Mulholland Drive
David Lynch - Naomi Watts, Laura Harring
David Lynch erzählt hier keine klassische Geschichte. Vielmehr baut er eine Welt, die sich anfühlt wie ein Traum, in dem zunächst alles halbwegs logisch erscheint. Eine junge Schauspielerin kommt nach Los Angeles und hofft auf ihren Durchbruch. Doch ziemlich schnell verschieben sich die Ebenen, Figuren verändern sich, Zusammenhänge lösen sich auf. Man merkt, dass man sich auf unsicherem Terrain bewegt, ohne genau sagen zu können, wo der Bruch passiert.
Gerade das macht den Reiz aus. Der Film erklärt nichts und nimmt einem keine Deutung ab. Wer eine klare Auflösung erwartet, wird hier vermutlich frustriert. Wer sich aber darauf einlässt, wird hineingezogen in eine sehr dichte, oft unheimliche Atmosphäre, die man so schnell nicht vergisst.
Ein großer Grund dafür ist Naomi Watts. Ihre Entwicklung gehört zu den stärksten Leistungen, die ich kenne. Was am Anfang fast schon übertrieben optimistisch wirkt, bekommt im Verlauf eine ganz andere, deutlich dunklere Bedeutung. Dieser Umschlag trifft einen ziemlich direkt.
Auch die Inszenierung spielt eine enorme Rolle. Es gibt Szenen, die scheinbar harmlos beginnen und sich dann in etwas verwandeln, das schwer zu greifen ist, aber lange nachwirkt. Der Soundtrack von Angelo Badalamenti verstärkt das noch. Man hat ständig das Gefühl, dass unter der Oberfläche etwas nicht stimmt.
Für mich ist
Mulholland Drive mein liebster Film von Lynch, einer meiner absoluten Lieblingsfilme überhaupt und ein moderner Klassiker, der sich mit jedem erneuten Sehen eher vertieft als abnutzt.