Andy Serkis und das Wissen, das ihm vorenthalten wurde
Während der Dreharbeiten zu Andor spielte Andy Serkis einen Mann, der an Regeln glaubte. Kino Loy war kein geborener Rebell, sondern jemand, der überzeugt war, dass Ordnung schützt und dass Anpassung am Ende belohnt wird. Genau dieses Vertrauen wollte man ihm lassen.
Showrunner Tony Gilroy entschied sich deshalb für einen ungewöhnlichen Schritt. Er erzählte Serkis zunächst nicht, wie die Geschichte seiner Figur enden würde. Der Schauspieler wusste, dass Kino zum Wortführer des Aufstands im Gefängnis auf Narkina 5 werden sollte. Er wusste aber nicht, dass dieser Aufstand für seine eigene Figur keinen Ausweg bereithielt.
Der Grund dafür war einfach und sehr bewusst gewählt. Gilroy wollte vermeiden, dass sich auch nur ein Hauch von Resignation oder Vorahnung in das Spiel einschleicht. Kino Loy sollte aufrichtig daran glauben, dass es einen Weg nach draußen gibt, auch für ihn selbst. Dieses Vertrauen sollte nicht gespielt wirken, sondern echt sein.
Erst spät im Produktionsprozess erfuhr Serkis, dass Kino den letzten Schritt nicht gehen würde. Als schließlich der Moment kam, in dem er sagen musste „I can’t swim“, traf dieser Satz nicht nur das Publikum völlig unvorbereitet, sondern auch den Schauspieler selbst.