Truuine

Statt üblichen geschlechtsspezifischen Pronomen, werden in diesem Post experimentell geschlechtsneutrale Neopronomen verwendet. „Hen“ ist zu lesen wie „er/sie“ (Nominativ & Akkusativ). „Hens“ ist zu lesen wie „ihr/sein“ (Genitiv). „Hem“ ist Dativ. Beispiel: „Dies ist Ridley Solaris. Hen ist imperialer Gouverneur und hens Planet heißt Truuine. Legat Talzin ist hem zu Diensten.“ Von Außen spielt Ridley eine Person mit er/sein Pronomen vor, um im chauvinistischen Imperium nicht benachteiligt zu werden.
[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Auf dem Eispanzer an der Kante ] Ridley, Vorn, Matthew und Nira, sowie (NPCs) Cestus Varro, Qowrow, Ridleys Garde, Skybridge Bataillon, Invasionstruppen

Den Blick starr nach oben gerichtet, die Zähne fest zusammengebissen, reihte Ridley sich in die Formation, die die Sith bildeten, ein und packte hens Lichtschwert eine Spur fester; die Dunkle Seite hatte sich in hens Brust zu regen begonnen und verlangte flüsternd nach dem Blut des heranfliegenden Verräters. Grünes Plasma, gefeuert aus dem untermontierten Geschützturm, schoss in einem sauberen Strom direkt auf Ridley und Matthew zu, die wie die Einheit, die sie waren, zuschlugen und in einem waghalsigen Tanz die hochenergetischen Bolzen in alle Himmelsrichtungen ablenkten, von den aufbrandenden Gefühlen des jeweils anderen zehrend.

Ihre eigenen Schüsse auf die Eissplitter zurückjagen konnten sie nicht, da – da waren sie sich einig – es zu gefährlich war, gleich einen ganzen Strom perfekt zurückzuschicken, auch wenn Ridley Talzin nur zu gerne die eigene Medizin hätte schmecken lassen. Immerhin hatten die E-Webs des Skybridge Bataillon sich nun eingeschossen und beharkten den Jäger mit Gegenfeuer – das für den Moment jedoch nur in bläulichen Wellenringen vom Schild der Eissplitter abprallte und Ridley daran erinnerte, wie viele verdammte Tricks die truuiner Werften Matthews ehemals persönlichen Jäger mitgegeben hatten! Genau im richtigen Moment, denn just als Ridley dies durch den Kopf geschossen war, drehte sich der Geschützturm plötzlich und eröffnete das Feuer auf Qowrow, der zusammen mit Vorn und Nira bis gerade noch versucht hatte, Ridleys Aufforderung nachzukommen und den Jäger mit der Macht einzufangen, während ihre Sith-Meister in übernatürlicher Koordination das Feuer auf sich gezogen hatten.

Qowrow war gut – wirklich gut für einen Schüler! – doch er war nicht gut genug, um Feuer ungewohnter Stärke zu deflektieren, das zuvor sogar noch Ridley kalt erwischt hatte, als der verdammte Legat den Bodenangriff begonnen und Ridley vorhin das Schwert glatt aus der Hand geprellt hatte. Die Macht ließ Ridley das Unheil kommen sehen; die Meister griffen genau im richtigen Moment zu, drückten die Eissplitter perfekt koordiniert eben genug hinab, dass der Wookiee zwar direkt beim ersten Treffer seine Waffe verlor und stürzte, jedoch nicht die volle Breitseite Jägerfeuer durch den Leib geschossen bekam, die die teure Investition, die er darstellte, einfach ausgelöscht hätte, was dann aber wieder sie zum Ziel machte.

Der Geschützturm rotierte ein weiteres Mal und schoss diesmal eine Rakete auf sie ab, gerade noch rechtzeitig registriert von Matthew, der einen Impuls durch die geistige Verbindung sandte und beide Sith im letzten Moment beiseite springen ließ. Die Rakete explodierte auf dem Eis, wo sie einen tiefen Krater hinterließ, als Talzin erneut seinen Jäger hochzog, um den nächsten Angriff zu fliegen – doch die Sith hatten endgültig genug, streckten gemeinsam den linken Arm aus, schlossen ihren verbundenen Geist um die blaue Maschine und setzten dem Treiben ein Ende.

Unter dem Helm grinste Ridley böse, während hen von einer Sekunde zur anderen den Emotionsumschwung Talzins spürte, als die Eissplitter mitten in der Luft einfror und trotz mehr und mehr glühender Antriebssektion verharrte, die klirrend kalte Luft mit einem fast schon verzweifelten Heulen erfüllend. Nun – endlich! – griffen auch die Akolythen und Nira zu, und einen Moment später sauste eine weitere Rakete aus Major Varros Raketenwerfer in sauberer Linie auf die Maschine zu, die nicht wieder ausweichen konnte und nun einen Frontaltreffer – naja, Heckreffer – mit den Schilden einstecken musste, die mit einem äußerst befriedigenden, mechanischen Summen in sich zusammenfielen.


//Drückt ihn runter!\\, gab die Meistereinheit perfekt unisono durch, bevor Matthews Körper einen Schritt vor Ridley machte und die Doppelklinge – rot gegenüber grünem Feuer – wirbeln ließ, um das verzweifelte Spucken des ein weiteres Mal rotierenden Geschützturmes von Ridley abzulenken, dier hens eigenes Schwert weggesteckt und nun beide Hände nach vorne ausgestreckt hatte. Eine weitere Rakete löste sich aus dem Geschützturm und sauste um Haaresbreite an dem Meisterpaar vorbei – abgelenkt, ziellos durch Rauch und Schneetreiben wirbelnd – während der Jäger sich immer tiefer auf das Eis hinabsenkte, das unter der Hitze von Ridleys kanalisierter Emotion in der Kälte zu dampfen begonnen hatte.

Das Meisterpaar spürte, wie Blut über Ridleys Oberlippe zu laufen begonnen hatte, doch sie gaben nicht auf: Zitternd senkte sich eine der ausgestreckten Hände und stützte sich auf Matthews Schulter, als der Jäger endlich die bis gerade noch so feste Eisfläche berührte, und versank. Sie konnten die Fassungslosigkeit Talzins fast schon in der Luft schmecken, als das Feuer des Geschützturms von dem frisch getauten Tümpel erstickt wurde, dessen Wellen Zentimeter um Zentimeter an der wasserdichten Pilotenkuppel emporleckten und dann auch den Antrieb hustend zum Ersterben brachten – das Schiff mochte unter Wasser gebaut worden sein, doch war es nie dafür gemacht geworden, dort auch zu fliegen. Matthews Klingenwirbel ebbte ab, Ridley holte stöhnend Luft und richtete den sich rasch einengenden Blick von hens bionischen Augen erneut auf das Cockpit, in dem der ehemalige Legat Talzin nun deutlich zu sehen war, wie er hektisch an seinen Kontrollen herumfummelte, um im nächsten Moment samt seinem Sitz weit, weit hinauf in den Himmel katapultiert zu werden, da er natürlich auch die Schleudersitzfunktion gefunden hatte! Natürlich konnte Talzin es sich auch nicht nehmen lassen, im Abflug mit einer primitiv wirkenden Schrotflinte auf die Sith anzulegen, deren Feuer auf die Entfernung zwar wirkungslos blieb, aber doch deutlich machte, dass er nicht die Absicht hatte, sich kampflos zu ergeben – doch alles andere hatten sie auch nicht erwartet und befahlen den weniger verausgabten Jung-Sith:
//Holt ihn euch.\\


[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Auf dem Eispanzer an der Kante ] Ridley, Vorn, Matthew und Nira, sowie (NPCs) Cestus Varro, Qowrow, Ridleys Garde, Skybridge Bataillon, Invasionstruppen
 
[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Orbit von Truuine / GSD 'Fides' / Besprechungsraum] - mit Commander Dur Tovi und Lieutenant Commander Baran Gargatosh

Tovi schritt mit Gargatosh und eskortiert von den beiden Sturmtrupplern Richtung des Aufzugs. Erfreut hörte er, dass dieses Wesen sich auf einen Kaf und damit auf eine etwas gelockerte Arbeitsatmosphäre einließ. Die Türen des Aufzugs öffneten sich und Tovi wies die Truppler an, wieder auf ihre normalen Posten zu gehen. Hier auf der 'Fides' würde ihnen schon nichts weiter passieren. Und die Besprechung war kein offizieller Hochanlass.
Bei dem Besprechungsraum angekommen, hielt ihm der Lieutenant Commander die Tür auf und ließ ihm seines Rangs entsprechend den Vortritt. Während
Tovi in den Konferenzraum trat, musste er doch einiges an Selbstbeherrschung aufbringen, um nicht zu schnell hineinzugehen, oder einen zu weiten Bogen um seinen Gast zu machen. Er vertraute ihm zwar irgendwie - aber wegen seiner hühnenhaften und erschreckenden Gestalt fragte sich der Commander unwillkürlich, ob er überhaupt in der Lage wäre, auszuweichen, falls sich Gargatosh entschlösse, ihn anzugreifen. Er zweifelte daran.
Aber glücklicherweise war diese Sorge total unberechtigt und
Tovi konzentrierte sich wieder auf die Ausführungen des Abgesandten der Truuiner Verteidigungs-"Flotte". Denn so, wie es ihm Gargatosh schilderte, bestand die planetare Verteidigung Truuines tatsächlich nur aus drei eher kleineren Schiffen. Und vor einiger Zeit gar nur aus einem TPC.
"Das ist erschreckend. Ein TPC kann vielleicht zwei Staffeln von Jägern abwehren. Aber schon bei einem Kreuzer wäre es arg schwierig, die Verteidigung zu halten", dachte der Commander und kratzte sich kurz nervös am Hinterkopf. Und jetzt herrschte ja auch wieder wirklicher Krieg. Da würden die schlagkräftigen Truppen - zurecht - an die Front und strategisch bedeutsamen Posten beordert werden.
Umso wichtiger, dass sie dann schnell, effektiv und nachhaltig die inneren Systeme des Imperiums sicherten und befriedeten. Damit eben keine Schwachstelle entstand und sich alle auf den Krieg mit der Neuen Republik fokussieren können.
Wieder einmal wurde
Tovi bewusst, wie wichtig es war, gerade im Kriegsfall die inneren Unruheherde und Gefahren wie Piraterie, Schmuggel und Drogenhandel mit aller Härte zu unterbinden. Ja, seine jetzige Mission, wenn sie auch sehr klein war im Vergleich zu dem galaxisweiten Konflikt, war wichtig, damit die Räder der Imperialen Maschinerie harmonisch weiterlaufen konnten.

Während
Gargatosh von den Übungen und der ruhigen Stationierung über Truuine berichtet, lud Tovi ihn ein, sich zu setzen. Und schalt sich selber einen Moment später dafür, denn natürlich waren Tisch und Stühle auf Imperiale Standardgröße ausgelegt und nicht auf weit über 2m Körpergröße. Dennoch schaffte es der Lieutenant Commander, sich einigermaßen hinzusetzen. Der Commander indes machte zwei Kafs, reichte eine Tasse seinem Gast und behielt die andere selbst. Dann stellte er, nachdem er sich selbst ein wenig davon in den Kaf gegossen hatte, noch ein Kännchen mit grüner Milch auf den Tisch. Dann setzte er sich ebenfalls und hörte den Rest des Berichts zu, während er ab und zu an dem Kaf nippte.

Erstaunt und leicht neidisch stellte
Tovi fest, dass Gargatosh mehr richtige Kampferfahrung als er selbst haben könnte. Ja, er war mit der 'Fides' und seinen Vorgängerschiffen in einige Scharmützel und zwei-drei größere Gefechte eingebunden gewesen - aber nur einmal in etwas, das den Namen Schlacht verdient hätte. Wenn es nach dieser Erfahrung ging, sollte vielleicht doch sein Gegenüber die Führung übernehmen. Aber dann biss er die Kiefer aufeinander.
"Nein. Ich bin der Commander. Und auch ich hatte schon Erfolge. Und Ehrungen und Kampferfahrung sagen noch nichts direkt über Offizierskompetenz aus", dachte er. Und seufzte schließlich, als er merkte, dass das keine gute Grundhaltung für einen Offizier gegenüber einen Rangniedrigeren war. Es galt, Selbstbewusstsein und Autorität auszustrahlen.


"Was ist mit Ihnen, Commander? Ich habe gehört, Ihnen wurde bereits der Einsatzplan zur Durchsicht geschickt. Haben Sie eine Meinung zum geplanten Vorgehen?", schloss der Riese schließlich seinen Bericht.
Tovi freute sich erneut kurz über das Vertrauen, dass die Truuiner Regierung in ihn hatte. Und so antwortete er nach einem weiteren und diesmal längeren Schluck aus seiner Tasse:
"Danke, Lieutenant Commander Gargatosh, für Ihre Ausführungen. Es freut mich, dass Sie sich gemeldet haben, bei der Straf- und Befriedungsmission gegen die hiesigen Piraten mit dabei zu sein. Ihre Kenntnisse der Region und Ihre Kampferfahrungen werden, denke ich, nützlich sein.
Die Ausgangslage ist klar: Die Piraten auf der Nanth'ri-Route gefährden die Sicherheit des Truuine-Systems sowie weiterer Imperialer Missionen. Und wir sollen uns darum kümmern.
Piraten sind meist ein abartiger Haufen: Gierig, illoyal, organisiert in der Kriminalität - aber leider auch verschlagen und insbesondere mit dem Rücken zur Wand gefährlich. Seit meinem Dienstbeginn habe ich im kleineren oder größeren Rahmen den Kampf gegen diese Plage geführt..."


Tovi zählte noch ein Paar Beispiele auf, lief dabei aber mehr oder weniger auf Autopilot - denn gedanklich wurde er wieder einmal zurückgeworfen zu diesem schrecklichen Vorfall. Als der Piratenabschaum seine Eltern...
Er schüttelte sacht den Kopf, um wieder bewusst zurück in die Realität zu kommen und fortzufahren:
"Und daher sollten wir die Piratenbasis auf jeden Fall restlos zerstören - und so viele von ihnen wie möglich aufreiben.
Wenn die Informationen des Geheimdienstes stimmen - was mal hilfreich wäre - dann haben die Piraten natürlich in einem Asteroidenfeld ihre Basis. Das passt zu ihnen: Die Sensoren sind geschwächt, man kann sich gut verstecken und insbesondere Jäger können schnell und unbemerkt starten und wieder ankommen und größere Kampfschiffe haben es schwer, sich in dem Feld zu bewegen, ohne Schaden durch Asteroiden zu nehmen. Das einzige, was ein noch besseres Versteck ist, ist ein Asteroidenfeld mit angrenzendem Weltraumnebel - da kann sich die Hölle an gegnerischen Schiffen verstecken, ohne dass die Sensoren auch nur piepen. Das weiß ich aus Erfahrung.
Aber das ist hier ja glücklicherweise nicht so. Dennoch sollten wir vorsichtig sein. Auch in Anbetracht unserer geringen Truppenstärke. Ich weiß nicht, hat Ihnen Gouverneur Solaris oder jemand aus seinem Stab schon die frohe Botschaft mitgeteilt?"


Tovi blickte Gargatosh an und dieser zog fragend die Augenbrauen hoch. Also fuhr der Commander fort: "Wir sind nicht auf uns allein gestellt. Hätten wir nur die 'Fides' und die 'Reconquista' gehabt, hätte ich schweren Herzens die Mission verweigert. Denn Selbstmord bringt dem Imperium nichts - auch wenn er heldenhaft scheint. Aber wir bekommen Unterstützung: Captain Thade Skywalker mit seiner Einsatzgruppe 'Huntress' wird zu uns stoßen. Unter seiner Führung und vor allem mit der so aufgestockten Schiffspower können wir uns daran machen, die Piraten für lange Zeit von Nanth'ri-Route zu vertreiben.
Wir sollten aber dennoch nicht übermütig werden und einen Frontalangriff wagen. In dem Asteroidenfeld können sie uns super einkesseln und haben den Heimvorteil. Ich schlage vor, dass wir stattdessen versuchen, einen Großteil ihrer Flotte wegzulocken oder zu überraschen und auszulöschen, bevor wir dann die Basis und ihren Schutz direkt und möglichst ungestört angreifen.
Ist Ihre 'Reconquista' mit Raketen ausgestattet? Das könnte dann ein schönes Feuerwerk zum Abschluss geben."


Kurz, nachdem der kurze Austausch über die Ausrüstung ihrer jeweiligen Schiffe begonnen hatte, piepte Tovis Kom. Der Commander nahm es vom Gürtel. "Ja, ich höre."
"Commander. Drei Schiffe sind aus dem Hyperraum gefallen. Es ist nach Kennung die Einsatzgruppe 'Huntress'. Captain Skywalker bittet, an Bord kommen zu dürfen", erklang eine Männerstimme aus dem Lautsprecher des Kom-Geräts.
Tovi nickte und blickte voller Tatendrang Gargatosh an. Und antwortete dann ins Kom: "Hervorragend. Grüßen Sie ihn und geben Sie ihm die Erlaubnis und die genauen Koordinaten von uns."

Er kappte die Verbindung wieder und beorderte danach diesmal sechs Sturmtruppler zum Ehrenempfang in den Hangar - der dann mit zwei Gast-Fähren absolut voll sein sollte.
Dann wandte er sich wieder
Gargatosh zu: "Ich denke, wir haben noch Zeit, unseren Kaf auszutrinken, bevor der Captain auf der 'Fides' landen wird. In dem Sinne nochmal: Auf gute Zusammenarbeit."

[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Orbit von Truuine / GSD 'Fides' / Besprechungsraum] - mit Commander Dur Tovi und Lieutenant Commander Baran Gargatosh
 
[Truuine System - Truuine - Südpolarkreis - Eispanzer - Relativ nah an der Kante des Gletschers - Erster imperialer Brückenkopf (noch im Aufbau) - Darth Aster, Matthew und Nira, Akolyth Vorn (+ Aldor Karvek in relativer Nähe) und die NPCs: Akolyth Qowrow, Major Varro, Asters Garde, Skybridge Bataillon und andere Invasionstruppen]

Musste Vorn das persönlich nehmen? Während er im Grunde tatenlos dabei zusah, wie Big Q „abgeschossen“ wurde und das Meisterduo danach den Jäger mit der Macht quälend langsam vom Himmel holte, dachte er kurz darüber nach. Der dreckige Rebell hatte den Wookiee und nicht ihn angegriffen. Hat den Stinker als größere Gefahr angesehen! Das MUSSTE man doch persönlich nehmen oder?

Glücklicherweise wurde es zu diesem Zeitpunkt ganz allgemein hier und um sie herum hektischer. Von Vorn unbemerkt, schienen Befehle an die einfachen Soldaten ausgegeben worden zu sein und es kam weit mehr Bewegung in ihre Reihen als zuvor. Nichts neues für den Akolythen, doch damals in der Grundausbildung waren es natürlich vor allem Anfänger gewesen. Zu dem Zeitpunkt war der rothäutige Machtnutzer selber noch einer gewesen und ohne Vergleichswerte hatte er nie ihre Kompetenz richtig einschätzen können. Jetzt schon. Jetzt sah er das Resultat der imperialen Ausbildung. Trotz der ganzen roten, grünen und manchmal blauen Plasmascheiße, die ihnen um die Ohren flog, bewegten sich die Soldaten verdammt... wie war das Wort? Geordnet? Diszipliniert? Unerschrocken?

Und direkt vor ihm stellte sich der
Doppelklingennutzer vor seinen Kumpel und wehrte weitere grüne Scheiße ab, von der nur ein Bolzen durchkommen musste und beide Sith würden sterben. Aster, beide Hände ausgestreckt, zog den Jäger hinunter... und … schmolz das Eis? Irritiert starrte Vorn auf die geschmolzene Fläche, die hier und da sogar Blasen warf. So wenig traute er in diesem Augenblick seinen Augen, dass er sogar die Thermalsicht seines Anzuges bemühte. Aber ja, keine Einbildung. Irgendwer oder irgendetwas hatte das Eis direkt unter dem Jäger geschmolzen. Und in diesen Pool sank der Interceptor in diesem Augenblick hinunter. Auf eine Weise, wie nur Maschinen sterben konnten, röchelte sich der Jäger einen ab, als das Wasser ihm seine Lebensgrundlage raubte.

Vorn suchte noch die direkte Umgebung nach einer Ursache für die Schmelzung ab, da gab es einen Knall aus Richtung des Interceptors. Also ruckte sein Kopf reflexartig herum und er hob leicht die Arme, die eh schon in die richtige Richtung gezeigt hatten. Der Akolyth brauchte einen Augenblick um zu verstehen, was er da sah, da riefen
Aster und der andere Sith gleichzeitig etwas. Also so wirklich richtig gleichzeitig, als wären sie eine Gehirn mit zwei Mündern. Vorn hatte eine Meinung dazu und sie beinhaltete viele kreative Versionen von schwul sein, doch in diesem Augenblick hatte er keine Zeit dafür.

Aktuell noch gut geschützt dastehend, konnte Vorn es sich erlauben sein Laserschwert einfach fallenzulassen und beide Hände schlagartig in die Luft zu reißen. Während das Ding mit dem Piloten immer weiter hinauf stieg und der Rebell auch mit einer unbekannten Waffe irgendeinen Dreck nach ihnen schoss, floss die Macht durch den Körper des hünenhaften Menschen. Die vitalisierende Energie erreichte seine zu Klauen verformten Hände und plötzlich packten sie etwas. Man konnte es nicht sehen, zumindest nicht mit den Augen, doch in Vorns Vorstellung krümmte sich der Raum selbst um seine Finger, die gegen einen unsichtbaren Widerstand ankämpfend in eine Faust verwandeln wollten. Erst spannte sich sein rechter Unterarm, dann auch die Oberarme an. Er wusste tief in seinem Inneren, dass das nicht nötig war. Doch er hatte in der Ausbildung gelernt, wie wichtig für ihn persönlich die körperliche Verbindung zum Machteinsatz war. Einen Machtstoß abzufeuern fühlte sich befriedigender an, konnte er zuvor mit seine Faust oder flachen Hand in die entsprechende Richtung schlagen. Die ätherische und körperliche Kombination fühlte sich … na eben richtig an.


Und so zog er nun an dem flüchtenden Piloten und oh ja, das WAR persönlich! Big Q und die nutzlose Weibliche taten es ihm gleich, weshalb sie den Flug des Rebellen relativ schnell stoppen und ihn dann umkehren konnten. Vielleicht waren sie dabei sogar ein bisschen zu motiviert. Mit einer Geschwindigkeit, die nicht gesund aussah, schoss ihr Opfer direkt auf sein nasses Grab zu... wobei die Wasseroberfläche in diesem Kontext für ihn ohnehin hart wie Durabeton sein würde...

[Truuine System - Truuine - Südpolarkreis - Eispanzer - Relativ nah an der Kante des Gletschers - Erster imperialer Brückenkopf (noch im Aufbau) - Darth Aster, Matthew und Nira, Akolyth Vorn (+ Aldor Karvek in relativer Nähe) und die NPCs: Akolyth Qowrow, Major Varro, Asters Garde, Skybridge Bataillon und andere Invasionstruppen]
 
[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Auf dem Gletscher ] Ridley, Vorn, Matthew und Nira, sowie (NPCs) Cestus Varro, Qowrow, Ridleys Garde, Skybridge Bataillon, Invasionstruppen


Der zweite Schuss verließ den PLX-1 mit einem dumpfen Stoß, der durch Cestus’ Schulterpanzerung fuhr und ihn für einen Augenblick tiefer in den Schnee drücken ließ, während die Rakete als helle Spur durch Rauch, Eisnebel und das kreuzende Feuer der E-Webs jagte. Diesmal aber war etwas anders. Der Interceptor wich nicht aus.

Cestus sah, wie die Maschine mitten im Anflug stockte, als wäre sie in der Luft gegen eine unsichtbare Barriere geraten, die selbst ihre schreienden Triebwerke nicht überwinden konnten. Der Jäger hing für einen kurzen, beinahe unwirklichen Moment über dem Gletscher, während seine Antriebssektionen grell aufglühten und der Geschützturm noch immer verzweifelt Feuer spuckte. Erst da verstand Cestus, dass die Sith ihre Hand im Spiel hatten. Nicht als Redewendung, nicht als Geste für Berichte und Propaganda, sondern ganz unmittelbar, denn etwas hielt diese Maschine fest, etwas drückte gegen ihren Willen, gegen ihre Schubkraft, gegen alles, was sie eben noch so gefährlich gemacht hatte.

Die Rakete traf.
Der Einschlag riss einen grellen Lichtstoß über das Heck des Interceptors, und für einen Augenblick flammte der Schutzschirm der Maschine sichtbar auf, ehe er mit einem mechanischen Flackern zusammenbrach. Ein zustimmendes Knurren ging durch die nächsten Reihen der Blauen Legion, doch Cestus ließ ihnen keinen Raum, daraus einen unkontrollierten Jubel werden zu lassen.

„E-Webs, Feuer einstellen,“, befahl er sofort über das Komnetz. „Keine Verschwendung auf ein Ziel, das die Sith bereits gebunden haben. Luftabwehr weiter beobachten, alle übrigen Waffen zurück auf die Hauptstellung.“

Rusk nahm den Raketenwerfer wieder entgegen und begann automatisch mit der nächsten Prüfung, während Cestus den Blick auf den Interceptor gerichtet hielt. Die Maschine sank tiefer, nicht wie ein abgeschossenes Wrack, sondern wie ein wildes Tier, das mit Gewalt auf den Boden gezwungen wurde. Unter ihr begann das Eis zu dampfen. Erst nur an einzelnen Stellen, dann in einem breiter werdenden Kreis, bis der Jäger in einer Mischung aus Schmelzwasser, Rauch und aufkochendem Frost aufsetzte und langsam in das nachgebende Eis einsank.

Für einen regulären Offizier war dieser Anblick schwer einzuordnen. Cestus konnte erkennen, dass Gouverneur Solaris und der Vizegouverneur erschöpft waren, er konnte sehen, dass sie ihre ganze Konzentration auf die Maschine richteten, und er konnte aus dem Verhalten der Akolythen und der anderen Machtnutzer schließen, dass dort etwas geschah, das weit über normale Gefechtsführung hinausging. Er verstand nicht jede Einzelheit, und er musste sie auch nicht verstehen. Das Ergebnis genügte.

Der feindliche Jäger war unten.
Das war alles, was im Augenblick zählte.

„Alle Einheiten, der Interceptor ist gebunden“, meldete Cestus an seine Offiziere. „Brückenkopf weiter ausbauen. Flankenbewegungen fortsetzen.“

Die Worte waren kaum ausgesprochen, als der Cockpitbereich des Jägers aufsprang und eine Gestalt samt Sitz in den Himmel katapultiert wurde. Cestus hob instinktiv den Blaster, senkte ihn jedoch nicht ab, als der Pilot im Abflug tatsächlich noch eine primitive Schusswaffe auf die Sith richtete. Auf diese Entfernung war das mehr Trotz als militärische Wirkung, doch es sagte genug über den Mann aus, der dort in den grauen Himmel geschleudert wurde.

Cestus reagierte nicht mit einem eigenen Schuss. Ein Ziel in der Luft, um das sich bereits die Sith kümmerten, war keine Aufgabe für eine Linie regulärer Infanterie, die gerade erst einen Brückenkopf auf einer umkämpften Gletscherkante errichtet hatte. Er hob nur die Hand und schnitt jede voreilige Reaktion seiner Männer ab.

„Nicht auf den Piloten feuern“, sagte er scharf. „Die Sith übernehmen ihn. Unsere Aufgabe liegt vor uns.“

Vor ihnen arbeitete sich der Kampf weiter durch den Rauch. Die stärkere Stellung des Feindes lag noch immer im Weg, und obwohl der Verlust des Interceptors den Rebellen sichtbar zusetzte, bedeutete das nicht, dass ihre Linien bereits gebrochen waren. Einzelne Talz, Karkarodon sowie andere Rebellen tauchten weiter zwischen Eiswällen und Gräben auf, feuerten auf die vorrückenden Trupps und zogen sich wieder zurück, während die Flankeneinheiten der Blauen Legion langsam in die seitlichen Senken einsickerten, geschützt durch Rauchgranaten und das schwere Feuer der E-Webs.

Cestus ging erneut hinter der Barrikade in die Hocke, rief die Markierungen auf dem kleinen Holoprojektor auf und verfolgte die Bewegung der beiden Flankentrupps, die sich links und rechts der Hauptstellung vorarbeiteten. Die Meldungen kamen bruchstückhaft, überlagert von Störgeräuschen, Schüssen und dem dumpfen Einschlag der Mörser, doch das Bild war klar genug. Die linke Gruppe hatte eine natürliche Schneerinne gefunden, die sie unterhalb einer feindlichen Beobachtungsstellung vorbeiführte. Die rechte Gruppe meldete sporadischen Widerstand, aber keine geschlossene Sperrlinie. Das genügte vorerst.

„Mörsertrupps, Rauch auf die rechte Senke verlängern“, befahl er. „Linke Flanke bekommt zwei kurze Sprengsalven auf die markierte Kuppe. Keine Dauerfeuer. Wir treiben sie aus der Deckung, wir pflügen nicht den ganzen Gletscher um.“

Bestätigungen folgten, und kurz darauf schlugen die ersten Granaten dort ein, wo er sie haben wollte. Schnee und Eis wurden aufgeworfen, eine feindliche Feuerstellung verstummte für mehrere Atemzüge, und sofort nutzte ein Trupp Legionäre die entstandene Lücke, um weiter vorzurücken. Cestus sah, wie einer seiner Männer einem getroffenen Kameraden unter die Schulter griff und ihn hinter eine Barrikade zog, während ein anderer ohne Unterbrechung weiter nach vorne feuerte. Genau diese kleinen Abläufe hielten eine Linie am Leben.

Der Himmel über ihnen gehörte für den Moment wieder anderen.
Die Sith, der gestürzte Pilot und die nachsetzenden Akolythen würden ihren eigenen Kampf führen.

Cestus’ Kampf lag im Schnee vor ihm, zwischen Gräben, Bunkern und einer Rebellenstellung, die noch nicht verstanden hatte, dass sie bereits von mehreren Seiten unter Druck geriet. Er richtete sich etwas auf, ließ den Blick über seine Männer gleiten und spürte, wie sich nach dem Sturz des Interceptors neue Entschlossenheit in der Formation ausbreitete.

„Erste Kompanie“, sagte er über das Komnetz, ruhiger als zuvor, aber mit deutlich hörbarer Schärfe. „Der Himmel ist nicht mehr unser Problem. Jetzt nehmen wir ihnen den Boden.“

Dann hob er den Blaster, deutete auf die nächste Stellung und gab den nächsten Angriffsbefehl.

So dauerte der Kampf noch einige Zeit an, die beiden Flankentrupps meldeten immer wieder in kurzen Abständen ihren Fortschritt. Stück für Stück arbeiteten sie sich durch Schneegräben, zwischen aufgeworfenen Eisrücken und den Resten improvisierter Verteidigungsstellungen vor, während die Mörser immer wieder Rauch und kurze Feueraufträge vor ihre Bewegungen legten. Immer häufiger verstummten einzelne Blasternester, bis schließlich die linke Flanke meldete, dass sie Sicht auf die ersten Luftabwehrstellungen erhalten hatte.

„Feindliche Flugabwehr gesichtet. Entfernung zweihundert Meter, sende Koordinaten für Mörserbeschuss und beginne Angriff.“

Cestus bestätigte den Funkspruch ohne Zögern.

Kurz darauf schlugen mehrere Salven von Mörsergranaten unmittelbar hinter dem Bunker ein und hüllten den Bereich in dichten Rauch. Noch bevor dieser sich vollständig ausbreiten konnte, stießen die Flankentrupps aus ihrer Deckung hervor. Blasterfeuer peitschte über das Eis, mehrere Rebellen versuchten ihre Stellung zu halten, wurden jedoch gleichzeitig von zwei Seiten unter Druck gesetzt. Ein PLX-1 schlug kurz darauf unmittelbar neben einer der Luftabwehrstellungen ein und riss das letzte Geschütz, Lafette und Bedienmannschaft in einer einzigen Explosion auseinander, während die verbliebenen Rebellen entweder fielen oder sich hastig ins Landesinnere zurückzogen.

Kurz darauf knackte das Komnetz.

„Rechte Flanke an Major Varro. Luftabwehrstellung gesichert. Mehrere Geschütze zerstört. Der Luftraum über der Angriffsachse ist unter unsere Kontrolle und frei von Feinwirkung!.“

Zum ersten Mal seit Beginn der Landung erlaubte sich Cestus ein zufriedenes Nicken.
Er aktivierte seinen Langstreckenkanal um den Gouverneur zu kontaktieren.

„Hier Major Varro des Skybridge Batallions Sir, feindliche Luftabwehr entlang unserer Angriffsachse wurde ausgeschaltet und die Stellung erobert. Der Luftraum sollte nun frei für Luftunterstützung, Verstärkungen und Feuerunterstützung sein. Der Brückenkopf hält und wird weiter ausgebaut. Ich wiederholte feindliche Lufatbwehr wurde zuerstört!“

Nachdem die Bestätigung gesendet war, ließ Cestus den Blick wieder nach vorne wandern. Vor ihnen lag noch immer ein Kampf. Doch zum ersten Mal seit Beginn der Landung gehörte der Himmel wieder dem Imperium und ohne die Luftabwehr und den fast umzingelten Bunker würden die Rebellen nicht mehr lange aushalten. Bald würde das Imperium den ersten Sieg für sich beanspruchen.


[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Auf dem Gletscher ] Ridley, Vorn, Matthew und Nira, sowie (NPCs) Cestus Varro, Qowrow, Ridleys Garde, Skybridge Bataillon, Invasionstruppen
 
Innerer Rand| Manaan-Sektor | Hyperraum kurz vor dem Truuine System | Kommandobrücke der Huntress | Captain Thade Skywalker, Thades Brückencrew (NSCs)

Die Deckplatten unter Thades Stiefelsohlen gaben die typischen, kaum wahrnehmbaren Vibrationen von sich, die der Hyperantrieb der Huntress erzeugte, während er das Schiff durch den Hyperraum bewegte. Sie hatten insgesamt keine 6 Stunden im Kuat-System verbracht. Das war zwar genug gewesen, um wie geplant Nachschub mit an Bord zu nehmen, doch zur Ruhe gekommen war in der Zeit niemand so wirklich. Der Chiss hatte sich während der Reise nur einmal Zeit zum Schlafen gegönnt und das hauptsächlich aus pragmatischen Gründen. Es nützte niemandem, wenn der Kommandant übermüdet ins Gefecht zog und auch wenn nicht mit unmittelbaren Kampfhandlungen zu rechnen war, so hatte die Episode auf Prefsbelt IV doch gezeigt, dass genau das eben auch in einem als vollkommen sicher geltenden System passieren konnte.

Den Rest der Zeit hatte er mit den Berichten und statistischen Analysen verbracht, die ihm die Admiralität mit in den Einsatz gegeben hatte. So groß die Datenmenge auch war, sie wies doch erhebliche Lücken auf, die
Thade dazu veranlassten, mit äußerster Vorsicht an diesen Einsatz zu gehen. Der Geheimdienst hatte sich nicht auf eine ungefähre Truppenstärke dieser Piraten einlassen wollen und teils sich widersprechende Berichte geliefert. Damit musste der Chiss nun mit allem zwischen ein paar Dutzend selbstmörderischer Schwachköpfe bis hin zu einer straff organisierten, paramilitärisch organisierten Gruppe rechnen, die im schlimmsten Fall zahlungskräftige Hintermänner eines transsektoralen Syndikats oder sogar der neuen Republik hatte. Was auch immer der Fall war, die lokalen Kräfte und Eingreifgruppe Huntress würden diesen Piraten in den kommenden Tagen das Handwerk legen.

Eine blinkende Warnmeldung auf dem Holotisch brachte Thade in die Gegenwart zurück. In 30 Sekunden würden Sie den Hyperraum im Truuine-System verlassen. Der Chiss schloss alle geöffneten digitalen Akten und wartete geduldig den herunterzählenden Countdown ab. Nur für den Fall der Fälle wollte er direkt die Sensordaten vor sich haben.
“Austritt aus dem Hyperraum in 5…4…3…2…1…Austritt!” Lieutenant Commander Murbau stand an der Navigationskonsole und überwachte den Austritt genau. Alles verlief planmäßig und die Huntress fand sich auch nicht in einem schön anzusehenden wie tödlichen Blitzlichtgewitter aus Turbolasersalven wieder. Stattdessen füllte die Kugel eines Ozeanplaneten einen bedeutenden Teil vor den frontwärts gerichteten Sichtfenstern aus. “Kommandant, ich bestätige Ankunft im Truuine-System. Die Hawke und Prusuer befinden sich an unseren Flanken. Abweichung unserer Formation beträgt…knapp 600 Meter.” Thade nickte diese Informationen ab, während er die den Holotisch vor sich füllenden Sensorechos und Transpondersignale betrachtete. “600 ist gut. - Kommunikation: Bestätigen Sie gegenüber der planetaren Raumkontrolle unsere Ankunft und grüßen Sie dann auch die Fides mit meiner Bitte, an Bord kommen zu dürfen.”

Traditionell war zwar der ranghöchste Offizier der Gastgeber für Lagebesprechungen, Thade aber sah die Situation pragmatischer. Der Gladiator-Klasse Sternenzerstörer war länger vor Ort als Eingreifgruppe Huntress und würde so mehr Informationen über die Lage beitragen können als er selbst. Commander Tovi zu zwingen, die ganzen Daten persönlich zur Huntress zu bringen, hatte für Thade keinen Mehrwert, zumal der größere Träger ohnehin mehr Komfort in Konferenzräumen bieten konnte, als ein leichter Kreuzer. “Sir, Commander Tovi entsendet seine Grüße und erteilt Ihnen Landeerlaubnis.” Thade nickte das ab. “Nummer 1, die Brücke gehört Ihnen. Bis zu meiner Rückkehr hat Commander Kentob das Kommando über die Eingreifgruppe.” Damit wandte sich der Chiss auch schon zum Gehen. Ein Turbolift brachte ihn ohne Zwischenhalte direkt in den Hangar der Huntress, wo schon ein TIE Reaper auf ihn wartete. Eine symbolische Eskorte aus zwei Flottensoldaten ging mit dem Chiss die Rampe hinauf, bevor der Pilot des TIE Reaper ohne weiteres Aufheben das kleine Schiff startete und den Überflug zur nahen Fides begann.

Als der TIE Reaper kurze Zeit später im Hangar der Fides aufsetzte, warteten eine Ehrenformation aus 6 Sturmtrupplern und ein jung wirkender Lieutenant auf
Thade, dem der Chiss zackig salutierte. “Ich bitte, an Bord kommen zu dürfen, Lieutenant.” Der junge Mann erwiderte den Salut vorschriftsmäßig und Thade stellte zufrieden fest, dass sich keine Nachlässigkeiten an seiner Uniform, den Sturmtrupplerrüstungen oder im Hangarbild im allgemeinen auf den ersten Blick finden ließen. Commander Tovi schien sein Schiff ordentlich zu führen, das war ein gutes erstes Zeichen. “Erlaubnis erteilt, Captain Skywalker. Willkommen an Bord der Fides. Wenn Sie mir bitte folgen würden? Commander Tovi erwartet Sie bereits.” Thade nickte die Bitte ab und folgte dem jungen Lieutenant zu den Turboliften, während seine mitgebrachten Flottensoldaten am Fuß der Rampe zurückbleiben, um Wache vor der Zugangsrampe zum TIE Reaper zu stehen.

Ihr Weg führte sie zu einem der Besprechungsräume der Fides. Der Lieutenant öffnete die Tür und kündigte
Thades Ankunft an, woraufhin der Chiss direkt in den Raum trat und jeglichen Salutierversuch des Gotals und des Menschen, die er dort vorfand, sofort unterband. “Bleiben Sie sitzen, meine Herren.” Die beiden Offiziere hatten mit der Einsatzbesprechung offensichtlich schon begonnen, was Thade dazu veranlasste, seinen Grund für seine Verspätung zu teilen, während er an den Beistelltisch trat, um sich selbst eine Tasse Kaf ohne Milch oder Zucker einzugießen.“Ich wurde leider einige Stunden bei einer Ehrungszeremonie aufgehalten. Einen Moff kann man nicht so ohne weiteres stehen lassen, selbst wenn die Admiralität ruft.” Damit setzte der Chiss sich ohne weiteres Aufhebens auf einen freien Platz am Besprechungstisch und musterte die beiden anderen Kommandeure im Raum. “Auf dem Weg hierher habe ich bereits das zur Verfügung stehende Geheimdienstmaterial und andere Berichte gesichtet. Natürlich zeichnen sie nicht das ganze Bild. Also bitte, berichten Sie mir, was nicht in den Unterlagen steht. Wie sieht unsere Lage tatsächlich aus?” Und damit hörte Thade erst einmal sehr aufmerksam zu, was Commander Tovi und Lieutenant Commander Gargatosh zu sagen hatten.

Innerer Rand| Manaan-Sektor | Truuine System | Besprechungsraum an Bord der Fices | Captain Thade Skywalker, Commander Dur Tovi, Lieutenant Commander Baran Gargatosh

Huntress, Arquitens 546: Hülle: 100 % Schilde: 100 % Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 30/30 je Werfer, Jägereskorte: 12/12 TIE/in ; 9/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber
Hawke, Arquitens 546: Hülle: 100 % Schilde: 100 % Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 30/30 je Werfer, Jägereskorte: 12/12 TIE/in ; 9/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber
Pursuer, Arquitens 546: Hülle: 100 % Schilde: 100 % Geschütze: voll einsatzbereit Raketenmagazine: 30/30 je Werfer, Jägereskorte: 12/12 TIE/in ; 9/9 Xg-1 Sternenflügler ; 3/3 Scimitar Jagdbomber
 
[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Moraband / Praxeum / Luciens Zimmer ] Lucien Velcrest & NPC´s


Nachdem Mata Timone ihn allein gelassen hatte, blieb Lucien Aurelian Cassian Velcrest von Aurentis zunächst einige Minuten im Raum stehen, als müsse er sich erst daran gewöhnen, dass dieser Raum tatsächlich für die nächste Zeit sein persönlicher Rückzugsort sein sollte. Die Unterkunft war keineswegs schlecht, ganz im Gegenteil; sie war sauber, geräumig, geschmackvoll eingerichtet und für die Verhältnisse eines Verwaltungs- und Regierungssitzes sogar ausgesprochen komfortabel. Dennoch fehlte ihr jene vertraute Selbstverständlichkeit, die er aus Aurentis kannte, dieses leise Gefühl, dass jeder Stuhl, jeder Vorhang und jede Wand irgendwann Teil der eigenen Geschichte geworden war.

Langsam stellte er sein Gepäck ab und ließ den Blick durch den Raum wandern. Einige Minuten lang beschäftigte er sich damit, seine Sachen auszupacken, nicht weil es besonders viel gewesen wäre, sondern erstens weil er hier leider keine bediensteten hatten und zweitens weil selbst diese kleine Tätigkeit ihm half, nicht sofort wieder an seinen Vater zu denken. Ein Koffer wurde geöffnet, Kleidung wurde in die Schränke gelegt, persönliche Dinge fanden ihren Platz auf dem Schreibtisch, und als er schließlich das kleine Reiseetui mit dem eingeprägten Wappen des Hauses Velcrest auf eine Ablage stellte, hielt er für einen Moment inne. Aurentis war weit entfernt. Weiter, als es die Sternenkarten ausdrücken konnten.

Er atmete langsam aus und trat zum Fenster.
Unter dem Atmosphärenschild bewegten sich Transporter durch breite Straßen, Baukräne ragten über halbfertige Gebäude, Arbeiterkolonnen verschwanden zwischen Gerüsten, und in der Ferne lag das dunkle Meer hinter einem Streifen vulkanisch schwarzen Sandes. Lucien betrachtete all das einige Augenblicke lang mit verschränkten Armen und sagte sich, dass ihn diese Welt nicht interessieren musste. Er war nicht freiwillig hier. Er hatte nicht darum gebeten, in einen politischen Brennpunkt geschickt zu werden, während irgendwo da draußen sein Schwager eine Rebellion bekämpfte. Eigentlich hätte es vollkommen gereicht, sich auf das Sofa zu setzen, sich einen Caf zu mach und den Tag damit zu verbringen, über die Unverschämtheit seines Vaters nachzudenken.

Der Gedanke war angenehm. Für ungefähr drei Minuten, aber dann wurde er bereits langweilig.

Lucien schloss die Augen, fuhr sich mit einer Hand durch die dunklen Locken und wandte sich schließlich vom Fenster ab. Wenn er schon auf Truuine festsitzen musste, dann wollte er wenigstens wissen, was für ein Ort ihn gefangen hielt. Außerdem, und diesen Gedanken gestand er sich nur widerwillig ein, hatte Mata Timone ihm ja Zugang zu einigen allgemeinen Verwaltungsunterlagen, Stadtplänen und wirtschaftlichen Basisdaten gewährt. Es wäre beinahe beleidigend gewesen, diese Informationen nicht zumindest kurz anzusehen.

Bevor er jedoch den Raum verließ, trat er noch einmal vor den Spiegel.
Auch auf einer rebellionsgeplagten Polarwelt gab es Grenzen.

Lucien entschied sich für eine elegante, cremefarbene Hose, ein helles Hemd aus feinem Stoff und ein leichtes Dunkelblaues Sakko mit goldenen Knöpfen, dessen Schnitt formell genug war, um seinem Rang gerecht zu werden, aber nicht so steif wirkte, als hätte er vor, an einer Senatssitzung teilzunehmen. Dazu kamen gepflegte dunkelbraune Lederschuhe, sowie ein passender Gürtel, eine schlichte Uhr und gerade genug Sorgfalt beim Kragen, um sich selbst im Spiegel zunicken zu können. Auf Arkania hätte man diesen Aufzug vielleicht als Normal oder Standard bezeichnet. Auf Truuine, vermutete er, würde er damit vermutlich aussehen, als wäre er auf dem Weg zu einer Verhandlung oder einem Date.

„Nun gut“, murmelte er seinem Spiegelbild zu, während seine weißen Augen ihm entgegenblickten. „Wenn man schon verbannt wird, kann man wenigstens gut aussehen.“

Mit dieser halb ernst gemeinten Feststellung verließ er sein Apartment.

Das Praxeum zeigte sich im Tageslicht ganz anders als am Morgen seiner Ankunft. Während er zuvor vor allem Kälte, Müdigkeit und den etwas ernüchternden Empfang wahrgenommen hatte, konnte er nun zum ersten Mal wirklich auf das Gebäude achten. Die frisch renovierten Gänge wirkten ruhig und beinahe würdevoll, ohne dabei die Schwere imperialer Verwaltungsbauten zu besitzen. Helle Holzvertäfelungen, saubere Beschilderungen und die feinen Schiebetüren vieler Räume verliehen dem alten Bau eine eigentümliche Leichtigkeit, während die schweren Holzportale vor den Quartieren daran erinnerten, dass das Gebäude längst nicht mehr nur der Einkehr und Ausbildung diente, sondern inzwischen Residenz, Verwaltungszentrum und politischer Knotenpunkt einer jungen Welt geworden war.

Lucien schlenderte zunächst ohne klares Ziel durch die Gänge, wobei ihm sehr schnell auffiel, dass das Praxeum deutlich größer war, als es für einen Gouverneur solch einer Welt und einige Gäste notwendig gewesen wäre. Er kam an Trainingsräumen vorbei, deren aufgeräumte Strenge ihn eher an Akademien erinnerte als an eine Residenz. Auch warf er einen Blick in ein Dojo, in dem der Boden so fast makellos wirkte, als warte er nur darauf, endlich benutzt zu werden, und blieb kurz vor einer Werkstatt stehen, aus der gedämpfte Geräusche und der Geruch von Metall, Öl und erhitzten Komponenten drangen. Überall schien dieses Gebäude mehr zu sein, als es auf den ersten Blick vorgab. Es war keine Residenz, die zufällig einige Arbeitsräume besaß. Es war nicht nur ein Ort, in dem der regierende Beamte des Planeten hauste sondern auch ein Ort der darauf ausgelegt war, Menschen zu formen, auszubilden, zu versammeln und zusammenzuhalten.

Sein Weg führte ihn schließlich in den Wintergarten.
Dort blieb er tatsächlich stehen.

Hinter einer aufwendig gestalteten Eichentür öffnete sich ein Raum, der mit der eisigen Wirklichkeit außerhalb Morabands kaum etwas gemein hatte. Unter einem eigenen Atmosphäreschild wuchs dichtes Grün aus dem Boden, während grelle Sonnenlampen warmes Licht auf exotische Pflanzen warfen, deren Blätter sich über schmale Wege und um einen alten Zierbrunnen legten. Die Luft war feuchter, wärmer und etwas schwerer als im Rest des Gebäudes, und für einen kurzen Augenblick erinnerte sie Lucien beinahe an die Gewächshäuser seiner Familie in Aurentis, auch wenn hier alles kleiner, improvisierter und sehr viel stärker vom Willen geprägt war, einer feindlichen Umgebung etwas Schönes abzuringen.

Er trat langsam näher an den Brunnen heran und betrachtete die Pflanzen, die unter künstlichem Licht gediehen. Draußen lag eine Stadt im Nordpolarkreis, umgeben von Eis, Meer, Vulkanstein und einem Schild, ohne den hier niemand lange problemlos leben würde. Hier drinnen wuchsen exotische Gewächse, als hätte jemand beschlossen, dass selbst Truuine ein Recht auf Schönheit besaß. Dieser Gedanke gefiel ihm sehr. Nicht weil er besonders sentimental gewesen wäre, sondern weil er verstand, was solche Orte bedeuteten. Sie waren mehr als nur Dekoration. Sie waren ein Versprechen. Sie sagten Besuchern, Bewohnern und möglichen Investoren, dass eine Welt mehr sein konnte als ein, eine Raffinerie oder eine Ansammlung funktionaler Wohnblöcke.

Vielleicht war es genau dieser Gedanke, der ihn kurz darauf in die Bibliothek führte.

Eigentlich hatte Lucien nur einen flüchtigen Blick hineinwerfen wollen, zumindest behauptete er das vor sich selbst. Die Bibliothek des Praxeums war gut ausgestattet, deutlich besser, als er erwartet hatte, und verband alte Bestände mit modernen Terminals, Kartenarchiven und Verwaltungszugängen. Zwischen Regalen, Lesetischen und Datapad-Stationen fand er einen ruhigen Platz, bestellte sich über das interne System höflich einen Caf und begann damit, die freigegebenen Unterlagen zu öffnen.


Zunächst las er ohne besondere Begeisterung. Allgemeine Daten über Truuine, Bevölkerungszahlen, Exporte, Bauprojekte, Versorgungsstrukturen und knappe wirtschaftliche Übersichten waren nicht gerade die Art von Lektüre, mit der man einen jungen Vicomte üblicherweise für einen Vormittag begeisterte. Doch je länger Lucien zwischen Karten, Tabellen und kurzen Vermerken wechselte, desto deutlicher setzte sich vor seinem inneren Auge ein Bild zusammen, das ihm deutlich interessanter erschien als die nüchternen Berichte, die sein Vater ihm hatte zukommen lassen.

Truuine war keine fertige Welt, die lediglich verwaltet werden musste. Der Planet war eine langsam entstehende Ordnung, und genau darin lag sein Reiz. Moraband benötigte Baumaterial, Fachkräfte, Energie, Versorgung, Transportwege, Handelsrouten, Unterkünfte, medizinische Einrichtungen, Industrie, Verwaltungspersonal und vor allem Kapital.
Die Koltoraffinerie am Rand der Hauptstadt war ein offensichtlicher wirtschaftlicher Ankerpunkt, Abyston verfügte über Schiffbau und etwas Industrie, Osicia besaß einen renovierten Raumhafen und eigene Verwaltungsstrukturen, und selbst die Monde eröffneten Möglichkeiten, wenn man bereit war, nicht nur auf einfache Gewinne zu achten. Kyyne war als klassische Bergbauwelt kaum interessant, doch die Bergung alter Schiffe und die Temolak-Fabrikstation konnten verwertbare Materialströme schaffen, während Naar trotz schwieriger Bedingungen langfristig durch seine Rohstoffe Aufmerksamkeit verdiente.

Lucien lehnte sich langsam zurück und betrachtete die Karte Morabands, die als Hologramm über dem Tisch schwebte.

Eine fertige Welt war vielleicht bequem, ein unfertige Welt jedoch war oft profitabel.

Der Gedanke kam so selbstverständlich, dass er beinahe darüber lachen musste. Wo andere in Moraband vermutlich Kälte, Baustellen, militärische Präsenz und politische Unsicherheit sahen, erkannte er plötzlich Bedarf. Wohnraum, bessere Quartiere, Gastronomie, Theater, Gästehäuser, Gewächshäuser, Handelsbüros, Verkaufsstände, Fabriken und Orte, an denen Fachkräfte nicht nur arbeiteten, sondern auch leben wollten. Truuine besaß zwar schon etwas Industrie, Rohstoffe und politische Bedeutung, doch was dieser Welt fehlte, war ein ziviles Gesicht, das Individuen davon überzeugte, hier hier zu ziehen und sich niederzulassen.

Als Lucien schließlich aufsah, stellte er fest, dass deutlich mehr Zeit vergangen war, als er geplant hatte. Sein Caf war wenn überhaupt nur noch lauwarm, sein Magen begann sich mit nachdrücklicher Deutlichkeit zu melden, und auf seinem Datapad standen bereits mehr Notizen, als er eigentlich hatte anlegen wollen. Er betrachtete die Liste einige Sekunden lang, als wäre sie von jemand anderem geschrieben worden, und schnaubte leise.

„Großartig“, murmelte er und kratze sich am Kopf, „Jetzt arbeite ich schon freiwillig...Furchtbar“

Dennoch löschte er nichts.
Kurz vor Mittag verließ Lucien das Praxeum und trat hinaus in Moraband.

Die Stadt wirkte aus der Nähe vollkommen anders als vom Orbit aus. Von oben hatte sie wie ein Plan aus Boulevards, Gebäuden und Baustellen gewirkt, doch auf Straßenniveau zeigte sie sich lebendiger, widersprüchlicher und sehr viel unruhiger. Frisch errichtete Fassaden standen neben offenen Baugruben, junge Parkanlagen mit noch dünnen Bäumen lagen neben Absperrungen. Transportfahrzeuge rollten an ihm vorbei, Arbeiter riefen einander Anweisungen zu, Sicherheitskräfte beobachteten die Straßen mit wachsamen Blicken, und über all dem schimmerte der Atmosphärenschild wie eine kaum sichtbare Erinnerung daran, dass diese Hauptstadt ohne Technik nicht einmal existieren könnte.

Lucien ging ohne besonderes Ziel los und stellte sehr schnell fest, dass genau das die beste Art war, Moraband kennenzulernen. Vorallem viel ihm auf, des es vergleichsweise wenig Menschen auf diesem Planeten gab zumindest hier in Moraband.
Er blieb vor Baustellen stehen, warf Blicke auf Holoanzeigen, betrachtete neue Geschäfte, die in frisch errichtete Erdgeschosse einzogen, und hörte nebenbei Gesprächsfetzen von Beamten, Arbeitern, Händlern und Soldaten soweit er diese verstand.
Es war nicht das Flanieren durch eine alte, wohlhabende Hauptstadt, bei dem jeder Platz bereits eine Geschichte und jedes Gebäude einen Namen besaß.
Moraband war noch teils unfertig und laut, doch es besaß eine eigene Atmosphäre, die Lucien nicht ignorieren konnte.


An einem kleinen Stand zwischen zwei unfertigen Gebäuden kaufte er sich schließlich einen warmen Snack aus gewürztem Fisch, dünnem Teig und einer scharfen hellen Soße, dazu einen süßlichen Caf, der in Aurentis vermutlich zu einer langen Diskussion über Geschmack geführt hätte, in diesem Moment jedoch erstaunlich gut passte. Der Händler, ein Aqualish mit rauer Stimme und bemerkenswert geschäftstüchtigem Blick, erkannte zwar nicht sofort, wen er vor sich hatte, bemerkte jedoch sehr wohl, dass Lucien nicht wie jemand aussah, der gewöhnlich an Straßenständen aß.

Daraus entwickelte sich ein kurzes Gespräch über steigende Preise seit beginn des Krieges, Bauarbeiter, Lieferprobleme und eine leicht beunruhigte Stimmung aufgrund der aktuellen Rebellion. Lucien hörte aufmerksam zu, stellte scheinbar beiläufige Fragen und bekam innerhalb weniger Minuten mehr brauchbare Informationen über die wirtschaftliche Stimmung der Stadt als aus mehreren Seiten Verwaltungstext.

Am frühen Nachmittag kehrte Lucien schließlich zum Praxeum zurück.

Der Spaziergang hatte länger gedauert, als er ursprünglich beabsichtigt hatte, und doch hatte er nicht das Gefühl, Zeit verloren zu haben. Im Gegenteil. Als er die Stufen zum Eingang hinaufstieg und noch einmal über die Schulter auf Moraband blickte, sah er nicht mehr nur den Ort, an den sein Vater ihn geschickt hatte, um ihn aus Aurentis zu entfernen. Er sah eine Stadt, die noch nicht wusste, was sie einmal werden wollte, und vielleicht lag gerade darin die erste echte Gelegenheit, die ihm seit langer Zeit begegnet war.

In seinem Apartment legte er das Sakko und die Zugangskarte ab und aktivierte sein Datapad. Die Notizen aus der Bibliothek vermischten sich bereits mit den Eindrücken des Spaziergangs, mit den Worten des Händlers, den offenen Baugruben, den unfertigen Boulevards und dem Wintergarten des Praxeums.

Einige Sekunden lang betrachtete er die leere Überschrift über dem neuen Dokument.
Dann schrieb er langsam:

Velcrest Development Group – Truuine Department
Informations-Beschaffung Tag 1


Lucien hielt inne und betrachtete die Worte.
„Nun gut“, murmelte er leise. „Vielleicht wird diese Katastrophe doch nicht ganz so unnütz" bevor er auf dem Datenpad weiterschrieb.


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