Wie hat dir The Mandalorian & Grogu gefallen?

Wie hat dir The Mandalorian & Grogu gefallen? (1 bis 10 Punkte)


  • Umfrageteilnehmer
    36
nach deiner Kritik hätte ich sogar mit weniger Punkten gerechnet... Womit verdient sich der Film denn die 5 Punkte, also was fandest du denn trotzdem gut, wenn man fragen darf?

Naja er wird mit den St Filmen ja auch verglichen deshalb nie weniger als 3 Punkte.
Ich mochte den Anfang, hier hatte ich schönes Star Wars Feeling. Und die Effekte haben mir gut gefallen.
Aber Kämpfende Hutten hätte ich nicht gebraucht.
 
Deshalb höre ich bei Rewatches meist auch nach Staffel 2 auf. Ich finde auch, die ersten beiden Staffeln stehen hervorragend für sich alleine.
Ich bin da ein wenig unentschieden. Ja, für die Grogu/Din-Beziehung war die Szene, in der dann "Baby-Yoda" mit Luke geht, der perfekte Abschluss - zumal man dann in der 3. Staffel ohnehin kaum mehr eine Story um den kleinen Knirps zu erzählen hatte. Zwar dachte ich immer, dass wir dann halt noch irgendwann noch eine Geschichte um einen älteren Grogu erzählt bekommen, in der erklärt wird, wie er dem Angriff auf die Jedi-Schule durch Kylo Ren entkommen konnte - aber das war für mich immer ein anderes Projekt und nicht mehr Teil der Serie, um die es hier geht.

Dass die Serie an sich, nun eben ohne Grogu, weitergehen könnte, dachte ich mir aber eigentlich schon unmittelbar, nachdem ich das 2. Staffelfinale gesehen hatte. Rund um Bo Katan gab es eigentlich schon spannende Dinge zu erzählen und es blieben ja durchaus auch Fragen offen - ich denke hier etwa an das Dunkelschwert. Gerechnet habe ich daher eigentlich mit zwei Staffeln, die nun eine neue Geschichte erzählen, die sich von den ersten zwei Staffeln abgrenzen und aber auf ähnliche Weise eine zusammengehörige Geschichte erzählen wie eben Staffel 1 und 2.

Nun ist es anders gekommen und für mich bleibt offen, ob TMAG das letzte Mal war, das wir Din Djarin und Grogu gesehen haben. Wenn ja, war es sicherlich auf der einen Seite passend, ihnen ein Kino-Send-Off auf der großen Bühne zu geben, aber auf der anderen Seite bleiben eben auch einige "Was wäre, wenn...?"-Szenarien zurück. Das für mich dringlichste hat allerdings weniger mit der Story als mit der Distribution des Filmes zu tun: Was wäre, wenn nicht allen klar wäre, dass TMAG demnächst auf DisneyPlus landet?
 
Zuletzt bearbeitet:
Die Disney+-Frage spielt sicherlich eine Rolle, für mich liegt das eigentliche Problem aber an einer anderen Stelle: The Mandalorian and Grogu ist schlicht kein besonders guter Film. Die Story ist ausgesprochen dünn, die Nebenfiguren bleiben erstaunlich blass und über weite Strecken hatte ich das Gefühl, dass hier Material, das vielleicht für eine Serienfolge gereicht hätte, irgendwie auf Kinolänge gebracht werden musste. Und selbst als Folge von The Mandalorian wäre das für mich eine ziemlich schwache gewesen.

Mir ging es beim ersten Kinobesuch tatsächlich ähnlich wie @Ansiv Reeblac. Ich habe mich zwischendurch immer wieder gelangweilt. Irgendwann kam dann noch der besonders schöne Moment, in dem mir mit leichtem Schrecken einfiel, dass ich für den Film bereits einen zweiten Kinobesuch fest gebucht hatte. Wenn man während eines neuen Star Wars-Films im Kino sitzt und sich plötzlich fragt, warum man sich das eigentlich gleich noch einmal antun wollte, läuft irgendetwas schief.

Dabei lag es bei mir ganz sicher nicht daran, dass ich Din Djarin und Grogu grundsätzlich überdrüssig wäre. Im Gegenteil, die ersten beiden Staffeln von The Mandalorian mochte ich ausgesprochen gerne. Auch im Film gibt es einzelne Dinge, die mir gefallen, insbesondere dass Grogu etwas mehr Eigenständigkeit bekommt. Nur braucht ein Kinofilm eben mehr als zwei sympathische Hauptfiguren, ein paar hübsche Schauwerte und die Gewissheit, dass das Star Wars ist.

Deshalb würde ich einen mäßigen Kinoerfolg auch nicht vorschnell damit erklären, dass ohnehin jeder weiß, dass der Film irgendwann bei Disney+ landet. Das gilt inzwischen schließlich für praktisch jeden Disney-Kinofilm. Wenn ein Film das Gefühl vermittelt, dass man ihn unbedingt auf der großen Leinwand sehen muss, gehen die Leute trotzdem ins Kino. The Mandalorian and Grogu vermittelt mir dieses Gefühl nur selten.

Vielleicht ist das sogar die eigentliche Ironie der Sache: Ausgerechnet der erste Star Wars-Kinofilm seit Jahren fühlt sich für mich weniger nach Kino an als manches, was Disney+ zuvor als Serie veröffentlicht hat. Für eine richtig gute Folge von The Mandalorian wäre ich gerne ins Kino gegangen. Stattdessen habe ich einen Kinofilm bekommen, bei dem ich mir mehrfach gewünscht habe, er wäre wenigstens eine richtig gute Folge von The Mandalorian.
 
The Mandalorian and Grogu ist schlicht kein besonders guter Film.
Gna, ich verstehe natürlich, was du meinst, aber das finde ich dann als Aussage, wie sie dasteht, wiederum schwierig. Gut, "besonders gut" im Sinne von 5 Sternen fand ich ihn auch nicht, habe ihm aber 4 Sterne gegeben, hinter denen ich auch in der Rückschau stehe. Das soll bitte nicht bedeuten, dass deine Wertung nicht genau so legitim wäre, nur (hochtrabend formuliert): Wenn A ihn gut fand und B ihn schlecht fand, wer sind wir dann, zu behaupten, dass der Film entweder das eine oder das andere war? ;)

Wo ich aber mitgehe, ist, dass es kein Film war, welcher der Masse das Gefühl vermittelte, man müsse ihn unbedingt auf der großen Leinwand gesehen haben. Vielleicht wäre das jedoch für eine gute Kinoauswertung gar nicht so notwendig gewesen: Dieser Drang, ins Kino zu gehen, kann ja auch aus dem Gefühl rühren, man würde gerne "zeitnah mitreden" müssen - nur dass TMAG eben gar nicht viel zum "Bereden" hatte. Daher gehe sogar noch weiter: Das war kein Film, der das Gefühl vermittelte, man müsse ihn überhaupt im Kino sehen.

Dazu gehört in der Tat beides - die frühe Verfügbarkeit auf DisneyPlus, aber natürlich auch das, was du schreibst. Für mich zeigt sich das gerade bei den beiden erfolgreichen Filmen, die da aktuell laufen: Dass Spider-Man 4 unter all den Disney-Filmen so gut läuft, erkläre ich mir zumindest zu Teilen eben schon damit, dass durch den Sony-Deal nicht so ganz klar ist, wann der Film bei DisneyPlus aufschlägt; dass The Odyssey von den Einspielergebnissen nun Nolans erfolgreichster Film ist, erkläre ich mir zumindest zu Teilen eben auch damit, dass dem Zielpublikum erfolgreich vermittelt wurde, man könne den Film eigentlich nur auf einer möglichst großen Leinwand so richtig sehen - "as Nolan intended".
 
Zuletzt bearbeitet:
Da hast du natürlich recht. Mein „The Mandalorian and Grogu ist schlicht kein besonders guter Film“ war als persönliches Werturteil gemeint und tatsächlich zu absolut formuliert.

Bei deinem eigentlichen Punkt gehe ich sogar ziemlich weit mit. Vielleicht ist die entscheidende Frage tatsächlich weniger, ob ein Film unbedingt auf die große Leinwand gehört, sondern ob es irgendeinen starken Grund gibt, ihn jetzt im Kino sehen zu wollen. Das kann das audiovisuelle Erlebnis sein, genauso aber der Wunsch, bei einem Ereignis dabei zu sein, Spoilern zuvorzukommen oder einfach zeitnah mitreden zu können.

Genau da hatte The Mandalorian and Grogu meines Erachtens ein Problem. Der Film hatte für mich weder diesen ausgeprägten Eventcharakter noch das Gefühl, dass hier etwas passiert, über das anschließend alle reden werden. Dafür ist die Geschichte letztlich zu klein und zu folgenlos. Man verpasst nicht sonderlich viel, wenn man ein paar Monate wartet. Das dürfte für einen Kinofilm sogar gefährlicher sein als die bloße Tatsache, dass er irgendwann bei Disney+ landet.

Deine beiden Gegenbeispiele finde ich deshalb ziemlich passend, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen. Bei Spider-Man: Brand New Day entsteht der Druck schon dadurch, dass ein neuer Spider-Man ein Ereignis ist. Ein erheblicher Teil des Publikums möchte möglichst früh wissen, was passiert, Spoiler vermeiden und mitreden können. Bei der Streamingfrage würde ich den Sony-Faktor allerdings nicht allzu hoch gewichten. Nach meinem Gefühl dürfte nur ein relativ kleiner Teil des normalen Kinopublikums überhaupt genau auf dem Schirm haben, welche Auswirkungen die komplizierten Rechte- und Auswertungsvereinbarungen zwischen Sony und Disney darauf haben, wann ein Spider-Man-Film bei Disney+ auftaucht. Dazu kommt, dass längst nicht jeder Kinobesucher ein Disney+-Abo besitzt. Für uns, die sich intensiver mit Filmen, Einspielergebnissen und Streamingauswertungen beschäftigen, sind solche Zusammenhänge sehr präsent. Ich bezweifle aber, dass sie für das breite Publikum bei der Entscheidung zwischen Kino und Warten eine ähnlich große Rolle spielen.

Bei Die Odyssee funktioniert es noch einmal anders. Nolan verkauft inzwischen nicht nur einen neuen Film, sondern regelrecht das Kinoerlebnis selbst. Dieses „as Nolan intended“ ist längst ein Teil seiner Marke geworden. Das Publikum bekommt vermittelt, dass es eben einen Unterschied macht, ob man den Film auf einer möglichst großen Leinwand, idealerweise in IMAX, oder irgendwann zu Hause auf dem Fernseher sieht. Natürlich bekommt man später denselben Film zu sehen, aber ausdrücklich nicht dasselbe Erlebnis.

Bei The Mandalorian and Grogu war die Ausgangslage fast umgekehrt. Mando und Grogu kommen aus einer Serie, die das Publikum jahrelang ganz selbstverständlich zu Hause gesehen hat. Disney musste den Leuten also erst einmal einen überzeugenden Grund liefern, weshalb sie diese beiden Figuren plötzlich im Kino sehen sollten. Gerade deshalb hätte der Film meiner Meinung nach stärker nach einem Ereignis aussehen und sich auch so anfühlen müssen. Stattdessen hatte ich über weite Strecken das Gefühl, eine besonders aufwendig produzierte Verlängerung der Serie zu sehen.

Vielleicht ist Disney+ deshalb gar nicht die eigentliche Ursache des Problems, sondern eher dessen Verstärker. Wenn ich glaube, etwas Besonderes zu verpassen, gehe ich ins Kino und warte nicht auf den Stream. Wenn ich dagegen den Eindruck habe, dass ich einige Monate später auf meinem Fernseher kaum etwas Wesentliches einbüße, wird die absehbare Disney+-Veröffentlichung plötzlich zu einem ziemlich guten Argument fürs Warten.

Insofern sind wir am Ende vermutlich gar nicht so weit auseinander. :)
 
Nolan ist einer dieser zeitgenössischen Regisseure, deren Name bereits eine Marke für sich repräsentiert, die ins Kino zieht. "Den neuen Nolan"(/Tarantino/Spielberg/Iñarritu etc) schaut man halt auf der großen Leinwand, weil Werbetrommel, weil Reputation, weil "Starfaktor", weil Kritikerlob, weil egal, ob einem der Film gefällt oder nicht, es am Ende immer etwas gibt, worüber "die Leute" reden -- und sei es auch nur ein skurriles Randdetail wie das richtige Filmformat.

TMAG hatte als irgendwie Vergleichbares höchstens Pedro Pascal, der wiederum inflationär in allen möglichen Projekten auftaucht, wodurch sich das Alleinstellungsmerkmal seiner Mitwirkung ein Stück weit relativiert.
 
Nolan ist einer dieser zeitgenössischen Regisseure, deren Name bereits eine Marke für sich repräsentiert, die ins Kino zieht. "Den neuen Nolan"(/Tarantino/Spielberg/Iñarritu etc) schaut man halt auf der großen Leinwand, weil Werbetrommel, weil Reputation, weil "Starfaktor", weil Kritikerlob, weil egal, ob einem der Film gefällt oder nicht, es am Ende immer etwas gibt, worüber "die Leute" reden -- und sei es auch nur ein skurriles Randdetail wie das richtige Filmformat.
Das "traurige" (hochtrabend gesagt, daher in Anführungszeichen) ist: Zumindest gefühlt hatte das SW auch mal. Aber irgendwo auf dem Weg hat man das verloren und nun ist es gar nicht mehr so leicht, das wiederzubekommen. Aber das führt dann ggf. eher auf diesen Thread.
 
Zuletzt bearbeitet:
Das "traurige" (hochtrabend gesagt, daher in Anführungszeichen) ist: Zumindest gefühlt hatte das SW auch mal. Aber irgendwo auf dem Weg hat man das verloren und nun ist es gar nicht mehr so leicht, das wiederzubekommen.
Dass SW diesen Stellenwert nach & nach verliert, hängt nach mir schlicht damit zusammen, wie hoch der Ouput des Massenkompatibelsten Medium (Sprich Realfilm) geworden ist:

Auch ein Nolan bringt nicht jedes Jahr ein Film. Und Jemand wie Scorsese wird halt angefeuert, weil 4 Filme in seinem Alter zu drehen, sich zum Teil der Marketingstrategie entwickelt hat.
 
Ich glaube, man macht es sich etwas zu einfach, wenn man die gigantischen Einspielergebnisse von Episode I und Episode VII ausschließlich als Beleg dafür nimmt, welche Zugkraft Star Wars als Marke grundsätzlich besitzt. Beide Filme kamen unter Bedingungen ins Kino, die sich kaum wiederholen lassen.

Episode I hatte 1999 einen geradezu absurd großen Vertrauensvorschuss. 16 Jahre lang hatte es keinen neuen Star-Wars-Kinofilm gegeben, während die OT längst vom erfolgreichen Filmklassiker zum popkulturellen Mythos geworden war. Nun sollte George Lucas persönlich zurückkehren und endlich erzählen, wie alles angefangen hatte. Wie wurde aus Anakin Skywalker Darth Vader? Wie sah der Jedi-Orden auf dem Höhepunkt seiner Macht aus? Wie funktionierte die Republik vor dem Imperium? Das waren Fragen, deren Antworten Millionen Menschen sehen wollten, bevor überhaupt jemand wissen konnte, ob Episode I ein guter Film werden würde.

Der gigantische Hype war deshalb zu einem erheblichen Teil ein Erbe der OT. Episode I musste sich das Vertrauen des Publikums nicht erst verdienen. Die OT hatte diese Arbeit bereits erledigt.

Bei Episode VII war es 2015 im Grunde dasselbe Spiel noch einmal, nur mit einer zusätzlichen Portion Nostalgie. Wieder war Star Wars nach langer Pause zurück im Kino, diesmal sogar mit dem Versprechen, die Geschichte der OT tatsächlich fortzusetzen. Han Solo, Leia, Luke, Chewbacca und der Millennium Falke kehrten zurück. Dazu kamen Sturmtruppen, X-Wings und TIE-Fighter. Disney musste dem Publikum kaum erklären, warum es diesen Film sehen sollte. Die emotionale Verbindung war längst vorhanden.

Ich bezweifle sehr, dass ein Star-Wars-Film mit vollkommen neuen Figuren, ohne Han, Luke und Leia und ohne die massive Anlehnung an die OT auch nur annähernd auf diese zwei Milliarden Dollar gekommen wäre. Episode VII war nicht nur der erste Film einer neuen Trilogie. Er war gleichzeitig ein gigantisches Wiedersehensfest.

Und deshalb bin ich auf Starfighter so gespannt. Denn diesmal fehlen diese Sicherheitsnetze weitgehend.

Selbst The Mandalorian and Grogu hatte mit Mando und Grogu immerhin zwei Figuren, die über Jahre etabliert worden waren und längst ein Publikum besaßen. Gerade deshalb fand ich es schade, wie wenig der Film aus diesen Voraussetzungen gemacht hat. Für mich scheiterte er nicht daran, dass Mando und Grogu als Kinofiguten ungeeignet wären. Was fehlte, war in meinen Augen eine wirklich mitreißend erzählte Abenteuergeschichte. Das schwache Drehbuch und die blassen Nebenfiguren haben eine Chance verspielt, die eigentlich auf dem Silbertablett lag.

Starfighter wird es schwerer haben. Und vielleicht ist genau das eine große Chance.

Denn bei diesem Film wird man sich nicht darauf verlassen können, dass Millionen Menschen allein deshalb eine Kinokarte kaufen, weil sie nach Jahrzehnten endlich erfahren wollen, wie Darth Vader als Kind aussah. Man kann auch nicht Han Solo in den Millennium Falken setzen und damit einen Nostalgieknopf drücken, der bei einem riesigen Publikum praktisch automatisch funktioniert. Und man hat nicht einmal Grogu, dessen Gesicht inzwischen vermutlich mehr Menschen kennen als die Hälfte der Figuren aus den Disney+-Serien.

Starfighter muss im Idealfall etwas schaffen, das Star Wars dringend gebrauchen könnte: einen Film, dessen größte Attraktion der Film selbst ist.

Eine spannende Geschichte. Figuren, die man vorher nicht kannte und nach zwei Stunden unbedingt wiedersehen möchte. Ein Abenteuer, das einen mitreißt, weil man wissen will, wie es weitergeht, und nicht nur deshalb, weil irgendwo ein bekanntes Raumschiff durchs Bild fliegt. Wenn das gelingt und anschließend eine starke Mundpropaganda einsetzt, könnte Starfighter vielleicht sogar beweisen, dass Star Wars im Kino noch immer neue Begeisterung erzeugen kann, statt hauptsächlich von alter Begeisterung zu zehren. Aber ob so etwas tatsächlich gelingen wird?

Genau deshalb finde ich sein Einspielergebnis so interessant. Bei Episode I und Episode VII war ein riesiges Publikum praktisch schon vor dem Kinostart emotional investiert. Bei Starfighter muss dieses Interesse zu einem wesentlich größeren Teil erst durch den Film selbst entstehen.

Sollte Starfighter damit ein großer Kinoerfolg werden, fände ich das für die Zukunft von Star Wars fast ermutigender als einen weiteren Milliardenfilm, bei dem Luke Skywalker, Darth Vader oder andere alte Bekannte als Hauptverkaufsargument dienen. Dann hätte der Film nämlich etwas bewiesen, was keineswegs selbstverständlich ist: dass Star Wars auch 2027 noch neue Figuren und neue Geschichten hervorbringen kann, denen das breite Publikum folgen möchte.

Und sollte das nicht funktionieren, wäre auch das aufschlussreich. Denn dann müsste man sich irgendwann die unbequeme Frage stellen, wie groß die Zugkraft von Star Wars im Kino tatsächlich noch ist, wenn man den gewaltigen Vertrauensvorschuss der OT, die Nostalgie und bereits etablierte Publikumslieblinge einmal aus der Gleichung herausnimmt.
 
Unterschätzten sollte man aber auch nicht die Präsentation eines Films.

Bei den Trailern zu „Episode 1“ und „Episode 7“ sah man sofort, dass man es hier mit Filmen zu tun hatte, die fürs Kino konzipiert waren. Mit ausgefeilter Kinematographie und so weiter.

Anders sah es da bei „The Mandalorian and Grogu“ aus. Hier wurde gleich der TV/Serien-Look moniert.

Kommentare wie „Den schau ich mir später im Stream an“ oder „sieht wie eine Fernsehserie aus, nicht wie ein Kinofilm“ sprechen für sich selbst. Das hat im Vorfeld schon die Runde gemacht. Am Ende war es auch so – selbst beim Drehbuch.
 
Wobei die Trailer sehrwohl gute Bilder versprachen. Das war weniger das Problem des Films (auch wenn ihn manche als "Serienfolge im Kinoformat" schon im Vorhinein abgestempelt haben). IMO liegt das Problem des Films darin, dass er trotz der tollen Optik sich wie eine (mittelmässig bis schlechte) Serienfolge anfühlt.
 
Zurück
Oben