Ich möchte die Disney-Ära von Star Wars nicht missen. Für mich ist sie die bisher produktivste Phase in der Geschichte dieses Universums. Noch nie wurde so viel erzählt, ausprobiert und erweitert. Star Wars ist dadurch kein eingefrorener Erinnerungsort geblieben, sondern ein lebendiges Erzählsystem.
Ein entscheidender Punkt ist Die letzten Jedi. Für mich ist das der beste Star-Wars-Film seit Das Imperium schlägt zurück. Nicht, weil er allen gefallen will, sondern weil er sich traut, Fragen zu stellen. Er zeigt Helden, die scheitern, Ideale, die brüchig werden, und eine Galaxis, in der Verantwortung nicht bequem ist. Genau dieser Film hat mich wieder zu Star Wars zurückgeholt, weil er mir gezeigt hat, dass dieses Universum mehr sein kann als bloße Wiederholung alter Motive.
Gleichzeitig hatte ich mit den ersten beiden Staffeln von The Mandalorian schlicht sehr viel Spaß. Die Serie ist reduziert, ruhig erzählt und vertraut auf Bilder und Stimmungen. Sie greift klassische Star-Wars-Gefühle auf, ohne sich darin zu verlieren. Das funktioniert gerade deshalb so gut, weil sie nicht ständig alles erklären will.
Mit Andor und Rogue One hat Disney dann gezeigt, wie politisch und ernst Star Wars sein kann. Andor erzählt von Unterdrückung, Anpassung und Widerstand, ohne Pathos und ohne Märchenlogik. Rogue One führt diese Linie konsequent zu Ende. Das ist unbequemes, erwachsenes Erzählen.
Auch Projekte wie Skeleton Crew zeigen, dass Star Wars unterschiedliche Zielgruppen erreichen kann, ohne sich selbst zu verraten. Und im Animationsbereich war die dritte Staffel von The Bad Batch für mich ein echtes Highlight. Die Serie nimmt ihre Figuren ernst, lässt Konsequenzen zu und erzählt erstaunlich reif.
Natürlich ist nicht alles gelungen. Das war es aber auch früher nicht. Der Unterschied ist, dass Disney Star Wars wieder in Bewegung gebracht hat. Es wird gestritten, ausprobiert, manchmal auch danebengegriffen. Genau das hält dieses Universum lebendig.
Deshalb möchte ich diese Ära nicht missen. Sie hat Star Wars für mich wieder relevant gemacht, emotional, politisch und erzählerisch. Nicht als Denkmal, sondern als Geschichte, die weitergeht.