Klassiker, die ihr empfehlen könnt

Ich liebe ja diese Loriot Filme, Ödipussi und Papa ante portas. Ja, die sind mächtig angestaubt, aber wer diesen Humor mag, kann sich die Filme immer wieder anschauen.

Dann noch "In der Hitze der Nacht" mit Sidney Poitier!

Gran Torino, immerhin schon fast 20 Jahre alt. Hat nichts von seiner Aktualität eingebüßt und Clint Eastwood ist einfach sensationell.
 
Die Unbestechlichen

Alan J. Pakula - Robert Redford, Dustin Hoffman
Im Mittelpunkt stehen die beiden Reporter Bob Woodward und Carl Bernstein von der Washington Post, gespielt von Robert Redford und Dustin Hoffman. Es geht um die Watergate-Affäre, aber der Film macht daraus kein großes Politdrama. Man begleitet die beiden einfach bei ihrer Arbeit. Viel Recherche, viele Gespräche, viele Sackgassen.

Was den Film stark macht, ist genau diese Ruhe. Es passiert nicht ständig etwas Spektakuläres. Stattdessen setzt sich alles langsam zusammen. Ein Detail hier, eine Information da. Man merkt irgendwann, dass sich ein Muster ergibt, ohne dass der Film einem das groß erklärt.

Redford und Hoffman spielen das zurückhaltend. Redford eher ruhig und kontrolliert, Hoffman etwas direkter und ungeduldiger. Die beiden wirken wie normale Kollegen und nicht wie typische Filmhelden.

Die Spannung kommt nicht von Action, sondern davon, dass man sehen will, wie sich das Ganze entwickelt.
 
Mulholland Drive

David Lynch - Naomi Watts, Laura Harring

David Lynch erzählt hier keine klassische Geschichte. Vielmehr baut er eine Welt, die sich anfühlt wie ein Traum, in dem zunächst alles halbwegs logisch erscheint. Eine junge Schauspielerin kommt nach Los Angeles und hofft auf ihren Durchbruch. Doch ziemlich schnell verschieben sich die Ebenen, Figuren verändern sich, Zusammenhänge lösen sich auf. Man merkt, dass man sich auf unsicherem Terrain bewegt, ohne genau sagen zu können, wo der Bruch passiert.

Gerade das macht den Reiz aus. Der Film erklärt nichts und nimmt einem keine Deutung ab. Wer eine klare Auflösung erwartet, wird hier vermutlich frustriert. Wer sich aber darauf einlässt, wird hineingezogen in eine sehr dichte, oft unheimliche Atmosphäre, die man so schnell nicht vergisst.

Ein großer Grund dafür ist Naomi Watts. Ihre Entwicklung gehört zu den stärksten Leistungen, die ich kenne. Was am Anfang fast schon übertrieben optimistisch wirkt, bekommt im Verlauf eine ganz andere, deutlich dunklere Bedeutung. Dieser Umschlag trifft einen ziemlich direkt.

Auch die Inszenierung spielt eine enorme Rolle. Es gibt Szenen, die scheinbar harmlos beginnen und sich dann in etwas verwandeln, das schwer zu greifen ist, aber lange nachwirkt. Der Soundtrack von Angelo Badalamenti verstärkt das noch. Man hat ständig das Gefühl, dass unter der Oberfläche etwas nicht stimmt.

Für mich ist Mulholland Drive mein liebster Film von Lynch, einer meiner absoluten Lieblingsfilme überhaupt und ein moderner Klassiker, der sich mit jedem erneuten Sehen eher vertieft als abnutzt.
 
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Mulholland Drive

David Lynch - Naomi Watts, Laura Harring

David Lynch erzählt hier keine klassische Geschichte. Vielmehr baut er eine Welt, die sich anfühlt wie ein Traum, in dem zunächst alles halbwegs logisch erscheint. Eine junge Schauspielerin kommt nach Los Angeles und hofft auf ihren Durchbruch. Doch ziemlich schnell verschieben sich die Ebenen, Figuren verändern sich, Zusammenhänge lösen sich auf. Man merkt, dass man sich auf unsicherem Terrain bewegt, ohne genau sagen zu können, wo der Bruch passiert.

Gerade das macht den Reiz aus. Der Film erklärt nichts und nimmt einem keine Deutung ab. Wer eine klare Auflösung erwartet, wird hier vermutlich frustriert. Wer sich aber darauf einlässt, wird hineingezogen in eine sehr dichte, oft unheimliche Atmosphäre, die man so schnell nicht vergisst.

Ein großer Grund dafür ist Naomi Watts. Ihre Entwicklung gehört zu den stärksten Leistungen, die ich kenne. Was am Anfang fast schon übertrieben optimistisch wirkt, bekommt im Verlauf eine ganz andere, deutlich dunklere Bedeutung. Dieser Umschlag trifft einen ziemlich direkt.

Auch die Inszenierung spielt eine enorme Rolle. Es gibt Szenen, die scheinbar harmlos beginnen und sich dann in etwas verwandeln, das schwer zu greifen ist, aber lange nachwirkt. Der Soundtrack von Angelo Badalamenti verstärkt das noch. Man hat ständig das Gefühl, dass unter der Oberfläche etwas nicht stimmt.

Für mich ist Mulholland Drive mein liebster Film von Lynch, einer meiner absoluten Lieblingsfilme überhaupt und ein moderner Klassiker, der sich mit jedem erneuten Sehen eher vertieft als abnutzt.
Puh, der Film ist echt ein Brett. Braucht man auch starke Nerven für.
 
Kurios ist, dass Mulholland Drive bei den Oscars nur für die Beste Regie nominiert war und selbst diesen Preis nicht gewann. Wenn man sich das heute vor Augen führt, wirkt es fast wie ein Missverständnis der Zeit. Denn während Lynchs Film leer ausging, wurde ausgerechnet A Beautiful Mind als Bester Film ausgezeichnet.

Mit etwas Abstand hat sich das Kräfteverhältnis jedoch deutlich verschoben. Mulholland Drive gilt vielen als einer der wichtigsten Filme dieses Jahrhunderts. Er taucht regelmäßig ganz oben in Kritikerlisten auf, wird immer wieder neu interpretiert und hat eine Wirkung entfaltet, die weit über das hinausgeht, was sich in Preisen messen lässt.
 
Kurios ist, dass Mulholland Drive bei den Oscars nur für die Beste Regie nominiert war und selbst diesen Preis nicht gewann. Wenn man sich das heute vor Augen führt, wirkt es fast wie ein Missverständnis der Zeit. Denn während Lynchs Film leer ausging, wurde ausgerechnet A Beautiful Mind als Bester Film ausgezeichnet.

Mit etwas Abstand hat sich das Kräfteverhältnis jedoch deutlich verschoben. Mulholland Drive gilt vielen als einer der wichtigsten Filme dieses Jahrhunderts. Er taucht regelmäßig ganz oben in Kritikerlisten auf, wird immer wieder neu interpretiert und hat eine Wirkung entfaltet, die weit über das hinausgeht, was sich in Preisen messen lässt.

Das war halt auch noch in einer Zeit als die Oscars den besten Mainstream Film auszeichneten. "A Beautiful Mind" ist halt eher ein Mainstream Film, während "Muholland Drive" eher der Festival/Kritiker Film ist. Ich muss ehrlich zugeben, ich bin kein Fan des Films. Finde ihn eher seltsam und fad, weshalb 1x sehen reicht.

2001 hätte eigentlich sowieso FotR abräumen müssen, was dann 2003 bei RotK nachgeholt wurde.
 
Mulholland Drive kam 2002 in die deutschen Kinos, und wenn ich an dieses Kinojahr zurückdenke, dann fällt mir die Entscheidung erstaunlich leicht. Natürlich standen mit Der Herr der Ringe: Die zwei Türme und The Royal Tenenbaums zwei Filme im Raum, die auf ihre Weise herausragend sind. Der eine als großes, episches Kino, der andere als stilisierte, sehr eigenwillige Familiengeschichte. Aber bei mir hat sich schon während des ersten Sehens etwas anderes durchgesetzt.

Ich weiß noch ziemlich genau, wie schnell mich dieser Film gepackt hat. Da war sofort dieses Gefühl, in etwas hineingezogen zu werden, ohne dass man genau sagen kann, warum. Die Bilder haben eine seltsame Sogwirkung, fast wie in einem Traum, der gleichzeitig schön und unangenehm ist. Dazu kommt die Musik, die sich nicht einfach in den Vordergrund drängt, sondern sich unter alles legt und diese unterschwellige Unruhe verstärkt. Es ist die ganze Zeit etwas da, das nicht greifbar ist, aber spürbar bleibt. Diese durchgehend unheimliche Atmosphäre hat mich damals komplett erwischt.

Und dann die Figuren. Obwohl der Film sich jeder klaren Struktur entzieht, sind die Menschen darin alles andere als egal. Gerade Naomi Watts hat mich sofort beeindruckt. Dieses Spiel zwischen naiver Offenheit und späterer Verzweiflung wirkt nie künstlich. Man merkt, wie genau das gebaut ist, ohne dass es sich je nach Konstruktion anfühlt. Sie gibt dem Film etwas sehr Menschliches, einen emotionalen Kern, an dem man sich festhalten kann, selbst wenn um einen herum alles unsicher wird.

Vielleicht war genau das der entscheidende Punkt. Während die anderen großen Filme dieses Jahres ihre Wirkung sehr klar entfalten, hat mich Mulholland Drive eher hineingezogen und nicht mehr losgelassen. Ich saß da und wusste schon während des Sehens, dass das gerade etwas Besonderes ist, auch wenn ich es nicht sofort einordnen konnte. Und genau deshalb war der Film für mich am Ende die Nummer eins dieses starken Kinojahres 2002.

Eine Analyse und Interpretation von Mulholland Drive:


 
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