Artek III

[ Outer Rim / Sith-Welten / Artek-System / Artek III / Törcsván / Pub "Bei Rousseaus" / Schankraum ] Leto und Teneb, sowie (NPCs) Rousseau und UX-23

Für einen Moment breitete sich Stille im Schankraum aus, nachdem der Schüler seinen äußerst merkwürdigen Satz ausgesprochen hatte – dann begann Leto zu lachen. Der Laut begann mit einem vernehmlichen Schnauben und wandelte sich dann zu etwas, das ein bisschen klang wie ein Vogelkrächzen.

„Was sollte das denn heißen?!“

, fragte Leto belustigt und schlug ein paar Mal lachend mit der flachen Hand auf den Tresen.

„Natürlich hab‘ ich mich selbst geformt! War ja sonst niemand da.“

Mit einem zufriedenen Grinsen dachte er an die alte Kirche zurück, in der er seinen alten Meister erlegt hatte.

„Und was mir widerfahren ist? Glaub nicht, dass du das auch nur im Entferntesten abschätzen kannst.“

Doch genug davon. Ein weiteres Mal waren sie an einem Punkt angekommen, an dem weiteres Training vonnöten war. Der Schüler musste üben und Leto hatte einen Weg gefunden die Übung überwachen zu können. Gedacht, getan. Den Nachmittag über verbrachte Leto damit immer neue Wege aufzutragen den Dorfbewohnern Kraft seiner Gedanken nachzustellen. Dieser machte sich auch gar nicht mal schlecht und würde somit vermutlich auch keine Probleme damit haben den Lektionen der nächsten Tage zu folgen.

Zum Abend hin ließ die Leitung des Schülers natürlich nach, doch das war nur natürlich. Leto verlangte noch ein paar Versuche über dessen natürliche Kapazität hinaus und beendete das Trauerspiel schließlich. Grade wollte er sich zum Gehen wenden, als UX-23 durch die Eingangstür geschwebt kam und etwas vor dem Dieb auf den Tresen fallen ließ. Verwirrt starrte Leto für einen Moment auf das, was er auf den zweiten Blick als Filmsibroschüre identifizierte.


„Was soll denn das schon wieder?“

, fragte er den Droiden, der den Blick seines durchdringen roten Auges nun auf ihn richtete.

„Es handelt sich dabei um eine allgemeine Erklärung existierender Lichtschwertformen, Sikarius. Du solltest gleich auch einen Blick hineinwerfen.“

„Wat?“

Entgeistert starrte Leto die langsam auf der Stelle auf und ab schwebende Maschine an.

„Was soll er denn mit so Glühstäbchen?! Er säbelt sich damit eh nur die Rübe ab. Kann ich ihm nicht beibringen die Scheiße.“

„Genau deswegen habe ich einen Schwertmeister von Bastion angefordert. Er wird euch die Grundlagen beibringen, aber ihr solltet euch schon Stile aussuchen. Welchen Stil soll dein Schüler lernen?“

„Ist mir doch scheiß egal!“

, blaffte Leto.

„Wat ein Blödsinn! So’n dummes Schwert ist doch keine Waffe! Eine echte Klinge braucht ein Sith!“

„Ich habe deine Einwände kommen sehen. Der Schwertmeister wird dich auch den Umgang mit einer Kriegsklinge lehren können. Seinem Schüler wird eine solche jedoch nicht zur Verfügung gestellt werden. Er erhält ein Trainingslichtschwert, wie jeder sonst auch.“

Wütend starrte Leto UX-23 ein an, ließ sich jedoch nicht zu einer weiteren Antwort herab. Wie zuwider es war, tun zu müssen, was die Maschine sagte. Und wenn es nur darum ging, wie er seinen verdammten Schüler auszubilden hatte. Schön, dann sollte der Junge sich eben die Art und Weise aussuchen, wie er mit einem Glühstab in der Luft herumfuchteln würde.

„Leck mich.“

, schloss Leto also und verließ schnellen Schrittes den Pub, um seine brodelnde Wut mit einem Spaziergang wieder abzukühlen.


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Das Lachen schnitt durch den Raum wie eine rostige Klinge. Es war kein heiteres Geräusch, kein Ausdruck von Leichtigkeit, sondern ein raues Aufstoßen aus der Tiefe, das mehr über Wunden erzählte als über Humor. Teneb Dask hörte es sich selbst fremd werden, dieses Schnauben, das in ein krächzendes Bellen überging, und beobachtete, wie die flache Hand seines Meisters mehrmals auf den Tresen schlug, als müsse sie den Moment festnageln. Der Bleiche versuchte keinen Muskel in seinem Gesicht eine Regung verraten zu lassen. Die Worte, die folgten, waren nicht für ihn neu, nur ihre Schärfe war es. In der Macht glomm ein kurzes Auflodern auf, als eine Erinnerung durch Sikarius’ Inneres strich. Teneb konnte nicht greifen, was er da sah oder woran genau er dachte. Es war kein Trauerrest oder Bitterkeit. Eher ein dunkles, zufriedenes Nachglühen. Der Bleiche spürte den Abdruck dieser Tat wie eine eingeritzte Rune, die sich in die Struktur der Aura eingefügt hatte.
Der Umbaraner senkte den Blick nicht. Er widersprach auch nicht. Er wusste, dass diese Grenze real war. Er hatte in die Fäulnis geblickt, hatte die Schichten aus Verwesung und Wille erfasst. Doch das vollständige Gewicht eines Lebens, das sich zehntausendfach in Dunkelheit getaucht hatte, lag jenseits seines jetzigen Vermögens.

Der Nachmittag zog sich wie eine lange, gespannte Saite. Sein Meister setzte ihn an, ließ ihn die Dorfbewohner mit Kraft seiner Gedanken verfolgen.
Teneb dehnte seine Sinne aus, griff nach einzelnen Präsenzmustern, verlor sie wieder, fing sie neu ein. Jeder Versuch war ein Faden, den er in ein unsichtbares Gewebe einwob. Er spürte Widerstand. Müdigkeit. Ein leises Brennen hinter der Stirn, das sich allmählich in seinen Nacken fraß. Die Wesen draußen waren keine abstrakten Punkte. Sie waren kleine, flackernde Lichter im Geflecht der Macht. Manche hell, manche stumpf, manche kaum wahrnehmbar. Er lernte, sie voneinander zu unterscheiden, ihre Bewegungen nachzuvollziehen, ihre Richtungswechsel vorauszuahnen. Die Welt begann eine Tiefe zu bekommen, die sich nur einem Bruchteil der Galaxis zeigte. Man konnte schon fast davon sprechen, dass sie auserwählt waren und Erwachte in der Macht, während die anderen mit ihren Augen zwar sehen konnten aber nicht mit ihren Sinnen.

Als der Abend herabsank, wurde seine Wahrnehmung ungenauer. Die Fäden zitterten, rissen schneller ab. Sein Atem wurde schwerer, seine Konzentration porös. Der Sith trieb ihn dennoch weiter, verlangte noch einen Versuch, noch eine Verfolgung, noch ein Strecken der Sinne über das hinaus, was angenehm war.
Teneb schwieg und tat es, ging über seine Grenzen hinaus. Er fühlte den Rand seiner Kapazität. Ein schmaler Grat, auf dem die Klarheit in Nebel überzugehen drohte. Er hielt sich darauf, nicht aus Stolz, sondern aus Notwendigkeit.
Als
Darth Sikarius sich endlich abwandte, war Teneb innerlich erschöpft, doch sein Körper verriet es kaum. Die Müdigkeit lag tiefer, in einem Bereich, den nur er selbst wahrnahm. Das leise Schweben von UX-23 kündigte die nächste Verschiebung an. Der Droide glitt herein, ließ etwas auf den Tresen fallen. Das Rascheln dünnen Materials, die flache Präsenz eines Datenträgers. Teneb betrachtete die Broschüre, ohne sie sofort zu berühren. Lichtschwertformen. Die Worte hatten Gewicht, auch wenn sein Meister sie mit Verachtung aussprach.

Als der kapriziöse Sith seinem Namen gerecht werdend fluchend den Raum verließ und die Tür mit übertriebener Härte hinter sich ins Schloss fiel, blieb
Teneb im schwächer werdenden Licht der Schänke zurück. Der Droide verharrte auf gleichbleibender Höhe, sein rotes Auge ruhig und unbeeindruckt. Zwischen ihnen lag die Broschüre, unscheinbar, beinahe banal in ihrer Materialität. Teneb nahm sie schließlich in die Hand und spürte das dünne Gewicht zwischen seinen Fingern, als würde er etwas Unfertiges berühren, das erst durch Anwendung Bedeutung erhielt.
Teneb spürte noch die Erschöpfung des Trainings in seinem Inneren. Seine Wahrnehmung war gedehnt worden, mehrfach bis an die Grenze ihrer Belastbarkeit geführt. Ein dumpfer Druck hinter den Augen erinnerte ihn daran, dass selbst neue Sinne einen Preis forderten. Dennoch wich er der Entscheidung nicht aus. Jede Disziplin, jede präzise Bewegung versprach Erweiterung. Nicht als Zierde, nicht als Ritual, sondern als Mittel zur Selbstformung.

Die Broschüre war nüchtern gestaltet, beinahe spröde. Kein Pathos, keine heroischen Illustrationen, nur knappe Erläuterungen und schematische Darstellungen von Haltungen. Teneb blätterte langsam, ließ den Blick nicht nur über die Linien gleiten, sondern über das, was zwischen ihnen lag.

Shii-Cho, die erste Form, wirkte wie roher Ursprung. Weite Schwünge, offene Bögen, Bewegungen, die mehr Raum einnahmen, als sie verbergen konnten. Sie lehrte den Körper, mit einer Waffe aus Licht umzugehen, bevor sie ihn zu mehr zwang. Teneb erkannte darin Fundament und Disziplin, doch auch eine gewisse Unverfeinertheit. Ein Anfang, kein Ziel.
Die folgende Seite trug den Namen
Makashi. Die Figuren standen enger, die Klinge schmal geführt, der Körper ausgerichtet wie eine Linie zwischen zwei Punkten. Duellkunst. Präzision. Jede Bewegung schien auf Minimierung ausgelegt. Kein verschwenderischer Schwung, kein unnötiger Kraftaufwand. Teneb verweilte länger hier. Makashi sprach von Kontrolle durch Analyse, von Überlegenheit durch Timing. Eine Form, die weniger auf Kraft als auf Verständnis setzte.
Soresu folgte. Die Haltung war geschlossen, fast defensiv in ihrer Zurückhaltung. Die Klinge blieb nah am Körper, als würde sie eine unsichtbare Sphäre schützen. Diese Form war Ausdauer, Geduld, das Ertragen von Druck, bis der Gegner an seiner eigenen Offensive zerbrach. Teneb sah darin eine stille Härte. Kein Glanz, kein Spektakel – nur Standhaftigkeit.
Dann kam
Ataru. Bewegung durchzog jede Illustration. Sprünge, Drehungen, ein Körper, der sich der Schwerkraft widersetzte. Ataru war Geschwindigkeit, Aggression, ein Vorwärtsdrängen, das den Raum selbst zu verschlingen schien. Teneb betrachtete es mit Distanz. Die Dynamik war beeindruckend, doch sie ließ wenig Raum für den langen Atem, den er selbst bevorzugte.
Form V, unterteilt in
Shien und Djem So, zeigte eine andere Art von Entschlossenheit. Shien lenkte Blasterfeuer zurück, wandelte Defensive in Angriff. Djem So konzentrierte sich auf das Duell, auf kraftvolle, direkte Gegenstöße. Hier lag keine bloße Reaktion. Hier lag die bewusste Entscheidung, den gegnerischen Impuls aufzunehmen und ihn verstärkt zurückzugeben. Teneb spürte eine leise Resonanz. Geduld, die sich im richtigen Moment entlud.
Die sechste Seite beschrieb
Niman. Eine Synthese, ein Zusammenführen mehrerer Ansätze. Ausgewogen, flexibel, anpassungsfähig. Teneb erkannte den Vorteil in dieser Vielseitigkeit. Doch sie wirkte wie ein Mittelweg, der Extreme vermied. Er fragte sich, ob Ausgleich allein genügen konnte, wenn Entschlossenheit gefordert war.
Am Ende stand
Juyo, die siebte Form. Die Worte wurden knapper, vorsichtiger. Intensität, Emotion, Grenzüberschreitung. Juyo verlangte nicht nur Technik, sondern das Zulassen innerer Spannungen. Eine Klinge, geführt von einem Willen, der sich nicht glättete. Teneb spürte, dass hier ein Feuer loderte, das Kontrolle verlangte, um nicht zu verzehren.

Er schloss die Broschüre nicht sofort. Jede dieser Formen war mehr als eine Abfolge von Bewegungen. Sie waren Haltungen zum Einsatz von Gewalt. Entscheidungen darüber, wann man wartet, wann man zwingt, wann man absorbiert und wann man bricht. Sein Blick kehrte zu Makashi, streifte Soresu, verweilte bei Djem So und verweilte zuletzt auf Juyo. Er dachte an Geduld. An den Moment, in dem ein Gegner glaubt, die Situation zu beherrschen, während die Gewichte sich längst verschoben haben. Die Wahlwürde eine Ausrichtung sein und
Teneb wusste, dass jede Ausrichtung einen Teil von ihm formen würde.

UX-23 verharrte einen Augenblick auf gleicher Höhe, das rote Auge unbeweglich auf Teneb gerichtet, als würde es nicht nur sein Gesicht, sondern die Richtung hinter seinen Worten vermessen.

„Die Auswahl ist erforderlich“, sagte der Droide mit jener sachlichen Gleichförmigkeit, die jede Frage wie eine administrative Notwendigkeit klingen ließ. „Welche Lichtschwertform soll für die Ausbildung priorisiert werden?“

Teneb ließ die Broschüre einen Spalt geschlossen zwischen seinen Fingern ruhen. Sein Blick blieb auf den schematischen Darstellungen, als würde er weniger die Linien betrachten als das, was sie in ihm anrührten. „Juyo“, antwortete er schließlich. Das Wort fiel nüchtern, ohne Pose, ohne Provokation, beinahe so, als hätte er einen technischen Parameter benannt. „Ich will einen Stil, der nicht lügt, der das nutzt, was in mir ist.“

Das rote Auge flackerte kaum merklich, eine minimale Anpassung der Sensorik. „Juyo ist als Hochrisikoform klassifiziert“, entgegnete UX-23. „Die erforderliche emotionale Intensität erhöht statistisch die Wahrscheinlichkeit von Kontrollverlust, ineffizientem Kraftverbrauch und Verletzungen. Für einen Initiaten wird nach dem Erlernen der Grundformen von Shii-Cho die Form Makashi zur Duellpräzision oder Soresu zur Überlebensfähigkeit empfohlen. Alternativ Form V, Djem So, falls eine offensive Umwandlung defensiver Impulse beabsichtigt ist. Juyo wird üblicherweise erst nach stabilisierter Grundausbildung freigegeben.“

Teneb hob den Blick vom Filmsiplast. In seinem Gesicht lag Müdigkeit vom Training, doch keine Weichheit. „Kontrollverlust ist eine Frage der Unkenntnis“, sagte er leise. „Ich will wissen, wo diese Grenze verläuft, bevor sie mich findet. Makashi lehrt ein kontrollierter Wirbelwind zu sein, Soresu lehrt eine Bastion zu sein. Beides ist nützlich. Juyo zeigt, was unter der Oberfläche liegt. Ich brauche das, weil ich mir selbst nicht erlaube, überrascht zu werden.“

UX-23 schwieg einen kurzen Moment, als würde er den Satz nicht abwägen, sondern katalogisieren. „Vermerkt“, sagte er schließlich. „Die finale Priorisierung unterliegt dem Schwertmeister von Bastion. Er wird nach Evaluation deiner physischen Disposition, deiner Machtaffinität und deiner Belastbarkeit ein Verdikt fällen.“

Als der Droide verstummte, blieb Teneb einen Moment stehen, die Broschüre noch immer in der Hand. Ein Schwertmeister von Bastion. Ein weiterer Blick, der ihn messen würde. Ein Richter der Plasmaklingenkunst. Der Gedanke ließ etwas in ihm anspannen, feiner als Zweifel, schärfer als Stolz. Juyo hatte in der Abstraktion wie Klarheit gewirkt, wie ein direkter Zugang zu dem, was unter der Oberfläche brannte. Nun, im Licht einer tatsächlichen Prüfung, erschien die Wahl weniger wie Entschlossenheit und mehr wie ein Griff nach einem Feuer, dessen Hitze er bislang nur aus der Ferne gespürt hatte. Zum ersten Mal seit dem Öffnen der Broschüre fragte er sich, ob er nach dem Gipfel gegriffen hatte, bevor er den Fels darunter geprüft hatte.

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Am nächsten Tag hatte der Schüler bis nach dem Mittagessen Ruhe. UX-23 hatte angekündigt, dass der Schwertmeister schon am Nachmittag ankommen würde, weshalb Leto beschlossen hatte, dass sie ihn alle auch am Morgen mal ganz gewaltig konnten. Nur, dass er gedanklich weniger freundliche Ausdrücke dafür gewählt hatte. Entsprechend fand er sich dann jedoch schlecht gelaunt zusammen mit seinem Schüler und dem Droiden auf Törcsváns Landefeld wieder und verfolgte, wie die käferartige Silhouette eines Svelte-Klasse Shuttles sich verhältnismäßig schnell zu ihnen hinabsenkte.

Das Wetter war heute selbst für Artek III schlecht. Der Himmel war mit schnelltreibenden Wolken bedeckt und ein nicht enden wollender Regenguss ließ Letos dunkle Roben schwer und kalt an seinen hageren Gliedern herabhängen. Immer wieder rollte ein dumpfes Donnergrollen über das Landefeld hinweg und einzelne Blitze zuckten über den Himmel. In der Luft hing der unverkennbare Duft eines kommenden Gewitters, deutlich beweisend, dass dies alles erst der Anfang war. Doch um ehrlich zu sein störte es Leto nicht. Nach Nkllon konnte Törcsván seinetwegen auch komplett weggespült werden. Auch ein langsames Ertrinken war der Hölle dieses Drecksplaneten vorzuziehen.

Als das Svelte-Klasse Shuttle schließlich neben seiner Schwester – der ‚Fury‘ – gelandet war, richtete Leto den starren Blick seiner ungleichen Augen auf die sich herabsenkende Laderampe. Wen der verdammte Sith-Orden wohl geschickt hatte, um ihm in seine Ausbildungsmethoden reinzureden?! Weißer Dampf stieg von der Hydraulik der Laderampe auf und Lichter aus dem Inneren des Schiffes warfen gleißende Strahlen in den strömenden Regen. Für einen Moment tat sich nichts, dann schlang sich etwas, was aussah wie ein langer, grüner Tentakel um einen der hydraulischen Kolben und eine wabernde Gestalt schob sich in ihr Blickfeld.

Einige Herzschläge lang verstand Letos Hirn nicht, was genau da aus dem Schiff wehte. Erst dann verband es die vielen peitschenden Gliedmaßen zu einer kohärenten Gestalt mit erkennbarem Kopf und Gesicht. Beine schien das Ding nicht zu besitzen, stattdessen waberten vier peitschenartige Tentakel durch die Luft und schlangen sich, stetig in Bewegung bleibend, um scheinbar alle verfügbaren Ecken und Kanten. Zusätzlich hielt die Kreatur zwei spindeldürre Arme vor der Brust verschränkt, die spitzen Finger um die Gurte eines schwer aussehenden Rucksacks geschlungen, den sie auf dem Rücken trug. Leto braucht einen Moment, um den pilzförmigen Kopf und die allgemein wahnsinnigen Proportionen als einem
Parwaner zugehörig zu identifizieren.


„Seid gegrüßt, Lord Sikarius.“

, begrüßte ihn das Ding, als es sich wohl zu seiner Zufriedenheit nah genug an die kleine Gruppe herangearbeitet hatte, und schaute aus drei hervorquellenden Augen auf sie herab. Die ganze Konstruktion war derartig lang, dass Leto den Kopf in den Nacken legen musste, um zu dem seltsamen Gesicht aufzuschauen.

„Mein Name ist Pai Lai. Jüngerin in den Diensten Darth Baobhans. Ich werde Euch bei der Ausbildung Eures Schülers zur Hand gehen.“

, fuhr die Parwanerin mit einem seltsam singenden Akzent in der Stimme fort und nickte Leto respektvoll zu.

„Und wo ist dein Meister Baobhan?“

, gab Leto zurück und versuchte an den wabernden Tentakeln vorbeizuschauen und nach dem unbekannten Sith Aussicht zu halten.

„Es war die Rede von einem Schwertmeister und nicht gleich dem ganzen Hausstand.“

Für einen Moment legte Pai Lai den Kopf schief und schwieg. Dann sagte sie jedoch:


„Mir wurde keine Autorisierung erteilt, um über Lord Baobhans Aufenthaltsort Auskunft zu erteilen. Ich selbst werde Eure Unterweisung vornehmen?“

Leto verengte sein organisches Auge und starrte zu dem Ding hoch. Ablehnend verschränkte er seine Arme vor der Brust.

„Du Nudelgericht im Wind willst mich unterweisen?! Komm du erstmal über Jünger hinaus, dann reden wir weiter.“

Erneut schwieg Pai Lai lang genug, dass die Stille unangenehm wurde. Dann erst antwortete sie:


„Meine Machtbegabung ist für eine Ausbildung nicht ausreichend. Aus diesem Grund habe ich signifikante Zeit darauf verwendet den Schwertkampf zu meistern. Ich mag nicht würdig sein in der Macht ausgebildet zu werden, jedoch habe ich genug Erfahrung, um Euch den Umgang mit dem Schwert zu lehren.“

Die Parwanerin warf dem Dieb einen Blick zu.

„Und Euren Schüler den Umgang mit dem Lichtschwert.“

„So?! Welchen Stil kannst du ihm denn dann beibringen?!“

, blaffte Leto.


„Jeden.“

„Jeden?!“

„Ich habe Erfahrung in jedem Stil erworben. Jedoch wurde mir zugetragen, dass Euer Schüler sich auf Form VII spezialisieren möchte. Eine mutige Entscheidung, wenn ich das so sagen darf.“

„Darfst du nicht.“

„Okay.“

Erneut breitete sich Stille über dem Landefeld aus, die lediglich vom Heulen des Sturmes durchbrochen wurde. Misstrauisch starrte Leto zu dem Alien hoch, das sich schließlich doch an den Schüler wandte.

„Was hat Euch dazu bewogen diese Entscheidung zu treffen? Und glaubt ihr die nötigen körperlichen Voraussetzungen zu haben?“

Während der Dieb antwortete, versenkte Pai Lai eine Hand in ihrem Rucksack und zog im nächsten Moment einen charakteristischen, zylinderförmigen Griff hervor.

„Dies ist ein Trainingslichtschwert. Um Verletzungen zu vermeiden, werdet ihr es die nächsten Wochen über führen. Eine Berührung ist schmerzhaft, jedoch wird Euch ein Fehler keine Gliedmaßen kosten. Es ist nicht zu empfehlen die Klinge länger an die selbe Stelle Haut zu halten. Warum zeigt ihr mir nicht einmal Eure Form? Ich möchte Eure Instinkte sehen.“

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