Kultfilme die ihr nie gesehen habt.

Die Pate-Reihe ist wohl eindeutig das kultigste was ich nicht gesehen habe. Ich komme da einfach nicht durch..

Warum weigern sich hier eigentlich so viele Dirty Dancing zu schauen? Hat das irgendeinen Grund oder ist das eine generelle Ablehnung der 80s/90s-Schnulzen?
Ich kann generell mit Musik- und Tanzfilmen so gar nichts anfangen. Das hat mehr mit dem Genre als mit dem Film an sich zu tun.
 
@Steven Crant

Dass ich Dirty Dancing nie gesehen habe, ist bei mir letztlich eine Frage des Zufalls. Als der Film 1987 in die Kinos kam, war ich noch kein Kinogänger. Mein Blick richtete sich damals auf ältere Filme. Das Fernsehen zeigte zu jener Zeit noch erstaunlich viele Klassiker der Filmgeschichte.

Ein paar Jahre später begann bereits mein Studium, und damit eine Phase, in der ich nicht einmal einen Fernseher besaß. Mit dem Beginn des Studiums begann ich regelmäßig ins Kino zu gehen. Von da an galt meine Aufmerksamkeit vor allem den jeweils neuen Filmen eines Kinojahres. In diese Entwicklung fiel Dirty Dancing schlicht nicht mehr hinein.


@Darth_Jango

In den achtziger und frühen neunziger Jahren hatte ich sicherlich mehr als einmal Gelegenheit, Saturday Night Fever im Fernsehen zu sehen. Offensichtlich hat mich der Film damals jedoch nicht angesprochen, sonst wäre er mir kaum so konsequent entgangen.

Ich weiß allerdings, dass etwa Quentin Tarantino den Film wiederholt sehr gelobt hat. Vielleicht ergibt in den nächsten Monaten eine Gelegenheit. Ich habe deine Empfehlung im Kopf.
 
Clockwork Orange
The Big Lebowski
Einer flog über das Kuckucksnest
Kill Bill
Titanic
2091 Odyssee im Weltraum
Casablanca
Die Sieben Samurai
Frühstück bei Tiffany's
Ben Hur
Lawrence von Arabien
Jackie Brown
Der Stadtneurotiker

Das sind nur ein paar Kultfilme aus einer Liste. Gibt noch viel weitere.

Die ganzen 80/90er Filme, besonders die Komödien und Schnulzen habe ich geliebt. Die haben wir immer bei einer Freundin im Fernsehzimmer geschaut. Für mich war ein solches extra Zimmer mit VHS Spieler und den neusten Videos der absolute Luxus und eine willkommene Abwechslung.
 
Hätte ich vor knapp 2 Jahren in diesen Thread schreiben dürfen, wäre meine Antwort sicherlich noch ganz anders ausgefallen. Damals ist mir in der Tat aufgefallen, dass ich ganz viele Klassiker, die schon ewig auf meiner Watchlist waren, immer noch nicht gesehen hatte. Ein Problem war damals die Wahl meiner Streaming-Dienste: Ja, auf DisneyPlus hatte ich bereits einiges nachgeholt (insbesondere auch manche "Meisterwerke", von denen ich nicht sicher war, ob ich sie mal als kleines Kind auf SuperRTL gesehen hatte oder nicht), aber gerade Netflix ist ja eben so gar nicht dafür bekannt, besonders viele Klassiker im Programm zu haben. Erst auf WOW-Filme und AmazonPrime wurde ich dann wirklich fündig - und war erst einmal auch ein wenig davon erschlagen, wie viele alte Filme ich da auf einmal gucken konnte und wollte.

Nachdem ich die für mich "dringendsten" Klassiker dann durch hatte, habe ich irgendwann beschlossen, mich auf einen "Ritt durch die Jahrhunderte" zu begeben, um die Riege an Kultfilmen, die ich nachholen wollte, zumindest etwas zu strukturieren. Begonnen habe ich ganz am Anfang, bei den Gebrüdern Lumiére und Georges Méliès. Ich habe mich natürlich nicht ganz daran gehalten, aber irgendwann stand jeden Monat ein anderes Jahrzehnt im Fokus: Auf die frühen Anfänge folgten die 1910er-Jahre mit "Birth of Nation" sowie den ersten Chaplin-Kurzfilmen, dann die 20er mit Sachen wie "Nosferatu" und "Metropolis" oder auch "The Jazz Singer", ehe ich dann einen Monat später ein paar Klassiker der 30er - insbesondere "King Kong" und "Der blaue Engel" - nachgeholt habe und und und. Auf diese Weise habe ich mich im Grunde bis in die 2000er-Jahre gekämpft.

Dadurch habe ich jetzt viel "abarbeiten" können, wobei ich schon darauf geachtet habe, dass es nicht zu sehr in "Arbeit" ausgeartet ist. Ich habe auf dieser Reise viel über meinen eigenen Filmgeschmack gelernt und kann jetzt besser einschätzen, warum manchmal auch bestimmte Kultfilme bei mir nicht zünden, während ich andere Klassiker - teils auch sehr alte Filmen wie "Vom Winde verweht" - auf einer Stufe mit aktuelleren Vertretern meiner Lieblingsfilm-Liste sehe.

Übrig geblieben sind vor allem ein paar Filme, die ich bei den Streaming-Diensten meiner Wahl bisher nicht gefunden habe. Während hier einige auch Filme auflisten, die sie auch niemals schauen wollen, beschränke ich mich auf solche Klassiker, die ich auf jeden Fall noch gucken möchte, und nenne aus dieser Riege drei - gewissermaßen die drei, bei denen ich es aktuell am meisten "bedauere", sie noch nicht gesehen zu haben:
  • Einer flog übers Kuckucksnest
  • 9 1/2 Wochen
  • Das Fenster zum Hof
Beinahe wäre noch "Singin' in the Rain" in der Liste gelandet, aber erst vor ein paar wenigen Tage bin ich von WOW zu HBOmax gewechselt und da ist der Film nun also endlich für mich verfügbar - er stand jetzt doch schon sehr lange auf meiner Watchlist (im Grunde sogar schon, seit ich in jungen Jahren in einem "Lustigen Taschenbuch" eine Donald-Duck-Variante davon gelesen habe).
 
Zuletzt bearbeitet:
Das Fenster zum Hof ist einer meiner absoluten Lieblingsfilme. Er wäre auf Amazon Prime für gut 4,00 € (aufgerundet) ausleihbar. Aber gut, du leihst ja nicht.
Bei dem wäre ich aber tatsächlich versucht - da würde die Neugierde meine Abneigung gegen diese Leihpraxis von AmazonPrime eventuell sogar schlagen, wenn ich mal demnächst doch noch richtig Bock auf den Film bekommen sollte ;)
 
Habe den Klassiker "Der blaue Engel" heute nachgeholt:

Ich kenne das Buch nicht, aber eine Beschreibung dessen Inhaltes. Deshalb weiss ich, dass man sich kaum daran gehalten hat. Im Gegenteil, eigentlich wird die Geschichte durch den Fall und das Zerbrechen des Professors ziemlich ins Gegenteil umgekehrt und verleiht der Story eine etwas biedere Message.

Ansonsten war der Film von der Machart etwas anstrengend zu schauen. Das ständige Switchen zwischen Deutsch und Englisch empfand ich, auch wenn jetzt nicht so viel geredet wurde, als etwas nervig und man merkt, dass man noch nicht so viel Erfahrung mit Tonfilmen hatte.

Lächerlich wirkt heute die Klassenraumszene zu Beginn. Nicht nur, dass sie zu lange ist, verstehe ich nicht, warum man lauter Erwachsene für die Kinderrollen casten musste.

Der Film ist der Beginn der Karriere von Hollywood Legende Marlene Dietrich. Und ja, sie war eine Augenweide mit einer tollen Stimme. Eigentlich rettet nur sie den Film für mich, der ohne ihrer Performance und Ausstrahlung ein ziemlicher Rohrkrepierer wäre.

4 von 10 Punkten!
 
Blade Runner ist einer der ganz wenigen Sci-Fi-Filme, die ich zur Hälfte abgebrochen habe (und alle anderen sind, soweit ich mich erinnere, halt irgendwelche Trash-Sachen, wie sie manchmal auf Tele 5 laufen).

Spannenden Filmen wird gerne eine gewisse Energie nachgesagt, die sie mitbringen und auf den Zuschauer übertragen - in diesem Sinne hatte Blade Runner für mich gewissermaßen eine "Anti-Energie". Auf dem Papier klingt das alles erst einmal gut: Das Thema um die Replikanten hat mich schon am Beispiel des Androiden Data interessiert, der Cast um Harisson Ford und Edward James Olmos wirkt vielversprechend. Aber dann beginnt der Film... und ich werde direkt schläfrig. Ich bin ja wahrlich niemand, der unbedingt ein total hohes Pacing braucht, aber bei all den nachdenklichen, reflexiven, ja elegischen Szenen, für die der Film durchaus bekannt ist, geht das unter, weshalb ich eigentlich mal eingeschaltet habe: eine vielleicht ja nicht unspannende Geschichte um einen Kriminalfall in einer vielleicht ja nicht uninteressanten Sci-Fi-Welt.
 
Zuletzt bearbeitet:
Den Film Blade Runner wollte ich mir zwei Mal ansehen. Beide Male habe ich abgeschaltet. Beim ersten Mal war es sogar noch VHS.
Der gilt ja als DER Kultfilm des SF.

Das ging mir haargenau so.
Hab da überhaupt keinen Zugang zu gefunden und kann den Hype bis heute nicht nachvollziehen.

Ähnliches gilt auch für den Kultwestern „Spiel mir das Lied vom Tod“

Ich bin nicht über die Eröffnungsszene „drei unrasierte Männer am Bahnhof“ hinaus gekommen


Was DEN Kultfilm schlechthin, „The Rocky Horror Picture Show“, angeht, finde ich ihn zwar grundsätzlich gut, ziemlich großartig sogar.
Aber das Ende ist ein wenig abrupt und unbefriedigend. Was so als hätte man nicht recht gewusst, wie man das ganze Chaos jetzt auflösen soll. Fand ich immer schade
 
Ich glaube, ein Kultfilm ist nichts, was man einmal bekommt und dann für immer behält. Eher ein Zustand auf Zeit. Solange Leute den Film schauen, zitieren, sich darüber austauschen oder ihn irgendwie in ihren Alltag einbauen, lebt dieser Status weiter. Wenn das aufhört, verschwindet er langsam. Der Film selbst bleibt natürlich derselbe, aber die Beziehung zu ihm verändert sich.

Man merkt das vor allem an Generationen.

Viele Kultfilme sind eng mit einer bestimmten Lebensphase verbunden. Wer damals jung war, hat diese Filme oft rauf und runter geschaut. Dialoge auswendig gelernt, Szenen nachgespielt, sich darüber gestritten. Für diese Leute bleibt das prägend. Aber wenn der Film nicht an Jüngere weitergegeben wird, reißt diese Kette irgendwann ab. Dann bleibt vielleicht noch Anerkennung übrig. Oder Nostalgie. Aber kein echter Kult mehr.

Dazu kommt, dass viele dieser Filme einmal etwas Besonderes waren. Sie haben Dinge gemacht, die neu oder provokant waren. Genau das wird ihnen später zum Problem. Denn wenn andere Filme diese Ideen übernehmen, verliert das Original seinen Reiz. Was früher schräg oder mutig war, wirkt irgendwann ganz normal. Oder sogar langweilig.

Man kann das ziemlich gut beobachten.

Easy Rider war einmal ein Symbol für Freiheit und Gegenkultur. Heute wirkt er auf viele eher wie ein historisches Dokument. Interessant, aber auf Distanz. American Pie war Ende der Neunziger für viele ein Kultfilm. Inzwischen wirkt vieles daran einfach nur noch grob oder aus der Zeit gefallen. Und Blair Witch hat damals mit seiner Machart für echten Schrecken gesorgt. Heute kennt man diesen Stil so gut, dass der Effekt kaum noch funktioniert.

Nicht jeder Film fällt so schnell aus dem Kult heraus. Manche schaffen es, sich immer wieder neu zu verankern. Sie werden zitiert, tauchen ständig irgendwo auf oder sprechen Themen an, die nicht altern. Dadurch bleiben sie präsent. Und genau das ist der Punkt.

Kult entsteht nicht einmal. Kult wird ständig erneuert.

Sobald das nicht mehr passiert, kippt der Status. Dann ist der Film vielleicht immer noch wichtig oder einflussreich. Aber er wird nicht mehr gelebt. Und genau dann hört er auf, ein Kultfilm zu sein.
 
Blade Runner ist einer der ganz wenigen Sci-Fi-Filme, die ich zur Hälfte abgebrochen habe (und alle anderen sind, soweit ich mich erinnere, halt irgendwelche Trash-Sachen, wie sie manchmal auf Tele 5 laufen).

Spannenden Filmen wird gerne eine gewisse Energie nachgesagt, die sie mitbringen und auf den Zuschauer übertragen - in diesem Sinne hatte Blade Runner für mich gewissermaßen eine "Anti-Energie". Auf dem Papier klingt das alles erst einmal gut: Das Thema um die Replikanten hat mich schon am Beispiel des Androiden Data interessiert, der Cast um Harisson Ford und Edward James Olmos wirkt vielversprechend. Aber dann beginnt der Film... und ich werde direkt schläfrig. Ich bin ja wahrlich niemand, der unbedingt ein total hohes Pacing braucht, aber bei all den nachdenklichen, reflexiven, ja elegischen Szenen, für die der Film durchaus bekannt ist, geht das unter, weshalb ich eigentlich mal eingeschaltet habe: eine vielleicht ja nicht unspannende Geschichte um einen Kriminalfall in einer vielleicht ja nicht uninteressanten Sci-Fi-Welt.

"Blade Runner" ist bei mir auch ein Film, wo ich in der richtigen Stimmung dazu sein muss. Es ist sicherlich kein Film, wie "Star Wars", den ich immer schauen kann. Wenn man aber sich darauf einlässt, finde ich ihn schon sehr stark (vor allem optisch und atmosphärisch). Er ist halt sehr ruhig erzählt. "Blade Runner 2049" war dann auch nicht mehr mein Fall, taucht Ford erst im letzten Drittel auf und ist der Film noch langsamer als Teil 1. Hab ihn jetzt 3x gesehen und gebe ihm besten Fall eine 6/10, da er tlw. schön ausschaut und es nett ist, wieder im "Blade Runner"-Universum zu sein.
 
Manche sogenannten „Kultfilme“ sprechen aber auch ein ganz bestimmtes Publikum an und nicht unbedingt die breite Masse. Den Eindruck hatte ich zum Beispiel bei „Fear and Loathing in Las Vegas“, ein Film, der bei mir eher Fragezeichen als Begeisterung auslöste.
 
Manche sogenannten „Kultfilme“ sprechen aber auch ein ganz bestimmtes Publikum an und nicht unbedingt die breite Masse. Den Eindruck hatte ich zum Beispiel bei „Fear and Loathing in Las Vegas“, ein Film, der bei mir eher Fragezeichen als Begeisterung auslöste.

Den Eindruck habe ich bei jedem Film von Tarantino. Für die einen ist es ganz hohe Kunst und für die anderen einfach nur absolut weirde Filme.
 
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