Truuine

[Innerer Rand - Manaan-Sektor - Truuine-System - Truuine - Südpolarkreis - im HQ der Blauen Legion - vor den Gräben von Bunkerhügel T/02] Cpt Aurelian Korff der Blauen Legion und andere Soldaten

Das vorgeschobene Feldhauptquartier der Blauen Legion verdiente seine Bezeichnung vor allem aufgrund seiner Funktion und weniger aufgrund seines äußeren Erscheinungsbildes.
Rund einen Kilometer vor den Gräben des Bunkerhügels T/02 hatten die Soldaten genutzt, was ihnen das Gelände zur Verfügung stellte.

Natürliche Vertiefungen im Eis waren erweitert, Gräben ausgehoben und Unterstände tief in den gefrorenen Boden getrieben worden. Einige davon verschwanden beinahe vollständig unter Eis und Schnee und waren lediglich durch schmale Zugänge, Antennen oder darüber gespannte Planen als solche zu erkennen. Wo die natürliche Deckung nicht ausgereicht hatte, waren zusätzliche Schutzwälle aufgeworfen, Durastahlplatten abgestützt oder einfache Überdachungen errichtet worden.

Captain Aurelian Korff befand sich in einem der größeren Unterstände, der als provisorische Gefechtszentrale diente. Auf mehreren Holoprojektionen liefen Meldungen der eingesetzten Verbände zusammen, während Korff zwischen diesen und seinem Datapad wechselte. Immer wieder gingen neue Informationen von den drei Angriffsteilen ein, wurden abgeglichen und weitergegeben. Dazwischen hielt er regelmäßig Verbindung zu Major Cestus Varro, der sich wesentlich näher am eigentlichen Geschehen befand.

Gerade hatte Korff die Meldung auf seinem Datapad bestätigt das Major Cestus Varro zurück zum HQ war, als ein Lieutenant den niedrigen Zugang des Unterstandes passierte und vor ihm Haltung annahm.
„Captain.“

Korff blickte von der taktischen Darstellung auf.
„Sprechen Sie, Lieutenant.“

„Wir haben soeben Nachricht von der Gletscherwand erhalten. Sturmkommando-Trupp Bravo geführt von Lieutenant Aldor Karvek befindet sich auf dem Weg zu uns. Sie wurden zur Unterstützung unseres Angriffs auf Bunkerhügel T/02 abgestellt.“

Für einen Moment blieb Korffs Blick auf dem Offizier liegen, ehe sich seine Miene merklich aufhellte. Zusätzliche reguläre Infanterie wäre bereits willkommen gewesen. Ein ausgebildeter Sturmkommandotrupp hingegen eröffnete ihnen Möglichkeiten, die ihnen spätestens beim Eindringen in die befestigten Stellungen noch ausgesprochen nützlich werden konnten.
„Ausgezeichnet.“

Korff legte das Datapad auf den improvisierten Kartentisch.
„Geben Sie die Meldung an Major Varro weiter. Ich nehme Lieutenant Karvek und seine Leute persönlich in Empfang.“

„Jawohl, Captain. Das Kanonenboot sollte in wenigen Minuten hier sein.“

Korff nickte knapp, griff nach seinem Mantel und verließ die Gefechtszentrale.

Der Weg zur Landezone führte ihn zwischen den eingegrabenen Stellungen des Feldhauptquartiers hindurch. Soldaten bewegten sich durch schmale Laufgräben, Melder verschwanden in Unterständen und Versorgungspersonal schleppte Kisten mit Munition und Ausrüstung zu den vorderen Sammelpunkten. Selbst hier war der Kampf um T/02 nicht zu überhören. In einiger Entfernung rollte immer wieder dumpfer Gefechtslärm über die eisige Landschaft.

Kaum hatte Korff die Landezone erreicht, zeichnete sich bereits die Silhouette des angekündigten Kanonenbootes am Himmel ab.

Er blieb am Rand des vorgesehenen Landefeldes stehen und beobachtete, wie die Maschine herabsank. Schnee und loses Eis wurden vom Abwind der Triebwerke über den Boden gepeitscht, während Korff seinen Mantel enger an den Körper zog und einige Schritte zurückwich. Schließlich setzte das Kanonenboot auf.

Als die Triebwerke herunterregelten und der aufgewirbelte Schnee langsam wieder zu Boden sank, trat Captain Aurelian Korff vor. Er richtete seine Uniform, nahm eine gerade militärische Haltung ein und verschränkte die Hände hinter dem Rücken.

Dann wartete er darauf, dass sich die Tür des Kanonenbootes öffnete und Lieutenant Aldor Karvek mit Sturmkommando Bravo die Maschine verließ.


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| Truuine | Moraband | Unweit des Praxeum | Bar |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kal Andrim, Agustin Prada, Abella, Adrianna T'rsop sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil


Theranos Entschuldigung hatte Lilivienne noch wohlwollend zur Kenntnis genommen. In seiner Stimme lag in der Tat eine Verlegenheit, die sich nicht ignorieren ließ. Die Hoffnung war groß, dass es sich bei diesem Fauxpas des Sektor Adjutanten tatsächlich nur um ein Versehen handelte und keine niedere Absicht dahinterstand. Lily hatte in ihrer bisherigen Laufbahn einfach genügend Männer in den Weg gestellt bekommen, die sich erlaubt haben, sie auf die eine oder andere Weise zu erniedrigen, um solch ein Verhalten als Gouverneurin der wichtigsten Welt des Imperiums durchgehen zu lassen.

Lily beobachtete aus dem Augenwinkel, wie Aren seine Verlobte in Empfang nahm und der restlichen Gruppe vorstellte. In diesem Moment hatte sie sich selbst bereits, Alizée unter den Arm gehakt, in Richtung der Band begeben, sodass eine höfliche Vorstellung ihrerseits ausbleiben musste.

Der uniformierte Kael hatte derweil wie selbstverständlich am Flügel platzgenommen und verschwendete wenig Zeit. Kaum ließ er seine Finger über die ersten Töne tänzeln, entlockten sie Lily bereits ein Schmunzeln. Vara Selaris Vael. Wie oft hatte sie dieses Stück bereits gehört? Jedenfalls oft genug, um den Refrain textsicher mitsummen zu können. Sie tat es zunächst kaum hörbar, nur für sich selbst, während sie gemeinsam mit Alizée einen Platz suchte, von dem aus sie den Lieutenant und die kleine Musikergruppe noch besser beobachten konnte. Die vertraute Melodie gewann unter den Händen und Stimmen eine Lebendigkeit, die Lily bei zahlreichen offiziellen Aufführungen, denen sie im Laufe der Jahre beigewohnt hatte, nicht immer erlebt hatte. Kael spielte mit einer Sicherheit, die über das hinausging, was sie von einem gelegentlichen Zeitvertreib erwartet hätte. Als er dann auch noch zu singen begann, wurde ihr Grinsen breiter. Der Mann steckte wirklich voller Überraschungen. Lily bemerkte, wie Alizée neben ihr den Kopf leicht im Takt bewegte, während sie immer wieder verstohlene Blicke hinüber zu den anderen warf, in deren Mitte sich weiterhin der Kuati Andrim befand. Sie ignorierte es. Denn für einige Minuten waren die politischen Gespräche, die unvermeidlich aufgesetzten Vorstellungen und selbst die morgige Gala vergessen. Sie konnte sich einfach von der Musik treiben lassen, ohne dabei bereits überlegen zu müssen, welche gesellschaftliche Bedeutung der nächste Satz ihres Gegenübers haben mochte.

Kael hatte die letzten Töne noch nicht erklingen lassen, da brandete bereits allgemeiner Applaus auf, in dem die Gouverneurin von Bastion und ihre Majordomus natürlich großzügig einstimmten. Beinahe hätte durch die allgemeinen Lobesbekundungen den Pau’aner übersehen, der sich ihnen, bewaffnet mit Gebäck und Getränk, näherte. Aber auch nur beinahe. In Wahrheit fiel der riesige, graue Nichtmensch natürlich auf. Das tiefzerfurchte Gesicht, der haarlose Kopf und die schwarzen Augen taten ihr Übriges. Der Gouverneur, der als T’rsop oder etwas ähnlich Unaussprechbares vorgestellt wurde, schlenderte seelenruhig an den Frauen vorbei, ehe er anhielt und das Wort eröffnete. Das war es dann wohl mit der Ablenkung von den gesellschaftlichen Gepflogenheiten.


„In der Tat. Eine Darbietung passend zum Anlass“, erwiderte Lily freundlich, aber etwas erschrocken von den scharfen, spitzen Zähnen ihres Gegenübers. Sie hatte noch nie ein Pau’anisches Exemplar aus dieser Nähe gesehen. Zwar versuchte sie, sich ihre Ungewohntheit im Umgang mit dieser Spezies nicht anmerken zu lassen, aber sie war sich fast sicher, dass dies nur beholfen gelang.

„Hoffentlich nur ein Vorgeschmack auf das, was uns die Ausstellung am morgigen Tag bieten wird.“

Das Gespräch zu suchen würde diese Unvertrautheit sicher aus der Welt schaffen. Schließlich waren sie gerade dazu hier: Um die imperiale Kultur in allen Teilen der Galaxie zu verbreiten. Und die Galaxie bestand nun einmal nicht nur aus Menschen oder gleichgestellten Humanoiden.

„Wenn ich richtig informiert bin, hat Ihre Art ein besonders sensibles Gehör? Solch ein Lob aus Ihrem Mund sollte daher weit mehr gelten, als die amateurhafte Meinung die zwei einfache, menschliche Frauen aufzubringen vermögen.“

Bescheidenheit. Ja, Bescheidenheit war der richtige Ansatz. Schließlich wollte sie den fremdartigen Gouverneur keinesfalls das Gefühl vermitteln, dass die Pau’aner in irgendeiner Weise minderwertiger waren. Lilys gutgemeinte Versuche, mit diesem Geschöpf ein Gespräch auf Augenhöhe zu führen, hielten T’rsop … oder wie verflucht nochmal sein Name war … nicht davon, den Chiss-Lieutenant, der sich gerade vom Klavier wegbegeben hatte, in das Gespräch mit einzubinden.

„Das virtuose Talent hört auf den Namen Kael Reed. Lieutenant, das ist Gouverneur … T’rsop.“

Fast peinlich, wenn der Name jetzt nicht der richtige war. Aber sie war sich ziemlich sicher. Zumindest hatte sie die entscheidenden Laute in der Reihenfolge ausgesprochen, die sie für richtig hielt. Und solange ihr Gegenüber keine Korrektur anbrachte, würde sie eisern an dieser Version seines Namens festhalten. Darüber hinaus war es eines, den Namen der Gouverneurin von Bastion zu verniedlichen. Bei komplizierteren Lautfolgen von Nichtmenschen setzte man natürlich andere Maßstäbe an. Lily schenkte dem Pau’aner ein freundliches Lächeln und wandte sich anschließend wieder Kael zu.

„Eine Ausgesprochen schöne Überraschung, Lieutenant.“

Sie ließ ihren Blick kurz zu dem Flügel zurückwandern.

„Vara Selaris Vael habe ich selten in solch einer Umgebung gehört.“

Alizée, die sich bislang mit einem höflichen Lächeln zurückgehalten hatte und von der Anwesenheit der großen, grauen Kreatur ganz offensichtlich etwas abgeschreckter war als Lilivienne, nickte zustimmend. Um auch dem Pau’aner die angemessene Aufmerksamkeit nicht abzuerkennen, wandte sie sich derweil wieder an ihn. „Sind Sie auch ein Mitglied der Gesellschaft, Gouverneur, oder nehmen Sie als … externer Gast teil?“

| Truuine | Moraband | Unweit des Praxeum | Bar |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kal Andrim, Agustin Prada, Abella, Adrianna T'rsop sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil
 
[Truuine - Moraband - Unweit des Praxeums - Bar]
Agustin,
Abella, Aren, Theranos, Lilivienne, Alizée, Kael, Kal, T'rsop, Lady Adriana Figg und weitere Anwesende

Noch bevor Agustin Gelegenheit fand, sich eingehender mit Aren über die jüngsten Entwicklungen in ihren jeweiligen Sektoren auszutauschen, trat schließlich auch jener bislang unbekannte junge Mann an ihn und Abella heran, den der Bastioner zuvor lediglich als Teil der inzwischen bemerkenswert angewachsenen Gesellschaft wahrgenommen hatte. Dieser stellte sich als Kal Andrim vor und deutete dabei eine Verbeugung an, deren Ausführung Agustin zumindest eine erste Vermutung über dessen Herkunft erlaubte. Ein Kuati, schloss er beinahe augenblicklich, während er den Mann nun etwas genauer musterte. Vor allem dessen Alter überraschte ihn. Andrim wirkte ausgesprochen jung für jemanden, der sich mit einer derartigen Selbstverständlichkeit zwischen Moffs, Gouverneuren und anderen hochrangigen Persönlichkeiten bewegte und dabei keineswegs den Eindruck vermittelte, zufällig in diese Gesellschaft geraten zu sein.

Der Name selbst sagte Agustin dagegen zunächst erstaunlich wenig. Ein Umstand, der ihm einmal mehr vor Augen führte, dass auch seine umfangreichen politischen und wirtschaftlichen Netzwerke gewisse blinde Flecken aufwiesen. Im imperialen Norden hätte er bei einem vergleichbaren Namen vermutlich binnen kürzester Zeit gewusst, welcher Familie der Betreffende entstammte, welche Unternehmen mit dieser verbunden waren und mit welchen Beamten oder Militärs sie regelmäßig Geschäfte machte. Die gesellschaftlichen Netzwerke des Tiefkerns waren jedoch eine andere Welt. Dort gab es Familien und Namen, deren Bedeutung in den entsprechenden Kreisen offenbar als derart selbstverständlich galt, dass niemand die Notwendigkeit verspürte, sie einem Mann zu erklären, der den größten Teil seiner Karriere damit verbracht hatte, weit entfernt vom noch politischen Zentrum des Imperiums seine eigene Machtbasis aufzubauen.


"Mister Andrim, sehr erfreut"

Zumindest Andrim selbst machte einen angenehmen ersten Eindruck. Nachdem er auch Abella begrüßt hatte, lobte er ihr Outfit auf eine ausgesprochen diplomatische Art, indem er ihr nahelegte, ihren Schneider gut festzuhalten, bevor andere Damen auf die Idee kämen, diesen abzuwerben. Agustin registrierte dabei durchaus, wie sorgfältig das Kompliment formuliert worden war. Keine plumpe Bewunderung seiner Begleiterin und erst recht kein gesellschaftlicher Fehltritt, sondern eine wohlüberlegte Form der Anerkennung, mit der sich selbst der notorisch aufmerksame Bastioner kaum auf den Schlips getreten fühlen konnte.

Agustin erwiderte die Worte lediglich mit einem kühlen, aber respektvollen Nicken in Richtung des
jungen Mannes. Abella hingegen zeigte sich sichtbar geschmeichelt und bedankte sich mit einem warmen Lächeln und jener natürlichen Eleganz, mit der sie derartige Situationen seit vielen Jahren wesentlich souveräner meisterte als die meisten Angehörigen der imperialen High Society, die ihre gesellschaftliche Stellung bereits mit der Geburt geerbt hatten.

Bevor sich daraus ein längeres Gespräch entwickeln konnte, erklangen schließlich die ersten Töne des Flügels. Die Gespräche um sie herum wurden merklich leiser und auch Agustins Aufmerksamkeit wanderte zu
Kael Reed, der sich mittlerweile bei der kleinen Barcombo niedergelassen hatte und nun tatsächlich zu spielen begann. Kal entfernte sich wenig später ebenfalls etwas von ihnen und orientierte sich wieder in Richtung des Chiss und der Gruppe um den Governor, während Agustin gemeinsam mit Abella, Adriana und Aren zunächst zurückblieb.

Der Bastioner hatte nie von sich behauptet, ein besonderer Connaisseur musikalischer Künste zu sein. Natürlich wusste auch er eine gelungene Darbietung zu würdigen, doch hatte er weder das nötige Fachwissen noch jemals sonderlich viel Interesse daran entwickelt, anschließend über technische Feinheiten, Stilrichtungen oder die tiefere Bedeutung einer Komposition zu philosophieren. Umso aufschlussreicher war für ihn die Reaktion seiner Begleiterin. Abellas Aufmerksamkeit ruhte inzwischen beinahe vollständig auf
Reed und ihrem Gesicht war anzusehen, dass dessen Darbietung durchaus ihren Geschmack traf. Eine Frau, die seit Jahren zwischen Künstlern, Designern und den kulturellen Kreisen des Imperiums verkehrte, stellte in dieser Angelegenheit vermutlich ein wesentlich zuverlässigeres Urteil dar als er selbst.

Dass
Reed schließlich auch noch zu singen begann, überraschte Agustin dann allerdings doch. Nicht einmal die Imperatorin hätte ihn selbst dazu gebracht, tatsächlich zu singen, erst recht nicht hier. Mit leicht angehobener Augenbraue beobachtete er den Chiss während der restlichen Darbietung und musste sich eingestehen, dass hinter dessen Entscheidung, den Platz an ihrer mittlerweile beinahe absurden Gesprächsrunde gegen den Flügel einzutauschen, deutlich mehr steckte als bloße spontane Unterhaltung. Als das Stück schließlich endete, beteiligte sich Agustin entsprechend mit ehrlicher Anerkennung am Applaus. Sein Blick wanderte kurz zu Abella, deren Gefallen an dem Auftritt noch immer kaum zu übersehen war.

"Zumindest kann ich jetzt behaupten, dass meine erste Kunstgala bereits vor ihrem eigentlichen Beginn einen gewissen künstlerischen Tiefgang hatte.“

Das schmale Schmunzeln auf seinem Gesicht verriet, dass er sich dabei keineswegs so ernst nahm, wie seine Worte zunächst vermuten ließen. Die Gelegenheit, mit Aren etwas ungestörter zu sprechen, nutzte Agustin schließlich auch, um auf jene Neuigkeit zurückzukommen, die sein Freund ihm kurz zuvor offenbart hatte. Die mögliche Eingliederung des Gradilis-Sektors mitsamt dessen Kolonien im Unbekannten Raum in den Prefsbelt-Sektor war alles andere als eine nebensächliche administrative Neuordnung. Für Aren bedeutete sie einen erheblichen territorialen und politischen Machtzuwachs und für ihre gemeinsame Position im imperialen Norden eine weitere Verschiebung jener Kräfteverhältnisse, die sie bereits seit Jahren zu ihren Gunsten zu verändern versuchten. Agustin hörte sich die Ausführungen seines Freundes entsprechend aufmerksam an und fuhr sich anschließend nachdenklich über das Kinn.

"Das verändert einiges.“

Seine Stimme war etwas leiser geworden und für einen Augenblick trat jener analytische Ausdruck auf sein Gesicht, den Aren aus unzähligen gemeinsamen politischen und partnerschaftlichen Gesprächen kennen dürfte.

"Und wenn es tatsächlich so umgesetzt wird, fast ausschließlich zu unseren Gunsten. Dein Einflussbereich wächst damit beträchtlich und der gesamte Norden gewinnt weiter an politischem Gewicht. Über die Details sollten wir allerdings wirklich noch einmal in Ruhe sprechen."

Ein kurzer Blick wanderte über die Bar und die dort versammelte Gesellschaft. Lauschende Ohren wären hier jedenfalls keine große Überraschung gewesen. Agustin hob sein Glas und nahm einen ruhigen Schluck. Aren hatte vollkommen recht damit, die großen strategischen Fragen für einige Stunden beiseitezuschieben. Es gab genügend Gelegenheit, sich in den kommenden Tagen ausführlich darüber auszutauschen, und vermutlich würden sie ohnehin schnell genug wieder im politischen Tagesgeschäft versinken.

Ganz entziehen ließ sich die Politik allerdings selbst an diesem Abend nicht. Agustin hatte den kleinen gesellschaftlichen Zwischenfall zwischen
Sector Adjutant Zesh und Gouverneurin d'Oridin zunächst lediglich aus einiger Entfernung verfolgt. Zesh hatte sich offenkundig in der Anrede vertan und seinen Fehler anschließend ebenso offensichtlich erkannt und sich angesichts seines Standes regelrecht schon unterwürfig gezeigt, um ja die Wogen zu glätten. Für Agustin wäre die Angelegenheit damit eigentlich erledigt gewesen. Entsprechend weniger gefiel ihm die Selbstverständlichkeit, mit der die Gouverneurin Bastions einen höherrangigen Verwalter - noch dazu aus dem Dunstkreis Arens - vor versammelter Gesellschaft behandelt hatte. Zesh stand innerhalb der administrativen Hierarchie über einem planetaren Governor und vertrat darüber hinaus unmittelbar die Verwaltung Arens. Dass d'Oridin anschließend offenbar auch noch gegenüber einem der neuen Governors aus dem Prefsbelt-Sektor mit zoologisch anmutenden Kommentaren auffiel, die Agustin weder für sonderlich geistreich noch für ansatzweise angemessen hielt, machte die Sache für ihn nicht besser.

Der Bastioner beobachtete sie für einige Augenblicke schweigend. Diese besondere Form aristokratischer Selbstgewissheit war ihm seit jeher zuwider gewesen. Auf Dubrillion hatte er zu viele Angehörige alter Familien kennengelernt, die ihre Namen wie eine Amtsvollmacht vor sich hertrugen und jahrzehntelang davon profitiert hatten, dass Herkunft, Vermögen und die richtigen Verbindungen mehr Gewicht besaßen als tatsächliche Leistung. Es waren genau jene Kreise gewesen, die sich seinen Reformen widersetzt, wirtschaftliche Strukturen untereinander aufgeteilt und jeden Versuch einer härteren staatlichen Kontrolle als Angriff auf ihre angestammten Rechte betrachtet hatten. Agustin hatte viele von ihnen entmachtet, einige enteignet und andere aus den entscheidenden Positionen gedrängt. Vergessen hatte er sie deshalb noch lange nicht.

Schon der ausschweifende cygnische Name wirkte auf ihn beinahe wie ein Sinnbild all dessen, was im Imperium trotz aller Beschwörungen von Ordnung und Leistung noch immer schieflief. Zu viel Pathos um nichts - das cygnische Sternenimperium war schließlich weder ein Teil des Imperiums, noch unzweifelhaft loyal, wie es etwa beim Kooperationssektor der Fall war - zu viel Herkunft, zu viel selbstverständlich vorausgesetzte Bedeutung. Auf seiner Heimatwelt hätte genauso gut ein Frank Clanton regieren können. Ein Gouverneur de Fressco. Intelligente Leute mit jahrzehntelanger Erfahrung. Doch stattdessen grassierte offenbar noch der selbe Nepotismus, wie vor Jahrzehnten schon. Entweder das, ohne die
gute Frau hatte zu viele Drinks intus und war nicht mehr im Besitz ihrer vollständigen geistigen Kapazitäten. Was wiederum zusätzliche Fragen aufgeworfen hätte.

Agustin nahm noch einen Schluck Whiskey und wandte sich anschließend scheinbar beiläufig
Aren zu. Seine Stimme hob er dabei nur geringfügig an.

"Lilivienne Évarielle d'Oridin

Wiederholte er den vollständigen Namen beinahe nachdenklich und ließ ihn einen Augenblick wirken. Ein kaltes Lächeln erschien auf seinen Zügen.

"Man muss ihr lassen, Aren, dass sie ihrem Namen durchaus gerecht wird. Einen deiner Sector Adjutanten öffentlich zurechtzuweisen scheint offenbar noch nicht genug gewesen zu sein - inzwischen ist wohl auch einer deiner neuen Gouverneure zur Zielscheibe geworden.“

Agustin blickte zu seinem alten Freund und hob sein Glas ein wenig. Die Worte waren deutlich genug gewesen. Ein Teil von ihm verspürte beinahe schon Vorfreude bei dem Gedanken, wie Aren reagieren würde, sollte sich die frisch ernannte Gouverneurin noch einen weiteren Ausrutscher dieser Art gegenüber einem seiner Verwalter erlauben.

[Truuine - Moraband - Unweit des Praxeums - Bar]
Agustin,
Abella, Aren, Theranos, Lilivienne, Alizée, Kael, Kal, T'rsop, Lady Adriana Figg und weitere Anwesende
 
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Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Agustin Prada, Kal Andrim, T´rsop und Theranos Zesh, (NPC´s Majordomus Alizée, Lady Adriana Figg, Abella Sorovkin sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil


Theranos hatte gerade beschlossen, die Angelegenheit mit Lilivienne zumindest für den Augenblick ruhen zu lassen, als sich T’rsop neben ihm etwas vorbeugte. Schon die verschwörerische Bewegung ließ ihn misstrauisch werden. Was anschließend derart leise über die Lippen des Pau’aners kam, dass Theranos tatsächlich beinahe von dessen Lippen ablesen musste, sorgte dafür, dass er ihn einige Sekunden vollkommen fassungslos ansah.

Diese Lily scheint etwas verklemmt zu sein.

Theranos presste die Lippen aufeinander.
Nach der Verlegenheit der vergangenen Minuten hätte er eigentlich überhaupt keinen Grund gehabt, irgendetwas daran lustig zu finden. Trotzdem zuckte bereits ein Mundwinkel, und schließlich entwich ihm ein kurzes, kaum unterdrücktes Lachen, das er schnell zu einem kleinen Husten umwandelte.
Natürlich. Genau das war T’rsops Reaktion auf die Situation. Während Theranos innerlich bereits sämtliche Regeln gesellschaftlicher Etikette durchgegangen war, die er innerhalb weniger Sekunden verletzt haben könnte, kam sein Freund zu dem wesentlich einfacheren Schluss, dass die Gouverneurin eben ein wenig verklemmt war.

Theranos schüttelte den Kopf und beugte sich seinerseits etwas zu ihm und sprach leise, dass es niemand anderes hören konnte.
„T’rsop, hör auf.“
Die Worte waren leise und trotz der Ermahnung deutlich amüsiert.
„So etwas kannst du hier doch bitte nicht äußern. Ich weiß, dass dir Smalltalk und gesellschaftliche Umschreibungen zuwider sind, aber versuche zumindest, nicht jeden Gedanken unmittelbar auszusprechen.“

Sein Blick glitt kurz zu Lilivienne hinüber, die mit dem Rücken zu ihnen stand, bevor er wieder den Pau’aner betrachtete.

„Ich kenne und schätze dich sehr, mein guter. Mir ist deshalb vollkommen gleich, wie direkt du dich ausdrückst, weil ich weiß, wie du es meinst.“ Ein kleines Schmunzeln erschien wieder auf seinem Gesicht. „Die meisten Personen hier hatten allerdings leider noch nicht das Privileg, dich und...deine Art kennenzulernen. Gib ihnen wenigstens ein wenig Zeit, bevor du damit beginnst, ihre charakterlichen Eigenheiten zu katalogisieren und offen in die Welt zu tragen.“

Theranos klopfte seinem Freund kurz freundschaftlich gegen den Oberarm.
„Und danke.“

So wenig hilfreich T’rsops Einschätzung diplomatisch betrachtet gewesen sein mochte, hatte sie doch genau das bewirkt, was Theranos gerade gebraucht hatte. Die unangenehme Anspannung war weitgehend verschwunden und mit etwas Abstand erschien selbst sein Fauxpas bereits weniger katastrophal, als er sich im ersten Augenblick angefühlt hatte.

Theranos lauschte ebenso aufmerksam wie zuvor, beobachtete jedoch nach dem Verklingen des letzten Akkords mit zunehmendem Interesse, wie T’rsop sein Dessert nahm, sich einen weiteren Drink besorgte und zielstrebig in Richtung der kleinen Gruppe marschierte, bei der mittlerweile auch Lilivienne und Alizée standen.

Theranos' Augenbrauen wanderten langsam nach oben.

Oh nein…..T´rsop

Nach dem, was T’rsop ihm gerade über die Gouverneurin ins Ohr geflüstert hatte, konnte Theranos nur hoffen, dass sein Freund zumindest die geistige Trennung zwischen persönlicher Einschätzung und ausgesprochenem Wort weiterhin erfolgreich aufrechterhielt.
Er beobachtete, wie der Pau’aner sich selbstverständlich zu den beiden Frauen gesellte und sie auf die wunderbare Musik ansprach.


Theranos nahm einen Schluck und atmete danach aus.
Immerhin war das vollkommen harmlos gewesen.

Dann kam Kael hinzu und T’rsop drückte dem Chiss kurzerhand einen Drink in die Hand, obwohl er nach eigener Aussage noch nicht einmal wusste, wer dieser überhaupt war.

Theranos musste erneut schmunzeln.
Vielleicht sollte er das beobachten. Andererseits konnte er T’rsop schlecht den gesamten Abend wie ein Gouverneurspraktikant beaufsichtigen. Der Pau’aner war mittlerweile Gouverneur, leitete inzwischen einen Planeten und war alt genug, um selbst zu entscheiden, wann er diplomatische Beziehungen zu Bastion nachhaltig beschädigen wollte.

Außerdem hatte Theranos nach seinem eigenen Auftritt kaum das Recht, sich heute zum Hüter gesellschaftlicher Umgangsformen aufzuschwingen.
Sein Blick wanderte deshalb durch den Raum am Gespräch zwischen Aren udn Agustin vorbei zurück zum Tresen und blieb an Kal hängen, der den zuvor gereichten Wein mittlerweile halbvoll abgestellt hatte. Offenbar hatte Theranos mit seiner Auswahl den Geschmack des Kuati nicht unbedingt getroffen. Kal bestellte stattdessen einen Whiskey aus dem obersten Regal.

Theranos' Mundwinkel hoben sich. Eine ausgesprochen vernünftige Forderung.
Er ließ T’rsop deshalb vorerst seinem gesellschaftlichen Schicksal entgegenziehen und trat selbst einige Schritte zum Tresen. Neben Kal nahm er auf einem der frei gewordenen Plätze Platz und stellte sein Glas vor sich ab.

Der Barkeeper hatte dem Captain gerade seinen Whiskey gereicht, als Theranos mit zwei Fingern leicht auf die Theke deutete.
„Für mich bitte ebenfalls einen Whiskey.“
Er sah kurz zu Kal und anschließend wieder zum Barkeeper.
„Den gleichen. Ich glaube, den brauche ich jetzt.“

Ein leises, beinahe selbstironisches Lachen begleitete die letzten Worte. Theranos lehnte sich etwas zurück und warf aus dem Augenwinkel noch einmal einen Blick in Richtung Lilivienne, T’rsop und Kael.

Dann schüttelte er kaum merklich den Kopf.
„Und machen Sie ihn ruhig großzügig.“

Dann blickte er zu Kal und nickte nur kurz und kaum merklich in Richtung der Gouverneurin mit einem selbst ironischem lächeln.
"Deswegen nehme ich stehts abstand Personen ab einem Gewissem Rang und Namen zu duzen wenn es mir Angeboten wird auch wenn es gutaussehende Damen sind."
Theranos seufzte amüsiert.



Während Theranos weiter auf seinen Whiskey wartete, ließ er den Blick noch einen Moment über die Gesellschaft schweifen. Aren und Agustin waren weiterhin miteinander beschäftigt, während sich T’rsop inzwischen erfolgreich – oder zumindest bislang ohne erkennbare diplomatische Schäden – unter die kleine Gruppe bei den Musikern gemischt hatte.

Vielleicht war die Gelegenheit damit endlich gekommen.
Theranos wandte sich wieder Kal zu und stützte einen Unterarm locker auf die Theke.

„Nun, Captain. Jetzt haben wir offenbar doch noch ein wenig Zeit für ein Gespräch.“

Ein leichtes Lächeln begleitete die Worte. Immerhin war genau das ursprünglich einer der Gründe gewesen, weshalb Theranos Kal überhaupt für diesen Abend zu einem gemeinsamen Getränk eingeladen hatte. Dass sich daraus innerhalb kürzester Zeit eine Zusammenkunft entwickelte, bei der man beinahe eine halbe Sektorverwaltung hätte beschließen können, war kaum vorherzusehen gewesen.

„Abgesehen davon, dass ich Sie bei dieser Gelegenheit Moff Vayliuar noch etwas näherbringen wollte – was Ihrer weiteren Laufbahn sicherlich nicht schaden kann –, hatte ich tatsächlich noch einen anderen Hintergedanken.“
Theranos drehte sich etwas weiter zu Kal.

„Ich wollte Sie fragen, ob Sie sich vorstellen könnten, vorübergehend einen Ausbilderposten anzunehmen.“
Bevor die Formulierung einen falschen Eindruck hinterlassen konnte, hob Theranos leicht eine Hand.

„Natürlich ausdrücklich nur so lange, bis Sie ein neues Kommando erhalten. Ich weiß, dass Sie wieder in eine aktive Fliegereinheit wollen, und ich werde gewiss nicht versuchen, Ihnen einen Schreibtisch schmackhaft zu machen, während Sie auf ein Cockpit warten. Alles andere wäre ohnehin eine Verschwendung Ihres Talents als Pilot.“
Gerade in diesem Punkt hatte Theranos wenig Anlass, Kal irgendwelche Schmeicheleien aufzutischen. Er hatte selbst gesehen, was der Kuati leisten konnte.
Ein schwaches Schmunzeln huschte über Theranos' Gesicht.

„Sie erinnern sich vermutlich noch an die Piloten der Blauen Legion an der Zollstation.“
Seine Gedanken wanderten unweigerlich zurück zu jener Zollstation über Prefsbelt IV, an der Kal gemeinsam mit Piloten der Blauen Legion gekämpft hatte. Der Unterschied war damals kaum zu übersehen gewesen. An Mut hatte es den Männern und Frauen der Legion gewiss nicht gemangelt. Ebenso wenig an Loyalität oder der Bereitschaft, sich in einen Kampf zu werfen. Doch zwischen Entschlossenheit und professioneller Ausbildung lagen mitunter ganze Welten.
Kal hatte das aus nächster Nähe erlebt.

„Ich fürchte, Sie haben damals einen ziemlich unverfälschten Eindruck davon bekommen, weshalb ich Sie ursprünglich gerne auf Prefsbelt IV gehalten hätte. Die Legion hat inzwischen einiges geleistet, aber gerade ihre fliegenden Verbände haben noch einen beträchtlichen Ausbildungsbedarf. Viele ihrer Piloten haben Erfahrung gesammelt, indem sie schlicht lange genug überlebt haben, um aus ihren Fehlern zu lernen.“

Theranos hatte bereits damals mit dem Gedanken gespielt, Kal stärker in deren Ausbildung einzubinden. Ein Pilot mit dessen akademischer Ausbildung und tatsächlicher Kampferfahrung hätte den jungen Verbänden Fähigkeiten vermitteln können, die sich weder aus einem Handbuch noch aus einigen hastig absolvierten Flugstunden gewinnen ließen.

Nur hatte sich seitdem einiges verändert.

„Ursprünglich wollte ich Sie deshalb bitten, die Pilotenausbildung der Blauen Legion für eine Weile zu unterstützen. Doch seit meiner Ernennung zum Sector Adjutanten liegt diese Entscheidung allerdings nicht mehr bei mir.“

In diesem Punkt war Theranos ungewöhnlich konsequent. Prefsbelt IV´s Adminstration oblag nun T’rsop. Er konnte seinem Nachfolger Ratschläge geben und ihm selbstverständlich jede Unterstützung anbieten, die dieser wünschte. Er würde jedoch kaum wenige Tage nach der Amtsübergabe damit beginnen, sich weiterhin wie der eigentliche Gouverneur des Planeten aufzuführen.

Theranos senkte seine Stimme ein wenig. Nicht verschwörerisch, doch deutlich genug, um aus dem Gespräch etwas zu machen, das zunächst zwischen ihnen bleiben sollte.

„Dafür steht etwas anderes bevor. Etwas Größeres.“
Für einen Moment ließ er die Worte stehen.

„Ich arbeite derzeit an einem Konzept, das in gewisser Weise auf der selben Grundlage aufbaut wie die Blaue Legion. Allerdings nicht mehr auf planetarer Ebene.“
Sein Blick ruhte nun aufmerksam auf Kal.

„Ich möchte etwas Vergleichbares auf sektoraler Ebene schaffen.“
Noch befand sich vieles des WSB´s in Planung. Strukturen mussten definiert, Zuständigkeiten geklärt und vor allem Aren überzeugt beziehungsweise in die konkrete Ausgestaltung eingebunden werden. Theranos hatte wenig Interesse daran, voreilig große Namen für Organisationen zu verkünden, deren Fundament noch nicht einmal vollständig gelegt war. Die grundsätzliche Richtung stand für ihn jedoch fest.

Der Prefsbelt-Sektor brauchte unterstützende Kräfte, die nicht ausschließlich auf einzelne Welten zugeschnitten waren oder vom Militär abhängig waren. Eine Struktur, die dort eingesetzt werden konnte, wo wirtschaftliche Interessen, Handelswege, sowie Kolonien wie KP-1 und neue Projekte Schutz benötigten wenn reguläre imperiale Verbände entweder nicht verfügbar waren oder für die jeweilige Aufgabe schlicht nicht passten. Vor allem war nun Krieg und es auch darum das wichtige Militär so gut wie möglich zu entlasten damit sich diese um diese vermaledeite Republik kümmern konnte.

Und wenn Theranos eine solche Organisation aufbauen wollte, hatte er keinerlei Interesse daran, dieselben Ausbildungsfehler zu wiederholen, die er bei der Blauen Legion selbst erlebt hatte.

„Und genau dort würde ich Sie gerne um Unterstützung bitten.“

Seine Stimme blieb ruhig und sachlich.
„Wenn wir fliegende kleine Abteile aufstellen, möchte ich den besten Ausbilder haben, den es gibt. Der sein Handwerk liebt und lebt nicht jemanden, der nur ausbildet, weil er es soll oder muss.“

Ein schmales Lächeln erschien auf Theranos' Gesicht.
„Sie haben selbst Kampfeinsätze geflogen und Sie wissen inzwischen aus eigener Anschauung, was geschieht, wenn motivierte Piloten zu früh für einsatzbereit erklärt werden.“

Endlich stellte der Barkeeper den bestellten Whiskey vor Theranos ab. Er nahm das Glas entgegen, ließ es jedoch zunächst unangetastet zwischen seinen Fingern ruhen.
„Ich suche keinen Mann, der ihnen einige Wochen lang das Fliegen beibringt. Ich suche jemanden, der dabei hilft, aus ihnen Piloten zu machen, denen man später tatsächlich einen Auftrag anvertrauen kann, aber das in kurzer Zeit. Die Methoden würde ich hier gänzlich Ihnen überlassen, Captain."

Theranos hob sein Glas ein kleines Stück und sah Kal dabei mit einem beinahe entschuldigenden Schmunzeln an.
„Und das alles nur so lange, bis das Imperium Ihnen endlich das Kommando gibt, auf das Sie warten und das Sie verdient haben. Danach werde ich Sie selbstverständlich nicht an einen Ausbildungsposten ketten, den Sie nicht möchten.“

Nun nahm er den ersten Schluck.
Nach den vergangenen Minuten war der Whiskey tatsächlich keine schlechte Entscheidung gewesen. Dann wandte Theranos den blick wieder zu Kal.

“Also Captain, was denken Sie? Wäre das eine denkbare vorübergehende Aufgabe für Sie?”
Theranos hob das Whiskyglas, um mit Kal andrim anzustoßen.


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[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / Bar am Praxeum] Kael Reed, Lilivienne Évarielle d'Oridin, Alizée Marre, Gouverneur T'rsop, Barcombo (NSC) und übrige Gäste

Kael ließ den letzten Akkord noch einen Augenblick unter seinen Fingern stehen, bis auch dessen Nachhall langsam zwischen den übrigen Geräuschen der Bar verschwand und nahm die Hände schließlich von den Tasten, während seine Gedanken noch irgendwo bei einem der Übergänge aus der zweiten Hälfte des Stückes hingen. Der Bassist hatte die Folge anders aufgenommen als er sie ursprünglich angesetzt hatte, woraufhin Gitarre und Schlagzeug beinahe gleichzeitig nachgezogen waren und sich für einige Takte eine Variante ergeben hatte, die vermutlich keiner von ihnen bei einer zweiten Aufführung exakt hätte wiederholen können. Gerade deshalb beschäftigte sie ihn noch, bis die Sängerin neben ihm mit einem amüsierten Kommentar daran erinnerte, dass man ihm tatsächlich nur ein Stück zugestanden hatte und damit ein kurzes Geplänkel in Gang setzte, bei dem auch die übrigen Musiker seine vorherige Ankündigung einer qualitativen Aufwertung nicht völlig unkommentiert lassen wollten.

Kael nahm die Bemerkungen mit dem noch immer auf seinen Zügen liegenden Lächeln hin und gab ebenso bereitwillig zurück, wobei sich ziemlich schnell herausstellte, dass einige der Stellen, die während des Spiels ausgesprochen abgestimmt gewirkt hatten, tatsächlich nicht viel mehr gewesen waren als ein rechtzeitiges Erkennen dessen, was irgendeiner von ihnen gerade vorhatte. Ein kurzer Austausch über zwei der Übergänge folgte noch, die Sängerin warf ihm seine vergleichsweise lange Pause vom regelmäßigen Spielen vor und einer ihrer Kollegen bestand darauf, dass die Combo auch ohne militärische Unterstützung bereits vor seiner Ankunft einen halbwegs brauchbaren Abend zustande gebracht hatte, bevor Kael ihnen schließlich ehrlich für das Stück dankte, den Sitz ein Stück zurückschob und sich erhob.

Seine Hand strich beim Vorbeigehen noch einmal über die Kante des Flügels, dann ließ er die kleine Bühne hinter sich und bewegte sich wieder in Richtung der Bar, mit einem Teil seiner Aufmerksamkeit noch immer näher an Basslinie und Tastatur als an den Gesprächen im Raum. Lilivienne und Alizée bemerkte er dadurch erst wieder richtig, als er sich ihnen bereits bis auf wenige Schritte genähert hatte, während der hochgewachsene Pau'aner bei ihnen allein aufgrund seiner Erscheinung etwas länger seinen Blick hielt. Kael konnte sich zumindest nicht daran erinnern bisher einem Vertreter der Spezies persönlich begegnet zu sein und bekam auch kaum Gelegenheit diesen Umstand weiter zu verfolgen, denn der Fremde kam ihm mit jeder gesellschaftlich vernünftigen Reihenfolge zuvor und drückte ihm kurzerhand ein Glas in die Hand.

Kael nahm es beinahe automatisch entgegen, ließ den Blick kurz über den dunklen Bernsteinton laufen und hatte es bereits an die Nase geführt, bevor er bewusst darüber nachdachte was ihm da eigentlich gerade überreicht worden war. Holz, Gewürze und eine merkliche Süße lagen im Duft, beim ersten kleinen Schluck folgte die vertraute Wärme eines Rums, der im Abgang kräftiger wurde ohne sich deshalb ausschließlich über Alkohol definieren zu müssen.

Er ließ das Glas wieder etwas sinken und wandte seine Aufmerksamkeit nun vollständig T'rsop zu, der offensichtlich noch immer nicht wusste wer vor ihm stand und das auch nicht für notwendig hielt, bevor er Kaels musikalische Fähigkeiten in ausgesprochen deutlichen Worten lobte.


Danke.

Das leichte Lächeln auf Kaels Gesicht wurde ein wenig breiter, während er das Glas zwischen ihnen anhob.

Und für den Rum ebenfalls. Eine ausgesprochen brauchbare Wahl.

Lilivienne übernahm anschließend freundlicherweise den Teil der Begegnung, den T'rsop übersprungen hatte und stellte die beiden Männer einander vor. Kael reichte dem Gouverneur daraufhin die freie Hand, ohne dass der nachgelieferte Titel an der bislang angenehm unkomplizierten Begegnung etwas änderte.

Kael reicht vollkommen. Freut mich.

Liliviennes anschließende Bemerkung über seine Darbietung führte seine Aufmerksamkeit noch einmal für einen Moment zurück zum Flügel. Dass sie Vara Selaris Vael erkannt hatte überraschte ihn nicht, dafür war der Klassiker in entsprechenden Kreisen viel zu verbreitet und offensichtlich kannte sie ihn gut genug, um gerade die deutlich lockerere Interpretation in der Bar von jenen Fassungen zu unterscheiden, die man auf offiziellen Empfängen und ähnlichen Veranstaltungen üblicherweise zu hören bekam.

Auf Empfängen wird die Bastioner Fassung manchmal so sauber gespielt, dass sie etwas von ihrer Bewegung verliert.Kael deutete mit einer kleinen Bewegung des Glases zurück zur Combo.Hier mussten wir nach ein paar Takten eigentlich nur noch herausfinden wer gerade wem folgt.

Die Musiker hinter ihm waren bereits wieder mit ihren Instrumenten und dem weiteren Programm beschäftigt, wobei Kael ihnen noch einen kurzen Blick zuwarf.

Die haben mich ziemlich problemlos aufgenommen. Für ein erstes gemeinsames Stück kann man sich kaum mehr wünschen.

Als Lilivienne anschließend auf das ungewöhnlich empfindliche Gehör ihres neuen Gesprächspartners zu sprechen kam, wanderte Kaels Blick wieder zu T'rsop. Von Pau'anern wusste er nicht wesentlich mehr als das, was man in einer brauchbaren Allgemeinbildung irgendwann über die bekannteren Spezies der Galaxis lernte und das praktische Gegenstück dazu stand nun unmittelbar vor ihm, noch dazu nachdem derselbe Mann gerade eine musikalische Darbietung offenbar auf eine Weise wahrgenommen hatte, die sich von Kaels eigener unterschied.

Ist der Unterschied tatsächlich so deutlich?

Sein Blick blieb offen interessiert auf dem Pau'aner liegen.

Ich glaube ich bin bisher noch keinem Angehörigen Ihrer Spezies persönlich begegnet.

Alizée brachte das Gespräch wenig später ohnehin wieder in Richtung der eigentlichen Veranstaltung, als sie T'rsop nach seiner Verbindung zur Gesellschaft und danach fragte, ob er Mitglied oder wie ein Teil der übrigen Anwesenden lediglich Gast der bevorstehenden Gala war. Kael nahm währenddessen einen weiteren kleinen Schluck des Rums und hörte zu, wobei ihm die Entwicklung des Abends mittlerweile beinahe folgerichtig erschien. Er hatte eine Bar aufgesucht um den Verpflichtungen der nächsten Stunden noch ein wenig aus dem Weg zu gehen und selbst nachdem sich die große Runde inzwischen langsam wieder auseinanderzog, stand er mit Menschen zusammen, die auf die eine oder andere Weise genau zu jenem gesellschaftlichen Umfeld gehörten, das sich auf Truuine gerade wegen derselben Veranstaltung sammelte.

Wenigstens war die kleinere Runde erheblich angenehmer als jede Gästeliste, die seine Mutter ihm hätte zusammenstellen können.

Als sich eine passende Lücke ergab, griff Kael Alizées Thema deshalb auf und ließ seinen Blick zwischen den drei anderen wandern.


Was erwarten Sie eigentlich von der Gala?Er ließ das Glas wieder etwas sinken.Zhirios Aufführung ist der offensichtliche Teil, aber ich nehme an, dass nicht jeder von uns aus demselben Grund nach Truuine gekommen ist.

[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / Bar am Praxeum] Kael Reed, Lilivienne Évarielle d'Oridin, Alizée Marre, Gouverneur T'rsop und übrige Gäste
 
[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / Eis über dem Angriffsvektor / Kommandobunker / Vorraum ] Lt. Aldor Karvek, sowie (NPCs) Sturmkommando Trupp Bravo, weiter entfernt Ridley, Vorn, Matthew, Nira, sowie (NPCs) der Rest des Aufstiegs
Beim Kommandobunker, den sie eben erobert hatten, gab es für Sturmkommandotrupp Bravo nicht mehr viel zu tun. Die angerückte Verstärkung sicherte das, was von den Rebellenstellungen übrig war, während sich der Trupp neu sammelte und einen Statuscheck durchführte. Niemand hatte mehr als einen Kratzer abbekommen, was für die erste Mission des Trupps eine ziemlich gute Bilanz war. Offensichtlich waren einige unüberlegt aus dem Hintereingang des Bunkers geflohen, oder hatten es wenigstens versucht, wie unschwer an den im kalten Schnee liegenden Rebellenleichen zu erkennen waren, die jeweils mindestens einen sauberen Blasterschuss abbekommen hatten. Greta hatte einen guten Job gemacht.

"Was jetzt?"

, fragte einer seiner Leute, Xerda, ihr Feldarzt.

"Vermutlich eine weitere Mission. Die großangelegte Offensive hat begonnen. Wir schalten nicht länger Lieferketten aus und folgen vagen Spuren. Von jetzt an stehen wir dem Feind Auge in Auge gegenüber."

Und das freute Aldor. Endlich konnten sie die Plage bei der Wurzel ausreißen. Das hier war nun ein ausgewachsener Krieg.

"Mir wurde gesagt, dass uns ein Shuttle abholt. Wir werden zu einer vorgeschobenen Operationsbasis nicht weit von hier gebracht. Wir bekommen wohl Hilfe von Spezialisten von Prefsbelt IV."


- - -
Nicht viel später befanden sich die Spezialeinheiten in schwarzer Rüstung in besagtem Shuttle. Karveks Leute vertrieben sich ihre Zeit, indem sie ihre Ausrüstung inspizierten, während Aldor die jüngsten Berichte auf seinem HUD überflog. Anscheinend gaben die Rebellen sich feige. Das hatte er auch nicht anders von ihnen erwartet, waren auch erst kürzlich Leute aus dem Bunker gerannt. Die Hälfte dieser Leute waren wahrscheinlich Söldner, welche das Weite suchten, sobald die Chancen schlicht für sie standen. Die meisten von ihnen von ihnen hatten höchstwahrscheinlich keine militärische Ausbildung genossen. Deshalb sollte man sie jedoch keineswegs unterschätzen, das könnte nämlich der Todesstoss sein. Selbst Amateure können hinterlistig sein und mit viel Feuerkraft viel Schaden anrichten.

Als er das dumpfe Geräusch hört, als das Kanonenboot sich auf dem Landefeld absetzte, schob Aldor die Berichte auf seinem HUD bei Seite. Trupp Bravo nahm hinter dem Lieutenant eine einfache Zweierreihe en, die Waffen im Anschlag, als sich auch schon die Rampe auf den Boden senkte. Es ging ein vermutlich eisiger Wind, wovon er dank seiner Rüstung nichts merkte. Doch man konnte sehen, dass der Offizier, die Rangplakette wieß ihn als Captain aus, etwas unwohl war. Der Kommandosoldat blieb kurz vor ihm stehen und salutierte locker und wartete auf sein Zeichen, ins Innere des Hauptquartiers zu gehen.


"Lieutenant Karvek, wie sie sicherlich schon wissen."

Wenn der Mann hier auf sie wartete, wurde ihm sicherlich von ihrer nahen Ankunft berichtet. Und hier standen sie nun, die 5 Sturmkommandos. Sie mussten sicherlich einen eindrucksvollen Anblick abgeben, jeder von ihnen in pechschwarzer Rüstung, abgesehen vom Helm eher wie die eines Sturmtruppen. Der Helm hingegen glich eher denen, mit welchen die Scoutsoldaten des Imperiums ausgestattet waren.

[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Südpolarkreis / HQ der Blauen Legion / vor den Gräben von Bunkerhügel T/02] Lt. Aldor Karvek, sowie (NPCs) Kommandotrupp Bravo, Cpt Aurelian Korff (Blaue Legion) und andere Soldaten
 
[Innerer Rand - Manaan-Sektor - Truuine-System - Truuine - Südpolarkreis - im HQ der Blauen Legion - vor den Gräben von Bunkerhügel T/02] Lt. Aldor Karvek, und der Bravo-Trupp sowie Cpt Aurelian Korff der Blauen Legion und andere Soldaten


Captain Aurelian Korff erwiderte den Salut des Lieutenants ebenso routiniert, ehe seine Hand wieder hinter seinem Rücken verschwand. Für einen kurzen Augenblick musterte er Karvek und die vier Sturmkommandos hinter ihm. Die schwarzen Rüstungen bildeten einen beinahe grotesken Gegensatz zur weißen Landschaft und dennoch war ihr Anblick für Korff in diesem Moment ausgesprochen willkommen auch wenn es ihm eiskalt den Rückenrunterlief.
Ein kleines Lächeln zeichnete sich auf seinen Lippen ab.

„Natürlich weiß ich das, Lieutenant ihr Ruf und der des Bravo-Trupps eilt Ihnen voraus. Ich bin Captain Aurelian Korff, Offizier der ersten Kompanie des Skybridge-Bataillons und Stellvertretender Bataillons Kommandant da Major Varro in den Gräben unterwegs ist." dann deutete er in richtung des Bunkers Komplexes und der Gräben. “Willkommen bei Bunkerhügel T/02.“

Sein Blick wanderte noch einmal über die fünf Soldaten.
„Und ich kann Ihnen versichern, Sie kommen gerade zur rechten Zeit. Wenn Sie mir bitte folgen wollen.”

Korff deutete Karvek mit einer Bewegung an, ihm zu folgen, und wandte sich anschließend vom Landefeld ab. Der Wind pfiff ihnen entgegen, kaum dass sie den unmittelbaren Schutz des Kanonenbootes verlassen hatten. Schnee wurde in flachen Schleiern über den gefrorenen Boden getrieben und sammelte sich bereits wieder in den Spuren, welche Fahrzeuge und Soldaten hinterlassen hatten.

Gemeinsam bewegten sie sich tiefer in das Feldlager hinein.

Vieles hier war erst auf den zweiten Blick überhaupt als militärische Stellung zu erkennen. Statt eines sauber angelegten Hauptquartiers hatten sich die Soldaten der Blauen Legion in der kurzen Zeit regelrecht in das Eis eingegraben, um gegen Beschuss und die Witterung gewappnet zu sein. Kleine Laufgräben verbanden natürliche Senken miteinander, deren Seiten zusätzlich vertieft und mit einfachen Stützen und Sandsäcken gesichert worden waren. Über manchen Gruben lagen Durastahlplatten, Planen oder zusammengeschobene Eisblöcke als notdürftige Kopfdeckung. Andere verschwanden fast vollständig im gefrorenen Untergrund und verrieten ihre Funktion lediglich durch schmale Eingänge, Antennen oder Kabelstränge.

Dazwischen standen einige wenige Behelfszelte, Versorgungskisten und Generatoren. Soldaten schleppten Munition nach vorne, Melder hasteten zwischen den Unterständen hindurch und aus einer der tieferen Stellungen wurde gerade ein Verwundeter nach hinten gebracht.

Über all dem lag das beständige Grollen der Schlacht.
Von irgendwo vor ihnen drang das dumpfe Donnern schwerer Waffen durch den Wind. Sekunden später antworteten die imperialen Mörser. Mehrere Abschüsse folgten unmittelbar aufeinander.
Die Geschosse verschwanden heulend über dem Feldlager in Richtung des Bunkerhügels T/02, ehe einige Augenblicke später fernes, gedämpftes Donnern ihre Einschläge verkündete.

Korff schenkte dem kaum mehr als einen kurzen Seitenblick. Sie überquerten einen breiteren Verbindungsgraben. Zwei Soldaten pressten sich an dessen Rand, um die Offiziere und Sturmkommandos passieren zu lassen.

„Major Varro führt normal den Angriff von vorne, ist aber aktuell unpässlich und ich habe das Kommando. Ich halte ihm sonst von hier aus den Rücken frei und versuche gleichzeitig dafür zu sorgen, dass unsere drei Angriffsteile nicht anfangen, drei verschiedene Schlachten zu führen und koordiniere alles so gut es geht.“

Ein weiterer Mörserabschuss ließ die Luft für einen Moment erzittern.
Korff verzog kaum merklich den Mund.

„Bislang funktioniert es.“

Wenige Schritte später erreichten sie den Eingang des eigentlichen Gefechtsstandes. Auch dieser war weniger errichtet als vielmehr in eine natürliche Vertiefung hineingearbeitet worden. Eine abgestützte Überdachung führte schräg unter die Oberfläche, während mehrere Kabelbündel entlang der Wand ins Innere verschwanden.

Korff duckte sich unter einem Querträger hindurch.

Im Inneren war es enger, aber zumindest vor dem Wind geschützt und immerhin um einiges wärmer. Mehrere Offiziere und Funker arbeiteten dicht nebeneinander an ihren Stationen. Auf einem improvisierten Kartentisch erhob sich eine flackernde holografische Darstellung des Bunkerhügels und seiner Umgebung. Imperiale und feindliche Stellungen waren darauf ebenso markiert wie die drei derzeitigen Angriffsrichtungen. Meldungen liefen beinahe ununterbrochen über die Kommunikationsgeräte ein und immer wieder wurden neue Details aktualisiert.

Korff trat an den Kartentisch und zog seinen Mantel wieder aus.
„Also gut, Lieutenant.“

Mit zwei Fingern vergrößerte er die Darstellung von T/02. Mehrere Markierungen rückten auseinander und gaben den Blick auf die aktuellen Frontlinien frei.

„Dann bringen wir Sie auf den neuesten Stand.“

Korff begann damit, Karvek einen Überblick über den bisherigen Verlauf des Angriffs zu geben. Während er sprach, wanderte seine Hand immer wieder über die holografische Darstellung und hob einzelne Abschnitte des Schlachtfeldes hervor.

Der Angriff auf T/02 war auf drei Achsen begonnen worden. Die Kräfte der Blauen Legion waren dabei über die vorgelagerten Stellungen gegen das weitläufige Grabensystem der Rebellen vorgerückt, das den eigentlichen Bunkerkomplex wie ein zusätzlicher Verteidigungsgürtel umgab. Major Varro hatte einen der Angriffsteile persönlich begleitet und war dabei von einem Sith namens Meri unterstützt worden. Auf der rechten Flanke wiederum kämpfte ein weiterer Sith, ein Wookiee, gemeinsam mit den dort eingesetzten Truppen. Korff ließ keinen Zweifel daran, dass diese Unterstützung den Vormarsch an mehreren Stellen erheblich beschleunigt hatte.

Dennoch waren die Gräben keineswegs ohne Widerstand gefallen.

Die Rebellen hatten ihre vorbereiteten Stellungen genutzt, um den imperialen Vormarsch immer wieder zum Stehen zu bringen. Einzelne Abschnitte hatten unter schwerem Feuer genommen werden müssen, während sich die Soldaten der Blauen Legion teilweise Graben für Graben und Stellung für Stellung vorgearbeitet hatten. Erst nach längeren Kämpfen war es gelungen, den größten Teil dieses Verteidigungssystems zu durchbrechen und die verbliebenen Verteidiger weiter in Richtung des eigentlichen Bunkerkomplexes zurückzudrängen.

Korff veränderte die Darstellung.

Die äußeren Gräben verschwanden aus dem Mittelpunkt der Projektion und machten einem wesentlich kompakteren Verteidigungsbereich Platz. Mehrere imperiale Markierungen standen inzwischen unmittelbar vor einem Ring aus befestigten Stellungen, der den Zugang zum Hauptkomplex sicherte.

Dort wurde im Augenblick gekämpft.
Der sogenannte Bunkerring bildete die letzte größere Verteidigungslinie vor dem eigentlichen T/02-Komplex. Geschützstellungen, kleinere Bunker und miteinander verbundene Verteidigungspositionen sollten verhindern, dass ein Angreifer überhaupt bis an den Hauptbunker herankam. Genau gegen diese Stellungen gingen die drei Angriffsteile derzeit vor. Mörser und andere Unterstützungswaffen hielten bekannte Rebellenpositionen unter Beschuss, während die Infanterie versuchte, den Ring Stück für Stück aufzubrechen.

Sollte dieser fallen, würden die Imperialen nur noch ungefähr hundert Meter vom eigentlichen Bunkerkomplex trennen.

Korff ließ die entsprechende Entfernung auf der holografischen Darstellung erscheinen und deutete anschließend auf mehrere Zugänge des Hauptbunkers. Spätestens dort würde sich die Art des Kampfes grundlegend verändern. Breite Fronten und Unterstützungsfeuer würden an Bedeutung verlieren. Stattdessen warteten enge Korridore, vorbereitete Verteidigungsstellungen und ein Gegner, der jeden Raum und jede Abzweigung kannte.

Genau deshalb war die Ankunft von Sturmkommando Bravo für Korff so willkommen.
„Ihr unmittelbarer Auftrag ist zunächst.....einfach, Lieutenant.“

Korff markierte den noch umkämpften Bunkerring.
„Sie stoßen zu unseren Kräften vor und unterstützen sie dabei, diesen Ring vollständig zu nehmen. Wir wollen keine feindliche Stellung in unserem Rücken haben, wenn wir gegen den Hauptkomplex vorgehen.“

Seine Finger wanderten anschließend die letzten hundert Meter über die Karte bis zum Hauptbunker.
„Sobald der Ring gesichert ist, beginnt der Teil, für den wir Ihre Leute eigentlich brauchen.“

Korff sah vom Hologramm zu Karvek.
„Unsere Einheiten bringen Sie bis an den Bunker heran und stellen Ihnen alles zur Verfügung, was wir an Unterstützung aufbringen können. Sobald wir einen Zugang geschaffen haben, gehen Sie mit den vorgesehenen Kräften hinein.“

Er deutete auf die schwarzen Markierungen des Hauptkomplexes.

„Wir wissen nicht, wie weit diese Anlage unter dem Eis reicht, wie viele Verteidiger sich noch darin befinden oder was die Rebellen vorbereitet haben. Aber wir können davon ausgehen, dass sie wissen, was passiert, wenn dieser Ring fällt.“

Für einen Augenblick betrachtete Korff die Projektion.

„Also werden sie uns dort drinnen erwarten.“
Dann wandte er sich wieder vollständig Karvek zu.
"Das ist vorerst alles Lieutenant, Sie und Ihre Leute können sich gerne mit allem bei uns eindecken was sie brauchen, Waffen, Munition, PLX-1 Raketenwerfer, Thermaldetonatoren, EMP-Granaten sollen vielleicht der ein oder andere Droiden in den Händen der Rebellen sein, Schock oder Blendetonatoren was Sie brauchen."
Dann tauschte er mit dem Lieutenant noch die Comdaten aus sollte sich dieser bei Ihm melden wollen und spielte ihm die aktuelle Karte auf einen kleinen tragbaren Holoprojektor und überreichte Ihm diesen.
"Wenn Sie etwas benötigen, zögern Sie nicht zu Fragen."

Dann Salutierte der Captain vor dem Lieutenant und seiner Truppe
"Für das Imperium und nieder mit den Rebellen"


[Innerer Rand - Manaan-Sektor - Truuine-System - Truuine - Südpolarkreis - im HQ der Blauen Legion - vor den Gräben von Bunkerhügel T/02] Lt. Aldor Karvek, und der Bravo-Trupp sowie Cpt Aurelian Korff der Blauen Legion und andere Soldaten
 
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[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / eine Bar unweit des Praxeums] - mit Gouverneur Dr. T'rsop, Moff Aren Vayliuar, Sektor-Adjutant Theranos Zesh, Gouverneurin Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Moff Agustin Prada, Cpt. Kal Andrim und andere

T'rsops Disziplin meldete sich zu Wort, als er merkte, dass Lili doch etwas verstört zu ihm rüber sah bei ihrer ersten Antwort. Der Grund war ihm augenblicklich offensichtlich: Er hatte sich zu locker gefühlt und leicht gegrinst. Und Reißzähne waren bei den körperlich so schwachen Menschen immer noch mit Gefahr und Überlebenskampf verknüpft.
So presste der Pau'aner seine Lippen wieder etwas aufeinander - er wollte ja keinen unnötigen Unmut schüren. Und sich eine potentielle Einschüchterungsmasche auch nicht durch Übernutzung wegnehmen.
Immerhin versuchte seine Gegenüber auch höflich zu sein. Etwas arg verkrampft - aber sein Einstieg zum zeitraubenden aber leider nicht unnötigen Smalltalk war auch nicht der raffinierteste. Als die Gouverneurin von Bastion schließlich auf das besondere Hörvermögen der Pau'aner anspielte und sich im Nebensatz selbstironisch aufs Korn nahm, stellte
T'rsop fest, dass diese Frau zwar verklemmt aber wenigstens gewitzt war. Und das wertete der Gelehrte bei jeder Person sehr hoch - unabhängig davon, ob die Aussage genuin war, oder nur ein Kniff, um in der Gunst des Anderen zu steigen.

Er lächelte - die Lippen weiterhin zusammengepresst - etwas breiter.

"Ja. Wobei wahre Großartigkeit sowohl von oberflächlichen Tölpeln, den Kleingeistern als auch den hohen Intellektuellen und Begabten als solche erkannt wird. Alles andere würde das Bedeutende der Großartigkeit schmälern... und dann wäre es ja keine Großartigkeit mehr, oder? Und diese Darbietung..."

Der Gouverneur von Prefsbelt IV brach ab, denn der Künstler der Musik stieß gerade zu ihnen. Da wurden die beiden Menschenfrauen erst einmal zweitrangig. Seinem Impuls folgend lobte er den Chiss für seine Darbietung und drückte ihm dankend den Drink in die Hand.
Am Rande bekam er mit, wie
Lili ihn und den Chiss, Kael, vorstellte. Und unterdrückte erneut ein Glucksen, da die Betonung seines Namens nur mäßig gelang. Zumindest wenn man wusste, wie er eigentlich ausgesprochen werden sollte. (Wobei seine Eltern selbst für ihre Art und für ihre Blutslinie einen komplizierten Namen für ihn gewählt hatten.) Er fühlte sich deswegen aber nicht beleidigt, sondern fügte seiner mentalen Liste nun Aussprechweise Nr. 5 zu, die in der Imperialen Verwaltung - jetzt ja dann auch im Militär - nun über seinen Namen herumwabern würde.
"Kael reicht vollkommen", sagte der Chiss nach seiner Vorstellung durch die Gouverneurin.
"Endlich", dachte
T'rsop, "jemand, der nicht unnötige Mauern der Etikette aufbaute, die langsam wieder abgetragen werden mussten, bevor man die Saat wichtiger Unterhaltung ausstreuen konnte. "Freut mich ebenfalls, Kael. Und lass auch du meinen Titel weg."

Die Gouverneurin und der Soldat begannen, sich über die Feinheiten des dargebotenen Stücks auszutauschen. Und während sie diese Vergleiche zogen, erinnerte sich auch der Gelehrte. 'Vara Selaris Vael' - ja, natürlich hatte er das auch schon gehört. In beeindruckend und in stocksteif - heute jedoch in quirrlig.
Und ja,
Kael hatte Recht. Die hiesige Band war wirklich mit Gaben beschenkt und durch Übung parat - keine Anfänger und keine Halbkönner. Die Blicke T'rsops glitten zu der Band. Vielleicht sollte er ihnen auch seinen Dank aussprechen. Jetzt spielten sie zwar nichts Überragendes mehr... aber ohne sie wäre die Darbietung des Chiss vermutlich nur in Ordnung bis gut gewesen.
Er führte sich ein weiteres Stück des Kuchens in den Mund und kaute nachdenklich, vermisste etwas den rohen Fisch, den er sich sonst so gerne in seine Süßigkeiten mischte, und kam dann zu dem Schluss, dass er die Band bei Gelegenheit ansprechen würde.

Er wurde zurück in die Gegenwart gerufen, als im Gespräch zwischen
Lili und Kael wieder sein Name fiel und erneut auf sein feines Gehör angespielt wurde. Nun schien der musikalische Soldat nicht nur höflich-sympathisch, sondern ernsthaft neugierig auf die Unterschiede in der Akustik der Pau'aner zu sein.
"Nun, wenn ich der erste Pau'aner bin, der dir von Angesicht zu Angesicht begegnet, hast du Glück - ich denke, ein solches Exemplar wie mich wirst du in der Galaxis nicht nochmal finden.
Und dann eine solche Frage. Ich bin Experte und Meister in Architektur, Philosophie, Propaganda und Lesen der Körpersprache von Humanoiden - aber leider nur ein Liebhaber der Musik. Diese Frage zu beantworten, wäre also, als würde ein Blinder mit dem Grundwortschatz eines Grundschülers versuchen, einem anderen Blinden Farben zu erklären. Aber ich werde mein Bestes geben.
Wir alle hören Töne durch die Schwingungen und Schallverbreitung. Aber wir hören nie genau gleich. Die eigene Stimme in einer Aufzeichnung zu hören, ist komplett anders, als sie beim Sprechen zu hören. Und du, Kael, wirst meine Stimme anders hören als es Gouverneurin Lilivienne d'Oridin"
, T'rsop nickte der Genannten kurz zu in der Gewissheit, dass diese ihn noch lange nicht gut genug kannte, um zu wissen, dass gerade in der perfekten Aussprache ihres Namens auch ein kleiner Seitenhieb ob ihrer Etikette steckte, "tut. Aber eure Hörspektren sind sehr ähnlich, während wir Pau'aner... länger und verknüpfter hören als die meisten anderen Humanoiden. Wir hören die Töne wesentlich näher an ihrer Entstehung - während der Schall sich ausbreitet und den Weg beginnt, nehmen wir ihn akustisch schon war. Ihr hört ihn erst, wenn er seine Geschwindigkeit erreicht hat.
Das heißt dann also auch, dass wir die Übergänge in die kleinsten Nuancen mitbekommen. Das ist wie... wie... Genau! Ihr seht die Fähre fliegen - wir sehen zusätzlich den Start- und Landemoment. Nur eben auf das Hören übertragen. Für euch kann Musik gut klingen - und für uns Pau'aner ist sie nur in Ordnung. Weil wir den stolpernden Start des Tones aktiv hören. Weil wir das Mü zu viel oder zu wenig an Betonung und Leitung mithören. Aber wenn alles - der Ton in seiner Fahrt und am Anfang und Ende seiner Reise - harmonisch ist, mit fließenden Übergängen - dann sagen auch wir Pau'aner, dass es ein großartiges Stück war.
Und du, Kael, hast mit der Band es hinbekommen - ohne dass du es aktiv hören konntest - dass sich ein Fluss an Tönen bildete, ohne Unterbrechung und Dissonanzen in den Übergängen, die keiner mitbekommt."


Der Gelehrte nickte leicht den Kopf und führte sich dann triumphal ein Stück Kuchen in den Mund. Alleine, dass er emotional von Musik erquickt wurde und er dann noch ins Philosophieren kam, machte diesen Abend - diesen schrecklich unerwarteten und fast überladenen Abend - schon zu einem Gewinn für ihn.

Dann wurde
T'rsop von der Seite angesprochen. Er drehte seinen Kopf wohl etwas zu schnell um, denn die Begleitung von Lili [Alizee] zuckte etwas zusammen. Er schien ihr nicht geheuer zu sein - und doch wollte sie ein Gespräch mit ihm beginnen.
"Sind Sie auch ein Mitglied der Gesellschaft, Gouverneur, oder nehmen Sie als... externer Gast teil?", war die Frage, an die der Gouverneur nun anknüpfte. Er legte die Stirn leicht in Falten, denn er wusste gerade nicht, welche Gesellschaft diese Frau meinte. Und das brachte T'rsop dazu, noch etwas tiefer in den Gedanken einzusteigen, ab wann man aufhörte ein externer Gast zu sein. Gerade in seiner neuen Rolle als Gouverneur fühlte er sich genauso. Er aß das letzte Stück seines Kuchens auf und antwortete - in Gedanken immer noch der tieferen Frage nachsinnend - nach einem geräuschvollen Schlucken:
"Bin ich Mitglied der Gesellschaft? Eine spannende Frage. Ich bin auf jeden Fall Mitglied unserer heutigen Abendgesellschaft - und dankbar dafür. Aber dennoch bin ich ja weiterhin ein Fremdteil..."
Die Augen von T'rsop weiteten sich in Erkenntnis. Seine Gedanken sprangen gerade von "Es kommt auf das Zusammenspiel der Individuen an, ob man Jahrzehntelang externer Gast bleibt, oder nach Stunden schon in die Gesellschaft aufgenommen wird..." zu "Wird diese Gala nicht von einer Gesellschaft der Imperialen Künste oder so was ausgerichtet?!". Jetzt musste ein guter Kniff her...
"... Da ich ja nicht offiziell Mitglied der Gesellschaft der Förderung schöner Künste und Kultur bin. Theranos und Aren, Moff Aren Vayliuar, haben mich zusammen mit unserem TIE-Captain Kal Andrim hierher eingeladen. Und bis jetzt hat die noch nicht begonnene Gala meine Erwartungen schon übertroffen."

Und hier klinkte sich nun wieder Kael ein und fragte ihre kleine Runde nach den Erwartungen an die Gala. T'rsop ließ den anderen in ihrer Antwort den Vortritt - er selbst musste sein Überlichtgeschwindigkeitdenken erst wieder in Einklang mit seinem Wahrnehmen und dem Gespräch bringen. Aber zumindest war sein Eis nun gebrochen und zumindest mit den hiesigen ihm neu bekanntgewordenen Individuen konnte er so etwas wie ein vernünftiges Gespräch führen.

[Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine / Moraband / eine Bar unweit des Praxeums] - mit Gouverneur Dr. T'rsop, Moff Aren Vayliuar, Sektor-Adjutant Theranos Zesh, Gouverneurin Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Moff Agustin Prada, Cpt. Kal Andrim und andere
 
[Innerer Rand - Manaan-Sektor - Truuine-System - Truuine - Südpolarkreis - in den Gräben von Bunkerhügel T/02 - innerhalb des "Ringes", welche den zentralen Bunkerkomplex umgibt - Akolyth Vorn, Cestus Varro und Soldaten des Skybridge Bataillons]

Aus der Tiefschlaftrance konnte man nicht allzu viel herausbekommen, fand um einen herum das Leben statt, doch es war immer noch besser als schlecht – oder gar nicht - zu schlafen. Vorn hätte auch die Sensoren seines Helmes auf Stumm schalten können, um sich seine eigene kleine Kammer im ewigen Eis zu schaffen, doch wozu derart selbstmordgefährdet handeln? Also ertrug er das Gelaber des Major und seiner Laufburschen, die kleinen und großen Handlungen seiner Skybridge Kameraden und seinen grummelnden Magen.

Diese Ruhe wurde jedoch irgendwann unterbrochen, als das Lautsprechersystem des Helms ihm ein paar Worte von links zukommen ließ.
„des zweiten Akolyths.“ Vorn öffnete schlagartig die Augen. Richtig. Den Stinker gab es ja auch noch! Wow. Die Schlacht in dem Grabensystem und dann im Ring hatte ihn buchstäblich alles vergessen lassen. Er hatte nur für die Schlacht gelebt, das Töten und Überleben, das Strategien entwickeln und natürlich das Hassen der Rebellen. Aber jetzt kam alles Stück für Stück zurück und es fing mit dem Wookiee an.

Der war nämlich verschwunden und keiner konnte sich das so wirklich erklären. Nicht nur war er körperlich beinahe so beeindruckend wie Vorn, er trug natürlich auch noch sein Laserschwert. Wie auch die Offiziere, konnte sich der Mensch das nicht so recht erklären. War er einfach nur gestorben? Von einer Explosion getroffen und dann unter Eis und Geröll begraben worden? Das wäre fast zu leicht, zu ... langweilig, bedachte man, was sie alles schon überstanden hatten. Ihre verfi**te Truuine Geschichte hatte schließlich mit einem verschissenen Kraftwerk samt Vulkan begonnen, welches beinahe unter ihren Ärschen explodiert wäre und es nur dank ihnen nicht war. Nach so etwas von einem feigen Rebellen getötet zu werden, der nur einen Knopf gedrückt hatte, wäre wahrlich unter aller ihrer Würde gewesen. WOMIT es dann quasi doch wieder zu dem haarigen Stinker passen würde, andererseits wollte Vorn ihn natürlich töten. Und zwar während eines Duells. Langsam, Körperteil für Körperteil, Blutfontäne um Blutfontäne. Doch daraus würde vielleicht niemals etwas werden. Na danke für gar nichts, ihr hinterfot*igen Fot*en!

Der
Major versuchte es aber wenigstens. Natürlich dachte der nicht daran, dass er gerade nur Vorns Rachegelüste zu befriedigen versuchte, aber das war ja auch egal. Sprich: nicht erwähnenswert. Besagter Offizier klärte alles und teilte dann alle Anwesenden seine Pläne für die nahe Zukunft mit. Nur um das alles mit einer Geste - direkt an ihn adressiert - zu beenden. Er reichte ihm erst Rationen und lobte ihn dann.

Obwohl er den Major und seine Art jetzt schon eine Weile kannte und es gefühlt alle fünf Stunden eine neue Eigenart gab, die Vorn entweder nicht mochte oder doch tolerieren konnte, traf ihn das Lob dann doch unerwartet hart. In seiner Lebensrealität gab es kein echtes Lob. Nur jene vergiftete Art, welche man Tieren zukommen ließ, die man am Ende doch nur essen wollte. Der
Atronach in der Kolonie hatte exakt genau so gelobt, wie es Aster tat oder sonst irgendein Vorgesetzter, der für ihn irgendetwas vorgesehen hatte, weshalb man ihn bei guter Laune hielt. Beim Major hatte es anders geklungen. Ehrlich, ohne Hintergedanke, als ...ob … er es ernst meinte. Wie sollte Vorn denn mit so was umgehen?

Er tat es, indem er gerade so hörbar in seinen Bart grummelte und die Rationen entgegen nahm. Dann machte er mit diesen noch in der großen Hand eine vage Geste, die alle Personen im Raum mit einschloss und nickte ebenso vage. Er setzte das Geschenk ab, nahm jetzt doch seinen Helm ab und fuhr sich einmal durch sein Gesicht. Der Anzug hatte so Sachen wie Schweiß oder Dreck von seinem Gesicht ferngehalten und er war ja auch nicht verletzt worden, weshalb er im Grunde unverändert aussah. Verglich man ihn dann aber trotzdem mit seinem Ich vom Anfang dieses Tages, bewegte er sich sparsamer. Und er aß dann auch nicht wie ein wildes Tier, wie er es noch im Transporter getan hatte, sondern mehr wie ein Mensch. Immer noch energetischer wie die Soldaten um ihn herum, der Macht sei dank, aber eben, na ja, sparsamer eben.

Nach den paar Minuten Rast, in denen dann keiner mehr geredet und alle nur noch etwas gegessen hatten, war dann auch nichts mehr anderes passiert. Am Ende davon wurden Helme wieder aufgesetzt, die Ausrüstung kampftauglich und die Waffen bereit gemacht. Sie waren zwar so gesehen in einem eroberten und gesicherten Bereich und würden jetzt auch nur noch durch einen solchen zurück zur eigentlichen imperialen Basis gehen, doch die Rebellen waren immer noch quasi in Wurfreichweite. Keiner fühlte sich hier sicher. Auf dem Weg zurück, mit dem
Major und Vorn an der Spitze, liefen sie durch Reihen imperialer Soldaten aller möglichen Art. Meist war der Pfad ohnehin frei, doch falls mal nicht, trat man respektvoll zur Seite, salutierte manchmal oder nickte wenigstens. Man sah ihnen ihre Kämpfe an. In so vielen Stunden hatten sie sehr viel abbekommen. Das hatte sie nicht getötet, aber eben auch kaum etwas von diesem üblichen imperialen Glanz übrig gelassen. Vor allem Vorns Vorderseite, aber durchaus auch seine Rückseite waren beinahe komplett rußgeschwärzt und voller eingeschmolzener Kreise, wo das Waffenfeuer seine Wirkung hatte entfalten können. Für die Skybridgejungs war er der Schild gewesen und dafür hatte er aus allen Richtungen alles eingesteckt. Da gab es keinen Stolz, der seinen Rücken weiß und unbefleckt halten wollte oder so ein Schwachsinn. Das traf aber auf jeden zu. Er hatte nur die direkten Geschosse geschluckt. Feuer, Schrapnell und Querschläger waren um ihn herum geflossen und hatten jeden Soldaten gleichermaßen erwischt. Die nachrückenden Soldaten erkannten das an, taten dies aber in Stille. Ihr Glück. Vorn hätte jede Art von Jubel oder dergleichen gehasst.

Im Lager angekommen, war die unsichtbare Nachrichtenketten ihrem Ende entgegen gelaufen. Vom Major, der erfahren hatte, das
Big Q verschwunden war und er Aster deshalb informieren wollte, bis hin zu Vorn, der deshalb von eben diesem Meister kontaktiert wurde. Als hätte die Macht oder Magga selbst dieses Szenario geplant, ertönte Asters Stimme just in dem Moment in seinem Helm, da er den ERSTEN Schritt in das imperiale Lager getan hatte. Und da war es wieder. Dieses Lob, diese Zustimmung, auf eine Art vergiftet und falsch, dass es dazu einlud die sprechende Person Kopf voran in ein Fass voll kochendem Öl zu stopfen. Der Planetenherrscher wollte nun, da der Wookiee verschwunden war, aus Zwei Eins machen. Aber es wurde mit keinem Wort dieses Verschwinden erwähnt, als wäre für den Meister klar, wo er war. Gab es für den Stinker eine Geheimmission? Vorn kam das alles komisch vor, aber, um GANZ ehrlich zu sein, es war ihm scheißegal. Denn Asters erster und einziger Schüler wollte er ja eh nicht sein. Er wollte den Planeten eh verlassen und vorher den haarigen Stinker zu töten, der ihm – was war es, Tag Eins auf Truuine? - das Leben schwer gemacht hatte, war ein wundervolles Abschiedsgeschenk. Um so süßer würde es sein, wenn der Meister danach komplett ohne Schüler dastand. Fi*k dich, Aster! Aber mal so richtig mit Anlauf ins eigene Knie!

„Verstanden.“ antwortete Vorn und er war nicht einmal versucht seine grimmige Vorfreude zu verbergen. Vorfreude auf den Tod des Wookiees, Vorfreude auf den … hm, konnte man noch von Verrat sprechen, hatte es doch niemals ein ECHTES Bündnis gegeben? Schließlich war Vorn zu jeder Zeit wie ein Gefangener behandelt worden. Also... kein Verrat im eigentlichen Sinne... doch das Wort hatte diesen wundervollen Klang, Vorn konnte dem nicht wegen eines unbedeutenden Details entsagen. Nein, es war Verrat! Es gab nur einen winzigen Tropfen Bitterkeit. Zusammen mit dem Major und dem Skybridge Bataillon zu kämpfen, hatte Spaß gemacht. Es war gleichzeitig fordernd und belohnend gewesen, denn diesen dreckigen, feigen, kaum mehr als menschlich zu bezeichnende Rebellenabschaum abzuschlachten, hatte sich echt GUT angefühlt. Und nun stieg er auf ein wohl nicht zufällig bereits bereitstehendes Speederbike. Den Major hatte man auch schon informiert, denn der kam, um sich zu verabschieden. Oder so.

„Das wars dann wohl.“ begann Vorn das Gespräch, während er gleichzeitig so tat, als wüsste er was er da tat. In der Grundausbildung hatte er so wenig mit diesen Bikes zu tun gehabt, das er nicht wüsste was zu tun war, würde auch nur das allerkleinste Detail kaputt gehen. Er konnte Schub geben, bremsen und die Höhe bestimmen. Das wars. Leuchtete auch nur eine der Warnlampen auf und sei es die für „Energie knapp, Energiezelle aufladen!“, er wüsste nicht was zu tun war. Auch kannte er nicht Details wie Maximalgewicht oder so. Das Ding sah schon ziemlich fragil aus. Konnte es ihn überhaupt tragen? Bis zum Ziel?

„Ich hatte Recht. Es war ein Vergnügen, mit Euch und euren Männern zu kämpfen.“

Er nickte leicht, fast mehr aus Reflex.


„Ihr SEID gut darin Löcher in Köpfe zu schießen. Schade, das es schon vorbei ist.“


Der Akolyth sah in Richtung zentralen Bunkerkomplex, der bereits damit begonnen hatte, vereinzelnd auf was auch immer zu schießen.

„Ich hätte diese Sch*ampe gerne genommen...“

Plötzlich fiel ihm dann doch noch etwas ein.


„Major. Falls dieser Berg dort drüben so was wie ein Kraftwerk besitzt, sprengen sie es. Diese hinterfot*igen Rebellen werden sich in jede verschissene Ecke verkriechen und sich dann lieber alle in wandelnde Bomben verwandeln, als aufzugeben. Wer verfi**t nochmal hat Zeit für so was?“


Ein letztes - diesmal kräftigeres - Nicken und er fuhr davon. In Richtung... was auch immer. Er folgte einfach der kleinen digitalen Karte in seinem HUD...

[Innerer Rand - Manaan-Sektor - Truuine-System - Truuine - Südpolarkreis - Irgendwo im Nirgendwo auf einem Speederbike - Akolyth Vorn alleine]
 
[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kael Reed, Lilivienne d'Oridin, Alizée, Kal Andrim, Agustin Prada, Abella Sorovkin, Dr. T'rsop, Adriana Figg

Noch bevor Kael anfing, auf überraschend virtuose Art und Weise den Flügel zu bespielen entging Aren nicht, wie ausschweifend sich sein Sector Adjutant bei der Gouverneurin von Bastion entschuldigte. Auch wenn er die grundsätzliche Situation des Faux Pas noch amüsant gefunden hatte - soetwas war nicht ideal, konnte aber ja passieren - fiel die Entschuldigung für einen Sector Adjutanten seines Sektors doch ein wenig zu katzbuckelnd aus. Noch weniger gefiel ihm, wie auffallend gnädig, sich die frisch ernannte Gouverneurin nun tat. Doch für den Moment war die Situation geregelt, auch wenn er sich selbst vorbehielt, die junge Dame, die durch irgendwelche Zufälle so firsch und schnell in ihr Amt gekommen war, ein wenig skeptischer im Auge zu behalten. Doch für den Moment sollte es dabei belassen bleiben. Vor allem, da nun die ersten Klänge vom Flügel zu ihnen herüberkamen.

Aren war überrascht. Und das auf eine durchweg positive Art und Weise. Er hatte nicht erwartet, dass sich hinter dem Offizier und Whisky-Kenner auch ein Musiker und Virtuose verbarg. Gerade, als er noch begann zu singen, nötigte Aren dies ein anerkennendes Nicken ab. Dies hier war schon lange nicht mehr einfach nur eine Bar-Szene. Gouverneure, Moffs und Sector Adjutanten hörten dem jungen Offizier zu. Sich so vollkommen von diesem gesellschaftlichen Druck zu lösen und sich einfach der Musik hinzugeben, nichts darauf zu lassen, was andere möglicherweise sagen würde, war ein bewundernswerter Charakterzug. Aren kannte das Lied, doch konnte er es nicht direkt zuordnen. Währenddessen hatte sich Adriana bei ihm eingehakt und ihren Kopf an seinen Arm gelehnt und wippte leicht mit dem Kopf.


,,Vara Selaris Vael. Wir haben es früher auch immer auf Gerrethum selbst spielen müssen, aber der Mann weiß wie man den Flügel bedient."

, säuselte Adriana. Natürlich, Vara Selaris Vael hatte er das erste Mal auf Bastion gehört, als sie zu seiner Großmutter gezogen waren. Ein absoluter Klassiker.

,,Kael Reed, ein alter Bekannter und Geschäftspartner von mir."

, klärte Aren nun seine Verlobte auf, die bisher noch nicht direkt Kael vorgestellt worden war. Aren ließ kurz seinen Blick über die übrigen Anwesenden schweifen. Theranos schien äußerst fasziniert zu sein und besonders die übrigen Damen in der Runde hatte Kael wohl mit dieser kleinen Einlage um den Finger wickeln können, wie Aren mit einem Lächeln feststellte. Als er schließlich geendet hatte, stellte Aren sein Glas kurz zur Seite und stieg in den Applaus laut mit ein. Kael hatte sich damit noch mehr seinen Respekt verdient, als er ihn ohnehin schon hatte. Ging die weitere Gala so weiter, hätte er nichts dagegen einzuwenden gehabt. Ehrliche, natürliche Kunst und nicht irgendwas gestelztes und prätentiöses wollte er sehen, dass nur als Kunst bezeichnet wurde, weil es von einem halb verrückten erdacht worden war. Leider befürchtete Aren, dass der Großteil der Gala eher in zweitere Richtung tendieren würde. Er hatte lang genug sich in den höheren Gesellschaftsschichten bewegt, um diese Art von Veranstaltung einschätzen zu können. Aber was tat man nicht alles, um seiner Verlobten eine Freude zu bereiten.

Kaum hatte die Musik geendet begannen allerorts wieder kleinere Gespräche. Ihre ursprünglich große Gruppe hatte sich mittlerweile in drei kleinere aufgeteilt. Theranos und Andrim saßen an der Bar, er, Agustin und ihre Begleiterinnen standen nur knapp vor ihnen und dann hatte sich noch eine Gruppe um Kael gebildet mit dem Rest, der ihm nun eifrig zu gratulieren schien. Agustin nutzte die Chance, um auf seinen Kommentar bezüglich der Verschiebungen der territorialen Aufteilung seines Sektors einzugehen. Man musste Agustin nicht erklären, was das für Implikationen nach sich zog, er schaltete sofort. Allerdings bemerkte auch er, dass sich dieser Ort kaum anbot, um tiefer ins Detail zu gehen, woraufhin Aren nur nickte.


,,Du hast recht, mit allem was du sagst. Es gibt wohl auch einfach zu viel zu erwähnen, um dem hier gerecht zu werden. Ein kleiner Zusatz sei mir aber noch gestattet; die Fourb-Gruppe ist gerade an Verhandlungen auf Iridonia zur Beteiligung an einem größeren Projekt beteiligt. Ich habe mich selbst dafür stark gemacht. Wenn alles so verläuft, wie ich es plane, verbessert dies unsere Situation weiter immens."

Obwohl er bewusst sehr nebulös geworden war und um ihn herum niemand stand, der hätte zuhören können, hatte Aren seine Stimme gesenkt. Er griff erneut zu seinem Glas und nippte kurz.

,,Aber was man so hört, verändert sich ja nicht nur im Prefsbelt-Sektor so einiges. Du musst mir auch mal erzählen, sobald sich der passende Moment ergibt, wie die Ordnung deiner Angelegenheiten voranschreitet."

So sehr er diese leicht konspirative Grundstimmung auch liebte, war dies doch kaum der richtige Ort oder Augenblick. Im Imperium hatte alles Ohren und es half auch zudem nichts, solche bedeutenden Themen jetzt schnell übers Knie brechen zu wollen. Soetwas musste in Ruhe und mit Konzentration besprochen werden. Nicht in einer Bar, an der sich immer wieder jemand neues an den Flügel schwang oder ständig ein neuer Faux Pas ereignete. Apropos, sein Blick musste unweigerlich wieder in Richtung der Gouverneurin und des frisch ernannten Gouverneurs von Prefsbelt schweifen. Er konnte den Mann noch nicht richtig einschätzen, aber er wusste soviel, dass er auf dem gesellschaftlichen Parkett noch nicht zu hundertprozent Zuhause war. Umso überraschender, dass der Ausrutscher nun diesemal nicht von ihm kam, sondern von der Gouverneurin, die sich ganz wie eine Zoologin gegenüber einem Ranggleichen Mitglied der Verwaltung gab. Vielleicht war es Arens ohnehin sehr skeptischer Blick auf die Humanozentrischen Bilder des Imperiums, aber gegen die Art, wie die Gouverneurin nun einen Gouverneur seines Sektors fast schon wie ein Tier, das besonders interessant und studierenswert auf dessen Gehör ansprach, hatte er doch etwas einzuwenden. Als sich dann auch Agustin einschaltete und auch nochmals Aren den vorherigen Zwischenfall zwischen ihr und Theranos ins Gedächtnis rief, nickte Aren. Vielleicht hätte er bereits vorher tätig werden müssen.

,,Eine durchaus ... selbstbewusste Erscheinung. Hoffen wir mal, dass Sie diesmal nicht zu sehr ihren Rang überschätzt."

Kurz blickte er noch in die Richtung der Gruppe, bevor er sich entschied, zumindest in Anfängen tätig zu werden.

,,Gebt mir bitte einen Moment."

Er löste sich mit einem Lächeln aus der Gruppe, drehte sich um und stand damit quasi direkt in dem Gespräch von Andrim und Theranos. Beinahe freundschaftlich legte er Theranos seine Hand auf die Schulter, dass ja kein anderer Eindruck aufkam, als dass es sich hier um ein freundschaftliches, nettes Gespräch handelte.

,,Captain Andrim, entschuldigen Sie, dass ich mich hier einhake, ich brauche nur eine Sekunde mit unserem Sektor Adjutanten."

Er beugte sich zu dessen Ohr vor, sodass Andrim nicht direkt zuhören konnte und versuchte auch seinen Ton entsprechend neutral zu halten, dass selbst daraus der Captain nichts schließen konnte. Die allgemeine Lautstärke, die in einem Etablissement wie dem diesen herrschte, begünstigte seine Mission dabei sehr.

,,Zesh, ich möchte keineswegs zu harsch klingen, aber vergessen Sie nicht, dass Sie Sektor Adjutant des Prefsbelt-Sektors sind und dessen Würde repräsentieren. Ein Faux Pas wie gerade mit der Gouverneurin kann passieren, aber sie ist eine frisch ernannte Gouverneurin, die keinerlei Erfolge vorzuweisen hat, außer in die richtige Familie geboren zu sein. Sie sind Sektor Adjutant, stehen klar in der Hierarchie über ihr und haben sich diesen Titel auch durchaus verdient. Katzbuckeln Sie also nicht zu sehr vor einer Frau, die meint sie wegen eines kleinen Fehler vor versammelter Mannschaft nieder zu machen."

Nach außen lächelte er weiterhin, nichts deutete daraufhin, dass dies ein ernstes Gespräch war. Und er versuchte Theranos auch keineswegs zu sehr an die Wand zu stellen und hatte sich Mühe gegeben zu betonen, dass er schon viel geleistet hatte, um dies hier nicht wie eine Abmahnung erscheinen zu lassen, sondern eher wie einen ... freundschaftlichen Hinweis.

,,Und behalten Sie T'rsop im Auge. Der Mann ist einzig und allein aufgrund ihrer Empfehlung Gouverneur. Wenn die Dame meint, hier die Hobby-Ethnologin zu geben, wirft das ein entsprechendes Licht auf sie, aber wenn T'rsop einen Ausfall hinlegt, statten Sie mir schneller einen Gegenbesuch auf Yaga-Minor ab, als sie sich wünschen."

Diese Ansage war nun etwas deutlicher. Theanos musste sich im klaren sein, was es hieß, für jemanden die Hand ins Feuer zu legen. Wenn diese Person nicht lieferte, verbrannte man sich. Aren selbst hatte - noch - kein Interesse, sich selbst einzumischen. Zum einen war dies doch eine gute Möglichkeit zu sehen, wie sich Theranos in einer solchen Situation schlug, mit der erweiterten Verantwortung umging. Zum anderen; wie hätte es gewirkt wenn er als Moff sich jetzt dort direkt einmischte und damit den Eindruck vermittelte, er vertraue seinem Team nicht oder dieses könne Situationen nicht alleine händeln. Die Situation sollte außerdem nicht zu heiß gekocht werden, nicht heute Abend. Es setzte sich aber doch mehr und mehr das Bild einer Verwalterin vor seinem geistigen Auge zusammen, die kaum informiert war über das, was in benachbarten Sektoren geschah, die ihren Adel über die Hierarchien des Imperiums zu stellen schien und die noch dazu ein wenig zu sehr der Ethnophobie erliegen war.

[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kael Reed, Lilivienne d'Oridin, Alizée, Kal Andrim, Agustin Prada, Abella Sorovkin, Dr. T'rsop, Adriana Figg
 
| Innerer Rand | Truuine | Moraband | Unweit des Praxeum | Bar |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Agustin Prada, Kal Andrim, T´rsop und Theranos Zesh, (NPC´s Majordomus Alizée, Lady Adriana Figg, Abella Sorovkin sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil


Theranos wartete noch auf die Antwort von Kal, als er eine Hand auf seiner Schulter spürte und sich Aren unmittelbar neben ihnen bemerkbar machte.

Theranos wandte den Kopf leicht in Richtung des Moffs. Für den Bruchteil eines Augenblicks lag etwas Überraschung in seinem Blick. Er hatte nicht damit gerechnet, dass Aren ihr Gespräch unterbrechen würde, da er ja gerade noch einen Augenblick zuvor mit Agustin gesprochen hatte.

Noch weniger damit, dass dieser ihn unmittelbar darauf so deutlich auf die vorangegangene Situation mit Lilivienne ansprechen würde.
Die Überraschung verschwand jedoch beinahe ebenso schnell, wie sie gekommen war und Theranos hörte schweigend zu.

Je länger Aren sprach, desto klarer wurde ihm auch, worauf er eigentlich hinaus wollte. Es ging weniger um den bloßen Fauxpas als um die Wirkung, die Theranos in seiner neuen Stellung nach außen vermittelte. Er war nicht länger lediglich der Gouverneur einer einzelnen Welt. Seine Worte, sein Auftreten und inzwischen selbst seine gesellschaftlichen Fehltritte in welcher Hinsicht, würden zwangsläufig auch als Ausdruck der Verwaltung von Aren wahrgenommen.
Diesen Gedanken verstand Theranos durchaus. In einem anderen Punkt teilte er Arens Einschätzung allerdings nicht vollständig.

Als der Moff geendet hatte, hielt Theranos dessen Blick ruhig und respektvoll stand. Weder Verteidigungshaltung noch Ärger lagen in seinem Gesicht. Lediglich jene konzentrierte Ernsthaftigkeit, mit der er gewöhnlich auftrat, wenn ihm ein Thema wichtig war.
„Moff Vayliuar, mir ist bewusst, dass ich nicht ausschließlich für mich selbst auftrete, sondern auch die Würde und Autorität des Prefsbelt-Sektors dessen Verwaltung repräsentiere.“

Seine Stimme blieb bewusst leise, dass sonst niemand andere mithören konnte und versuchte trotzdem das ganze mit einem kleinen Lächeln zu sagen, das sollte jemand ihr Gespräch beäugen, es sich nach einem normalen und entspannten Gespräch aussah.
„Und grundsätzlich verstehe ich vollkommen, worauf Sie hinauswollen. Ein Fauxpas kann passieren. Entscheidend ist natürlich, wie man anschließend damit umgeht.“

Theranos warf einen ganz kurzen Blick in Richtung Liliviennes Gruppe, ehe seine Aufmerksamkeit wieder vollständig Aren galt.
„In diesem Punkt unterscheiden sich unsere Einschätzungen womöglich minimal. Ich persönlich habe meine Reaktion nicht als Unterwerfung empfunden. Ich hatte eine persönliche Grenze überschritten, wenn auch unbeabsichtigt, und hielt deshalb eine höfliche Entschuldigung für angemessen.“

Ein kaum sichtbares aber ehrliches Lächeln zuckte über seine Lippen.
„Eine Kränkung wird meines Erachtens nicht dadurch bedeutungsloser, dass derjenige, der sie verursacht hat, einen höheren Rang trägt.“

Gerade darin lag für Theranos ein nicht unwesentlicher Teil jener Würde, von der Aren gesprochen hatte. Rang bedeutete Autorität. Doch Autorität verlor in seinen Augen eher an Wert, wenn man sie benötigte, um gewöhnliche Höflichkeit für überflüssig zu erklären.
„Im Gegenteil. Gerade von einem hohen Beamten und Würdenträger würde ich erwarten, dass er sich nicht darauf berufen muss, um über seinem Gegenüber zu stehen. Ein knappes Eingeständnis eines eigenen Fehlers und eine höfliche Entschuldigung zeigt Charakter und erscheinen mir wesentlich angemessener, als die Hierarchie hervorzukehren, nur um das eigene Gesicht zu wahren. Denn gerade wir imperiale Beamte, die im Zentrum vieler Ereignisse stehen, sollten als beispielhaftes Vorbild für Werte, Anstand, Etikette, Moral und Ethik stehen."

Theranos hielt einen Moment inne. Er wollte auf keinen Fall den Eindruck erwecken, Aren belehren zu wollen. Schon gar nicht hier. Dennoch wollte Theranos seinen Standpunkt höflich und freundlich klarstellen und nicht einfach klein beigeben, denn wie Aren bereits gesagt hatte, war er ja Sektoradjutant und habe dementsprechend zu handeln. In Theranos Augen war das auch seine Prinzipien und seinen Standpunkt höflich, aber bestimmt zu Vertreten, auch wenn es gegenüber seinem hoch geschätzten Vorgesetzten war, bei dem sich Theranos sicher war das dieser seine Antwort nicht negativ aufnehmen würde.
„Das heißt allerdings nicht, dass ich Ihren Hinweis zurückweise, das auf keinen Fall.“

Nun neigte er den Kopf leicht.
„Wenn meine Entschuldigung von außen nach, wie Sie sagen, Katzbuckeln gewirkt hat, nehme ich das ernst und werde mir das zu Herzen nehmen, denn das war nicht meine Absicht. Ich werde nun noch mehr darauf achten, künftig klarer zwischen angemessener und übertriebener Höflichkeit und zu unterscheiden.“

Mehr musste dazu in seinen Augen nicht gesagt werden.
Aren hatte seinen Standpunkt deutlich gemacht und Theranos hatte den Kern seiner Aussage verstanden. Dass beide Männer nicht jede gesellschaftliche Situation vollkommen identisch bewerteten, erschien ihm weder problematisch noch überraschend.
Im Gegenteil. Wenn Aren einen Sectoradjutanten gewollt hätte, der lediglich jede seiner Ansichten wiederholte und eine eins zu eins Kopie von Aren gewesen wäre, hätte er sich kaum für Theranos entschieden.

Die zweite Bemerkung des Moffs traf einen anderen Punkt.
T’rsop.
Theranos' Blick wanderte unwillkürlich zu der kleinen Gruppe bei den Musikern. Sein Freund befand sich mittlerweile mitten in einem Gespräch mit Lilivienne, Alizée und Kael und wirkte dabei – zumindest aus dieser Entfernung – noch immer ausgesprochen zufrieden mit sich und der Welt.

Bei Arens Ankündigung eines möglicherweise sehr schnellen Gegenbesuchs auf Yaga Minor hob Theranos leicht eine Augenbraue.
Nicht aus Angst. Eher, weil ihm sehr bewusst war, wie ernst Aren diesen Teil meinte.

Er hatte T’rsop empfohlen. Nicht beiläufig, sondern mit voller Überzeugung. Damit hatte Theranos tatsächlich einen Teil seines eigenen politischen Kapitals auf dessen Schultern gelegt. Sollte T’rsop scheitern, würde niemand ernsthaft behaupten können, Theranos habe damit nichts zu tun.
Das wusste er und er hatte die Empfehlung trotzdem ausgesprochen.
„Was Gouverneur T’rsop betrifft, bin ich mir dieser Verantwortung vollkommen bewusst und ich bin ich weiterhin davon überzeugt, dass er die richtige Wahl war.“

Ein kurzes Schmunzeln erschien auf seinem Gesicht. Sein Blick wanderte erneut in Richtung des Pau’aners.
T’rsop war brillant, gebildet, manchmal geradezu erschreckend analytisch und gesellschaftlich gelegentlich mit ungefähr derselben Feinfühligkeit gesegnet wie ein abstürzender Frachter.
Theranos wusste das sehr genau, dennoch war er sich sicher, dass der Pauner genug Gespür hatte, niemanden auf die Füße zu treten, wenn er das wirklich nicht wollte.

Ja, der Pau’ner war kein Freund von Etikette und, wie er es betitelte, unnötigen Smalltalk. Aber was für Theranos wichtig war, er konnte es und hatte oft seine lyrische Kompetenz oft genug in Meetings oder öffentlichen Diskussionen als Berater unter Beweis gestellt. Somit war sich Theranos sicher, dass sein Freund und Gouverneur nichts tun würde, was ihm selbst oder Theranos schaden würde, wenn es darauf ankam.

“Da ich generell nicht vorhabe, Ihnen einen negativ begründeten Gegenbesuch auf Yaga Minor abzustatten, werde ich mich darum kümmern, Moff Vayliuar.“

Damit war auch dieser Punkt für ihn geklärt.



Theranos ließ für einen Augenblick die Anspannung aus seinen Schultern weichen und sah Aren anschließend mit einem deutlich wärmeren Ausdruck an, damit dieser wusste, dass Theranos das Gespräch in keiner Form negativ oder unnötig belehrend aufgefasst hatte. „Ich bedanke mich für den Hinweise trotz unserer leicht unterschiedlichen Einschätzung und hoffe sie nehme mir meine nicht übel nehmen.“

Diesmal fiel seine Geste wesentlich kleiner aus. Ein kurzes, respektvolles Neigen des Kopfes, nicht mehr.
Dass Aren sich überhaupt die Mühe machte, ihn beiseitezunehmen, statt den Vorgang einfach zu registrieren und irgendwann in irgendeiner nüchternen Leistungsbeurteilung wieder hervorzuholen, wertete Theranos eher als Zeichen des Vertrauens denn als nur der Kritik.

Er ließ seinen Blick einen Moment zu Agustin und den beiden Frauen hinüberwandern und anschließend zurück zu Kal.
Dann fiel ihm wieder ein, weshalb er ursprünglich überhaupt hier an der Bar saß.
„Da Sie nun ohnehin gerade hier stehen…“

Ein leichtes Lächeln kehrte auf sein Gesicht zurück.
„Wollen Sie Ihr Gespräch mit Moff Prada zunächst zu Ende führen? Oder haben Sie einen Moment bezüglich meines kleinen WSB-Vorhaben, über das wir auf dem Weg von Prefsbelt IV hierher bereits einmal kurz besprochen hatte?“

Theranos deutete unauffällig mit seinem Glas in Richtung Kal.
„Ich war gerade dabei, herauszufinden, ob wir unser Fliegerass zumindest vorübergehend dafür gewinnen können.“

Er sah kurz zu Kal und anschließend wieder Aren an.
„Das war übrigens einer der Gründe, weshalb ich heute ursprünglich zuerst mit Ihnen und anschließend mit ihm sprechen wollte.“

Ein Hauch trockener Belustigung lag nun wieder in seiner Stimme.
„Bevor aus unserem ruhigen Getränk eine kleine Zusammenkunft der halben imperialen Verwaltung wurde.“

Sein Blick wanderte kurz durch den Raum.
„Sagen Sie mir einfach, wann Sie das Thema in Ruhe besprechen möchten. Bis dahin werde ich versuchen, Captain Andrim von meiner Idee zu überzeugen, ohne Ihm davon etwas zu verraten, was er nicht wissen sollte versteht sich..“

Dann sah er noch einmal hinüber zu T’rsop.
Der Pau’aner stand weiterhin mitten in seiner Gesprächsrunde.
„Und Gouverneur T’rsop im Auge behalten.“

Dann wandte er sich wieder etwas zu Kal, wobei er Aren selbstverständlich die Möglichkeit ließ, entweder zu seinem Gespräch mit Agustin zurückzukehren oder noch einen Moment bei ihnen zu bleiben.


| Innerer Rand | Truuine | Moraband | Unweit des Praxeum | Bar |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Agustin Prada, Kal Andrim, T´rsop und Theranos Zesh, (NPC´s Majordomus Alizée, Lady Adriana Figg, Abella Sorovkin sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil
 
Zuletzt bearbeitet:
Statt üblichen geschlechtsspezifischen Pronomen, werden in diesem Post experimentell geschlechtsneutrale Neopronomen verwendet. „Hen“ ist zu lesen wie „er/sie“ (Nominativ & Akkusativ). „Hens“ ist zu lesen wie „ihr/sein“ (Genitiv). „Hem“ ist Dativ. Beispiel: „Dies ist Ridley Solaris. Hen ist imperialer Gouverneur und hens Planet heißt Truuine. Legat Talzin ist hem zu Diensten.“ Von Außen spielt Ridley eine Person mit er/sein Pronomen vor, um im chauvinistischen Imperium nicht benachteiligt zu werden.
[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Norpolarkreis / Moraband / Regierungspalast / Konferenzraum ] Ridley und Vorn (über Holo), sowie (NPCs) Mata und Legat Di Ghuta

Ridley registrierte die gewohnt einsilbige Antwort des Akolythen nur am Rande. Es war die angemessene Erwiderung, mit der Meri sich als nützlicheres Werkzeug als sein haariger Kollege outete. Er hatte verstanden, was er tun sollte, und das war alles, was Ridley brauchte. Qowrow würde schon sehr bald kinetisch mit den Konsequenzen seines Verrats konfrontiert werden und dann hoffentlich langsam und schmerzhaft verrecken. Nicht durch Ridleys Hände, wohlgemerkt. Die würden durch Vorns Aktion dementierbar sauber bleiben.

Dass Rivalen sich gegenseitig umbrachten, kam eben vor. Tragisch.

Nachdem hen die Verbindung beendet hatte, wandte sich Ridley zu Mata und Di Ghuta um, die geduldig abgewartet hatten. In knappen Worten umriss Ridley die Situation Quiver und beantwortete auch ein paar Rückfragen. Anschließend machte hen sich wieder auf den Weg.

Kurz erwog Ridley sich doch noch zur Gesellschaft in der Bar zu gesellen, entschied sich dann jedoch dagegen. Hen hatte zu tun. Morgen war auch noch ein Tag und eigentlich war es ja genau Sinn der Sache, auf der Gala selbst Kontakte zu knüpfen.

Hens Weg führte hen nach unten, zum Eingang des Regierungspalastes, wo ein Gleiter bereits auf hen wartete. Normalerweise wäre hen die paar Schritte zum Praxeum auch gelaufen, doch war keine Zeit fürs Flanieren, wenn schon keine Zeit zum Schlafen war.

Zurück im Praxeum galt Ridleys erster Weg der Bibliothek. Es war der beste Ort, von wo aus hen weiterarbeiten konnte. Jetzt, da das Gouverneursbüro verwüstet war zumindest. Und hen bewahrte ja auch hens Zugangsmöglichkeiten zu den Systemen des Sithordens hier auf, welche Ridley nun direkt als erstes brauchte.

Vorn Aphadon Meri ganz offiziell als hens Schüler einzutragen war am Ende gar nicht mal so kompliziert. Die Bürokratie des Ordens verlangte seinen Namen und noch einige weitere biometrische Identifikatoren, aber hens Verwaltung ja sowieso auch von Haus aus gespeichert hatte. Entsprechend tippte hen sich beinahe in Rekordzeit durch die Menüs und lehnte sich anschießend wieder einigermaßen zufrieden in hens Schreibtischstuhl zurück. Vorn würde Quiver hem nicht auf dieselbe Weise abspenstig machen wie den Wookiee. Und wenn sie es doch tat, würde kein Hahn danach krähen, wenn Ridley wenigstens dessen Innerstes in einen roten Nebel verwandelte.

Mit diesem Schritt war dieser Notfall dann auch wirklich für den Moment bearbeitet. Eine Holokarte zeigte an, wie Vorns kleiner Punkt sich langsam, aber sicher dem Qowrows näherte, der irgendwo weit draußen im südpolaren Eis zum Stillstand gekommen war. Für den Moment brachte es nichts dem untätig zuzuschauen, weswegen Ridley sich mit einem Seufzen das nächste Thema vornahm.

Der detaillierte Bericht über die heutigen Militäraktionen am Bunkerhügel T/02 lag vor. Es war nicht so, dass Ridley micromanagen wollte, doch war es hem wichtig die Entwicklungen zu verfolgen, auch wenn hen die eigentliche Planung natürlich Legat Di Ghuta überließ. Und die Akolythen – verdammt noch eins, Vorn! – war ja dort auch involviert gewesen. Da musste hen schlicht ein Auge drauf haben.

Insgesamt war der Tag wenigstens an dieser Front nach Plan verlaufen. Minimale Verluste und lobende Worte über Vorn – das Ridley das nochmal erleben durfte! Besonders ins Auge stach hem dabei jedoch der Name Cestus Varro. Der Major des Skybridge Bataillon hatte sich nach ihrem Sieg an der Eiswand, ohne zu zögern und fast ohne Pause direkt in die nächste Schlacht gestürzt. Sein Führungsstil schien still, aber effektiv, ohne größeres Ego und Problemen mit anderen Truppengattungen, wie den Planetaren Sicherheitskräften, Lieutenant Karveks Storm Commandos, oder sogar Vorn.

Wenn Ridley so seine Akte studierte, verstand hen auch warum.

Ein Offizier, der zuletzt während des Imperialen Bruderkriegs in der Armee gedient hatte. Keiner der der nach Glanz und Gloria strebte, sondern stattdessen nach Kompetenz und Weiterbildung. Besonders ins Auge stachen Ridley dabei die Erfahrung im Personenschutz und die amphibische Ausbildung. Alles in allem las er sich wie der perfekte Kandidat, um die Lücke zu füllen, die Lieutenant Karveks Versetzung und Command Sergeant Akwaakes Verwundung in hens Garde gerissen hatten.

Natürlich konnte Ridley auch einfach darauf warten, dass ein frischer Befehlshaber für hens Garde nach Truuine versetzt werden würde. Oder darauf, dass die Pole des Planeten spontan abschmolzen. So wie es um Ridleys Verhältnis zu Moff Ranganathan stand, konnte hen froh sein überhaupt einen Frischling wie Aldor Karvek zu bekommen. Sicher, der Lieutenant hatte sich als äußerst kompetent erwiesen, aber erst nachdem Ridley selbst seine Weiterbildung zum Aquatrooper finanziert hatte. Da der Moff sich jedoch sogar schon seit geraumer Zeit dagegen sträubte auch nur die Systemverteidigung auf ein angemessenes Maß Schiffe hochzustufen, würde Ridley von Glück reden zu können einen weiß angemalten Backstein zu erhalten. Ganz zu schweigen von einem Offizier aus Fleisch und Blut.

Nein, wenn Ridley einen kompetent geführten Zug Aquatrooper unter hens Kontrolle haben wollte, dann musste hen selbst dafür sorgen einen fähigen Offizier zu finden. Und Cestus Varro erschien hem wie der perfekte Kandidat dafür – sofern hen ihn davon überzeugen konnte die Streitkräfte zu wechseln und dafür ein paar Ränge abzusteigen.

Mit einem dünnen Lächeln schrieb hem dem Mann ein Memo, das ihn zum Frühstücksbrunch im Truuines Fruchtkorb in Osicia einlud.

Möglichst früh, hen hatte ja morgen auch noch eine Gala auszurichten.


[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Norpolarkreis / Moraband / Praxeum / Bibliothek ] Ridley
 
[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kael Reed, Lilivienne d'Oridin, Alizée, Kal Andrim, Agustin Prada, Abella Sorovkin, Dr. T'rsop, Adriana Figg

Fast überrascht blickte Aren den frisch beförderten Sektor Adjutanten an, als dieser zu einem kleinen Vortrag ausholte, wieso er so gehandelt hatte, wie er gehandelt hatte. Vielleicht lag es an Arens militärischer Prägung, doch in manchen Situation bedurfte es für ihn keinerlei Erklärung, sondern eines einfach "Jawohl, Sir". Seine Vorgesetzten von damals - und sein Vater wohl genau so - hätten Theranos einfach unterbrochen. Doch Aren hörte zu und ließ den Mann ausreden. An dem, was er sagte, hatte Aren im Kern nichts auszusetzen, doch änderte es kaum etwas an der Tatsache als solcher. Eine Entschuldigung konnte man auch durchaus mit vorgestreckter Brust vortragen, ohne sich vor einer gekränkten Adeligen zurückzuziehen. Als Theranos geendet hatte, blickte ihm Aren ernst in die Augen und für einen kurzen Augenblick verschwand das Lächeln aus seinem Gesicht.

,,Sie wissen, dass ich ein Mann bin der Meinungen schätzt, dem man jederzeit seine Perspektive und Idee vorbringen kann, auch, wenn diese sich nicht mit der meinen völlig überschneidet."

Aren blieb nach wie vor leise und nippte an seinem Cognac. Er wollte nur dem frisch beförderten den Standpunkt klar machen. Er war noch recht neu in diesem Geschäft, Aren mittlerweile fast ein alter Hase. Eine Szene sollte hier aber keinesfalls entstehen, noch sollte sich Zesh erneut bloßgestellt vorkommen.

,,Aber es gibt durchaus Momente, in denen ich Dinge nicht zur Diskussion stelle oder mir die verschiedenen Seiten in Ruhe anhören möchte. Und wenn ein ranghoher Verwalter und enger Freund mir gegenüber erwähnt, dass die Szene gerade ... befremdlich wirkte und mich damit in meiner Ansicht nur noch bestärkt, dann ist das genau so eine Situation. Dann möchte ich nur hören, dass das Verhalten geändert und angepasst wird. Keine Erklärungen, nur ein "Verstanden"."

Er blickte Theranos mit Nachdruck in die Augen. Seine Stimme war ernst, ohne dabei zu hart oder harsch zu klingen. Aren wollte Theranos nicht bloßstellen oder ihn zur Sau machen, keineswegs, aber gewisse Dinge mussten sitzen, über gewisse Dinge wollte er nicht diskutieren. Aren war nicht Moff geworden, weil er alles totdebattierte und sich so lange Meinungen anhörte, bis die konkrete Situation Monate in der Vergangenheit lag. Er war Moff geworden, weil er gut war in dem was er tat und weil er gerade im Umgang auf dem gesellschaftlichen Parkett bewandert war. Diesem Fachwissen konnte man auch einfach folgen.
Im Hinblick auf T'rsop schien er sofort deutlich stärker einzulenken, was sofort auch dazu führte, dass Aren auch ein wenig abkühlen konnte.


,,Es lag nicht in meinem Interesse anzudeuten, dass er die falsche Wahl gewesen sei. Doch wenn mir mit Kommentaren begegnet würde, die mich wie ein interessantes Objekt eine Xenologie-Ausstellung wirken lassen, könnte ich verstehen, dass man dies nicht gelassen nimmt. Aber so sehr ich es auch verstehen könnte, würde es doch einen schlechten Eindruck auf den Sektor werfen. Ich vertraue ihrer Einschätzung gänzlich, achten Sie nur ein wenig auf ihren Freund."

Aren musste sich eingestehen, dass ihm der zukünftige Gouverneur von Prefsbelt noch immer ein wenig suspekt war. Er hatte zwar auf dem Flug nach Truuine und beim Studium der Akte des damaligen Beraters durchaus gemerkt, dass der Mann fähig und durchaus zu einigem in der Lage war, doch auf einer persönlichen Ebene war der Pau'aner immer noch schwer greifbar für ihn. Deshalb vertraute er auch dem neuen Sektor Adjutanten, der den Mann schon länger kannte und wohl deutlich besser einzuschätzen wusste, wie mit ihm umzugehen war.

Er atmete tief durch. Kurz schnitt Theranos noch ein neues Gesprächsthema, betreffend den noch immer wartenden Captain an. Aren nickte aufmerksam und hörte den Worten des Sektor Adjutanten zu. Das WSB-Vorhaben war ein Vorhaben von Zesh, in welchem Aren einen kleinen Testlauf für den frisch Beförderten sah und dementsprechend nicht zu früh eingreifen wollte. Und Andrim schien ihm durchaus ein fähiger Mann zu sein, auch abseits seines großen Namens.


,,Bitte, tasten Sie sich vor, meinen Segen haben Sie. Vielleicht ergibt sich ja am Rande der Gala mal ein Moment der Ruhe, oder sonst während eines kleines Absackers danach, falls dieser nicht erneut aus dem Ruder läuft."

Kurz lächelte Aren auf, versuchte dem Mann zu zeigen, dass die Ansage von gerade zwar nach wie von Bedeutung war, aber keineswegs das grundlegende Vertrauen schmälerte, auf dessen Grundlage Aren Theranos in diesen Posten befördert hatte.

,,Fühlen Sie sich in der Konzeptionierung des WSB-Vorhabens frei und greifen Sie auf die Personalien zurück, die sie für nötig halten. Ich stehe Ihnen in einem ruhigeren Moment natürlich mit Rat und Tat zur Seite, aber sehen Sie das Ganze als einen Testlauf, sich selbst in dem neuen Amt auszuprobieren, aber auch zu beweisen."

Aren klopfte Theranos zuversichtlich auf die Schulter und erhob sich dann wieder ein wenig, blickte erneut zu Andrim und prostete diesem erneut zu.

,,Die Verwaltung ist ärgerlicherweise ein Geschäft, das nie so wirklich schläft. Ich hoffe, Sie verzeihen mir die kurze Störung."

Nach einem weiteren Schluck bewegte er sich wieder zurück zu seiner alten Gruppe und wirkte nun deutlich entspannter, als er diese zuvor noch verlassen hatte.

[ Innerer Rand | Manaan-Sektor | Truuine | Moraband | Bar in der Nähe des Praxeums] - Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kael Reed, Lilivienne d'Oridin, Alizée, Kal Andrim, Agustin Prada, Abella Sorovkin, Dr. T'rsop, Adriana Figg
 
| Innerer Rand | Truuine | Moraband | Unweit des Praxeum | Bar |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Agustin Prada, Kal Andrim, T´rsop und Theranos Zesh, (NPC´s Majordomus Alizée, Lady Adriana Figg, Abella Sorovkin sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil



Theranos erwiderte Arens ernsten Blick und schwieg.

Die Worte des Moffs waren eindeutig genug gewesen, dass jede weitere Erklärung genau das Gegenteil dessen bewirkt hätte, was Theranos mit seiner vorherigen Antwort eigentlich hatte ausdrücken wollen.

Aren hatte seine Meinung nicht grundsätzlich zurückgewiesen. Er hatte Theranos vielmehr eine Grenze aufgezeigt, die dieser in seiner aktuellen Stellung offensichtlich noch lernen musste. Es gab Momente, in denen sein Vorgesetzter ausdrücklich an seiner Einschätzung interessiert war, und es gab Momente, in denen Aren eine Entscheidung getroffen hatte und lediglich erwartete, dass diese verstanden und umgesetzt wurde.

Nicht, weil seine eigene Einschätzung der vorangegangenen Situation dadurch plötzlich verschwunden wäre. Noch immer empfand er eine angemessene Entschuldigung nicht als Schwäche und würde vermutlich auch morgen nicht grundsätzlich anders darüber denken. Aber darum ging es inzwischen überhaupt nicht mehr.

Theranos führte sehr gern einen Diskurs, um die Meinung und Blickwinkel anderer zu betrachten. Dabei war es ihm im Grunde egal, ob es sich hier um einen Clerk, Offizier oder eben Moff handelte. Grundsätzlich jeder Austausch würde, so dachte Theranos, sich ihn sicher in irgendeiner Form weiterbringen. Sei es Bestätigung seiner Ansicht, Blickwinkel auf einen anderen oder eine andere Sicht auf seinen eigenen Blickwinkel.

Aber Theranos war dennoch auch ein Freund von Regeln, Grenzen und oder Befehlen. Sie gaben dem Leben und der Galaxis Struktur, Ordnung und eine Richtung. Keinen wirklichen Raum für Interpretation oder sonstiges und hier hatte Aren ihm gerade als Moff und Vorgesetzter eine Erwartung bzw. eine Order an das Auftreten seines Sector Adjutanten mitgeteilt.

Theranos neigte deshalb lediglich einmal knapp den Kopf.

„Verstanden, Moff Vayliuar.“

Nicht mehr. Er würde es nicht wagen, sich festgelegten Befehlen oder Anordnungen seines Vorgesetzten zu widersetzen, denn dies würde Theranos Prinzipien verstoßen.

Damit war die Sache entschieden.


Bei T’rsop fiel Arens Ton bereits merklich milder aus. Theranos folgte dessen Blick kurz hinüber zu seinem Freund und nickte erneut.

„Selbstverständlich. Ich werde darauf achten.“

Auch dabei beließ er es.

Als Aren anschließend jedoch auf das WSB-Vorhaben einging, veränderte sich Theranos' Aufmerksamkeit merklich. Dass der Moff ihm nicht nur grundsätzlich seinen Segen erteilte, sondern ihm weitgehend freie Hand ließ, war eine wesentlich größere Aussage, als die wenigen Worte zunächst vermuten ließen.

Theranos hatte in der Vergangenheit bereits Verantwortung getragen. Er hatte einen Planeten verwaltet, wirtschaftliche Projekte begleitet und politische Entscheidungen getroffen, deren Auswirkungen Millionen von Lebewesen betroffen hatten. Dennoch war dies etwas anderes.

Das WSB würde eines der ersten Vorhaben sein, das er nicht mehr als Gouverneur einer einzelnen Welt, sondern aus seiner neuen sektoralen Perspektive heraus entwickelte.

Und Aren hatte gerade ziemlich unmissverständlich klargemacht, dass er dabei zunächst sehen wollte, was Theranos selbst daraus machte.
Ein Testlauf. Theranos gefiel dieser Gedanke.

Gleichzeitig war ihm vollkommen bewusst, was damit einherging. Wenn Aren ihm freie Hand l gab, konnte jemand einen Erfolg später ebenso wenig seinem Vorgesetzten zu schreiben, wie jemand einen Fehlschlag auf dessen Entscheidungen abwälzen konnte.

Es würde sein Projekt sein. Zumindest bis zu jenem Punkt, an dem der Moff selbst seine Unterschrift darunter setzen musste.
Ein leichtes, beinahe ehrgeiziges Lächeln trat auf Theranos' Gesicht.

„Das weiß ich zu schätzen. Vielen Dank, Moff Vayliuar.“

Bei Arens Bemerkung über einen möglichen Absacker nach der Gala wurde das Lächeln etwas breiter.

„Dann sollten wir das nächste mal vielleicht vorher eine maximale Teilnehmerzahl sowie den Ort festlegen, sowie die Gäste dezidiert aussuchen.“

Als Aren ihm schließlich noch einmal auf die Schulter klopfte und sich bei Kal für die Unterbrechung entschuldigte, hob Theranos sein Glas leicht zum Abschied und schmunzelte.

„Schlaf ist doch sowieso nur etwas lästiges und hindert uns nur daran die Galaxis effizienter so zu Formen wie es sich gehört. Und nein keine Störung....eine Bereicherung.“


Er wartete, bis der Moff einige Schritte gegangen war.
Das Gespräch war anders verlaufen, als Theranos erwartet hatte. Unangenehm empfand er es dennoch keineswegs. Eher aufschlussreich.

Er kannte Aren nun schon etwas und schätzte diesen sehr, denn er hätte es weit, weit schlimmer mit einem Vorgesetzten treffen können, aber sein Vater hatte Thernaos schon in der Vergangenheit versichert, dass Aren ein Mann war, auf dessen Wort verlass und dessen Person integer war.

Doch, gegenseitiger Respekt, Vertrauen und politische Zusammenarbeit waren etwas anderes als die unmittelbare dienstliche Beziehung zwischen einem Moff und seinem Sector Adjutanten. Theranos würde noch besser lernen müssen, wann Aren den Berater und Verwalter hören wollte, dessen eigene Ansichten er gerade wegen ihrer Eigenständigkeit schätzte, und wann der Moff schlicht eine Entscheidung getroffen hatte und Theranos diese dienstgetreu einfach durchführen sollte.

Offenbar hatte er dahingehend soeben seine erste Lektion erhalten. Damit konnte Theranos leben. Zumal Aren ihm unmittelbar danach ein ganzes Projekt praktisch in die Hände gelegt hatte.


Sein Blick kehrte zu Kal zurück.

Für einen kurzen Moment betrachtete Theranos den Captain schweigend, ehe er sein Whiskeyglas anhob und ein trockenes Schmunzeln über sein Gesicht wanderte.
„Nun, Captain Andrim.“

Er nahm einen kleinen Schluck.
„Wo waren wir stehen geblieben, bevor die Verwaltung beschlossen hat, uns daran zu erinnern, dass sie tatsächlich niemals schläft?“

Theranos stellte das Glas wieder auf dem Tresen ab und wandte sich Kal nun vollständig zu.
„Ach ja. Ich war gerade dabei, Ihnen eine temporäre Arbeit anzubieten.“

Das Schmunzeln blieb.
„Und wie Sie vermutlich am Schluss gerade gehört haben, habe ich dafür nun sogar offiziell freie Hand.“

Damit war zumindest eine Frage geklärt. Theranos lehnte einen Unterarm wieder locker auf die Theke.
„Also zurück zu meiner ursprünglichen Frage: Könnten Sie sich vorstellen, uns für eine begrenzte Zeit beim Aufbau und vor allem bei der Ausbildung der fliegenden Kräfte dieses Vorhabens zu unterstützen?“


| Innerer Rand | Truuine | Moraband | Unweit des Praxeum | Bar |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Agustin Prada, Kal Andrim, T´rsop und Theranos Zesh, (NPC´s Majordomus Alizée, Lady Adriana Figg, Abella Sorovkin sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil
 
[Truuine - Moraband - Unweit des Praxeums - Bar]
Agustin,
Abella, Aren, Theranos, Lilivienne, Alizée, Kael, Kal, T'rsop, Lady Adriana Figg und weitere Anwesende

Agustin wäre es vermutlich ziemlich gleichgültig gewesen, wenn sich dieses kleine Spielchen zwischen zwei vollkommen fremden Verwaltern abgespielt hätte. Reibereien gehörten zum politischen Alltag und wo ehrgeizige Persönlichkeiten aufeinandertrafen, entstanden zwangsläufig Spannungen. Mal begegnete einem eine Frau wie Lilivienne d'Oridin, die ihr Selbstbewusstsein offensiv nach außen trug und ganz offensichtlich daran gewöhnt war, dass andere ihre Stellung und ihren Namen entsprechend würdigten; mal ein Mann wie Theranos Zesh, der in einer unangenehmen Situation eher dazu neigte, einen Schritt zu weit zurückzuweichen, als den eigenen Rang mit derselben Selbstverständlichkeit in die Waagschale zu werfen. Agustin selbst war bereits zu Zeiten, in denen er noch weit unterhalb seiner heutigen Stellung gedient hatte, mit höherrangigen Verwaltern aneinandergeraten und hatte sich dabei selten sonderlich beeindruckt von Rangplaketen oder Familienstammbäumen gezeigt. Allerdings waren die damaligen Konflikte wenigstens um Dinge geführt worden, die seiner Ansicht nach tatsächlich eine Auseinandersetzung rechtfertigten, und nicht um irgendwelche gesellschaftlichen Lappalien in einer Bar.

Doch hier lag die Sache anders.
Zesh war kein beliebiger Sector Adjutant irgendeines weit entfernten Verwaltungsbezirks und dieser T'rsop kein Governor, dessen Probleme Agustin am nächsten Morgen bereits wieder vergessen konnte. Beide gehörten zum Machtapparat des Prefsbelt-Sektors und standen damit unmittelbar unter Aren. Wurde einer seiner hochrangigen Verwalter öffentlich klein gemacht oder einer seiner Gouverneure vor versammelter Gesellschaft zur kuriosen Erscheinung degradiert, fiel dies zwangsläufig auch auf den Moff zurück, der sie eingesetzt hatte. Und wo Aren getroffen wurde, berührte die Angelegenheit inzwischen beinahe automatisch auch Agustins eigene Interessen. Ihre Allianz war längst mehr als eine persönliche Freundschaft oder eine vorübergehende Zweckgemeinschaft zweier ehrgeiziger Verwalter. Gemeinsam hatten sie begonnen, die politischen und wirtschaftlichen Kräfteverhältnisse des imperialen Nordens zu ihren Gunsten zu verschieben, und Agustin gedachte nicht dabei zuzusehen, wie die Autorität seines wichtigsten Verbündeten durch irgendwelche Spielchen beschädigt wurde.

Der imperiale Norden sollte ihnen gehören. Nicht heute, nicht morgen und sicherlich nicht durch irgendeine offene Erklärung. Aber Schritt für Schritt. Und dafür durfte man sich nicht erlauben, dass andere die eigenen Leute wie Witzfiguren behandelten.

Abella schien der vergleichsweise abrupte Wechsel der Stimmung dagegen nicht entgangen zu sein. Vor wenigen Augenblicken hatte sie noch sichtlich Gefallen an
Reeds musikalischer Darbietung gefunden und gemeinsam mit Adriana einen Abend genießen können, der überraschend wenig mit den üblichen Verwaltungsangelegenheiten ihres Begleiters zu tun gehabt hatte. Nun genügte eine einzige Gouverneurin, um aus einer Kunstveranstaltung wieder eine Angelegenheit imperialer Hierarchien, Zuständigkeiten und verletzter Eitelkeiten zu machen. Die Corellianerin warf Agustin einen kurzen Blick zu, dessen Bedeutung der Bastioner nach inzwischen ausreichend gemeinsamer Zeit nicht mehr erklärt bekommen musste und wandte sich anschließend stärker Adriana zu. Offenbar hatte sie beschlossen, dass zwei Moffs, die damit begonnen hatten, die Rangordnung ihrer Umgebung zu analysieren, vorerst sich selbst überlassen werden konnten.

Agustin wiederum ließ
Aren nicht aus den Augen. Sein alter Freund hatte seine Bemerkung augenscheinlich nicht bloß als beiläufige Spitze verstanden. Nur wenige Augenblicke später löste er sich von ihrer kleinen Gruppe und trat zu Theranos hinüber. Nach außen gab die Szene erstaunlich wenig her. Eine Hand auf der Schulter des Sector Adjutanten, ein freundlicher Gesichtsausdruck und einige Worte, die selbst Agustin in der allgemeinen Geräuschkulisse nicht verstehen konnte. Ein vollkommen unbeteiligter Beobachter hätte darin vermutlich kaum mehr als einen kurzen Austausch zwischen Vorgesetztem und Untergebenem erkannt. Agustin aber kannte Aren besser. Das war keine Unterhaltung. Jedenfalls keine, deren Inhalt Zesh bei einem weiteren Glas Whiskey lachend zum Besten geben würde. Gleichzeitig musste Agustin seinem Partner zugestehen, dass dieser alles richtig machte. Einen hochrangigen Verwalter vor versammelter Gesellschaft zusammenzustauchen, weil ebenjener sich zuvor von einer Gouverneurin vor versammelter Gesellschaft hatte zusammenstauchen lassen und anschließend mehr oder weniger katzbuckelte, wäre eine bemerkenswert stumpfe Form der Problemlösung gewesen. Aren dagegen erinnerte seinen Mann offenbar an das Notwendige, ohne dabei dessen verbliebene Würde zu opfern.

Ein schmales, zufriedenes Lächeln trat auf Agustins Züge. Vielleicht hatte seine kleine Bemerkung tatsächlich genügt. Als
Aren schließlich wieder zu ihnen zurückkehrte, hob Agustin sein Whiskeyglas leicht in dessen Richtung. Die Geste fiel knapp aus, besaß bei ihm jedoch deutlich mehr Anerkennung, als irgendein überschwängliches Lob es vermocht hätte.

"Die Freuden der Personalführung..."

Bemerkte der Bastioner trocken. Sein Blick glitt für einen Augenblick noch einmal in Richtung
Theranos, ehe er einen kleinen Schluck nahm. Agustins Mundwinkel zuckten dann leicht nach oben.

"Wenn meine Adjutanten sich hier herumtummeln würden, müsste ich vermutlich ebenfalls ständig ein Auge auf sie haben."

Er ließ die Worte für einen Moment stehen und warf Aren einen amüsierten Seitenblick zu. Es war Abella, die nun doch wieder erheitert auflachte und dann das Wort erhob.

"Wie steht es denn nun um eure Hochzeitsvorbereitungen? Wann können wir mit einer Einladung rechnen?"

[Truuine - Moraband - Unweit des Praxeums - Bar]
Agustin,
Abella, Aren, Theranos, Lilivienne, Alizée, Kael, Kal, T'rsop, Lady Adriana Figg und weitere Anwesende
 
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Der Abend wurde tatsächlich recht amüsant. Alles begann mit einem überraschenden Fehltritt von Theranos Zesh. Ein aus dem Pöbel emporgestiegener Diener des Imperiums wagte es doch tatsächlich, einer wahrgeborenen Adeligen in aller Öffentlichkeit einen Kosenamen anzudichten, wie er so nur im privaten Rahmen angemessen wäre und selbst dann ganz sicher nicht, zwischen Personen, die sich gerade erst 5 Minuten vorher zum ersten Mal begegnet waren. Der Kuati konnte sich vorstellen, wie seine Mutter auf so einen Annäherungsversuch reagieren würde und der Gedanke daran hob Kals Stimmung dann doch gar nicht mal so wenig. Wenn der Kuati ehrlich zu sich war, hatte er Theranos Zesh so viel Schneid gar nicht zugetraut und diese Überraschung kam hoch willkommen.

Was dann folgte, waren weniger erfreuliche Nachrichten. Eine Kooperation bezüglich der Werft auf Prefsbelt IV war dank der Beförderung Zeshs zum Sektor Adjutanten offenbar vom Tisch. Bedauerlich wahrlich, aber das war offensichtlich nicht zu ändern. Also weigerte sich der Kuati, den begonnenen und nun begrabenen Plänen nachzutrauern oder einen Groll deswegen zu entwickeln. Das wäre einfach nur kindisch gewesen. Stattdessen ging es nun um eine Fliegerschule und Theranos
schien sich in den Kopf gesetzt zu haben, dass Kal für den Leitungsposten eine gute Wahl wäre. Er selbst teilte diese Ansicht jedoch nicht. Moff Vayliuars kleine Ermahnung brachte dem Kuati tatsächlich ausreichend Gelegenheit, über das Angebot nachzudenken. Er kam jedoch schon schnell zu einem entschiedenen Schluss, den er direkt mit Theranos teilte, als die beiden wieder zu ihrem Gespräch zurückkehren konnten. “Ich muss Ihnen zustimmen, Sektor Adjutant. Es wäre eine Verschwendung meines Talents.”

Kals Ton war nicht wirklich scharf, aber es gab hier nichts zu beschönigen, also versuchte der Kuati es gar nicht erst. Sollte ihm das als Arroganz ausgelegt werden, dann würde er darüber keinen Schlaf verlieren. “Was Sie mir hier anbieten ist ein Posten für altgediente Offiziere und persönliche Freunde, denen man noch ein paar Jahre leicht verdienten Sold bis zur Pension gönnen möchte. Oder für Querulanten, die man loswerden möchte, es aber aus politischen Gründen nicht kann und sie deswegen in die Ausbildung abschiebt. Oder vielleicht noch für einen Kriegsversehrten Veteran, dessen Wissen man an die nächste Generation weitergeben möchte und nicht mehr an der Front einsetzen kann.” Kal trank den letzten Schluck Whisky und klopfte dann mit dem Glas auf den Tresen, um wortlos nachzubestellen. “Auf mich trifft nichts davon zu und so gerne ich auch bisher mit Ihnen zusammen gearbeitet habe, ich werde nicht meine besten Jahre auf einem Lehrstuhl verbringen.”

So ein Programm auf die Beine zu stellen und zu leiten, braucht viele Monate, wenn nicht Jahre. Und das war Zeit, die Kal einfach nicht gewillt war, für einen persönlichen Gefallen aufzubringen. Ganz besonders nicht jetzt, wo der nächste große galaktische Krieg in den Kinderschuhen steckte. Im Gefecht gab es viel zu viel Ruhm zu gewinnen, als dass Kal sich dem entziehen wollte. “Fragen Sie mich das noch einmal, wenn ich alt bin. Mit dreißig…oder vielleicht fünfunddreißig Jahren auf dem Buckel.” Seine Jugend würde Kal ganz sicher nicht so verbringen, das bedeutete aber nicht, dass er den Vorschlag einfach so in seiner Gänze ablehnen würde. “Was die Planung aber angeht, da helfe ich Ihnen gerne. In ein paar wenigen Wochen kann ich Ihnen helfen, die nötigen Entscheidungen zu treffen, um Ihr Projekt zum Erfolg zu führen.”

Der Kuati schenkte Theranos ein ehrliches Lächeln, als er das frische Whiskeyglas vom Tresen aufnahm, um dem Sektor Adjutanten freundschaftlich zu zuprosten. “Es fügt sich tatsächlich, dass der Moff Ihnen hier freie Hand gegeben hat. Ich glaube nämlich, Sie denken hier bisher bei weitem nicht weit genug. Weitere Details aber...” Kal machte eine dramatische Pause und schaute sich in der gut besuchten Bar demonstrativ um, bevor er Theranos mit einem verschwörerischen Lächeln bedachte. “...sollten wir besprechen, wenn weniger Ihrer Verwaltung fremde Ohren zuhören.”

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Statt üblichen geschlechtsspezifischen Pronomen, werden in diesem Post experimentell geschlechtsneutrale Neopronomen verwendet. „Hen“ ist zu lesen wie „er/sie“ (Nominativ & Akkusativ). „Hens“ ist zu lesen wie „ihr/sein“ (Genitiv). „Hem“ ist Dativ. Beispiel: „Dies ist Ridley Solaris. Hen ist imperialer Gouverneur und hens Planet heißt Truuine. Legat Talzin ist hem zu Diensten.“ Von Außen spielt Ridley eine Person mit er/sein Pronomen vor, um im chauvinistischen Imperium nicht benachteiligt zu werden.
[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Norpolarkreis / Moraband / Praxeum / Bibliothek ] Ridley

Der Entschluss Cestus Varro zu rekrutieren war gefasst und er dazu schon zum Essen eingeladen. Das bedeutete aber natürlich nicht, dass das alles war, was Ridley bei der Sache bedenken musste. Der Major war nur die erste Person die hen von einem Wechsel zu den Sturmtruppen überzeugen musste, direkt gefolgt von Colonel Lauchlan, Kommandant der truuiner Planetenverteidigung, und natürlich Theranos Zesh, in dessen Bestand Ridley damit ganz eindeutig wilderte.

Grade letzteres würde ein bisschen politisches Feingefühl benötigen, damit der gute Mann sich nicht auf den Schlips getreten fühlte.

Mit einem vorfreudigen Summen rief Ridley die bisherige Korrespondenz mit Gouverneur Zesh, sowie seine Akte auf, um sich auf eben dieses Gespräch vorzubereiten, als hem auffiel, dass hen einen Fehler gemacht hatte.

Gouverneur war der Mann nämlich ganz und gar nicht mehr.

Irgendwann, während Ridley nicht hingeschaut hatte, war der gefühlt frisch gebackene Gouverneur von Prefsbelt IV, dem hen routinemäßig noch ein Antrittsgeschenk spendiert hatte, zum Sektor Adjutanten für Wirtschaft, Industrie und Handel im Prefsbelt-Sektor avanciert. Für einen Moment starrte Ridley einfach nur auf den Holoscreen, zum dritten Mal an diesem denkwürdigen Abend sehr versucht etwas an die Wand zu werfen.

Eine Tasse Caf war in Reichweite, doch diesmal beherrschte hen sich mühsam. Nein. Das waren keine schlechten Nachrichten. Ganz im Gegenteil. Dies mochte demonstrieren, wie schnell ein fähiger Mensch unter den wohlwollenden Augen seines Moffs die Karriereleiter erklimmen konnte, während Ridley selbst nun seit deutlich mehr als einem halben Jahrzehnt auf Truuine festsaß. Doch einen weiteren wichtigen Verbündeten aufsteigen zu sehen, konnte Truuine und damit Ridley nur helfen.

Hen hatte nicht vergessen wie zuvorkommend und großzügig Prefsbelt IV die Verhandlungen mit Legat Kland abgeschlossen hatte. Mit demselben ehemaligen Gouverneur auf Sektorebene über wirtschaftliche Zusammenarbeit zu verhandeln, bot enormes Potential. Vor allem, wenn man bedachte, wie sehr die Moffs Vayliuar und Prada als bloße Sektor Adjutanten Truuines Aufstieg begünstigt hatten. Nein, mit Vayliuar als Moff und Zesh als Sektor Adjutant konnte Ridleys Planet zu einer Wirschaftsmacht aufsteigen, die Moff Ranganathan weder am langen Arm verhungern lassen noch durch feindliche Übernahme neutralisieren konnte.

Ridley Solaris würde schon noch hens Platz an der Sonne bekommen. Egal ob hens direkte Hierarchie das mit Wohlwollen betrachtete oder nicht.

Zeshs Versetzung bedeutete aber auch gleichzeitig, dass es gar nicht so schwer werden sollte, ihn davon zu überzeugen Varro abzugeben. Die Blaue Legion stand nicht länger unter seinem direkten Kommando und damit sollte sein Interesse, den fähigen Major selbst zu behalten, weitgehend erloschen sein. Ob Zesh das schon verstanden hatte oder nicht, diese Entscheidung lag nun unterhalb seiner Gehaltsklasse und war lediglich ein Gefallen, der ihn höchstwahrscheinlich rein Garnichts kostete.

Das Problem war unter Umständen sein Nachfolger, der die Sache vermutlich anders sah.

Apropos, wer war denn nun der neue Partner, der die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen Truuine und Prefsbelt IV geerbt hatte? Die Antwort kam so schnell, wie sie verwirrend war. Mit schiefgelegtem Kopf las Ridley die Akte dieses Dr. T’rsop, den hen sicherlich ein Kuriosum, aber keineswegs als Gouverneurskandidaten gesehen hätte.

Oft hatte Ridley nun schon darüber nachgedacht, wen hen nach einer möglichen Beförderung auf dem Truuiner Gouverneurssessel sehen wollte. Die Namen Mata Timone und Matthew Severide waren dabei natürlich an vorderster Front, doch grade bei ersterem war hen bisher immer zum Schluss gekommen, dass es ein Ding der Unmöglichkeit war der imperialen Hierarchie ein Fischwesen im Rollstuhl als gleichwertige und kompetente Persönlichkeit zu verkaufen.

Egal wie sehr dies der Wahrheit entsprach.

Im Prefsbelt-Sektor schienen die Uhren anders zu ticken, denn bei Dr. T’rsop handelte es sich sicherlich um ein genauso groteskes Alien wie bei Mata! Wenigstens aus Sicht des Verwaltungsapparates. Ein fast zweihundert Jahre alter Pau’aner im Sessel eines imperialen Gouverneurs?! Was es seit Imperator Allegious‘ Tod nicht alles geben konnte!

Für einen Moment blieb Ridleys Blick aus bionischen Augen an hens bionischen Händen hängen, mit denen hen so gut es ging hens Herkunft verschleierte. Dier Arkanier:in schürzte die Lippen. Was kam als nächstes, ein Wookiee als Sektor Adjutant? Heutzutage ließen die ja scheinbar jeden rein.

Mit Mühe fing Ridley den ungnädigen Gedankengang wieder ein.

Nein. Hen gönnte es dem guten Herrn T’rsop ja. Wenn überhaupt war auch das ein Zeichen, dass hen sich hier mit den richtigen Leuten verbündete. Politische Teilhabe von Nichtmenschen und Beförderung nach Leistung statt Spezies gehörte auch zu den Grundsäulen von hens eigener Politik. Wenn das im weiteren Imperium Schule machte, würde auch hem selbst das zum Vorteil gereichen.

Mit einem gezwungenen Lächeln verfasste Ridley ein Memo an Mata, sowohl T’rsop als auch Zesh eine kleine Aufmerksamkeit zur Beförderung herauszusuchen.

Dies soweit erledigt, verfasste Ridley noch einen kleinen Angriffsplan aller Schritte die Varros Rekrutierung bedurfte und arbeitete dann noch kurz die restliche ToDo-Liste für diese Nacht ab. ‚Noch kurz‘ war dabei vermutlich relativ, denn als hen das nächste Mal auf hens Chrono sah, war es schon fast an der Zeit zum Frühstück nach Osicia aufzubrechen. Verdammt noch eins.

Schnell machte Ridley sich einen frischen Becher Kaf, kaute gedankenverloren einen Wachmacher, bevor hen sich daran erinnerte, dass die Dinger geschluckt gehörten, und spülte den bitteren Staub mit einem Schluck frisch gebrühtem Bohnensaft herunter. Verglichen mit der Tablette schmeckte der schwarze Kaf fast süß. Verdammt noch eins! Hen brauchte wirklich Schlaf. Dringend. Gab es nicht irgendeine Sith-Technik, um Zeit langsamer vergehen zu lassen? Ein Taschenuniversum, in dem hen ein paar Stunden verschwinden konnte, um anschließend ausgeruht weitermachen zu können?

Wenigstens wusste hen davon nicht.

Mit einem Seufzer machte Ridley sich auf den Weg zum Shuttle. Immerhin ließ der Wachmacher in Sachen Wirkung nicht auf sich warten und wenigstens konnte hen die eine Stunde Flug für ein bisschen Meditation missbrauchen. Grade einmal 25% eigentlich benötigte Ruhezeit musste ein neuer Rekord sein.

Osicia bot ein deutlich anderes Bild als Moraband, als Ridleys Lambdafähre schließlich am Raumhafen aufsetzte. War in der Hauptstadt alles auf Sauberkeit, Begehbarkeit und einen guten Eindruck gebürstet, musste hier schon auf den ersten Blick deutlich werden, dass eine Epidemie grassierte.

Ein großer Teil des Landefeldes war zu einer medizinischen Zeltstadt umfunktioniert worden, dominiert von Planetaren Sicherheitskräften mit medizinischen Schutzmasken. Zwar befiel Kiemenschimmel nur aquatische Nichtmenschen, doch bestanden Truuines Planetare Sicherheitskräfte zu großen Teilen genau aus dieser Gruppe, die sie natürlich zu einem potentiellen Infektionsvektor machte.

Während hens gepanzerter Gleiter Ridley zum Restaurant fuhr, gab hen hens bestes die Checkpoints allgemeinen Bilder des Verfalls zu ignorieren. Die Sache wurde gehändelt, nicht zuletzt von hem selbst. Sich der Panik hinzugeben, bot keinen Mehrwert, außer die eigene Effektivität zu schmälern. Die Infektionskurve wurde durch sichtbare Maßnahmen gedrückt; Soldaten, Masken und Zelte waren Symptome der Lösung, nicht Anzeichen des Problems!

In Truuines Fruchtkorb wurde Ridley heute von einem rein menschlichen Team bedient. Niemand wollte die Probleme der Stadt mit sich hereinbringen und Kellner mit Masken wäre ja auch einfach nur deprimierend gewesen.

Ein paar Minuten war hen zu und verbrachte die Zeit bis zu Varros Ankunft mit einem kurzen Bericht zur Organisation des ersten Galatags. Ridley hatte grade zwei Drittel durchgearbeitet, als der Major hereinkam. Augenblicklich breitete sich hens vielgeübtes Politikerlächeln auf hens Gesicht auf, während hen sich erst mit ausgebreiteten Armen erhob und dann die Hand des Menschen schüttelte.


„Major Varro, vielen Dank, dass Sie so spontan meiner Einladung gefolgt sind. Das weiß ich wirklich zu schätzen“, begann die Gouverneursperson und lud Varro mit einer Geste ein sich zu setzen. „Ich habe sehr Gutes über Ihr Vorrücken gehört gestern, möchte mir jedoch auch gerne ein Bild aus erster Hand machen. Würden Sie mir berichten?“

Geduldig wartete hen die Antwort des Mannes ab, bevor hen noch hinzufügte: „Und wie steht es um die Moral Ihrer Truppe? Ist die Unterbringung Ihren Wünschen entsprechend? Die Verpflegung? Gab es Reibung in der Zusammenarbeit mit Private 1st Class Meri?“


[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Äquatoriale Inselkette / Osicia / Restaurant 'Truuines Fruchtkorb' ] Ridley und Cestus, sowie (NPCs) Personal
 
| Truuine | Moraband | Unweit des Praxeum | Bar |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kal Andrim, Agustin Prada, Abella, Adrianna T'rsop sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil


T’rsops verklausulierte Antwort verlangte Lilivienne mehr Aufmerksamkeit ab, als sie in der inzwischen gemütlich-musikalischen Atmosphäre dieser Bar mit ein paar Drinks intus, eigentlich aufwenden wollte. Seine Beschreibung des pau’anischen Hörvermögens blieb nicht etwa bei der bloßen Feststellung, dass seine Spezies einfach bessere Ohren hatte als Menschen, sondern machte aus Tönen irgendwelche Fährenstarts und -landungen. Immerhin war die Analogie irgendwie anschaulich. Positiv nahm sie auf, dass der Xeno diese Fähigkeit offenbar auch nutzen konnte, um sich das Basic fehlerfrei anzueignen. Nach Theranos‘ allzu vertraulicher Verniedlichung ihres Namens empfand sie es jedenfalls als ausgesprochen angenehm, jede einzelne Silbe davon in der vorgesehenen Reihenfolge zu hören.

„Das war eine ausgesprochen anschauliche Erklärung, Gouverneur. Und, ich muss Ihnen einfach das Kompliment aussprechen, dass Ihr Basic wirklich ... ausgezeichnet ist“, stellte Lily mit aufrichtiger Anerkennung fest. „Verzeihen Sie mir die Bemerkung, aber ich bin Angehörigen Ihrer Spezies so selten begegnet, dass ich bislang kaum die Gelegenheit hatte, mir ein zutreffendes Bild zu machen. Umso erfreulicher ist es, zu sehen, wie mühelos sich Ihre Kultur in den imperialen Umgang einfügt.“

Zu diesem Kompliment schenkte sie ihm ein freundliches Lächeln. Lily hielt wenig davon, Unterschiede krampfhaft zu übersehen, bis jeder Nichtmensch nur noch wie eine unvollständige Nachahmung eines Menschen behandelt wurde. Wenn das Imperium wirklich den Anspruch erhob, die gesamte Galaxis unter seiner Ordnung zu vereinen, musste es schließlich möglich sein, solche Verschiedenheiten offen anzuerkennen und ihren gegenseitigen Nutzen zu würdigen. Ihr Blick fiel dabei kurz auf die Ohrenschützer des Pau’aners.

„Was für menschliche Ohren eine belebte Bar ist, muss für Sie zuweilen eine Zumutung sein. Umso mehr spricht für Sie, dass sie sich dennoch freiwillig unter uns mischen!“

Alizée hatte sich nach ihrer anfänglichen Überraschung inzwischen wieder gefangen. Nur die Art, wie sich ihre Finger für einen Augenblick fester um ihr Glas geschlossen hatten, verriet noch, wie sehr die plötzliche Bewegung der großen Gestalt sie überrascht hatte. Lily legte ihr für einen Moment die Hand an den Unterarm, ohne daraus vor den beiden Männern eine größere Angelegenheit zu machen. T’rsops kleiner gedanklicher Umweg bei der Frage, welcher Gesellschaft er angehörte, hatte Alizée genügend Zeit gegeben, ihre Haltung wiederzufinden. Als er schließlich doch beim Veranstalter der Gala ankam, begegnete sie seiner Antwort bereits mit jener ausgesuchten cygnischen Höflichkeit, die wie gute Erziehung wirkte.

„Nun, der Gesellschaft zur Förderung schöner Künste und imperialer Kultur würde ihre akustische Expertise sicher gut zu Gesicht stehen, Gouverneur“, säuselte Alizée in der so schön fließenden Redensart der Cygner, ehe ein zaghaftes Lächeln auf ihre vollen Lippen trat, in das Lily bereitwillig einstimmte.

„Ein Fremdteil unserer heutigen Abendgesellschaft sind Sie jedenfalls mit Nichten“, ergänzte die Gouverneurin von Bastion staatsmännisch. „Ich bin jedenfalls froh, dass Sie diese Runde mit etwas Exotik ergänzen.“

Ihr erneut ernst gemeintes Kompliment untermalte sie mit einem kleinen, aber dennoch großzügigem Knicks.

Zu Kaels anschließender Frage nach ihren Erwartungen an die Gala lag ihre Antwort bereits griffbereit:
„Als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft sehe ich die Teilnahme nicht nur als meine imperiale Pflicht. Durch meine frühere Tätigkeit in und für die KOMENOR liegt mir die Förderung der Kultur natürlich sehr am Herzen. Ich bin sehr gespannt auf die Ausstellung und ganz besonders darauf, mit den Künstlern ins Gespräch zu kommen.“

Sie räusperte sich kurz, beugte sich dann beinahe verschwörerisch nach vorn und sprach etwas leiser, um nur die direkten Gesprächspartner an dieser exklusiven Information teilhaben zu lassen.

„Als Vertreterin der imperialen Zentralwelt sehe ich es natürlich als unabdingbar an, dass wir ein eigenes, feines Kunstprojekt zur Ausstellung beisteuern. Es wird sich um eine einmalige Erlebnis-Kunst handeln.“

Sie wackelte mit den Augenbrauen und schaute zwischen Chiss und Pau’aner hin und her.

„Aber dazu mehr am morgigen Tag. Ich möchte die Überraschung ja nicht vorwegnehmen.“

Nun erwartete sie eigentlich, dass Gouverneur T’rsop fortfuhr, stattdessen mischte Alizée sich wieder ein.

„Ich bin vor allem gespannt darauf, welche Stoffe und neue Moden die feinen Herrschaften vorführen.“

Lily entkam ein leises Lachen, als sie ihre Majordomus wieder – fast freundschaftlich – unter den Arm hakte.

„Und wie sieht es bei dir und Ihnen aus? Kael? Ich hoffe doch, die eigentliche Ausstellung kann Ihnen tatsächlich morgen noch etwas bieten, wenn der Teil heute bereits Ihre Erwartungen übertroffen hat, Mister T‘rsop.“

| Truuine | Moraband | Unweit des Praxeum | Bar |
Lilivienne Évarielle d'Oridin, Majordomus Alizée, Kael Reed, Aren Vayliuar, Theranos Zesh, Kal Andrim, Agustin Prada, Abella, Adrianna T'rsop sowie weitere Gäste und Leibwächter in Zivil
 
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[ Innerer Rand / Manaan-Sektor / Truuine-System / Truuine / Äquatoriale Inselkette / Osicia / Restaurant 'Truuines Fruchtkorb' ] Ridley und Cestus, sowie (NPCs) Personal



Der Rückweg zur vorgeschobenen Feuerbasis führte Cestus und die verbliebenen Männer seines Angriffselements durch jene Abschnitte, die man ihnen wenige Stunden zuvor streitig gemacht hatte. Inzwischen boten dieselben Gräben ein vollkommen anderes Bild. Friedlich waren sie deshalb noch lange nicht, doch an die Stelle des unmittelbaren Gefechts war jene kontrollierte Betriebsamkeit getreten, die gewöhnlich darauf folgte, wenn eine Stellung nicht nur genommen, sondern auch gehalten werden sollte.

An den Kreuzungen standen Legionäre der Blauen Legion und wiesen nachrückenden Kräften ihre Wege, während zwischen den niedrigen Eis- und Durastahlwänden neue Munitionskisten gestapelt wurden. Sanitäter hatten provisorische Sammelpunkte eingerichtet und Pioniere arbeiteten bereits daran, beschädigte Übergänge auszubessern oder die letzten zurückgelassene Sprengfallen zu entschärfen. Dazwischen lagen noch immer ausgebrannte Droiden, zerschossene Barrikaden und vereinzelte Rebellenwaffen im Schnee nur die Leichen der Gefallen waren fast komplett verschwunden. Schwarze Brandspuren zeichneten sich auf dem Eis ab und an manchen Stellen würde niemand etwas wegräumen, bevor die Front weit genug entfernt war.

Cestus verlangsamte seinen Schritt, als vier Sanitäter zwei schwer verwundete Legionäre an ihnen vorbeitrugen. Der eine Mann war bei Bewusstlos, doch der andere war wach, wenn auch gerade noch so und murmelte etwas vor sich hin, die dunkelblaue Markierung auf ihren Schulterpanzern gehörte eindeutig zur Zweiten Kompanie.

Sein Blick folgte der Trage einige Sekunden lang, bevor er weiterging. Später würde er die Verlustmeldungen lesen und dann würden aus Zahlen wieder Namen werden. Für den Augenblick genügte ihm die Gewissheit, dass der Mann noch lebte.

Neben ihm bewegte sich Vorn weiterhin mit jener erstaunlichen Selbstverständlichkeit durch die Stellung, als hätte er nicht während der vergangenen Stunden beinahe jeden Blasterschuss des halben Verteidigungsrings auf sich gezogen. Trotzdem bemerkte Cestus inzwischen die kleinen Unterschiede. Die Bewegungen des Akolythen waren sparsamer geworden, nicht langsam oder unsicher, aber kontrollierter als zu Beginn des Angriffs.

Offenbar besaßen selbst Sith irgendwo eine Grenze.
Cestus war sich noch nicht sicher, ob er diese Erkenntnis beruhigend oder beunruhigend finden sollte.

Sie passierten einen Abschnitt, den Skybridge erst vor wenigen Stunden unter erheblichen Verlusten genommen hatte. Nun standen dort frische Soldaten mit sauberen Helmen, beinahe unbeschädigten Rüstungen und vollständiger Ausrüstung. Einige machten automatisch Platz, als sie die zurückkehrende Gruppe erkannten, andere salutierten knapp und Cestus erwiderte die Gesten ebenso beiläufig.

Der Gegensatz war beinahe absurd. Die nachrückenden Kräfte sahen so aus, wie seine eigenen Männer am Morgen ausgesehen hatten. Seine Leute dagegen trugen den vergangenen Tag auf ihren Rüstungen. Ruß, Kratzer, eingeschmolzene Treffer, getrocknetes Blut und gefrorener Schlamm hatten wenig von dem einheitlichen Erscheinungsbild übriggelassen, mit dem sie aus den Kanonenbooten gestiegen waren.

Cestus betrachtete seine Männer einen Moment lang und musste feststellen, dass ihn der Anblick keineswegs störte. Sie sahen nicht besonders beeindruckend aus, jedenfalls nicht auf jene saubere Art, die sich für Paraden und Propagandaaufnahmen eignete. Dafür sahen sie aus wie Soldaten, die ihren Auftrag erfüllt hatten.


Er warf einen Seitenblick zu Vorn und ließ seinen Blick kurz über dessen mittlerweile beinahe vollständig rußgeschwärzte Rüstung wandern.
Ein müdes Schmunzeln lag für einen Augenblick auf seinem Gesicht, ehe sein Ausdruck wieder etwas ernster wurde.

„Sie haben heute vielen meiner Männer den Arsch gerettet, Herr Meri. Das werde ich nicht vergessen.“

Mehr sagte Cestus dazu nicht. Er hatte Vorn bereits für dessen Leistung gelobt und sah keinen Grund, daraus eine feierliche Angelegenheit zu machen. Es war lediglich eine Feststellung, und Cestus meinte sie genau so.

Wenig später erreichten sie schließlich die ersten äußeren Bereiche der vorgeschobenen Feuerbasis. Generatoren brummten hinter niedrigen Schutzwällen, Transporter standen zwischen aufgeschobenen Schneemassen und Funker liefen mit Datapads zwischen den verschiedenen Unterständen hin und her. Seit Cestus am Morgen von hier aufgebrochen war, hatte sich das Lager erheblich verändert. Aus einigen hastig errichteten Befestigungen und Versorgungspunkten war innerhalb weniger Stunden ein erstaunlich funktionaler Gefechtsstand geworden.

Gerade als Cestus gemeinsam mit Vorn den eigentlichen Lagerbereich erreichte, erhielt der Akolyth offenbar eine Nachricht. Cestus bekam von deren Inhalt nichts mit, bemerkte jedoch wenig später, dass für Vorn bereits ein Speederbike bereitstand und dessen Weg ihn offensichtlich nicht weiter mit Skybridge zum zentralen Bunker führen würde.

Als Cestus einige Minuten später wieder aus dem Gefechtsstand trat, saß der gewaltige Akolyth bereits auf dem Fahrzeug. Der Major blieb vor ihm stehen und musterte erst Vorn und anschließend das im Vergleich zu dessen Statur geradezu lächerlich klein wirkende Speederbike. Für einen kurzen Augenblick musste er sich beherrschen, nicht zu grinsen.

Vorns Abschiedsworte ließen ihn schließlich doch schmunzeln.
„Das Kompliment gebe ich zurück.“, erwiderte Cestus und nickte dem Akolythen zu. „Sie sind ebenfalls ausgesprochen gut darin, Löcher zu produzieren. Nur meistens etwas größer als wir.“

Sein Blick wanderte für einen Augenblick zum zentralen Bunkerberg hinüber. Selbst von hier aus war zu erkennen, dass sich dort weiterhin etwas tat. Vereinzelte Waffenstellungen eröffneten sporadisch das Feuer auf jene imperialen Verbände, die sich durch die verbliebenen Verteidigungsabschnitte arbeiteten, während Rauchschwaden über dem gesamten Komplex zwischen den Eisformationen hingen.

Bei Vorns Warnung bezüglich eines möglichen Kraftwerks verschwand das Schmunzeln aus Cestus' Gesicht. Nach allem, was sie während der vergangenen Stunden erlebt hatten, wäre es vermutlich sogar fahrlässig gewesen anzunehmen, die Rebellen würden ausgerechnet im Zentrum ihres Verteidigungssystems plötzlich Vernunft entwickeln.

„Ich lasse danach suchen und wenn es eines gibt werden wir uns darum kümmern.“, versicherte Cestus deshalb.

Noch einmal musterte er den Akolythen, bevor er ihm zum Abschied zunickte.

„Passen Sie auf sich auf, Herr Meri.” Vorn setzte das Speederbike in Bewegung und verschwand kurz darauf zwischen Transportern, Zelten und den provisorischen Befestigungen der Feuerbasis. Cestus sah ihm noch einen Augenblick hinterher.

Vor wenigen Stunden hatte er sich gefragt, wie zum Sarlacc man einen Sith-Akolythen überhaupt sinnvoll in eine reguläre Infanterieformation integrieren sollte. Jetzt musste er zu seinem eigenen Erstaunen feststellen, dass er es bedauerte, Vorn beim Angriff auf den zentralen Bunker nicht mehr dabeizuhaben.

„Verdammte Sith.“, murmelte Cestus mit einem leisen, belustigten Schnauben und wandte sich wieder dem Gefechtsstand zu. Zuerst wird einem ein Sith zugeteilt. Dann stellt man sich auf ihn ein und gerade wenn das Rad angefangen hat sich Ideal zu drehen, wurde der Sith wieder abgezogen. Einfach ärgerlich.



Im Inneren des HQ-Gefechtsstandes angekommen, fand Cestus dort jene kontrollierte Betriebsamkeit vor, die er von einem funktionierenden Hauptquartier erwartete. Holografische Darstellungen des Bunkerkomplexes schwebten über mehreren Kartentischen, während neue Frontlinien, erkannte Widerstandsnester und bestätigte Truppenpositionen beinahe im Minutentakt aktualisiert wurden. Funker saßen dicht nebeneinander an ihren Stationen und nahmen Meldungen aus den unterschiedlichen Angriffsabschnitten entgegen.

Captain Aurelian Korff stand einige Meter weiter vor einer großen taktischen Darstellung und besprach sich gerade mit zwei Logistikoffizieren. Als Cestus neben ihn trat, wanderte Korffs Blick kurz über den verschmutzten Kampfanzug seines Vorgesetzten.

„Major.“

Cestus folgte dessen Blick an sich hinunter und hob eine Augenbraue.

„Captain.“

Cestus deutete auf die taktische Darstellung und begann, die wichtigsten Erkenntnisse der vergangenen Stunden mit den bereits eingegangenen Meldungen abzugleichen. Skybridge hielt seinen Durchbruch, Tide befand sich ungefähr auf derselben Tiefe und Hammer hing auf der linken Flanke, holte gerade auf. Die nachrückenden Kräfte würden deshalb zunächst die eroberten Abschnitte stabilisieren und die erschöpften Angriffselemente herauslösen müssen.

„Zuerst Munition und medizinische Versorgung für die Einheiten, die noch vorne stehen. Danach werden die Angriffselemente aufgefüllt und neu bewaffnet. Unsere Leute haben irgendwann angefangen, mit allem zu schießen, was sie auf dem Boden gefunden haben, nur um den Vormarsch nicht abbremsen zu müssen.“

Korff nickte und ergänzte mehrere Markierungen auf der Karte.

Die anschließende Lagebesprechung dauerte länger, als Cestus lieb gewesen wäre. Neue Meldungen kamen herein, Positionen mussten abgeglichen und Verstärkungen verteilt werden, während die drei Angriffsschwerpunkte langsam wieder auf eine gemeinsame Tiefe gebracht wurden. Erst als sich abzeichnete, dass in den nächsten Stunden kein neuer Großangriff erfolgen würde, zog Cestus die Konsequenz aus einer Tatsache, die sein Körper ihm inzwischen ziemlich unmissverständlich mitteilte.

Er war vollkommen erledigt.

Nachdem Korff ausdrücklich angewiesen worden war, ihn bei jeder bedeutenden Veränderung der Lage zu wecken, zog sich Cestus für einige Stunden in einen der kleinen Ruheräume des Gefechtsstandes zurück. Komfortabel war daran wenig. Eine Feldliege, eine Decke und ein kleiner Tisch mussten genügen. Er legte Blaster und Vibroschwert in Reichweite, zog nicht einmal seine Stiefel aus und hatte ursprünglich vorgehabt, noch einige der eingegangenen Berichte zu lesen.

Dazu kam er nicht mehr.

Kaum lag sein Kopf auf der zusammengefalteten Jacke, die er als improvisiertes Kissen verwendete, war Cestus eingeschlafen.



Als er einige Stunden später wieder hochschreckte, lag seine rechte Hand bereits am Blaster, bevor er überhaupt vollständig begriffen hatte, wo er sich befand. Für einige Sekunden starrte er in die Dunkelheit des kleinen Raumes, ehe die Erinnerungen zurückkehrten und er den Griff seiner Waffe langsam wieder losließ.

„Scheiße.“

Ein Blick auf seinen Chronometer verriet ihm, dass er nur einige Stunden geschlafen hatte. Sein Körper vermittelte ihm dagegen ziemlich überzeugend den Eindruck, mehrere Tage unter einem Transporter gelegen zu haben.

Cestus setzte sich auf, rieb sich mit beiden Händen über das Gesicht und lauschte einen Augenblick den Geräuschen außerhalb des Raumes. Funkverkehr, Stimmen und das gleichmäßige Brummen der Generatoren waren zu hören. Offenbar existierte der Gefechtsstand noch, und niemand hatte es für notwendig gehalten, ihn vorzeitig zu wecken.

Schon einmal positiv.
Nachdem er sich halbwegs gesammelt hatte, kehrte Cestus an seinen Arbeitsplatz zurück. Dort wartete inzwischen eine ganze Reihe neuer Meldungen auf ihn. Munitionsstände, Verwundetenlisten, Materialverluste und aktualisierte Lagekarten reihten sich aneinander. Hammer hatte während seiner Ruhezeit Boden gutgemacht, weitere Verteidigungsstellungen waren gefallen und zusätzlicher Nachschub hatte die Feuerbasis erreicht.

Cestus arbeitete sich durch die Berichte, bis ihm eine gesondert markierte Nachricht auffiel.

Der Absender ließ ihn innehalten.


GOUVERNEUR RIDLEY SOLARIS

Cestus öffnete das Memo und las es zunächst einmal, anschließend ein zweites Mal.
Eine Einladung zum Frühstücksbrunch in Truuines Fruchtkorb in Osicia.
Cestus lehnte sich langsam in seinem Stuhl zurück und betrachtete die Nachricht noch einige Sekunden, als würde irgendwo zwischen den Zeilen vielleicht doch noch eine Erklärung auftauchen.

Tat sie nicht.

„Der Fruchtkorb.“, murmelte er schließlich.

Nach den vergangenen Stunden zwischen Eisgräben, explodierenden Droiden, Rebellenstellungen und einem beinahe unverwüstlichen Sith-Akolythen erschien ihm die Vorstellung eines gemütlichen Frühstücksbrunches volkommen surreal. Weshalb der Gouverneur ausgerechnet ihn persönlich sprechen wollte, ging aus der Nachricht ebenfalls nicht hervor.

Cestus dachte kurz darüber nach, fand jedoch keinen Sinn darin, sich den Kopf über etwas zu zerbrechen, das Solaris ihm offenbar selbst erklären wollte. Aber Cestus nahm zumindest an, dass es entweder etwas mit dem Aktuellen oder vielleicht schon der nächsten Offensive zu tun hatte. Wie auch immer, wenn der Gouverneur ihn nach Osicia bestellte, also würde er nach Osicia fliegen, ganz einfach.

Außerdem hatte die Sache wenigstens einen Vorteil.
Die Unterkünfte der Blauen Legion lagen ebenfalls dort.

Cestus betrachtete seine Ärmel seines Kampfanzugs und verzog leicht den Mund. Ruß, Schmutz und die Spuren des vergangenen Tages bedeckten mittlerweile einen beträchtlichen Teil davon. Wenn er schon wieder in diesem Fruchtkorb auftauchen musste, konnte er wenigstens versuchen, vorher nicht auszusehen, als hätte man ihn unmittelbar aus einem Graben gezogen.

Er öffnete eine Verbindung zu Korff.
„Captain Korff, Gouverneur Solaris will mich in Osicia sehen, schätze für einen Lagebericht. Ich bin deshalb für einige Zeit nicht am Gefechtsstand.“

Die Antwort kam beinahe unmittelbar.
„Verstanden, Major.“

„Sie übernehmen bis zu meiner Rückkehr die operative Führung von Skybridge. Keine größeren Änderungen am Angriffsplan ohne Rücksprache, solange die Lage das zulässt. Sobald Hammer aufgeschlossen hat und der Ring vollständig unter Kontrolle ist, will ich eine vollständige Lageübersicht.“


„Selbstverständlich, Major.“

Cestus war sich sicher, dass der Captain in seiner Abwesenheit alles deichseln würde.

„Varro Ende.“

Nachdem die Verbindung geschlossen war, kontaktierte Cestus die Logistik und ließ sich eine Maschine nach Osicia bereitmachen.
Er befestigte den Blaster wieder an seinem Gürtel, nahm das Vibroschwert auf, prüfte noch einmal kurz seinen verschmutzten Kampfanzug und verließ den Gefechtsstand.

Die Kälte traf ihn unmittelbar, als er nach draußen trat. Über dem südpolaren Gefechtsgebiet lag weiterhin der matte Schein vereinzelter Waffenentladungen, während dunkle Rauchschwaden über den weiter entfernten Teilen des Bunkerkomplexes standen. Irgendwo dort vorne arbeiteten sich seine Männer noch immer durch die letzten Verteidigungsstellungen und bereiteten den nächsten Angriff vor.

Cestus blieb für einen Moment stehen und betrachtete den Bunkerberg.
Er wäre lieber dort geblieben.

Nicht weil ihn die Aussicht auf einen weiteren Kampf besonders reizte, sondern weil seine Leute dort waren und der Auftrag noch nicht beendet war. Dennoch hatte er Korff nicht ohne Grund zu seinem Stellvertreter gemacht. Wenn Cestus nicht einmal für einige Stunden verschwinden konnte, ohne dass Skybridge auseinanderfiel, hatte man bei der Auswahl der Offiziere grundsätzlich etwas falsch gemacht.

Also setzte er den Helm des Anzugs auf und setzte sich wieder in Bewegung.

Hinter den Schneewällen und Antennen der Feuerbasis lagen bereits die Positionslichter des Landefeldes. Dort wartete irgendwo eine Maschine, die ihn ausgerechnet jetzt vom südpolaren Schlachtfeld zurück nach Osicia bringen würde.
Und zu einem Frühstücksbrunch mit Gouverneur Solaris. Cestus schüttelte beim Gedanken daran leicht den Kopf und stapfte weiter durch den Schnee.

Manchmal war das Imperium wirklich ein merkwürdiger Arbeitgeber.


-


Der Weg zum Landefeld nahm nur wenige Minuten in Anspruch. Dort wartete bereits einer der Transporter, dessen Besatzung offenbar genauso wenig Interesse daran hatte, einen Major mit persönlicher Einladung des Gouverneurs unnötig warten zu lassen, wie Cestus daran, länger als notwendig von seiner Einheit entfernt zu bleiben.

Der Flug nach Osicia verlief ereignislos.
Zumindest äußerlich.

Cestus nutzte einen großen Teil der Zeit, um die letzten eingegangenen Meldungen zu lesen und sich ein möglichst vollständiges Bild davon zu machen, was während seiner Abwesenheit am Bunkerhügel geschah. Korff hatte den Laden offenbar im Griff. Hammer hatte aufgeschlosen, Tide hielt seine Position und die Nachschubwege funktionierten mittlerweile besser als noch einige Stunden zuvor.

Mehr konnte Cestus im Augenblick ohnehin nicht tun.
Als die Maschine schließlich in Osicia aufsetzte, wirkte die Stadt beinahe wie eine andere Welt.

Wo am Südpol Eis, Rauch und Artilleriefeuer den Horizont bestimmt hatten, empfingen ihn hier breite Verkehrswege, feste Gebäude und die deutlich geordnetere Betriebsamkeit einer größeren Stadt. Ganz unberührt vom Krieg war Osicia dennoch nicht. Bereits beim Verlassen des Landefeldes fielen Cestus die medizinischen Zelte auf, die entlang eines größeren Abschnittes des Raumhafens errichtet worden waren. Angehörige der Planetaren Sicherheitskräfte bewegten sich mit Schutzmasken zwischen Kontrollpunkten und provisorischen Behandlungsbereichen, während zivile Bewegungen sichtbar eingeschränkt worden waren.

Der Kiemenschimmel.

Cestus hatte die Berichte natürlich gelesen, aber etwas auf einem Datapad zu sehen und tatsächlich zwischen den Maßnahmen hindurchzugehen, waren zwei unterschiedliche Dinge.


Sein erster Weg führte ihn ohnehin nicht unmittelbar zum Restaurant, sondern zu den Unterkünften der Blauen Legion. Die Soldaten dort staunten nicht schlecht, so ziemlich keiner hätte angenommen, dass plötzlich Ihr Major mit verrußten und teils mit Erde bedeckten Kampfanzug an Ihnen vorbei marschieren würde. Als ein paar der Legionäre ein Gespräch beginnen wollten, wies er sie darauf hin, dass er einen Termin mit der planetaren Verwaltung hatte und keine Zeit hätte.

Die anschließende Dusche war vermutlich die beste Entscheidung, die er seit vielen Stunden getroffen hatte.

Als Cestus einige Zeit später wieder aus dem Quartier trat, hatte sich zumindest sein äußeres Erscheinungsbild erheblich verbessert. Der Ruß war verschwunden, ebenso der Geruch nach kaltem Rauch, Schweiß und dem Inneren eines Grabensystems. Die frische Uniform der Legion, die er sich im Depot geholt hatte, saß sauber, die Stiefel waren gewechselt und das Vibroschwert hing wieder ordentlich an seiner Seite.

Nur seine Müdigkeit ließ sich nicht komplett abwaschen.
Cestus betrachtete sich kurz in einem Spiegel, strich eine Falte an seinem Kragen glatt und schnaubte leise.

„Muss reichen.“
Wenig später machte er sich auf den Weg zum vereinbarten Treffpunkt.



Truuines Fruchtkorb hatte sich seit seinem letzten Besuch nicht verändert. Schon beim Eintreten begegnete ihm dieselbe gepflegte Atmosphäre, die in beinahe groteskem Gegensatz zu dem stand, was er noch vor wenigen Stunden gesehen hatte. Nach Eisgräben, improvisierten Sanitätsstellen, toten Kameraden und dem Schlachtenlärm, wirkten gedeckte Tische und sauber polierte Gläser fast schon wie unangemessen luxuriös.

Cestus ließ seinen Blick kurz durch den Raum wandern und entdeckte Solaris bereits an einem der Tische.
Der Gouverneur erhob sich augenblicklich und kam auch wie letztens mit ausgebreiteten Armen auf ihn zu.

Cestus trat auf Ridley zu, salutierte zuerst, wie es sich gehörte und erwiderte den angebotenen Händedruck.

„Gouverneur Solaris.“

Bei der Begrüßung neigte er ein wenig respektvoll den Kopf.

„Sie müssen sich nicht bedanken. Als ich von Prefsbelt IV hierher geschickt wurde, war mein Befehl schlicht und ergreifend, Sie zu unterstützen und Ihren Befehlen Folge zu leisten und gute Soldaten folgen Befehlen.“

Ein kaum wahrnehmbares Schmunzeln begleitete die Worte, ehe Cestus der einladenden Geste folgte und Platz nahm.
Solaris kam ohne größere Umschweife zum eigentlichen Thema.
Cestus hatte nichts anderes erwartet.
Auf die Bitte um einen Bericht hin lehnte er sich leicht zurück und ordnete seine Gedanken für einen Augenblick.

„Im Großen und Ganzen ist der gestrige Angriff besser verlaufen, als es während einzelner Phasen den Eindruck gemacht hat.“, begann er schließlich.
„Der äußere Verteidigungsbereich ist auf unserem Abschnitt gefallen und Skybridge hat sich anschließend bis in den inneren Ring vorgearbeitet. Die rechte Flanke befindet sich inzwischen ungefähr auf derselben Tiefe und die linken Flanke, die deutlich mehr Widerstand hatte, holt aber nach den letzten Meldungen auf und sollte sich jeden Augenblick den anderen Einheiten anschließen.“

Er verschränkte die Hände locker vor sich auf dem Tisch.
„Die Verteidigung war gut vorbereitet. Nicht außergewöhnlich, aber konsequent. Die Rebellen haben versucht, uns in den Gräben zu verlangsamen, während sie gleichzeitig Zeit für den zentralen Komplex gewinnen. Ich gehe davon aus, dass wir dort auf deutlich stärkeren Widerstand treffen werden als bisher.“

Cestus machte eine kurze Pause und beantwortete die Frage bzgl. Meri.
„Sie haben außerdem sehr schnell verstanden, dass Private First Class Meri das größte Problem auf unserem Abschnitt darstellt. Danach haben sie direkte Gefechte mit ihm weitgehend vermieden und stattdessen vereinzelte Droiden, Sprengfallen, automatisierte Stellungen und Scharfschützen eingesetzt. Militärisch betrachtet war das durchaus vernünftig.“

Sein Mundwinkel bewegte sich leicht.
„Geholfen hat es ihnen nur begrenzt.“

Cestus griff nach dem bereitstehenden Wasser und nahm einen kleinen Schluck, bevor er fortfuhr.
„Haben zwar Verluste erlitten, aber nach dem, was wir geleistet haben, vertretbar. Trotzdem ist das Bataillon weiterhin einsatzfähig und kann nach Auffüllung der vorderen Elemente am Angriff auf den Bunkerberg teilnehmen.“

Bei Solaris' nächster Frage dachte Cestus etwas länger nach.
Moral.
Ein einfaches Wort für eine Sache, die sich selten einfach und flächendeckend beantworten ließ.

„Die Moral ist gut.“, sagte er schließlich. „Erschöpft, aber gut. Die Männer wissen, dass sie vorangekommen sind, und sie sehen, dass die gewonnenen Stellungen gehalten werden. Das hilft mehr als jede Ansprache.“

Er hob leicht die Schultern.
„Natürlich merken sie auch, dass der schwierigste Teil noch vor uns liegt. Die Leute sind nicht dumm. Jeder, der gestern durch diese Gräben gegangen ist, weiß, dass die Rebellen ihre besten Kräfte vermutlich nicht im äußeren Ring verheizt haben.”

Die Frage nach der Unterbringung ließ ihn beinahe lächeln.
„Die Unterkünfte auf Osicia sind sind völlig ausreichend und lassen für Soldaten keine wünsche offen.”

Damit waren sie beim letzten Punkt angekommen.
Cestus lehnte sich etwas zurück und dachte für einen Moment darüber nach, wie er seine Antwort formulieren wollte.

„Was Private 1st Class Meri betrifft, hatte ich anfangs gewisse Zweifel.“
Das war noch höflich ausgedrückt immerhin hatte er keine Ahnung gehabt wie er mit dem Sith arbeiten soll.
„Nicht an seiner Kampfkraft. Die war schwer zu übersehen. Eher daran, ob man jemanden mit seinen Fähigkeiten sinnvoll in eine reguläre Infanterieformation integrieren kann.“

Cestus schüttelte leicht den Kopf.
„Das Problem hat sich schneller erledigt, als ich erwartet hatte. Er hat Befehle verstanden, hat sich an unsere Bewegungen angepasst und vor allem irgendwann begriffen, dass meine Leute nicht nur hinter ihm stehen, um ihm beim Kämpfen zuzusehen.“

Sein Gesicht wurde etwas ernster.
„Er hat während des Angriffs einen erheblichen Teil des gegnerischen Feuers auf sich gezogen und damit vielen unserer Männer das Leben gerettet. Gleichzeitig haben meine Leute seine Flanken gedeckt und sich um alles gekümmert, was er nicht gleichzeitig erreichen konnte. Nach ein wenig Eingewöhnungszeit funktionierte das beinahe ohne Absprache.“

Cestus sah Solaris direkt an.
„Kurz gesagt: Nein. Es gab keine nennenswerten Reibungen.“

Ein kleiner Moment verging.
„Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass ich ihn beim Angriff auf den zentralen Komplex gern weiterhin bei Skybridge gehabt hätte.“

Cestus nahm erneut einen Schluck Wasser und stellte das Glas wieder ab.
„Das ist die Lage aus meiner Sicht, Gouverneur.“

Dann hob er leicht eine Augenbraue.
„Wobei ich zugeben muss, dass ich inzwischen neugierig geworden bin.“

Ein neugieriger Blick erschien auf seinem Gesicht.
„Ich nehme an, Sie haben mich nicht ausschließlich nach Osicia fliegen lassen, um sich meinen Frontbericht anzuhören. Diese stehen ja digital rund um die Uhr zur Verfügung. Also Gouverneur , warum bin ich hier?"



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