherziges Einsatzgebiet.“

Das leise Signal ihres Comlinks unterbrach sie, als gerade wieder eines der größeren Fahrzeuge vor den Fenstern vorbeizog. Penelo warf einen Blick auf die eingegangene Nachricht, die aus der Schmiede stammte und ihr mitteilte, dass die für Etara zusammengestellten Rüstungskomponenten zur Anprobe bereitstanden. Die Techniker hatten aus den vorhandenen Beständen passende Teile ausgewählt und die ersten Anpassungen vorgenommen. Für die abschließende Abstimmung der Panzerung und ihrer elektronischen Systeme war bereits ein Prüfplatz in den Trainingsdocks vorbereitet worden, wo auch die notwendigen Einrichtungen für das Jetpack zur Verfügung standen.

„Ah, ausgezeichnet. Unsere Schmiede hat sich gemeldet. Die meisten Teile und Komponenten schicken sie jetzt zu den Trainingsdocks. Gehen sie duschen und sich noch kurz ausruhen, ich besorge den Rest und bin in ein paar Stunden wieder da!“

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Einige Stunden später befanden sich die beiden Frauen, Penelo voll gerüstet in einer detailliert verzierten grün akzentuierten Rüstung und Etara in Funktionswäsche und einem Mantel als wäre es das normalste der Welt, in einem Schicken Gleiter auf dem Weg zu den Trainingsdocks.

„Ich schaue gleich das wir die Rüstung einmal zusammen anlegen und dann eine komplette technische Einweisung machen. Besonders beim Jetpack möchte ich, dass Sie die wichtigsten Funktionen kennen, bevor Sie damit aus einem Kom'rk springen.“

Die Fahrt führte sie zunächst durch die weitläufigen Schmiedebezirke Watchpoints, vorbei an Werkhallen und Lagerhäusern, deren Fassaden von den Spuren langjähriger industrieller Arbeit gezeichnet waren. Große Transportfahrzeuge bewegten sich zwischen den Anlagen und an mehreren Zufahrten wurden Ladungen kontrolliert, während sich in den angrenzenden Straßen kleinere Geschäfte und Wohngebäude aneinanderreihten. Penelo lenkte den Gleiter über eine der größeren Verkehrsachsen in Richtung der militärischen Einrichtungen, wo die Bebauung allmählich größere Abstände zwischen den einzelnen Komplexen ließ. An einer Kreuzung mussten sie warten, während mehrere junge Mandalorianer in einfacher Ausbildungsrüstung die Straße überquerten und sich anschließend unter lautstarken Gesprächen in Richtung eines der benachbarten Gebäude entfernten.

Jenseits der letzten größeren Wohnanlagen öffnete sich der Blick auf die äußeren Bereiche des Plateaus. Watchpoint erhob sich hoch über den ausgedehnten Feuchtgebieten Zanbars, deren dicht bewachsene Ebenen von felsigen Erhebungen und zahlreichen Wasserläufen durchzogen wurden. Zwischen den befestigten Abschnitten der Stadt waren immer wieder die tiefer gelegenen Landschaften zu erkennen, bevor sich die Straße erneut zwischen den massiven Gebäuden der Hausphalanx hindurchwand. Weiter voraus lagen die größeren Dockanlagen, in denen Transporter und Kriegsschiffe gewartet, beladen und für ihre nächsten Einsätze vorbereitet wurden.

Die Trainingsdocks schlossen sich an einen Teil dieser militärischen Infrastruktur an und verfügten über mehrere voneinander getrennte Hallen, in denen sowohl die Vorbereitung von Übungsoperationen als auch die Erprobung von Rüstungen und Flugausrüstung stattfanden. Penelo passierte die Zufahrtskontrolle und stellte den Gleiter an einem der seitlichen Zugänge ab. Durch die geöffneten Tore drang das tiefe Dröhnen eines laufenden Triebwerks, das sich mit den Geräuschen der eingesetzten Maschinen und den Stimmen des technischen Personals vermischte. Auf einer der befestigten Außenflächen übten einige Mandalorianer mit Jetpacks kurze kontrollierte Flugbewegungen, während in einer benachbarten Bucht Ausrüstung auf einen kleineren Transporter verladen wurde.

Penelo begrüßte zwei der anwesenden Techniker mit einem knappen Nicken und ließ sich den zugewiesenen Ausrüstungsplatz nennen. Einer der Männer kannte sie offenbar gut genug, um bereits auf die vorbereitete Station hinzuweisen, noch bevor sie danach gefragt hatte. Sie wechselten einige Worte über die angelieferten Komponenten und nachdem Penelo bestätigt hatte, dass sie die abschließende Anpassung selbst übernehmen würde, führte sie Etara zwischen den Werkständen hindurch zu einem stabilen Gestell, auf dem die für sie vorgesehene Beskar'gam bereitstand. Die Rüstung war unverkennbar aus unterschiedlichen Beständen zusammengestellt worden. Ihre Platten besaßen verschiedene metallische Farbtöne, manche waren etwas dunkler als andere und an einigen ließen sich noch die Spuren früherer Bearbeitungen erkennen. Die Schmiede hatte sie gereinigt und überprüft, ihre Befestigungen auf die übermittelten Maße eingestellt und die elektronischen Komponenten für den gemeinsamen Betrieb vorbereitet. Persönliche Verzierungen oder Clanabzeichen suchte man auf den Panzerteilen vergebens. Brust- und Rückenpanzer, Schulterplatten sowie Arm- und Beinschienen hingen in ihrer vorgesehenen Anordnung am Gestell, während der dazugehörige Helm auf einer seitlichen Halterung ruhte. Das Jetpack war auf einem gesonderten Prüfstand befestigt.


„Da wäre sie. Ich erwarte jetzt keine Ehrfurcht von einer Außenweltlerin aber ... Seien sie sich bewusst das sie ihnen hier eine Große Ehre zuteil wird. Die Grobmaße sollten passen, ein paar Dinge werden wir trotzdem noch ändern müssen, sobald Sie alles angelegt haben. Bereit für einen Tag in die Haut meines Volkes zu schlüpfen?“

Penelo nahm den Brustpanzer vom Gestell und betrachtete dessen Innenseite. Die Aufnahme für eine der seitlichen Verbindungen saß etwas höher, als es ihr bei der Vermessung sinnvoll erschienen war, weshalb sie das Stück probeweise an den Rückenpanzer hielt und die Abstände kontrollierte. Nach einem kurzen Blick auf die vorgesehene Schulterplatte löste sie die Verbindung wieder und wandte sich an den Techniker, der gerade einige andere Ausrüstungsgegenstände in einem der Regale verstaute.

„Haben wir für diese Aufnahme noch ein kürzeres Verbindungselement? Das hier sitzt mir zu hoch. Ich möchte etwas mehr Platz unter der Schulter haben.“

Der Mann bestätigte ihre Frage und verschwand zwischen den benachbarten Regalen, während Penelo den Brustpanzer zurücklegte und den Basisanzug zur Hand nahm. Das flexible Material war an den stärker beanspruchten Stellen verstärkt und besaß mehrere eingearbeitete Anschlüsse, über die sich die äußeren Panzerteile befestigen ließen. Neben der Temperaturregelung verfügte der Anzug über Schutz- und Dichtungselemente, die zusammen mit dem Helm eine abgeschlossene Umgebung für den Träger herstellen konnten. Penelo öffnete die Verschlüsse und zeigte ihrer Gästin die innenliegenden Verstärkungen.

„Fangen wir mit dem Basisanzug an. Er verteilt einen Teil des Gewichts und hält die Panzerung an den richtigen Stellen. Das Gewebe ist verstärkt und besitzt eine eigene Temperaturregelung. Zusammen mit dem Helm können Sie die Rüstung außerdem gegen die Umgebung abdichten, was Sie bei unserem Höhenabsprung brauchen werden.“

Sie strich mit der rechten Hand über eine der seitlichen Verbindungen und zeigte auf die Stellen, an denen später die Panzerplatten befestigt werden sollten.

„Achten Sie vor allem darauf, dass das Material unter den Platten glatt liegt. Die Befestigungen müssen fest sitzen, aber an den Gelenken brauchen Sie genügend Spielraum. Probieren Sie ihn erst einmal an.“

Während Etara Gelegenheit bekam, den Basisanzug anzulegen, bereitete Penelo die größeren Rüstungsteile vor und ließ sich von dem zurückgekehrten Techniker die alternative Schulterverbindung geben. Das kürzere Element ließ sich ohne größere Schwierigkeiten einsetzen und nachdem sie die beiden Panzerteile erneut aneinandergehalten hatte, war sie mit dem Abstand zufrieden. Die verwendeten Komponenten folgten denselben grundlegenden Konstruktionsprinzipien, was solche Anpassungen erleichterte, auch wenn es gelegentlich notwendig war, eine Halterung auszutauschen oder eine Befestigung anders einzustellen. Bei der anschließenden Anprobe begann Penelo mit dem Brust- und Rückenpanzer, deren Gewicht über die Trageelemente des Basisanzugs auf Schultern und Hüfte verteilt wurde. Sie ließ die Verschlüsse einrasten und überprüfte die Lage der Platten, bevor sie die seitlichen Verbindungen nachstellte. Gerade unter den Armen und im Bereich der Schultern achtete sie auf die Abstände zwischen den einzelnen Elementen, da sich dort bei schlecht angepassten Rüstungen besonders schnell unangenehme Druckstellen bildeten. Die zuvor ausgetauschte Verbindung saß nun deutlich besser und gab der Schulterplatte ausreichend Raum.

„Bewegen Sie ruhig einmal die Schultern. Wenn irgendwo etwas drückt, sagen Sie es mir gleich. Die Platten sollen fest anliegen, aber Sie müssen sich darin schließlich auch noch drehen und die Arme heben können.“

Sie trat ein Stück zur Seite, um die Passform aus einer anderen Perspektive zu betrachten, und überprüfte anschließend die Stellung der beiden Schulterplatten. An einer der seitlichen Befestigungen nahm sie noch eine kleine Korrektur vor, ehe sie sich den Armschienen zuwandte. Die Gehäuse waren stabil genug, um neben der eigentlichen Panzerung auch verschiedene Bedienelemente und zusätzliche Ausrüstungsgegenstände aufzunehmen, wobei die für Etara vorgesehene Ausführung zunächst auf die grundlegenden Funktionen beschränkt blieb. Die Aufnahmen für ergänzende Waffensysteme waren vorhanden, aber größtenteils unbestückt.

„Über die Armschienen können Sie verschiedene Funktionen der Rüstung bedienen, das ist quasi die Kindervariante da die im Helm integrierte HUD-Steuerung über die Augen deutlich zu viel Übung bedarf. Einige unserer Leute tragen daran noch Seilwerfer, Flammenwerfer oder andere Waffen, aber für das Manöver belassen wir es bei der Grundausstattung. Ihre eigenen Waffen werden Sie ja ohnehin mitnehmen. Wir müssen später nur sehen, wo Sie sie am besten befestigen und ihnen Holster besorgen die mit unseren Verbindern kompatibel sind.“

Penelo zeigte die wichtigsten Bedienelemente und prüfte die Beweglichkeit der Handgelenke, bevor sie die dazugehörigen Handschuhe bereitlegte. Anschließend folgte die Beinpanzerung, deren Halterungen an den Oberschenkeln und Knien sie sorgfältig einstellte. Besonders die Übergänge zwischen Knieplatten und Stiefeln mussten genügend Bewegungsfreiheit lassen, damit sich das zusätzliche Gewicht beim Laufen und Abrollen gleichmäßig aufnehmen ließ. Nachdem auch die letzten Verschlüsse saßen, betrachtete sie die zusammengesetzte Panzerung aus etwas größerem Abstand und überprüfte die Stellung der einzelnen Platten.

„Das sieht für den Anfang gut aus. Sie werden das zusätzliche Gewicht wahrscheinlich zuerst an den Schultern und an der Hüfte bemerken, aber daran gewöhnt man sich recht schnell. Wo wir noch etwas nachstellen müssen, merken wir gleich bei den Übungen.“

Penelo wandte sich dem Helm zu, dessen T-förmiger Visor von einer kräftigen Einfassung umgeben war. An der Außenseite befanden sich mehrere Sensoröffnungen sowie eine kleine Antenneneinheit, während im Inneren die Polsterung, die Dichtungen und die elektronischen Verbindungen zu den übrigen Rüstungssystemen untergebracht waren. Sie setzte ihn auf die Prüfhalterung und schloss die Verbindung zur Konsole des Ausrüstungsplatzes an. Auf dem Bildschirm erschien das Sichtfeld des Helms mit seinen grundlegenden Statusanzeigen, die zunächst noch auf die werkseitigen Einstellungen zurückgesetzt waren.

„Der Helm dürfte Ihnen von der Bedienung her recht vertraut vorkommen. Viele der Anzeigen funktionieren ähnlich wie die Systeme in einem Cockpit. Sie bekommen die wichtigsten Informationen direkt ins Sichtfeld und können auswählen, welche davon Sie gerade brauchen. Zudem können sie Sichtfelder ihres Teams in ihr eigenes Integrieren, mit 360° Sicht arbeiten und vieles mehr...“

Sie ließ die gewöhnliche Sichtdarstellung auf dem Prüfmonitor erscheinen und richtete die optische Vergrößerung auf einen der gegenüberliegenden Wartungsstände, dessen Beschriftungen dadurch deutlich lesbar wurden. Mit einem Wechsel der Einstellung hob das Wärmebild die noch warmen Gehäuse mehrerer Maschinen hervor, bevor Penelo auch die Restlichtverstärkung vorführte. Am Rand des Sichtfelds blieben die wichtigsten Betriebsanzeigen der Rüstung erhalten, darunter ihre Energieversorgung und die Statusmeldungen des Basisanzugs. Eine einfache Zielmarkierung, ein Entfernungsmesser und die Möglichkeit, zusätzliche Sensordaten einzublenden, ergänzten die optischen Funktionen.

„Vergrößerung, Restlicht und Wärmebild werden Sie vermutlich häufiger brauchen. Dazu kommen die Zielmarkierung, der Entfernungsmesser und die Anzeigen Ihrer übrigen Ausrüstung. Sie können sich auch Bewegungen in Ihrer Umgebung melden lassen. Ich würde Ihnen allerdings empfehlen, zunächst nur die wichtigsten Informationen einzublenden.“

Mit einigen Eingaben reduzierte Penelo die Darstellung auf die gewöhnliche Ansicht und wenige Statussymbole. Die übrigen Funktionen blieben über das Menü und die Bedienelemente der Armschienen erreichbar, deren Belegung sich ebenso anpassen ließ wie die Position einzelner Anzeigen. Für die bevorstehende Übung richtete sie bereits ein zweites Anzeigelayout ein, das später die Höhen- und Betriebsdaten des Jetpacks aufnehmen sollte.

„Für den Absprung bekommen Sie diese zweite Ansicht. Da interessieren Sie vor allem die Höhe, die Ausrichtung und die Betriebsdaten des Antriebs. Zwischen den Ansichten können Sie über die Armschiene wechseln. Probieren Sie nachher ruhig aus, welche Anordnung Ihnen besser liegt.“

Anschließend öffnete sie die Kommunikationsübersicht und überprüfte die Verbindung zum Funkgerät des Helms. Neben den gewöhnlichen Verbindungen standen geschützte Kanäle zur Verfügung, über die sich die Kommunikation innerhalb einer militärischen Einheit abwickeln ließ. Die Kennungen der jeweiligen Teilnehmer konnten dabei unmittelbar im Sichtfeld angezeigt werden. Penelo stellte eine kurze Testverbindung zur Prüfkonsole her und überprüfte die Lautstärke, ehe sie die vorbereiteten Einstellungen für das Kommunikationsnetz der Hausphalanx aufrief.

„Hierüber läuft später die Kommunikation mit Ihrem Zug. Die Kennungen Ihrer Kameraden erscheinen im Sichtfeld und Sie können zwischen den vorgesehenen Kanälen wechseln. Sobald Sie Ihrem Zugführer vorgestellt worden sind, bekommen Sie die entsprechenden Einstellungen. Er wird Ihnen auch erklären, welche Meldungen seine Leute verwenden.“

Die Mandalorianerin zeigte ihrer Gästin außerdem die Anzeigen für den Umwelt- und Atemschutz, deren Daten über dieselbe Schnittstelle abgerufen werden konnten. Die Abdichtung des Helms arbeitete mit dem Basisanzug zusammen und ermöglichte es, dessen Temperaturregelung, Filtersystem und Atemreserven zu überwachen. Gerade für den bevorstehenden Absprung aus großer Höhe war es wichtig, dass diese Systeme einwandfrei funktionierten und die entsprechenden Warnmeldungen unmittelbar erkannt wurden.

„Beim Höhenabsprung muss die Abdichtung vollständig geschlossen sein und die Atemversorgung funktionieren. Die Anzeigen dafür sitzen hier. Wenn etwas mit dem Druckausgleich oder Ihrer Versorgung nicht stimmt, meldet sich das System. Ich möchte, dass Sie vor dem Einstieg in den Kom'rk wissen, wo Sie diese Werte finden.“

Penelo löste den Helm aus seiner Prüfhalterung und reichte ihn ihrer Gästin, damit diese ihn selbst anprobieren konnte. Die Verbindung zum Basisanzug war vorbereitet und sobald die Verschlüsse vollständig geschlossen waren, ließen sich die entsprechenden Betriebsdaten auf der Konsole abrufen. Die Polsterung sowie die Position der Einblendungen konnten noch angepasst werden, falls sich bei der ersten Verwendung Schwierigkeiten ergaben.

„Probieren Sie ihn in Ruhe aus. Wenn die Anzeigen ungünstig sitzen oder Ihnen die Polsterung irgendwo zu eng ist, ändern wir das gleich. Sie werden den Helm während des Manövers schließlich längere Zeit tragen und sollten sich darin vernünftig umsehen können.“

Währenddessen wandte sich Penelo dem Jetpack zu, das auf einem eigenen Prüfstand neben dem Rüstungsgestell befestigt war. Das Aggregat hatte bereits die technischen Kontrollen der Schmiede durchlaufen und war für die Verbindung mit dem vorgesehenen Rückenpanzer vorbereitet worden. Die Treibstoffzufuhr blieb während der Arbeiten gesperrt, sodass sie zunächst die mechanischen Befestigungen überprüfen konnte, bevor sie sich den elektronischen Anschlüssen widmete. Sie löste eine der äußeren Halterungen und führte das Jetpack an den Rückenpanzer heran, dessen Verstärkungen für die zusätzlichen Belastungen ausgelegt waren.

„Und jetzt kommen wir zum Jetpack. Sie hatten sich ja schon darauf gefreut.“

Penelo ließ die Befestigungen einrasten und überprüfte ihren Sitz, bevor sie die elektronische Verbindung herstellte. Auf dem Prüfmonitor erschien die Bestätigung der Anschlüsse, gefolgt von den Betriebsdaten des Aggregats. Die Schubdüsen blieben zunächst gesichert, während sie die Steuerung kontrollierte. Anders als bei den Panzerplatten kam es hier besonders darauf an, dass die Last sauber über den Rückenpanzer verteilt wurde und die Befestigungen auch bei plötzlichen Veränderungen der Fluglage zuverlässig hielten.

„Sie kennen sich mit Raumschiffen aus, deshalb werden Ihnen auch hier viele der Anzeigen bekannt vorkommen. Beim Jetpack müssen Sie sich allerdings an die unmittelbare Reaktion des Antriebs gewöhnen. Jede Veränderung des Schubs wirkt auf Ihren Körper und der Schwerpunkt liegt mit dem Aggregat deutlich weiter hinten. Gerade bei den ersten Bewegungen merkt man das ziemlich schnell.“

Sie rief die Steuerungsübersicht auf und zeigte die Verbindung zwischen den Bedienelementen der Armschienen und den entsprechenden Anzeigen im Helm. Der Zustand des Antriebs, die verbleibenden Treibstoffreserven und die Ausrichtung des Aggregats waren dort zusammengefasst, während die Stabilisierung bei der Kontrolle der Fluglage half. Penelo führte die grundlegenden Steuerbefehle über die gesicherte Prüfkonsole vor und ließ die entsprechenden Bewegungen auf dem Monitor darstellen, ohne die Schubdüsen tatsächlich zu zünden.

„Die Steuerung erfolgt hauptsächlich über die Armschiene. Im Helm sehen Sie die Ausrichtung, den Betriebszustand und die verbleibenden Reserven. Die Stabilisierung unterstützt Sie bei der Fluglage, aber die eigentlichen Bewegungen steuern Sie selbst. An der Trainingsvorrichtung können wir das gleich unter Belastung ausprobieren.“

Für den bevorstehenden Einsatz hatte die Schmiede außerdem eine Konfiguration vorbereitet, die den besonderen Anforderungen des Höhenabsprungs Rechnung trug. Anders als bei einem gewöhnlichen Flug würde Etara zunächst eine längere Strecke im freien Fall zurücklegen, ehe das Jetpack zur Stabilisierung und zum kontrollierten Abbremsen zum Einsatz kam. Penelo ließ die entsprechenden Anzeigen aufrufen und überprüfte, ob sich die Steuerung problemlos zwischen den vorbereiteten Einstellungen umschalten ließ.

„Beim Manöver springen Sie aus großer Höhe ab und bleiben zunächst im freien Fall. Das Jetpack brauchen Sie vor allem für die Kontrolle Ihrer Fluglage und die anschließende Bremsung. Dafür bekommen Sie die entsprechenden Höhen- und Betriebsdaten direkt ins Sichtfeld. Den genauen Ablauf gehen wir vor dem Absprung noch einmal durch.“

Die Mandalorianerin kontrollierte die mechanischen Sicherungen und führte ihre Gästin anschließend zu einer der nahe gelegenen Trainingsvorrichtungen, deren kräftige Halterungen an einer beweglichen Konstruktion unter der Hallendecke befestigt waren. Die Anlage wurde regelmäßig verwendet, um neue Rüstungen und Flugausrüstung unter kontrollierten Bedingungen zu erproben. Ihre Sicherungen konnten das Gewicht eines vollständig ausgerüsteten Kriegers aufnehmen und erlaubten es, verschiedene Bewegungen und Belastungen zu überprüfen, bevor die Ausrüstung tatsächlich im Flug verwendet wurde. Penelo kannte die Einrichtung aus zahlreichen Ausbildungsstunden. Gerade bei den jüngeren Angehörigen des Hauses hatte sie hier mehr als einmal erlebt, wie sich anfängliche Begeisterung in angestrengte Konzentration verwandelte, sobald die zusätzlichen Belastungen eines Jetpacks ins Spiel kamen. Bei den bereits erfahrenen Kriegern, die ihre Ausbildung an der Cabure-Akademie fortsetzten, ging es dagegen häufig um die Verbesserung bestehender Fähigkeiten und deren Anwendung unter schwierigeren Bedingungen. Dass Etara über Flugerfahrung verfügte, dürfte ihr bei den technischen Grundlagen helfen, doch die ungewohnte Gewichtsverteilung würde sie ebenso kennenlernen müssen wie jeder andere, der erstmals eine vollständige Beskar'gam trug. Einer der Techniker war bereits damit beschäftigt, die Sicherungen der Anlage vorzubereiten, während Penelo die Werte des Jetpacks auf den benachbarten Prüfmonitor übertragen ließ. Die Verbindung zwischen Rückenpanzer und Aggregat war hergestellt und die Steuerung reagierte auf die vorgesehenen Eingaben. Für die erste Erprobung wollte sie vor allem sehen, wie sich die einzelnen Panzerteile bei gewöhnlichen Bewegungen verhielten und ob das zusätzliche Gewicht des Jetpacks die zuvor vorgenommenen Einstellungen beeinflusste.

„Hier können wir das zusätzliche Gewicht unter Belastung ausprobieren. Die Sicherung fängt Sie auf, falls Sie das Gleichgewicht verlieren, und wir können bei Bedarf die Befestigungen nachstellen. Ich möchte vor allem sehen, ob Sie Ihre gewöhnlichen Bewegungen auch mit dem Jetpack sauber ausführen können.“

Penelo kontrollierte die vorbereiteten Halterungen und gab dem Techniker einige kurze Anweisungen, bevor sie sich wieder Etara zuwandte. An ihrem eigenen Unterarm befanden sich die vertrauten Bedienelemente ihrer Rüstung, deren Anordnung sie inzwischen so gut kannte, dass sie die wichtigsten Funktionen beinahe ohne hinzusehen erreichen konnte. Gerade deshalb war ihr daran gelegen, dass ihre Gästin wenigstens die grundlegenden Einstellungen der fremden Ausrüstung sicher bedienen konnte, bevor sie damit in einen militärischen Übungseinsatz aufbrach.

„Ihre eigenen Waffen sehen wir uns anschließend noch an. Die Befestigungen müssen mit den Platten zusammenpassen und wenn Ihre Waffen über geeignete Schnittstellen verfügen, können wir sie auch mit dem Helm verbinden. Ansonsten bleiben Sie einfach bei Ihrer gewohnten Bedienung. Ich gehe davon aus, dass ich Ihnen den Umgang mit einem Blaster nicht mehr erklären muss.“

Neben den Angaben zur Beskar'gam waren auf dem Prüfmonitor bereits die organisatorischen Daten für die anschließende Verlegung hinterlegt. Der A'kazz-Commandozug, dem Etara zugeteilt werden sollte, würde bei der Übung die Rolle der Verfolger übernehmen. Seine Aufgabe bestand darin, die vier Cabure-Anwärter im vorgesehenen Gelände aufzuspüren und auszuschalten, bevor diese ihren eigenen Ausbildungsauftrag erfüllen konnten. Die Angehörigen des Zuges waren mit solchen Operationen vertraut und sollten unter der Führung ihres Kommandanten eigenständig vorgehen, während die Anwärter ihre bisherigen Kenntnisse über Aufklärung, Orientierung, verdeckte Bewegung und das Verhalten unter Feinddruck anwenden mussten. Penelo wusste, wie anspruchsvoll gerade dieser Teil der Protector-Ausbildung werden konnte, wenn ein erfahrener Gegner die Verfolgung übernahm.

„Noch etwas zum Manöver. Wir verwenden dort scharfe Waffen, auf beiden Seiten. Sie werden als Mitglied des Jagdzuges mitgehen und sich an dessen Führung halten. Unsere Commandos sind solche Einsätze gewohnt und werden Sie in ihre Abläufe einbeziehen. Halten Sie sich vor allem an die Anweisungen Ihres Zugführers, damit Sie wissen, wie die Suche organisiert wird und wo die anderen Teile des Zuges unterwegs sind.“

Penelo hatte während ihrer Dienstzeit genügend schwere Treffer miterlebt, um die Grenzen einer Beskar'gam zu kennen. Gerade die Übergänge zwischen den einzelnen Platten blieben verwundbar und selbst ein Geschoss, das von der Panzerung aufgefangen wurde, konnte einen Krieger aus dem Gleichgewicht bringen. Bei den Übungen der Cabure-Akademie spielte der Umgang mit solchen Gefahren eine wichtige Rolle, denn die Ausbildung sollte ihre Anwärter auf Situationen vorbereiten, in denen sie sich gegen erfahrene und entsprechend ausgerüstete Gegner behaupten mussten.

„Über die Qualität von Beskar muss ich sie wahrscheinlich nicht aufklären, aber verlassen Sie sich bei Treffern nicht allein auf Ihre Panzerung. Besonders an den Gelenken und den Übergängen müssen Sie aufpassen. Alles Weitere erklärt Ihnen Ihr Zugführer, bevor Sie aufbrechen, auch wann man sich aus der Übung nimmt. Wir trainieren scharf aber verheizen Niemanden.“

Während der Techniker die letzten Sicherungen der Trainingsvorrichtung vorbereitete, kontrollierte Penelo noch einmal die Verbindung zum Prüfmonitor. Die Anlage war für die Belastung einer vollständigen Beskar'gam ausgelegt und konnte die Bewegungen während der folgenden Übungen begleiten. Sobald sich zeigte, wie die zusammengestellten Panzerteile unter Belastung saßen, würde sie die verbleibenden Einstellungen vornehmen und Etaras Ausrüstung für den bevorstehenden Einsatz vervollständigen.

„Wenn wir hier fertig sind, geht es direkt zum Kom'rk. Dort lernen Sie Ihren Zug kennen und bekommen die Einzelheiten zu Ihrem Einsatz. Ich werde Sie begleiten und bleibe bis zum Absprung bei Ihnen. Falls wir an der Rüstung noch etwas ändern müssen, haben wir also auch später noch Gelegenheit dazu.“

Penelo trat neben die vorbereitete Trainingsfläche und nahm die Anzeigen der Rüstung auf dem Prüfmonitor in Augenschein. Sie gab dem Techniker ein Zeichen, die Sicherungsanlage bereitzuhalten, und kontrollierte ein letztes Mal die Befestigungen des Rückenpanzers, ehe sie sich wieder ihrer Gästin zuwandte.

„Gut, dann versuchen Sie zunächst ein paar gewöhnliche Bewegungen. Gehen Sie ein Stück, drehen Sie sich einmal und gehen Sie anschließend in die Knie. Danach heben Sie die Arme über den Kopf. Achten Sie dabei besonders auf die Schultern und die Hüfte. Wenn irgendwo etwas spannt oder eine Platte gegen die andere stößt, sagen Sie es mir gleich. Anschließend prüfen wir mit der Sicherungsanlage, wie sich das Jetpack bei zusätzlicher Belastung verhält.“

Sie blieb neben der Konsole stehen, von der aus sie sowohl die Sicherungen der Trainingsanlage als auch die Werte der Beskar'gam im Blick behalten konnte.

[Äußerer Rand | Mandalore-Sektor | Zanbar | Watchpoint | Trainingsdocks | Ausrüstungs- und Prüfbereich] Etara und Penelo Vhett
 
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