Serie House of the Dragon

Mir gefiel die Schlacht sehr gut.
Das war endlich mal wieder eine Schlacht nach meinem Geschmack.
Wenn die Eröffnung der Schlacht etwas lächerlich wirkte.
 
Ich bin jetzt nicht Draht Vader, aber mein Ranking ist 1, 3, 2. Und bei dir?

Für mich ist bislang ebenfalls Staffel 1 die stärkste von House of the Dragon. Danach kommt Staffel 3 und mit einigem Abstand Staffel 2. Wobei ich alle Staffeln jeweils nur einmal gesehen habe, immer direkt bei ihrem Erscheinen. Gerade deshalb finde ich ganz interessant, was davon eigentlich hängen geblieben ist.

Und da schlägt sich Staffel 1 erstaunlich gut. Die liegt inzwischen vier Jahre zurück und trotzdem habe ich noch sehr viele Szenen und Entwicklungen ziemlich genau vor Augen. Viserys und sein körperlicher Verfall, die jungen und älteren Versionen von Rhaenyra und Alicent, Daemon, der Konflikt um die Thronfolge, das letzte gemeinsame Abendessen. Da ist einfach eine Menge hängen geblieben. Vor allem Viserys hat der Staffel für mich ein emotionales Zentrum gegeben, das den späteren Staffeln ein Stück weit fehlt. Dabei hatte gerade Staffel 1 mit ihren vielen Zeitsprüngen eigentlich beste Voraussetzungen, ziemlich zerfasert zu wirken. Erstaunlicherweise ist bei mir das Gegenteil passiert.

Bei Staffel 2 sieht es ganz anders aus. Die ist gerade einmal zwei Jahre her und trotzdem musste ich während Staffel 3 immer wieder überlegen, was damals eigentlich genau passiert war. Natürlich bekomme ich die großen Ereignisse noch zusammen, aber bei vielen einzelnen Episoden wird es schon ziemlich neblig. Ich müsste mir vermutlich erst einmal Zusammenfassungen durchlesen, um manches wieder vollständig zusammenzubekommen. Das spricht für mich im Nachhinein nicht unbedingt für die Staffel.

Vielleicht lag es daran, dass Staffel 2 für mein Empfinden sehr stark den Charakter einer Übergangsstaffel hatte. Vieles wurde vorbereitet, Figuren wurden in Stellung gebracht, Konflikte weiter zugespitzt und ständig hatte man das Gefühl, dass gleich etwas wirklich Großes passieren müsste. Nur kam dieser Moment für meinen Geschmack zu selten. Beim wöchentlichen Schauen fand ich das gar nicht schlecht, aber rückblickend ist erstaunlich wenig davon haften geblieben.

Staffel 3 würde ich momentan ziemlich klar dazwischen einordnen. Sie hatte für mich wieder mehr markante Momente und vor allem stärker das Gefühl, dass die Geschichte tatsächlich vorankommt. An Staffel 1 reicht sie für mich trotzdem nicht heran. Dafür fehlt mir bislang ein wenig die emotionale Geschlossenheit, die die Geschichte um Viserys damals hatte.

Natürlich hat Staffel 3 momentan einen unfairen Vorteil, weil sie noch ganz frisch im Gedächtnis ist. Vielleicht sitze ich 2028 da und stelle fest, dass davon ebenfalls nur die Hälfte hängen geblieben ist. Umso bemerkenswerter finde ich aber, wie präsent Staffel 1 nach vier Jahren noch immer ist. Allein daran merke ich, welche Staffel bei mir den stärksten Eindruck hinterlassen hat.

Meine Reihenfolge ist deshalb momentan identisch mit deiner: Staffel 1 vor Staffel 3 vor Staffel 2.
 
So letzte Folge ist durch. Endlich mal ne schlacht welche den Namen verdient. Da weiss man wohin das Budget ist.
Gerne mehr davon.

Helena wurde endlich erlöst
Der Säufer macht mal wieder was er am besten kann, war der Angriff auf die Stadt selber wohl geplannt ?
Harrenhall ist damit hoffentlich beendet. Dieser ganze arc ist so überflüssig für mich.
Nun befürchte ich dass man extrem viel in die letzte Staffel stecken will, sofern man dies befriedigend beenden möchte
 
Welche Staffel hat dir besser gefallen, Staffel 2 oder Staffel
Zwischen diesen gewählt, S3.
Entweder liegt es daran, das ich bei dem Stoff nur Casual Konsument bin, oder ich schon S2 mäh fand und mich ein Rewatch daher nicht interessiert hat.
Und ich nun in S3 in der Luft hänge.
Produktionstechnisch finde ich alles gut, doch das Pacing fand ich nicht gut und daher zum Teil verwirrend. 10 Folgen hätten dem Ganzen gut getan.
Besonders Harrenhal fand ich störend bis langweilig, in beiden Seasons.
Ranking momentan, 1, 3, 2.
 
@Draht Vater

Für mich funktioniert Folge 8 als Staffelfinale. Ich kann aber verstehen, wenn einem davor der große Höhepunkt fehlt. Bei Game of Thrones lag die große Schlacht oder Eskalation schließlich häufig in der vorletzten Folge, während das Finale anschließend die Konsequenzen zeigte, die Figuren neu sortierte und die Ausgangslage für die nächste Staffel schuf. Ähnlich wurde das auch bei A Knight of the Seven Kingdoms gehandhabt.

Ob die acht Folgen grundsätzlich zu wenig waren, kann ich allerdings schwer beurteilen. Ich kenne die Buchvorlage nicht und weiß daher schlicht nicht, was bis zum Ende noch alles passieren muss. Entsprechend kann ich auch nicht abschätzen, ob die verbleibende Zeit in Staffel 4 ausreicht, um die Geschichte vernünftig und ohne übermäßige Hast zu Ende zu erzählen. Das wird sich für mich erst im Nachhinein beurteilen lassen.

Schade finde ich vor allem, dass die ersten beiden Folgen der dritten Staffel nicht mehr den Abschluss von Staffel 2 bilden konnten, für den sie ursprünglich gedacht waren. Gerade Staffel 2 hätte dadurch vermutlich deutlich gewonnen und einen befriedigenderen Endpunkt bekommen. Gleichzeitig hätte Staffel 3 nicht erst zwei Folgen lang Material abarbeiten müssen, das erzählerisch eigentlich noch zur vorherigen Staffel gehörte. Bei insgesamt nur acht Folgen ist das eben ein beträchtlicher Anteil der Laufzeit.

Bei Harrenhal kann ich die Kritik übrigens nachvollziehen. Dort wurde auch für meinen Geschmack teilweise sehr lange auf der Stelle getreten. Vielleicht ist das letztlich auch ein Grund dafür, warum sich die Staffel trotz der vielen Ereignisse stellenweise langsamer anfühlt, als sie eigentlich ist.
 
Helena wurde endlich erlöst
Der Säufer macht mal wieder was er am besten kann, war der Angriff auf die Stadt selber wohl geplannt ?

Ulf hatte bei seinem Drachenritt auf alle Fälle noch ordentlich Restalkohol im Körper. Vermutlich war das sogar ganz hilfreich, wenn man sich auf einen feuerspeienden Drachen setzt und anschließend beschließt, ein Heer zu rösten. Nüchtern betrachtet wäre einem womöglich aufgefallen, dass das alles keine besonders gute Idee ist.

Als Nichtbuchkenner habe ich keine Ahnung, welches Schicksal Ulf noch erwartet. Nach der Röstung des Tully-Heeres und seinem wenig ruhmreichen Ausflug nach Stolperstadt dürfte sein Freundeskreis allerdings überschaubar geworden sein. Ich vermute jedenfalls, dass künftig nicht allzu viele Leute begeistert die Hand heben werden, wenn er fragt, wer noch eine Runde mit ihm drehen möchte.

Er dürfte also erst einmal ziemlich einsam und auf sich gestellt sein. Immerhin hat er noch seinen Drachen. Es gibt schlechtere Gesellschaft, aber vermutlich auch pflegeleichtere.
 
Nach der Röstung des Tully-Heeres und seinem wenig ruhmreichen Ausflug nach Stolperstadt dürfte sein Freundeskreis allerdings überschaubar geworden sein. Ich vermute jedenfalls, dass künftig nicht allzu viele Leute begeistert die Hand heben werden, wenn er fragt, wer noch eine Runde mit ihm drehen möchte.
Sehe ich auch so, weil das verbrennen der eigenen Verbündeten in der Stadt würde ihn ja zu einem doppeltem Verrätter machen. Zuerst gegen die Armee der schwarzen und dann gegen die Armee der Grünen in der Stadt, lange kann der Kerl also nicht mehr am leben sein....
 
Für die Serie war das ein richtig starkes Finale, auch wenn mir persönlich ein paar Handlungsstränge zu viel offengelassen wurden. Ich hätte mir gewünscht, dass man hier noch etwas mehr abschließt. So befürchte ich, dass direkt in der ersten Folge der finalen Staffel einiges passieren muss, um die offenen Enden dieser Staffel überhaupt erst aufzulösen.

Sehr gut fand ich, wie Rhaenyra auf die Nachricht reagiert, dass Aegon noch lebt und quasi „auferstanden“ ist. Alles, was sie sich aufgebaut hat, droht dadurch zusammenzubrechen oder wird zumindest massiv torpediert. Man merkt richtig, wie sehr sie dadurch unter Druck gerät. Daemon reagiert dagegen wie gewohnt souverän. Gleichzeitig ist es schon irgendwo krass, wie sehr er sich darauf versteift, als Valyrer etwas Besseres zu sein. Aber genau das passt wiederum hervorragend zu seinem Charakter.

Helaena hat die gesamte Folge über großartig performt und schließlich ihr dramatisches Ende bekommen. Sie hat mir noch einmal richtig leidgetan und ist tatsächlich die Einzige von Alicents Kindern, für die ich sowohl in der Serie als auch im Buch wirklich Sympathie empfinde. Ich hatte bei ihrem Tod übrigens das Gefühl, dass es dieselben Räumlichkeiten sein könnten, aus denen sich Tommen in Game of Thrones gestürzt hat.

Aegon hatte in Harrenhal einen wirklich starken Auftritt. Ansonsten hat der gesamte Harrenhal-Handlungsstrang für mich aber erneut etwas das Tempo aus der Folge genommen.

Rhaenyras Auftritt in der Septe fand ich dagegen richtig stark. Damit hat man meiner Meinung nach ziemlich eindeutig die spätere Erstürmung der Drachengrube vorbereitet. Daran habe ich mittlerweile eigentlich kaum noch Zweifel. Auch Rhaenyras kriegerisches Outfit hat mir sehr gefallen – das steht ihr richtig gut.

Die Schlacht um Stolperstadt war einerseits wirklich toll umgesetzt und es ist unglaublich viel passiert. Ulf stellt sich einfach mal gegen alle. Man merkt seinen zunehmenden Größenwahn: Er ist jetzt ein Drachenreiter und will sich deshalb von niemandem mehr etwas gefallen lassen. Dabei denkt er allerdings überhaupt nicht darüber nach, welche Konsequenzen sein Verhalten haben könnte.

Ich bin ohnehin sehr gespannt, wie man einige dieser Handlungsstränge fortsetzen möchte, denn mittlerweile hat sich die Serie extrem weit vom Buch entfernt. Im Grunde hat man aus zwei Schlachten eine gemacht und aus beiden Ereignissen einzelne Elemente herausgenommen und miteinander vermischt.

An meiner Einstellung dazu ändert die gelungene Inszenierung leider nichts: Ich hätte es wesentlich cooler gefunden, wenn man sich am Buch orientiert und tatsächlich zwei eigenständige Schlachten daraus gemacht hätte.

So wie sich die Geschichte momentan entwickelt, befürchte ich außerdem, dass wir in Staffel 4 stattdessen mehrere einzelne Drachenkämpfe bekommen werden. Eigentlich müssten wir nach Stolperstadt vier Drachenreiter weniger haben. Nach dem, was uns das Finale gezeigt hat, ist aber maximal einer gestorben – und irgendwie befürchte ich sogar, dass am Ende überhaupt keiner von ihnen tot ist.

Ormund hat dagegen bekommen, was er verdient hat. Das hat mir sehr gut gefallen.

Die Seeschlange ist wieder frei und rettet Daemon, der seinerseits gegen Jon Roxton ganz schön in Bedrängnis geraten ist. Das war alles wirklich gut inszeniert. Gleichzeitig bin ich dadurch umso gespannter, was bereits in der ersten Folge der nächsten Staffel passieren wird. Eigentlich müsste sie fast nahtlos an dieses Finale anschließen, um die ganzen offenen Schicksale zu klären und die Handlung rund um Stolperstadt überhaupt erst richtig abzuschließen.

Wir wissen beispielsweise nicht, was mit Daeron passiert ist. Ser Gawan sehen wir am Ende nur noch alleine zwischen den Verwundeten und Leichen umherkriechen. Da bleiben schon ziemlich viele Fragezeichen zurück.

Und damit komme ich zu einem Punkt, der mich weiterhin stört: Obwohl wir mit Helaena einen dramatischen und enorm wichtigen Tod bekommen haben, sind in dieser Staffel insgesamt erstaunlich wenige Hauptcharaktere gestorben. Ich hätte mir gewünscht – und ehrlich gesagt auch damit gerechnet –, dass Staffel 3 den Cast ordentlich ausdünnt. Gerade damit die wirklich wichtigen verbliebenen Charaktere in der finalen vierten Staffel genügend Raum bekommen und man neue notwendige Charaktere einführen kann. Aber ich denke, auch da wird die Serie einige Charaktere sich sparen.

Als Buchkenner bleibt die Schlacht und damit teilweise auch das Finale für mich hinter den Erwartungen zurück. Als eigenständige Folge von House of the Dragon bin ich dagegen im Großen und Ganzen wirklich zufrieden. Es war ein starkes und aufwendig inszeniertes Finale.

Besonders gespannt bin ich darauf, wie es mit Ulf weitergeht. Er steht am Ende dieser Staffel schließlich völlig anders da als in der Buchvorlage. Dabei hatte ich mich auf sein eigentliches Ende schon gefreut. Andererseits hat die Serie mittlerweile so viele dafür notwendige Charaktere gestrichen oder verändert, dass Ulfs Ende aus Feuer und Blut in seiner ursprünglichen Form ohnehin kaum noch umzusetzen sein dürfte.

Unterm Strich bleibt für mich deshalb wieder das bekannte Gefühl: Als Serienfolge richtig stark – als Fan von Feuer und Blut deutlich schwieriger.
 
Ich weiß, ich bin sehr spät für die Serie. Ich habe jetzt zwei Folgen geschaut und muss sagen, mir gefällt die Serie bisher sehr. Bühnenbild, Kostüme, Schauspielerleistungen, also bisher habe ich nichts auszusetzen. Ich habe nur eine Frage zur Handlung.

Woher kommt diese Tradition, dass Frauen nicht den Eisernen Thron besteigen dürfen? Ich verstehe das kein bisschen. Ich meine, Frauen dürfen offensichtlich vorbehaltlos Drachenreiter werden und (denn es gibt ja nur 10 Drachen laut der Introansage) damit überwältigende militärische und damit einhergehend eigentlich auch nicht unerhebliche politische Macht in Händen halten...aber die Krone ist dann zu viel? Wer hält bitte ernsthaft diese angebliche Tradition hoch gegenüber der Macht einer Drachenreiterin? Also das ist mir bisher nicht nachvollziehbar erklärt worden. Ich habe auch nicht verstanden, wie es die nicht zu den Valyrern gehörende und damit nicht selbst über einen Drachen gebietende Hand des Königs wagen konnte, eben eine dieser wenigen auserwählten Personen in Form der gegen die Tradition erklärten Thronerbin, aber eben Drachenreiterin im kleinen Rat zusammenzustutzen wie ein "dummes" Schulkind. Und ihr Vater sitzt auch noch daneben und lässt das einfach geschehen? Gut, es ist jetzt schon klar, dass dieser König ein eher schlechter König ist, aber dennoch.

Kommt da noch was (sowohl bezüglich Frauen auf dem Thron und der Stellung der Drachenreiter) oder ist das mehr so ein plattes "sonst hätte die Handlung des Buchs/ der Serie nicht stattfinden können"?
 
Kommt da noch was (sowohl bezüglich Frauen auf dem Thron und der Stellung der Drachenreiter)
Ich würde sogar sagen, das ist Hauptthema der ganzen Serie.

Ohne es jetzt 100% im Kopf zu haben, aber die Tradition der männlichen Erben dürfte durch die Andalen kommen. Die Targaryen nehmen sich entgegen deren Traditionen ja schon relativ viel heraus. Ehen zwischen engen Familienmitgliedern z.B., Aegon hatte sogar beide Schwestern zur Frau genommen ...
Ich denke, dass die Westerosi-Lords Frauen nicht als gleichwertige Erben anerkennen wollen, liegt wohl viel mehr daran, dass es in vielen Fällen dann ihre eigene Legitimität gefährden würde.
Es geht ja auch nicht darum, ob eine Drachenreiterin Königin wird oder ein Mann, der keine Drachen reitet. In diesem Fall hättest du sicherlich Recht, es wäre schon komisch, wenn hier der drachenlose Mann König werden würde.
In dem Fall geht es ja um die Wahl zwischen einer Drachenreiterin und einem Drachenreiter. Und hier wird eben auf die angebliche Tradition gepocht, um den Präzendensfall einer weiblichen Erbin verhindern.
 
Ok, mir war an dem Punkt der Handlung noch nicht klar, dass auch Viserys ein Drachenreiter ist. Jetzt bei Folge 5 ist aber auch schon so gebrechlich, dass er sich vermutlich eh nicht im Sattel halten könnte. :D

Ich muss aber sagen, ich kann auch jetzt die ganze "Frauen sind nicht für die Krone geeignet" Thematik nicht nachvollziehen. Ich meine, ich verstehe ja, dass die Westeroskultur das vielleicht nicht akzeptieren möge bei Normalsterblichen. Gleichzeitig wurde innerhalb der Handlung, die ich bisher gesehen habe, den Targaryens aber nicht weniger als der Gottesstatus aufgrund ihrer Macht über Drachen zugesprochen. Klar, das wird nicht jeder genau so sehen, aber das sollte sie in den Augen der Durchschnittsleute, die nur ihren Ruf kennen, dann doch ein erhebliches Stück über die sonst üblichen kulturellen Normen erheben. Aber abgesehen von der Erwähnung dieses Status erkenne ich von derlei nichts in der Handlung, die tatsächlich stattfindet. Ich schätze, das wird sich so weit in die erste Staffel hinein auch nicht mehr ändern. Das finde ich schon schade.
 
Zum Thema Thronerbin:

Zuerst noch kurz zu Viserys I.: Sein Drache war Balerion der Schwarze Schrecken, also derselbe Drache, den bereits Aegon der Eroberer geritten hatte. Allerdings starb Balerion schon neun Jahre bevor Viserys den Eisernen Thron bestieg.

Was die Thronfolge betrifft, ist das Ganze meiner Meinung nach etwas komplizierter, als einfach zu sagen, dass Frauen in Westeros grundsätzlich nicht herrschen dürfen. In Dorne, im Norden und im Grünen Tal gibt es durchaus Frauen, die herrschen, und das ist dort auch nicht ungewöhnlich. Vor allem in der Weite, den Flusslanden, den Westlanden und den Sturmlanden ist eine weibliche Herrscherin deutlich unüblicher bis kaum zu finden.

Soweit ich es im Kopf habe, gab es von den Targaryens ursprünglich auch nie eine grundsätzliche Aussage, dass Frauen nicht herrschen dürften. Allerdings war Aegon der Eroberer der König von Westeros und nicht seine ältere Schwester Visenya. Dadurch hat sich nach der Eroberung immer stärker die Vorstellung durchgesetzt, dass die männliche Linie bevorzugt wird.

Wobei man gerade bei Aegon sagen muss, dass seine beiden Schwestern Rhaenys und Visenya keineswegs einfach nur seine Ehefrauen waren. Obwohl Aegon offiziell der König war, haben beide fast uneingeschränkt mitregiert und waren in vielerlei Hinsicht beinahe gleichberechtigte Partnerinnen.

Später hatte Jaehaerys I. die Unterstützung zahlreicher Lords und wurde nach dem Aufstand gegen Maegor den Grausamen zum König erhoben, obwohl seine ältere Schwester Rhaena noch lebte. Auch dadurch verfestigte sich weiter die Vorstellung, dass ein männlicher Erbe bei der Thronfolge vorzuziehen sei.

Jaehaerys selbst setzte diese Entwicklung schließlich fort. Er betrachtete seinen Sohn/Söhne als Thronerben und nicht seine erstgeborene Tochter, was unter anderem auch zu Konflikten mit seiner Frau Alysanne führte.

Durch mehrere Schicksalsschläge wurde die Thronfolge später allerdings immer komplizierter. Am Ende wollte Jaehaerys die Entscheidung nicht mehr selbst treffen und überließ sie dem Großen Rat. Dieser entschied sich letztendlich mehrheitlich für Viserys und damit erneut für die männliche Linie.

Ausgerechnet Viserys, der auf diese Weise selbst auf den Thron gekommen war, brach später mit dieser Entwicklung. Er erklärte seine Tochter Rhaenyra ausdrücklich zu seiner Thronerbin und ließ die Lords des Reiches ihr die Treue schwören.

Natürlich gab es schon damals unzufriedene Stimmen, aber zumindest schien die Mehrheit der Lords diese Entscheidung zunächst zu akzeptieren. Das Problem war, dass bis zu Viserys' Tod viele Angehörige dieser Generation bereits gestorben waren und sich die politischen Verhältnisse verändert hatten.

Als Rhaenyra schließlich tatsächlich den Thron hätte besteigen sollen, hatten einige längst begonnen, gegen ihre Nachfolge zu intrigieren und stattdessen die Krönung ihres Halbbruders Aegon vorzubereiten. Bei manchen spielte sicherlich eine Rolle, dass sie keine Frau als Herrscherin akzeptieren wollten. Andere unterstützten schlicht lieber das Haus Hohenturm und die damit verbundenen politischen Interessen.

Hinzu kommt die enge Verbindung der Hohenturms zum Glauben der Sieben, der Frauen ebenfalls eine untergeordnete Rolle zuschreibt. Ähnliches gilt für die Maester der Zitadelle, die Frauen in ihren eigenen Reihen grundsätzlich nicht zulassen.

Nach dem Tanz der Drachen hielt man dann umso stärker an der männlichen Thronfolge fest. Nach diesem verheerenden Bürgerkrieg wollte natürlich niemand riskieren, durch eine erneute umstrittene Thronfolge den nächsten Krieg auszulösen. Soweit ich es im Kopf habe, stellte sich die Frage in den folgenden Generationen außerdem lange Zeit nicht mehr in derselben Form, weil meistens männliche Erben vorhanden waren, die zugleich die ältesten beziehungsweise eindeutig vorgesehenen Nachfolger waren.

Deshalb würde ich es weniger als ein von Anfang an festgeschriebenes Gesetz betrachten, nach dem eine Frau niemals auf dem Eisernen Thron sitzen durfte. Es war vielmehr eine Tradition, die sich durch mehrere historische Entscheidungen immer weiter verfestigt hatte – bis Viserys mit Rhaenyra ganz bewusst versuchte, davon abzuweichen.


EDIT:
Ich sollte vielleicht noch dazusagen, dass diese Informationen und meine Erklärung zur Thronfolge hauptsächlich aus der Literatur stammen. Meiner Meinung nach lässt sich das aber problemlos auf die Serie übertragen, da sich an diesen grundlegenden historischen Hintergründen und Entwicklungen dort nichts Wesentliches geändert hat.
 
Zuletzt bearbeitet:
Vielen Dank für die Hintergrundinformationen @ARC A001 :)

Ich will mich auch gar nicht zu sehr darauf versteifen. Das Ende von Episode 5 und der Anfang von Episode 6 wirft mittlerweile auch einige Fragezeichen bei mir auf. Also ich habe die Auseinandersetzung im Festsaal am Ende jetzt mehrmals zurück gespult und einmal auch mit Untertiteln durchlaufen lassen, weil ich die Szene so überhaupt nicht verstehe. Daemon tanzt mit Rhaenyra und küsst sie (fast), was an sich schon ziemlich skandalös ist...dann ein Schrei und eine wilde Prügelei, die man so genau erst erkennt als der gehörnte Königsgardist den Liebhaber von Rhaenyras Verlobten totprügelt...und scheinbar hat sich Daemon bei Ausbruch des Kampfes aus dem Raum teleportiert? Ich kann mir nicht vorstellen, dass er einfach so wegläuft bei so einer Konfrontation. Er tauchte jedenfalls nicht mehr auf.

Es sind ja dann noch einige Soldaten in den Saal gestürmt, die ihren Uniformen nach weder zur Königsgarde noch zur Stadtwache gehören, sodass ich erst von einem Umsturzversuch ausging, aber das war es gar nicht? Ich verstehe nicht, was da passiert ist und warum der Königsgardist 10 Jahre später noch lebt. Klar, die Königsgemahlin hat ihn vom Selbstmord abgehalten, aber warum wurde Type nicht anschließend hingerichtet oder zumindest aus der Garde geworfen und vom Hof entfernt? Also den chaotischen Bildern kann ich nur entnehmen, dass der Königsgardist einen Adeligen scheinbar grundlos totgeprügelt hat und das unter den Augen von so vielen Zeugen, dass man das nicht einfach so unter den Teppich kehren kann. Eine Einwegfahrkarte zur Mauer ist für sowas doch das Mindeste.
 
Die Szene fand ich auch schon immer etwas komisch. Die Uniformierten sind übrigens Targaryen-Truppen von Drachenstein. Insgesamt muss ich schon sagen, dass man bei solchen Entwicklungen teilweise beide Augen zudrücken muss in der Serie. Die teilweise etwas gestellten Handlungsverläufe zu hinterfragen ... da tut man sich nicht unbedingt einen Gefallen mit. Da werden noch ein paar von kommen^^
 
Staffel 1 wirkte definitiv so, als hätte man die Grünen mit aller Macht extra dämonisieren wollen. Diese idiotische Szene ist ein gutes Beispiel, aber z.B auch die Kinderkämpfe in Flohloch, in denen Aegons Bastarde als Kinderkämpfer auftauchten. Danach wurde das Thema wieder fallengelassen – vermutlich, weil selbst die Macher selbst gemerkt haben, wie dumm und künstlich das war.

Und dann dieser Hofkampf, in dem Criston von Harwin zusammengeschlagen wird. Im Buch läuft das mehr oder weniger andersrum: aus Harwin "Knochenbrecher" wird dort "gebrochene Knochen". Aber den bösen Criston Cole, der die perfekte Girlboss-Thronanwärterin von damals einfach nicht mehr unterstützt hat, musste man in der Serie ja nochmal extra demontieren.

Es gibt hier noch einige andere Fälle, die mich sehr gestört haben. In der letzten Staffel wurde dieser einseitige Narrativ aber spürbar zurückgenommen, was ich für sehr begrüßenswert empfand.
 
Zurück
Oben