Tagespolitik allgemein

Wenn die Union oder die FDP mit der AfD zusammen abstimmen, gibt es Massenproteste zum Erhalt der Brandmauer, wenn Linke und Grüne das machen, interessiert sich - gefühlt - außerhalb der sozialen Medien niemand dafür. Es wäre schön, wenn die genannten Parteien und ihre Anhänger an sich den gleichen Maßstab anlegen würden, den sie auch bei anderen anlegen.
 
Bei diesem Abkommen war eigentlich klar, wie ein Großteil von Linken und Grünen abstimmen würde, weil es in genau diesem Abkommen um solche Umwelt, soziale) Inhalte geht. Und die BILD hat doch längst ihren Artikel raus gebracht und die Kommentare unter dem Link zeigen auch, dass Grüne und Linke nicht gut weg kommen.
Zumal es damals bei der CDU um direkte demokratische Verantwortung im Parlament ging (Bundestagabstimmung, Januar 25).
Das andere ist international also etwas vollkommen anderes...
 
interessiert sich - gefühlt - außerhalb der sozialen Medien niemand dafür.

Gefühlt:

https://www.merkur.de/wirtschaft/me...und-afd-gegen-europas-interesse-94133163.html
 
Auch "die GrÜÜÜüüühnen":

Die Ex-Parteichefs Kuhn und Bütikofer nannten das Vorgehen „richtig traurig“ und einen „schweren Fehler“. Der Grünen-Bundestagsabgeordnete Wagener kritisierte das Parlamentvotum als „zu zögerlich“. Der Grünen-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Baden-Württemberg, Özdemir, erklärte, zu viele hätten den Ernst der Lage nicht verstanden. Wenn Europa im Kräftemessen mit Chinas aggressiver Subventionspolitik und Trumps eskalierender Zollspirale bestehen wolle, müsse man erwachsen werden. Er ermuntere die EU ausdrücklich, das Abkommen vorläufig in Kraft zu setzen. Das hatte auch Bundeskanzler Merz gefordert.

Quelle: https://www.deutschlandfunk.de/krit...ur-abstimmung-auch-in-eigenen-reihen-106.html
 
Das andere ist international also etwas vollkommen anderes...
Das ist in meinen Augen genau das gleiche.

In beiden Fällen haben Parteien Abstimmungen beantragt bzw. Entscheidungen herbeigeführt, die mit dem eigenen Parteiprogramm in Einklang sind, bei denen es aber auch absehbar war, dass die AfD - auch ohne Absprache - gleichermaßen stimmen würde und so zum Mehrheitsbeschaffer würde. Ich erwarte ja nicht, dass man entgegen der eigenen Überzeugungen stimmt oder keine Anträge einreicht, aber ich würde schon die Ehrlichkeit erwarten, dass man einräumt, dass Parteien nichts dafür können, dass andere Parteien genauso abstimmen.

@Steven Crant: Punkt für dich. Hier habe ich mich offensichtlich getäuscht. Ich muss aber auch zugeben, dass ich heute noch keine Zeit zum Lesen von Onlinezeitungen hatte und meine Sicht daher stark davon geprägt ist, was gestern Abend in meiner Blase auf X los war.
 
Bei diesem Abkommen war eigentlich klar, wie ein Großteil von Linken und Grünen abstimmen würde, weil es in genau diesem Abkommen um solche Umwelt, soziale) Inhalte geht.

Trotzdem eine Scheißaktion, auch wenn's nicht alleine die Grünen waren, die das nun durchgeboxt haben. Ist halt leider einfach weltfremd und ein Schuss ins eigene Knie. Punkt.
 
In beiden Fällen haben Parteien Abstimmungen beantragt bzw. Entscheidungen herbeigeführt, die mit dem eigenen Parteiprogramm in Einklang sind, bei denen es aber auch absehbar war, dass die AfD - auch ohne Absprache - gleichermaßen stimmen würde und so zum Mehrheitsbeschaffer würde.

Ich zitiere aus https://rsw.beck.de/aktuell/daily/meldung/detail/europaparlament-mercosur-abkommen-eugh-gutachten

Das Parlament zeigte sich gespalten bei der Entscheidung: 334 Stimmen gab es für eine Überprüfung, 324 dagegen. Elf Abgeordnete enthielten sich.
Der Antrag war hauptsächlich von Parlamentarierinnen und Parlamentariern der Linken und Grünen eingereicht worden.

Fraktionen stimmten nicht geschlossen ab

Neben Linken und Grünen unterstützten auch Abgeordnete aus der christdemokratischen EVP, liberalen Renew und sozialdemokratischen S&D den Antrag. Dabei lautete die grundsätzliche Linie innerhalb der EVP‑ und S&D‑Fraktion, sich gegen den Überprüfungsantrag zu stellen. Doch insbesondere Abgeordnete nationaler Delegationen aus Frankreich und auch Polen zeigten von vornherein, davon abweichen zu wollen.

Zitat Ende


Die Mehrheit kam nur zustande, weil u.a auch 42(47?) mir fehlt die Zeit, die genaue Zahl herauszusuchen) aus der EVP-Fraktion für diesen Antrag stimmten. Grüne, Linke + Rechte haben gemeinsam nicht die Mehrheit. Daher können per se die Grünen auch nicht davon ausgehen, dass ihre Anträge unabhängig vom Thema "einfach so" durchgehen. Da lief grundsätzlich in der interfraktionellen Abstimmung was schief. Da ist es mE zu kurz gedacht (nur) auf die Grünen zu dreschen.
 
@Lord Crudelito
Ja, wenn man die Europafraktionen betrachtet, dann stimmt das. Ds liegt aber auch daran, dass man insbesondere in Frankreich grundsätzlich Bedenken gegen das Abkommen hat. Schaut man nur auf die deutschen Abgeordneten, dann sieht die Sache anders aus. Da haben die Abgeordneten von Union, SPD und FDP fast geschlossen (2 Enthaltungen) gegen den Antrag gestimmt: https://www.abgeordnetenwatch.de/eu...n-eugh?combine=&constituency=All&fraction=All

Im Übrigen erlaube ich mir die Bemerkung, dass ich wegen dieser Entscheidung nicht nur auf die Grünen eindresche, sondern auf alle Fraktionen, die sie befürworten.
 
Und vermutlich oft die Frage, wer/was das "kleinere Übel" ist? Keine Ahnung.

Ich sage jetzt mal, dass gerade für die Mercosur-Staaten eine enge Bindung an die EU definitiv das "kleinere Übel" ist. Die Alternative heißt Volksrepublik China. Und auch für die EU sind solche Abkommen überlebenswichtig. Wir erleben gerade, wie der US Präsident die Weltordnung umbaut, je nachdem was der sich morgen in den Kopf gesetzt hat, gibt es Zölle zwischen 10 bis 120 Prozent auf Waren aus der EU. Wie kann man denn alleine in diesem Zusammenhang irgendwas Gutes daran finden, dass ein eigentlich wasserdichtes Abkommen völlig unnötig torpediert wird?
 
@Ben Weil es neben wirtschaftlichen Punkten auch andere gibt, die ich für bedenkliche halte.
Wenn ich jetzt Greenpeace oder ähnliches zitiere, befürchte ich allerdings, dass hier die Stimmung kippt.
 
Bei uns gilt die 3 Tage Regel.
Kommt dies allerdings zu oft vor kommt wird man ab dem ersten Tag Attestpflichtig gemacht. Und das wird niemals zurück genommen.
Bei uns auch.Standard sind 3 Tage. Gibt Abteilungen wo man es auf 1 Tag reduziert hat weil es da sehr oft vorkam. Nach der Änderung verschwand diese Häufung wieder. Ganz allgemein haben wir aber ein sehr gutes Arbeitsklima. Zumibdest bei uns im export, Fluktuation ist extrem niedrig, Lehrlinge wollen immer bleiben und tun es auch, und ich erhalte von oben die Rückendeckung sie zu fördern zb durch weiterbildungen etc. Machenauch gerne Privat was und waren schon zusammen im Europapark oder escaperooms etc. Krankmeldungen sind ebsprechend selten ( vielleicht 1 oder 2 Tage im Jahr)
Bei uns ist die 45 selten auch die 50 Stunden woche normal. Der Lohn ist aber ensprechend hoch ( ehemalige* Lehrlinge starten ab 5000chf ) und als exportfachmann ohne führungsposition sind auch 8000chf drin.Mit Führungsposition sind es 10000chf. Bis jetzt konnte ich meinem Team jedes jahr Lohnerhöhungen geben inkl Weiterbildungen für die ehemaligen Lehrlinge. Denke dadurch ist die Motivation und der zusammenhalt so stark bei uns. Da lege ich als chef aber auch extrem wert drauf. Jemand der nicht ins team passt oder unruhe streut oder das Team ausnutzt würde ich erst gar nicht reinlassen oder aber mich schnell trennen. Kam bis jetzt aber nur 1 mal vor ( in 15 jahren )
Ich denke also dass es ganz klar Aufgabe des Arbeitgebers sein muss ein gutes klima und Arbeitsbedingungen zu schaffen + fairer Lohn.
 
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Der Lohn ist aber ensprechend hoch ( Lehrlinge starten ab 5000chf ) und als exportfachmann ohne führungsposition sind auch 8000chf drin.Mit Führungsposition sind es 10000chf

Die Gehälter sind für Schweizer Verhältnisse aber extrem gut, oder? Für deutsche Verhältnisse, branchenabhängig, außergewöhnlich hoch, auch wenn man das natürlich nicht 1:1 übertragen kann. Nur mal im Vergleich: Eine Führungsposition nach TV-L im Sozial- und Erziehungsdienst (S18, absolute Spitzenposition im pädagogischen Bereich, z.B. große Kita oder akademischer Hintergrund) liegt bei rund 4.500 € brutto im Monat, das sind etwa 4.000 CHF. Also weniger als das, was dort vermeintlich ein Lehrling verdient. Sicherlich ist das branchenabhängig, und der pädagogische Beriech nicht der beste Vergleich was Gehälter angeht, aber wenn das so stimmt, ist der Unterschied schon enorm. Vielleicht würden alle mehr (krank) arbeiten, wenn wir Schweizer Gehälter haben. ;)

Ein Satz zum Schluss noch: Hohe Gehälter, ein tolles Teamgefühl und vor allem faire Führungskräfte senken sicher motivationsbedingte Ausfälle.
Aber echte Gesundheit entsteht dadurch nicht automatisch, wenn dann eher nach hinten verschoben.
 
Die Gehälter sind für Schweizer Verhältnisse aber extrem gut, oder?
Ja gehören eher zu den höheren Löhnen, beim Lehrlingslohn meinte ich ab abggang der lehre also nicht während der Lehre. Das Alter spielt da natürlich auch ne Rolle. Ältere Semester haben mehr. In Zuerich oder Basel wären die Löhne aber noch höher ( kommt auf die exportbranche an, zb pharma oder Agrar zahlt sehr gut) Aber dafür auch höhere Lebenskosten und Stress. Spielt vielleicht auch der Faktor mit dass durch die geringe Fluktuation das Team eher Älter ist. Ein grund mehr wesshalb ich grosser Fan von Lehrlingen bin. Die versorgen die Firma ganz natürlich mit frischem blut.
Ein Satz zum Schluss noch: Hohe Gehälter, ein tolles Teamgefühl und vor allem faire Führungskräfte senken sicher motivationsbedingte Ausfälle.
Aber echte Gesundheit entsteht dadurch nicht automatisch, wenn dann eher nach hinten verschoben.
Das ist natürlich so, wenn ich morgen irgend einen Krebs oder so bekomme hilft mir die gute Laune im Büro nicht viel ( obwohl vielleicht doch etwas ) Ich denke aber dass viele Bournouts und depression durch gutes Arbeitsklima verbessert werden könnten. Und glücklichsein wirkt sich ja auch positiv auf die Gesundheit aus. Ist natürlich auch sehr Individuel und manchmal auch pures Glück das ist mir klar. Trotzdem möchte ich dass mein Team mit einem lächeln zur Arbeit erscheinen, diesen Faktor kann ich nähmlich beinflussen.

Vielleicht würden alle mehr (krank) arbeiten, wenn wir Schweizer Gehälter haben.
Dafür sind die Lebensunterhalt kosten höher. Und man Arbeitet halt auch mehr pro Woche ( im durchschnitt zumindest, export/ Zoll ist aber auch eher ne Branche mit viel Arbeitszeit )

ps:
Meine Schwester arbeitet auch in deiner Branche, die ist auch in der CH schlecht bezahlt. Ne frechheit wenn du mich fragst.
 
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@Steven Crant Woher hast du die Zahl? Ich hab da etwas ganz anderes in Erinnerung und bin gerade sehr verwirrt, da 4500 brutto nach Abzügen je nach Steuerklasse ja ganz schön wenig ist, für eine Leitungsposition.
 
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